In diesem kurzen Beitrag möchte ich eine wissenschaftsphilosophische Anregung zur Virustheorie geben. Wie sicher sind wir uns über jene Forschungsfelder, die wir nicht mit unseren Sinnesorganen wahrnehmen können? Ausgehend von den Leitideen der modernen Physik soll in diesem Beitrag die Biologie neu gedacht werden.

Jedem Physiker ist der Welle-Teilchen-Dualismus aus der Quantenphysik ein Begriff. Quantenphysikalische Phänomene wie der Laser sind heute aus der Moderne (beispielsweise in Kommunikationsgeräten wie Smartphones) nicht mehr wegzudenken. In meinem Buch Odyssee im 21. Jahrhundert beschrieb ich das Doppelspalt-Experiment, welches zu eben jener Annahme eines Welle-Teilchen-Dualismus führte:

Max Planck hat als Erster den ersten Schritt Richtung Quantenphysik gemacht und die Theorie der Quanten aufgestellt. Daher gilt er auch als Vater der Quantenphysik. Aufgrund seiner Annahmen zur Energiestrahlung (z. B. Licht) müsste Energie immer in „Paketen“ (Quanten) daherkommen. Das Planck’sche Wirkungsquantum (1900) verknüpft die wellenförmige Lichtstrahlung mit unseren Quanten. Wichtig hier zu erwähnen ist, dass Thomas Young bereits 1802 den Wellencharakter von Licht nachweisen konnte, er nannte diese Partikel damals Korpuskeln. Die Erkenntnisse aus diesem Experiment lassen darauf schließen, dass Licht einen wellenförmigen Strahlungscharakter hat und nicht wie vorher angenommen, sich als Teilchen bewegt. Ein Teilchen kann zu einem Zeitpunkt nur an einem Ort sein. Eine Welle hingegen kann an mehreren Orten gleichzeitig sein, was sich durch Interferenzmuster auf dem Beobachtungsschirm zeigt. Der Doppelspalt ermöglicht die kohärente Lichtverteilung in diesem Experiment. Das war das sogenannte Doppelspaltexperiment, welches die Grundlage für das Planck’sche Wirkungsquantum und den Welle-Teilchen Dualismus (Kopenhagener Deutung, 1927) gelegt hat.

Odysee im 21. Jahrhundert, S. 54 (2020)
Das Doppelspaltexperiment nach Thomas Young. Auf dem Beobachtungsschirm zeigen sich Interferenzmuster, welche auf den wellenartigen Charakter von Lichtpartikeln (ehemals Korpuskeln) zeigen. Quelle: Odyssee im 21. Jahrhundert.

[…] Dank dem Planck’schen Wirkungsquantum vermuten wir, dass Teilchen, wie Elektronen, bestimmte Eigenschaften besitzen, etwa den sogenannten Spin. Spin bedeutet nichts weiter, als dass die Teilchen einen Eigendrehimpuls besitzen. Der Eigendrehimpuls hat einen Einfluss auf alle beobachtbaren Quanteneffekte, so beispielsweise die Wechselwirkungsenergie, die kinetische Energie und die Bindungseigenschaften innerhalb der Moleküle. Die Komplementarität zwischen verschiedenen Eigenschaften von Quanten, zurückführbar auf den Spin, können wir laut der Heisenberg’schen Unschärferelation nie gleichzeitig messen! Wir wissen beispielsweise nie genau, wo sich ein Quant aufhält, wenn wir die Ge- schwindigkeit messen bzw. wie schnell ein Quant ist, wenn wir den Ort kennen. Das wäre ungefähr so unmöglich zu realisieren, wie zu versuchen aktiv zwei Gedanken gleichzeitig zu haben. Diese Erkenntnisse begründeten das bereits bekannte Prinzip des Welle-Teilchen Dualismus. Kleinste Einheiten sind demnach sowohl Welle, als auch Teilchen. Wir können ihre komplementären Eigenschaften nie gleichzeitig messen! Sie sind genauso, wie wir sie messen bzw. wie wir das Experiment anordnen. Dies liegt nicht an den Messinstrumenten, sondern gilt laut Heisenberg prinzipiell.

Odysee im 21. Jahrhundert, S. 56 (2020)

Vielleicht ahnst du bereits, worauf ich mit diesen Ausführungen hinaus möchte: Was wäre, wenn ein Virus kein „Teilchen“ im klassischen Sinne der Biomedizin wäre. Heute werden Viren nur allzu oft als runde Kügelchen mit Noppen bzw. Stacheln (Spikes) dargestellt. Aber wie sicher können wir uns sein, dass Viren tatsächlich so aussehen und sich entsprechend verhalten?

Die Begründung von Heisenberg über die Eigenschaften von kleinsten Teilchen lassen darüber spekulieren, ob wir nicht vielleicht einem Phantom hinterherjagen: dem Virus als eine Projektion unserer Vorstellungen. Der fachlich korrekte Begriff hierfür wäre „Bestätigungsfehler“. Anstatt also die wahre Natur von Viren zu erkennen (wenn dem überhaupt möglich ist), könnten wir uns von falschen Spuren lenken lassen, vielleicht sogar aus den vorhandenen Puzzleteilen an Wissen ein falsches Bild zusammensetzen.

Dem wären natürlich allerlei konsistente Beweise über die Beschaffenheit von Viren entgegenzusetzen. Doch welche Beweise gibt es für die heutige Vorstellung von Viren (aber auch anderen Bakterien)?

Viren & die Evolutionstheorie

Viren sind eng mit der Evolutionstheorie verbunden. Die Evolutionstheorie besagt, dass Leben seit Milliarden von Jahren besteht und sich bis heute zu immer komplexeren Einheiten ausgebildet hat. Diese Ausbildung wird getrieben von den Mechanismen Überleben und Fortpflanzung (wobei sich heute zunehmend eine Skepsis ausbildet, ob Kooperation dabei nicht genauso wichtig ist wie Egoismus). Von Einzellern über Pflanzen und Tiere bis zum Menschen. Der Mensch sei laut Charles Darwin wiederum das komplexeste aller Lebewesen.

Viren sind demnach laut Evolutionstheorie seit Ewigkeiten vorhanden. Ob die Evolutionstheorie tatsächlich so stattgefunden hat, wie sie heute gelehrt wird, ist eine andere Frage. Zwar konnte die Mikroevolution bewiesen werden, die Makroevolution hingegen konnte weder beobachtet noch validiert werden. Ob Viren also tatsächlich älter sind als der Mensch, ist reine Spekulation (hier und an vielen anderen Stellen wird dies wiederum ohne Einschränkung behauptet).

Außerdem muss ein weiterer Irrtum zur Nutzung der Arbeitshypothese „Virus“ ausgeschlossen werden: Bisher konnte nicht konsistent erklärt werden, wie das Phänomen „Leben“ entsteht. Wie kann aus etwas Anorganischem etwas Organisches werden? Organische Entitäten weisen Eigenschaften auf, die anorganische Entitäten nicht aufweisen. Damit muss zur Bildung von Leben von einem emergenten Prinzip ausgegangen werden, welches nicht vollständig ohne geistig-bestimmendes Prinzip auskommt.

Für den wissenschaftstheoretischen Gebrauch ist diese Hypothese selbstverständlich zulässig. Die Beweislast dürfte jedoch äußert gering ausfallen, vielleicht sogar bereits widerlegt sein. Wir müssen uns also eingestehen: Über den Ursprung von Viren ist nicht viel bekannt.

Ein kleiner Hinweis: Überprüfe einmal, in wie vielen Theorien die Annahme der Evolution nach Darwin ein essentieller Bestandteil ist – und was den Ausschluss der Evolution aus der entsprechenden Theorie bedeuten würde (meistens die Falsifikation).

Die Beschaffenheit von Viren

Abseits von der Herkunft werden zur Verifizierung der Virustheorie meist die bekannten Eigenschaften angeführt: Viren bestehen aus einem oder mehreren Molekülen, haben im Gegensatz zu Bakterien keinen Stoffwechsel und sind manchmal von einer Eiweißhülle umgeben, an dem auch die Spikes sitzen. Und das „wissen“ Wissenschaftler, weil entsprechende Experimente gemacht wurden, die jene Eigenschaften sichtbar gemacht haben.

Durch die Erfindung des Elektronenmikroskop im Jahr 1931 konnte beispielsweise die teils sehr unterschiedliche Form von Viren sichtbar gemacht werden. Doch hier sind wir wieder bei Heisenbergs Problem: Im Grunde genommen zwingen wir das Virus sich in einer bestimmten Art zu zeigen, je nachdem, wie wir versuchen, es zu beobachten. Wir „pressen“ es also in eine bestimmte Form.

Durch die heutigen Transmissionselektronenmikroskope glauben wir, einen morphologischen Nachweis erbringen zu können. Doch mit einem anderen Apparat könnte sich das Virus vollkommen anders darstellen. Es ist wie beim Licht: Mal erscheint es als Welle, mal als Teilchen.

Hier wäre es natürlich überaus interessant, ob es einen Unterschied zwischen Leben und Nicht-Leben gibt. Verhält sich nur Materie anders, je nachdem, wie wir sie beobachten, oder ist dem auch so bei Leben?

Meines Wissens nach wurden bisher nicht genügend Experimente gemacht, um auszuschließen, dass Viren sich wie „Wellen“ verhalten.

Im Gegenteil: Es gibt tatsächlich sogar einige Anhaltspunkte, um diese Hypothese zu untermauern.

Virus als Welle

Viren stehen immer in enger Kommunikation mit Lebewesen. Laut Wissenschaftlern ist es sogar ihr einziges Reservoir, denn sie brauchen einen Wirt, um sich zu vermehren. Entsprechend weisen Viren Eigenschaften auf, um sich zu vermehren und von Lebewesen zu Lebewesen zu gelangen. Die eine Möglichkeit ist also, dass Viren über die Eingangspforten des Körpers als Teilchen eintreten.

Das Problem dabei ist jedoch, dass selbst der beste Schutz die Übertragung (Maske, Abstand, Impfungen etc.) von bestimmten Viren nicht verhindern kann. Das haben wir nun oft genug während der COVID-19-Pandemie beobachten können. Andererseits finden wir selbst bei Menschen, die aktiv mit einem lebenden Virus wie SARS-CoV-2 angesteckt werden, in häufigen Fällen keine Infektion (Human Challenge Study).

Forscher führen dies auf das menschliche Immunsystem zurück. Nur allzu häufig wurde während der COVID-19-Pandemie so getan, als würde der Mensch kein körpereigenes Abwehrsystem besitzen. Doch wie sollte der Mensch sonst trotz Kontakt mit unzähligen Mikroorganismen jeden Tag überleben?

Dass ein Virus nur in Beziehung zum Immunsystem gedacht werden kann, ist ein Indiz für eine wellenartiges Verhalten von den beiden Einheiten. Eine Welle kann auch als Schwingung betrachtet werden und diese ist laut Physik abhängig von der jeweiligen Frequenz.

In meinem Buch Odyssee im 21. Jahrundert habe ich zur Schwingung Folgendes geschrieben:

Alles im Leben schwingt. Nichts bleibt unbewegt, alles pulsiert. Vom Blut des Menschen über Ebbe und Flut, bis hin zur unbelebten Materie auf unserem Planeten. Selbst an Gestein entsteht Reibung, welche über Jahrtausende einen Berg in Sand verwandeln kann. […] Auch eine Elektrokardiogramm (EKG)-Null Linie und das Aktionspotenzial der Nerven muss sich entladen, um wieder Spannung aufbauen zu können. Wer versteht, dass es ein natürlicher Verlauf ist, sowohl Höhen, als auch Tiefen zu erleben, der geht mit einer gesunden Einstellung durch das Leben, denn man braucht keine Angst mehr vor Verlust zu haben. Man weiß, dass auch Negatives passieren kann. Vielleicht nicht wo und wann, solange wir aber die Möglichkeit akzeptieren, wirkt die Welt plötzlich nicht mehr so bedrohlich auf uns. […]

Schwingung an sich ist zeitliche Wiederholung. In der Physik wird sie als periodische Änderung von physikalischen Größen betrachtet. Schaut man sich das Prinzip in einem Koordinatensystem an, dann erkennt man eine Sinuskurve. Die Sinuskurve ist die zweidimensionale Ausprägung der Dualität. […]

Die Schwingung vermittelt zwischen zwei Extrema, indem sie den Übergang, den Rhythmus, zwischen x und y ermöglicht. In der dreidimensionalen Welt kann Schwingung als Spirale dargestellt werden als ein sich ausbreitender Strudel, der in die Unendlichkeit beider Extreme (groß und klein) strebt. Je nachdem, welcher Richtung man folgt, erkennt man sowohl das Wachstum der Spirale, als auch deren Rückgang. Beide Prinzipien sind erkennbar in der Dualität enthalten. […]

Spiralen sind Teil jeder Sinneswahrnehmung. Das Gehirn kann die Sinneswahrnehmung nur durch Schwingung (elektromagnetische Reize) erkennen. Wir hören beispielsweise durch Schallwellen und wir sehen durch Lichtwellen. Jede Welle (Schwingung) befindet sich auf einer anderen Ebene. Das Entscheidende ist die Wellenlänge. Lichtwellen liegen genau auf der Frequenz, die unser Auge wahrnehmen kann. So kann jedes Sinnesorgan andere Wellenlängen im elektromagnetischen Spektrum wahrnehmen. Die Schwingung ist der primäre Wirkungsmechanismus, durch welchen das Universum kommuniziert. Auch außerhalb der sinnlichen Wahrnehmung existiert Schwingung. […]

Wir können dieses Gesetz auf alle Lebensbereiche anwenden. Die Schwingung kann sowohl zerstörerisch als auch heilend sein. Das ist schließlich auch ihre Aufgabe, sie gibt den Rhythmus des Lebens vor. Wir können uns entweder gegen die aufgenommene Schwingung wehren oder wir akzeptieren sie. […]

Die Schwingung ist die universelle Information.

Das elektromagnetische Spektrum alltäglicher Schwingungen. Quelle: Odyssee im 21. Jahrhundert.

Immunsystem und Erreger sind potentiell antagonistische Prinzipien, welche möglicherweise durch die Idee der Schwingung besser verständlich werden. Jeder Körper schwingt auf einer bestimmten Frequenz. Vielleicht kann ein Erreger einen Körper erst dann „angreifen“ oder „befallen“, wenn der Körper die entsprechende Frequenz annimmt. Auf einer anderen Frequenz könnten Körper und Virus wiederum ohne Probleme koexistieren. Wie der Körper zu der jeweiligen Frequenz kommt, könnte wiederum durch biopsychosoziale Faktoren erklärt werden.

Es ist wahrscheinlich der größte Fehler der westlichen Medizin, biologische, psychologische und soziale Faktoren zu trennen, anstatt sie als zu derselben Wirklichkeit gehörend, vielleicht sogar als Parallelitäten zu betrachten. Näheres über das Biopsychosoziale Modell von George L. Engel und die Bedeutung für die COVID-19-Pandemie habe ich hier beschrieben.

Würden wir also annehmen, dass ein Virus (aber auch andere Mikroorganismen) niemals ohne entsprechende biopsychosoziale Faktoren den Menschen infizieren und krank machen könnte, würde sich unser Verständnis von der Mikrobiologie vollkommen wandeln.

Vielleicht würden wir entsprechende Virusinfektionen als ein emotionales Thema betrachten, welches vom jeweiligen Menschen bearbeitet werden muss.

Auch die Saisonalität kann über die Virus-Welle-Theorie erklärt werden. Frühling und Sommer sind sehr lichtreiche Jahreszeiten, bei denen optimale Bedingungen für geistiges Wachstum herrschen. Hier entsteht vermehrt biopsychosoziale Gesundheit, von der auch noch im Winter profitiert werden kann. Im Winter wiederum beginnt der Mensch sich zurückzuziehen und in sich hineinzuschauen. Er wird mit inneren Themen konfrontiert, mit seiner metaphorischen dunklen Seite. Hier kann es entsprechend leichter passieren, dass er sich von seiner „Dunkelheit“ anstecken lässt.

Aber wie du siehst, verlassen wir hier den empirischen Weg und verlassen uns voll und ganz auf das metaphorisch-analoge Denken.

Zum jetzigen Zeitpunkt gibt es nicht genügend Evidenz, um die Virus-Welle-Therie zu verifizieren. Doch die Möglichkeit ist durchaus denkbar. Und die Auswirkungen auf unser Verständnis von Gesundheit und Krankheit wären immens.

Ein typischer Biomediziner wäre mit dieser Erklärung sicherlich unzufrieden, vielleicht sogar pikiert. Aber die neuesten medizintheoretischen Ansätze lassen diese Option in einem anderen Licht erscheinen als noch vor hundert Jahren. Ähnlich war es ja auch in der Physik: Lange Zeit wurde immer davon ausgegangen, dass die kleinsten Einheiten Teilchen (bzw. Atome, von griech. unteilbar) seien. Selbst Licht wurde mit dem Begriff „Korpuskel“ als Teilchen definiert.

Und ebenso könnte die Biologie durch eine psychosoziale Neuausrichtung revolutioniert werden. Durch diese Revolution würden Erreger wie Viren nicht länger als „Gift“ (vom lat. virus) betrachtet werden, sondern als gesundheitliche Herausforderung, auf gesellschaftlicher Ebene als systemische Problemstellung (vgl. hierzu auch die in das Biopsychosoziale Modell eingearbeitete System-Theorie). Diese Ansicht ist zweifelsohne prekär. Aber vielleicht hilft sie uns, wieder ein wenig mehr in der Wirklichkeit anzukommen und weniger die Welt aus dem Labor heraus zu erklären.

Denn die Welt ist definitiv nicht im Labor entstanden. Gott (bzw. das transzendente Prinzip, welches hinter dem Begriff verstanden wird) war bestimmt kein Labormediziner.

Wenn wir uns also die Frage stellen: Was ist ein Virus, Welle oder Teilchen? Dann müssen wir ehrlicher Weise antworten: Derzeit wissen wir es nicht. Vielleicht werden wir es auch nie wissen. Aber es ist wahrscheinlicher, dass es beides ist, als eins von beidem.

Durch die Besetzung biomedizinische Besetzung des Begriffs Virus wäre jedenfalls ein neuer Begriff notwendig, der die wellenartige Verbreitung von Viren nicht ausschließt.

Was meinst du dazu?

Herzlich
Tristan


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Immer wieder wird behauptet, dass das Immunsystem nicht gestärkt werden kann – beispielsweise auch von der Gynäkologin Dr. Jen Gunter in der TED Video-Reihe „Body-Stuff“. Die Ausnahme: Impfungen. Nur intravenös verabreichte Medikamente seien in der Lage, das Immunsystem zu verbessern. Aber stimmt das wirklich?

Auch in einem neuen WELT-Artikel wird wieder einmal angezweifelt, dass Vitamin D das Risiko für einen schweren COVID-19-Verlauf verringern kann. Generell sind Wirkungen von Mikronährstoff-Therapien (und anderen Interventionen) auf das Immunsystem nicht unumstritten. Je nachdem mit welcher Medizintheorie (Biopsychosoziale Medizin, Biomedizin, Rationale Medizin etc.) das Immunsystem erfasst wird, werden andere Schlüsse gezogen.

Tun wir einfach mal für einen Moment so, als ob die Biopsychosoziale Medizin als kohärenteste Medizintheorie auch in der Praxis angekommen sei – was hat das für Folgen für die Gesellschaft?

Der Mensch wird in der Behandlung wieder mehr ins Zentrum gerückt, während der Therapeut sich weniger als Reparatur versteht und mehr als Begleiter, der sich der drei Mittel WORT, ARZNEI, MESSER bedient. Der Mensch wird als ein Wesen mit autoregulativer Selbstkompetenz aufgefasst und erhält damit zugleich die Kompetenz zur Selbstheilung. Die modernen Wissenschaften – darunter etwa auch die Psychoneuroimmunologie – geben dieser Ansicht stichhaltige Beweise in die Hand.

Die vielleicht wichtigste Erkenntnis der Biopsychosozialen Medizin: Störungen finden immer auf verschiedenen Ebenen gleichzeitig statt und sind weniger in ihrer Ursache und mehr in ihrer Parallelität von Bedeutung. Krankheit manifestiert sich demnach immer gleichsam auf biologischer, psychologischer und sozialer Ebene und der Mensch (als Mittler zwischen diesen Ebenen) kann durch verschiedene Interventionen das Gleichgewicht stärken.

Wir müssen uns als Untermauerung dafür, dass du dein Immunsystem stärken kannst, gar nicht unbedingt in den Einzelteilen (T-Zellen, B-Zellen, Fresszellen, Killerzellen etc.) des Systems verlieren – der Blick auf das größere Wirkgeschehen (bzw. auf die höheren Systemebenen) liefert einen klaren Beweis für diese Möglichkeit.

Interventionen auf rein biologischer Ebene werden letztlich das Immunsystem niemals vor Krankheit bewahren – die sozialen und psychischen Umstände können es trotzdem schwächen (oder stärken).

Das Problem an dem Begriff der Stärkung ist letztlich die Annahme, dass es einen gesunden Norm-Zustand gibt – also ein Zustand vollständiger Gesundheit und Wonne. Aber da es auch keinen absoluten Zustand der Krankheit gibt, kann es auch keinen Zustand vollständiger Gesundheit geben. Vielmehr sind Krankheit und Gesundheit Endpunkte in einem Kontinuum und der Mensch bewegt sich zwischen diesen Dichotomien.

Und noch mal in aller Deutlichkeit: Krankheit ist nichts Schlechtes und auch nichts Ungewöhnliches. Es ist etwas ganz Normales! Und genauso normal ist es auch, dass der Mensch etwas tun kann, um sich vor Krankheit zu schützen (und damit sich auf der Skala zwischen gesund und krank zu bewegen). Universelle Referenzwerte bei Blutwerten anzugeben ist genauso unpassend wie jede Erkrankung genau gleich zu behandeln. Denn der Mensch ist ein höchst individuelles Lebewesen mit einer höchst individuellen Situation – und so ist auch seine Homöostase teils sehr unterschiedlich. Das Normale am Menschen ist also durchaus das Unnormale, das Pathologische kann auch Physiologisch sein (wie auch die Pathophysiologie erkannt hat).

COVID-19 (SARS-CoV-2) ist hierfür ein perfektes Beispiel – Omikron ist von der Infektionssterblichkeit inzwischen unter dem Niveau einer Grippe. Aber auch Delta, Gamma oder Alpha waren nicht viel anders (wenn auch etwas weniger infektiös und etwas gefährlicher): Der allergrößte Teil der Menschen entwickelt bei Kontakt mit dem Virus einen schweren Verlauf, weil Immunschwächen bestehen. Diese Immunschwächen sind durch Alter und Komorbiditäten zu begründen. Menschen ohne Immunschwäche werden so gut wie nie getroffen, gerade WEIL sie ein Immunsystem haben. Wenn aber das Immunsystem nicht stark genug ist, einer Erkrankung vorzubeugen, folgt eine Krankheit, die den Organismus robuster gegen Krankheiten macht.

Das Immunsystem ist normalerweise schon resistent gegenüber grippeähnlichen Erkrankungen wie Corona, weil ein starkes Immunsystem durch eine Homöostase aus Körper, Geist und Soziales besteht. Wenn zu viel körperlicher, psychischer oder sozialer Stress besteht, wird das Immunsystem geschwächt und Viren können sich besser vermehren.

Neben der geringen Infektionssterblichkeit ist da aber auch noch die vielfach vergessene Tatsache, dass organische Einheiten über einen Selbsterhaltungstrieb (Autopoiesis) verfügen und damit kein Interesse daran haben, dass der Wirt verstirbt. Viren wollen sich vermehren und damit dürfte es grundsätzlich für sie interessant sein, wenn sie weniger pathogen und eher transmissibel (übertragbar) sind. Warum also dem Wirt die Schuld geben? Seit Jahrhunderten wird die Lehre von Darwin „survival of the fittest“ gepredigt – doch bei Corona scheint dies anders zu sein.

Natürlich sollten Risikopatienten geschützt werden – gar keine Frage! Aber wirklich JEDER Mensch (auch ein Risikopatient!) kann auf seine autoregulativen Selbstkompetenz vertrauen und diese stärken. Wie viele Menschen würden wir dadurch wohl beschützen können?

Einen Wink mit dem Zaunpfahl möchte ich durch diesen Artikel geben. Ich möchte dir zu allen bekannten risikoreduzierenden Möglichkeiten Studien und deren Fazit auflisten. Durch die Quantität der Studien – es sind ungefähr 100 Stück zu Bewegung, Meditation, Ernährung, Mikronährstoffen & sekundären Pflanzenstoffen – wirst du vielleicht einen Eindruck dadurch bekommen, wie fernab von der Wirklichkeit bestimmte Themen in den Medien dargestellt werden. Und vielleicht hast du dadurch auch Lust, dich eigenständig in ein Themengebiet einzuarbeiten – oder jemandem ein paar Studien weiterzuleiten, der komplementäre Therapien und Präventionsmöglichkeiten bei der Behandlung COVID-19 anzweifelt.

Noch ein letzter Satz: Korrelation ist nicht Kausalität, das ist richtig, aber welche Bedeutung sollten sehr viele Lifestyle-Faktoren, die allesamt mit der Verhinderung von Infektionserkrankungen wie COVID-19 korrelieren, zusammen auf unser Gesundheitsverständnis (Stichwort: autoregulative Selbstkompetenz) haben?

Bewegung & Sport

https://bjsm.bmj.com/content/55/19/1099

„Die konsequente Einhaltung der Richtlinien für körperliche Betätigung stand in starkem Zusammenhang mit einem geringeren Risiko für schwere COVID-19-Folgen bei infizierten Erwachsenen. Wir empfehlen, dass die Bemühungen zur Förderung der körperlichen Aktivität von den öffentlichen Gesundheitsbehörden vorrangig behandelt und in die medizinische Routineversorgung aufgenommen werden.“

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/34357885/

„Obwohl spezifische Studien zu COVID-19 erforderlich sind, sprechen Daten aus Untersuchungen zu anderen Arten von Infektionserregern, wie z. B. Influenza, dafür, dass körperliche Aktivität die Wirksamkeit des COVID-19-Impfstoffs verstärken kann (Sekundärprävention). Es wächst das Bewusstsein, dass COVID-19 bei einigen Patienten eine anhaltende Morbidität verursachen kann, und dass körperliches Training und Rehabilitation (Tertiärprävention) auf eine Verbesserung der körperlichen Fitness, der Lebensqualität und der Gesundheit des Immunsystems ausgerichtet sein können.“

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/32728975/

„Die Ausübung körperlicher Aktivitäten stärkt das Immunsystem, was auf einen Nutzen bei der Reaktion auf virale Infektionskrankheiten hindeutet. Daher wird regelmäßiger Sport in angemessener Intensität als Hilfsmittel zur Stärkung und Vorbereitung des Immunsystems auf COVID-19 empfohlen.“

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC8105136/

„Generell ist körperliche Betätigung zur Verbesserung und/oder Erhaltung der körperlichen und geistigen Gesundheit unerlässlich, und zwar in Situationen, die aus Sicht der öffentlichen Gesundheit so ernst sind wie die, die wir als Gesundheitsexperten, Wissenschaftler und Menschen erleben.“

Ernährung

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/33982105/ (Systematisches Review)

„Angesichts der bekannten Auswirkungen aller Formen von Fehlernährung auf das Immunsystem sind Strategien der öffentlichen Gesundheit zur Verringerung von Mikronährstoffmangel und Unterernährung weiterhin von entscheidender Bedeutung. Darüber hinaus gibt es deutliche Hinweise darauf, dass die Prävention von Fettleibigkeit und Typ-2-Diabetes das Risiko schwerwiegender COVID-19-Folgen verringert.“

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/33803015/

„Wir präsentieren eine Literaturübersicht, die mehrere wichtige Aspekte im Zusammenhang mit der Ernährung und der SARS-CoV-2-Infektion behandelt, um die Bedeutung der Ernährung und der Nahrungsergänzung bei der Vorbeugung und Behandlung von COVID-19 sowie bei der Genesung davon hervorzuheben.“

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/33459251/

„Eine korrekte Lebensweise, einschließlich des Verzehrs von Nährstoffen, die größtenteils in der Mediterranen Diät enthalten sind, kann zur Vorbeugung oder Verbesserung der Prognose bei einer SARS-CoV-2-Infektion beitragen.“

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC8855218/

„Da eine angemessene Nährstoffzufuhr das Immunsystem im Kampf gegen das Coronavirus stärken kann, könnte eine Nährstoffergänzung eine wirksame Strategie zur Unterdrückung der schädlichen Auswirkungen von COVID-19 darstellen.“ (Dr. Jen Gunter würde jetzt sagen: FAKE NEWS!)

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/33244375/

„Angehörige der Gesundheitsberufe sollten sich darüber im Klaren sein, dass Adipositas mit einer Mikronährstoff-Mangelernährung, einschließlich Vitamin-D-Mangel, sowie mit Veränderungen des Mikrobioms und Entzündungsreaktionen einhergehen kann, was die Immunität und den Schweregrad der Erkrankung weiter beeinträchtigen kann. Bei der Behandlung von Patienten mit COVID-19 wird eine multidisziplinäre Teamarbeit empfohlen. Dabei sollten der Ernährungszustand (sowohl Makro- als auch Mikronährstoffe), das Körpergewicht sowie gastrointestinale Anzeichen und Symptome berücksichtigt werden.“

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/32653930/

„Diese Übersicht fasst Ernährungsrichtlinien zur Unterstützung der Ernährungsberatung durch Diätassistenten und Angehörige der Gesundheitsberufe zusammen. In der Mehrzahl der Dokumente wird der Verzehr von Obst, Gemüse und Vollkornprodukten empfohlen. Einunddreißig Prozent der Leitlinien betonten die Bedeutung von Mineralien und Vitaminen wie Zink und den Vitaminen C, A und D für die Aufrechterhaltung eines gut funktionierenden Immunsystems.“

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/34489306/

„Eine Ernährung, die sich durch gesunde pflanzliche Lebensmittel auszeichnet, war mit einem geringeren Risiko und Schweregrad von COVID-19 verbunden. Dieser Zusammenhang ist möglicherweise besonders deutlich bei Personen, die in Gebieten mit höherer sozioökonomischer Benachteiligung leben.“

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/34205138/

„Wir fanden heraus, dass der COVID-19-Lockdown ungesunde Ernährungsgewohnheiten und eine Zunahme des Körpergewichts in der Bevölkerung förderte, wobei sich Fettleibigkeit und geringe körperliche Aktivität als erhöhte Risikofaktoren für COVID-19-Erkrankungen und Physiopathologie erwiesen. Darüber hinaus wiesen hospitalisierte COVID-19-Patienten eine Unterernährung und einen Mangel an Vitamin C, D, B12, Selen, Eisen, Omega-3-Fettsäuren sowie mittel- und langkettigen Fettsäuren auf, was die potenzielle gesundheitliche Wirkung von Vitamin C- und D-Maßnahmen unterstreicht.“

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/33330582/

„Bei kritischen Patienten mit SARS-CoV-2-Pneumonie ist eine Strategie der permissiven Unterernährung möglich, bei der Nicht-Eiweiß-Kalorien eingeschränkt werden, die Eiweißzufuhr jedoch erhalten bleibt.“

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/34064053/

„Darüber hinaus könnte die soziale Isolation, die die meisten Menschen aufgrund der von den Regierungen während der COVID-19-Pandemie auferlegten Vorschriften erfahren haben, auch Auswirkungen auf unser Ernährungsverhalten gehabt haben. Es ist möglich, dass Ernährungsmaßnahmen Auswirkungen auf das Auftreten von COVID-19-Infektionen und die Sterblichkeitsrate haben.“

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC8627159/

„Die Beziehung zwischen Ernährung und COVID-19 und die damit zusammenhängenden Ernährungsumstellungen stellen einen Teufelskreis dar, der die doppelte Last der Fehlernährung – sowohl Übergewicht als auch Unterernährung mit Mikronährstoffmangel – mit sich bringt und Infektionen, das Fortschreiten von Krankheiten und möglicherweise den Tod fördert.“

Magnesium

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/34687321/

„Trotz zahlreicher methodischer Einschränkungen scheinen die vorliegenden Daten einen Zusammenhang zwischen einer gestörten Magnesiumhomöostase und COVID-19 zu bestätigen und erfordern weitere und bessere Studien, um das prophylaktische oder therapeutische Potenzial einer Magnesiumsupplementierung zu untersuchen. Wir schlagen vor, die Bedeutung von Magnesium, die in der klinischen Praxis häufig übersehen wird, neu zu überdenken.“

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC7486870/

„Eine Magnesiumsupplementierung schützt Organe und Gewebe durch verschiedene Mechanismen wie Entzündungshemmung, Antioxidation und Immunregulierung vor Schäden. Es ist erwähnenswert, dass Magnesiumsulfat ein Mittel der Wahl bei der unterstützenden Behandlung von COVID-19-Patienten sein kann, insbesondere bei kritisch kranken Patienten, mit vielversprechenden positiven medizinischen Auswirkungen.“

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/32554340/

„Wir stellen die Hypothese auf, dass ein niedriger Mg-Status, der relativ häufig vorkommt, den Übergang von milden zu kritischen klinischen Manifestationen der Krankheit begünstigen könnte.“

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/33174766/

„Die verfügbaren Daten zeigen, dass bei COVID-19 ein Mangel an Phosphat und Mg besteht, wobei Phosphat eine bemerkenswerte Korrelation mit dem Schweregrad der Erkrankung aufweist. In einem Experiment wurden Patienten mit COVID-19 mit einem Cocktail aus Vitamin D3, Mg und Vitamin B12 supplementiert, mit sehr ermutigenden Ergebnissen. Wir plädieren daher dafür, dass Patienten mit COVID-19 auf Phosphat- und Mg-Mangel überwacht und behandelt werden sollten, idealerweise bereits in den frühen Phasen der Infektion. Eine Supplementierung von Phosphat und Mg in Kombination mit Vitamin D könnte auch als Präventionsstrategie in Risikogruppen eingesetzt werden.“

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/34580159/

„Diese Studie zeigt, dass Hypermagnesiämie ein signifikanter Marker für den Schweregrad der Erkrankung und den ungünstigen Ausgang von SARS-CoV-2-Infektionen ist. Wir empfehlen, Serum-Magnesium in die Reihe der Tests aufzunehmen, die routinemäßig bei der Bewertung schwerer SARS-CoV-2-Infektionen angeordnet werden.“

Meditation, Yoga & Achtsamkeits-Interventionen

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/32579021/

„Wie Forscher herausgefunden haben, gibt es Hinweise auf die Modulation von Stress und Entzündungen und auch erste Anzeichen für mögliche Formen der Stärkung des Immunsystems, die mit der Ausübung bestimmter Formen von Meditation, Yoga und Pranayama einhergehen und sich möglicherweise auch auf die Bekämpfung bestimmter Formen von Infektionskrankheiten auswirken. Ihr offensichtlicher Zusammenhang mit einer erhöhten Melatoninaktivität deutet auch auf einen weiteren Weg hin, über den die positiven Eigenschaften dieser Modalitäten wirksam sein könnten, insbesondere im Hinblick auf Aspekte viraler Herausforderungen verschiedener Art.“

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/34889700/

„Mit diesem Wissen kann die Öffentlichkeit anwendbare Erkenntnisse über den potenziellen Nutzen von Meditation und Achtsamkeitsinterventionen für Personen gewinnen, die gezwungen sind, mit pandemischen Abriegelungen und Quarantänen fertig zu werden.“

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/33788698/

„Unsere Ergebnisse beschreiben die Auswirkungen von COVID-19 auf die psychische Gesundheit und zeigen auf, wie die fortgesetzte Teilnahme an Gesundheitsverhaltensweisen wie körperlicher Aktivität und Achtsamkeitsmeditation die Verschlechterung der psychischen Gesundheit durch die COVID-19-Pandemie verringert. Diese Daten haben wichtige Implikationen für öffentliche Gesundheitsbehörden und Gesundheitsorganisationen, die die Aufrechterhaltung von Gesundheitsgewohnheiten fördern, um die verbleibende psychische Belastung durch die COVID-19-Pandemie zu reduzieren.“

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/34769634/

„Stress und ein Mangel an qualitativ hochwertigem Schlaf betreffen einen großen Teil der Bevölkerung auf der ganzen Welt, und die COVID-19-Pandemie hat die Aufmerksamkeit auf diese Probleme gelenkt. (…) Am Ende eines virtuellen Heartfulness-Meditationsprogramms wurde eine signifikante Verringerung des Stressempfindens und eine Verbesserung des Schlafqualitätsindexes festgestellt.“

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/32406348/

„Die Einführung einer Achtsamkeits- und Meditationspraxis während dieser Pandemie kann die Behandlung ergänzen und ist eine kostengünstige und nützliche Methode zur Unterstützung bei Angstzuständen für alle.“

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/34173771/

„Ziel der Studie ist es, die Wirkung der Achtsamkeits-Atemmeditation auf das psychische Wohlbefinden von Pflegekräften, die COVID-19-Patienten betreuen, zu untersuchen. Insgesamt wurden 50 Krankenschwestern (je 25 in der Interventions- und der Kontrollgruppe) in die Studie aufgenommen. Wir fanden signifikante Unterschiede zwischen den Mittelwerten beider Gruppen vor und nach der Intervention, basierend auf der indonesischen Version der Warwick-Edinburgh Mental Well-being Scale.“

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC7336947/

„Alle Yogapraktiken nutzen die Tiefenentspannung, die alle Spannungen und Belastungen lösen kann, um eine Unterdrückung des Immunsystems zu verhindern, die sonst die Reaktion auf den Ansturm infektiöser Bakterien und Viren geschwächt hätte. Wir müssen das Gegenmittel gegen Stress – bei der Arbeit oder sogar zu Hause – zu dem Zeitpunkt praktizieren, zu dem der Stress auftritt, und nicht 5 Stunden später, wenn wir uns für kurze Zeit in einen Raum zurückziehen können!“

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/32925134/

„Yoga kann das notwendige Instrument zur Risikominderung, zum Abbau von Stress und Ängsten und zur Stärkung der Immunfunktion bieten.“

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/32669762/

„Es gibt eine Fülle von Belegen für den zusätzlichen Nutzen von Yoga bei der Stressbewältigung sowie bei der Vorbeugung und Behandlung von chronischen, nicht übertragbaren Krankheiten. Es gibt auch einige Studien über die Wirkung von Yoga bei übertragbaren Krankheiten, aber nur sehr wenige für akute Erkrankungen und fast keine für die sich schnell ausbreitenden Infektionen, die zu Pandemien führen.“

Nahrungsergänzung allgemein

https://smw.ch/article/doi/smw.2021.20522

„Heute gibt es jedoch keine Daten, die darauf hindeuten, dass Mikronährstoffe und Vitamine bei COVID-19 Schaden anrichten würden. Wichtig ist, dass derzeit zahlreiche Studien geplant und durchgeführt werden, die unser derzeitiges Verständnis der Rolle von Vitaminen und Mikronährstoffen bei der Prävention und Behandlung von COVID-19 verbessern werden.“

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/33570583/

„Ein Mangel an Mikronährstoffen, insbesondere an den Vitaminen A, B-Komplex, C und D, Zink, Eisen und Selen, ist in gefährdeten Bevölkerungsgruppen im Allgemeinen und bei COVID-19-Patienten im Besonderen weit verbreitet und könnte das Sterberisiko erhöhen. Der umsichtige Einsatz einer bedarfsgerechten Mikronährstoffsupplementierung neben den bestehenden Programmen zur Anreicherung von Mikronährstoffen ist bei der derzeitigen weltweiten Pandemie gerechtfertigt, insbesondere in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen.“

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/34932789/

„Diese Überprüfung ergab, dass eine Supplementierung mit hochdosiertem Vitamin C, Vitamin D und Zink die durch COVID-19 verursachten Komplikationen, einschließlich Entzündungsmarker, Sauerstofftherapie, Dauer des Krankenhausaufenthalts und Sterblichkeit, lindern kann; allerdings waren die Studien hinsichtlich dieser Auswirkungen uneinheitlich.“

Sekundäre Pflanzenstoffe

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC8559138/

„Wie wir bereits dargelegt haben, bieten Pflanzen eine breite Palette von Wirkstoffen für die Behandlung von COVID-19. (…) Einige dieser Verbindungen (z. B. Catechin und Emetin) haben auch die Fähigkeit gezeigt, die Infektion mit Viren anderer Familien zu hemmen, was auf ihr Potenzial als Breitspektrum-Antiviren hinweist. (…) Es sind konzertierte Anstrengungen erforderlich, um die Ressourcen, einschließlich der Phytochemikalien, für die Entwicklung von Mitteln zur Behandlung von COVID-19 und anderen Viruserkrankungen zu maximieren, damit große Virusausbrüche in Zukunft weniger schwerwiegend sind.“

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/32619167/

„Nigella sativa (Schwarzkümmel) hat eine starke Anti-SARS-CoV-Aktivität und könnte eine nützliche Quelle für die Entwicklung neuer antiviraler Therapien für Coronaviren sein.“

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/32834835/

„Antivirale polyphenolische Wirkstoffe können die Enzyme des Coronavirus hemmen, die für die Virusreplikation und -infektion wesentlich sind. Diese Gruppe von Naturstoffen (Betulinsäure, Indigo, Aloeemodin, Luteolin und Chinomethyltriterpenoide, Quercitin oder Gallate) ist ein potenzieller Schlüssel zur Entwicklung antiviraler Therapien zur Hemmung viraler Proteasen. (…) Der Vorteil der Verwendung von Präparaten, die Phytochemikalien enthalten, liegt in ihrer hohen Sicherheit für die Patienten und in ihrer Nebenwirkungsfreiheit.“

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC8224255/

„Unsere Beobachtung hinsichtlich der potenziellen Wirkung von Phytochemikalien als therapeutische Wirkstoffe bei der Behandlung von COVID-19 wird durch die Beweise aus klinischen Studien mit einigen Phytochemikalien wie Curcumin und Ashwagandha gegen SARS-CoV-2 noch verstärkt, die ihren positiven Nutzen bei der Stärkung der Immunität gegen dieses Virus belegen. Phytochemikalien wie Knoblauchextrakt, Grüntee-Extrakt, Sulforaphan und Ginseng, die in klinischen Studien gegen Viren eingesetzt wurden, die Atemwegserkrankungen verursachen, weisen ebenfalls auf eine mögliche Anwendung bei der Behandlung von SARS-CoV-2 hin. Die klinische Erprobung von Schwarztee-Extrakt und Glycyrrhizin wird von uns ebenfalls empfohlen, wobei wir ihre Verwendung in Indien im Auge behalten, was auf ihre voraussichtliche Rolle bei der Bekämpfung dieses Virus hinweist.“

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC7726715/

„Sekundäre Pflanzenstoffe sind anderen Naturprodukten vorzuziehen, da sie für mehrere Zielgruppen wirksam sind, ein geringeres Toxizitätsprofil aufweisen und kostengünstiger sind. So zeigten beispielsweise mehrere TCM-Behandlungen in einem vorläufigen Screening eine potenzielle Wirkung gegen SARS-CoV-2, und einige befinden sich sogar im Stadium der klinischen Prüfung.“

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/33798507/

„Phytopharmaka aus Heilpflanzen könnten als wichtige Ressourcen für die Entwicklung einer COVID-19-Behandlung erforscht werden, da ihre Rolle bei der Behandlung von Viruskrankheiten wie HIV, MERS-CoV und Influenza in der Vergangenheit gut dokumentiert wurde. In Anbetracht dieser Tatsache wurden verschiedene Phytokonstituenten wie Flavonoide, Alkaloide, Gerbstoffe und Glykoside etc. die antivirale Eigenschaften gegen Coronaviren besitzen und ein Potenzial gegen SARS-CoV-2 aufweisen, in der vorliegenden Arbeit untersucht worden.“

Selen

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/35305539/

„Weltweit werden verschiedene Maßnahmen ergriffen, um die Entwicklung des Virus zu hemmen. Die Eigenschaften dieses Elements (Selen) lassen hoffen, dass die Entwicklung des SARS-CoV-2-Virus verhindert werden kann.“

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/35057464/

„In den letzten zwei Jahren ist die Zahl der Veröffentlichungen über das Spurenelement Selen (Se) und selenocysteinhaltige Selenoproteine in der menschlichen Gesundheit sprunghaft angestiegen, was vor allem auf die Pandemie und die vielfältigen Rollen zurückzuführen ist, die dieser Mikronährstoff und die Se-abhängigen Selenoproteine bei verschiedenen Aspekten der Krankheit spielen.“

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/32464491/

„Natriumselenit, nicht aber Selenat, kann die Thiolgruppen in der Virusprotein-Disulfid-Isomerase oxidieren, so dass sie die gesunde Zellmembran nicht mehr durchdringen können. Auf diese Weise hemmt Selenit den Eintritt der Viren in die gesunden Zellen und hebt ihre Infektiosität auf. Daher kann diese einfache chemische Verbindung möglicherweise im Kampf gegen die aktuelle Coronavirus-Epidemie eingesetzt werden.“

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/34739678/

„In den meisten Fällen war ein Selenmangel mit schlechteren Ergebnissen verbunden, und die Selenspiegel von COVID-19-Patienten waren niedriger als die von gesunden Personen. Daraus könnte man schließen, dass eine vorsichtige Selensupplementierung bei COVID-19-Patienten hilfreich sein könnte, um ein Fortschreiten der Krankheit zu verhindern.“

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/33835432/

„Wir fanden heraus, dass oxidativer Stress ein charakteristisches Merkmal der COVID-19-Krankheit ist, das mit der immunpathologischen Störung zusammenhängt, die bei Personen mit schwerem COVID-19 beobachtet wird. Selen spielt eine Schlüsselrolle bei der Stärkung der Immunität, der Verringerung von oxidativem Stress, der Vorbeugung von Virusinfektionen und der Unterstützung kritischer Erkrankungen. Darüber hinaus steht Selenmangel im Zusammenhang mit oxidativem Stress und Hyperinflammation, wie sie bei kritischen Erkrankungen auftreten, und Selenmangel wird mit dem Schweregrad der COVID-19-Erkrankung in Verbindung gebracht. Eine Selensupplementierung in angemessener Dosierung kann als unterstützende Therapie bei COVID-19 dienen.“

Vitamin A

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/32805728/

Mit diesem auf Bioinformatik basierenden Bericht decken wir zum ersten Mal die Anti-SARS-CoV-2-Funktionen und -Mechanismen von Vitamin A auf und legen nahe, dass Vitamin A eine wirksame Behandlungsoption für COVID-19, eine tödliche globale Epidemie, darstellen könnte.

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/33382930/

„Es wird ein Einblick in die Wirkung von Vitamin A auf die ACE-2-Expression in den Atemwegen und deren Zusammenhang mit der Prognose von Covid-19-Patienten gegeben. Eine Vitamin-A-Supplementierung könnte die Ausbildung einer schützenden Immunantwort auf Covid-19-Impfstoffe unterstützen.“

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/32459003/

„Daher sollten Adjuvantien wie Retinoide, die in der Lage sind, die IFN-I-vermittelte antivirale Reaktion zu verstärken, in Kombinationen von IFN-I und antiviralen Medikamenten in präklinischen Studien zu SARS-CoV-2 getestet werden.“

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/34202697/

„Insgesamt kommen wir zu dem Schluss, dass die Vitamin-A-Plasmaspiegel bei COVID-19-Patienten während der akuten Entzündung reduziert sind und dass stark reduzierte Vitamin-A-Plasmaspiegel signifikant mit ARDS (Akutes Atemnotsyndrom) und Mortalität verbunden sind.“

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/34438017/

„Wir stellen die Hypothese auf, dass der Retinolmangel und die daraus resultierende gestörte Retinoid-Signalübertragung eine zentrale Rolle in der COVID-19-Pathogenese spielen, die durch ein gestörtes Immunsystem, einen Defekt der Typ-I-Interferon-Synthese, einen schweren Entzündungsprozess und eine zerstörerische systemische Multiorganbeteiligung gekennzeichnet ist.“

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/33468263/

„Schwere Infektionen wie COVID-19 wirken sich häufig negativ auf den Ernährungszustand aus, und die daraus resultierenden Ernährungsdefizite können den Schweregrad der Krankheit erhöhen und die Genesung beeinträchtigen. (…) Eine Vitamin A-Supplementierung kann den nachteiligen Auswirkungen von SARS-CoV2 auf das Angiotensin-System entgegenwirken und die unerwünschten Wirkungen einiger COVID-19-Therapien minimieren. Die Bewertung der Wechselwirkungen zwischen der SARS-CoV2-Infektion und dem Vitamin A-Stoffwechsel könnte daher eine verbesserte COVID-19-Therapie ermöglichen.“

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/32805728/

„Wir behaupten, dass der Retinsäurestoffwechsel bei den meisten Entzündungskrankheiten gestört ist, insbesondere bei COVID-19 (Zytokinsturm), Sepsis, SIRS und ARDS. Die Lösung dieses Mechanismus wird eine neue Perspektive und einen neuen Behandlungsansatz für diese Krankheiten bieten.“

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/34924893/

Wir haben nicht-pharmazeutische Nahrungsergänzungsmittel (Vitamin D, Zink, Vitamin A, S. nigra, A. sativum, G. glabra und U. dioica) identifiziert, die möglicherweise das Potenzial haben, Menschen mit Coronavirus-Infektionen zu unterstützen.

Vitamin B

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC7428453/

„Vitamin B trägt nicht nur zum Aufbau und zur Aufrechterhaltung eines gesunden Immunsystems bei, sondern könnte möglicherweise auch COVID-19-Symptome verhindern oder verringern oder eine SARS-CoV-2-Infektion behandeln. Ein schlechter Ernährungszustand macht Menschen anfälliger für Infektionen; daher ist eine ausgewogene Ernährung für die Immunkompetenz notwendig. (…) Insbesondere Vitamin B moduliert die Immunreaktion, indem es proinflammatorische Zytokine und Entzündungen herunterreguliert, Atembeschwerden und Magen-Darm-Probleme verringert, Hyperkoagulabilität verhindert, potenziell die Ergebnisse verbessert und die Dauer des Krankenhausaufenthalts von COVID-19-Patienten verkürzt.“

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC8689946/

„Vitamin B12 spielt eine wichtige Rolle bei viralen Infektionen. Der Verzehr einer gesunden Ernährung, die Vitamin B12-Quellen enthält, und insbesondere die Supplementierung mit Methylcobalamin und Cyanocobalamin sind vielversprechende Alternativen als Hilfsmittel bei der Behandlung von COVID-19, insbesondere bei Patienten mit B12-Mangel oder Mangelrisiko.“

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/33039952/

„Eine Vitamin D/Magnesium/Vitamin B12-Kombination war bei älteren COVID-19-Patienten mit einer signifikanten Verringerung des Anteils der Patienten mit klinischer Verschlechterung verbunden, die Sauerstoffunterstützung, intensivmedizinische Unterstützung oder beides benötigten.“

Vitamin C

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/33537320/

„In zwei randomisierten placebokontrollierten Studien wurde eine statistisch signifikante Verringerung der Sterblichkeit von Sepsispatienten festgestellt. Die Auswirkungen von Vitamin C auf das akute Atemnotsyndrom (ARDS), das häufig eine Komplikation der COVID-19-Pneumonie darstellt, sollten in Betracht gezogen werden. Vitamin C ist ein sicherer und kostengünstiger essenzieller Nährstoff.“

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/33916257/

„Obwohl einige klinische Beobachtungen über eine Verbesserung des Gesundheitszustands von mit Vitamin C behandelten COVID-19-Patienten berichten, sind die verfügbaren Daten aus kontrollierten Studien spärlich und nicht schlüssig. Auf der Grundlage des in diesem Artikel dargestellten theoretischen Hintergrunds und einiger erster ermutigender Studien sollte die Rolle von Vitamin C bei der Behandlung von Patienten mit SARS-CoV-2-Infektion weiter untersucht werden.“

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/33121019/

„Da Hypovitaminose C und Mangel in Ländern mit niedrigem bis mittlerem Einkommen weit verbreitet sind und sich viele der Risikofaktoren für Vitamin-C-Mangel mit den COVID-19-Risikofaktoren überschneiden, ist es möglich, dass Studien, die in Bevölkerungsgruppen mit chronischer Hypovitaminose C durchgeführt werden, eine größere Wirksamkeit zeigen. (…) Aufgrund des ausgezeichneten Sicherheitsprofils, der geringen Kosten und der Möglichkeit, die Produktion schnell hochzufahren, erscheint die Verabreichung von Vitamin C an Patienten mit Hypovitaminose C (Vitamin C Mangel) und schweren Atemwegsinfektionen, z. B. COVID-19, gerechtfertigt.“

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/34947872/

„Bei COVID-19 kann Vitamin C u. a. den Zytokinsturm unterdrücken, thrombotische Komplikationen verringern und alveoläre und vaskuläre Schäden mindern. (…) In diesem Artikel werden wir die vielfältigen Funktionen von Vitamin C bei den wichtigsten pathophysiologischen Prozessen der COVID-19-Krankheit hervorheben.“

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/32911430/

„Vitamin C ist billig und sicher. Daher kann eine relativ niedrige Dosis Vitamin C zur Prophylaxe und in Fällen von schwerem COVID-19 eine (intravenöse) Hochdosisbehandlung von Vorteil sein. Es wird erwartet, dass die laufenden klinischen Studien mehr endgültige Beweise liefern werden.“

Dazu muss man aber sagen, dass sich Vitamin C als intravenöse und alleinige Therapie bei COVID-19 nicht eignet:

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/34739908/ (Systematisches Review und Meta-Analyse)

„In COVID-19 wurde kein signifikanter Nutzen der Vitamin-C-Gabe festgestellt. Zu diesem Aspekt sind gut konzipierte RCTs mit standardisierter Kontrollgruppe erforderlich.“

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/34953366/ (Systematisches Review und Meta-Analyse)

„Es gibt keine Belege für den therapeutischen Einsatz von hochdosiertem intravenösem Vitamin C bei COVID-19-Patienten. Es sind weitere Studien erforderlich, um eine klare Schlussfolgerung zu diesem Thema zu ziehen.“

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/35223911/ (Systematisches Review und Meta-Analyse)

„Nachdem wir die Ergebnisse unserer Beobachtungskohorte mit denen einschlägiger Studien in einer Meta-Analyse der Daten von 1 807 Patienten kombiniert hatten, stellten wir fest, dass die Verabreichung von Vitamin C im Gegensatz zur Standardbehandlung allein nicht mit einer geringeren Sterblichkeit bei kritisch kranken Patienten mit COVID-19 in Verbindung gebracht werden kann.“

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/35148440/ (Systematisches Review und Meta-Analyse)

„Die Ergebnisse dieser Meta-Analyse zeigen, dass eine kurzzeitige IV-VC-Behandlung das Risiko für den Schweregrad und die Sterblichkeit bei Patienten mit COVID-19 nicht verringert.“

Vitamin D

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/35238285/

„Von den untersuchten Nährstoffen war die Einnahme von Vitamin D vor einer COVID-19-Infektion mit einer geringeren Krankheitsschwere und einem geringeren Krankenhausaufenthalt verbunden.“

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/33748066/ (Meta-Analyse & Systematisches Review)

„Zusammenfassend war ein niedriger Vitamin-D-Spiegel von 25 (OH) im Serum signifikant mit einem höheren Risiko einer COVID-19-Infektion verbunden.“

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/33525447/

„Angesichts der Dynamik der COVID-19-Pandemie erfordert das Nutzen-Risiko-Verhältnis einer solchen Supplementierung sofortiges Handeln, noch bevor die Ergebnisse der laufenden Untersuchungen vorliegen.

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/35166850/ (Systematisches Review)

„Die Ergebnisse dieser Studie zeigen, dass eine Vitamin-D-Supplementierung den Schweregrad von COVID-19 wirksam reduziert. Daher sollte Vitamin D als adjuvante Therapie für COVID-19 empfohlen werden“.

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/33447107/ (Systematisches Review)

„Die meisten der untersuchten Artikel zeigten, dass der Vitamin-D-Status im Blut das Risiko einer Infektion mit COVID-19, den Schweregrad von COVID-19 und die Sterblichkeit durch COVID-19 bestimmen kann.“

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/34607398/ (Meta-Analyse & Systematisches Review)

„Unseren Ergebnissen zufolge kann ein Vitamin-D-Mangel das Risiko einer COVID-19-Infektion und die Wahrscheinlichkeit einer schweren Erkrankung erhöhen.“

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/34894254/ (Meta-Analyse & Systematisches Review)

„Mehrere Beobachtungsstudien, an denen fast zwei Millionen Erwachsene beteiligt waren, deuten darauf hin, dass ein Vitamin-D-Mangel die Anfälligkeit für COVID-19 und schweres COVID-19 erhöht, allerdings mit einem hohen Risiko für Verzerrungen und Heterogenität.“

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/34308537/ (Meta-Analyse & Systematisches Review)

„Niedrige Serum-Vitamin-D-Spiegel sind statistisch signifikant mit dem Risiko einer COVID-19-Infektion verbunden. Eine Vitamin-D-Supplementierung ist vor allem in den Risikogruppen mit einem Mangel angezeigt.“

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/33146028/ (Meta-Analyse & Systematisches Review)

„Eine unzureichende Vitamin-D-Konzentration erhöhte die Hospitalisierung und die Sterblichkeit an COVID-19. Wir beobachteten einen positiven Zusammenhang zwischen Vitamin-D-Mangel und dem Schweregrad der Erkrankung.“

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/34352586/

„In dieser Übersichtsarbeit wurden die in der weltweiten Literatur verfügbaren Studien analysiert, die sich mit dem Nutzen von Vitamin D bei COVID-19 befassen, die Serumspiegel mit dem Schweregrad der Krankheit in Beziehung setzen und Vitamin D als mögliche Prophylaxe und Therapie bei Infektionen aufzeigen.“

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/34638897/

„Zwar gibt es einige widersprüchliche Ergebnisse, doch herrscht Einigkeit darüber, dass Vitamin D eine Vielzahl immunmodulatorischer Wirkungen hat, die im Zusammenhang mit COVID-19 von Vorteil sein können, und dass ein niedriger Vitamin-D-Spiegel zu einer Störung der entscheidenden antimikrobiellen Wirkungen führen kann, was möglicherweise zu einer schlechten Prognose beiträgt.“

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/33486522/ (Meta-Analyse)

„Obwohl die Ergebnisse der aktuellen Metaanalyse auf eine mögliche Rolle von Vitamin D bei der Verbesserung des Schweregrads von COVID-19 bei Krankenhauspatienten hindeuten, sind solidere Daten aus randomisierten kontrollierten Studien erforderlich, um die Auswirkungen auf die Sterblichkeit zu belegen.“

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/34836309/

„Eine Vitamin-D-Behandlung verkürzte die Krankenhausverweildauer und verringerte die Sterblichkeit bei COVID-19-Fällen, selbst bei Vorliegen von Komorbiditäten. Die Vitamin-D-Supplementierung wirkt sich auf verschiedene Zielparameter aus und ist daher für die COVID-19-Behandlung unerlässlich.“

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/34558135/

„In diesem Artikel wird ein gründlicher Überblick über die möglichen molekularen Mechanismen gegeben, durch die Vitamin D den Redox-Status der Wirtszellen verändern und das Eindringen des Virus blockieren könnte, um so eine COVID-19-Infektion zu verhindern oder den Schweregrad der Krankheit zu verringern.“

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/33775818/ (Meta-Analyse & Systematisches Review)

„Reduzierte Vitamin-D-Werte führten zu einem höheren Infektionsrisiko, einer höheren Sterblichkeit und einer schwereren COVID-19-Infektion. Eine Supplementierung kann als präventive und therapeutische Maßnahme in Betracht gezogen werden.“

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/33445938/

„Eine Vitamin-D-Supplementierung verringerte in zwei Meta-Analysen das Risiko einer akuten Atemwegsinfektion. Mendelsche Randomisierung zeigt einen kausalen Effekt von niedrigem Vitamin D auf das Risiko bakterieller Lungenentzündungen. (…) Mehrere Assoziationsstudien ergaben eine höhere Inzidenz von SARS-CoV-2-Positivität, einen höheren COVID-19-Schweregrad und ein höheres Sterberisiko bei Personen mit Vitamin-D-Mangel im Vergleich zu Kontrollen ohne Vitamin-D-Mangel.“

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/34322971/ (Meta-Analyse & Systematisches Review)

„Diese Studie ergab, dass die meisten COVID-19-Patienten unter Vitamin-D-Mangel litten. Außerdem ist die Wahrscheinlichkeit, sich mit SARS-CoV-2 zu infizieren, bei Personen mit Vitamin-D-Mangel etwa dreimal so hoch und die Wahrscheinlichkeit, eine schwere Krankheit zu entwickeln, bei Patienten mit Vitamin-D-Mangel etwa fünfmal so hoch.“

Vitamin K

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/32852539/

„Diese Daten deuten darauf hin, dass eine pneumoniebedingte extrahepatische Vitamin-K-Depletion bei schweren COVID-19-Patienten zu einer beschleunigten Schädigung der elastischen Fasern und zu Thrombosen führt, was auf eine beeinträchtigte Aktivierung von MGP (Matrix-Gla-Protein) bzw. Endothelprotein S zurückzuführen ist.“

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/32779537/

„Die Ergebnisse dieser Studie unterstreichen die Rolle von Vitamin K als möglicher modifizierbarer Risikofaktor für eine schwerere Entwicklung von COVID-19 bei infizierten Patienten mit klinischen Symptomen. Auch wenn ein Ursache-Wirkungs-Zusammenhang nicht nachgewiesen werden konnte, sprechen unsere Ergebnisse dafür, die Rolle von Vitamin K in diesem klinischen Umfeld weiter zu untersuchen.“

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/34207745/

„Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass ein niedriger Vitamin-K-Status bei Patienten mit COVID-19 in geschlechts- und altersbereinigten Analysen mit der Sterblichkeit assoziiert war, nicht jedoch in Analysen, die zusätzlich um Komorbiditäten bereinigt wurden.“

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC8344499/

„Zu Beginn der akuten COVID-19-Erkrankung waren sowohl Vitamin-K- als auch Vitamin-D-Mangel unabhängig voneinander mit einer Verschlechterung des Schweregrads der COVID-19-Erkrankung verbunden, was auf ein potenzielles synergistisches Zusammenspiel zwischen diesen beiden Vitaminen bei COVID-19 hinweist.“

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/33023681/

„Zusammengenommen schlagen wir einen Mechanismus vor, bei dem eine Lungenentzündung zu einer Vitamin-K-Depletion führt, die eine Abnahme des aktivierten MGP (Matrix-Gla-Protein) und des Proteins S zur Folge hat, was die Lungenschädigung bzw. die Koagulopathie verschlimmert.“

Zink

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/34406674/

„Im Allgemeinen scheint es, dass die Serumspiegel von 25(OH)D, Vitamin B12 und insbesondere Zink zum Zeitpunkt der Aufnahme die klinischen Ergebnisse bei COVID-19-Patienten beeinflussen können.“

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/33680350/

„Auch wenn die Einnahme von Zink (innerhalb der empfohlenen oberen Sicherheitsgrenzen) als Prophylaxe einen zusätzlichen Schutz gegen die Entstehung und das Fortschreiten von COVID-19 bieten könnte, müssten dazu klinische Studien durchgeführt werden, aber das Potenzial ist eindeutig vorhanden. Auch nach der Impfung kann ein niedriger Zinkstatus die Impfreaktion beeinträchtigen.“

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/32512490/

„Es wurde nachgewiesen, dass Zink die virale Replikation durch Veränderung der proteolytischen Verarbeitung von Replikasepolyproteinen und der RNA-abhängigen RNA-Polymerase (RdRp) bei Rhinoviren, HCV und Influenzaviren hemmen und die RNA-synthetisierende Aktivität von Nidoviren, zu denen SARS-CoV-2 gehört, vermindern kann. Daher kann angenommen werden, dass eine Zink-Supplementierung von potenziellem Nutzen für die Prophylaxe und Behandlung von COVID-19 sein kann.“

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/33710631/

„In Anbetracht der direkten antiviralen Eigenschaften von Zink kann davon ausgegangen werden, dass eine Zinksupplementierung für einen Großteil der Bevölkerung von Vorteil sein kann, insbesondere für ältere Menschen und solche, die einem Risiko für COVID-19-Infektionen ausgesetzt sind.“

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/34634109/

„Wir haben einen narrativen Überblick über die Belege für die Auswirkungen von Zn2+ auf das Immun- und Nervensystem und den therapeutischen Einsatz solcher Mikronährstoffe bei neurologischen und infektiösen Erkrankungen erstellt, um die mögliche Verwendung von Zn2+ als präventive oder therapeutische Maßnahme bei COVID-19 zu klären. Insgesamt zeigten die Ergebnisse der verfügbaren Daten, dass eine Zn2+-Supplementierung aufgrund seiner neuroprotektiven Eigenschaften nicht nur auf COVID-19-bedingte Symptome, sondern auch auf die Virusreplikation sowie auf COVID-19-bedingte Entzündungen und neurologische Schäden wirken könnte.“

Wer Wasser predigt, sollte nicht Wein trinken. Zur gestrigen Debatte im Bundestag (17. März 2022) möchte ich einmal die Zeit nutzen, um die Fehlentscheidungen der vergangenen zwei Jahre zu reflektieren – und zu verzeihen. Mein neuestes Buch „Psychologie der Rache“ hilft mir hierbei.

Es war ein Satz, der in Anbetracht der damaligen Lage geradezu lächerlich klang: Jens Spahn sagte noch im April 2020: „Wir werden in ein paar Monaten wahrscheinlich viel einander verzeihen müssen.“

Mittlerweile hält die Pandemie nun knapp zwei Jahre an. Vermutlich hätte niemand gedacht, was in dieser Zeit alles möglich gewesen ist – wer eben jene Ereignisse prophezeit hätte, wäre entweder als Verschwörungsschwurbler abgestempelt worden oder eingewiesen. Ich möchte die Vorkommnisse an dieser Stelle nicht erneut revidieren, das haben sehr kluge Köpfe wie Gunnar Kaiser, Ulrike Guérot und viele andere schon zu Genüge getan.

Wer aber die damaligen Zeilen des Tagesspiegels von April 2020 liest, der wird aber zumindest nicht um ein Lächeln herumkommen:

Je länger die Covid-19-Bekämpfungsdebatte anhält, desto vernehmbarer werden Untertöne und Mutmaßungen. Will die Regierung eine Bewegungs-App, um uns zu überwachen? Schränkt sie elementare Freiheitsrechte ein, um uns zu kontrollieren? Plädiert sie für Abstandsgebote und Kontaktsperren, weil ihr Wirtschaft und Wohlstand dieses Landes egal sind?

Absurditäten dieser Art schleichen sich zunehmend in den Diskurs, und in die Vorhaltungen mischt sich Ungeduld. Kein Wunder, dass selbst die Kanzlerin mit dem Begriff „Öffnungsdiskussionsorgie“ ihre Contenance verlor.

Lehming, Tagesspiegel (2020)

Noch heute verurteilen Medien und Politiker selbst kleine Öffnungsschritte in einem ähnlichen Ton wie Angela Merkel damals mit dem Begriff „Öffnungsorgie“.

Viele Verschwörungstheorien sind mittlerweile leider wahrgeworden. Obwohl lange „als bösartig und absurd“ (Kretschmer, MP Sachsen) bekämpft, ist der Plan einer Impfpflicht realer denn je, Daten aus Corona-Apps können mittlerweile zur Strafverfolgung genutzt werden, die Bevölkerung wurde bewusst in Angst und Schrecken vor dem Virus versetzt, ungeimpfte Menschen wurden (und werden) mit Beschimpfungen wie „asozialer Trittbrettfahrer“ aus dem öffentlichen Leben geschmissen, Kabarettisten und Kritiker des offiziellen Diskurses werden diskreditiert oder von Veranstaltungen ausgeladen, die freie Meinung in öffentlich-rechtlichen Sendern wird unterbunden, Wissenschaft wird einseitig gefördert – es kommen immer die gleichen Wissenschaftler zu Wort und werden auch noch mit dem Begriff „false balance“, das Bundesverfassungsgericht nickt einfach alles ab (oder besser: alles Entscheidende), was die Regierung beschließt, der Geisterfahrer-Maßnahmen-Kurs von Deutschland im Vergleich zu anderen europäischen Ländern nimmt kein Ende,
und und und …

Aber irgendwann wird jeder einmal an den Punkt gelangen, an dem nicht mehr nur die eigene Verleugnung, Verhandlung, Wut oder Resignation die Reaktion auf die Hilflosigkeit gegenüber der Politik ist. Irgendwann ist man dieses Gefühls-Chaos überdrüssig und spürt, dass nun das Leben weitergelebt werden muss – ohne Reue, ohne Vorwürfe, ohne Schuldzuweisungen, ohne Trauer.

Inzwischen haben wir uns genug aufgeregt, empört, widersetzt, gehasst, verbittert, besorgt, argumentiert, gestritten, beschimpft, verleumdet, gewundert…

Wir haben mittlerweile genug Hetze und Hass gesehen, ob nun durch Schuldzuweisungen an ungeimpfte Menschen oder durch Beleidigungen und Diffamierungen gegen Menschen mit alternativen Meinungen zum Mainstram.

Nun wollen wir verzeihen, wollen wir einander wieder in die Arme nehmen, wollen wir Menschen mit anderen Ansichten und Perspektiven tolerieren. Denn es ist nicht schlimm, andere Meinungen zu haben – es ist nur schlimm, diese Meinung einander aufzuzwingen.

Wie aber kommen wir von dem derzeitigen, völlig radikalisierten, illusionierten, pervertierten und abstrusen Zustand wieder zu einer gemäßigteren Ausgangslage? Ist das wirklich so leicht, wie es sich anhört?

Ganz und gar nicht! Gewissermaßen erfordert es viel Zeit und Mühe, verspricht dafür aber auch wesentlich mehr Seelenfrieden als der bisherige Weg, den wir eingeschlagen haben.

Ganz im Sinne meines Buches „Psychologie der Rache“ ist hierfür das Gefühl der Kohärenz notwendig. Kohärenz beschreibt im Grunde genommen die „Stimmigkeit“ oder das „Selbstverständnis“, mit der sich ein Mensch in der Welt bewegt. Ich kann mit Sicherheit behaupten, dass die allermeisten Menschen derzeit in einem Zustand der Inkohärenz leben – sei es, weil sie glauben, dass die Pandemie nur mit einer Impfpflicht bewältigbar sei oder weil sie glauben, dass jede Maßnahme grundsätzlich schlecht und böse war. Natürlich gibt es auch Positionen dazwischen, aber die bürgerliche Mitte hat sich längst in radikale(re) Positionen verschoben.

Wie stellen wir also das Gefühl der Kohärenz wieder her? Meine Antwort darauf ist das buddhistische Konzept „Dukkha“ (die erste Wahrheit der edlen vier Wahrheiten), was so viel wie „das Leben ist Leiden, alles Leiden ist vergänglich“ bedeutet.

Im Kontext des aktuellen Zeitgeschehens (ob es nun die Pandemie, der Krieg oder die weltweiten Hungersnöte sind) könnte Dukkha viele Bedeutungen haben.

Vielleicht könnte Dukkha bedeuten, dass die notwendigen Übel akzeptiert und integriert werden müssen? Klingt abstrakt, hat aber einen ganz realen Bezug: Was sich vorerst nicht ändern lässt, dürfte wesentlich leichter zu ertragen sein, wenn man sich damit auseinandersetzt. Nicht nur auf einer intellektuellen Ebene, sondern auch auf einer emotionalen. Und um sich emotional mit etwas zu beschäftigen braucht man eine gute Verbindung zu sich selbst. Also sollten wir vielleicht weniger auf äußere Ablenkungen setzen und mehr auf innere Impulse.

Vielleicht könnte Dukkha auch bedeuten, dass Freude und Leid für jedes Individuum zum rechten Zeitpunkt kommen werden – und sich damit natürlich auch das Karma einstellt, was sich jemand selbst aufbürdet. Tue Gutes und dir widerfährt Gutes. Tue Schlechtes und dir widerfährt Schlechtes. Klingt eigentlich ganz leicht. Ist es auch. Sagen wir mal es gäbe so etwas wie Karma. Vergiss das Karma von anderen – wie sieht es mit deinem Karma aus? Hast du dir in dieser Zeit mehr Karma aufgelastet oder etwas von deinem Karma abgebaut?

Vielleicht bedeutet Dukkha auch, dass Freude im Leben nicht vom Leid abhängig ist. Die Politik macht dir das Leben schwer? Oder Impfgegner? Dann mach es dir verdammt noch mal wieder leicht! Du bist für dein eigenes Schicksal verantwortlich, und das auch in einer Zeit, in der der Kollektivismus wieder schwer im Trend ist. Die Abkehr von der Gesellschaft ist immer zugleich auch eine Chance auf Individualisierung und damit auf Heilung. Das hat Erich Fromm so gut beschrieben wie kaum ein anderer Denker.

Dukkha ist sicherlich kein Patentrezept, kann aber bei Realisierung einen wichtigen Beitrag für das eigene Kohärenzempfinden leisten.

Schlussendlich ist Vergebung immer ein steiniger Weg, der viel Ressourcen (Geduld, Zeit, Einsicht) benötigt. Ich habe in meinem Buch „Psychologie der Rache“ mehrere selbst entwickelte Modelle integriert, die dich womöglich interessieren könnten.

Ich bin mittlerweile an dem Punkt der Vergebung angelangt. Die letzten zwei Jahre werden eh nie so aufgearbeitet werden, wie sie es eigentlich müssten. Vielleicht in ein paar Jahrzehnten, aber nicht jetzt, wo es gebraucht werden würde. Wofür also aufregen? Warum sollte ich mein Kohärenzempfinden für einen Weg verschwenden, der ohne Zweifel eine Einbahnstraße ist?

In gewisser Weise ist der Ausweg aus dieser Pandemie für mich die völlige Ausweglosigkeit. Erst wenn jeder Mensch seinen eigenen Irrgarten erkennt, seinen Irrtum eingesteht (dass die eigene Meinung wichtiger als das soziale Geschehen ist) und anfängt zu verzeihen, können wir auch kollektiv Heilen. Heilung beginnt also beim Individuum, überträgt sich aber auch aufs Kollektive.

Als Beleg für diese Behauptung lassen sich diverse Erzählungen anführen: Etwa die biblische (und wohl weltweit bekannteste) Geschichte von Jesus von Nazareth, aber auch die buddhistische Geschichte von Buddha und dem Mann, der ihm ins Gesicht spuckte. Es gibt aber auch gegenwärtige Beispiele für die Kraft der Vergebung, etwa den Dalai Lama, der der chinesischen Regierung für die Besetzung Tibets und Ermordung der Mitglieder seines Volkes verziehen hat. Die Vergebung dieser Menschen wird das entstandene Leid sicherlich nicht ungeschehen machen, dafür aber relativeren.

Auch ich möchte wieder mehr relativieren können. Ich möchte wieder mehr den Fokus auf die wirklich wichtigen Dinge legen. Auf meine Arbeit, meine Hobbys, meine Freundin, Freunde und Familie und natürlich auf mich selbst. Und das kann ich nun mal nicht so gut, wie wenn ständig etwas in meinem Nacken sitzt, was mich in meiner Würde, Selbstbestimmung und Freude hemmt.

Ich werde schon sehr bald 24. Viele junge Menschen in meinem Alter sprechen davon, dass Ihnen durch die Pandemie (bzw. durch andere Menschen) ihre Zeit zum Feiern, für die Uni, für Liebschaften und vieles mehr genommen wurde. Aber für mich klingt dies sehr stark nach unverarbeitetem Groll. Alle Menschen haben extreme Verluste in dieser Zeit zu beklagen – vielleicht sogar, weil andere Menschen böse oder ignorante Absichten hatten. Aber darum geht es eben für mich nicht. Diese Ansicht führt uns nur in den Abgrund.

Wenn ich auf diese Zeit zurückblicke, dann weiß ich, dass es kein leichter Weg war, aber dass ich immer für mich eingestanden habe, für meine Werte eingetreten bin und meine Zeit genossen habe. Und wenn der ein oder andere sich dieselbe Zeit zum Reflektieren nimmt, wird er möglicherweise auf dasselbe Ergebnis kommen … ganz ohne Schuldzuweisungen.

Herzlich
Tristan

P.S.: Natürlich schreibe ich über Vergebung nur aus meiner Perspektive und vergeben tue ich auch nur für mich. Ich glaube nicht, dass ich den Anspruch habe, eine kollektive Entschuldigung mit diesem Blogbeitrag zu verfassen. Jeder sollte dies mit sich selbst ausmachen. Mein Beitrag kann hierfür eine kleine Anregung sein, den eigenen Groll zu überwinden.


Weitere Informationen

► Neuerscheinung: Psychologie der Rache
► Neues Buch: Die Würde des Ungeimpften
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► Interview mit Gunnar Kaiser
► Interview mit Aurora Caeli 

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Hast du dir nicht auch schon einmal wunderliche Fragen im Alltag gestellt oder vielleicht in Tagträumen, auf die du keine Antwort gefunden hast? Ich auch.

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In spannenden Vorträgen versuche ich Interesse durch Bewusstheit und Einfachheit mit Wissenschaft & Esoterik zu kombinieren. Dabei entstehen dann faszinierende Denkansätze, welche zu mehr Fantasie und Kreativität anregen können. Nimm dir ein wenig Zeit und lass dich von den Ideen anstacheln.

☼Setz dich in Bewegung und die Welt mit dir ☽

Es ist so weit: Ich habe mein Masterstudium im September erfolgreich bestanden und konnte damit auch meine Masterarbeit auf ResearchGate veröffentlichen. Ich habe lange auf diesen Tag gewartet und freue mich nun, euch das Thema näher vorstellen zu können. Gerade auch deshalb, weil das Thema so aktuell ist, so ein hohes Konfliktpotential besitzt und Probleme verursacht, benötigen wir neue Perspektiven, Ideen und Ansätze, um die COVID-19-Pandemie zu überwinden. Im Biopsychosozialen Modell (BPSM) findet sich eine Theorie, die, wie ich durch meine Masterarbeit beschrieben habe, dazu geeignet wäre. Doch dazu folgend mehr.

Wer keine Zusammenfassung haben möchte, sondern es eigenständig nachlesen möchte, kann dies hier tun:

http://dx.doi.org/10.13140/RG.2.2.17428.58245

Eine kleine Anmerkung: Wieso habe ich meine Masterarbeit erst jetzt – fünf Monate nach Bestehen des Studiums – veröffentlicht? Ich habe sehr lange darauf gewartet, dass das von mir angefragte Journal die Masterarbeit einbindet. Leider wurde die Masterarbeit in ihrer bestehenden Form erst nach fünf Monaten abgelehnt. Darum habe ich entschieden nicht mehr länger warten zu wollen. Schließlich wird die COVID-19-Pandemie nicht mehr aktueller als sie es jetzt gerade ist.


Kurzvorstellung

Datum der Einreichung: 28. Juli 2021

Prüfung: Academic Institute for Higher Education & London Metropolitan University (LMU)

Anzahl an Seiten: 65

Quellen: 155 (die hier verwendeten Quellen finden sich in der Masterarbeit wieder)

Theoretische Auseinandersetzung: 

Anwendung des Biopsychosozialen Krankheitsmodells (BPSK) nach George L. Engel (1977) auf die COVID-19- Pandemie in Deutschland

Forschungsfragen: 2

  1. Wie ist COVID-19 aus biopsychosozialer Perspektive zu beurteilen?
  2. Wie sind die non-pharmakologischen Interventionen während der COVID-19-Pandemie in Deutschland aus biopsychosozialer Perspektive zu beurteilen?

Suchstrategie & -auswertung:

a) Nach Kriterien der Cochrane Stiftung Deutschland (2020)
b) Nach dem Falsifikationismus des Wissenschaftsphilosophen Karl R. Popper

Abstract:

Die durch den Erreger SARS-CoV-2 ausgelöste COVID-19-Pandemie wird trotz neuer medizintheoretischer Erkenntnisse stets aus der Perspektive der Biomedizin bzw. des pathogenetischen Modells von Krankheit beurteilt. Die vorliegende Masterarbeit erläutert den Nutzen des biopsychosozialen Modells nach Engel (1977) als notwendige Erweiterung der Biomedizin zur Überwindung der COVID-19-Pandemie in Deutschland. Durch eine Suchstrategie nach den Kriterien der Cochrane Stiftung Deutschland und der wissenschaftstheoretischen Methode des Falsifikationismus nach Karl Popper sollen entsprechende Studien zur COVID-19- Pandemie in Deutschland ausgewertet und der aktuelle Wissensstand aufgezeigt werden. Zusammenfassend kann konstatiert werden, dass die autoregulativen Eigenschaften des Menschen durch das Immunsystem und andere Körpersysteme präventiv vor COVID-19 schützen. Die COVID-19-Pandemie ist primär durch Immunschwächen aufgrund von Alterung oder Komorbiditäten zu erklären. NPIs können die Anzahl an Infektionen verzögern, diese aber nicht verhindern. Der Effekt vieler Maßnahmen (Lockdown, Nationale Teststrategie, MNS) muss dringend aufgearbeitet werden, um eine Nutzen-Schaden-Abwägung potentieller Kollateralschäden gegenüber dem Infektions- und Erkrankungsrisiko zu gewährleisten. Die Risikokommunikation über SARS-CoV-2 ist verbesserungswürdig, da Modellrechnungen über exponentielles Wachstum und die Überlastung des Gesundheitssystems sowie Berechnungen über die Letalität des Erregers bisher unzureichend waren. Zudem können durch die zunehmende epidemiologische und virologische Abstraktion der COVID-19-Pandemie andere ebenso wichtige Bereiche vernachlässigt oder durch die Risikokommunikation sogar beeinträchtigt werden. Im Sinne des biopsychosozialen Krankheitsmodells ist die Gleichberechtigung der drei verschiedenen Bereiche des Menschen (Soziales, Psychologie, Biologie) unbedingt in dieser und zukünftigen Pandemien zu fokussieren.


Zur Einführung

Wie ihr bereits wisst, habe ich bereits im Mai (und aktualisiert im Oktober) 2020 meine COVID-19-Analyse verfasst. Ich habe bewusst keine der Inhalte aus der Analyse genutzt, um meine Masterarbeit zu untermauern. Dies bedeutet: Ich habe während des Schreibprozesses nicht einmal meine Analyse gelesen (oder auch nur im entferntesten darüber nachgedacht, jene Ansätze in die Masterarbeit zu integrieren). Dennoch hat sich meine Gesinnung natürlicherweise nicht um 180° gedreht.

Die Perspektive, die ich während meiner COVID-19-Analyse (2020) eingenommen habe, kam schließlich erst dadurch zustande, dass ich das Wissen über Gesundheit, was ich bereits über mein (Selbst)Studium erworben habe, auch anwenden wollte.

Dasselbe gilt bei meiner Masterarbeit: Die Masterarbeit ist ein Produkt meiner eigenen Vorstellungen, Glaubenssätze, Motive und Wünsche. Etwas anderes zu behaupten, wäre schlicht unwissenschaftlich. Und wir sehen es auch anhand der COVID-19-Pandemie, dass Spezialisten, die in ein und demselben Fach ausgebildet wurden, trotzdem eine unterschiedliche Meinung haben (ohne, dass einer von beiden als unwissenschaftlich abgestempelt werden kann!).

Dies liegt meiner Meinung nach daran, welches Wissen (auch zusätzlich zum Studium) erworben wurde, welche Bedeutung bestimmten Aspekten des Lebens zugeordnet wird (z.B. Moral, Objektivität etc.) und eben welche Perspektive versucht wird einzunehmen.

Wer einmal wissenschaftlich geforscht und gearbeitet hat, der weiß bestens, dass auch Studien im Sinne eigener Interessen (z.B. der Pharmaindustrie, Politik) manipulierbar sind. Wer etwas anderes behauptet hat, der hat schlicht wenig Ahnung von Wissenschaft.

Dies bedeutet natürlich nicht, dass wir uns nicht um eine möglichst sachliche, neutrale und offene Position bemühen sollten. Dies ist der Kern aller wissenschaftlicher Bestrebungen! Die Zeit, in welcher die exoterische Wissenschaft allerdings glaubt, dass es einen „neutralen Beobachter“ gibt, ist schon länger vorbei. Nicht nur durch Experimente der Quantenphysik, erkenntnistheoretische und wissenschaftstheoretische Probleme, sondern auch ganz real erfahrbar: Ich verweise an dieser Stelle einfach mal auf die Bücher „Die Mechanismen der Skandalierung“ und „So lügt man mit Statistik„.

Sicherlich wäre die Abstraktion der Wissenschaft einen eigenen Beitrag wert, allerdings möchte ich einfach im Zuge meiner Masterarbeit auf etwas ganz Grundsätzliches hinweisen, was vielen Missverständnissen vorbeugt: Auch ich bin nicht frei von subjektiven Eindrücken. Aber ich kann dies zugeben. Und gerade weil ich mir darüber bewusst bin, dass ich eine bestimmte Perspektive habe, kann ich versuchen, sie dir näher zu bringen. Wenn du mir deshalb nicht zuhören möchtest, ist das in Ordnung. Für einen wissenschaftlichen Diskurs braucht es aber immer zwei offene Geister und ich bin es dann nicht, der sich vor diesem Diskurs verschließt. Ich gebe nur vorab meine eigene Voreingenommenheit zu (was viele nicht tun würden, die sich Wissenschaftler nennen).

Inhalt

Anfänge

Also, was habe ich erforscht und wie bin ich vorgegangen?

Nach der Themenfindung im März habe ich zu allererst das Exposé im April geschrieben und die Forschungsfragen aufgestellt. Dabei ging es darum, den aktuellen Stand zu charakterisieren und die Motive sowie den Nutzen der Masterarbeit zu erläutern.

Biopsychosoziales Krankheitsmodell

Dann habe ich eine Literatursuche zum Thema Biopsychosoziales Modell nach George L. Engel (1977) durchgeführt. Dadurch bin ich zu einigen erstaunlichen Ansichten und Erkenntnissen gelangt.

Josef W. Egger hat es 2005 gut auf den Punkt gebracht: Die von Engel postulierte Theorie von Gesundheit und Krankheit ist die derzeit kohärenteste Medizintheorie. Warum? Weil das „alte“ pathogenetische/biomedizinische Paradigma diverse medizintheoretische Probleme aufweist, die insbesondere auch anhand der steigenden Kosten und Ressourcen im Gesundheitssystem sichtbar werden (Wade & Halligan, 2017; Bolton & Gillet 2019). Herkömmliche Therapien und Methoden (z.B. auch Ernährungstherapien) scheinen nicht „die ultimative Lösung“ zu sein.

Das Biopsychosoziale Krankheitsmodell (BPSK) funktioniert auch einfach deshalb in der Therapie besser, weil es „das ganze System Mensch“ mit all seinen Facetten berücksichtigt. Dies bedeutet: Biologie, Psychologie und Soziales werden als analoges Wirkungsgeschehen betrachtet, bei denen Störungen immer gleichsam auftreten. Das biomedizinische Modell betrachtet demgegenüber Krankheiten hauptsächlich körperlich/biologisch, was auch schon vom Begründer der Psychosomatik Thure von Uexküll kritisiert wurde: So entstehe nämlich überhaupt erst die Krise der Medizin im 21. Jahrhundert, denn der Mensch wird so behandelt, als sei er ein „Körper ohne Seele“ oder eine „Seele ohne Körper“ (Otte, 2001).

Das BPSK kann in seiner erweiterten Theorie (mind-body-unity-theory bzw. Theorie der organischen Einheit; bei der auch Spinozas Leib-Seele-Identitätstheorie eine tragende Rolle spielt) aber in seiner Bedeutung noch viel mehr leisten, als die dualistische Überwindung des Cartesianismus (Körper und Seele seien getrennte Instanzen). Das BPSK bietet erstmals die Chance, die Klassifizierung von Krankheiten in psychosomatisch und nicht-psychosomatisch zu überwinden und ein einheitliches semantisches Begriffssystem zu schaffen.

Entscheidende Wegbereiter des Biopsychosozialen Krankheitsmodells waren übrigens das Salutogenese-Modell von Antonovsky (1979), das Stress-Modell von Selye (1936), die System-Theorie von Bertalanffy (1950) und das Risikofaktoren-Modell (Pauls, 2013).

Zur Übersicht ist folgende Grafik (in Anlehnung an Engel, 1977) hilfreich:

Abb. 1: Das biopsychosoziale Krankheitsmodell zeigt die verschiedenen Auslöser und Risikofaktoren, die die Entstehung von Krankheiten begünstigen können. Dabei ist kein Aspekt weniger wichtig, sondern alle Aspekte, der biologische, psychologische und soziale Aspekt, können gleichermaßen zur Pathogenese beitragen (Quelle: In Anlehnung an Engel, 1977).

Insgesamt stellt das BPSK dem Menschen die autoregulative Selbstkompetenz aus: Dies bedeutet, dass der Mensch (aus systemischer Perspektive) die Schnitsstelle zwischen Biologie, Psychologie und Soziales ist und somit darauf auch Einfluss nehmen kann. Damit wird wieder einmal eine Volksweisheit bestätigt: Jeder ist seines Glückes Schmied. Der Mensch kann sich vor Erkrankungen schützen und ist äußeren Faktoren nicht hilflos ausgeliefert.

Dies sollte zur kurzen Einführung in George L. Engels Modell reichen.

Forschungsfrage 1: COVID-19 und das BPSK

Nach der Erarbeitung des BPSK bin ich zu meiner ersten Forschungsfrage übergegangen: Wie ist COVID-19 aus biopsychosozialer Perspektive zu beurteilen?

Hierfür habe ich alle relevanten Informationen zu COVID-19 aus epidemiologischer Perspektive beschrieben. In der Kürze liegt die Würze: COVID-19 ist eine Erkrankung, die sehr häufig gar nicht bis kaum bemerkt wird, also mild verläuft, in einer nicht unbeträchtlichen Anzahl allerdings auch zum Tode führen kann. Jedoch sind ca. 89 % der Verstorbenen mit einem positiven SARS-CoV-2-RT-PCR-Test älter als 69 Jahre und das Durchschnittsalter liegt bei 84 (Robert Koch-Institut, 2020d). Außerdem weist eine Vielzahl an Verstorbenen (74 % in einem systematischen Review von Gold et al., 2020) bis zu mehrere Begleiterscheinungen auf (in einer Studie von Onder, Rezza & Brusaferro, 2020, sogar 99,2%!). Schon hier ist die im Abstract erwähnte Tatsache nachvollziehbar, dass die COVID-19-Pandemie hauptsächlich durch Alterung und Komorbiditäten entsteht. Auch die von Streeck und Ioannidis berechnete Infection Fatility Rate (IFR) bzw. Infektionssterblichkeitsrate von 0,36 % bis 0,15 % untermauert dieses Argument.

Dies ist jedoch „nur“ die epidemiologische bzw. nach Engel die biologische Seite der COVID-19-Pandemie. Zu dieser Pandemie gehört mehr als nur die Feststellung, dass ein Virus für einen Menschen potentiell gefährlich werden kann (oder harmlos ist). Vielmehr muss die Frage gestellt werden: Wieso gibt es bei einigen Menschen überhaupt die Bedingungen (Psyche, Bios, Soziales), dass ein Virus Schaden verursacht, während andere Menschen völlig unberührt davon bleiben?

Hier setzt wieder das BPSK an: Krankheit ist ein dynamisches Geschehen und kann nicht nur auf Viren reduziert werden. Vorab gab es bestimmte Ereignisse im Leben eines Menschen (Stress, schlechtere Beziehungsqualität, Unbehagen/Angst etc.), die dazu geführt haben, dass der Mensch generell Krankheitsanfälliger geworden ist (durch was genau ist laut BPSK unerheblich, da analog!).

Also zentrale Folgerung, die auch Naumova (2020) zieht: Schaden entsteht nicht ausschließlich durch den Erreger SARS-CoV-2 und die Lungenerkrankung COVID-19, sondern auch durch Mängel in Gesundheitssystemen, die Misskommunikation, die durch Kriegsrhetorik verstärkt wird und die Angst, die davon abhält, rational gesellschaftliche Lösungen zu finden.

Die evolutionären Überlegungen zur grundsätzlichen Funktionsweise von organischen Einheiten decken sich auch mit der biologischen Entdeckung des Selbsterhaltungstriebs (Autopoiesis) von Lebewesen (Salvucci, 2012). Diese als grundsätzlich betrachtete Eigenschaft von Lebewesen führt nicht nur zum Überleben und zur Arterhaltung, sondern auch zur Diversität innerhalb des Evolutionsprozesses (Symbiogenese). Damit wird erstmals erklärbar, dass die Vielfalt der Lebewesen auf dem Planeten Erde nicht nur auf Konkurrenz und Egoismus zurückzuführen ist, sondern auch auf Integration und Zusammenarbeit. Der Auslöser von viralen Erkrankungen sollte somit nicht kausal auf die Infektion mit einem Virus zurückgeführt werden, sondern in Bezug auf die mangelnde Anpassung des Immunsystems an die Umgebung durch psychosoziale Faktoren wie Stress oder fehlende Bewältigungsstrategien (Coping-Strategien) untersucht werden. Wie in Abbildung 1 (S. 11) erkennbar, sind Viren nur einer von potentiell zwölf und mehr verschiedenen biopsychosozialen Faktoren, die zur Pathogenese beitragen können.

Nolting, 2021, S. 18-19

Auf der anderen Seite gibt es viele Wege, die das Immunsystem als „Kommunikationsschutz“ des zentralen Nervensystems präventiv schützen können.

Auf sozialer Ebene: Verwundbarkeit und Stigmatisierung erkennen, Freundschaften und Beziehungen pflegen, soziokulturelle Faktoren fördern und sozialen Stress reduzieren (Bartolomucci & Sapolsky, 2020, Vinkers et al., 2020)

Auf biologischer Ebene: körperlichen Stress (oxidativen Stress) reduzieren, Mangelernährung vorbeugen (Vitamin D und andere Vitamine und Mineralstoffe notfalls supplementieren!) und gesunden Lebensstil führen, Vorerkrankungen vermeiden – was eigentlich klar sein sollte – Sport und Entspannung fördern (Hamer et al., 2020; Lange & Nakamura, 2020; Pereira et al. 2020; Yisak et al., 2021; Gasmi et al., 2020).

Auf psychologischer Ebene: psychosozialen Stress vermeiden, Resilienz aufbauen, emotionales Wohlbefinden fördern, Therapie und Schutz suchen, Natur aufsuchen (Leonardi et al., 2020, D’Acquisto, 2017; Rouse & Sehrawat, 2010)

Übrigens: Was Long-COVID eigentlich ist, ist noch gar nicht so genau erforscht. Long-COVID könnte sich letztlich sogar einfach als „pandemic-fatigue“ (Pandemie-Erschöpfung) herausstellen und/oder auf einen ungesunden Lebensstil vor der Infektion mit SARS-CoV-2 zurückführen lassen, z.B. Mangelernährung (Butler und Barrientos (2020). Jedenfalls ist Long-COVID eine Mediengeschichte, die sich wissenschaftlich nicht gut decken lässt. So haben beispielsweise in der Studie von Sudre et al. (2021) nach 12 Wochen nur noch 2,3 % der Probanden überhaupt Symptome, die alle nicht irreparabel sind und sogar durch psychosozialen Stress verursacht sein könnten. Wo Karl Lauterbach also immer seine Zahlen hernimmt (insbesondere auch bei Kindern, was noch wesentlich schwieriger ist), weiß ich auch nicht. Ich gehe aufgrund der Aktualität (Framing/Priming) und emotionalen Anteilnahme von kognitiven Bias aus.

Fazit: Bei SARS-CoV-2 und COVID-19 muss man „das Rad nicht neu erfinden“. Angst ist in dieser Situation weniger hilfreich, als die allgemeine Motivation das Immunsystem zu stärken.

Forschungsfrage 2: Non-pharmakologische-Maßnahmen (NPIs) in Deutschland und das BPSK

Nach der ersten Forschungsfrage habe ich mich dann der zweiten FF gewidmet: Wie sind die non-pharmakologischen Interventionen während der COVID-19-Pandemie in Deutschland aus biopsychosozialer Perspektive zu beurteilen? Dieser Teil meiner Masterarbeit nimmt wohl am meisten Platz ein, da es hier viel zu sagen gibt. Insbesondere habe ich die nationale Teststrategie, den Lockdown und die MNS-Verordnung untersucht.

Vorweg: Es gibt wenig Evidenz aus Deutschland (!) um die Maßnahmen in Deutschland zu rechtfertigen. Selbst das RKI fasst nur Ergebnisse aus anderen Ländern auf und gibt aufgrund dessen dann für die Regierung Empfehlungen – was ich für sehr schwierig halte (Robert Koch-Institut, 2020e). Es gibt eigentlich nur eine Studie in Deutschland von Wieland (2020), die die Kriterien guter Evidenz erfüllt. Diese kommt zu dem Schluss, dass der Rückgang der Infektions- und Erkrankungszahlen durch freiwillige Verhaltensänderung und die Vermeidung von Massenveranstaltung zu begründen ist. Zu ähnlichen Ergebnissen kommt auch eine Analyse (CODAG-Bericht-Nr. 16) von Forschern der Ludwigs-Maximilian-Universiät München (Kauermann, Küchenhoff & Berger, 2021). In dieser Analyse wird auch die Problematik der Störanfälligkeit der 7-Tage-Inzidenz gegenüber dem R-Wert aufgeführt (wie auch Wieland in seiner Arbeit bemerkt).

Anhand des Kausalschleifendiagramms (in Anlehnung an Klement, 2020, S. 3) wird die Komplexität der Maßnahmen deutlich: Die Wirkung von NPIs auf allen Ebenen (Gesellschaft, Ökonomie, Ökologie, Soziales) zu verstehen, ist vielleicht ein Ding der Unmöglichkeit. Deshalb wird in dieser Abbildung auch die Komplexität maximal reduziert, um die Auswirkungen der NPIs überhaupt irgendwie begreifbar zu machen. Nur zum Verständnis: Diese Abbildung liefert also keineswegs eine vollständige und realitätsnahe Auffassung der Wirklichkeit, aber es scheint gerade das Beste zu sein, was wir haben.

Abb. 5: Ein Kausalschleifendiagramm, welches die Komplexität des umweltindividuellen, sozioökonomisch-politischen Systems der COVID-19-Pandemie zeigt. Ausgehend von den NPIs entstehen potentiell nachteilige Auswirkungen auf die Ökonomie, Ökologie, Gesellschaft und das Individuum. Um die NPIs aus biopsychosozialer Perspektive zu beurteilen, muss die Komplexität und Vielschichtigkeit des Themas erkannt und die im BPSK angewandte System-Theorie berücksichtigt werden (Quelle: in Anlehnung an Klement, 2020, S. 3).

Aus dem BPSK wird klar: Veränderungen auf einer Ebene (Biologie) führen auch zu Auswirkungen auf den anderen beiden Ebenen (Psychologie, Soziales). Das heißt: Maskentragen ist nicht nur eine biologische Herausforderung, sondern auch eine psychologische und soziale. Lockdowns sind nicht nur psychische Herausforderungen, sondern auch biologische und soziale. Und Kontaktbeschränkungen sind nicht nur soziale Herausforderungen, sondern auch biologische und psychologische.

Die Vielzahl an Maßnahmen, die erlassen wurde, um das Virus zu stoppen, haben uns am Ende vielleicht ein Eigentor geschossen: Nicht nur, weil aufgrund der Komplexität der dynamischen (Umwelt (vgl. Chaos-Theorie) Kontrollen ganzer Gesellschaften unmöglich sind (Stichwort: Soziodynamik), sondern auch fatal sein können: Die Kollateralschäden werden kaum beachtet, (vermutlich, weil auf die Pandemie mit dem veralteten biomedizinischen Paradigma reagiert wurde) obwohl sie schon jetzt immens hoch sind:

Diverse Forschergruppen kommen inzwischen auch zu dem Schluss, dass NPIs wie Lockdowns und Kontaktbeschränkungen in Deutschland vermehrt zu Gewalt, Angst, Distress, depressiven Symptomen, verringerter Autonomie, verminderter Beziehungsqualität und allgemein schlechterer mentaler Gesundheit, insbesondere auch bei Kindern und Jugendlichen, beigetragen haben (Schwinger et al. 2020; Rothe et al., 2021; Peters et al., 2020, Bäuerle et al., 2020; Jung et al. 2020). Weiterhin lässt sich aufgrund des Lockdowns eine sogenannte „Pandemie-Erschöpfung“ (pandemic-fatigue) feststellen, bei der Menschen, je länger sie dem Lockdown unterliegen, immer stärkere psychologische Schäden erleiden (Moradian et al., 2021).

Nolting, 2021, S. 35

Eine Übersicht zu den Studienergebnissen psychosozialer Kollateralschäden findet sich in der Übersichtstabelle in meiner Masterarbeit auf Seite 43.

Hervorheben möchte ich zum einen noch das Deutsche Netzwerk für Evidenzbasierte Medizin e.V., welches hervorragende Fragen gestellt hat, die darauf zielten, die bestehende Evidenz zu den Maßnahmen und der nationalen Teststrategie in Deutschland zu hinterfragen (Ebm, 2020). In meiner Masterarbeit findet sich auch eine Abbildung hierzu (S. 31). Anhand dieser Grafik wird klar, dass das Infektionsgeschehen (insbesondere die 7-Tage-Inzidenz) nicht besonders hilfreich ist, um die COVID-19-Pandemie zu überwinden, teils sogar sehr fehleranfällig. Vielleicht ist dieser Wert sogar hinderlich: Das Infektionsgeschehen lenkt von wirklich wichtigen Markern wie der Hospitalisierungsrate und den Todesfällen ab. Nichtsdestotrotz: Es lässt sich konstatieren, dass die Modellrechnungen, die eine Überlastung des Gesundheitssystems prophezeiten, wie etwa Barbarossa et al. (2020) oder Belousova (2020), stets ungenügend waren und nie eingetreten sind (was sich auch nicht durch das Präventionsparadox erklären lässt!). Das Ziel der „Vermeidung der Überlastung des Gesundheitssystems“ kann schon lange kein guter Grund mehr für die Erlassung von NPIS sein.

Hier muss zukünftig mehr Skepsis gegenüber solchen Prognosen herrschen, um Angst und Panik zu vermeiden, was wiederum, wie aus dem Kausalschleifendiagramm hervorgeht, die Geschwindigkeit politischer Entscheidungen verringern würde, mit der Maßnahmen erlassen und Folgeschäden produzieren werden (s.o.).

Zum anderen möchte ich noch das Thema der Maskenpflicht hervorheben. Hier hat Daniela Prousa mit ihrer Studie (auch unter Bezugnahme des BPSK) gute Arbeit geleistet. Den Abschnitt meiner Masterarbeit möchte ich, gerade weil er so wichtig ist, ungeschminkt anfügen:

Die Psychologin Daniela Prousa führte 2020 innerhalb ihrer Studie eine um- fassende Befragung zu den psychovegetativen Beschwerden bezüglich der Mund-Nasen-Schutzverordnung durch. Mit besonderem Verweis auf das biopsychosoziale Krankheitsmodell nach George L. Engel (bei ihr „biopsychologisches Modell“ genannt), erklärt sie die Wechselwirkungen zwischen physiologischen und psychologischen Prozessen über die subjektive Intensität von psychovegetativen Stressreaktionen. So können Masken theoretisch zu einem durch die Kognition bedingten Stressfaktor werden, der sich dann auch (z.T. über die Atmung) nachteilig auf den Körper auswirkt. Diese Annahme hat sich auch in der repräsentativen Umfrage von Prousa bestätigt: Über 60 % der Teilnehmer (von 1.010 Fragebögen) leiden unter aversionsbedingtem MNS-Vermeidungsbestreben, sozialem Rückzug, herabgesetzter gesundheitlicher Selbstfürsorge (bis hin zur Vermeidung von Arztterminen) oder der Verstärkung vorbestandener gesundheitlicher Probleme (posttraumatische Belastungsstörungen, Herpes, Migräne). Laut Prousa zeige sich die Dringlichkeit der Überprüfung der Mund-Nasen-Verordnung auch in der Regelmäßigkeit des Gebrauchs der Maske, da regelmäßige psychovegetative Reaktionen zu schwerwiegenden Krankheiten oder schweren psychosozialen Folgen beitragen können (Prousa, 2020).

Zu ähnlichen Ergebnissen wie Prousa kam auch eine deutsche Forschergruppe: Das Review von Kiesilinski et al. (2021) umfasst 44 (zumeist experimentelle) Studien und stellt relevante Nebenwirkungen der MNS-Verordung mit medizinischen Konsequenzen für MNS-Träger fest. Die objektivierte Auswertung ergibt nicht nur kurzfristige Veränderungen in der Atmungsphysiologie mit signifikantem O2-Abfall und CO2-Anstieg, Auftreten von Atemstörungen, Erschöpfung und Kopfschmerzen, sondern auch mögliche langfristige Auswirkungen. Der durch die Masken resultierende Anstieg an CO2 könnte langfristig zu Hyperkapnie führen, ein Phänomen, welches laut Kiesilinski et al. (2021) und Sikter et al. (2017) auch in der Pathogenese von Zivilisationserkrankungen relevant ist.

Nolting, 2021, S. 38-29

In Anbetracht dieser Ergebnisse ist die Ablehnung des Eilantrages von Prousa gegen die Maskenpflicht vor dem Verwaltungsgericht Berlin höchst erstaunlich. Die Begründung ist indiskutabel unzureichend und zeigt einmal mehr auf, dass in Deutschland kein Interesse an einer integrativen Sicht auf Gesundheit mit einer erweiterten Medizintheorie nach Engel (1977) besteht: „Ein Eingriff liegt nicht bereits vor, wenn nur das psychische oder seelische Wohlbefinden betroffen ist, vielmehr muss die körperliche Unversehrtheit tangiert sein.“ (Verwaltungsgericht Berlin, 2020; Berliner Vorschriften- und Rechtsprechungsdatenbank, 2020, S. 5).

Fazit: Eine Nutzen-Schaden-Abwägung von Maßnahmen muss dringend auch auf nationaler Ebene berücksichtigt und aufgearbeitet werden, um potentiellen Schaden zu vermeiden. Kampf & Kulldorf (2021) haben eine gute Forderung formuliert. Sie schreiben: Wissenschaftler, Beamten des öffentlichen Gesundheitswesens, Journalisten und Politiker haben alle kurzfristigen bzw. langfristigen geistigen und körperlichen Kollateralschäden durch die COVID-19-Kontrollmaßnahmen abzuwägen und zu berücksichtigen.

Diskussion

Schlussendlich habe ich dann nach den Forschungsfragen und den Übersichtstabellen der Forschungsergebnisse den Diskussionsteil geschrieben. Dazu gehörten ein Fazit, aber auch Operationalisierungen zukünftiger Forschungsfragen und Stärken sowie Limitationen dieser Arbeit.

Ideen für zukünftige Forschung:

  1. Die Rolle des Immunsystems in Beziehung zu anderen internalen (Mikrobiom, endokrines System, zentrales Nervensystem etc.) und externalen (Beziehungen, Gesellschaft, Umwelt etc.) Systemen als Schutz vor COVID-19
  2. Die Auswirkung durch die Internalisierung von sozialen Werten, die durch die COVID-19-Pandemie in Deutschland entstanden sind und dessen Auswirkungen auf die biopsychosoziale Gesundheit
  3. Der Einfluss medialer Berichterstattung über Pandemien auf das psychische, physische und soziale Wohlergehen und die Krankheitsanfälligkeit

Letztlich ist noch eine Übersicht zu den Stärken und Limitation zu dieser Arbeit erheblich. Diese findet sich sehr übersichtlich in folgender Tabelle:

StärkenLimitationen
Kontextualisierung verschiedener Hypothesen in eine übergreifende Medizintheorie (BPSK)Zumeist geringe Qualität & Quantität bisheriger Studien zum BPSK 
Ausgewogene Suchstrategie und -auswertungFormale Vorgaben
Übersicht zu StudienergebnissenEffektstärke von PIs auf NPIs unbestimmt
Reflexion einer Nutzen-Schaden-Abwägung
Darstellung der Komplexität des Geschehens

Hinweise & Ergänzungen:

Das Schreiben der Masterarbeit hat mir großen Spaß gemacht. Der Zeitraum erschloss sich etwa über 3 Monate intensiver Recherche. Ich habe viele interessante Forscher und wissenschaftliche Arbeiten entdeckt und konnte meinen Wissenshorizont enorm (integrativ, ganzheitlich) erweitern. Außerdem konnte ich bestimmte Thesen, die ich bereits in meiner COVID-19-Analyse (2020) vertreten habe, besser einordnen. Dies hat sich schlussendlich dann auch in meiner Arbeit (und der Bewertung) gezeigt: Die COVID-19-Pandemie ist ein Thema, in das ich mich sehr stark vertieft habe und dies haben die Prüfer gemerkt.

Dennoch bin auch ich nicht fehlerfrei oder allwissend. So habe ich beispielsweise eine Arbeit (Experimental Assessment of Carbon Dioxide Content in Inhaled Air With or Without Face Masks in Healthy Children: A Randomized Clinical Trial) von Walach et al. (2021) in meine Masterarbeit eingebunden, die kurz vor Abgabe (16. Juli) noch vom Journal (JAMA Network) zurückgezogen (retracted) wurde. Ich hoffe, dass meine Arbeit nun nicht in diese Richtung polarisiert wird und, dass nur auf die zurückgezogene Studie verwiesen wird und wie unwissenschaftlich diese ist (nennt man übrigens „Cherry Picking“). Diese Studie ist letztlich auch nur ein Argument (und auch kein Hauptargument bzw. keine Schlüsselthese) in einer logischen Argumentationskette, wie ich finde. 

Außerdem bin ich mir auch selbst nicht sicher, was ich vom Rückzug des Journals halten soll (insbesondere, weil die Prüfer vor Veröffentlichung ihr OK gegeben haben, also dürfte eine grundsätzliche Validität gegeben sein). Ich kann mir auch vorstellen, dass die gesellschaftlichen Implikationen dieser Studie für das Journal zu heikel waren – dies befinde ich als einen berechtigten Gedanken. Hier kann ich allerdings nur spekulieren.

Jedenfalls hatte ich auch meine Gründe, warum ich diese Studie überhaupt mit eingebunden habe:

Die Studie diente meiner grundsätzlichen Skepsis gegenüber dem Nutzen von Masken, insbesondere bei Kindern, die völlig wehrlos fast jeden Tag in der Schule Masken tragen müssen. Für mich bräuchte es keine Studie, um festzustellen, dass Masken Kindern nicht guttun. Man kann die Kinder ja auch einfach fragen (und hier zählt die Erfahrung jedes Kindes, nicht nur die Statistik). Aber weil dies nicht beachtet wird (das eigene psychologische Wohlbefinden ist in dieser Pandemie schließlich nicht so wichtig wie das Virus zu stoppen), muss man dann auf Studien zurückgreifen. Noch erstaunlicher als die Ergebnisse von Prousa (2020) oder Kiesilinski et al. (2021) waren daher für mich jene von Walach et al. (2021). In meiner Arbeit schrieb ich:

„Insbesondere auch für Kinder könnte das Maskentragen mit erheblichen Risiken einhergehen. Walach et al. (2021) stellten in ihrer Studie die mehrfache (bis zu 6-fache) Überschreitung des vom Umweltbundesamt festgelegten Grenzwertes von Kohlenstoffdioxid in Räumen (2.000 ppm) nach drei Minuten unter der Maske bei gesunden Kindern fest (Bekanntmachung des Umweltbundesamtes, 2008). Hierbei schienen jüngere Kinder höhere Werte aufzuweisen. Selbst der geringste Wert eines Kindes lag immer noch 3-fach über dem Grenzwert, ab dem es gesundheitsschädlich werden kann. Die Tatsache, dass Kinder über einen Zeitraum von vielen Monaten gezwungen waren (und teilweise noch sind), in der Schule Masken zu tragen, lässt Folgeschäden nicht ausschließen.“

Nolting, 2021, S. 39

Wer genau gelesen hat, stellt auch fest, dass ich sehr vorsichtig formuliert habe: Maskentragen könnte (!) mit Risiken einhergehen. Könnte bedeutet womöglich und nicht absolut. Nach dieser Formulierung habe ich dann die Studie auch nur beschrieben, nicht interpretiert.

Wie dem auch sei, die Studie wurde vom Journal mit der Begründung zurückgezogen, dass wissenschaftliche Ungenauigkeiten festgestellt wurden. Soweit ich das beurteilen kann, hat Walach jedoch die Zweifel ausreichend begründet (JAMA und viele Mainstream-Portale sahen das anders). Dies könnt ihr auch selbst hier nachlesen: 

Hier die Begründung der Autoren auf Retractionwatch nachlesen.
Hier die Stellungnahme von Walach nachlesen.

Diese Studie bleibt also (in dieser sowieso schon hitzigen Diskussionskultur) vorerst ein Streitpunkt.

Addendum zum 2. Juni 2022: Die Studie von Walach et al. wurde neu publiziert (hier bei ScienceDirect zu finden). Ausführliche Erläuterungen zur Studie, Neuveröffentlichung und weitere Gedanken hat Harald Walach in seinem Blog veröffentlicht.

Ich möchte nochmal darum bitten, diese Masterarbeit nicht aufgrund einzelner Studien zu bewerten (einzelne Studien sind auch wichtig, keine Frage), sondern auch versuchen, die Argumente für die hier dargelegte Position nachzuvollziehen. Dieses Anliegen ist auch im Sinne soziokultureller Werte und psychosozialer Risikofaktoren als dringlich einzustufen.

Vielen Dank fürs Lesen.

Herzlich
Tristan

Überraschung, Überraschung: Es gibt schon wieder ein neues Buch von mir! Damit sind es schon drei neue dieses Jahr… man munkelt, dass ich fleißig war. Jedenfalls stelle ich dir in diesem Blogartikel vor, worum es in diesem Buch geht. Kleiner Spoiler: „Die Würde des Ungeimpften“ ist ein Manifest von mir und Christopher Reusch gegen die Diskriminierung von ungeimpften Menschen!

Teil 2 des Trailers könnt Ihr hier ansehen

Medienecho:

Pressemeldung bei OpenPR
Gastbeitrag bei 1bis19
Gastbeitrag bei KaiserTV

Mein fünftes Buch: „Die Würde des Ungeimpften“

Kurzinfos:

Kaufen bei Tredition
Auch erhältlich bei: Amazon | Thalia | Hugendubel | buecher.de & Co.

Titel: Die Würde des Ungeimpften – Ein Freiheitsgelübde in Kurzgeschichten
Kosten: Hardcover 13€ | Softcover 25€ | eBook 9,99€€
ISBN: Hardcover 978-3-347-47754-4  | Softcover 978-3-347-47752-0  | eBook 978-3-347-47757-5
Verlag: Tredition
Seitenzahl: 254
Wörter: ca. 48.000
Format: DIN Taschenbuch (19×12,5cm)
Veröffentlichungsdatum: 1. Dezember 2021
Leseprobe: auf Tredition

Der Klappentext zum Buch lautet:

Die COVID-19-Pandemie wird ein historisches Ereignis für die Menschheit sein. Nicht, weil die Menschheit droht durch ein Virus ausgelöscht zu werden, sondern weil sich nun zeigt, mit welchem Bewusstsein die Menschheit in die Zukunft schreiten möchte.

Wollen wir die Diskriminierung gegenüber Andersdenkenden weiter akzeptieren?

Die aktuellen Debatten über Impfpflichten – Österreich hat die allgemeine Impfpflicht für 2022 bereits angekündigt – und 2G-Regeln (geimpft und genesen) sprechen für sich. Die Welt droht im Chaos ihrer eigenen Gesundheitsdiktatur zu versinken.

„Die Würde des Ungeimpften“ soll der Gesundheitsdiktatur und der Spaltung der Gesellschaft entgegenwirken. Mit anschaulichen Kurzgeschichten über die Freiheit wird dem Leser aufgezeigt, welche irrwitzigen und tragischen Wege das Leben im 21. Jahrhundert angenommen hat.

Und wie die Gesellschaft wieder zu einem sinnvolleren Leben zurückkommen kann.

Die Würde des Ungeimpften – Ein Freiheitsgelübde in Kurzgeschichten (2021)

Du siehst, lieber Leser, mein guter Freund & Co-Autor Christopher und ich haben schon in der Zusammenfassung des Buches klare Worte gefunden. Noch deutlicher sind wir dann auch in unserem Buch „Die Würde des Ungeimpften“ geworden, denn wir haben unsere Gedanken Zum Zeitgeschehen in Form von Kurzgeschichten verpackt. Aktueller und metaphorischer kann ein Buch wirklich nicht sein.

Wir sind gegen die bewusste Diskriminierung, gegen die unverhältnismäßigen Einschränkungen und gegen die zunehmende Ungleichbehandlung von friedlichen und insbesondere ungeimpften Menschen! Das aktuelle Klima ist weder förderlich für den Ausgang der Pandemie, noch hilft es uns dabei, einen konstruktiven Austausch zu schaffen. Wir beobachten zunehmend, dass geimpfte Menschen ungeimpfte Menschen diskriminieren. Außerdem beobachten wir, dass ungeimpfte Menschen zunehmend wütend auf geimpfte Menschen für die Schikane werden. Beide Seiten sind verständlich, denn schließlich wollen wir endlich wieder freiheitlich leben können. Nur leider wird der Diskurs von Politikern und Medien zunehmend blockiert und in falsche Bahnen gelenkt… dabei bräuchten wir doch unbedingt den Austausch! Nicht nur, um gemeinsam Lösungen für die aktuelle Misere zu finden, sondern auch um unsere sozialen Bedürfnisse zu befriedigen.

Aber was können wir für dieses Ziel tun? In unserer Situation erscheint es geradezu unmöglich, einen alternativen Weg zu gehen und diesen mit friedlichen Methoden einzuleiten. Selbst der Versuch von #coronaaussoehnung hat nicht funktioniert.

Wir könnten sicherlich viele Fakten zur COVID-19-Pandemie und zur Diskriminierung nennen. Wir könnten darauf verweisen, wie Schweden die Krise gemeistert hat. Wir könnten auf wissenschaftliche Arbeiten wie die vom renommierten Epidemiologen John P. Ioannidis verlinken. Wir könnten über die Aufklärungsarbeit von Institutionen wie Ärztinnen und Ärzte für individuelle Impfentscheidung e.V., Swiss Policy Research oder Multipolar berichten. Auf der anderen Seite könnten wir bemerken, dass ungeimpfte Studenten an manchen Universitäten keinen Zugang mehr bekommen und Österreich für 2022 eine generelle Impfpflicht angekündigt hat. Aber schlussendlich haben wir bemerkt, dass diese Debatte weniger faktisch und mehr emotional ist.

Es geht hierbei um Angst und welche Rolle der Tod in unserer Gesellschaft spielt.

Die derzeitige Krise ist also kein epidemiologisches Dilemma – dies wurde auch bereits von einigen Forschern bemerkt und daher wurde der Ansatz versucht, die „Pandemie“ in eine „Syndemie“ umzubenennen – sondern auch eine philosophische Tragödie. Die Menschen haben vergessen oder verdrängt zu philosophieren und zu reflektieren! Und zwar darüber, was sie vom Leben und wollen und was sie erwarten.

In unserer aktuellen Situation macht es den Anschein, als würden die Menschen ihre eigene Verwundbarkeit unterdrücken wollen. Sie wollen sich nicht darum bemühen, ihre Verletzlichkeit anzuerkennen und potentiellen Gefahren vorzubeugen – sie wollen ihr selbstzerstörerisches Verhalten (rauchen, trinken, fernsehen, shoppen, Fastfood essen, Angst haben, Medien konsumieren…) immer weiter fortsetzen.

Das kann natürlich nicht der Sinn des Lebens sein. Und das kann auch keinem klar denken Menschen ein wirklich sinnerfülltes Leben bieten!

Ein sinnerfülltes Leben kann nur derjenige führen, der Verantwortung für sich selbst übernehmen kann. Eine Impfpflicht – genauso wie alle anderen Maßnahmen während der Pandemie – sind nur möglich, weil die Menschen keine Verantwortung übernehmen können. Damit meine ich nicht, dass die Menschen sich nicht an die Regeln der Regierung halten – im Gegenteil. Die Maßnahmen können nur dann umgesetzt werden, wenn die Menschen nicht daran glauben können, dass sie – wie es in der biopsychosozialen Medizin heißt – eine autoregulative Selbstkompetenz besitzen (Mehr dazu findest du auch im Buchtrailer und in der Einleitung des Buches).

Der Begriff der „autoregulativen Selbstkompetenz“ beschreibt ganz einfach den Zusammenhang zwischen dem eigenen Motiven, dem Verhalten und der Gesundheit des eigenen Körper-Geist-Systems. Alles drei hängt zusammen, genauso, wie auch Körper, Geist und Soziales analog miteinander verbunden sind. Ich weiß wovon ich da spreche, denn schließlich habe ich über das Biopsychosoziale Gesundheitsmodell in Bezug auf die COVID-19-Pandemie in Deutschland meine Masterarbeit geschrieben.

Anstatt diese Krise also weiterhin faktisch anzugehen, versuchen wir einen Neustart: Wir wollen allen Menschen eine Perspektive bieten, die über die Sachebene hinausgeht. Wir wollen jedem Interessierten eine Geschichte erzählen, die unsere aktuelle Zeit reflektiert. Wir wollen unsere Erzählungen mit Poesie, Ironie und Zynismus würzen, damit auch wirklich jeder einen Zugang zu diesem Thema bekommt.

Wir wollen mit unserem Buch keine Schuldzuweisung formulieren! Wir sehen es in unserer Pflicht zu reflektieren, wie wir in 20 oder 30 Jahren auf die aktuelle Situation schauen werden. Können wir dann mit gutem Gewissen sagen, dass wir alles Mögliche getan haben, um eine ethische Verwahrlosung zu verhindern?

Ich – Tristan Nolting – werde meinen Enkeln in 50 Jahren erzählen, dass ich die Diskriminierung nicht hingenommen habe. Ich habe für die Würde, für das Recht auf körperliche Unversehrtheit und Autonomie gekämpft. Wir möchten jeden bitten, dies ebenso zu tun.

Eine Geschichte aus unserem Buch wollen wir bereits in diesen Blogbeitrag mit einfließen lassen.

Eine Spritze voller Liebe

Dies ist die Geschichte von Mino Weiß, einem 14 Jahre alten Achtklässler auf einem Gymnasium. Die Stadt spielt in dieser Geschichte keine Rolle, es könnte jede Stadt in Deutschland oder einem anderen Land sein.
 
Mino ist ein guter Junge, der brav auf das hört, was seine Eltern ihm sagen. Er versucht stets seine Eltern zu beeindrucken, indem er gute Noten schreibt und bei seinem Lieblingshobby, dem Fußballspielen, sein Bestes gibt. Seine Eltern sind auch sehr stolz auf ihn und erzählen regelmäßig den befreundeten Paaren, welche neuen Erfolge Mino in der Schule oder beim Sport erzielt hat.
Seit Mino klein ist, möchte er Arzt werden wie sein Vater. Sein Vater ist aber kein klassischer niedergelassener Arzt, der nach der gängigen schulmedizinischen Methode handelt, sondern nach den Leitlinien der naturheilkundlichen Therapie, genauer gesagt der Homöopathie. Häufiger schon wurde der Junge auf seinen Vater angesprochen, da Dr. Weiß in der Stadt sehr bekannt ist. Im Grunde genommen gibt es da zwei Lager. Die einen sind zutiefst überzeugt von Dr. Weiß und seinen Methoden, die anderen verachten ihn dafür, dass er sich von den streng wissenschaftlichen Leitlinien verabschiedet hat. Lustigerweise waren diejenigen, die von Dr. Weiß überzeugt waren gerade die, die schon einmal in Behandlung bei ihm waren, während diejenigen, die ihn verachteten, einfach Vorurteile hatten. Aber so viel zum Thema Wissenschaft und Erfahrung.

Mino hatte mit der Zeit gelernt, mit negativen Kommentaren gegenüber seinem Vater umzugehen. Meistens erwiderte er nur „Ich vertraue meinen Eltern. Vertraust du deinen?“
 
Dies war tatsächlich auch nicht gelogen. Mino wurde schon öfter von seinem Vater behandelt und wusste daher, dass die Homöopathie eine sinnvolle Heilmethode war. Mino war auch schon nach schulmedizinischen Methoden behandelt worden, aber diese hatten für ihn immer erhebliche Nebenwirkungen bedeutet. Insbesondere die Behandlung mit Schmerzmitteln – eine Marke sei an dieser Stelle nicht genannt - führte bei ihm oft zu starken Entzündungen im Körper. Wie sagt man so schön: „Keine Wirkung ohne Nebenwirkung.“ Der ausschlaggebende Punkt für Dr. Weiß war jedoch, als ein befreundeter Arzt am Universitätsklinikum im Alter von sechs Jahren Stimmbandknötchen bei Mino festgestellt hatte. Von nun an sollte sich Mino vierteljährlich auf unbestimmte Zeit einer Operation unterziehen, damit die Knötchen nicht größer wurden.
 
Dies veranlasste Dr. Weiß mit der Schulmedizin zu brechen. Er suchte mit Mino einen Homöopathen auf, der ihm ein Mittel („C-irgendwas“, wie Mino gerne zu sagen pflegte) gegen die Krankheit verschrieb. Und siehe da: Innerhalb weniger Wochen war die Beschwerde abgeheilt und trat nie wieder auf.
 
Die Einfachheit der Anwendung und die Abgestimmtheit der Homöopathie auf den Patienten stimmten Dr. Weiß schließlich dazu ein, selbst Homöopath zu werden. Er wusste, dass der Schritt nicht leicht wird. Viele namhafte Ärzte hatten schon ihren Ruf verloren, weil sie die Heilmethode gewechselt hatten. Nun, da Mino vor Kurzem 14 geworden ist, wendet Dr. Weiß schon seit mehreren Jahren die Homöopathie erfolgreich an.

Natürlich war Mino in seiner Kindheit auch geimpft worden. Nicht gegen alles, aber gegen so manches. Im Gegensatz zu den meisten Ärzten nahm sich Dr. Weiß immer Zeit, um eine ausgewogene Risiko-Nutzen-Abwägung für seine Patienten anzustellen, insbesondere auch bei seinem Sohn. Er hielt es für unmöglich, wie manche Ärzte sich nur zehn Minuten oder noch weniger Zeit für ein Impfaufklärungsgespräch nahmen. Aber Dr. Weiß wusste auch, dass dies am System lag. Würde ein Impfgespräch auch ohne erfolgreich vermittelte Impfung vergütet werden, würden wahrscheinlich sehr viel weniger Kinder geimpft werden. Aber da er selbst kein Kinderarzt war, ging er letztlich mit seinem Sohn zu einem Kollegen, der ähnlich dachte.

Wogegen er sich jedoch ganz und gar wehrte, war der Druck, Mino vor COVID-19 impfen zu lassen. Nur zum Verständnis: Dr. Weiß war ganz und gar kein Impfgegner! Er erkannte den Wert, den das Impfen der Menschheit gebracht hatte. Impfungen konnten vor vielen Krankheiten schützen und haben dies auch schon oft in der Menschheitsgeschichte bewiesen.

Bei COVID-19 war dies jedoch anders. Oft redete er mit Mino, um ihm klar zu machen, dass er keine Angst zu haben brauche, COVID-19 zu bekommen. Er habe ein starkes Immunsystem, das mehr als fähig sei, dieses Virus auszuhalten. Auch ganz ohne Schmerzen! Mino würde, so sagte er ihm, ganz bestimmt nicht schwer an der Infektion erkranken, egal was die anderen zu ihm sagen würden. Für Mino bedeutete COVID-19 nicht mehr als ein grippaler Infekt. Außerdem würde er auch niemand anderes durch die Impfung schützen, da die Impfung keine sterile Immunität erzeuge.

Mino vertraute seinem Vater auch in dieser Hinsicht. Doch leider ging es hier weniger um eine individuelle Abwägung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses.

Eines Tages kam Mino von der Schule nach Hause. Seine Mutter fragte ihn, warum er so bedrückt gucken würde, doch Mino antwortete nur: „Es ist nichts.“ Als dann abends sein Vater Dr. Weiß nachhause kam, berichtete ihm seine Frau, dass Mino sehr niedergeschlagen sei und den ganzen Tag auf seinem Zimmer verbracht hatte. Also klopfte Minos Vater am Kinderzimmer und fragte, ob er reinkommen dürfte: „Ja, komm herein.“

„Hey, deine Mutter hat mir erzählt, dass du den ganzen Tag auf deinem Zimmer geblieben bist… ist alles in Ordnung?“, fragte der Vater vorsichtig. „Ich möchte nicht darüber reden.“, gab Mino zurück. „Bist du dir sicher? Manchmal ist es sehr hilfreich, wenn man sich seinen Frust von der Seele redete.“

Mino schaute weg und überlegte einen Moment.

„Okay, ich sage es dir, aber versprich mir, dass du nicht gegen meine Entscheidung bist!“

Der Vater guckte erschrocken. „Was mag der Junge nur haben?“, fragte er sich. Schließlich antwortete Dr. Weiß: „Nun gut, ich sage dir meine Meinung, aber ich werde dich nicht umstimmen.“

Sein 14-jähriger Sohn antwortete ihm: „Der Tag heute war schrecklich! Weißt du, bisher hat es mir nie etwas ausgemacht, nicht geimpft zu sein. Aber heute war es anders. Uns wurde in der Schule gesagt, dass wir demnächst auf Klassenfahrt fahren. Alle dürfen mit, aber nur, wenn sie geimpft sind! Und… dann… du weißt doch, ich habe dir letztens erzählt, dass unsere Schule vor dem Sommer eine Jugend-Disco veranstaltet. Unsere Lehrer haben uns aufgefordert, Mädchen zu fragen, ob sie mit uns tanzen wollen. Also habe ich heute all meinen Mut zusammengenommen und Arielle gefragt… Aber (und er fing an zu schluchzen) … Sie hat gesagt, dass sie nicht mit mir tanzen will, weil ich nicht geimpft bin…“

Der Vater blickte traurig seinen Sohn an. Er wusste nicht, was er sagen sollte.

„Ich will mich impfen lassen!“, schluchzte Mino, „bitte Papa! Sonst werde ich nicht mehr glücklich.“

„Aber Mino …“, Dr. Weiß wollte gerade protestieren, doch dann merkte er, wie ernst es um seinen Sohn war. Er nahm seinen Sohn in den Arm.

„Weißt du, mein Sohn…“, fing Dr. Weiß an, „…das Wichtigste war mir immer, dass du gesund und glücklich bist. Und auch wenn ich glaube, dass du die Impfung nicht brauchst, so will ich nicht, dass du unglücklich bist. Ich mache einen Termin für gleich nächste Woche aus. In Ordnung?“

„Danke Papa, du bist der Beste!“, platzte es aus Mino heraus. 
„Und nun komm, es gibt Abendessen.“

Und während Mino schon mal zum Abendessen vorging, ging Dr. Weiß kurz in sein Arbeitszimmer. Für einen Moment kamen viele Gefühle in ihm auf. Wut. Trauer. Verzweiflung. Und dann dachte er sich: „So weit ist es also schon gekommen? Wir machen eine Impfentscheidung von der sozialen Teilhabe abhängig? Wie vielen Kindern ist es wohl schon so gegangen? …

…ist das noch die Medizin, an die ich glauben kann?“

Für das weitere Lesen und Stöbern wünschen viel Spaß!

Christopher Reusch & Tristan Nolting
1. Dezember 2021


Autorenportraits

Geschrieben von Tristan

Christopher Reusch ist ein freundlicher und umsichtiger Zeitgeist, der gerne auf Deutsch und Englisch philosophiert. Genauer gesagt ist er Autor, Podcaster und Waldliebhaber.

Wenn er nicht gerade den Wald zum Abenteuerspielplatz macht, dann lässt er uns über seine Kanäle (https://christopher-reusch.com) an seinen vielfältigen Erkenntnissen teilhaben. Am liebsten spricht er über Spiritualität, Angst, Ernährung und Workouts (Calisthenics). Und mit diesen Themen hat er nicht zu wenig Erfahrungen gesammelt…

Neben seiner Spontanität zähle ich den Mut zu seinen bedeutendsten Eigenschaften. Mal eben mit dem Fahrrad 300km nach Amsterdam fahren? Bei Nacht im Wald die Slackline spannen und dann akrobatisch über das Seil tanzen? Das kann nur Christopher. 

Christopher zeigt uns auch in hoffnungslosen und dunklen Situationen, wie wir unser Licht zum Leuchten bringen können. Wenn du dich für seine intuitive Sichtweise öffnen kannst, wirst du eine Menge lernen.

Hör doch einfach mal bei „Spiritual advice from a barbarian lunatic“ rein!

Geschrieben von Christopher

Tristan Nolting ist der beste Freund, den du haben kannst. Er ist wortgewandt, respektvoll und voller Wissen. Zumindest ist er das, wenn dein Ego mit ihm klarkommt. Wenn es das nicht tut, dann ist Tristan immerhin ein hervorragender Diskussionspartner, denn auch hierbei wird er niemals unter die Gürtellinie zielen.

Mir wurde Tristan damals von einem gemeinsamen Freund mit den Worten: „Das ist Tristan. Er hat ein Buch geschrieben.“, vorgestellt. Sofort hatte ich das Gefühl, ich wollte ihn näher kennenlernen. Wieso konnte ich zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht sagen, aber ich wusste, dass dies der Beginn einer wunderbaren Freundschaft werden würde.

Umso glücklicher war ich natürlich, als sich herausstellte, dass Tristan und ich ein Projekt gemeinsam starten würden. Da dieser Abschnitt Tristan vorstellen soll, versuche ich mich kurz zu halten und ihn wirklich akkurat zu beschreiben:

Tristan bildet sich sehr gerne weiter und liest Bücher, bei denen die meisten einfach weglaufen oder gar nichts verstehen würden. Tristan steckt voller Kraft und man sollte ihn trotz seines ruhigen Auftretens nicht unterschätzen.

Er ist ein sehr fokussierter Mensch und weiß vermutlich gar nicht, was Langeweile ist. Dazu hat er nämlich zu viele Ideen und Projekte, die ihn beschäftigt halten. Sein Podcast, seine Bücher und noch vieles mehr aus seiner Kreativkiste findest du auf seiner Homepage.


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Hast du dir nicht auch schon einmal wunderliche Fragen im Alltag gestellt oder vielleicht in Tagträumen, auf die du keine Antwort gefunden hast? Ich auch.

Wie sollte deiner Vorstellung nach eine ideale Welt aussehen? 
Was zeigt dir ein De-ja Vù?
Sind Träume für dein Bewusstsein so real, wie der Wachzustand?

In spannenden Gesprächsrunden versuche ich Interesse durch Bewusstheit und Einfachheit mit Wissenschaft & Esoterik zu kombinieren. Dabei entstehen dann faszinierende Denkansätze, welche zu mehr Fantasie und Kreativität anregen können. Nimm dir ein wenig Zeit und lass dich von den Ideen anstacheln.

☼ Setz dich in Bewegung und die Welt mit dir ☽

Im Rahmen des Seminars „Erkenne dich Selbst“ habe ich einen Vortrag über das Thema Medizin gehalten. Wer Interesse daran hat, eine holistische Perspektive auf das Thema Gesundheit zu bekommen, der wird an dem Vortrag viel Interesse haben. Es geht vom Thema Medizingeschichte über Medizintheorie, Biomedizin, Biopsychosoziales Krankheitsmodell nach Engel (1977) und was in der COVID-19-Pandemie falsch läuft bzw. was besser gemacht werden kann.

Ich beschreibe den Menschen als ganzheitliches Lebewesen, als Verbindung von qualitativen und quantitativen Eigenschaften und als Erkennender der Dualität von Körper und Geist. Ich glaube, dass wir im 21. Jahrhundert eine qualitative Medizinrevolution benötigen, die nur dadurch Einzug in die Praxis von Medizinern findet, dass der Mensch nach dem biopsychosozialen Modell von Engel als Leitbild der Medizin aufgefasst wird. Hier bedarf es jedoch auch den Mut der Mediziner, die in einem System stecken, dass lediglich biomedizinisch und pharmazeutisch ausgerichtet ist.

Letztlich ist es auch eine gesellschaftliche Frage, die wir uns stellen wollen: Wollen wir das steigende Unverständnis gegenüber Krankheit und Gesundheit, welches sich auch in den steigenden Krankheitszahlen und -arten offenbart, weiter ignorieren? Oder wollen wir allen Menschen begreiflich machen, wie ein nachhaltiger Heilungsprozess aussieht, damit jeder Mensch seine Aufgaben und Ziele im Leben erfüllen kann?

„Die Kunst der Medizin besteht darin, den Kranken solange bei Stimmung zu halten, bis die Natur die Krankheit geheilt hat.“

―Voltaire

Wer Interesse an dem Seminar hat kann sich unter seanin@web.de melden. Viel Spaß mit dem Vortrag! Herzlich, Tristan.

Es ist schon ein interessantes Phänomen. Nach der Veröffentlichung von #nichtmeinaerztetag war ich von der erstaunlichen Resonanz auf Youtube überwältigt: 1.8 Millionen Aufrufe, +26.000 Abonnenten, Ø 99 % positive Rückmeldungen (Daumen hoch) und zahlreiche Kommentare und Segenssprüche von Eltern und Familien, die sich für den unermüdlichen Einsatz gegenüber den Kindern bedanken.

Auf Twitter zeichnete sich ein anderes Bild ab: Dort tummeln sich unter dem Hashtag #nichtmeinaerztetag zahlreiche Meinungen von Usern, die empört sind, ja geradezu fassungslos, als hätten die Ärzte für individuelle Impfentscheidung e.V. eine Grenze überschritten, an die sich niemals auch nur jemand heranwagen darf:

Das brachte mich dann ins Grübeln. Zum einen darüber, weshalb auf Twitter so ein hohes Spannungspotential herrscht. Vielleicht liegt es am unterschiedlichen Algorythmus der verschiedenen Social Media Kanäle?

Vielleicht eignet sich Twitter aber auch einfach besser, um kurze und emotionale Statements abzugeben. Schließlich ist die Zeichenzahl auf Twitter stark begrenzt und damit auch die Möglichkeit zur Argumentation. Mehr Eindruck als Fakten schinden womöglich harsche Rhetorik, düstere Prognosen und geplante Affronts.

Aus meinem bisherigen Wissen über Wissenschaftstheorie und Medizintheorie wusste ich schon recht früh, dass die Debatte COVID-19 sehr einseitig bzw. begrenzt, d.h. biomedizinisch geführt wird. Das biopsychosoziale Modell in der Erforschung der COVID-19-Pandemie als Prämisse zu nutzen, ist leider eine Rarität. Dies wäre jedoch dringend notwendig, um anzuerkennen, welche Schritte für eine erfolgreiche Überwindung der COVID-19-Pandemie notwendig wären. Und diese Schritte sind wesentlich reichhaltiger, als nur das Virus einzudämmen. Vielmehr besteht die Kunst in der COVID-19-Pandemie darin, sie auch als eine Krise des menschlichen Geistes auf sozialer und psychologischer Ebene anzuerkennen. In seinem jetzigen Bewusstsein ist der Mensch tief gefangen darin, seine Glaubenssätze für Wissen zu halten (z.B. das Immunsystem würde nicht ausreichen, um vor COVID-19 zu schützen). Und viele Institutionen, die uns tagtäglich begleiten, führen nicht unbedingt dazu, bestimmte Glaubenssätze zu hinterfragen, sondern diese noch zu befeuern.

Hast du dich schon mal gewundert, weshalb während menschlicher Krisen Ideologien erstarken? Ganz einfach, weil nicht genug hinterfragt wird. Der menschliche Geist braucht einfach zur intuitiven Orientierung die Fähigkeit sich zu wundern, zu hinterfragen und neu auszurichten, falls notwendig. Eine Neuorientierung kann durchaus Angst machen. Ein und denselben Kurs in einer sich ständig ändernden Umwelt zu wählen, kann jedoch mit einem vorgefertigten Plan zu einem fatalen Fehler werden. Und wie sagte das uns weltbekannte Genie so schön:

„Planung ist der Ersatz des Zufalls durch den Irrtum.“

Albert Einstein

Wieso ist #nichtmeinaerztetag in diesem Zusammenhang so immens wichtig?

Die Aktion von Ärzte für individuelle Impfentscheidung e.V. erinnert uns daran, bestehende Paradigmen zu hinterfragen, wie etwa den Beschluss des 124. Deutschen Ärztetags:

„Das Recht auf Bildung mit Kita- und Schulbesuch kann im Winter 2021/2022 nur mit einer rechtzeitigen COVID-19-Impfung gesichert werden. Ohne rechtzeitige Impfung, insbesondere auch für jüngere Kinder, führt ein erneuter Lockdown für diese Altersgruppe zu weiteren gravierenden negativen Folgen für die kindliche psychische Entwicklung.Die gleichberechtigte gesellschaftliche Teilhabe erlangen Familien mit Kindern nur mit geimpften Kindern zurück.“

124. Deutscher Ärztetag, 4. & 5. Mai (Beschlussprotokoll S. 31/32).

Wissenschaftstheorie funktioniert nicht nach dem Prinzip von Wahrsagekugeln. Es gibt einen gewissen Rahmen, innerhalb dessen wissenschaftliche Hypothesen Ergebnisse postulieren können. Dazu gehört aber nicht, dass Studien zu Impfstoffen, die innerhalb mehrerer Monate mit ein paar Tausend Menschen durchgeführt werden, voraussagen können, welche langfristigen Folgen (z.B. in 20 Jahren bei Kindern) auftreten können.

Das Video von Dr. Grüner wurde übrigens entfernt, da es gegen die Nutzungsbedingungen von Youtube verstößt. Der Notfallarzt schilderte, dass er keine Pandemie in seinen vielfältigen Einsätzen sieht, aber Impfkomplikationen bei Personen an der Tagesordnung stehen. Ein Beispiel für mediale Verzerrung? Youtube scheint hier seine Erfahrung ganz einfach unterdrücken zu wollen.

Die Medizin sollte durch die Erforschung von Medikamenten nur zu gut wissen, dass keine Wirkung ohne Nebenwirkung einhergeht. In den meisten Fällen kann die schulmedizinische Theorie nicht genau erklären, wie Medikamente funktionieren, sondern nur, dass sie funktionieren. Und wir sollten uns nichts vormachen: Wir sind weit davon entfernt, erklären zu können, wie COVID-19-Impfstoffe wirken.

Wenn wir nicht mal erklären können, wie Leben ensteht, wie die Wechselwirkung von Körper und Geist entsteht und funktioniert, was Bewusstsein ist und welche Rolle es für die Wissenschaft spielt, wie können wir dann erwarten, dass wir die Prinzipien von Impfstoffen zur Anwendung beim Menschen bis zur Vollendung erklären können?

Wollen wir davon ausgehen, dass es Sinn macht, „die kleinen Fragen“ annähernd beantworten zu können, „die großen Fragen“ aber nicht? Wie lange wollen wir noch nach dem folgenden Prinzip in der Wissenschaft fortsetzen?:

„Die moderne Wissenschaft basiert auf dem Prinzip: »Gib uns ein Mysterium und wir erklären den Rest.« Dieses Mysterium ist das Erscheinen aller Masse und Energie im Universum und aller regierenden Gesetze in einem einzigen Augenblick aus dem Nichts.“

Rubert Sheldrake

Ich möchte damit nicht sagen, dass wir keine Ahnung haben, was wir tun oder nicht wissen, wie bestimmte Wirkstoffe/Impfstoffe funktionieren könnten. Im Gegenteil, sie funktionieren in vielen Fällen sehr gut. Aber beruht der Effekt auf der Theorie, die den Effekt postuliert? Wohl eher nicht. Theorien können niemals wirklichkeitsgetreu beschreiben, wie ein Phänomen wirkt.

Dass unsere Evidenz begrenzt ist, ist eine der Prämissen des Vereins Ärzte für individuelle Impfentscheidung e.V. – zugleich sind für den Verein „Impfstoffe […] Teil der ärztlichen Fürsorge.“ Im Gegensatz zu den angeführten Tweets lässt sich bei dem Verein eine differenzierte Sichtweise erkennen, die weder eine Maßnahme grundsätzlich verteufelt, noch naiv befürwortet.

Es kommt letztlich immer auf die Evidenz an, d.h. wie viele Daten stehen über welchen Zeitraum in welchem Kontext zur Verfügung? Und abhängig von diesen Resultaten sollte individuell abgewogen werden, wer sich impfen möchte und wer nicht.

Es geht letztlich im Leben auch nicht darum, jemanden „Zwangszubeglücken“. Das war auch Gesundheitsminister Jens Spahns Meinung, bis er diese zur Einführung der Masernimpflicht mal eben änderte. Es geht darum, gegenseitig die Integrität zu wahren. Und das sehe ich momentan in der derzeitigen Disskusionskultur in deutschen sozialen Medien nicht. Viel zu häufig wird Statement mit Beleidigung und Fakt mit Fiktion verwechselt. Das ist im öffentlichen Raum, ebenso wie in der Wissenschaft der Fall.

Wieso sehen wir nicht, dass die Kinder keine COVID-19-Impfung brauchen, da sie nicht nur in seltensten (!) Fällen erkranken, sondern auch kein Treiber des Infektionsgeschehens sind? Wieso sehen wir nicht, dass die Wahrung der Individualität eins unserer höchsten Güter ist?

Vielleicht sehen wir es nicht, weil wir nach einem Jahr Pandemie einfach nur nach einem Ausweg suchen. Und da kann der Wahn schon einmal überhandnehmen. Insbesondere, wenn massenpsychologische Phänomene das Treiben der Gesellschaft bestimmen.

Gefährlich ist’s, den Leu zu wecken, Verderblich ist des Tigers Zahn, Jedoch der schrecklichste der Schrecken, Das ist der Mensch in seinem Wahn.

Friedrich Schiller

Letztlich sollte auch jeder merken, dass es bei #nichtmeinaerztetag nicht darum geht, jemanden zu verletzen oder anzugreifen. Es geht darum, eine auf Fakten basierende Diskussionskultur zu erschaffen, in der jede (konstruktive) Meinung erlaubt ist. Von mir aus sind auch destruktive Meinungen erlaubt, allerdings sollten sich diese Personen auch einfach einmal bewusst machen, weshalb sie diesen Drang (psychologisch) verspüren, Beleidigungen oder gezielte Verletzungen zuzufügen.

Wer nicht mit sich selbst umgehen kann, kann es vermutlich auch nicht mit dem Internet oder sozialen Medien… Genauso wenig, wie wir uns von Angst leiten lassen sollten, sollten wir uns von Hass leiten lassen. Vielleicht ist ein grundsätzlicher Paradigmenwechsel notwendig, der auch über die rein rationale Auffassung zukünftiger Entwicklungen und wissenschaftlicher Erkenntnisse hinausgeht? Vielleicht sind Bestrebungen zur emotionalen Intelligenz und Transzendenz hilfreiche Komponenten, die mehr Licht auf den dunklen Weg der Gesellschaft werfen können?

Wer reibt sich heute noch die Augen; schaut sich um, wie jemand, der gerade aus einem Traum erwacht ist; wundert sich, was hier in unserer Gesellschaft vorgeht? In diesem kleinen Beitrag möchte ich einige Fragen aufwerfen und Denkanstöße geben. Denkanstöße, die im öffentlichen Diskurs fehlen, aber dringend notwendig wären, wenn wir aus der aktuellen Misere finden wollen.

Tatsächlich habe ich in letzter Zeit viel darüber nachgedacht, was das aktuelle Problem ist. Gibt es nur das eine Problem, auf dem alle anderen Probleme beruhen oder ist es vielmehr ein multikausales Geflecht von Problemen (auch Prädikament genannt, welches im Verbund für den derzeitigen Verfall von freiheitlichen und zwischenmenschlichen Werten führt?

Ich glaube uns Menschen ist selbst einfach nicht so ganz klar, wo wir denn eigentlich hinwollen. Was ist unser Ziel (telos), was gilt es zu erstreben? Streben wir als liberale Gesellschaft der freiheitlichen Eutopie entgegen? Viele Menschen haben während der Pandemie wohl eher ein gegenteiliges Gefühl. Viele vermuten, dass wir uns auf dem Weg in eine Dystopie befinden. Aber wieso glauben sie das?

Ich glaube einer der Gründe hierfür (neben dem immensen Aufkommen an psychischen Krankheiten, Bildungslücken, vermehrter Ernährungsarmut, wirtschaftlicher Spaltung usf.) ist der falsche Umgang mit den öffentlichen Medien. Sowohl seitens der Medienmacher, als auch seitens der „Veröffentlichten“. Viel zu wenig wird im öffentlichen Diskurs darauf hingewiesen, dass es sich bei dieser Person und ihrer Meinung nicht um DAS WISSEN handelt, was die Welt gebraucht hat. Dennoch verstehe ich auch die Risiken, die damit einhergehen, jede Art von Information nur als Meinung zu verkaufen.

Die meisten Menschen sind schlicht nicht in der Lage, jede erdenkliche Information zu hinterfragen oder haben womöglich sogar Angst davor – am Ende ist man noch ein Verschwörungtheoretiker… und das will doch keiner?

Die gesellschaftliche Rolle zu erfüllen ist einer unserer Grundbedürfnisse und daher geht heute auch sehr viel mit Status einher. Bei bestimmten Politikern, Philosophen, Wissenschaftlern und vielen mehr geht es jeden Tag darum den Diskus mitzubestimmen und sich an die Bedürfnisse der Massengesellschaft anzupassen. Daher ist es auch nicht verwunderlich, dass der Geltungsdrang dazu führt, dass man sich selbst verstellt und eine bestimmte Rolle einnimmt, die gerade gesellschaftlich erwünscht ist. Treffend hierzu ist immer wieder der Vergleich zwischen Mensch und Person: Die Person bedeutet auf altgriech. Maske und ist damit zugleich die Rolle, die der Mensch in der Gesellschaft einnimmt (Schon mal darüber nachgedacht, dass es einen Personalausweis gibt, keinen „Menschenausweis“?).

Beispiel: Die Gesellschaft scheint nach wie vor Angst vor COVID-19 zu haben. Wer passt das perfekt ins Bild? Jemand der ihnen weiter diese Angst macht. Also sind eben diese Personen gefragt.

Aber nicht nur die gesellschaftliche Rolle (Status) hat einen Einfluss auf das Verhalten von Personen in der Öffentlichkeit. Es gibt beispielsweise auch wirtschaftliche Gründe oder etwa das Bestreben, bestimmte Ziele durchzusetzen (ob diese Ziele der Gesellschaft gefallen oder nicht ist doch egal?). Letztlich kann man durchaus sagen, dass die Pervertierung des menschlichen Geistes sich insbesondere auch im abtrünnigen gesellschaftlichen Verhalten offenbart.

Am besten kann man dieses Verhalten studieren, wenn man ein aufmerksamer Leser / Zuschauer ist und sich merkt, was bestimmte Personen zu bestimmten Zeitpunkten in den Medien behaupten. Dann stellt man ganz schnell fest: Ups, da hat aber wohl jemand ganz flott seine Meinung geändert oder misst mit doppelten Maßstäben. Nicht aus wissenschaftlichen Gründen, sondern einfach, weil es gerade passt und „Trendy“ ist. Zwei Mal darüber nachdenken, was man sagt, klappt da nicht so gut.

Einer der Gründe, warum viele vermuten, dass wir uns auf dem Weg in eine Dystopie befinden, könnte also sein, dass es ein immenses Aufkommen von Doppelmoral bei öffentlichen Personen gibt.

Zeitgeistlogik: Mit einer Doppelmoral hat man nur halb so viele Gewissensbisse.

Ernst Festl

Nachfolgend möchte ich eine kleine Liste anführen, bei der erkenntlich wird, wie häufig Doppelmoral tatsächlich in der Medienlandschaft auftritt. Und ihr würdet euch wundern, wie stark dieses Verhalten ansteigt, je mehr bestimmte Personen in der Öffentlichkeit stehen. Vielleicht steigt dieses Verhalten ja sogar exponentiell an… 😉

31. August 2020

Jens Spahn: „Mit dem Wissen heute [würden wir] keinen Einzelhandel mehr schließen“

3. November 2020

Auch Jens Spahn: „Es geht darum die Lage realistisch einzuschätzen und zu erklären, warum ein erneutes Herunterfahren des öffentlichen Lebens notwendig ist.“

3. November 2020

Karl Lauterbach: „Ich finde es falsch Angst zu machen“

15. April 2021

Auch Karl Lauterbach: Und diejenigen, die jetzt sterben, so zwischen 40-60, das sind zumeist Familienväter, Familienmütter, die werden mitten aus dem Leben gerissen. (Übrigens eine Falschaussage)

30. Januar 2020

Christian Drosten: „Die Datenlage ist nicht gut für das Aufhalten mit der Maske.“

9. Oktober 2020

Auch Christian Drosten: [Erklärung] „… also trage ich die Maske um mich und andere zu schützen.“

22. Juli 2019

Richard David Precht: [Die Zeit in der Schule] „Das ist nicht die Zeit im Altersheim, das ist die Zeit in der prägendsten, am tiefsten in Erinnerung bleibenden Lebensphase.“

30. April 2021

Auch Richard David Precht [auf die Frage des Moderators welche Schritte Precht in die Wege leiten würde, um die Kollateralschäden der Pandemie anzugehen, z.B. bei Kindern]: „Ob Kinder da dauerhaft große Schäden davon tragen, bin ich nicht sicher, aber da wäre ich vorsichtig mit so einer Prognose. Ich war ja auch mal Kind und aus eigener Erfahrung kann ich sagen: Kinder stecken so was besser weg [als ältere Leute].“

5. Mai 2020

Michael Kretschmer: „Niemand wird in Deutschland gegen seinen Willen geimpft. Auch die Behauptung, dass diejenigen, die sich nicht impfen lassen, ihre Grundrechte verlieren, ist absurd & bösartig. Lassen Sie uns Falschnachrichten & Verschwörungstheorien gemeinsam entgegentreten. (SK) #Impfzwang

1. März 2021

Auch Michael Kretschmer: Schließt Impfpflicht [erneut] nicht völlig aus und will Grundrechts-Beschränkungen für Corona-Geimpfte lockern

Originally tweeted by Michael Kretschmer (@MPKretschmer) on 5. Mai 2020.

18. Februar 2020

Lothar Wiehler (RKI): „Das Tragen von Gesichtsmasken im öffentlichen Raum ist definitiv nicht angebracht.”

29. Januar 2021

Auch Lothar Wiehler (RKI): Erst sind Alltagsmasken, dann OP-Masken, nun FFP2-Masken vorgeschrieben (auch an öffentlichen Plätzen)

10. März 2020

Volksverpetzer wird Blog des Jahres (Goldener Blogger) mit der Begründung: „Das ehrenamtliche Team setzt einen bewussten Kontrapunkt zu jenen, die das Klima im Netz vergiften“

10. März 2020

Auch die Jury: „Volksverpetzer recherchiert Fake-News nach und gibt die Ergebnisse seiner Arbeit in der gleichen plakativen Art wider, wie extremistische Accounts und rechtsradikale Nachrichtenangebote.“

P.S.: Die Liste wird regelmäßig ergänzt.

In einem kann ich der WHO definitiv zustimmen: Die COVID-19-Pandemie ist zugleich eine immense Infodemie. Ich staune immer wieder darüber, dass wir immer noch nicht in der Lage sind, mit dem Internet richtig umzugehen. Sonst wären Shitstorms, Doppelmoral und Halbwahrheiten kaum an der Tagesordnung.

Vielleicht brauchen wir auch einfach noch ein paar Jahrzehnte um mit dem Internet richtig umgehen zu können? Vielleicht ist aber auch das Internet gar nicht Schuld, sondern der Mensch selbst muss sich ändern und erhält durch das Internet lediglich einen Spiegel vorgesetzt.

Wer weiß das schon. 

Herzlich
Tristan

Ein Beitrag aus Sicht der Hermetik

In den letzten Tagen habe ich vermehrt über die Frage nachgedacht, was uns Menschen wichtiger ist: Das Gefühl der Geborgenheit, Schutz und Behütung (Sicherheit) oder das Gefühl von Eigenverantwortlichkeit, Selbstständigkeit und Unabhängigkeit (Freiheit)? Lasst uns hierzu etwas tiefgründiger schauen und die beiden Elemente richtig einordnen.

Auf meinen Instagram-Kanälen @tristanstrivium und @tristannolting habe ich dazu eine Umfrage gestartet und folgendes Ergebnis erhalten.

Dies ist natürlich keine repräsentative Umfrage. Die Umfrage ist zudem durch die derzeitigen Diskussionen um die Freiheitseinschränkungen der Corona-Pandemie getrübt. Sobald den Menschen entweder ihre Sicherheit oder ihre Ordnung genommen wird, scheinen sie sich wieder danach zu sehnen. Was aber hat es mit diesen beiden Elementen in der Bedeutung für den Menschen auf sich?

Freiheit und Sicherheit sind Ideale und in ihrer extremen Ausprägung Gegenteile, auch wenn sie sich, wie jedes Gegensatzpaar, gegenseitig bedingen. Die folgenden Überlegungen beziehen sich jedoch nicht nur auf die Ideen hinter den Begriffen, sondern auch auf die damit verbundenen Ideologien der Sicherheit und der Freiheit.

Die Ideologie der maximalen Sicherheit schafft die Rechte des Menschen (analog zur rechten analytischen Gehirnhälfte), ja fordert sogar dessen Verschärfung, wodurch es jeder Menge an regelkonformen Bürokraten bedarf, die diese Ordnung verwalten. Sicherheit bewahrt somit Ordnung und minimiert zudem mögliche Zufälle und Gefahren. Durch die Beherrschbarkeit wird der Glaube an eine Welt ohne Gefahren möglich.

Die Ideologie der Freiheit hingegen wird von tendenziell linken Typen (analog zur linken emotional-kreativen Gehirnhälfte) gelebt, die sich die Wahlmöglichkeit zur freien Gestaltung ihres Lebens (und auch des Todes) erhalten wollen. Gesetze stehen dem entgegen, da sie die Handlungen des Individuums einschränken. Ob dies gut oder schlecht ist, ist in erster Instanz irrelevant, denn die Freiheit will sich nur die Wahlmöglichkeit erhalten. Durch die Wahlmöglichkeit wird somit der Glaube an eine freie selbstbestimmte Welt geschaffen.

Wenn wir diese Zeilen reflektieren, merken wir, dass Freiheit versucht zu bewahren, während Sicherheit versucht zu schaffen. Sicherheit ist ein illusionäres, analytisches Konstrukt, das von dem Menschen erschaffen wurde, um sich vor Gefahren zu schützen. Sicherheit gibt es in der Natur nicht. Freiheit ist jedoch ebenso eine Illusion, da die Idee vor der Erkenntnis der eigenen Limitationen schützen soll. Tiere sind in ihrer Rolle ebenso limitiert, haben jedoch keine Möglichkeit wie der Mensch dies zu reflektieren und gehen daher einfach ihrer Bestimmung nach. Politisch gesehen könnte man die Freiheit als Liberalismus und die Sicherheit als Konservatismus definieren. Zusammengefasst heißt dies:

  • Freiheit = Bewahrung
  • Sicherheit = Erschaffung

Männlichkeit & Weiblichkeit

Diese beiden Pole der Bewahrung und Erschaffung finden sich auch in dem ureigenen Spiel der Männlichkeit und Weiblichkeit (Dualität) wieder. Im Kybalion (Hermetik) steht hierzu geschrieben:

„Geschlecht ist in allem; alles hat sein männliches und sein weibliches Prinzip; Geschlecht manifestiert sich auf allen Plänen.“

Das Kybalion

Die Hermetik World Bibliothek führt dies mit Bezug auf die heutige moderne Naturwissenschaft noch detaillierter aus:

„[…] Das Wort Geschlecht (genus) ist verwandt mit „zeugen, erzeugen, schaffen, hervorbringen, Schöpfung“. Eine kurze Überlegung wird zeigen, dass das Wort eine viel weitere und allgemeinere Bedeutung hat als der Ausdruck Sexualität; letzterer bezieht sich auf die physischen Unterschiede zwischen männlichen und weiblichen Lebewesen. […]

Die Aufgabe von Geschlecht ist zu schaffen, hervorzubringen usw. Seine Manifestationen sind auf jedem Plan von Phänomenen sichtbar. […]

Die Aufgabe des männlichen Prinzips scheint darin zu liegen, eine gewisse angebotene Energie auf das weibliche Prinzip zu richten und so den Schöpfungsvorgang in Tätigkeit zu setzen. Das weibliche Prinzip ist aber immer dasjenige, welches das aktive schöpferische Werk vollbringt; und so ist es auf allen Plänen. […]

Die öffentliche Meinung hat sich eine ganz irrtümliche Ansicht über die Eigenschaften des sogenannten negativen Poles von elektrifizierter oder magnetisierten Materie gebildet; die Ausdrücke positiv und negativ werden von der Wissenschaft auf diese Phänomene ganz fälschlich angewendet: Das Wort positiv bedeute etwas Reales und Starkes, im Gegensatz zu einer negativen Unrealität oder Schwäche. Nichts liegt dem wahren Sachverhalt bei elektrischen Phänomenen ferner. […]

Es ist nicht nötig, euere Zeit zur Besprechung der wohlbekannten Phänomene in Anspruch zu nehmen, wie „Anziehung und Abstoßung“ der Atome, chemische Affinität, Liebe und Hass der Atome, Anziehung oder Kohäsion zwischen den Molekülen der Materie. Diese Tatsachen sind zu gut bekannt, als dass sie einer weiteren Erklärung bedürfen. Aber habt ihr je schon bedacht, dass alle diese Tatsachen Manifestationen des Prinzips vom Geschlecht sind? […]“

Ähnliche Ideen finden sich beispielsweise auch bei Rudolf Steiners geisteswissenschaftlich basierter Anthroposophie oder auch bei vielen fernöstlichen Philosophien wie dem Hinduismus.

Männliche und weibliche Elemente sind immer im Menschen gemischt, wie auch bei den Protonen und Elektronen des Atoms, auch wenn es ein fest definierbares biologisches Geschlecht am Menschen gibt (auch die verschiedenen Atome weisen Merkmale einer weiblichen und männlichen Klassifizierung durch ihr Verhalten auf). Je nachdem, welche Anteile im Menschen vorherrschend sind, manifestiert sich letztlich auch die Biologie. So steht es auch im hermetischen Gesetz der Entsprechung geschrieben.

Ebenso wie die männlichen und weiblichen Elemente im Menschen vermischt sind, sind auch die freiheitlichen und rechtlichen Vorstellungen und Fiktionen vermischt.

Die Existenz der Lebendigkeit (des Menschen, der Tiere, der Pflanzen etc.) ist jedoch nur denkbar, wenn das Verhältnis beider Geschlechter (Polarität) zueinander gewahrt wird. Dieses Phänomen ist in allen bekannten Disziplinen der Wissenschaften bekannt, von der Psychologie und Physiologie über die Ökologie bis zur Chemie. Sobald ein Geschlechtsmerkmal übermäßig stark wird, beginnt die eintretende Starre (Ordnung) oder die Konfusion (Chaos). Besonders anschaulich wird dies auch in der Kinderserie Avatar: Die Legende von Korra (2/8) durch die Kräfte von Raava und Vaatu dargestellt.

Machen wir dies doch noch an zwei anschaulichen Beispielen fest, um das Ausmaß dieser naturwissenschaftlichen Erkenntnis zu vertiefen.

1. Beispiel: OSHO

In der Dokumentar-Filmreihe Wild Wild Country auf Netflix erhält man Einblicke in das Leben und Wirken des indischen Philosophen „Rajneesh“ Chandra Mohan Jain (OSHO) und seiner Anhänger (Sannyasins). Der Dalai Lama bezeichnete OSHO beispielsweise als „erleuchteten Meister, der mit allen Möglichkeiten arbeitet, um den Menschen zu helfen, diese schwierige Phase in der Entwicklung des Bewusstseins zu überwinden.“

In der Filmreihe wird in der zweiten Folge genauer auf die Umsiedlung OSHO’s von Indien nach Oregon nahe der Stadt Antelope (U.S.A.) eingegangen. Es wird beschrieben, wie die Sannyasin’s innerhalb kürzester Zeit eine Kommune für das Zusammenleben mit OSHO auf der Big Muddy Ranch errichteten. Den Bewohnern der 40-Einwohner großen Stadt Antelope gefiel das gar nicht und so entbrannten Streits zwischen den beiden Lagern, die zwischenzeitlich sogar für das Aufkaufen und Umbenennen der Stadt (durch OSHO’s Generallbevollmächtigte Ma Anand Sheela) und wiederum Bombenattentate auf Sannyasins führte. Wie kann jedoch ein solcher Glaubenskrieg entstehen?

Der Konflikt liegt klar in der Gegenüberstellung der Kulturen. Die amerikanischen Einwohner, geprägt von Konservatismus, pflegten einen Alltag der ihnen ein Gefühl von Sicherheit gab, wohingegen die Sannyasins zur damaligen Zeit als Kultur der unorthodoxen freiheitlichen Praktiken konträr zu christlichen Werten galt. Dies wurde durch die Einblicke von Praktiken des Films Ashram in Poona (1981) noch verschärft. Der Film war bekannt für seine Aufnahmen von nackten, kreischenden und ausflippenden Menschen in einer Sannyasin-Therapiegruppe (Hier ansehen).

Außerdem kam hinzu, dass Shannon Jo Ryan, Tochter des ehemaligen Kongressabgeordneten Leo Ryan, der die Gemeinde Jonestown des Volkstempels in Guyana untersuchte und dort 1978 von Anhängern des Tempels beim Massaker von Jonestown, getötet wurde, der Sannyasin-Bewegung nach Oregon folgte und von Medien nun vermutet wurde, dass sich eine solche Sekte wie Jonestown wiederholt. Es gab Anlass zur Sorge für die amerikanischen Bürger und Medien, dass sich eine solche Tragöde wie Jonestown, bei der 909 Menschen Suizid begangen haben, wiederholt.

Wir stellen also fest: Hier trafen zwei Gruppen aufeinander, die konträr von freiheitlichen und konservativen Glaubenssätzen geprägt waren. Die Unterschiedlichkeit begünstigte den Konflikt. Viele der damaligen Handlungen waren auf Vorurteilen gebaut. Es wird also deutlich, dass das fehlende Verständnis zum Teil auch durch die unterschiedliche Ausrichtung der Menschen erfolgt ist. Für die einen war Sicherheit das wichtigste – für die anderen die Ausübung ihrer Freiheit.

2. Beispiel: Pandemien

Wie wir es auch in der aktuellen Pandemie erleben, gibt es Befürworter und Kritiker der politischen Maßnahmen. Dreh- und Angelpunkt ist gewiss auch die Ausübung der Grundrechte, welche dem Menschen gewisse Freiheiten gewähren. Während die Sicherheitsfanatiker argumentieren, dass die Opfer der aktuellen Pandemie um jeden Preis gering gehalten werden muss, argumentieren die Freiheitsliebhaber um die Ausübung ihrer Wahlmöglichkeiten. Plakativ und in extremer Ausprägung würde eine solche Differenzierung wie folgt aussehen:

Sicherheit

– Virus Gefahr eliminieren
– Isolieren und Kontakt scheuen
– Impfstoff zur Immunität entwickeln
– Wenn nötig Rechte einschränken, damit
sich jeder an die Vorgaben hält

Freiheit

– Mit dem Virus leben lernen
– Arbeit & Sozialleben normal weiterführen
– Natürliche Immunisierung
– Grundrechte um jeden Preis bewahren

Durch die „neue Gefahr“ wird somit ein Kampf zwischen den in den Menschen vorherrschenden Tendenzen geschaffen, die, wenn die Situation als nicht bedrohlich gewertet werden würde, sich im Gleichgewicht gegenseitig erhalten. Nun kämpfen die freiheitlich gesinnten Menschen um die Bewahrung der Rechte, um die sie auch geschichtlich nachvollziehbar seit tausenden von Jahren schon kämpfen, während die Menschen, die nach Sicherheit streben, um eine weitere Einschränkung trachten, damit absoluter Schutz gewährt ist. Die Freiheit und Sicherheit erstreckt sich dann auch in anderen Fragestellungen, wie etwa der Moral oder Sozialität (ist das Abnehmen der Maske in der Öffentlichkeit asozial?).

Vielfach werden Symbole, wie die Masken, als Freiheits oder Sicherheitssymbol aufgeladen, je nachdem aus Perspektive sie betrachtet wird. Die Sicherheitsfanatiker sehen ihre Freiheit in der Sicherheit. Die Freiheitsfanatiker sehen ihre Sicherheit in der Freiheit (Wortspiel verstanden?). Bei Parteien versuchen für das Gute zu kämpfen. Oder zumindest wird ihnen gesagt, dass sie für das Gute im Menschen kämpfen. Wie auch Theodor W. Adorno feststellte, sind die Menschen bereit fast alles zu tun, solange es sich in ihren Augen um „das Gute“ handelt.

Aber was ist das Gute? Ist es Sicherheit oder Freiheit?

Ich möchte hier keiner Position den Vorrang zusprechen. Ich möchte viel lieber dazu anregen, dass das Gleichgewicht beider Verhältnisse langfristig der beste Weg ist, um (mit einer Gefahr) zu leben. Maßnahmen zur Sicherheit sind keinesfalls schlecht. Genau so wenig, wie die Freiheit des Menschen zu verteidigen. Beides sollte jedoch, gerade auch in Anlehnung an den Zeitgeist, mit den Menschen abgestimmt sein. Die Bereitschaft ist hier eine wichtige Komponente. Wir sehen es an Schweden – Gebote sind vielfach vorteilhafter, als Verbote. Auch, um die freiheitlichen Ideale des Menschen nicht zu sehr zu bedrohen. Denn ansonsten rebelliert der Mensch und realer Krieg ist die Folge.

Krieg kann somit als eine Folge der (teils illusionären) Einschränkungen der eigenen Freiheit gewertet werden. Der „temporäre“ Krieg soll dazu dienen, die Freiheit wieder herzustellen. Ähnlich ist es auch mit SARS-CoV-2 – hier wurde vielfach Kriegsrhetorik angewandt, um den vermeintlichen Kampf gegen das Virus zu gewinnen. Wie beim Krieg dient die zeitweilige Einschränkung der Freiheit des Menschen zur vollständigen Wiederherstellung. Einschränkungen sind der Freiheit dienlich – so zumindest die Argumentation von Politikern wie Karl Lauterbach (siehe ARTE Doku). Aber kann das der richtige Weg sein?

Wie auch bei der Geschichte von OSHO und der Sannyasin-Bewegung zu erkennen, gibt es durch die Themen Freiheit und Sicherheit ein hohes Radikalisierungspotential. Dabei wird dann gerne auch damit argumentiert, dass der Gegner immer radikaler wird, man selber müsse also dementsprechend handeln (und radikaler werden). Die eigene Freiheit zu wahren wird dann zu einem Machtkampf.

Letztes Beispiel hierzu: Die bekannte Seite Volksverpetzer hat vielfach polarisierende und brachiale Rhetorik genutzt und nutzt diese auch immernoch, um die Menschen, die für ihre Freiheit demonstrieren, als Ideologen zu diffamieren. Der Wortlaut nimmt dabei Züge an, wie etwa: „Während diese Woche bereits 848 Menschen gestorben sind, demonstrieren sektenhafte-Pandemie-Leugner mit „Wo sind die Toten?“-Laternen, die sie ihren Kindern in die Hand drücken. Wie abgedreht ist diese Ideologie eigentlich inzwischen?“

Pauschal kann ich also die anfängliche Frage, was wichtiger ist, ob Freiheit oder Sicherheit, nicht beantworten. Dies hängt vielfach von der innerlichen Geistesverfassung des Menschen ab.

Zum Abschluss dieses Blogbeitrags habe ich noch eine Geschichte für euch. Es handelt sich um die alte Parabel vom schwarzen Schaaf, welche ich für euch so aufbereitet habe, dass es in unseren Kontext von Freiheit und Sicherheit passt. Ich wünsche aufrichtiges Hinterfragen der hier geteilten Inhalte und zudem guten Genuss der Geschichte!


Das schwarze Schaaf

Ja, das ist die Geschichte vom freien Denken,

vom schwarzen Schaaf, das ließ sich nicht mehr vom Hirten lenken.

Und als es sich aus seinen Zügeln losriss

Und seinen Hirten das erste Mal biss –

da ward es ausgestoßen und in die weite Welt gesetzt.

Zögerlich zog es von dannen, voller Angst entsetzt.

Da bemerkte es, dass auch andere Tiere ohne Hirten lebten,

und ganz ungeniert für sich in den Tag hineinlebten.

Nun wollte es zurück und seinen Kameraden berichten,

die hatten aber kein Interesse daran, den Streit zu schlichten.

Verächtlich sahen sie ihn als Verräter, 

die Freiheit machte das dumme Schaaf zum Übeltäter.

Und so blieb es, wie es immer schon war,

Schaafe lieben Sicherheit, das ist wohl klar.


Ich hoffe, euch hat der Beitrag gefallen und ihr habt etwas Neues über die Themen Hermetik, Dualität, Freiheit, Sicherheit und Wissenschaft gelernt. Falls ihr Anregungen, Fragen oder Kritik an mich habt, dann schreibt mir doch auf Social Media oder per Mail.

Wer Freiheit für Sicherheit aufgibt, wird am Ende beides verlieren.

Benjamin Franklin:

Bleibt verständnisvoll,
euer Tristan.

Am 1. November 2020 erschien meine Analyse „COVID-19 (SARS-CoV-2) holistisch betrachtet“ auf Englisch mit einem Update auf researchgate. Ich habe mir nach Rückmeldungen von wiss. Mitarbeitern und Professoren die Mühe gemacht, meinen Artikel auch für ausländische Wissenschaftler verfügbar zu machen und außerdem um die mediale, wissenschaftliche und politische Entwicklung von Mai bis November zu ergänzen.

Anbei findet ihr nun den Link zum englischen Dokument sowie die Übersetzung auf Deutsch exklusiv auf meinem Blog. Für Rückmeldungen und Kritik stehe ich euch auf Whatsapp zur Verfügung. Ich wünsche viele Erkenntnisse und spannendes Hinterfragen!

Hier geht’s zum englischen Artikel auf researchgate.


Update

1. November 2020:

Während ich meine Analyse vom Deutschen ins Englische übersetzte, kam mir die Idee, einen kurzen Überblick über die aktuelle Situation in Deutschland zu geben. 

Die typische Grippesaison verläuft von der 40. Kalenderwoche des aktuellen Jahres bis zur 20. Kalenderwoche des neuen Jahres. In diesen Wochen nimmt die Zahl der Virusinfektionen enorm zu, sodass der Influenza-Bericht des Robert-Koch-Instituts nicht mehr nur monatlich, sondern wöchentlich erscheint.[1] Im Jahr 2020 begann die 40. Kalenderwoche am 4. Oktober 2020, und ab diesem Zeitpunkt begannen auch die SARS-CoV-2-Infektionen zyklisch zu steigen. Am 15. Oktober 2020 erreichte die Zahl der SARS-CoV-2-Infektionen den höchsten Stand seit Beginn der Tests. Am 22. Oktober 2020 überschritt die Zahl der Infektionen zum ersten Mal die Anzahl von 10.000 (11.287, um genau zu sein). Seitdem schwankt die Zahl der Neuinfektionen zwischen 10.000 und 20.000. Es muss jedoch berücksichtigt werden, dass auch die Testkapazität gestiegen ist (von 7.115 in KW 11 auf 272.397 in KW44).[2]

Quelle: Wikipedia COVID-19 Pandemie-Daten, 2020.[3]

Die zunehmende Fokussierung der deutschen Medien und Politik auf die Zahl der Neuinfektionen hat zu einer zunehmenden Dramatisierung der Situation geführt. Dabei geht es nicht um eine Verharmlosung von SARS-CoV-2 (COVID-19), sondern um die tatsächlich messbaren Auswirkungen (Erkrankungen, Todesfälle, Folgeschäden) der Infektionen als eine zentrale Kenngröße für den Ausgang dieser Pandemie. 

Da jedoch die messbaren akuten Schäden der Pandemie zunehmend aus dem politischen Blickfeld geraten sind und sich der Fokus nun auf die steigende Zahl der Infektionen verlagert hat, haben sich Bundeskanzlerin Angela Merkel, die Bundesministerpräsidenten und ihre Berater am 2. November 2020 für die Notwendigkeit eines erneuten Lockdowns in Deutschland entschieden, der dazu beitragen soll, die Kurve der Neuinfektionen abzuflachen.[4]

Obwohl dieses Dokument keine politischen Statements enthalten soll, muss festgestellt werden, dass viele Politiker diese Entscheidung stark kritisiert haben. Der Vizepräsident des Bundestages[5], Wolfgang Kubicki, appellierte sogar gegen diese politische, aber aus seiner Sicht rechtlich nicht haltbare, Entscheidung Klage zu erheben.[6] Diese Entscheidung wurde von Merkel ohne Zustimmung des Parlaments im Deutschen Bundestag getroffen. Deshalb argumentierte Kubicki: „Die Beschlüsse bleiben von solch einer bemerkenswerten Widersprüchlichkeit, dass nur fraglich erscheint, wann das erste Gericht sie kippt und nicht ob.“[7]

Was jedoch von größerem Interesse sein sollte, ist die wissenschaftliche Sicht auf die Auswirkungen dieser Entscheidung. Man muss die langfristigen Folgen dieser Entscheidung berücksichtigen. Der zweite Lockdown wird von der Politik dazu benutzt, die Welle der Neuinfektionen zu „brechen“, ohne ausgewogene Berücksichtigung der tatsächlichen COVID-19-Situation. Daher kann die Zahl der Infektionen jederzeit als zu hoch von Spitzenpolitikern wie Bundeskanzlerin Angela Merkel deklariert werden, was folglich neue Lockdowns rechtfertigen könnte, auch wenn ein Anstieg tatsächlich typisch für die Grippesaison ist. Was Politiker bei dieser Auffassung von Pandemien zudem nicht berücksichtigen, ist, dass das Virus weniger schädlich sein könnte, als noch zu Beginn.[8]

Wie man sieht, haben die Fehlinformationen und die Verwirrung der Bevölkerung durch Medien und Politik nicht aufgehört, obwohl jeder die faktischen Auswirkungen der Angst auf die psychische und physische Gesundheit aufgrund von Pandemien kennen sollte. Die Liste der Kritiker von Lockdown-Politiken und deren Langzeitschäden, darunter das Deutsche Netzwerk für Evidenzbasierte Medizin e.V.[9], das National Bureau of Economic Research (NBER)[10], das Institut der deutschen Wirtschaft (IW)[11], Leiter von Gesundheitsbehörden und andere, wurde jedoch noch viel länger.[12],[13][14],[15],[16],[17],[18] Im Folgenden ein Zitat der Stellungnahme der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, die mit Hilfe von Prof. Dr. Hendrick Streeck, Prof. Jonas Schmidt-Chanasit und 32 unterstützenden Organisatione veröffentlicht wurde[19]:

„[…] Wieder auf Lockdowns zu setzen, könnte – in der Hoffnung Infektionszahlen zu senken – die reflexartige Konsequenz darauf sein. Aber wir haben in den Monaten der Pandemie deutlich dazugelernt. Der Rückgang der Fallzahlen ist politisch zwar eine dringende Aufgabe, aber nicht um jeden Preis. Wir erleben bereits die Unterlassung anderer dringlicher medizinischer Behandlungen, ernstzunehmende Nebenwirkungen bei Kindern und Jugendlichen durch soziale Deprivation und Brüche in Bildungs- und Berufsausbildungsgängen, den Niedergang ganzer Wirtschaftszweige, vieler kultureller Einrichtungen und eine zunehmende soziale Schieflage als Folge. […]”[20]

Obwohl ein neuer Lockdown fatal sein könnte, zielt die deutsche Politik darauf ab, „die Infektionsdynamik schnell zu unterbrechen, so dass in der Weihnachtszeit keine weitreichenden Einschränkungen notwendig sind“.[21] Die Einschränkungen für das öffentliche Leben werden für ab dem 2. November 2020 festgelegt. Selbst der Generaldirektor der Weltgesundheitsorganisationen, Dr. David Nabarro, hat eine Kehrtwende vollzogen, als er in einem Interview mit dem Spectator sagte: „Wir appellieren wirklich an alle führenden Politiker der Welt: Hören Sie auf, Lockdowns als primäre Kontrollmethode einzusetzen.[22] Und der Europäische Direktor der WHO, Hans Kluge, stimmte dieser Ansicht am 29. Oktober 2020 zu, während er auf die wirtschaftlichen Nebenwirkungen neuer Lockdowns hinwies.[23] Aber es scheint, dass die deutsche Politik sich der langfristigen Kosten der Lockdowns und der Warnungen renommierter Experten nicht bewusst ist.

Ein weiterer Streitpunkt in Bezug auf Langzeitschäden ist die aktuelle Debatte über die Mund-Nasenschutz-Regelungen. Die wichtigste Arbeit wurde im Juni/Juli 2020 von der Psychologin Daniela Prousa durchgeführt. In ihrer Studie: „Studie zu psychologischen und psychovegetativen Beschwerden durch die aktuellen Mund-Nasenschutz-Verordnungenin Deutschland“ untersuchte sie die psychologischen und psychovegetativen Beschwerden des Mund-Nasenschutzes in einer Stichprobengröße von n=1010 in Deutschland. Die Ergebnisse sind recht erstaunlich:

„Die Tatsache, dass ca. 60% der sich deutlich mit den Verordnungen belastet erlebenden Menschen schon jetzt schwere (psychosoziale) Folgen erlebt, wie eine stark reduzierte Teilhabe am Leben in der Gesellschaft aufgrund von aversionsbedingtem MNS-Vermeidungsbestreben, sozialen Rückzug, herabgesetzte gesundheitliche Selbstfürsorge (bis hin zur Vermeidung von Arztterminen) oder die Verstärkung vorbestandener gesundheitlicher Probleme (posttraumatische Belastungsstörungen, Herpes, Migräne), sprengte alle Erwartungen der Untersucherin. Die Ergebnisse drängen auf eine sehr zeitnahe Prüfung der Nutzen-Schaden-Relation der MNS- Verordnungen.“ (Daniela Prousa, 2020)[24]

Dennoch fordern Politik, Medien und Wissenschaftler wie Dr. Christian Drosten[25] und Prof. Dr. Dr. Karl Lauterbach[26] das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes in der Allgemeinbevölkerung, obwohl es keine entsprechenden Belege dafür gibt, dass asymptomatische Erwachsene und Kinder infektiös sind – oder, dass der Mund-Nasen-Schutz daran etwas ändern wird. Nachdem Klaus Reinhardt, Präsident der Bundesärztekammer, den Nutzen von Gemeinschaftsmasken bezweifelte, forderte Karl Lauterbach seinen Rücktritt.[27] Aber es gibt noch weitere emotionale Äußerungen von Karl Lauterbach, vor allem was die Folgeschäden betrifft. Trotz der Tatsache, dass Grippe und andere Viren auch Folgeschäden verursachen[28], verwendete Lauterbach die Studie „Kognitive Defizite bei Menschen, die sich von COVID-19 erholt haben, im Vergleich zu Kontrollen“: Eine N=84.285 Online-Studie“ des Imperial College in London für seine Argumentation, obwohl sie nicht einmal von Fachkollegen begutachtet ist.[29] In der Talkshow Markus Lanz und auf seinem Twitter-Account nutzte er diese Studie, um seine Überzeugungen zu bekräftigen.[30],[31] Wissenschaftlich betrachtet, kann dies als zulässig angesehen werden, da es keine anderen Studien gibt, die dieses Ergebnis bestätigen. Daher sind weitere Untersuchungen notwendig, um die Aussagen Lauterbachs zu bestätigen. Aber solche voreiligen Schlussfolgerungen sind in der deutschen Politik, wie man sehen kann, sehr verbreitet.

Die Maßnahmen der deutschen Politik, wie das Tragen von Kleidermasken in Fußgängerzonen und die Schließung oder Einschränkung von Restaurants und Bars zu späten Zeiten (23 Uhr)[32], sind nicht nur unbewiesen, sondern müssen auch hinterfragt werden. Die Verwirrung durch verschiedene Maßnahmen und Arten von Lockdowns jeden Tag oder jede Woche muss aufhören, um potenziell schädliche psychische Auswirkungen für die Gesellschaft zu reduzieren (wie oben erwähnt). Wir haben in Deutschland im Jahr 2020 immer noch keinen Beweis für eine erhöhte Sterblichkeit (10-Monats-Prävalenz) im Vergleich zu den Jahren 2019 oder 2018. Todesfälle mit SARS-CoV-2 (nicht wegen) sind im Vergleich zu anderen Krankheiten nicht auffällig erhöht.

Quelle: Statista, 20.Oktober 2020.[33]

Wer mit SARS-CoV-2, aber nicht an SARS-CoV-2 stirbt, gilt in Deutschland immer noch als Corona-Toter. Obwohl die Sterblichkeitsrate bei SARS-CoV-2 (10-Monats-Prävalenz) im Gegensatz zu anderen Ursachen (12-Monats-Prävalenz) recht niedrig ist, gibt es in der Politik einen Bestätigungsfehler (confirmation bias) über die Gesamtgefahr von SARS-CoV-2 für die Bevölkerung. Quelle: Statista, 20.Oktober 2020.[34]

Es gibt so viele Diskussionen darüber, was getan werden könnte, um eine Ansteckung zu vermeiden, dass das psychologische und wirtschaftliche Wohlergehen der Bevölkerung von politisch aktiven Wissenschaftlern wie Drosten oder Lauterbach völlig in Vergessenheit gerät. Wir als Gesellschaft sollten uns nicht primär im die Infektionsrate kümmern. Darauf wies auch der Epidemiologe Gerard Krause in dem Nachrichtenportal Dlf hin. Während die Deutsche Gesellschaft für Virologie über den natürlichen Weg der Immunisierung mit SARS-CoV-2 besorgt ist, können wir jetzt sehen, dass sich der besondere Weg Schwedens auszahlt.[35] Die Infektionsraten in Schweden steigen zwar (vermutlich wegen der Testkapazitäten und des Wetters), aber die Fallsterblichkeit von SARS-CoV-2 in Schweden ist seit dem 29. Juli 2020 stets niedriger als 5 Todesfälle pro Tag. Obwohl Anders Tegnell, der schwedische Staatsvirologe, vom Konzept der Herdenimmunität nicht überzeugt war („Das Streben nach Herdenimmunität ist weder ethisch noch anderweitig zu rechtfertigen. Selbst wenn jüngere Menschen weniger schwer erkranken und seltener sterben, kann es dennoch vorkommen […]“)[36], könnte es in der Gesamtstatistik Hinweise darauf geben. An dieser Stelle möchte der Autor noch einmal daran erinnern, dass radikale Maßnahmen gegen SARS-CoV-2 schwere Nebenwirkungen haben, wie höhere Selbstmordraten, Traumata und psychische Schäden vor allem bei Kindern, die kaum betroffen sind. Hinzu kommen höhere Angst- und Depressionsraten und die Verschiebung notwendiger Operationen.[37],[38],[39],[40] Der Einsatz von Herdenimmunität und die Verbesserung des Schutzes von Risikogruppen könnte die beste Lösung sein, um Langzeitschäden zu minimieren.

Quelle: Wikipedia COVID-19 Pandemie-Daten, 2020[41]

Diese Maßnahmen können nachgewiesen werden. Mund-Nasen-Abdeckungen sind in diesem Zusammenhang nur eine potenzielle Maßnahme zum Schutz von Risikogruppen, nicht der allgemeinen Bevölkerung. Die Pflicht zum Tragen von Masken könnte lediglich psychologische und psychovegetative Schäden verursachen und gleichzeitig die natürliche Art der Immunisierung verlangsamen. Aber das deutsche Verwaltungsgericht antwortete auf den Dringlichkeitsantrag von Daniela Prousa mit der Bitte, die Mund-Nasen-Schutz-Verordnung endgültig aufzuheben, dass es keine Notwendigkeit gebe, die deutsche Bevölkerung in ihrer psychischen Gesundheit zu schützen. Der Staat sei, wie das Verwaltungsgericht behauptet, nur für die körperliche Unversehrtheit verantwortlich: „Ein Eingriff liegt nicht schon dann vor, wenn nur das psychische oder emotionale Wohlbefinden betroffen ist, vielmehr muss die körperliche Unversehrtheit betroffen sein.“[42] Hier haben wir ein Beispiel für nationale Ignoranz gegenüber der modernen wichtigen medizinischen Sichtweise, dass es eine Verbindung zwischen Körper und Geist gibt. Wie bereits im ersten Teil der Analyse beschrieben, erhält der Geist bei der Entstehung von Krankheiten, wie bei Krebs, Diabetes oder Virusinfektionen, immer mehr Aufmerksamkeit. Und es liegt in der Verantwortung des Staates nachzuweisen, dass es zunächst keine Auswirkungen des psychischen Wohlbefindens auf den Körper gibt (vgl. auch Rudolf Steiners Anthroposophie).[43]

Man muss sich fragen, ob alternative und ganzheitliche wissenschaftliche Meinungen nicht willkommen sind, wenn moderne Medien (Facebook, Youtube, Google) versuchen, Online-Inhalte von ehemaligen renommierten Experten wie Dr. Sucharit Bhakdi oder Dr. Wolfgang Wodarg zu zensieren.[44],[45] Kürzlich bestätigte ein Topmanager von Google, dass Google in der Lage ist, die Macht der Suchmaschine zu nutzen, um Einfluss auf den politischen Kurs zu nehmen.[46] Medien und Suchmaschinen haben die Fähigkeiten, dies in Bezug auf ihre Nutzerraten zu tun. Wie das Projekt Veritas herausgefunden hat, nutzen sie diese jedoch auch bewusst und bieten sie ohne Kosten für demokratische Parteien an, um politische Meinungen zu beeinflussen.[47]

Wenn das tatsächlich der Fall ist, gibt es in den meisten verwendeten modernen Medien keine wirkliche Meinungsfreiheit. Oder es gibt Meinungsfreiheit in bestimmten Bereichen, wo Medien und Politik in den Industrieländern dies zulassen. Politiker wie Cem Özdemir riefen wegen der Black-Lives-Matter-Bewegung zum Handeln auf, bezeichneten Kritiker der deutschen Corona-Politik dagegen als „#Covidiots“ und erzwangen damit die weitere Spaltung in unterschiedliche Überzeugungen des „Virenthemas“.[48] Özdemirs Meinung spiegelte sich auch in den Berichten über die Black-Lives-Matter-Demonstrationen wider.[49],[50] Während die Demonstranten dieser Demonstration als Philantrophisten („weltweit vereint gegen Rassismus“)[51] gefeiert wurden, die sich nicht an die geltenden SARS-CoV-2-Bestimmungen halten müssen, scheinen die „#Covidiots“ nach wie vor unsichere Bürger, Esoteriker oder politische Extremisten zu sein („Sie sind durch ihren Hass auf den Staat vereint“).[52],[53] Ich möchte noch einmal auf die negativen Auswirkungen der Stigmatisierung hinweisen. Hier scheinen die Medienberichte ambivalent zu sein und offensichtlich unterschiedliche Maßstäbe anzulegen.[54],[55],[56]

Wie man sieht, werden einige Forscher von Politikern und Medien favorisiert, wie der Chefarzt und Charité-Virologe Dr. Christian Drosten sowie Prof. Dr. Dr. Karl Lauterbach. Es scheint, dass Politiker heutzutage nur noch auf den Charité-Virologen hören, nicht mehr auf einen anderen Experten. Man sollte auch die Zwispalte in der Wissenschaft bedenken, die durch seinen Appell im April 2020 in der Öffentlichkeit entstanden: „Verlassen Sie sich nicht auf irgendwelche Professoren oder Ärzte, die behaupten, Mediziner zu sein und über diese Dinge Bescheid wissen“. Es soll nur „wenige Wissenschaftler in Deutschland geben, die sich mit dieser speziellen Viruserkrankung beschäftigen.“[57]

Karl Lauterbach war der am häufigsten eingeladene Fernsehgast in der SARS-CoV-2-Debatte (14 Auftritte). Der einzige geladene Gast, der gelegentlich die Politik kritisiert, Hendrick Streeck, hatte nur 6 Auftritte. Bhakdi selbst behauptete nicht die gleiche Fernsehzeit zu bekommen wie andere Wissenschaftler, obwohl ihn sein Fachwissen zu einem wertvollen und gut informierten Experten machen würde.145 Auch wenn Streecks Heinsberg-Studie (2020) ausgezeichnet war und das SARS-CoV-2-Virus besser einschätzbar gemacht hat, wird seine Meinung leider immer noch nicht von der deutschen Politik anerkannt (Stanford Prof. Dr. Ioannidis bestätigte Streecks Ergebnisse kürzlich durch die Veröffentlichung einer Meta-Analyse bei der WHO, die zu dem Schluss kam, dass die Letalität von COVID-19 bei etwa 0,23 liegt, aber geringer wäre, wenn ältere Menschen wirksamer geschützt würden).[58]

Quelle: Spiegel, (2020).[59]

Während es in Deutschland noch immer kein Interesse zu geben scheint, ausgewogene oder gar politikkritische Debatten durch Medien wie Funk, Spiegel oder RTL zu organisieren, ist Servus TV der erste (österreichische) Fernsehsender mit regelmäßigen kritischen Gästen wie Dr. Sucharit Bhakdi und Dr. Stefan Homburg. Leider scheinen einige „populäre“ Wissenschaftler kein Interesse an einem stetigen Austausch von wissenschaftlichen Erkenntnissen unter Kollegen zu haben. Beispielsweise ist Prof. Dr. Drosten nicht mehr an einem Austausch mit dem bekannten Kollegen Streeck interessiert. Wie WELT berichtet, schrieb Streeck E-Mails an Drosten, erhielt aber keine Antwort. „Streeck sagt, er gönne Drostens Erfolg nach, aber er glaubt, dass an ihn ein anderer Maßstab angelegt wird als an Drosten. Dieses Beispiel illustriert den ständigen Mangel an Kooperation zwischen Experten in Deutschland.

Ein weiteres Ergebnis von Streecks Heinberg-Studie war das geringe Risiko einer Infektion durch Oberflächen in der häuslichen Umgebung. Es gibt zwar einige Studien, die darauf hindeuten, dass SARS-CoV-2 einen Monat auf Oberflächen und damit zehn Tage länger als die Grippe überleben könnte[60], und andere, die behaupten, dass SARS-CoV-2 bei Raumtemperatur nur bis zu sieben Tage überlebt[61], aber es gibt noch keinen geeigneten Beweis für eine mögliche Erkrankung durch Schmierinfektion. Dennoch behauptet das deutsche Gesundheitsministerium dies auf seiner informativen Website https://www.zusammengegencorona.de, ohne seine Aussagen zu verifizieren. Und sie werben für die Verwendung von Masken zum Mund-Nasen-Schutz, aber nicht als Schutz vor Husten (angesichts des schwachen Schutzes von Gemeinschaftsmasken vor Viren, wie sie selbst schreiben), sondern gegen häufiges Berühren des eigenen Gesichts. Wiederum ohne jeden Beweis.

„Eine Maske aus Stoff fängt einen Teil der Tröpfchen auf.
Aber die Tröpfchen und das Virus sind winzig klein.
Das Stoff-Gewebe ist dagegen sehr grob.
Die Viren sind kleiner als die Löcher in dem Stoff.
Ein Teil der Viren kann trotzdem hindurch gelangen.

Warum sollten Sie trotzdem eine Maske aus Stoff tragen?

Auch eine Maske aus Stoff hilft,
damit sich weniger Menschen mit dem Corona-Virus anstecken.
Sie fassen sich zum Beispiel seltener in das Gesicht
und berühren nicht so oft Ihre Augen oder Ihre Nase.
Außerdem gibt es manchmal Momente,
bei denen Sie nicht den Abstand von mindestens 1,5 Metern einhalten können.
Zum Beispiel beim Einkaufen, im Bus oder in der Bahn.
Das Corona-Virus kann auch äußerlich übertragen werden
über sogenannte Schmier-Infektionen.“[62]

Wie man sehen kann, geht es in dieser Debatte nicht darum, eine wissenschaftlich fundierte und langfristige Lösung zu finden, die natürlich die Beziehung zwischen lang- und kurzfristigen Schäden bewerten sollte. Man sieht es vor allem, wenn man mit der bekannten Suchmaschine nach der Anzahl der Suchergebnisse sucht. Dort kann man nicht nur den Unterschied in der Qualität, sondern auch in der Quantifizierung der Berichte sehen. Mir scheint, dass es in den meistgenutzten Medien confirmation bias gibt, wenn es darum geht, neutral und unparteiisch über verschiedene Arten von Meinungen und auch in der Quantität der Berichte über bestimmte Wissenschaftler im Umgang mit SARS-CoV-2 zu kommunizieren.

„Streeck Corona“: 896.000 Ergebnisse
„Lauterbach Corona“: 6.190.000 Ergebnisse
„Drosten Corona“: 2.850.000 Ergebnisse
„Bhakdi Corona“: 1.070.000 Ergebnisse
„Wodarg Corona“: 159.000 Ergebnisse
„Wiehler Corona“: 537.000 Ergebnisse
„Robert Koch Institut Corona“: 30.400.000 Ergebnisse
(Google-Suchergebnisse, vom 24. Oktober 2020)

Meiner Meinung nach kann das Vertrauen in die Meinung von Experten nicht der künftige Standard sein. Jeder Bürger ist dafür verantwortlich, sich zu informieren, um die aktuelle Situation einzuschätzen. Für die Lockdown-Politik am 2. November muss jeder Bürger Bedenken und Überlegungen äußern, insbesondere wenn es um die eigene wirtschaftliche Existenz geht.[63] Und auch, um die vorherrschende Meinung der Regierung zu hinterfragen und sie zu einem politischen Kurswechsel im Interesse der Gesundheit aller, vor allem aber der Kinder zu bewegen, wie der Kinderforscher Michael Hüter die deutsche Politik warnt: „Eine ganze Generation ist kollektiv traumatisiert.“

Ich selbst habe angefangen, die Bedeutung von Platons Trivium zu erkennen, insbesondere wenn ich Nachrichtenberichte, Beiträge in den sozialen Medien lese und Fernsehberichte über SARS-CoV-2 sehe. In seinem Trivium definierte Platon die logischen Fehler, die sehr hilfreich sind, um andere Argumente abzuwägen. Wenn zum Beispiel jemand behauptet, etwas über SARS-CoV-2 zu wissen, nur weil ein Wissenschaftler etwas darüber gesagt hat, helfen die logischen Irrtümer dabei, es als einen Appell an die Autorität zu erkennen. Autorität kann niemals Argumente ersetzen, sonst würde die Gesellschaft nicht rational handeln. Ein anderes Beispiel könnte der Appell an die Angst sein, der viele Male als Instrument benutzt wurde, um bestimmte politische Regelungen zu erreichen. Es gibt noch weitere Beispiele und ich kann das Trivium nur empfehlen, um bestimmte Meinungen zu hinterfragen.

Abschließend möchte ich den Leser noch einmal an die Bedeutung der eigenen Gesundheit erinnern. Niemand anders kann für die körperliche und geistige Gesundheit verantwortlich sein als derjenige, der den Körper besitzt. Wir als Gesellschaft können nicht erwarten, dass die Wissenschaftler uns retten, wenn wir selbst die Bedeutung eines gesunden Lebensstils und der Krankheitsprävention vergessen. Angefangen bei uns selbst, können wir auch andere Menschen daran erinnern, hinauszugehen und die Natur, das Essen und unsere Kommunikation mit anderen zu genießen. Wenn wir versuchen, uns völlig zu isolieren, wird die Situation noch schlimmer werden. Das Immunsystem sollte wieder in den Mittelpunkt unserer Aufmerksamkeit rücken. Nicht nur, um Krankheiten vorzubeugen, sondern auch, um das Leben für alle wieder sehr angenehm zu machen.

Vielen Dank fürs Lesen.

Tristan Nolting.


Literaturverzeichnis:

[1]https://influenza.rki.de

[2]Robert Koch-Institut. (29. Oktober, 2020). Laborkapazität für Tests auf das Coronavirus (COVID-19) in Deutschland bis KW 44 2020 (Tests pro Tag) [Graph]. In Statista. Zugriff am 30. Oktober 2020, von https://de.statista.com/statistik/daten/studie/1110951/umfrage/testkapazitaeten-fuer-das-coronavirus-covid-19-in-deutschland/

[3]https://en.wikipedia.org/wiki/Template:COVID-19_pandemic_data

[4]https://www.welt.de/politik/deutschland/article218786968/Corona-Regeln-Neuer-Lockdown-Das-ist-verboten-das-ist-erlaubt.html

[5]https://www.epochtimes.de/politik/deutschland/kubicki-nahezu-kompletter-lockdown-wird-lage-nicht-verbessern-a3366944.html

[6]https://www.epochtimes.de/politik/deutschland/kubicki-ruft-zu-klagen-gegen-neue-corona-beschluesse-auf-a3367605.html

[7]https://www.liberale.de/content/kubicki-interview-fuer-die-passauer-neue-presse

[8]https://www.n-tv.de/wissen/Killer-oder-Schnupfen-Wie-mutiert-das-Virus-article21854892.html

[9]https://www.ebm-netzwerk.de/de/veroeffentlichungen/covid-19

[10]https://corona-transition.org/nber-studie-maskenpflicht-und-lockdown-brachten-nichts

[11]https://www.epochtimes.de/politik/deutschland/fdp-chef-kritisiert-corona-plan-der-regierung-a3366865.html

[12]https://www.servustv.com/videos/aa-2549xqckh2111/

[13]https://www.youtube.com/watch?v=k7blF3wmoeE

[14]https://www.epochtimes.de/politik/deutschland/oberster-richter-von-rheinland-pfalz-warnt-vor-sonderrechtsregime-der-bundesregierung-a3358500.html?meistgelesen=1

[15]https://www.epochtimes.de/politik/deutschland/gesundheitsamtsleiter-puerner-nach-kritik-ins-ministerium-zitiert-meine-meinung-lasse-ich-mir-nicht-verbieten-a3361419.html

[16]https://www.epochtimes.de/politik/ausland/wirtschaft-warnt-eindringlich-zweiter-lockdown-waere-fuer-deutschland-fatal-a3363610.html

[17]https://www.deutschlandfunk.de/epidemiologe-gerard-krause-erkrankungszahlen-sollten-der.676.de.html?dram:article_id=485544

[18]https://www.youtube.com/watch?v=k7blF3wmoeE

[19]https://www.kbv.de/media/sp/2020-11-02_KBV-Positionspapier_COVID-19.pdf

[20]https://www.kbv.de/media/sp/2020-11-02_KBV-Positionspapier_COVID-19.pdf

[21]https://www.thelocal.de/20201028/germanys-lockdown-proposal-to-save-christmas-leaked-what-you-need-to-know

[22]https://www.meinbezirk.at/niederoesterreich/c-regionauten-community/who-aendert-haltung-zu-lockdowns-und-spricht-sich-nun-dagegen-aus_a4288455

[23]https://www.epochtimes.de/politik/ausland/who-warnt-vor-negativen-nebeneffekten-landesweiter-corona-lockwdowns-a3368501.html

[24]Prousa, D. (2020). Studie zu psychischen und psychovegetativen Beschwerden mit den aktuellen Mund-Nasenschutz-Verordnungen. PsychArchives. https://doi.org/10.23668/PSYCHARCHIVES.3135

[25]https://twitter.com/karl_lauterbach/status/1272932776401162241?lang=en

[26]https://www.t-online.de/nachrichten/panorama/id_88497902/virologe-drosten-erklaert-darum-sollten-sie-alltagsmasken-tragen.html

[27]https://www.zeit.de/wissen/gesundheit/2020-10/klaus-reinhardt-aerztepraesident-masken-schutz-karl-lauterbach

[28]Verkäufer SA, Hagan RS, Hayden FG, Fischer WA 2. Die versteckte Last der Grippe: Ein Überblick über die extra-pulmonalen Komplikationen einer Influenza-Infektion. Influenza Andere Atmungsviren. 2017;11(5):372-393. doi:10.1111/irv.12470

[29]Hampshire et al. (2020). Kognitive Defizite bei Personen, die sich von COVID-19 erholt haben, in Bezug auf Kontrollen Eine N=84285 Online-Studie. Pre-Print wurde am 21. Oktober von https://doi.org/10.1101/2020.10.20.20215863 heruntergeladen.

[30]https://www.youtube.com/watch?v=UDzONUyvfWA

[31]https://twitter.com/Karl_Lauterbach/status/1322101344283537408

[32]https://www.tagesschau.de/inland/corona-gipfel-massnahmen-101.html

[33]gbe-bund.de. (19. Mai, 2020). Anzahl der Todesfälle in Deutschland nach Geschlecht im Zeitraum von 1950 bis 2018 [Graph]. In Statista. Zugriff am 26. Oktober 2020, von https://de.statista.com/statistik/daten/studie/182907/umfrage/anzahl-der-todesfaelle-in-deutschland-nach-geschlecht-seit-1950/

[34]Statistisches Bundesamt. (19. Mai, 2020). Anzahl der Todesfälle in Deutschland nach häufigsten Todesursachen und Geschlecht im Jahr 2018 [Graph]. In Statista. Zugriff am 25. Oktober 2020, von https://de.statista.com/statistik/daten/studie/215791/umfrage/todesfaelle-in-deutschland-nach-todesursachen-und-geschlecht/

[35]https://twitter.com/c_drosten/status/1318188318555840512

[36]https://www.epochtimes.de/politik/ausland/schwedens-epidemiologe-tegnell-lockdowns-sind-keine-langfristige-loesung-a3366086.html

[37]https://www.neurologen-und-psychiater-im-netz.org/psychiatrie-psychosomatik-psychotherapie/news-archiv/meldungen/article/experten-zunahme-von-depressionen-und-angststoerungen-durch-corona/

[38]https://www.welt.de/wirtschaft/article208557665/Wegen-Corona-In-Deutschland-wurden-908-000-OPs-aufgeschoben.html

[39]https://www.augsburger-allgemeine.de/bayern/So-hat-sich-die-Suizidrate-in-Deutschland-waehrend-der-Corona-Krise-entwickelt-id57332446.html

[40]https://www.epochtimes.de/politik/deutschland/kindheitsforscher-die-corona-krise-ein-trauma-fuer-eine-ganze-generation-a3366036.html

[41]Wikipedia.org (2020). Vorlage:COVID-19 Pandemie-Daten. URL: https://en.wikipedia.org/wiki/Template:COVID-19_pandemic_data

[42]https://www.epochtimes.de/politik/deutschland/klage-gegen-rki-abgelehnt-psychisches-oder-seelisches-wohlbefinden-spielt-keine-rolle-psychologin-empoert-a3350829.html

[43]Steiner, R. (2020): Zum Corona Rätsel – Ein Beitrag der Geisteswissenschaft. Rudolf Steiner Ausgaben.

[44]https://m.facebook.com/83788386909/photos/a.93443706909/10157137171071910/?type=3&source=48

[45]https://www.handelsblatt.com/technik/it-internet/soziales-netzwerk-aufsichtsgremium-entscheidet-nun-bei-facebook-ueber-strittige-inhalte/25805056.html?ticket=ST-2271542-L5zIhTVDWOzNo7R37yOh-ap6

[46]https://www.theeuropean.de/boris-reitschuster/youtube-loescht-einfach-ein-kritisches-video-mit-sucharit-bhakdi/

[47]https://www.epochtimes.de/politik/ausland/project-veritas-google-manager-vor-versteckter-kamera-politische-zensur-zugegeben-a3362534.html

[48]https://twitter.com/cem_oezdemir

[49]https://www.tagesschau.de/inland/georgefloyd-protest-deutschland-101~Lupe_pos-0.html

[50]https://www.tagesspiegel.de/berlin/black-lives-matter-demo-in-berlin-veranstalterin-ist-froh-dass-nicht-zu-viele-menschen-teilnahmen/25955494.html

[51]https://www.zeit.de/thema/black-lives-matter

[52]https://www.zeit.de/wissen/2020-09/corona-demos-berlin-rechtsextremismus-verschwoerungstheorien-sozialpsychologie

[53]https://www.spiegel.de/politik/deutschland/ach-so-ja-nazis-sind-auch-da-a-7805e693-69e2-4f7e-be82-af54a01f4435

[54]https://www.nordbayern.de/politik/kommentar-bei-demos-darf-es-nicht-zweierlei-mass-geben-1.10168361

[55]https://www.tagesschau.de/kommentar/corona-demos-111.html

[56]https://www.fr.de/meinung/corona-krise-covid-19-berlin-29-08-leugner-nazis-verschwoerungstheorien-hildmann-merkel-90033426.html

[57]https://www.youtube.com/watch?v=9AV4MTs5Mj0

[58]Ionnidis, John P.A. (2020). Aus Seroprävalenzdaten abgeleitete Infektionstödlichkeitsrate von COVID-19. Bulletin der Weltgesundheitsorganisation. Meta-Forschungs-Innovationszentrum in Stanford (METRICS). https://www.who.int/bulletin/online_first/BLT.20.265892.pdf

[59]https://de.statista.com/statistik/daten/studie/1119839/umfrage/meisteingeladene-gaeste-in-den-talkshows-rund-um-das-thema-corona/

[60]Riddell, S., Goldie, S., Hill, A. et al. Der Einfluss der Temperatur auf die Persistenz von SARS-CoV-2 auf gemeinsamen Oberflächen. Virol J 17, 145 (2020). https://doi.org/10.1186/s12985-020-01418-7

[61]Chan KH, Sridhar S, Zhang RR, et al. Faktoren, die die Stabilität und Infektiosität von SARS-CoV-2 beeinflussen. J Hosp-Infekt. 2020;106(2):226-231. doi:10.1016/j.jhin.2020.07.009

[62]https://www.zusammengegencorona.de/leichtesprache/wie-koennen-ihnen-masken-helfen/

[63]https://www.epochtimes.de/politik/deutschland/bericht-bund-dringt-auf-drastische-anti-corona-massnahmen-ab-4-november-a3366551.html