Immer wieder wird behauptet, dass das Immunsystem nicht gestärkt werden kann – beispielsweise auch von der Gynäkologin Dr. Jen Gunter in der TED Video-Reihe „Body-Stuff“. Die Ausnahme: Impfungen. Nur intravenös verabreichte Medikamente seien in der Lage, das Immunsystem zu verbessern. Aber stimmt das wirklich?

Auch in einem neuen WELT-Artikel wird wieder einmal angezweifelt, dass Vitamin D das Risiko für einen schweren COVID-19-Verlauf verringern kann. Generell sind Wirkungen von Mikronährstoff-Therapien (und anderen Interventionen) auf das Immunsystem nicht unumstritten. Je nachdem mit welcher Medizintheorie (Biopsychosoziale Medizin, Biomedizin, Rationale Medizin etc.) das Immunsystem erfasst wird, werden andere Schlüsse gezogen.

Tun wir einfach mal für einen Moment so, als ob die Biopsychosoziale Medizin als kohärenteste Medizintheorie auch in der Praxis angekommen sei – was hat das für Folgen für die Gesellschaft?

Der Mensch wird in der Behandlung wieder mehr ins Zentrum gerückt, während der Therapeut sich weniger als Reparatur versteht und mehr als Begleiter, der sich der drei Mittel WORT, ARZNEI, MESSER bedient. Der Mensch wird als ein Wesen mit autoregulativer Selbstkompetenz aufgefasst und erhält damit zugleich die Kompetenz zur Selbstheilung. Die modernen Wissenschaften – darunter etwa auch die Psychoneuroimmunologie – geben dieser Ansicht stichhaltige Beweise in die Hand.

Die vielleicht wichtigste Erkenntnis der Biopsychosozialen Medizin: Störungen finden immer auf verschiedenen Ebenen gleichzeitig statt und sind weniger in ihrer Ursache und mehr in ihrer Parallelität von Bedeutung. Krankheit manifestiert sich demnach immer gleichsam auf biologischer, psychologischer und sozialer Ebene und der Mensch (als Mittler zwischen diesen Ebenen) kann durch verschiedene Interventionen das Gleichgewicht stärken.

Wir müssen uns als Untermauerung dafür, dass du dein Immunsystem stärken kannst, gar nicht unbedingt in den Einzelteilen (T-Zellen, B-Zellen, Fresszellen, Killerzellen etc.) des Systems verlieren – der Blick auf das größere Wirkgeschehen (bzw. auf die höheren Systemebenen) liefert einen klaren Beweis für diese Möglichkeit.

Interventionen auf rein biologischer Ebene werden letztlich das Immunsystem niemals vor Krankheit bewahren – die sozialen und psychischen Umstände können es trotzdem schwächen (oder stärken).

Das Problem an dem Begriff der Stärkung ist letztlich die Annahme, dass es einen gesunden Norm-Zustand gibt – also ein Zustand vollständiger Gesundheit und Wonne. Aber da es auch keinen absoluten Zustand der Krankheit gibt, kann es auch keinen Zustand vollständiger Gesundheit geben. Vielmehr sind Krankheit und Gesundheit Endpunkte in einem Kontinuum und der Mensch bewegt sich zwischen diesen Dichotomien.

Und noch mal in aller Deutlichkeit: Krankheit ist nichts Schlechtes und auch nichts Ungewöhnliches. Es ist etwas ganz Normales! Und genauso normal ist es auch, dass der Mensch etwas tun kann, um sich vor Krankheit zu schützen (und damit sich auf der Skala zwischen gesund und krank zu bewegen). Universelle Referenzwerte bei Blutwerten anzugeben ist genauso unpassend wie jede Erkrankung genau gleich zu behandeln. Denn der Mensch ist ein höchst individuelles Lebewesen mit einer höchst individuellen Situation – und so ist auch seine Homöostase teils sehr unterschiedlich. Das Normale am Menschen ist also durchaus das Unnormale, das Pathologische kann auch Physiologisch sein (wie auch die Pathophysiologie erkannt hat).

COVID-19 (SARS-CoV-2) ist hierfür ein perfektes Beispiel – Omikron ist von der Infektionssterblichkeit inzwischen unter dem Niveau einer Grippe. Aber auch Delta, Gamma oder Alpha waren nicht viel anders (wenn auch etwas weniger infektiös und etwas gefährlicher): Der allergrößte Teil der Menschen entwickelt bei Kontakt mit dem Virus einen schweren Verlauf, weil Immunschwächen bestehen. Diese Immunschwächen sind durch Alter und Komorbiditäten zu begründen. Menschen ohne Immunschwäche werden so gut wie nie getroffen, gerade WEIL sie ein Immunsystem haben. Wenn aber das Immunsystem nicht stark genug ist, einer Erkrankung vorzubeugen, folgt eine Krankheit, die den Organismus robuster gegen Krankheiten macht.

Das Immunsystem ist normalerweise schon resistent gegenüber grippeähnlichen Erkrankungen wie Corona, weil ein starkes Immunsystem durch eine Homöostase aus Körper, Geist und Soziales besteht. Wenn zu viel körperlicher, psychischer oder sozialer Stress besteht, wird das Immunsystem geschwächt und Viren können sich besser vermehren.

Neben der geringen Infektionssterblichkeit ist da aber auch noch die vielfach vergessene Tatsache, dass organische Einheiten über einen Selbsterhaltungstrieb (Autopoiesis) verfügen und damit kein Interesse daran haben, dass der Wirt verstirbt. Viren wollen sich vermehren und damit dürfte es grundsätzlich für sie interessant sein, wenn sie weniger pathogen und eher transmissibel (übertragbar) sind. Warum also dem Wirt die Schuld geben? Seit Jahrhunderten wird die Lehre von Darwin „survival of the fittest“ gepredigt – doch bei Corona scheint dies anders zu sein.

Natürlich sollten Risikopatienten geschützt werden – gar keine Frage! Aber wirklich JEDER Mensch (auch ein Risikopatient!) kann auf seine autoregulativen Selbstkompetenz vertrauen und diese stärken. Wie viele Menschen würden wir dadurch wohl beschützen können?

Einen Wink mit dem Zaunpfahl möchte ich durch diesen Artikel geben. Ich möchte dir zu allen bekannten risikoreduzierenden Möglichkeiten Studien und deren Fazit auflisten. Durch die Quantität der Studien – es sind ungefähr 100 Stück zu Bewegung, Meditation, Ernährung, Mikronährstoffen & sekundären Pflanzenstoffen – wirst du vielleicht einen Eindruck dadurch bekommen, wie fernab von der Wirklichkeit bestimmte Themen in den Medien dargestellt werden. Und vielleicht hast du dadurch auch Lust, dich eigenständig in ein Themengebiet einzuarbeiten – oder jemandem ein paar Studien weiterzuleiten, der komplementäre Therapien und Präventionsmöglichkeiten bei der Behandlung COVID-19 anzweifelt.

Noch ein letzter Satz: Korrelation ist nicht Kausalität, das ist richtig, aber welche Bedeutung sollten sehr viele Lifestyle-Faktoren, die allesamt mit der Verhinderung von Infektionserkrankungen wie COVID-19 korrelieren, zusammen auf unser Gesundheitsverständnis (Stichwort: autoregulative Selbstkompetenz) haben?

Bewegung & Sport

https://bjsm.bmj.com/content/55/19/1099

„Die konsequente Einhaltung der Richtlinien für körperliche Betätigung stand in starkem Zusammenhang mit einem geringeren Risiko für schwere COVID-19-Folgen bei infizierten Erwachsenen. Wir empfehlen, dass die Bemühungen zur Förderung der körperlichen Aktivität von den öffentlichen Gesundheitsbehörden vorrangig behandelt und in die medizinische Routineversorgung aufgenommen werden.“

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/34357885/

„Obwohl spezifische Studien zu COVID-19 erforderlich sind, sprechen Daten aus Untersuchungen zu anderen Arten von Infektionserregern, wie z. B. Influenza, dafür, dass körperliche Aktivität die Wirksamkeit des COVID-19-Impfstoffs verstärken kann (Sekundärprävention). Es wächst das Bewusstsein, dass COVID-19 bei einigen Patienten eine anhaltende Morbidität verursachen kann, und dass körperliches Training und Rehabilitation (Tertiärprävention) auf eine Verbesserung der körperlichen Fitness, der Lebensqualität und der Gesundheit des Immunsystems ausgerichtet sein können.“

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/32728975/

„Die Ausübung körperlicher Aktivitäten stärkt das Immunsystem, was auf einen Nutzen bei der Reaktion auf virale Infektionskrankheiten hindeutet. Daher wird regelmäßiger Sport in angemessener Intensität als Hilfsmittel zur Stärkung und Vorbereitung des Immunsystems auf COVID-19 empfohlen.“

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC8105136/

„Generell ist körperliche Betätigung zur Verbesserung und/oder Erhaltung der körperlichen und geistigen Gesundheit unerlässlich, und zwar in Situationen, die aus Sicht der öffentlichen Gesundheit so ernst sind wie die, die wir als Gesundheitsexperten, Wissenschaftler und Menschen erleben.“

Ernährung

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/33982105/ (Systematisches Review)

„Angesichts der bekannten Auswirkungen aller Formen von Fehlernährung auf das Immunsystem sind Strategien der öffentlichen Gesundheit zur Verringerung von Mikronährstoffmangel und Unterernährung weiterhin von entscheidender Bedeutung. Darüber hinaus gibt es deutliche Hinweise darauf, dass die Prävention von Fettleibigkeit und Typ-2-Diabetes das Risiko schwerwiegender COVID-19-Folgen verringert.“

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/33803015/

„Wir präsentieren eine Literaturübersicht, die mehrere wichtige Aspekte im Zusammenhang mit der Ernährung und der SARS-CoV-2-Infektion behandelt, um die Bedeutung der Ernährung und der Nahrungsergänzung bei der Vorbeugung und Behandlung von COVID-19 sowie bei der Genesung davon hervorzuheben.“

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/33459251/

„Eine korrekte Lebensweise, einschließlich des Verzehrs von Nährstoffen, die größtenteils in der Mediterranen Diät enthalten sind, kann zur Vorbeugung oder Verbesserung der Prognose bei einer SARS-CoV-2-Infektion beitragen.“

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC8855218/

„Da eine angemessene Nährstoffzufuhr das Immunsystem im Kampf gegen das Coronavirus stärken kann, könnte eine Nährstoffergänzung eine wirksame Strategie zur Unterdrückung der schädlichen Auswirkungen von COVID-19 darstellen.“ (Dr. Jen Gunter würde jetzt sagen: FAKE NEWS!)

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/33244375/

„Angehörige der Gesundheitsberufe sollten sich darüber im Klaren sein, dass Adipositas mit einer Mikronährstoff-Mangelernährung, einschließlich Vitamin-D-Mangel, sowie mit Veränderungen des Mikrobioms und Entzündungsreaktionen einhergehen kann, was die Immunität und den Schweregrad der Erkrankung weiter beeinträchtigen kann. Bei der Behandlung von Patienten mit COVID-19 wird eine multidisziplinäre Teamarbeit empfohlen. Dabei sollten der Ernährungszustand (sowohl Makro- als auch Mikronährstoffe), das Körpergewicht sowie gastrointestinale Anzeichen und Symptome berücksichtigt werden.“

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/32653930/

„Diese Übersicht fasst Ernährungsrichtlinien zur Unterstützung der Ernährungsberatung durch Diätassistenten und Angehörige der Gesundheitsberufe zusammen. In der Mehrzahl der Dokumente wird der Verzehr von Obst, Gemüse und Vollkornprodukten empfohlen. Einunddreißig Prozent der Leitlinien betonten die Bedeutung von Mineralien und Vitaminen wie Zink und den Vitaminen C, A und D für die Aufrechterhaltung eines gut funktionierenden Immunsystems.“

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/34489306/

„Eine Ernährung, die sich durch gesunde pflanzliche Lebensmittel auszeichnet, war mit einem geringeren Risiko und Schweregrad von COVID-19 verbunden. Dieser Zusammenhang ist möglicherweise besonders deutlich bei Personen, die in Gebieten mit höherer sozioökonomischer Benachteiligung leben.“

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/34205138/

„Wir fanden heraus, dass der COVID-19-Lockdown ungesunde Ernährungsgewohnheiten und eine Zunahme des Körpergewichts in der Bevölkerung förderte, wobei sich Fettleibigkeit und geringe körperliche Aktivität als erhöhte Risikofaktoren für COVID-19-Erkrankungen und Physiopathologie erwiesen. Darüber hinaus wiesen hospitalisierte COVID-19-Patienten eine Unterernährung und einen Mangel an Vitamin C, D, B12, Selen, Eisen, Omega-3-Fettsäuren sowie mittel- und langkettigen Fettsäuren auf, was die potenzielle gesundheitliche Wirkung von Vitamin C- und D-Maßnahmen unterstreicht.“

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/33330582/

„Bei kritischen Patienten mit SARS-CoV-2-Pneumonie ist eine Strategie der permissiven Unterernährung möglich, bei der Nicht-Eiweiß-Kalorien eingeschränkt werden, die Eiweißzufuhr jedoch erhalten bleibt.“

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/34064053/

„Darüber hinaus könnte die soziale Isolation, die die meisten Menschen aufgrund der von den Regierungen während der COVID-19-Pandemie auferlegten Vorschriften erfahren haben, auch Auswirkungen auf unser Ernährungsverhalten gehabt haben. Es ist möglich, dass Ernährungsmaßnahmen Auswirkungen auf das Auftreten von COVID-19-Infektionen und die Sterblichkeitsrate haben.“

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC8627159/

„Die Beziehung zwischen Ernährung und COVID-19 und die damit zusammenhängenden Ernährungsumstellungen stellen einen Teufelskreis dar, der die doppelte Last der Fehlernährung – sowohl Übergewicht als auch Unterernährung mit Mikronährstoffmangel – mit sich bringt und Infektionen, das Fortschreiten von Krankheiten und möglicherweise den Tod fördert.“

Magnesium

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/34687321/

„Trotz zahlreicher methodischer Einschränkungen scheinen die vorliegenden Daten einen Zusammenhang zwischen einer gestörten Magnesiumhomöostase und COVID-19 zu bestätigen und erfordern weitere und bessere Studien, um das prophylaktische oder therapeutische Potenzial einer Magnesiumsupplementierung zu untersuchen. Wir schlagen vor, die Bedeutung von Magnesium, die in der klinischen Praxis häufig übersehen wird, neu zu überdenken.“

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC7486870/

„Eine Magnesiumsupplementierung schützt Organe und Gewebe durch verschiedene Mechanismen wie Entzündungshemmung, Antioxidation und Immunregulierung vor Schäden. Es ist erwähnenswert, dass Magnesiumsulfat ein Mittel der Wahl bei der unterstützenden Behandlung von COVID-19-Patienten sein kann, insbesondere bei kritisch kranken Patienten, mit vielversprechenden positiven medizinischen Auswirkungen.“

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/32554340/

„Wir stellen die Hypothese auf, dass ein niedriger Mg-Status, der relativ häufig vorkommt, den Übergang von milden zu kritischen klinischen Manifestationen der Krankheit begünstigen könnte.“

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/33174766/

„Die verfügbaren Daten zeigen, dass bei COVID-19 ein Mangel an Phosphat und Mg besteht, wobei Phosphat eine bemerkenswerte Korrelation mit dem Schweregrad der Erkrankung aufweist. In einem Experiment wurden Patienten mit COVID-19 mit einem Cocktail aus Vitamin D3, Mg und Vitamin B12 supplementiert, mit sehr ermutigenden Ergebnissen. Wir plädieren daher dafür, dass Patienten mit COVID-19 auf Phosphat- und Mg-Mangel überwacht und behandelt werden sollten, idealerweise bereits in den frühen Phasen der Infektion. Eine Supplementierung von Phosphat und Mg in Kombination mit Vitamin D könnte auch als Präventionsstrategie in Risikogruppen eingesetzt werden.“

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/34580159/

„Diese Studie zeigt, dass Hypermagnesiämie ein signifikanter Marker für den Schweregrad der Erkrankung und den ungünstigen Ausgang von SARS-CoV-2-Infektionen ist. Wir empfehlen, Serum-Magnesium in die Reihe der Tests aufzunehmen, die routinemäßig bei der Bewertung schwerer SARS-CoV-2-Infektionen angeordnet werden.“

Meditation, Yoga & Achtsamkeits-Interventionen

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/32579021/

„Wie Forscher herausgefunden haben, gibt es Hinweise auf die Modulation von Stress und Entzündungen und auch erste Anzeichen für mögliche Formen der Stärkung des Immunsystems, die mit der Ausübung bestimmter Formen von Meditation, Yoga und Pranayama einhergehen und sich möglicherweise auch auf die Bekämpfung bestimmter Formen von Infektionskrankheiten auswirken. Ihr offensichtlicher Zusammenhang mit einer erhöhten Melatoninaktivität deutet auch auf einen weiteren Weg hin, über den die positiven Eigenschaften dieser Modalitäten wirksam sein könnten, insbesondere im Hinblick auf Aspekte viraler Herausforderungen verschiedener Art.“

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/34889700/

„Mit diesem Wissen kann die Öffentlichkeit anwendbare Erkenntnisse über den potenziellen Nutzen von Meditation und Achtsamkeitsinterventionen für Personen gewinnen, die gezwungen sind, mit pandemischen Abriegelungen und Quarantänen fertig zu werden.“

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/33788698/

„Unsere Ergebnisse beschreiben die Auswirkungen von COVID-19 auf die psychische Gesundheit und zeigen auf, wie die fortgesetzte Teilnahme an Gesundheitsverhaltensweisen wie körperlicher Aktivität und Achtsamkeitsmeditation die Verschlechterung der psychischen Gesundheit durch die COVID-19-Pandemie verringert. Diese Daten haben wichtige Implikationen für öffentliche Gesundheitsbehörden und Gesundheitsorganisationen, die die Aufrechterhaltung von Gesundheitsgewohnheiten fördern, um die verbleibende psychische Belastung durch die COVID-19-Pandemie zu reduzieren.“

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/34769634/

„Stress und ein Mangel an qualitativ hochwertigem Schlaf betreffen einen großen Teil der Bevölkerung auf der ganzen Welt, und die COVID-19-Pandemie hat die Aufmerksamkeit auf diese Probleme gelenkt. (…) Am Ende eines virtuellen Heartfulness-Meditationsprogramms wurde eine signifikante Verringerung des Stressempfindens und eine Verbesserung des Schlafqualitätsindexes festgestellt.“

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/32406348/

„Die Einführung einer Achtsamkeits- und Meditationspraxis während dieser Pandemie kann die Behandlung ergänzen und ist eine kostengünstige und nützliche Methode zur Unterstützung bei Angstzuständen für alle.“

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/34173771/

„Ziel der Studie ist es, die Wirkung der Achtsamkeits-Atemmeditation auf das psychische Wohlbefinden von Pflegekräften, die COVID-19-Patienten betreuen, zu untersuchen. Insgesamt wurden 50 Krankenschwestern (je 25 in der Interventions- und der Kontrollgruppe) in die Studie aufgenommen. Wir fanden signifikante Unterschiede zwischen den Mittelwerten beider Gruppen vor und nach der Intervention, basierend auf der indonesischen Version der Warwick-Edinburgh Mental Well-being Scale.“

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC7336947/

„Alle Yogapraktiken nutzen die Tiefenentspannung, die alle Spannungen und Belastungen lösen kann, um eine Unterdrückung des Immunsystems zu verhindern, die sonst die Reaktion auf den Ansturm infektiöser Bakterien und Viren geschwächt hätte. Wir müssen das Gegenmittel gegen Stress – bei der Arbeit oder sogar zu Hause – zu dem Zeitpunkt praktizieren, zu dem der Stress auftritt, und nicht 5 Stunden später, wenn wir uns für kurze Zeit in einen Raum zurückziehen können!“

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/32925134/

„Yoga kann das notwendige Instrument zur Risikominderung, zum Abbau von Stress und Ängsten und zur Stärkung der Immunfunktion bieten.“

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/32669762/

„Es gibt eine Fülle von Belegen für den zusätzlichen Nutzen von Yoga bei der Stressbewältigung sowie bei der Vorbeugung und Behandlung von chronischen, nicht übertragbaren Krankheiten. Es gibt auch einige Studien über die Wirkung von Yoga bei übertragbaren Krankheiten, aber nur sehr wenige für akute Erkrankungen und fast keine für die sich schnell ausbreitenden Infektionen, die zu Pandemien führen.“

Nahrungsergänzung allgemein

https://smw.ch/article/doi/smw.2021.20522

„Heute gibt es jedoch keine Daten, die darauf hindeuten, dass Mikronährstoffe und Vitamine bei COVID-19 Schaden anrichten würden. Wichtig ist, dass derzeit zahlreiche Studien geplant und durchgeführt werden, die unser derzeitiges Verständnis der Rolle von Vitaminen und Mikronährstoffen bei der Prävention und Behandlung von COVID-19 verbessern werden.“

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/33570583/

„Ein Mangel an Mikronährstoffen, insbesondere an den Vitaminen A, B-Komplex, C und D, Zink, Eisen und Selen, ist in gefährdeten Bevölkerungsgruppen im Allgemeinen und bei COVID-19-Patienten im Besonderen weit verbreitet und könnte das Sterberisiko erhöhen. Der umsichtige Einsatz einer bedarfsgerechten Mikronährstoffsupplementierung neben den bestehenden Programmen zur Anreicherung von Mikronährstoffen ist bei der derzeitigen weltweiten Pandemie gerechtfertigt, insbesondere in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen.“

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/34932789/

„Diese Überprüfung ergab, dass eine Supplementierung mit hochdosiertem Vitamin C, Vitamin D und Zink die durch COVID-19 verursachten Komplikationen, einschließlich Entzündungsmarker, Sauerstofftherapie, Dauer des Krankenhausaufenthalts und Sterblichkeit, lindern kann; allerdings waren die Studien hinsichtlich dieser Auswirkungen uneinheitlich.“

Sekundäre Pflanzenstoffe

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC8559138/

„Wie wir bereits dargelegt haben, bieten Pflanzen eine breite Palette von Wirkstoffen für die Behandlung von COVID-19. (…) Einige dieser Verbindungen (z. B. Catechin und Emetin) haben auch die Fähigkeit gezeigt, die Infektion mit Viren anderer Familien zu hemmen, was auf ihr Potenzial als Breitspektrum-Antiviren hinweist. (…) Es sind konzertierte Anstrengungen erforderlich, um die Ressourcen, einschließlich der Phytochemikalien, für die Entwicklung von Mitteln zur Behandlung von COVID-19 und anderen Viruserkrankungen zu maximieren, damit große Virusausbrüche in Zukunft weniger schwerwiegend sind.“

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/32619167/

„Nigella sativa (Schwarzkümmel) hat eine starke Anti-SARS-CoV-Aktivität und könnte eine nützliche Quelle für die Entwicklung neuer antiviraler Therapien für Coronaviren sein.“

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/32834835/

„Antivirale polyphenolische Wirkstoffe können die Enzyme des Coronavirus hemmen, die für die Virusreplikation und -infektion wesentlich sind. Diese Gruppe von Naturstoffen (Betulinsäure, Indigo, Aloeemodin, Luteolin und Chinomethyltriterpenoide, Quercitin oder Gallate) ist ein potenzieller Schlüssel zur Entwicklung antiviraler Therapien zur Hemmung viraler Proteasen. (…) Der Vorteil der Verwendung von Präparaten, die Phytochemikalien enthalten, liegt in ihrer hohen Sicherheit für die Patienten und in ihrer Nebenwirkungsfreiheit.“

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC8224255/

„Unsere Beobachtung hinsichtlich der potenziellen Wirkung von Phytochemikalien als therapeutische Wirkstoffe bei der Behandlung von COVID-19 wird durch die Beweise aus klinischen Studien mit einigen Phytochemikalien wie Curcumin und Ashwagandha gegen SARS-CoV-2 noch verstärkt, die ihren positiven Nutzen bei der Stärkung der Immunität gegen dieses Virus belegen. Phytochemikalien wie Knoblauchextrakt, Grüntee-Extrakt, Sulforaphan und Ginseng, die in klinischen Studien gegen Viren eingesetzt wurden, die Atemwegserkrankungen verursachen, weisen ebenfalls auf eine mögliche Anwendung bei der Behandlung von SARS-CoV-2 hin. Die klinische Erprobung von Schwarztee-Extrakt und Glycyrrhizin wird von uns ebenfalls empfohlen, wobei wir ihre Verwendung in Indien im Auge behalten, was auf ihre voraussichtliche Rolle bei der Bekämpfung dieses Virus hinweist.“

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC7726715/

„Sekundäre Pflanzenstoffe sind anderen Naturprodukten vorzuziehen, da sie für mehrere Zielgruppen wirksam sind, ein geringeres Toxizitätsprofil aufweisen und kostengünstiger sind. So zeigten beispielsweise mehrere TCM-Behandlungen in einem vorläufigen Screening eine potenzielle Wirkung gegen SARS-CoV-2, und einige befinden sich sogar im Stadium der klinischen Prüfung.“

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/33798507/

„Phytopharmaka aus Heilpflanzen könnten als wichtige Ressourcen für die Entwicklung einer COVID-19-Behandlung erforscht werden, da ihre Rolle bei der Behandlung von Viruskrankheiten wie HIV, MERS-CoV und Influenza in der Vergangenheit gut dokumentiert wurde. In Anbetracht dieser Tatsache wurden verschiedene Phytokonstituenten wie Flavonoide, Alkaloide, Gerbstoffe und Glykoside etc. die antivirale Eigenschaften gegen Coronaviren besitzen und ein Potenzial gegen SARS-CoV-2 aufweisen, in der vorliegenden Arbeit untersucht worden.“

Selen

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/35305539/

„Weltweit werden verschiedene Maßnahmen ergriffen, um die Entwicklung des Virus zu hemmen. Die Eigenschaften dieses Elements (Selen) lassen hoffen, dass die Entwicklung des SARS-CoV-2-Virus verhindert werden kann.“

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/35057464/

„In den letzten zwei Jahren ist die Zahl der Veröffentlichungen über das Spurenelement Selen (Se) und selenocysteinhaltige Selenoproteine in der menschlichen Gesundheit sprunghaft angestiegen, was vor allem auf die Pandemie und die vielfältigen Rollen zurückzuführen ist, die dieser Mikronährstoff und die Se-abhängigen Selenoproteine bei verschiedenen Aspekten der Krankheit spielen.“

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/32464491/

„Natriumselenit, nicht aber Selenat, kann die Thiolgruppen in der Virusprotein-Disulfid-Isomerase oxidieren, so dass sie die gesunde Zellmembran nicht mehr durchdringen können. Auf diese Weise hemmt Selenit den Eintritt der Viren in die gesunden Zellen und hebt ihre Infektiosität auf. Daher kann diese einfache chemische Verbindung möglicherweise im Kampf gegen die aktuelle Coronavirus-Epidemie eingesetzt werden.“

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/34739678/

„In den meisten Fällen war ein Selenmangel mit schlechteren Ergebnissen verbunden, und die Selenspiegel von COVID-19-Patienten waren niedriger als die von gesunden Personen. Daraus könnte man schließen, dass eine vorsichtige Selensupplementierung bei COVID-19-Patienten hilfreich sein könnte, um ein Fortschreiten der Krankheit zu verhindern.“

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/33835432/

„Wir fanden heraus, dass oxidativer Stress ein charakteristisches Merkmal der COVID-19-Krankheit ist, das mit der immunpathologischen Störung zusammenhängt, die bei Personen mit schwerem COVID-19 beobachtet wird. Selen spielt eine Schlüsselrolle bei der Stärkung der Immunität, der Verringerung von oxidativem Stress, der Vorbeugung von Virusinfektionen und der Unterstützung kritischer Erkrankungen. Darüber hinaus steht Selenmangel im Zusammenhang mit oxidativem Stress und Hyperinflammation, wie sie bei kritischen Erkrankungen auftreten, und Selenmangel wird mit dem Schweregrad der COVID-19-Erkrankung in Verbindung gebracht. Eine Selensupplementierung in angemessener Dosierung kann als unterstützende Therapie bei COVID-19 dienen.“

Vitamin A

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/32805728/

Mit diesem auf Bioinformatik basierenden Bericht decken wir zum ersten Mal die Anti-SARS-CoV-2-Funktionen und -Mechanismen von Vitamin A auf und legen nahe, dass Vitamin A eine wirksame Behandlungsoption für COVID-19, eine tödliche globale Epidemie, darstellen könnte.

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/33382930/

„Es wird ein Einblick in die Wirkung von Vitamin A auf die ACE-2-Expression in den Atemwegen und deren Zusammenhang mit der Prognose von Covid-19-Patienten gegeben. Eine Vitamin-A-Supplementierung könnte die Ausbildung einer schützenden Immunantwort auf Covid-19-Impfstoffe unterstützen.“

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/32459003/

„Daher sollten Adjuvantien wie Retinoide, die in der Lage sind, die IFN-I-vermittelte antivirale Reaktion zu verstärken, in Kombinationen von IFN-I und antiviralen Medikamenten in präklinischen Studien zu SARS-CoV-2 getestet werden.“

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/34202697/

„Insgesamt kommen wir zu dem Schluss, dass die Vitamin-A-Plasmaspiegel bei COVID-19-Patienten während der akuten Entzündung reduziert sind und dass stark reduzierte Vitamin-A-Plasmaspiegel signifikant mit ARDS (Akutes Atemnotsyndrom) und Mortalität verbunden sind.“

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/34438017/

„Wir stellen die Hypothese auf, dass der Retinolmangel und die daraus resultierende gestörte Retinoid-Signalübertragung eine zentrale Rolle in der COVID-19-Pathogenese spielen, die durch ein gestörtes Immunsystem, einen Defekt der Typ-I-Interferon-Synthese, einen schweren Entzündungsprozess und eine zerstörerische systemische Multiorganbeteiligung gekennzeichnet ist.“

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/33468263/

„Schwere Infektionen wie COVID-19 wirken sich häufig negativ auf den Ernährungszustand aus, und die daraus resultierenden Ernährungsdefizite können den Schweregrad der Krankheit erhöhen und die Genesung beeinträchtigen. (…) Eine Vitamin A-Supplementierung kann den nachteiligen Auswirkungen von SARS-CoV2 auf das Angiotensin-System entgegenwirken und die unerwünschten Wirkungen einiger COVID-19-Therapien minimieren. Die Bewertung der Wechselwirkungen zwischen der SARS-CoV2-Infektion und dem Vitamin A-Stoffwechsel könnte daher eine verbesserte COVID-19-Therapie ermöglichen.“

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/32805728/

„Wir behaupten, dass der Retinsäurestoffwechsel bei den meisten Entzündungskrankheiten gestört ist, insbesondere bei COVID-19 (Zytokinsturm), Sepsis, SIRS und ARDS. Die Lösung dieses Mechanismus wird eine neue Perspektive und einen neuen Behandlungsansatz für diese Krankheiten bieten.“

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/34924893/

Wir haben nicht-pharmazeutische Nahrungsergänzungsmittel (Vitamin D, Zink, Vitamin A, S. nigra, A. sativum, G. glabra und U. dioica) identifiziert, die möglicherweise das Potenzial haben, Menschen mit Coronavirus-Infektionen zu unterstützen.

Vitamin B

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC7428453/

„Vitamin B trägt nicht nur zum Aufbau und zur Aufrechterhaltung eines gesunden Immunsystems bei, sondern könnte möglicherweise auch COVID-19-Symptome verhindern oder verringern oder eine SARS-CoV-2-Infektion behandeln. Ein schlechter Ernährungszustand macht Menschen anfälliger für Infektionen; daher ist eine ausgewogene Ernährung für die Immunkompetenz notwendig. (…) Insbesondere Vitamin B moduliert die Immunreaktion, indem es proinflammatorische Zytokine und Entzündungen herunterreguliert, Atembeschwerden und Magen-Darm-Probleme verringert, Hyperkoagulabilität verhindert, potenziell die Ergebnisse verbessert und die Dauer des Krankenhausaufenthalts von COVID-19-Patienten verkürzt.“

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC8689946/

„Vitamin B12 spielt eine wichtige Rolle bei viralen Infektionen. Der Verzehr einer gesunden Ernährung, die Vitamin B12-Quellen enthält, und insbesondere die Supplementierung mit Methylcobalamin und Cyanocobalamin sind vielversprechende Alternativen als Hilfsmittel bei der Behandlung von COVID-19, insbesondere bei Patienten mit B12-Mangel oder Mangelrisiko.“

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/33039952/

„Eine Vitamin D/Magnesium/Vitamin B12-Kombination war bei älteren COVID-19-Patienten mit einer signifikanten Verringerung des Anteils der Patienten mit klinischer Verschlechterung verbunden, die Sauerstoffunterstützung, intensivmedizinische Unterstützung oder beides benötigten.“

Vitamin C

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/33537320/

„In zwei randomisierten placebokontrollierten Studien wurde eine statistisch signifikante Verringerung der Sterblichkeit von Sepsispatienten festgestellt. Die Auswirkungen von Vitamin C auf das akute Atemnotsyndrom (ARDS), das häufig eine Komplikation der COVID-19-Pneumonie darstellt, sollten in Betracht gezogen werden. Vitamin C ist ein sicherer und kostengünstiger essenzieller Nährstoff.“

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/33916257/

„Obwohl einige klinische Beobachtungen über eine Verbesserung des Gesundheitszustands von mit Vitamin C behandelten COVID-19-Patienten berichten, sind die verfügbaren Daten aus kontrollierten Studien spärlich und nicht schlüssig. Auf der Grundlage des in diesem Artikel dargestellten theoretischen Hintergrunds und einiger erster ermutigender Studien sollte die Rolle von Vitamin C bei der Behandlung von Patienten mit SARS-CoV-2-Infektion weiter untersucht werden.“

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/33121019/

„Da Hypovitaminose C und Mangel in Ländern mit niedrigem bis mittlerem Einkommen weit verbreitet sind und sich viele der Risikofaktoren für Vitamin-C-Mangel mit den COVID-19-Risikofaktoren überschneiden, ist es möglich, dass Studien, die in Bevölkerungsgruppen mit chronischer Hypovitaminose C durchgeführt werden, eine größere Wirksamkeit zeigen. (…) Aufgrund des ausgezeichneten Sicherheitsprofils, der geringen Kosten und der Möglichkeit, die Produktion schnell hochzufahren, erscheint die Verabreichung von Vitamin C an Patienten mit Hypovitaminose C (Vitamin C Mangel) und schweren Atemwegsinfektionen, z. B. COVID-19, gerechtfertigt.“

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/34947872/

„Bei COVID-19 kann Vitamin C u. a. den Zytokinsturm unterdrücken, thrombotische Komplikationen verringern und alveoläre und vaskuläre Schäden mindern. (…) In diesem Artikel werden wir die vielfältigen Funktionen von Vitamin C bei den wichtigsten pathophysiologischen Prozessen der COVID-19-Krankheit hervorheben.“

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/32911430/

„Vitamin C ist billig und sicher. Daher kann eine relativ niedrige Dosis Vitamin C zur Prophylaxe und in Fällen von schwerem COVID-19 eine (intravenöse) Hochdosisbehandlung von Vorteil sein. Es wird erwartet, dass die laufenden klinischen Studien mehr endgültige Beweise liefern werden.“

Dazu muss man aber sagen, dass sich Vitamin C als intravenöse und alleinige Therapie bei COVID-19 nicht eignet:

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/34739908/ (Systematisches Review und Meta-Analyse)

„In COVID-19 wurde kein signifikanter Nutzen der Vitamin-C-Gabe festgestellt. Zu diesem Aspekt sind gut konzipierte RCTs mit standardisierter Kontrollgruppe erforderlich.“

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/34953366/ (Systematisches Review und Meta-Analyse)

„Es gibt keine Belege für den therapeutischen Einsatz von hochdosiertem intravenösem Vitamin C bei COVID-19-Patienten. Es sind weitere Studien erforderlich, um eine klare Schlussfolgerung zu diesem Thema zu ziehen.“

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/35223911/ (Systematisches Review und Meta-Analyse)

„Nachdem wir die Ergebnisse unserer Beobachtungskohorte mit denen einschlägiger Studien in einer Meta-Analyse der Daten von 1 807 Patienten kombiniert hatten, stellten wir fest, dass die Verabreichung von Vitamin C im Gegensatz zur Standardbehandlung allein nicht mit einer geringeren Sterblichkeit bei kritisch kranken Patienten mit COVID-19 in Verbindung gebracht werden kann.“

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/35148440/ (Systematisches Review und Meta-Analyse)

„Die Ergebnisse dieser Meta-Analyse zeigen, dass eine kurzzeitige IV-VC-Behandlung das Risiko für den Schweregrad und die Sterblichkeit bei Patienten mit COVID-19 nicht verringert.“

Vitamin D

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/35238285/

„Von den untersuchten Nährstoffen war die Einnahme von Vitamin D vor einer COVID-19-Infektion mit einer geringeren Krankheitsschwere und einem geringeren Krankenhausaufenthalt verbunden.“

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/33748066/ (Meta-Analyse & Systematisches Review)

„Zusammenfassend war ein niedriger Vitamin-D-Spiegel von 25 (OH) im Serum signifikant mit einem höheren Risiko einer COVID-19-Infektion verbunden.“

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/33525447/

„Angesichts der Dynamik der COVID-19-Pandemie erfordert das Nutzen-Risiko-Verhältnis einer solchen Supplementierung sofortiges Handeln, noch bevor die Ergebnisse der laufenden Untersuchungen vorliegen.

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/35166850/ (Systematisches Review)

„Die Ergebnisse dieser Studie zeigen, dass eine Vitamin-D-Supplementierung den Schweregrad von COVID-19 wirksam reduziert. Daher sollte Vitamin D als adjuvante Therapie für COVID-19 empfohlen werden“.

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/33447107/ (Systematisches Review)

„Die meisten der untersuchten Artikel zeigten, dass der Vitamin-D-Status im Blut das Risiko einer Infektion mit COVID-19, den Schweregrad von COVID-19 und die Sterblichkeit durch COVID-19 bestimmen kann.“

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/34607398/ (Meta-Analyse & Systematisches Review)

„Unseren Ergebnissen zufolge kann ein Vitamin-D-Mangel das Risiko einer COVID-19-Infektion und die Wahrscheinlichkeit einer schweren Erkrankung erhöhen.“

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/34894254/ (Meta-Analyse & Systematisches Review)

„Mehrere Beobachtungsstudien, an denen fast zwei Millionen Erwachsene beteiligt waren, deuten darauf hin, dass ein Vitamin-D-Mangel die Anfälligkeit für COVID-19 und schweres COVID-19 erhöht, allerdings mit einem hohen Risiko für Verzerrungen und Heterogenität.“

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/34308537/ (Meta-Analyse & Systematisches Review)

„Niedrige Serum-Vitamin-D-Spiegel sind statistisch signifikant mit dem Risiko einer COVID-19-Infektion verbunden. Eine Vitamin-D-Supplementierung ist vor allem in den Risikogruppen mit einem Mangel angezeigt.“

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/33146028/ (Meta-Analyse & Systematisches Review)

„Eine unzureichende Vitamin-D-Konzentration erhöhte die Hospitalisierung und die Sterblichkeit an COVID-19. Wir beobachteten einen positiven Zusammenhang zwischen Vitamin-D-Mangel und dem Schweregrad der Erkrankung.“

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/34352586/

„In dieser Übersichtsarbeit wurden die in der weltweiten Literatur verfügbaren Studien analysiert, die sich mit dem Nutzen von Vitamin D bei COVID-19 befassen, die Serumspiegel mit dem Schweregrad der Krankheit in Beziehung setzen und Vitamin D als mögliche Prophylaxe und Therapie bei Infektionen aufzeigen.“

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/34638897/

„Zwar gibt es einige widersprüchliche Ergebnisse, doch herrscht Einigkeit darüber, dass Vitamin D eine Vielzahl immunmodulatorischer Wirkungen hat, die im Zusammenhang mit COVID-19 von Vorteil sein können, und dass ein niedriger Vitamin-D-Spiegel zu einer Störung der entscheidenden antimikrobiellen Wirkungen führen kann, was möglicherweise zu einer schlechten Prognose beiträgt.“

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/33486522/ (Meta-Analyse)

„Obwohl die Ergebnisse der aktuellen Metaanalyse auf eine mögliche Rolle von Vitamin D bei der Verbesserung des Schweregrads von COVID-19 bei Krankenhauspatienten hindeuten, sind solidere Daten aus randomisierten kontrollierten Studien erforderlich, um die Auswirkungen auf die Sterblichkeit zu belegen.“

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/34836309/

„Eine Vitamin-D-Behandlung verkürzte die Krankenhausverweildauer und verringerte die Sterblichkeit bei COVID-19-Fällen, selbst bei Vorliegen von Komorbiditäten. Die Vitamin-D-Supplementierung wirkt sich auf verschiedene Zielparameter aus und ist daher für die COVID-19-Behandlung unerlässlich.“

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/34558135/

„In diesem Artikel wird ein gründlicher Überblick über die möglichen molekularen Mechanismen gegeben, durch die Vitamin D den Redox-Status der Wirtszellen verändern und das Eindringen des Virus blockieren könnte, um so eine COVID-19-Infektion zu verhindern oder den Schweregrad der Krankheit zu verringern.“

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/33775818/ (Meta-Analyse & Systematisches Review)

„Reduzierte Vitamin-D-Werte führten zu einem höheren Infektionsrisiko, einer höheren Sterblichkeit und einer schwereren COVID-19-Infektion. Eine Supplementierung kann als präventive und therapeutische Maßnahme in Betracht gezogen werden.“

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/33445938/

„Eine Vitamin-D-Supplementierung verringerte in zwei Meta-Analysen das Risiko einer akuten Atemwegsinfektion. Mendelsche Randomisierung zeigt einen kausalen Effekt von niedrigem Vitamin D auf das Risiko bakterieller Lungenentzündungen. (…) Mehrere Assoziationsstudien ergaben eine höhere Inzidenz von SARS-CoV-2-Positivität, einen höheren COVID-19-Schweregrad und ein höheres Sterberisiko bei Personen mit Vitamin-D-Mangel im Vergleich zu Kontrollen ohne Vitamin-D-Mangel.“

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/34322971/ (Meta-Analyse & Systematisches Review)

„Diese Studie ergab, dass die meisten COVID-19-Patienten unter Vitamin-D-Mangel litten. Außerdem ist die Wahrscheinlichkeit, sich mit SARS-CoV-2 zu infizieren, bei Personen mit Vitamin-D-Mangel etwa dreimal so hoch und die Wahrscheinlichkeit, eine schwere Krankheit zu entwickeln, bei Patienten mit Vitamin-D-Mangel etwa fünfmal so hoch.“

Vitamin K

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/32852539/

„Diese Daten deuten darauf hin, dass eine pneumoniebedingte extrahepatische Vitamin-K-Depletion bei schweren COVID-19-Patienten zu einer beschleunigten Schädigung der elastischen Fasern und zu Thrombosen führt, was auf eine beeinträchtigte Aktivierung von MGP (Matrix-Gla-Protein) bzw. Endothelprotein S zurückzuführen ist.“

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/32779537/

„Die Ergebnisse dieser Studie unterstreichen die Rolle von Vitamin K als möglicher modifizierbarer Risikofaktor für eine schwerere Entwicklung von COVID-19 bei infizierten Patienten mit klinischen Symptomen. Auch wenn ein Ursache-Wirkungs-Zusammenhang nicht nachgewiesen werden konnte, sprechen unsere Ergebnisse dafür, die Rolle von Vitamin K in diesem klinischen Umfeld weiter zu untersuchen.“

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/34207745/

„Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass ein niedriger Vitamin-K-Status bei Patienten mit COVID-19 in geschlechts- und altersbereinigten Analysen mit der Sterblichkeit assoziiert war, nicht jedoch in Analysen, die zusätzlich um Komorbiditäten bereinigt wurden.“

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC8344499/

„Zu Beginn der akuten COVID-19-Erkrankung waren sowohl Vitamin-K- als auch Vitamin-D-Mangel unabhängig voneinander mit einer Verschlechterung des Schweregrads der COVID-19-Erkrankung verbunden, was auf ein potenzielles synergistisches Zusammenspiel zwischen diesen beiden Vitaminen bei COVID-19 hinweist.“

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/33023681/

„Zusammengenommen schlagen wir einen Mechanismus vor, bei dem eine Lungenentzündung zu einer Vitamin-K-Depletion führt, die eine Abnahme des aktivierten MGP (Matrix-Gla-Protein) und des Proteins S zur Folge hat, was die Lungenschädigung bzw. die Koagulopathie verschlimmert.“

Zink

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/34406674/

„Im Allgemeinen scheint es, dass die Serumspiegel von 25(OH)D, Vitamin B12 und insbesondere Zink zum Zeitpunkt der Aufnahme die klinischen Ergebnisse bei COVID-19-Patienten beeinflussen können.“

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/33680350/

„Auch wenn die Einnahme von Zink (innerhalb der empfohlenen oberen Sicherheitsgrenzen) als Prophylaxe einen zusätzlichen Schutz gegen die Entstehung und das Fortschreiten von COVID-19 bieten könnte, müssten dazu klinische Studien durchgeführt werden, aber das Potenzial ist eindeutig vorhanden. Auch nach der Impfung kann ein niedriger Zinkstatus die Impfreaktion beeinträchtigen.“

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/32512490/

„Es wurde nachgewiesen, dass Zink die virale Replikation durch Veränderung der proteolytischen Verarbeitung von Replikasepolyproteinen und der RNA-abhängigen RNA-Polymerase (RdRp) bei Rhinoviren, HCV und Influenzaviren hemmen und die RNA-synthetisierende Aktivität von Nidoviren, zu denen SARS-CoV-2 gehört, vermindern kann. Daher kann angenommen werden, dass eine Zink-Supplementierung von potenziellem Nutzen für die Prophylaxe und Behandlung von COVID-19 sein kann.“

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/33710631/

„In Anbetracht der direkten antiviralen Eigenschaften von Zink kann davon ausgegangen werden, dass eine Zinksupplementierung für einen Großteil der Bevölkerung von Vorteil sein kann, insbesondere für ältere Menschen und solche, die einem Risiko für COVID-19-Infektionen ausgesetzt sind.“

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/34634109/

„Wir haben einen narrativen Überblick über die Belege für die Auswirkungen von Zn2+ auf das Immun- und Nervensystem und den therapeutischen Einsatz solcher Mikronährstoffe bei neurologischen und infektiösen Erkrankungen erstellt, um die mögliche Verwendung von Zn2+ als präventive oder therapeutische Maßnahme bei COVID-19 zu klären. Insgesamt zeigten die Ergebnisse der verfügbaren Daten, dass eine Zn2+-Supplementierung aufgrund seiner neuroprotektiven Eigenschaften nicht nur auf COVID-19-bedingte Symptome, sondern auch auf die Virusreplikation sowie auf COVID-19-bedingte Entzündungen und neurologische Schäden wirken könnte.“

Jeder kennt sie, die unaufhaltbaren und unzweifelbaren Experten, die uns auf die einzig richtige Weise aus der Pandemie führen. *Zwinker*

Natürlich bin ich mir der Menschlichkeit von Fehlern bewusst, die im Laufe einer solchen Krise geschehen können. Doch mein anklingender Sarkasmus ist zweifelsohne berechtigt, wenn man sich einmal genauer damit befasst, mit welcher Perfidität bestimmte Maßnahmen begründet werden.

Allen voran werden immer wieder unpassende Vergleiche genutzt, um die eigene Argumentation zu stützen. Vergleiche haben im Zuge der Diskussion ihre unersetzbare Position und Berechtigung, doch sollten auch Vergleiche gewählt werden, die stimmig sind und schlicht Sinn ergeben.

Den Virokraten unserer Gesellschaft scheint eine schlüssige Argumentation eher unwichtig zu sein. Kenntnisse in Germanistik, Rhetorik oder Hermeneutik könnten da vielleicht weiterhelfen. 

Hier habe ich einen Blogbeitrag über Platons Trivium verfasst.

Nachfolgend möchte ich drei Beispiele von schlechten Vergleichen anführen, die im Zuge der COVID-19-Pandemie genannt wurden, um bestimmte Maßnahmen zu rechtfertigen. Viel Spaß beim Lesen.


Lauterbach: „Ungeimpfte sind wie Nicht-Schwimmer.“

Der stetig „besorgte“ neu gewählte Gesundheitsminister Lauterbach hat nicht nur häufiger mal einen Zahlendreher in den unzähligen Talkshows und Interviews zu verzeichnen – der Hashtag #Lauterbachluegt ist auch noch nicht allzu lange her. (0)(1)(2)(3) Er nutzt hin und wieder aber auch zweifelhafte Vergleiche, um seine kruden Thesen zu verbreiten.

Im Bild-Doppelinterview mit Lauterbach und Streeck kam die Frage auf, ob 2G ein Impfdruck durch die Hintertür sei oder zumindest eine Zwei-Klassengesellschaft erschaffe. (4) Daraufhin kam Herr Lauterbachs fabulöser Einwand:

„Also zunächst einmal, wenn die 2G-Regel gilt können die Ungeimpften weiter am Sozialleben teilhaben. Es sind nur bestimmte Bereiche, zu denen sie keinen Zugang mehr haben. […] Und das ist auch keine Diskriminierung, ich will versuchen, dies an einem Beispiel festzumachen.

Als bei einem Schwimmbad gibt es tiefere und nicht so tiefe Bereiche. Die Nicht-Schwimmer dürfen nicht in die tiefen Bereiche hinein. Dann könnte man auch sagen: „Es ist die Freiheit der Nicht-Schwimmer, in die tieferen Bereiche zu dürfen.“ Aber ich will ja nicht, dass sie ertrinken. Darum kommen nur Schwimmer in diesen Bereich.

Und das mag zunächst als ein weit hergeholtes Bild erscheinen, aber es gibt tatsächlich Situationen, in denen dieses Bild zutreffend ist, wie etwa in Diskotheken mit der hohen Aerosolkonzentration. Das heißt, ich muss die Menschen voreinander schützen. (…) 

Und wenn der Nicht-Schwimmer ertrinkt, das ist grauenvoll und möchte niemand, aber es ist nur der Nicht-Schwimmer. Aber in der Diskothek stecken sich die Menschen untereinander an. Somit glaube ich gibt es gute Gründe, aber nur natürlich in den besonders gefährdeten Situationen.“

Lauterbach, BILD TV (2021)

Übrigens haben einige Kolumnisten ähnliche Vergleiche wie Herr Lauterbach gemacht. (5) Wer hat sich hier wohl von wem inspirieren lassen?

Wie dem auch sei, ein wirklich fundierter Vergleich ist das nicht. Im Grunde genommen ist das ein unzuverlässiger, geradezu irreführender Vergleich, und zwar aus mehreren Gründen.

Wer Nicht-Schwimmer ist und trotzdem in tiefen Gewässern schwimmen geht, der wird definitiv sterben, wenn ihm nicht jemand hilft. Das ist leider unausweichlich. 

Bei einer Corona-Infektion ist das überhaupt nicht so. Jeder Mensch hat ein angeborenes Immunsystem, welches sehr lernfähig ist. Ein gesunder Lebensstil schützt ohne Frage vor einem schweren Verlauf! Alles andere würde schlicht keinen Sinn machen und es ist müßig, darüber zu streiten. Es mag Einzelfälle geben, in denen auch gesunde (oder nennen wir sie mal nicht mit einer Krankheit diagnostizierten) Menschen einen schweren Verlauf haben. Inzwischen ist aber nur allzu gut bekannt, dass Risikofaktoren wie Rauchen, wenig Sport, Vorerkrankungen und hohes Alter zu einem schweren Verlauf führen. Studien hierzu finden sich massenhaft auf Pubmed.gov.

Eine italienische Studie hat übrigens festgestellt, dass über 99% der Menschen, die an COVID-19-gestorben sind, Vorerkrankungen aufwiesen. (6)

Dies sind bekannte Tatsachen. Und trotzdem werden solche Vergleiche gezogen, um unsinnige Maßnahmen zu begründen. Besonders interessant ist es, dass sich Herr Lauterbach die Fakten immer so dreht, wie es gerade passt. Im einen Interview mit der WELT erzählt er, dass die ungeimpften Menschen um jeden Preis geschützt werden müssen [selbst wenn sie nicht geschützt werden wollen, T.N.], in diesem Video argumentiert er wiederum, dass die ungeimpften Menschen ja die geimpften Menschen anstecken würden und damit eine Gefahr sein würden. 

Wen wollen wir also schützen, die ungeimpften oder geimpften Menschen? Wovor hat Herr Lauterbach Angst, wenn die geimpften Menschen geschützt sind? Zudem steigt die Anzahl an Impfdurchbrüchen immer weiter an, ganz zu schweigen von der derzeitigen Omicron-Welle, bei der es viel mehr Impfdurchbrüche als Neuinfektionen gibt. Also: Auch Geimpfte können Geimpfte infizieren. (7)

Was soll also dieser Schwimmbad-Vergleich? Er hat nicht nur keine Relevanz, er erweckt ganz einfach einen falschen Eindruck. Das Leben ist kein großes Schwimmbad, in dem die ungeimpften Menschen Nicht-Schwimmer sind und jede Sekunde drohen zu ertrinken. Klingt übertrieben? Nach der Ausweitung von 2G auf den Einzelhandel könnte man den Eindruck haben, unsere Politiker haben vor allem und jedem Angst… Ein Geimpften-Bändchen hilft da sicher weiter… (8)


Nguyen-Kim: „Impfpflicht ist wie Anschnallpflicht“

Besonders erstaunt hat mich mailabs Video „Impfpflicht ist ok“. (9)

Ich habe bereits in meinem Podcast eine Reaktion auf das Video veröffentlicht, möchte mir hier aber noch mal die Zeit nehmen, um den Höhepunkt des Videos zu kommentieren. Wörtlich kommentiert Nguyen-Kim die Diskussionen in diesem Video wie folgt:

„Ich versteh nicht, wie man eine Impfpflicht kategorisch ausschließen kann, so wie die Regierung dies aktuell tut.

Ganz rational betrachtet ist eine Impfpflicht sogar weniger krass als die Gurtpflicht im Auto. Denn der Sicherheitsgurt schützt ja nur mich selbst. Da könnte man ja noch argumentieren, ist ja jeder selbst schuld, wer sich nicht anschnallt.

Aber wer sich impfen lässt, schützt ja nicht nur sich. Da sich Geimpfte seltener anstecken, können sie auch das Virus seltener weitergeben. Und Geimpfte haben eher mildere Verläufe oder gar keine Symptome. Und wenn ich jemandem ins Gesicht huste, stecke ich den natürlich auch eher an, als wenn ich keine Symptome habe.“

Nguyen-Kim, Impfpflicht ist ok (2021)

Sapperlot! Mailabs technokratisches Verständnis des Menschen ist geradezu bahnbrechend. Nguyen-Kim könnte sich in eine Reihe mit der Richterin des Supreme Court stellen, die Anfang Januar 2022 gefragt hat, was der Unterschied zwischen Mensch und Maschine ist. (10)

Eine solche „rationale Auffassung“ der Impfpflicht wäre tatsächlich gegeben, wenn der Mensch nicht mehr wäre als eine Maschine. Aber jeder Mensch, der noch etwas von Selbstbestimmung, Autonomie und Würde hält, würde dem entgegenstehen und klarstellen, dass der Mensch ein Innenwesen ist, der Roboter jedoch nur ein Außenwesen. Hast du vielleicht schon mal einen Roboter mit echten Gefühlen und „Bewusstsein“ gesehen? Natürlich nicht, der modernen Wissenschaft ist das Bewusstsein noch heute ein Rätsel (und wird es vielleicht auch immer bleiben). Auch die Entwicklung um K.I. wird das nicht ändern.

Mailab scheint also überzeugt zu sein, dass der Mensch eine Maschine ist. Für sie macht es vielleicht auch keinen Unterschied, ob der Gurt im Auto in den Körper eingeführt wird oder nur entlang geführt wird. Aber es gibt eben einen riesig großen Unterschied, der in der Grenzüberschreitung zwischen Innen und Außen liegt. Eine Grenze, die es für Maschinen schlicht nicht gibt.

Das Missverständnis fängt also dort an, wo der Mensch nicht begreift, dass das Innenleben eines Menschen ein empfindliches Zusammenspiel aus psychischen und physischen Kräften ist, an denen nicht leichtfertig rumgespielt werden sollte. Dieses Argument sollte nicht im Sinne der Kirche genutzt werden, die in der Geschichte bewiesen hat, dass sie die Menschheit nur an der Vermehrung von Wissen hindern wollte, sondern im Sinne der Demut nach Karl Popper: Die Natur hat sich etwas dabei gedacht, den Menschen so zu erschaffen, wie er heute ist. Der Mensch ist ganz und gar nicht „imperfekt“, aber er kann sich selbst dazu degradieren.

Auch das Argument, der Gurt schütze nur einen Selbst, die Impfpflicht auch andere ist nicht mehr als eine Behauptung. Die Daten mehren sich, dass auch Geimpfte ansteckend sind. (7) Aber auch hier gilt wieder: Für gesunde Menschen besteht keinerlei Gefahr durch SARS-CoV-2, sodass ein Eingriff in den Körper des Menschen schlicht unnötig ist. Und wofür sollte ich mich denn nun impfen lassen, wenn für mich kein Risiko besteht und ich auch als Geimpfter das Virus weitergeben könnte? Wie soll man bitte Nguyen-Kims Argument des „ins Gesicht Hustens“ ernstnehmen? Wer hustet anderen ins Gesicht?

Die hyperrationale Argumentation von mailab enthüllt neben einigen Ich-mach-mir-die-Welt-wie-sie-mir-gefällt-Aussagen auch eine gewisse abfällige Betrachtung des Menschen, den man dann bald nach ihr nur noch als Impf-Cyborg kennen könnte. Die nächste Welle kommt bestimmt. Und danach die nächste Pandemie.

Hier gibt es einen lustigen Clip über mailabs Video „Impfpflicht ist ok“.

Ein Spiegel-Artikel ganz im Sinne von Mai Thi Nguyen-Kim


Ungeimpfte sind „der Blinddarm der Gesellschaft“

Muss ich hierzu wirklich etwas sagen? Mir würde nichts Positives einfallen, was man aus diesem Zitat der ZDF-Satirikerin herausnehmen könnte. Das Menschenbild, das Frau Bosetti hat, möchte ich lieber nicht kennenlernen…

Aber es lässt sich bereits einiges erahnen, wenn man erkennt, dass dieser Vergleich eine enorme Ähnlichkeit zum Bekenntnis des NS-Arztes Fritz Klein aufweist:

„Aus Ehrfurcht vor dem menschlichen Leben würde ich einen eiternden Blinddarm aus einem kranken Körper entfernen. Der Jude ist der eiternde Blinddarm im Körper der Menschheit.“

Thematisch würde dieser Beitrag wohl eher in die Pandemie der Grausamkeiten passen als in die Pandemie der schlechten Vergleiche. Wie dem auch sei, solche Schuldzuweisungen und Diffamierungen dürfen nicht vergessen werden.


Drosten: „Eine Infektion trainiert das Immunsystem wie ein Steak die Verdauung“

Wer kann das „unsinnige Impfgejammer“ bald auch nicht mehr hören? Unser Star-Virologe.

Während andere Menschen für ihre Ausrutscher und Frust-Posts von den Medien diffamiert werden, erhält Prof. Drosten rege Zustimmung. (11)(12)(13)(14)

Der Aufhänger:

Besonders bemerkenswert: Vor ein paar Monaten behauptete Herr Drosten das genaue Gegenteil. (15) Eine natürliche Immunität schütze besser:

„Wer sich infiziert, hat ja mit dem ganzen Virus Kontakt gehabt, während das Immunsystem Geimpfter sich ja, zumindest bei denen hier bei uns zugelassenen Impfstoffen, nur mit dem Spike-Protein auseinandersetzen muss“ (16)

Wer hier voreilig darauf schließt, dass Herr Drosten empfiehlt, man solle mit dem Virus in Kontakt kommen, der irrt: Erst brauchen wir die endemische Situation… und jeder muss natürlich geimpft sein. Ist doch logisch. *Zwinker*

Viel interessanter ist aber der Vergleich zwischen Steak & Infektion, oder besser gesagt zwischen Immunsystem und Verdauung. In seinem Beispiel ist die Impfung nämlich der metaphorische Grünkohl (kein Scherz). Bei diesem Vergleich tun sich ganz viele ernährungsphysiologische Probleme auf, die Herr Drosten natürlich alle nicht kennt. 

Zum einen haben NATÜRLICH Menschen mit regelmäßigem Fleischkonsum eine bessere Verdauung und Resorption der Nährstoffe. Wer jahrelang vegan oder vegetarisch lebt und seine Ernährung umstellt, kann sich zu Beginn auf ein Feuerwerk der Darmprobleme einstellen. Hier muss man sagen, dass das Prinzip der Anpassung gilt. Der menschliche Körper stellt sich auf die Gewöhnung ein und wer sich bestimmte Verhaltensweisen abgewöhnt, der muss bei Umstellung auch mit Konsequenzen rechnen. Hier sei innervierend die Wissenschaft rund um die Mechanismen des Darmmikrobioms genannt.

Zum anderen musste das Steak für sein Beispiel einer Infektion herhalten. Inzwischen glaubt jeder Laie, dass rotes Fleisch schlecht wäre, dabei ist dem nicht so. Es kommt wie immer auf das Maß an (vgl. Paracelsus). Doch hier wird wieder mal die Infektion bzw. das Fleisch als grundsätzlich schlecht assoziiert, die Impfung bzw. der Grünkohl als grundlegend gut.

Solche pauschalen Einteilungen sind eins der vielen Probleme, die sich in dieser Krise offenbart haben. Es werden gerade deshalb gerne Vergleiche gezogen, weil sich damit etwas pauschal als gut oder schlecht bewerten lässt. Es gibt jedoch nichts per se Gutes oder Schlechtes, es kommt immer auf die individuelle Situation drauf an. Das immer wieder gerne genutzte Zitat vom römischen Philosophen Epiktet hat hier seine Anwendung:

Nicht die Dinge beunruhigen die Menschen, sondern ihre Meinung über die Dinge. Wenn wir also auf Schwierigkeiten stoßen, in Unruhe und Kümmernis geraten, dann wollen wir die Schuld niemals auf einen andern schieben, sondern nur auf uns selbst, das heißt auf unsere Meinung von den Dingen.“

Epiktet

Weder ist eine Infektion schlecht, noch die Impfung. Beides kann seine Berechtigung haben, es kommt immer auf die Situation und Ausgangsbedingungen an.

Grundsätzlich auszuschließen, dass man sein Immunsystem trainieren oder stärken könne, ist aber eine fatale Annahme. Denn sie läuft darauf hinaus, dass der Mensch nichts für sich selber tun könne, sondern von der Impfung als einziges mögliches „Update“ (wie es Dr. Jen Gunter vertritt) abhängig bleibt.

Dem steht die biopsychosoziale Medizin als derzeit kohärenteste Medizintheorie eindeutig entgegen. Autoregulative Selbstkompetenz ist kein Mythos, sondern Realität.

Lesenswert hierzu: Ein Beitrag von Prof. Rießinger auf reitschuster.de. (17)

Was soll ich abschließend noch sagen? Wir haben gesehen, dass die hier angeführten Vergleiche in vielen Punkten unzureichend sind. Wäre ich Professor in Philosophie, wären diese Studenten bei mir allesamt durchgefallen. 

Aber das ist schließlich nur meine bescheidene Meinung. Wer bin ich, um das zu beurteilen?

Sagt mir gerne, was ihr dazu denkt: info@tristanstrivium.com

Herzlich
Tristan Nolting


Update: 18. Januar 2022 – Mein Auto hat Corona

Wieder mal Prof. Drosten, wieder mal ein schlechter Vergleich: diesmal zwischen COVID-19 und einem KFZ-Schaden.

Was mich an solchen Vergleichen neben der Perfidität immer wundert, ist die fehlende Reflexion. Kann sich Prof. Drosten wirklich nicht vorstellen, dass es einen entscheidenden Unterschied zwischen COVID-19 und KFZ-Schäden gibt? Nein? Dann kläre ich gerne auf.

Ein KFZ-Schaden ist ein PROBLEM. Soweit so gut, da dürften die meisten Menschen zustimmen. Ein Problem wird per Definition als einfache und linear zu bewältigende Herausforderung aufgefasst. Dies bedeutet, dass der KFZ-Mechaniker aufgrund seiner Erfahrung (und Theorie) weiß, was er zu tun hat. Das Problem bleibt konstant und stringent, es verändert sich nicht. Es mag verschiedene Lösungswege geben, aber das Endergebnis bleibt das Gleiche.

COVID-19 bzw. SARS-CoV-2 ist ein PRÄDIKAMENT! Nach Richard Farson sind Prädikamente komplexe Probleme, die möglicherweise nie ganz erfasst werden können und für die es auch keine einfache Lösung gibt – wenn es überhaupt eine Lösung gibt. Denn weder Theorie noch Praxis sind ausgereift – aber selbst wenn in dem jeweiligen Fachgebiet über Jahrhunderte an Erfahrung vorherrschen würde, so wäre doch nicht davon auszugehen, dass eine Lösung in Sichtweite ist. Denn: Die Anzahl an Variablen, die ein Prädikament umfasst, ist so hoch, dass es den menschlichen Verstand (und die Leistung jedes Computers, der auch nur von Menschen bedient wird) bei Weitem übersteigt.

Weitere Beispiele für Prädikamente sind das Bienensterben oder der Klimawandel.

Ich habe das Thema näher in meinem Buch die Würde des Ungeimpften behandelt und auch in Podcast-Folge 54 besprochen. Wer Interesse an der Komplexitäts-Theorie und Chaos-Forschung hat, wird hier viel Freude finden.

Solche trivialen Vergleiche als Wissenschaft zu verkaufen zeugt weniger von tatsächlichem Reflexionsvermögen und mehr von eindimensionaler Betrachtung eines hochkomplexen Themas. Wer die simpelsten Annahmen und Erkenntnisse der Wissenschaftstheorie nicht versteht, sollte sich kaum trauen, über den Tellerrand seines eigenes Fachgebietes zu schauen und breite Wissenschaftskommunikation betreiben.


Update: 1. März 2022 – Winterreifen & Virenprävention

Die Pandemie der schlechten Vergleiche nimmt leider kein Ende. In einem Gastartikel für die FAZ schreibt der gesundheitspolitische Sprecher der Grünen-Fraktion Janosch Dahmen einen Satz, der auf besonders herausragende Intelligenz schließen lässt (*Zwinker*):

Und wer gerade dabei ist, von Winter- auf Sommerreifen umzurüsten, will wohl kaum an das Glatteis im Dezember denken…

Janosch Dahmen, FAZ (28. Februar 2022)

Um diesen Satz aber zu verstehen, müssen wir auch den Kontext einbeziehen, in dem Herr Dahmen diesen Satz geschrieben hat:

…Politik hingegen muss genau dies tun. Verantwortung bedeutet Vorsorge, aber Prävention ist nicht immer populär. Und so wandelt sich derzeit mancher Impfpflichtbefürworter zum Ablehner. Dabei nähren nicht wenige der nun vorgetragenen Argumente gegen die Impfpflicht den Verdacht, dass man sich einer allgemeinen Lockerungsstimmung unterwirft. So wird erstens behauptet, dass Omikron die Lage komplett verändert habe. Richtig ist, dass Omikron zwar etwas weniger gefährlich, aber lange nicht ungefährlich ist. Der Grund für die Abwendung eines überlasteten Gesundheitssystems in den letzten Wochen sind in erster Linie die staatlichen Schutzmaßnahmen, nicht die milderen Krankheitsverläufe. Und ebendiese Maßnahmen wollen wir künftig durch eine Impfpflicht verhindern.

Neben dem Panikton besticht Herr Dahmen hier wieder einmal mit Dramaturgie durch das angeführte „Heldensymbol“ eines Politikers. Christian Drosten hat zu Beginn der Pandemie den Satz geprägt: „There is no glory in prevention“ („Es liegt kein Ruhm in Prävention“). Irrwitziger Weise haben sich die Verhältnisse inzwischen genau umgekehrt, es wird versucht, mit Prävention politisches Geschäft zu machen. Denn letztlich ist es die Prävention, die dem Politiker ermöglicht, einschneidende Maßnahmen zu ergreifen. Was früher einmal undenkbar war (Grundrechtseinschränkungen auf Vorrat), ist heute Normalität. Insofern ist Prävention vielleicht nicht immer akut populär, doch versieren sich Politiker seit Beginn der Pandemie mit nichts anderem als Präventionsmaßnahmen. Wer würde einen Politiker wie Lauterbach in einem gesunden System wählen, welches nicht auf Angst oder Panik ausgelegt ist? Oder Herrn Dahmen?

Herr Dahmen versteht es hier sicherlich, sich aus der Misere zu reden. Jeder versteht natürlich, dass Schutz immer auch mit Problemen einhergeht. Im Sinne von: Was soll da schon groß schiefgehen?

Weggelassen wird natürlich der Teil, an dem der Leser erkennt, dass die Politiker sich später – wenn die Pandemie „besiegt“ ist – als die heroischen Helden feiern werden. Was mussten sie nicht alles einbüßen (vor allem ihre Popularität), um das Volk zu schützen…

Alles, was das Narrativ hier stören würde (beispielsweise Länder wie Schweden, die zeit der Pandemie keine Lockdowns oder harten Kontaktbeschränkungen verordnet haben), muss natürlich ausgemerzt werden. Und darum wird auch weiterhin der Lügenballon aufgeblasen, dass nur die Schutzmaßnahmen das Gesundheitssystem geschützt haben – es kann niemals daran liegen, dass das Virus schlicht endemisch geworden ist oder langsam wird.

Ohne Angst verschwindet auch der letzte Hinterbänkler-Politiker wieder im Nirgendwo – zumindest so lange, bis die nächste „Pandemie“ droht. Und darum wird aus dem Trickkasten der Politik auch alle Mittel gezogen, es wird sich an jedem Strohhalm festgehalten, der das eigene Überleben in der Politik sichert.

Aber, aber Herr Dahmen: Ein KFZ-Vergleich ist auf Sach-Ebene immer eine schlechte Wahl. Vielleicht erreichen Sie damit die Menschen, die sich ganz besonders in ihr motorisiertes Gefährt verliebt haben – diejenigen, die sich länger als 30 Sekunden mit dem Thema beschäftigt haben, holen Sie damit aber nicht mehr ab. Im Gegenteil: Im Grunde genommen wird es jeden Tag nur noch peinlicher.


Update: 30. März 2022 – Auffrischungsimpfungen & Vokabellernen

Wieder eine behördliche Initiative, wieder verschenkte Liebesmüh. Diesmal soll es Eckhart von Hirschhausen richten, also der Mann, der ganz offen sagte:

„Wer sich nicht impfen lässt, ist ein asozialer Trittbrettfahrer“

Eckhart von Hirschhausen, WELT, 27.04.2018

Die als Webseite initiierte Initiative stammt vom Gesundheitsministerium des Landes Baden-Württemberg und nennt sich Impf-O-Mat. Der Impf-O-Mat soll sich sichtlich an der App Wahl-O-Mat orientieren. Im Gegensatz zum Wahl-O-Mat wird hier aber keine Entscheidungshilfe geboten, sondern lediglich eine interaktive Webseite, die in verschiedenen Videos erklärt, warum impfen (egal wann, wo, warum oder wie) immer die beste Option ist. Untermauert wird dies dann mit veralteten oder irreführenden Argumenten, die sich inzwischen nur noch als Mythos oder Märchen bezeichnen lassen: Fremdschutz, die Impfung beendet die Pandemie, Long-Covid-Gefahr ist auch bei mildem Verlauf groß.

Der schlechte Vergleich kommt aber wie folgt zustande: In einem Video erklärt der Wissenschaftsjournalist Eckhart von Hirschhausen, dass das immunologische Gedächtnis ähnlich wie Vokabellernen funktioniert. Wenn des Gedächtnis nicht immer wieder trainiert und aufgefrischt wird, verlernen wir bestimmte Dinge. Wenn also das Virus einen neuen Trick lernt, dann muss der Mensch sich eben jedes Mal mit einer Auffrischungsimpfung wehren, so Hirschhausen.

Es ist geradezu erstaunlich, dass Herr Hirschhausen nicht auf die Idee kommt, dass dies auch bei Viren der Fall sein könnte – wer nicht immer wieder mit ihnen in Kontakt kommt, der kann eben auch nicht adäquat darauf reagieren und mögliche Nebenwirkungen (schwerer Verlauf, Long-Covid etc.) sind eine mögliche Folge. Dass eine ständige Auffrischungsimpfung (am Besten jeden Monat mit immer neu angepassten Impfstoffen) keine alternative zur natürlichen Infektion darstellt, dürfte klar sein, oder? Ich habe bereits im Mai 2020 in meiner Analyse „Covid-19 (Sars-CoV-2) holistisch bestrachtet“ die Frage gestellt, inwiefern eine Impfung bei einem so mutationsfreudigen Virus überhaupt eine nachhaltige Lösung darstellt.

Wir stehen wieder einmal vor dieser Frage – aber anstatt dies breit zu diskutieren, stellen sich Wissenschaftsjournalisten in den Dienst von Behörden, um wissenschaftstheoretische Aspekte völlig auszublenden und einer verkopften Ideologie zu huldigen. Der Impf-O-Mat zeigt dies einmal mehr. Der abschließende Appell auf der Webseite: Ich hätte mich zwar gut informiert, aber ich solle mich doch trotzdem impfen lassen. Wirkt vertrauenswürdig.


Update: 18. Juni 2022 – Der Effekt von Masken ist so sicher, wie aus dem Flugzeug zu springen 😉

Der seit einiger Zeit für Furore sorgende Leiter des Sachverständigenausschusses zur Evaluierung der Corona-Maßnahmen, Stefan Huster, hat mit einer wirklich gnadenlos schlechten Analogie die Pandemie der schlechten Vergleiche befeuert. Im Gespräch mit ZDFheute erklärt er:

„Seit Jahrhunderten werden in Kliniken Masken getragen, um die Verbreitung von ansteckenden Krankheiten zu verhindern. Dass Masken generell vor Infektionen schützen können, das ist nicht sinnvoll zu bestreiten.“

Stefan Huster in ZDFheute, 18. Juni 2022

Und jetzt die Gipfelerfahrung seiner intellektuellen Wanderschaft:

Nun könnte ich mich darum bemühen, in allen Einzelheiten seinen Vergleich zu zerpflücken. Aber ich denke, den allermeisten Menschen mit noch einem Fünkchen gesundem Menschenverstand verstehen, dass hier Äpfel mit Birnen verglichen werden.

Denn das hatten wir ja schon beim Vergleich „Ungeimpfte sind wie Nicht-Schwimmer“: Während die Infektionsbiologie viel zu komplex ist (Stichwort: Komplexitätstheorie), um sie mit eindeutigen Ursache-Wirkungs-Zusammenhängen zu belegen, wie Herr Huster auch an späterer Stelle im ZDF-heute Interview zugibt, lässt sich dies sehr wohl beim Sprung aus dem Flugzeug anstellen: Machste das, biste Tod. So einfach ist das.

Natürlich kann man eine Grundsatzdiskussion anstellen, aber welcher Höhe der Tod sicher die Folge des Sprungs ist, aber hier verrennt man sich schlicht in Einzelheiten (welches Flugzeug fliegt in zweistelliger Meter-Höhe?).

Wenn aber keine reproduzierbaren wissenschaftlichen Ergebnisse zum Effekt von Masken veröffentlicht werden können, dann ist sehr wohl eine Diskussion angebracht, ob Verordnungen angebracht sind.

Ach ja, und dann sind da noch die Probleme der richtigen Verwendung der Maske, dem Unterschied zwischen freiwilligem Maskentragen und Maskenzwang, den potentiellen Nebenwirkungen vom Tragen (beispielsweise durch den extrem hohen Atemwiderstand von FFP2-Masken, der in psychovegetativen Nebenwirkungen oder Hyperkapnie-ähnlichen Zuständen resultieren kann), der generell fehlenden Differenzierung zwischen Maskentragen im medizinischen und gesellschaftlichen Kontext und der Gefahr eines zunehmend paternalistischen Staates, der sich immer mehr Macht im Leben des Bürgers erschleicht. Das alles muss in der Entscheidung „Masketragen oder nicht?“ beachtet werden.

Die Antwort auf diese Probleme kann jedoch nicht lauten: „Better safe, than sorry“. Sondern: „Jeder ist seines Glückes Schmied“. Es ist keine Solidarität, sich selbst zu vermummen, um andere Menschen zu schützen. In erster Linie hat jeder Mensch eine Eigenverantwortung, der er nachkommen muss. Es kann nicht sein, dass beispielsweise mein ungesundes Verhalten, welches ein erhöhtes Risiko für einen schweren Verlauf von Atemwegserkrankungen provoziert, durch meine Mitmenschen belohnt wird.

Zuerst sollte jeder vor seiner eigenen Tür kehren. Danach können wir über alle weiteren Maßnahmen sprechen. Auch solche, die nur tendenziell helfen.


Update: 4. Juli 2022: Studien zu Masken braucht es genauso wenig, wie Studien zu Fallschirmen

In der neuen Folge Anne Will haben sich vier Gäste zum Thema Bilanz der Corona-Politik ausgetauscht. Mit dabei (wer hätte es gedacht): Karl Lauterbach.

Wie immer hat sich Herr Lauterbach – angesprochen auf den eklatanten Personalmangel – zahlreicher logischer Irrtümer bedient, um seine Position zu verteidigen: so etwa der Deckmantel und das Rampenlicht.

Besonders interessant wird es aber, als er auf die Datastrophe / Datenwüste Deutschland angesprochen wird. Er zieht den Vergleich (der sich sehr ähnlich wie der von Stefan Huster anhört):

Es wurden noch nie placebo-kontrollierte Studien zu Fallschirmen gemacht, weil es einfach hochplausibel ist, dass sie funktionieren. Auf der anderen Seite ist es ebenso plausibel, dass Menschen, die in einem Raum sind, zur Musik tanzen und laut reden ein hohes Infektionsrisiko haben.

K.L., Anne Will, ab 39:00 Min

Natürlich werden hier wieder einmal Physik, Chemie, Soziologie, Psychologie, Biologie und im Grunde genommen alle Wissenschaften durcheinander geschmissen, so als ob es alles dasselbe wäre. Es fehlt hier also die notwendige Differenzierung, dass es gerade im biopsychosozialen Bereich nicht so kausale Zusammenhänge gibt, wie es erscheint. Das hat unter anderem auch die Human Challenge Study bewiesen: Selbst wenn jemandem aktiv Corona injiziert wird, heißt dies noch nicht, dass er sich auch infiziert hat.

Da gibt es nämlich so ein Phänomen, welches der moderne Gesundheitspolitiker fürchtet, wie Graf Dracula den Knoblauch: Das Immunsystem.

Die Pandemie der schlechten Vergleiche nimmt kein Ende…


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Dieser Podcast ist ungewöhnlich, denn hier geht es ums Ganze. In spannenden Folgen sollen die Ideen unterschiedlichster Denker der Philosophie und Spiritualität deinen Horizont bereichern und ein Bild von Lebendigkeit und Beseeltheit erschaffen. Sei es nun zum Thema Gesundheit, Natur oder Selbsterkenntnis – alles hängt zusammen.

Außerdem wird Tristan dir ganz persönliche Geschichten und Erlebnisse aus seinem Leben erzählen. Was hat ihn zu dem tiefgründigen und spirituellen Menschen werden lassen, der er heute ist? Antworten dazu findest du in diesem Podcast oder auf seiner Webseite.

Aber keine Sorge, dabei kommst du nicht zu kurz. Die verschiedenen Perspektiven, die dir beim DENK MAL Podcast geboten werden, sollen DICH zum Reflektieren anregen. Was wäre all dieses Wissen wert, wenn du es nicht anwendest?

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