(Am Ende des Blogartikels werden die entsprechenden Podcast-Folgen aufgeführt)

Es gibt wieder eine neue Rubrik im DENKMAL Podcast! Da uns zunehmend bewusst wird, wie wichtig das Thema Nachhaltigkeit ist, konnten wir nicht länger still bleiben. Wenn ihr wüsstet, was wir geplant haben… Es kribbelt uns in den Fingern!

Das spannende an DENKMALnachhaltigkeit ist, dass wir hauptsächlich Gäste in unsere Show einladen, die etwas zu diesem Thema sagen werden. Wir versuchen uns bestmöglich zurückzuhalten, um Menschen die Chance zu gewähren zu sprechen, die etwas mit dem Thema am Hut haben. So können dann spannende Gesprächsrunden entstehen, bei denen auch wir selbst neues lernen dürfen.

Dreh- und Angelpunkt unserer Rubrik ist dabei das von der Agenda 21 genutzte Dreieck der Nachhaltigkeit: Sind Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt im Einklang, so können wir zukünftigen Generationen dieselben Chancen bieten, die wir heutzutage auch haben.

Leider ist das mit der Nachhaltigkeit nicht immer so einfach… Okay, ich korrigiere mich: Es wäre einfach, aber der Kurs, den die Menschheit im letzten Jahrhundert gefahren ist, hat durch die zunehmende Gewöhnung an einen bewegungsarmen, globalisierten, teilweise ignoranten und sicherheitsfanatischen Lebensstil zur zunehmenden Ausbeutung und Zerstörung der Umwelt geführt. Allen voran ist dabei die Wirtschaft, welche unentbehrlich ist, um diesen Lebensstil aufrechtzuerhalten. Man kann sich dabei folgende Kausalkette vorstellen:

  1. Ängste, Sorgen und Nöten schaffen
  2. eine Sehnsucht nach Sicherheit, welche sich in einem
  3. veränderten Lebensstil zeigt.
  4. Dieser Lebensstil eliminiert jede Art von Gefahr und
  5. konzipiert somit eine Realität, in der „Schlechtes“ vermieden werden soll.
  6. Die Verbannung hat jedoch automatisch eine Rückkopplung („backwards law“ vgl. den Philosophen Alan Watts) zur Folge: Je mehr wir nach Positivität streben, desto mehr Negativität erreichen wir.

The desire for a more positive experience is itself a negative experience. And, paradoxically, the acceptance of one’s negative experience is itself a positive experience.“ ―Mark Manson

Dies lässt sich auch sehr gut anhand natürlicher Phänomene nachweisen. In meinem Buch Odyssee im 21. Jahrhundert schrieb ich, dass die Dualität die Lebensgrundlage für das Erleben unserer Wirklichkeit darstellt. Wer nicht zwischen Licht und Dunkelheit unterscheiden kann, nicht zwischen Links und Rechts oder zwischen Gefahr und Sicherheit, der kann gar nicht erst wahrnehmen. Diese Differenzierung muss analog sowohl im Körper als auch im Geiste geschehen. Die Unterdrückung von einem der beiden Pole hat automatisch dessen verstärkte Wahrnehmung zur Folge (natürlich bis hin zum Tod… aber auch hier: Führt das sich wehren und die fehlende Akzeptanz gegenüber dem Tod nicht auch irgendwann zu eben jenem?)

Wenn wir Leid nicht wahrnehmen, so unterdrücken wir auch unsere Freude. Der sinuskurvige Verlauf von Gegensatzpaaren in unserem Leben spiegelt sich sogar in unserem Herzschlag wider. Das Herz kann nur dann ausschlagen, wenn es auch einen Negativausschlag gibt. Damit werden Gegenteil unentbehrlich füreinander und bedingen sich in ihrer Existenz.

So ist es auch in der Natur & Umwelt: Wollen wir nicht wahrhaben, dass wir Lebewesen sind, die aus der Natur stammen, so versuchen wir die Natur zu unterdrücken und auszubeuten – mit grässlichen Folgen. Ob Naturkatastrophen, Umweltzerstörung (wie im Amazonas), Landschaftsvernichtung (Atombomben), Übernutzung der landwirtschaftlichen Böden (Erosion), erhöhtes Müllvorkommen in Ozeanen und Mikroplastik (plastic planet) oder Auslöschung von Tier- und Pflanzenarten. Der Eingriff des Menschen ist unfassbar und unschätzbar. Alles liegt in unserer Hand – aber wir können erst dann etwas ändern, wenn wir akzeptieren, dass alles auf der Welt ein Teil von uns ist.

Ja, wir brauchen Wirtschaft um eine Existenzgrundlage zu haben. Ja, wir brauchen die Umwelt als Fundament für das Überleben. Und ja, wir brauche die Gesellschaft als Basis für Harmonie, Hoffnung und Liebe. Ich hoffe, dass durch die noch folgenden Interviews klar wird, dass jeder Mensch seinen Beitrag auf einer Mikroebene leisten kann, um auf der Makroebene Veränderungen herbeizuführen. Außerdem würde ich mich riesig freuen, wenn euch die Podcastfolgen, aber auch die Gäste, gefallen und inspirieren.

Mit besten Wünschen

Tristan Nolting.
Autor & Podcaster

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