Liebe Leser,

in letzter Zeit sind einige interessante Beiträge und Artikel von mir erschienen, auf die ich euch mit diesem Blogbeitrag kurz hinweisen möchte. Durch den Lockdown haben wir alle wohl etwas mehr Zeit zum Lesen. Vielleicht besteht also Interesse an meinen Inhalten. Hierzu füge ich jeweils entweder einen Abschnitt als Leseprobe ein und/oder gebe eine kurze Einführung in die Thematik.

Drei Beiträge für das MHRx Magazin

Das Magazin Metal Health Rx von Aesir Sports ist eine renommierte digitale Zeitschrift, die monatlich erscheint. Hierfür schreiben verschiedene Autoren Artikel über die Themen Gesundheit, Kraftsport & Training. Den Zugang zum Magazin erhaltet ihr, indem ihr das Magazin kostenpflichtig abonniert (jährlich/life-time). Inzwischen durfte ich bereits drei Artikel für das Metal Health Rx Magazin schreiben. Eine kurze Einführung in die Artikel findet ihr anbei.

Baue Stress ab & booste Wohlbefinden sowie Erholung: 3 effektive Entspannungstechniken für den Alltag

15. November 2020

»Du kennst dieses Gefühl nach harter Arbeit oder einem anstrengenden Tag genauso gut wie ich: Du bist platt, erschöpft, ausgelaugt und weißt eigentlich ganz genau, dass jetzt Entspannung notwendig ist. Wie handeln aber wohl sehr viele Menschen? Auf die Couch setzen, Fernseher anschalten und dann entweder Nachrichten oder einen Film bzw. Serien angucken.

Warum das so ist, soll an dieser Stelle nicht Gegenstand der Diskussion sein. Viel wichtiger ist, dass bei diesem Verhalten die Entspannung schon mal auf der Strecke bleiben kann. Es gibt zahlreiche, sehr eindrückliche Studien, welche von der Verstärkung negativer Gefühle (1), über Angst (2) und Depressionen (3) (bei hoher Nutzung elektronischer Geräte von >6h), Suchtverstärkung (4) und Beeinflussung des Ernährungsverhaltens (5durch elektronische Geräte sprechen.

6 Stunden mag für den ein oder anderen viel erscheinen – diejenigen, die jedoch auch auf der Arbeit an einen elektronischen Bildschirm gebunden sind, erreichen relativ schnell diesen Wert. Wie auch Twenge et al. (2018) feststellten, waren bei Kindern und Jugendlichen bereits „mehr als 1 Stunde Bildschirmzeit pro Tag mit einem geringeren psychischen Wohlbefinden verbunden, einschließlich weniger Neugier, geringerer Selbstkontrolle, mehr Ablenkbarkeit, größeren Schwierigkeiten, Freunde zu finden, weniger emotionaler Stabilität, schwierigerer Pflege und Unfähigkeit, Aufgaben zu erledigen.“ (6)

Die Assoziationen zwischen Bildschirmzeit und geringerem psychischen Wohlbefinden waren bei Jugendlichen größer, als noch bei jüngeren Kindern (6).«

[…]

Mehr in der Ausgabe MHRx 10/2020 // Hier geht’s direkt zum Artikel

Das Gleichgewicht bewahren: Was uns die Psychosomatik über qualitative Ernährung lehren kann

12. Oktober 2020

»Die Ernährung aus dem Standpunkt der Psychosomatik zu betrachten ist relativ ungewöhnlich – speziell auch für mich als Ernährungswissenschaftler.

Meist wird das Thema Ernährung ziemlich einseitig beleuchtet. Ob in der Ernährungswissenschaft, in Medienberichten, in sozialen Netzwerken oder im Fitnessstudio – heutzutage, so habe ich den Eindruck, geht es wesentlich mehr um den körperlichen und objektiven Aspekt der Ernährung. Also um den physikalischen Brennwert (kcal), um die biochemisch-optimale Ernährung oder Diät(Nährstoffzusammensetzung und -timing, Leistungsfähigkeit etc.) oder um den präventiven und therapeutischen Nutzen bestimmter Pflanzen(-bestandteile).

  • Schlichtweg geht es um die Frage: „Was esse ich?“ 
  • Weniger behandelt wird die Frage: „Wie esse ich?“

Der Unterschied zwischen dem „Was“ und dem „Wie“ in Bezug auf die Ernährung wird zunehmend auch von dem Forschungsfeld der Psychosomatik behandelt. Um aber die Sichtweise der Psychosomatik zu verstehen, müssen wir vorab wieder einige Prämissen klären.

Durch die Fokussierung des objektiven Nutzens der Ernährung wird zunehmend der quantitative Aspekt der Lebensmittel in den Vordergrund gerückt. Weniger wird auf die Qualität der Lebensmittel bzw. auf die Beziehung zwischen Mensch und Lebensmittel geachtet. Würde aber tatsächlich darauf geachtet werden, so würden sich plötzlich neuartige Fragen erschließen, die vorher noch nicht behandelt wurden, wie etwa: „Passt das Lebensmittel zu meiner individuellen Situation?“. Andere Fragen, wie z.B. „Welches Lebensmittel ist das Beste?“, würden dann eher in den Hintergrund rücken.«

[…]

Mehr in der Ausgabe MHRx 09/2020 // Hier geht’s direkt zum Artikel

Die Auswirkungen eines gesunden Lebensstils auf Pandemien

19. September 2020

»Das Thema Pandemie, aber vor allem die aktuelle Corona-Pandemie, ist wohl das emotionalste Thema, das es seit langem in unserer Gesellschaft gab. Einmal mehr sind Wissenschaftler und Wissenschaftsjournalisten wichtig, die im Chaos des Internets Fakten verbreiten und somit Ruhe zwischen den sich auftuenden Camps von Befürwortern und Kritikern der aktuellen Maßnahmen stiften.

Mir persönlich sind immer zwei Dinge ganz wichtig, welche die Menschen aus den Informationen mitnehmen können, die ich anbiete:

  • Konstruktive Kritik gegen jede Art von Meinung zu äußern.
  • Sich nicht von Meinungen beeinflussen zu lassen, sondern zu beobachten, unwiderlegbare Fakten zu sammeln und diese zu einem stimmigen Gesamtbild zusammenzusetzen.

Beides sehe ich leider bei den wenigsten Inhalten im Internet, dabei ist es gerade diese Denkweise, die den Wissenschaftler auszeichnet. Und auch im Metal Health Rx Magazin finde ich diese Denkweise glücklicherweise vor. Damit betrachte ich dich nun auch im folgenden Artikel als Wissenschaftler, der eben diese Denkweise anwendet.

Es ist im Sinne der Wissenschaft ganz wichtig jedes Thema erst einmal mit der nüchternen Klarheit eines Wissenschaftlers zu betrachten. Dadurch erlaubst du dir nämlich nicht von Anfang an zu bestimmten Themen „Nein, das ist unmöglich“ zu sagen, sondern sagst grundsätzlich „Vielleicht ist da was dran“.

Der Religionsphilosoph Prof. Dr. Dr. Daniel von Wachter schrieb ebenso in „Eine philosophische Abhandlung des neuen Coronavirus“ über eine Notwendigkeit zur Meinungsvielfalt, um wissenschaftliches Scheuklappendenken während der aktuellen Pandemie zu vermeiden und gesellschaftliche Konflikte zu minimieren (1). Darum geht es auch schließlich: Die Diversität an Meinungen belebt den Konsens und durch den Konsens finden wir zu Fakten. Darum ist auch keine Meinung auszuschließen.

Dieser Beitrag hat also die Aufgabe zum Konsens beizutragen und nicht etwa Recht für sich zu beanspruchen. Karl Popper, einer der bedeutendsten Denker und Wissenschaftsphilosophen des 20. Jahrhunderts sagte einst sehr passend: „Der Rationalist ist einfach ein Mensch, dem mehr daran liegt zu lernen, als recht zu behalten.“ (2)

Dieser Beitrag soll dich also zu einer Perspektive anregen, die aus einem, für die bisherige Diskussion, recht ungewöhnlichen Standpunkt vertreten wird. Nämlich aus einem metaphysischen (ontologischen) Standpunkt. Ich wünsche dir viel Spaß beim Lesen und hoffe, dass du eine Menge über die Beziehung zwischen den Themen „Pandemie“ und „Gesundheit“ dazulernst.«

[…]

Mehr in der Ausgabe MHRx 08/2020 // Hier geht’s direkt zum Artikel

Analyse: COVID-19 (SARS-CoV-2) in Germany

1. November 2020

Passend zum Artikel Die Auswirkungen eines gesunden Lebensstils auf Pandemien für das Metal Health Magazin ist auch meine COVID-19 Analyse, welche ich im Oktober auf Englisch übersetzt habe und mit einem 10-seitigen Update versehen habe. Obwohl ich von dem Thema in den letzten Wochen abgewichen bin, da ich gemerkt habe, dass die Emotionen in diesem Thema überhand nehmen, würde ich auch hier gerne nochmal die wichtige Passage am Ende der Analyse einfügen. Die Übersetzung findet ihr auf meinem Blog.

[…]

»To me, trusting experts on their opinion cannot be future standard. Every citizen is responsible for informing himself/herself to estimate the current situation. For the lockdown-policy on the 2ndof November, for example, every citizen has to express concerns and considerations, in particular when it comes to one’s own economic existence.[i] And also to question the prevailing opinion of the government and to make them change their political course in the interest of everyone’s health, but especially for kids, as childhood researcher Michael Hüter warns the German policy: „A whole generation has been collectively traumatized.“

I myself started to recognize the importance of Plato’s Trivium, especially when I read news reports, social media posts and watch television narratives about SARS-CoV-2. In his Trivium, Plato defined the logical errors, which are very helpful to weigh others arguments. If, for example, someone is claiming to know something about SARS-CoV-2, just because some scientist said something about it, the logical errors help recognizing it as an appeal to authority. Authority can never replace arguments, otherwise society would not act rational. Another example could be the appeal to fear, which was used many times as an instrument to achieve certain political regulations. There are few more examples and I can just recommend it to use it in relation to question given opinions.

Finally, I want to remind the reader again about the importance of one’s own health. No one else can be responsible for the physical and mental health than the individual who owns the body. We as a society cannot not expect that scientists rescue us if ourselves forget about the importance of a healthy lifestyle and disease prevention. Starting with ourselves, we can also remind other people to go out and enjoy nature, food and our communication with others. If we try to isolate ourselves completely, the situation will get even worse. The immune system should be again at the center of our attention. To not only prevent diseases, but also to make life for everybody highly enjoyable again.«

Hier geht’s zum researchgate Artikel // zur deutschen Übersetzung

Blogbeitrag: Freiheit oder Sicherheit?

13. November 2020

Es sind alte Frage, die jedoch aktueller sind, denn je: Was ist uns wichtiger, Freiheit oder Sicherheit? Was sind wir bereit an Freiheit aufzugeben, um Sicherheit zu erlangen? Kann es so etwas wie Sicherheit überhaupt geben? Und (wann) sind wir bereit, beide Aspekte miteinander in Einklang zu bringen?

Diese Fragen habe ich versucht in meinem aktuellen Blogbeitrag zu beantworten. Ich habe anhand der aktuellen „Pandemie“, aber auch durch das Beispiel von OSHO und seinen Sannyasins gezeigt, dass verschiedene Menschen unterschiedliche Prioritäten haben. Je nachdem, welcher Typ man selbst tendenziell ist – Sicherheitsfanatiker oder Freiheitsidealist – verhält man sich in Gefahrensituationen anders. Letztendlich geht es jedoch immer um das nackte Überleben:

Die Freiheit dient dazu, das Überleben zum Erleben zu machen, wohingegen die Sicherheit danach strebt, das Überleben grundsätzlich zu sichern. Bei einem anfallenden Risiko ist es klar, dass die Bewertung des Risikos unterschiedlich ausfällt. Und, dass damit die Konflikte beginnen.

Mehr im aktuellen Blogbeitrag

Blogbeitrag: Planton’s Trivium

26. Oktober 2020

Wie können wir Wahrheit erlangen?

Diese Fragen hat viele Philosophen beschäftigt. Besonders aber Platon, wie man an seinen Dialogen mit Sokrates (z.B. Phaidon) oder seinem Höhlengleichnis erkennt. Um seinen Argumentationspartner in seinen Aussagen nach Wahrheitsgehalt zu überprüfen, hat Platon ein ziemlich schlaues Tool entwickelt: Die logischen Irrtümer.

Mehr im Blogbeitrag

Buch: Atmen • Nicht-Atmen

10. Oktober 2020

Ich habe es bereits mehrfach vorgestellt… aber es wird trotzdem nicht alt. Mein Poesie und Geschichtenbuch Atmen • Nicht-Atmen könnt ihr gratis als eBook von mir erhalten, indem ihr meinen Newsletter abonniert. Ich habe von vielen schon sehr positive und inspirierende Rückmeldungen erhalten. Dafür möchte ich mich schon mal bedanken!

Als kleines Dankeschön möchte ich noch eine kleine Geschichte einfügen. Ich hoffe sie gefällt euch. Falls ihr mehr lesen möchtet, abonniert einfach meinen Blog. Dann schicke ich euch mein eBook zu!

Der Brauch

»Ein Muslim, ein Buddhist und ein Jude treffen sich im Schlossgarten, um darüber zu diskutieren, welche Tradition die Wahrheit gefunden hat. Der Muslim argumentiert, dass Gott die eine Wahrheit ist und, dass der heilige Kampf der einzige Weg ist, die Wahrheit (Gott) zu finden. Denn Wahrheit bedeutet Errettung und wer gerettet werden will, der muss bereit sein, für die Rettung zu sterben.

Der Buddhist bestreitet, dass ein materieller Tod wirklich notwendig sei, um zu dem zu finden, der im Koran als „Gott“ dargestellt wird. Ihresgleichen höchstes Ziel sei das Nirwana, das nur durch den noblen Pfad des Buddhas in stiller Meditation gefunden werden kann. 

Schließlich ist der Jude empört und witzelt über des Buddhisten Pfad. Buddha habe nicht einmal Muße gehabt, um eine Schrift zu hinterlassen. Und gerade, als der Jude ausführen wollte, dass sich der echte Gott, Jahve, der Eine, nur den Juden offenbart, unterbrach sie ein Fremder. Und er spricht:

„Wie ich sehe, streitet ihr über eure Herkunft. Aber bevor ihr weiterredet, geht dort vornhin in diese Richtung, dort werdet ihr einen Mann sitzen sehen, der kann euch weiterhelfen.“

Und die drei machen sich auf und wandern entlang des Schlossgartens, bis sie am blumengeschmückten Springbrunnen ankommen. Dort sitzt ein alter Mann mit langem Haar und Robe. Und als sie vor ihm stehen, da bittet er sie, sich zu setzen. Er schaut ihnen tief in die Augen und stößt einen tiefen Seufzer aus.

Und in den nächsten Stunden hören sie Gleichnisse über Leben und Tod, über die rechte Art, sich frei zu machen, über die rechte Atmung und über die Streitschlichtung. Denn laut dem alten Mann gehe es darum, allen Religionen, Lehren und Traditionen Wahrheit zuzugestehen.

Der Muslim, der Buddhist und der Jude waren nicht nur entzückt, sondern lauschten voller Stille und Ehrfurcht. Und als der Mann sich erhob und ging, denn er hatte schließlich nichts mehr hinzuzufügen, da fielen sich die drei Gottesfürchtigen in die Arme. Sie versprachen sich nicht mehr zu streiten. Denn dazu war kein Grund mehr. Sie erkannten, dass sie dieselbe Herkunft hatten, diese Herkunft nur aus anderen Blickwinkeln betrachteten. Von nun an akzeptierten sie den Glauben der anderen.

Aber nicht nur das. Sie zogen sogar umher und verbreiteten die Lehre des alten Mannes. Denn sie wollten die tolerante Lehre weitergeben und allen Streit der Welt lösen.

Aber irgendwo auf ihrem Weg der Erlösung verliefen sie sich. Denjenigen, die ihren Glauben behalten wollten, warfen sie Dummheit und Ignoranz vor. Und ehe sie sich versahen, verkamen ihre Worte in einer Tradition, die nur denen Frieden brachte, die sie praktizierten. Und alle anderen, die die Lehre nicht achteten, wurden zu Übeltätern und Ungebildeten, die es zu bekehren oder auszulesen galt.

Welch ein Jammer. Der Streit der drei Gläubigen wurde zwar geschlichtet, dafür entbrannte jedoch ein viel heftigerer Streit. Ein Streit, der nicht mit der Vergebung aller Menschen endete, sondern einem Exklusivrecht, dass ihrer Tradition galt. Aber nein, eine Tradition kann man es wohl nicht mehr nennen. Ein sinnentleerter Brauch, das kommt dem Ganzen näher.«

Hier mein Buch kaufen // zum Blogartikel


Danke für die Aufmerksamkeit! Ich wünsche reges Interesse beim Lesen. Und natürlich eine unbändige Gesundheit und Lebensfreude für den kalten Winter, der uns bevorsteht.

Seid achtsam,
euer Tristan.

Am 1. November 2020 erschien meine Analyse „COVID-19 (SARS-CoV-2) holistisch betrachtet“ auf Englisch mit einem Update auf researchgate. Ich habe mir nach Rückmeldungen von wiss. Mitarbeitern und Professoren die Mühe gemacht, meinen Artikel auch für ausländische Wissenschaftler verfügbar zu machen und außerdem um die mediale, wissenschaftliche und politische Entwicklung von Mai bis November zu ergänzen.

Anbei findet ihr nun den Link zum englischen Dokument sowie die Übersetzung auf Deutsch exklusiv auf meinem Blog. Für Rückmeldungen und Kritik stehe ich euch auf Whatsapp zur Verfügung. Ich wünsche viele Erkenntnisse und spannendes Hinterfragen!

Hier geht’s zum englischen Artikel auf researchgate.


Update

1. November 2020:

Während ich meine Analyse vom Deutschen ins Englische übersetzte, kam mir die Idee, einen kurzen Überblick über die aktuelle Situation in Deutschland zu geben. 

Die typische Grippesaison verläuft von der 40. Kalenderwoche des aktuellen Jahres bis zur 20. Kalenderwoche des neuen Jahres. In diesen Wochen nimmt die Zahl der Virusinfektionen enorm zu, sodass der Influenza-Bericht des Robert-Koch-Instituts nicht mehr nur monatlich, sondern wöchentlich erscheint.[1] Im Jahr 2020 begann die 40. Kalenderwoche am 4. Oktober 2020, und ab diesem Zeitpunkt begannen auch die SARS-CoV-2-Infektionen zyklisch zu steigen. Am 15. Oktober 2020 erreichte die Zahl der SARS-CoV-2-Infektionen den höchsten Stand seit Beginn der Tests. Am 22. Oktober 2020 überschritt die Zahl der Infektionen zum ersten Mal die Anzahl von 10.000 (11.287, um genau zu sein). Seitdem schwankt die Zahl der Neuinfektionen zwischen 10.000 und 20.000. Es muss jedoch berücksichtigt werden, dass auch die Testkapazität gestiegen ist (von 7.115 in KW 11 auf 272.397 in KW44).[2]

Quelle: Wikipedia COVID-19 Pandemie-Daten, 2020.[3]

Die zunehmende Fokussierung der deutschen Medien und Politik auf die Zahl der Neuinfektionen hat zu einer zunehmenden Dramatisierung der Situation geführt. Dabei geht es nicht um eine Verharmlosung von SARS-CoV-2 (COVID-19), sondern um die tatsächlich messbaren Auswirkungen (Erkrankungen, Todesfälle, Folgeschäden) der Infektionen als eine zentrale Kenngröße für den Ausgang dieser Pandemie. 

Da jedoch die messbaren akuten Schäden der Pandemie zunehmend aus dem politischen Blickfeld geraten sind und sich der Fokus nun auf die steigende Zahl der Infektionen verlagert hat, haben sich Bundeskanzlerin Angela Merkel, die Bundesministerpräsidenten und ihre Berater am 2. November 2020 für die Notwendigkeit eines erneuten Lockdowns in Deutschland entschieden, der dazu beitragen soll, die Kurve der Neuinfektionen abzuflachen.[4]

Obwohl dieses Dokument keine politischen Statements enthalten soll, muss festgestellt werden, dass viele Politiker diese Entscheidung stark kritisiert haben. Der Vizepräsident des Bundestages[5], Wolfgang Kubicki, appellierte sogar gegen diese politische, aber aus seiner Sicht rechtlich nicht haltbare, Entscheidung Klage zu erheben.[6] Diese Entscheidung wurde von Merkel ohne Zustimmung des Parlaments im Deutschen Bundestag getroffen. Deshalb argumentierte Kubicki: „Die Beschlüsse bleiben von solch einer bemerkenswerten Widersprüchlichkeit, dass nur fraglich erscheint, wann das erste Gericht sie kippt und nicht ob.“[7]

Was jedoch von größerem Interesse sein sollte, ist die wissenschaftliche Sicht auf die Auswirkungen dieser Entscheidung. Man muss die langfristigen Folgen dieser Entscheidung berücksichtigen. Der zweite Lockdown wird von der Politik dazu benutzt, die Welle der Neuinfektionen zu „brechen“, ohne ausgewogene Berücksichtigung der tatsächlichen COVID-19-Situation. Daher kann die Zahl der Infektionen jederzeit als zu hoch von Spitzenpolitikern wie Bundeskanzlerin Angela Merkel deklariert werden, was folglich neue Lockdowns rechtfertigen könnte, auch wenn ein Anstieg tatsächlich typisch für die Grippesaison ist. Was Politiker bei dieser Auffassung von Pandemien zudem nicht berücksichtigen, ist, dass das Virus weniger schädlich sein könnte, als noch zu Beginn.[8]

Wie man sieht, haben die Fehlinformationen und die Verwirrung der Bevölkerung durch Medien und Politik nicht aufgehört, obwohl jeder die faktischen Auswirkungen der Angst auf die psychische und physische Gesundheit aufgrund von Pandemien kennen sollte. Die Liste der Kritiker von Lockdown-Politiken und deren Langzeitschäden, darunter das Deutsche Netzwerk für Evidenzbasierte Medizin e.V.[9], das National Bureau of Economic Research (NBER)[10], das Institut der deutschen Wirtschaft (IW)[11], Leiter von Gesundheitsbehörden und andere, wurde jedoch noch viel länger.[12],[13][14],[15],[16],[17],[18] Im Folgenden ein Zitat der Stellungnahme der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, die mit Hilfe von Prof. Dr. Hendrick Streeck, Prof. Jonas Schmidt-Chanasit und 32 unterstützenden Organisatione veröffentlicht wurde[19]:

„[…] Wieder auf Lockdowns zu setzen, könnte – in der Hoffnung Infektionszahlen zu senken – die reflexartige Konsequenz darauf sein. Aber wir haben in den Monaten der Pandemie deutlich dazugelernt. Der Rückgang der Fallzahlen ist politisch zwar eine dringende Aufgabe, aber nicht um jeden Preis. Wir erleben bereits die Unterlassung anderer dringlicher medizinischer Behandlungen, ernstzunehmende Nebenwirkungen bei Kindern und Jugendlichen durch soziale Deprivation und Brüche in Bildungs- und Berufsausbildungsgängen, den Niedergang ganzer Wirtschaftszweige, vieler kultureller Einrichtungen und eine zunehmende soziale Schieflage als Folge. […]”[20]

Obwohl ein neuer Lockdown fatal sein könnte, zielt die deutsche Politik darauf ab, „die Infektionsdynamik schnell zu unterbrechen, so dass in der Weihnachtszeit keine weitreichenden Einschränkungen notwendig sind“.[21] Die Einschränkungen für das öffentliche Leben werden für ab dem 2. November 2020 festgelegt. Selbst der Generaldirektor der Weltgesundheitsorganisationen, Dr. David Nabarro, hat eine Kehrtwende vollzogen, als er in einem Interview mit dem Spectator sagte: „Wir appellieren wirklich an alle führenden Politiker der Welt: Hören Sie auf, Lockdowns als primäre Kontrollmethode einzusetzen.[22] Und der Europäische Direktor der WHO, Hans Kluge, stimmte dieser Ansicht am 29. Oktober 2020 zu, während er auf die wirtschaftlichen Nebenwirkungen neuer Lockdowns hinwies.[23] Aber es scheint, dass die deutsche Politik sich der langfristigen Kosten der Lockdowns und der Warnungen renommierter Experten nicht bewusst ist.

Ein weiterer Streitpunkt in Bezug auf Langzeitschäden ist die aktuelle Debatte über die Mund-Nasenschutz-Regelungen. Die wichtigste Arbeit wurde im Juni/Juli 2020 von der Psychologin Daniela Prousa durchgeführt. In ihrer Studie: „Studie zu psychologischen und psychovegetativen Beschwerden durch die aktuellen Mund-Nasenschutz-Verordnungenin Deutschland“ untersuchte sie die psychologischen und psychovegetativen Beschwerden des Mund-Nasenschutzes in einer Stichprobengröße von n=1010 in Deutschland. Die Ergebnisse sind recht erstaunlich:

„Die Tatsache, dass ca. 60% der sich deutlich mit den Verordnungen belastet erlebenden Menschen schon jetzt schwere (psychosoziale) Folgen erlebt, wie eine stark reduzierte Teilhabe am Leben in der Gesellschaft aufgrund von aversionsbedingtem MNS-Vermeidungsbestreben, sozialen Rückzug, herabgesetzte gesundheitliche Selbstfürsorge (bis hin zur Vermeidung von Arztterminen) oder die Verstärkung vorbestandener gesundheitlicher Probleme (posttraumatische Belastungsstörungen, Herpes, Migräne), sprengte alle Erwartungen der Untersucherin. Die Ergebnisse drängen auf eine sehr zeitnahe Prüfung der Nutzen-Schaden-Relation der MNS- Verordnungen.“ (Daniela Prousa, 2020)[24]

Dennoch fordern Politik, Medien und Wissenschaftler wie Dr. Christian Drosten[25] und Prof. Dr. Dr. Karl Lauterbach[26] das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes in der Allgemeinbevölkerung, obwohl es keine entsprechenden Belege dafür gibt, dass asymptomatische Erwachsene und Kinder infektiös sind – oder, dass der Mund-Nasen-Schutz daran etwas ändern wird. Nachdem Klaus Reinhardt, Präsident der Bundesärztekammer, den Nutzen von Gemeinschaftsmasken bezweifelte, forderte Karl Lauterbach seinen Rücktritt.[27] Aber es gibt noch weitere emotionale Äußerungen von Karl Lauterbach, vor allem was die Folgeschäden betrifft. Trotz der Tatsache, dass Grippe und andere Viren auch Folgeschäden verursachen[28], verwendete Lauterbach die Studie „Kognitive Defizite bei Menschen, die sich von COVID-19 erholt haben, im Vergleich zu Kontrollen“: Eine N=84.285 Online-Studie“ des Imperial College in London für seine Argumentation, obwohl sie nicht einmal von Fachkollegen begutachtet ist.[29] In der Talkshow Markus Lanz und auf seinem Twitter-Account nutzte er diese Studie, um seine Überzeugungen zu bekräftigen.[30],[31] Wissenschaftlich betrachtet, kann dies als zulässig angesehen werden, da es keine anderen Studien gibt, die dieses Ergebnis bestätigen. Daher sind weitere Untersuchungen notwendig, um die Aussagen Lauterbachs zu bestätigen. Aber solche voreiligen Schlussfolgerungen sind in der deutschen Politik, wie man sehen kann, sehr verbreitet.

Die Maßnahmen der deutschen Politik, wie das Tragen von Kleidermasken in Fußgängerzonen und die Schließung oder Einschränkung von Restaurants und Bars zu späten Zeiten (23 Uhr)[32], sind nicht nur unbewiesen, sondern müssen auch hinterfragt werden. Die Verwirrung durch verschiedene Maßnahmen und Arten von Lockdowns jeden Tag oder jede Woche muss aufhören, um potenziell schädliche psychische Auswirkungen für die Gesellschaft zu reduzieren (wie oben erwähnt). Wir haben in Deutschland im Jahr 2020 immer noch keinen Beweis für eine erhöhte Sterblichkeit (10-Monats-Prävalenz) im Vergleich zu den Jahren 2019 oder 2018. Todesfälle mit SARS-CoV-2 (nicht wegen) sind im Vergleich zu anderen Krankheiten nicht auffällig erhöht.

Quelle: Statista, 20.Oktober 2020.[33]

Wer mit SARS-CoV-2, aber nicht an SARS-CoV-2 stirbt, gilt in Deutschland immer noch als Corona-Toter. Obwohl die Sterblichkeitsrate bei SARS-CoV-2 (10-Monats-Prävalenz) im Gegensatz zu anderen Ursachen (12-Monats-Prävalenz) recht niedrig ist, gibt es in der Politik einen Bestätigungsfehler (confirmation bias) über die Gesamtgefahr von SARS-CoV-2 für die Bevölkerung. Quelle: Statista, 20.Oktober 2020.[34]

Es gibt so viele Diskussionen darüber, was getan werden könnte, um eine Ansteckung zu vermeiden, dass das psychologische und wirtschaftliche Wohlergehen der Bevölkerung von politisch aktiven Wissenschaftlern wie Drosten oder Lauterbach völlig in Vergessenheit gerät. Wir als Gesellschaft sollten uns nicht primär im die Infektionsrate kümmern. Darauf wies auch der Epidemiologe Gerard Krause in dem Nachrichtenportal Dlf hin. Während die Deutsche Gesellschaft für Virologie über den natürlichen Weg der Immunisierung mit SARS-CoV-2 besorgt ist, können wir jetzt sehen, dass sich der besondere Weg Schwedens auszahlt.[35] Die Infektionsraten in Schweden steigen zwar (vermutlich wegen der Testkapazitäten und des Wetters), aber die Fallsterblichkeit von SARS-CoV-2 in Schweden ist seit dem 29. Juli 2020 stets niedriger als 5 Todesfälle pro Tag. Obwohl Anders Tegnell, der schwedische Staatsvirologe, vom Konzept der Herdenimmunität nicht überzeugt war („Das Streben nach Herdenimmunität ist weder ethisch noch anderweitig zu rechtfertigen. Selbst wenn jüngere Menschen weniger schwer erkranken und seltener sterben, kann es dennoch vorkommen […]“)[36], könnte es in der Gesamtstatistik Hinweise darauf geben. An dieser Stelle möchte der Autor noch einmal daran erinnern, dass radikale Maßnahmen gegen SARS-CoV-2 schwere Nebenwirkungen haben, wie höhere Selbstmordraten, Traumata und psychische Schäden vor allem bei Kindern, die kaum betroffen sind. Hinzu kommen höhere Angst- und Depressionsraten und die Verschiebung notwendiger Operationen.[37],[38],[39],[40] Der Einsatz von Herdenimmunität und die Verbesserung des Schutzes von Risikogruppen könnte die beste Lösung sein, um Langzeitschäden zu minimieren.

Quelle: Wikipedia COVID-19 Pandemie-Daten, 2020[41]

Diese Maßnahmen können nachgewiesen werden. Mund-Nasen-Abdeckungen sind in diesem Zusammenhang nur eine potenzielle Maßnahme zum Schutz von Risikogruppen, nicht der allgemeinen Bevölkerung. Die Pflicht zum Tragen von Masken könnte lediglich psychologische und psychovegetative Schäden verursachen und gleichzeitig die natürliche Art der Immunisierung verlangsamen. Aber das deutsche Verwaltungsgericht antwortete auf den Dringlichkeitsantrag von Daniela Prousa mit der Bitte, die Mund-Nasen-Schutz-Verordnung endgültig aufzuheben, dass es keine Notwendigkeit gebe, die deutsche Bevölkerung in ihrer psychischen Gesundheit zu schützen. Der Staat sei, wie das Verwaltungsgericht behauptet, nur für die körperliche Unversehrtheit verantwortlich: „Ein Eingriff liegt nicht schon dann vor, wenn nur das psychische oder emotionale Wohlbefinden betroffen ist, vielmehr muss die körperliche Unversehrtheit betroffen sein.“[42] Hier haben wir ein Beispiel für nationale Ignoranz gegenüber der modernen wichtigen medizinischen Sichtweise, dass es eine Verbindung zwischen Körper und Geist gibt. Wie bereits im ersten Teil der Analyse beschrieben, erhält der Geist bei der Entstehung von Krankheiten, wie bei Krebs, Diabetes oder Virusinfektionen, immer mehr Aufmerksamkeit. Und es liegt in der Verantwortung des Staates nachzuweisen, dass es zunächst keine Auswirkungen des psychischen Wohlbefindens auf den Körper gibt (vgl. auch Rudolf Steiners Anthroposophie).[43]

Man muss sich fragen, ob alternative und ganzheitliche wissenschaftliche Meinungen nicht willkommen sind, wenn moderne Medien (Facebook, Youtube, Google) versuchen, Online-Inhalte von ehemaligen renommierten Experten wie Dr. Sucharit Bhakdi oder Dr. Wolfgang Wodarg zu zensieren.[44],[45] Kürzlich bestätigte ein Topmanager von Google, dass Google in der Lage ist, die Macht der Suchmaschine zu nutzen, um Einfluss auf den politischen Kurs zu nehmen.[46] Medien und Suchmaschinen haben die Fähigkeiten, dies in Bezug auf ihre Nutzerraten zu tun. Wie das Projekt Veritas herausgefunden hat, nutzen sie diese jedoch auch bewusst und bieten sie ohne Kosten für demokratische Parteien an, um politische Meinungen zu beeinflussen.[47]

Wenn das tatsächlich der Fall ist, gibt es in den meisten verwendeten modernen Medien keine wirkliche Meinungsfreiheit. Oder es gibt Meinungsfreiheit in bestimmten Bereichen, wo Medien und Politik in den Industrieländern dies zulassen. Politiker wie Cem Özdemir riefen wegen der Black-Lives-Matter-Bewegung zum Handeln auf, bezeichneten Kritiker der deutschen Corona-Politik dagegen als „#Covidiots“ und erzwangen damit die weitere Spaltung in unterschiedliche Überzeugungen des „Virenthemas“.[48] Özdemirs Meinung spiegelte sich auch in den Berichten über die Black-Lives-Matter-Demonstrationen wider.[49],[50] Während die Demonstranten dieser Demonstration als Philantrophisten („weltweit vereint gegen Rassismus“)[51] gefeiert wurden, die sich nicht an die geltenden SARS-CoV-2-Bestimmungen halten müssen, scheinen die „#Covidiots“ nach wie vor unsichere Bürger, Esoteriker oder politische Extremisten zu sein („Sie sind durch ihren Hass auf den Staat vereint“).[52],[53] Ich möchte noch einmal auf die negativen Auswirkungen der Stigmatisierung hinweisen. Hier scheinen die Medienberichte ambivalent zu sein und offensichtlich unterschiedliche Maßstäbe anzulegen.[54],[55],[56]

Wie man sieht, werden einige Forscher von Politikern und Medien favorisiert, wie der Chefarzt und Charité-Virologe Dr. Christian Drosten sowie Prof. Dr. Dr. Karl Lauterbach. Es scheint, dass Politiker heutzutage nur noch auf den Charité-Virologen hören, nicht mehr auf einen anderen Experten. Man sollte auch die Zwispalte in der Wissenschaft bedenken, die durch seinen Appell im April 2020 in der Öffentlichkeit entstanden: „Verlassen Sie sich nicht auf irgendwelche Professoren oder Ärzte, die behaupten, Mediziner zu sein und über diese Dinge Bescheid wissen“. Es soll nur „wenige Wissenschaftler in Deutschland geben, die sich mit dieser speziellen Viruserkrankung beschäftigen.“[57]

Karl Lauterbach war der am häufigsten eingeladene Fernsehgast in der SARS-CoV-2-Debatte (14 Auftritte). Der einzige geladene Gast, der gelegentlich die Politik kritisiert, Hendrick Streeck, hatte nur 6 Auftritte. Bhakdi selbst behauptete nicht die gleiche Fernsehzeit zu bekommen wie andere Wissenschaftler, obwohl ihn sein Fachwissen zu einem wertvollen und gut informierten Experten machen würde.145 Auch wenn Streecks Heinsberg-Studie (2020) ausgezeichnet war und das SARS-CoV-2-Virus besser einschätzbar gemacht hat, wird seine Meinung leider immer noch nicht von der deutschen Politik anerkannt (Stanford Prof. Dr. Ioannidis bestätigte Streecks Ergebnisse kürzlich durch die Veröffentlichung einer Meta-Analyse bei der WHO, die zu dem Schluss kam, dass die Letalität von COVID-19 bei etwa 0,23 liegt, aber geringer wäre, wenn ältere Menschen wirksamer geschützt würden).[58]

Quelle: Spiegel, (2020).[59]

Während es in Deutschland noch immer kein Interesse zu geben scheint, ausgewogene oder gar politikkritische Debatten durch Medien wie Funk, Spiegel oder RTL zu organisieren, ist Servus TV der erste (österreichische) Fernsehsender mit regelmäßigen kritischen Gästen wie Dr. Sucharit Bhakdi und Dr. Stefan Homburg. Leider scheinen einige „populäre“ Wissenschaftler kein Interesse an einem stetigen Austausch von wissenschaftlichen Erkenntnissen unter Kollegen zu haben. Beispielsweise ist Prof. Dr. Drosten nicht mehr an einem Austausch mit dem bekannten Kollegen Streeck interessiert. Wie WELT berichtet, schrieb Streeck E-Mails an Drosten, erhielt aber keine Antwort. „Streeck sagt, er gönne Drostens Erfolg nach, aber er glaubt, dass an ihn ein anderer Maßstab angelegt wird als an Drosten. Dieses Beispiel illustriert den ständigen Mangel an Kooperation zwischen Experten in Deutschland.

Ein weiteres Ergebnis von Streecks Heinberg-Studie war das geringe Risiko einer Infektion durch Oberflächen in der häuslichen Umgebung. Es gibt zwar einige Studien, die darauf hindeuten, dass SARS-CoV-2 einen Monat auf Oberflächen und damit zehn Tage länger als die Grippe überleben könnte[60], und andere, die behaupten, dass SARS-CoV-2 bei Raumtemperatur nur bis zu sieben Tage überlebt[61], aber es gibt noch keinen geeigneten Beweis für eine mögliche Erkrankung durch Schmierinfektion. Dennoch behauptet das deutsche Gesundheitsministerium dies auf seiner informativen Website https://www.zusammengegencorona.de, ohne seine Aussagen zu verifizieren. Und sie werben für die Verwendung von Masken zum Mund-Nasen-Schutz, aber nicht als Schutz vor Husten (angesichts des schwachen Schutzes von Gemeinschaftsmasken vor Viren, wie sie selbst schreiben), sondern gegen häufiges Berühren des eigenen Gesichts. Wiederum ohne jeden Beweis.

„Eine Maske aus Stoff fängt einen Teil der Tröpfchen auf.
Aber die Tröpfchen und das Virus sind winzig klein.
Das Stoff-Gewebe ist dagegen sehr grob.
Die Viren sind kleiner als die Löcher in dem Stoff.
Ein Teil der Viren kann trotzdem hindurch gelangen.

Warum sollten Sie trotzdem eine Maske aus Stoff tragen?

Auch eine Maske aus Stoff hilft,
damit sich weniger Menschen mit dem Corona-Virus anstecken.
Sie fassen sich zum Beispiel seltener in das Gesicht
und berühren nicht so oft Ihre Augen oder Ihre Nase.
Außerdem gibt es manchmal Momente,
bei denen Sie nicht den Abstand von mindestens 1,5 Metern einhalten können.
Zum Beispiel beim Einkaufen, im Bus oder in der Bahn.
Das Corona-Virus kann auch äußerlich übertragen werden
über sogenannte Schmier-Infektionen.“[62]

Wie man sehen kann, geht es in dieser Debatte nicht darum, eine wissenschaftlich fundierte und langfristige Lösung zu finden, die natürlich die Beziehung zwischen lang- und kurzfristigen Schäden bewerten sollte. Man sieht es vor allem, wenn man mit der bekannten Suchmaschine nach der Anzahl der Suchergebnisse sucht. Dort kann man nicht nur den Unterschied in der Qualität, sondern auch in der Quantifizierung der Berichte sehen. Mir scheint, dass es in den meistgenutzten Medien confirmation bias gibt, wenn es darum geht, neutral und unparteiisch über verschiedene Arten von Meinungen und auch in der Quantität der Berichte über bestimmte Wissenschaftler im Umgang mit SARS-CoV-2 zu kommunizieren.

„Streeck Corona“: 896.000 Ergebnisse
„Lauterbach Corona“: 6.190.000 Ergebnisse
„Drosten Corona“: 2.850.000 Ergebnisse
„Bhakdi Corona“: 1.070.000 Ergebnisse
„Wodarg Corona“: 159.000 Ergebnisse
„Wiehler Corona“: 537.000 Ergebnisse
„Robert Koch Institut Corona“: 30.400.000 Ergebnisse
(Google-Suchergebnisse, vom 24. Oktober 2020)

Meiner Meinung nach kann das Vertrauen in die Meinung von Experten nicht der künftige Standard sein. Jeder Bürger ist dafür verantwortlich, sich zu informieren, um die aktuelle Situation einzuschätzen. Für die Lockdown-Politik am 2. November muss jeder Bürger Bedenken und Überlegungen äußern, insbesondere wenn es um die eigene wirtschaftliche Existenz geht.[63] Und auch, um die vorherrschende Meinung der Regierung zu hinterfragen und sie zu einem politischen Kurswechsel im Interesse der Gesundheit aller, vor allem aber der Kinder zu bewegen, wie der Kinderforscher Michael Hüter die deutsche Politik warnt: „Eine ganze Generation ist kollektiv traumatisiert.“

Ich selbst habe angefangen, die Bedeutung von Platons Trivium zu erkennen, insbesondere wenn ich Nachrichtenberichte, Beiträge in den sozialen Medien lese und Fernsehberichte über SARS-CoV-2 sehe. In seinem Trivium definierte Platon die logischen Fehler, die sehr hilfreich sind, um andere Argumente abzuwägen. Wenn zum Beispiel jemand behauptet, etwas über SARS-CoV-2 zu wissen, nur weil ein Wissenschaftler etwas darüber gesagt hat, helfen die logischen Irrtümer dabei, es als einen Appell an die Autorität zu erkennen. Autorität kann niemals Argumente ersetzen, sonst würde die Gesellschaft nicht rational handeln. Ein anderes Beispiel könnte der Appell an die Angst sein, der viele Male als Instrument benutzt wurde, um bestimmte politische Regelungen zu erreichen. Es gibt noch weitere Beispiele und ich kann das Trivium nur empfehlen, um bestimmte Meinungen zu hinterfragen.

Abschließend möchte ich den Leser noch einmal an die Bedeutung der eigenen Gesundheit erinnern. Niemand anders kann für die körperliche und geistige Gesundheit verantwortlich sein als derjenige, der den Körper besitzt. Wir als Gesellschaft können nicht erwarten, dass die Wissenschaftler uns retten, wenn wir selbst die Bedeutung eines gesunden Lebensstils und der Krankheitsprävention vergessen. Angefangen bei uns selbst, können wir auch andere Menschen daran erinnern, hinauszugehen und die Natur, das Essen und unsere Kommunikation mit anderen zu genießen. Wenn wir versuchen, uns völlig zu isolieren, wird die Situation noch schlimmer werden. Das Immunsystem sollte wieder in den Mittelpunkt unserer Aufmerksamkeit rücken. Nicht nur, um Krankheiten vorzubeugen, sondern auch, um das Leben für alle wieder sehr angenehm zu machen.

Vielen Dank fürs Lesen.

Tristan Nolting.


Literaturverzeichnis:

[1]https://influenza.rki.de

[2]Robert Koch-Institut. (29. Oktober, 2020). Laborkapazität für Tests auf das Coronavirus (COVID-19) in Deutschland bis KW 44 2020 (Tests pro Tag) [Graph]. In Statista. Zugriff am 30. Oktober 2020, von https://de.statista.com/statistik/daten/studie/1110951/umfrage/testkapazitaeten-fuer-das-coronavirus-covid-19-in-deutschland/

[3]https://en.wikipedia.org/wiki/Template:COVID-19_pandemic_data

[4]https://www.welt.de/politik/deutschland/article218786968/Corona-Regeln-Neuer-Lockdown-Das-ist-verboten-das-ist-erlaubt.html

[5]https://www.epochtimes.de/politik/deutschland/kubicki-nahezu-kompletter-lockdown-wird-lage-nicht-verbessern-a3366944.html

[6]https://www.epochtimes.de/politik/deutschland/kubicki-ruft-zu-klagen-gegen-neue-corona-beschluesse-auf-a3367605.html

[7]https://www.liberale.de/content/kubicki-interview-fuer-die-passauer-neue-presse

[8]https://www.n-tv.de/wissen/Killer-oder-Schnupfen-Wie-mutiert-das-Virus-article21854892.html

[9]https://www.ebm-netzwerk.de/de/veroeffentlichungen/covid-19

[10]https://corona-transition.org/nber-studie-maskenpflicht-und-lockdown-brachten-nichts

[11]https://www.epochtimes.de/politik/deutschland/fdp-chef-kritisiert-corona-plan-der-regierung-a3366865.html

[12]https://www.servustv.com/videos/aa-2549xqckh2111/

[13]https://www.youtube.com/watch?v=k7blF3wmoeE

[14]https://www.epochtimes.de/politik/deutschland/oberster-richter-von-rheinland-pfalz-warnt-vor-sonderrechtsregime-der-bundesregierung-a3358500.html?meistgelesen=1

[15]https://www.epochtimes.de/politik/deutschland/gesundheitsamtsleiter-puerner-nach-kritik-ins-ministerium-zitiert-meine-meinung-lasse-ich-mir-nicht-verbieten-a3361419.html

[16]https://www.epochtimes.de/politik/ausland/wirtschaft-warnt-eindringlich-zweiter-lockdown-waere-fuer-deutschland-fatal-a3363610.html

[17]https://www.deutschlandfunk.de/epidemiologe-gerard-krause-erkrankungszahlen-sollten-der.676.de.html?dram:article_id=485544

[18]https://www.youtube.com/watch?v=k7blF3wmoeE

[19]https://www.kbv.de/media/sp/2020-11-02_KBV-Positionspapier_COVID-19.pdf

[20]https://www.kbv.de/media/sp/2020-11-02_KBV-Positionspapier_COVID-19.pdf

[21]https://www.thelocal.de/20201028/germanys-lockdown-proposal-to-save-christmas-leaked-what-you-need-to-know

[22]https://www.meinbezirk.at/niederoesterreich/c-regionauten-community/who-aendert-haltung-zu-lockdowns-und-spricht-sich-nun-dagegen-aus_a4288455

[23]https://www.epochtimes.de/politik/ausland/who-warnt-vor-negativen-nebeneffekten-landesweiter-corona-lockwdowns-a3368501.html

[24]Prousa, D. (2020). Studie zu psychischen und psychovegetativen Beschwerden mit den aktuellen Mund-Nasenschutz-Verordnungen. PsychArchives. https://doi.org/10.23668/PSYCHARCHIVES.3135

[25]https://twitter.com/karl_lauterbach/status/1272932776401162241?lang=en

[26]https://www.t-online.de/nachrichten/panorama/id_88497902/virologe-drosten-erklaert-darum-sollten-sie-alltagsmasken-tragen.html

[27]https://www.zeit.de/wissen/gesundheit/2020-10/klaus-reinhardt-aerztepraesident-masken-schutz-karl-lauterbach

[28]Verkäufer SA, Hagan RS, Hayden FG, Fischer WA 2. Die versteckte Last der Grippe: Ein Überblick über die extra-pulmonalen Komplikationen einer Influenza-Infektion. Influenza Andere Atmungsviren. 2017;11(5):372-393. doi:10.1111/irv.12470

[29]Hampshire et al. (2020). Kognitive Defizite bei Personen, die sich von COVID-19 erholt haben, in Bezug auf Kontrollen Eine N=84285 Online-Studie. Pre-Print wurde am 21. Oktober von https://doi.org/10.1101/2020.10.20.20215863 heruntergeladen.

[30]https://www.youtube.com/watch?v=UDzONUyvfWA

[31]https://twitter.com/Karl_Lauterbach/status/1322101344283537408

[32]https://www.tagesschau.de/inland/corona-gipfel-massnahmen-101.html

[33]gbe-bund.de. (19. Mai, 2020). Anzahl der Todesfälle in Deutschland nach Geschlecht im Zeitraum von 1950 bis 2018 [Graph]. In Statista. Zugriff am 26. Oktober 2020, von https://de.statista.com/statistik/daten/studie/182907/umfrage/anzahl-der-todesfaelle-in-deutschland-nach-geschlecht-seit-1950/

[34]Statistisches Bundesamt. (19. Mai, 2020). Anzahl der Todesfälle in Deutschland nach häufigsten Todesursachen und Geschlecht im Jahr 2018 [Graph]. In Statista. Zugriff am 25. Oktober 2020, von https://de.statista.com/statistik/daten/studie/215791/umfrage/todesfaelle-in-deutschland-nach-todesursachen-und-geschlecht/

[35]https://twitter.com/c_drosten/status/1318188318555840512

[36]https://www.epochtimes.de/politik/ausland/schwedens-epidemiologe-tegnell-lockdowns-sind-keine-langfristige-loesung-a3366086.html

[37]https://www.neurologen-und-psychiater-im-netz.org/psychiatrie-psychosomatik-psychotherapie/news-archiv/meldungen/article/experten-zunahme-von-depressionen-und-angststoerungen-durch-corona/

[38]https://www.welt.de/wirtschaft/article208557665/Wegen-Corona-In-Deutschland-wurden-908-000-OPs-aufgeschoben.html

[39]https://www.augsburger-allgemeine.de/bayern/So-hat-sich-die-Suizidrate-in-Deutschland-waehrend-der-Corona-Krise-entwickelt-id57332446.html

[40]https://www.epochtimes.de/politik/deutschland/kindheitsforscher-die-corona-krise-ein-trauma-fuer-eine-ganze-generation-a3366036.html

[41]Wikipedia.org (2020). Vorlage:COVID-19 Pandemie-Daten. URL: https://en.wikipedia.org/wiki/Template:COVID-19_pandemic_data

[42]https://www.epochtimes.de/politik/deutschland/klage-gegen-rki-abgelehnt-psychisches-oder-seelisches-wohlbefinden-spielt-keine-rolle-psychologin-empoert-a3350829.html

[43]Steiner, R. (2020): Zum Corona Rätsel – Ein Beitrag der Geisteswissenschaft. Rudolf Steiner Ausgaben.

[44]https://m.facebook.com/83788386909/photos/a.93443706909/10157137171071910/?type=3&source=48

[45]https://www.handelsblatt.com/technik/it-internet/soziales-netzwerk-aufsichtsgremium-entscheidet-nun-bei-facebook-ueber-strittige-inhalte/25805056.html?ticket=ST-2271542-L5zIhTVDWOzNo7R37yOh-ap6

[46]https://www.theeuropean.de/boris-reitschuster/youtube-loescht-einfach-ein-kritisches-video-mit-sucharit-bhakdi/

[47]https://www.epochtimes.de/politik/ausland/project-veritas-google-manager-vor-versteckter-kamera-politische-zensur-zugegeben-a3362534.html

[48]https://twitter.com/cem_oezdemir

[49]https://www.tagesschau.de/inland/georgefloyd-protest-deutschland-101~Lupe_pos-0.html

[50]https://www.tagesspiegel.de/berlin/black-lives-matter-demo-in-berlin-veranstalterin-ist-froh-dass-nicht-zu-viele-menschen-teilnahmen/25955494.html

[51]https://www.zeit.de/thema/black-lives-matter

[52]https://www.zeit.de/wissen/2020-09/corona-demos-berlin-rechtsextremismus-verschwoerungstheorien-sozialpsychologie

[53]https://www.spiegel.de/politik/deutschland/ach-so-ja-nazis-sind-auch-da-a-7805e693-69e2-4f7e-be82-af54a01f4435

[54]https://www.nordbayern.de/politik/kommentar-bei-demos-darf-es-nicht-zweierlei-mass-geben-1.10168361

[55]https://www.tagesschau.de/kommentar/corona-demos-111.html

[56]https://www.fr.de/meinung/corona-krise-covid-19-berlin-29-08-leugner-nazis-verschwoerungstheorien-hildmann-merkel-90033426.html

[57]https://www.youtube.com/watch?v=9AV4MTs5Mj0

[58]Ionnidis, John P.A. (2020). Aus Seroprävalenzdaten abgeleitete Infektionstödlichkeitsrate von COVID-19. Bulletin der Weltgesundheitsorganisation. Meta-Forschungs-Innovationszentrum in Stanford (METRICS). https://www.who.int/bulletin/online_first/BLT.20.265892.pdf

[59]https://de.statista.com/statistik/daten/studie/1119839/umfrage/meisteingeladene-gaeste-in-den-talkshows-rund-um-das-thema-corona/

[60]Riddell, S., Goldie, S., Hill, A. et al. Der Einfluss der Temperatur auf die Persistenz von SARS-CoV-2 auf gemeinsamen Oberflächen. Virol J 17, 145 (2020). https://doi.org/10.1186/s12985-020-01418-7

[61]Chan KH, Sridhar S, Zhang RR, et al. Faktoren, die die Stabilität und Infektiosität von SARS-CoV-2 beeinflussen. J Hosp-Infekt. 2020;106(2):226-231. doi:10.1016/j.jhin.2020.07.009

[62]https://www.zusammengegencorona.de/leichtesprache/wie-koennen-ihnen-masken-helfen/

[63]https://www.epochtimes.de/politik/deutschland/bericht-bund-dringt-auf-drastische-anti-corona-massnahmen-ab-4-november-a3366551.html

Die Schattenseite unseres Selbst

Quellen finden sich in COVID-19 (SARS-CoV-2) holistisch betrachtet

Aufgrund der kommenden „Pandemie-Monate“ kam mir die Idee, einfach mal einen Beitrag über Angst zu verfassen. Um Angst zu verstehen und auch einordnen zu können, wann sie angebracht ist, müssen wir verstehen, wofür sie da ist.

Angst ist eine Grundemotion des Menschen. Angst macht mobil und leistungsfähig. Angst ist der Antrieb, der viele Menschen jeden Morgen aufstehen lässt. Zum Beispiel aus dem Grund, dass man Angst hat, kein Geld zu verdienen und auf der Straße zu landen.

Angst entsteht jedoch nicht grundsätzlich aufgrund bestimmter Glaubenssätze. Wenn hier eine Bärin mit ihren Jungtieren vor mir steht, dann muss ich handlungsfähig sein und weglaufen. Da wäre es eher nachteilig, wenn ich desinteressiert weiter meinen Blogbeitrag schreibe.

Merke also: Angst induziert den bekannten Kampf-Flucht-Trieb, der in jedem Menschen und jedem Tier vorhanden ist. Angst ist die Emotion, die der Erhaltung des eigenen Lebens dient.

Jemand, der gar keine Angst hat, ist nicht lebensfähig, denn derjenige würde sich selbst ständig in Gefahr bringen (Da ist eine Klippe? Was soll’s). Eine gewisse Grundangst ist notwendig, um nicht zu sterben.

Wir müssen also unterscheiden zwischen gegenwärtigen, realen Gefahren, bei denen die Angst berechtigt ist, um davon zu laufen und zwischen Zukunftsängsten. Die Psychologie determiniert diese beiden Arten genauer als Furcht (Gegenwart) und Angst (Zukunft).

Ist Angst berechtigt?

Furcht erfüllt die Funktion des Überlebens. Welche Funktion erfüllt jedoch die Angst?

Dafür müssten wir in uns hineinhorchen und schauen, wie häufig Ängste, Nöte, Sorgen und sonstige Existenzprobleme tatsächlich berechtigt sind. Ich würde schlicht und ergreifend einfach mal gar nicht (bis kaum) sagen. Stelle doch einfach mal eine Liste zusammen, die deine Sorgen beinhaltet, die tatsächlich berechtigt sind. Du wirst staunen.

Das Problem ist Folgendes: Wenn mein eigenes Handeln von Angst bestimmt ist, dann werde ich niemals mein volles Potenzial ausschöpfen können. Angst ist eine nervenschädigende, immunsystemschwächende und die Lebensqualität mindernde Emotion, die langfristig Energiemangel erschafft und die Freude am Leben nimmt. Ein Künstler, Tänzer oder Musiker muss völlig angstfrei sein, sonst wird er sein Meisterwerk nicht erschaffen können.

Wieso dauerhafte Angst schädlich ist, lässt sich auch sehr einfach biochemisch nachvollziehen.

Das primäre Hormon, welches während einer Angstreaktion ausgeschüttet wird, ist Adrenalin. Adrenalin mobilisiert Energieressourcen, stoppt (für den Moment) unnütze und energieverbrauchende Körperprozesse und macht somit leistungsfähig. Dies an sich ist ein völlig normaler physiologischer Prozess, der bei einem gesunden Menschen reibungslos abläuft.

Problematisch wird es, wenn das Hormon Adrenalin durch die (sympathikotone) Daueranspannung zu oft und zu lange aktiviert wird. Das führt nämlich zur vermehrten Aktivierung des reziproken Hormons Cortisol (chronischer Stress), welches die entzündlichen (inflammatorischen) Schäden im Körper durch seine antientzündlichen Eigenschaften puffern soll. Bekannt ist unter anderem auch das artverwandte Medikament Cortison, das genau hier eingesetzt wird – bei hohen Entzündungswerten.

Cortisol ist an sich nicht gut oder böse, sondern ist sogar für das hormonelle Gleichgewicht des zentralen Nervensystems (ZNS) notwendig. Alle Hormone sind wichtig! Erst wenn durch das eigene Verhalten das körperliche System fehlreguliert wird, entstehen langfristig körperliche und geistige Probleme.

Hier setzen nicht nur Medikamente an, sondern auch diverse psychologische Therapien. Durch die Veränderung des eigenen Verhaltens (Ursache) kann eine Verringerung bestimmter Auswirkungen (Schmerzen, Angstzustände, Panikattacken, Diabetes etc.) erreicht werden.

Dafür müssen jedoch die eigenen Glaubenssätze aufgelöst werden. Und daraus wird häufig eine Kunst gemacht. Dabei ist es eigentlich einfacher, als man denkt.

Glaubenssätze können nur durch das erworbene Wissen (Erfahrungen) widerlegt werden!

Je intensiver die eigene Erfahrung, desto besser lässt sich der eigene Glaubenssatz auflösen. Dabei wird sicherlich viel Zeit benötigt, um langfristige Verhaltensmuster aufzulösen – dennoch: Der eigene Glauben kann immer nur durch die Erkenntnis und Erfahrung negiert werden. Um zu überprüfen, ob sich der Glaubenssatz tatsächlich aufgelöst hat, kann man immer die eigene Entspannung in der entsprechenden (Angst-)Situation überprüfen. Wer wahrlich seine Glaubenssätze aufgelöst hat, der ist völlig entspannt.

Somit folgt zur Beantwortung der Frage: Angst hat sowohl einen realen Ursprung als auch einen fiktiven. In den häufigsten Fällen handelt es sich jedoch um fiktive Angst und nicht um Furcht. Die fiktive Angst gilt es im Sinne der eigenen Gesundheit und Zufriedenheit möglichst zu minimieren. Sonst wird es langfristig ziemlich „ungemütlich“.

Aber auch aus einem anderen Aspekt heraus ist die fiktive Angst als kritisch für den Menschen zu beurteilen: Angst schränkt die Wahrnehmung ein. Man fühlt sich selbst eingeengt von seiner Umgebung und von seinem Weltbild. Letztendlich resultiert dauerhafte Angst in einem ständigen Gefühl der Bedrohung. Und wie ich in meinem Buch Odyssee im 21. Jahrhundert schrieb, fühlen sich Personen ständig bedroht und versuchen alles zu eliminieren, was ihnen Angst macht. Mit verheerenden Folgen.

Beispiel COVID-19

Dunkles Licht. Schaurige Bilder. Blut, Viren und ein Arztkittel. Die Unsicherheit des Mannes in Weiss, der sonst immer alles weiß, sorgt für Unsicherheit. Der Laie, der keine Eigenkompetenz besitzt, muss dem Spezialisten glauben, damit das eigene Heil gesichert wird. Die eigene Verantwortung abzugeben schafft Abhängigkeit und Steuerbarkeit. Wer nicht der Regierung glaubt, muss tief in die Tasche greifen. Andersdenken ist teuer.

Jene Situation hat uns in den letzten Monaten ereilt. Wie der Forscher Mohideenbawa Riswan ganz folgerichtig erkannt hat, ist alleine das Wort Pandemie zu einem Schrecken für die Menschheit geworden. COVID-19 (bzw. der Erreger SARS-CoV-2) löst vielmehr Angst aus als real begründete Furcht.

Viele Studien behaupten, dass der Ausbruch der Coronavirus-Krankheit (Covid-19) weltweit tiefgreifende soziale und psychologische Auswirkungen hat. Untersuchungen zeigen, dass die Covid-19-Epidemie mit Angst, Angst und Depression, Unruhe bei Beschäftigten im Gesundheitswesen und in der Öffentlichkeit verbunden ist. Soziale Isolation, Angst und andere chronische psychische Belastungen können zu Selbstmordgedanken bei schutzbedürftigen Menschen, Personen mit psychischen Störungen und in Gebieten mit hoher Covid-19-Prävalenz führen.

Mohideenbawa Riswan (2020).

Diese wissenschaftliche Arbeit gibt jedoch nur einen kleinen Einblick in die tatsächlichen Kollateralschäden. Soziale Verwahrlosung, wirtschaftliche Totalschäden und Insolvenzen, Anstieg an Erkrankungen wie Krebs und Diabetes, Hunger und Armut in dritte Welt-Ländern (bis zu 150 Millionen Opfer) und steigendes gesellschaftliches Missvertrauen sind Folgen der aktuellen Politik, die häufig in dem ganzen politischen Schauspiel rund um die Infektionszahlen vergessen werden. Da rudert auch die WHO mit den anfänglichen Lockdown-Empfehlungen zurück.

Sieht man sich die harten Fakten von COVID-19 (bzw. dem Erreger SARS-CoV-2) an, dann erscheint rein logisch eine Sorge über eine mögliche Erkrankung bzw. einen tödlichen Verlauf als nahezu irrwitzig. Viel begründeter wäre es, sich mit den Folgen der Politik für Wirtschaft, Soziales und Umwelt zu befassen.

Doch hier fünf harte Fakten über SARS-CoV-2:



Diese fünf Fakten über SARS-CoV-2 würden einem rational denkenden Menschen die Angst vor dem „Killer-Virus“ nehmen. Doch „der unsichtbare Feind“, wie er nach wie vor genannt wird, wird vielfach in den Medien falsch dargestellt. Falsch insofern, als das die Verhältnismäßigkeit des Erregers nicht eindeutig aufgezeigt wird und die Bevölkerung nach wie vor in Daueranspannung gehalten wird. Hier eine kurze Auflistung an Panik-Überschriften bekannter Nachrichtenportale.

Spiegel: „Corona-Pandemie in Europa: Die zweite Welle rollt“ (14.10.20)
Zeit Online: „Die zweite Welle wird uns viel härter treffen“ (14.10.20)
t-online: „Deutschland im Corona-Herbst Die Angst vor dem totalen Kontrollverlust“ (18.10.20)
Frankfurter Allgemeine: „ANSTIEG DER CORONA-INFEKTIONEN Die Deutschen hamstern wieder“ (18.10.20)
Der Spiegel: „Anstieg an Corona-Infektionen in der Schweiz – So steil wie die Alpen“ (18.10.20)
tagesschau: „Corona-Pandemie – In Italien ist die Angst zurück“ (16.10.20)
RTL: „Politiker warnen, Virologen sind alarmiert, die Menschen in Sorge – Angst vor neuem Corona-Lockdown in Deutschland wird größer“ (17.10.20)

Wie ich auch schon in meiner Analyse vom Mai aufzeigte, werden hier ganz bestimmte psychologische Manipulationstechniken verwendet, die den Leser unter anderem dazu bringen, mehr Nachrichten zu konsumieren (und mehr Klicks zu generieren). Gerade auch einfach deshalb, weil die Medien den Eindruck vermitteln, dass hier in Deutschland eine ernsthafte Gefahr besteht. Eine Gefahr durch steigende Infektionszahlen. Und da muss man ja auf dem Laufenden bleiben. Ist ja klar.

Steigende Infektionszahlen haben aber tatsächlich sehr wenig mit der realen Gefahr einer Erkrankung zu tun. Die Chance, sich zu infizieren ist gering. Die Chance zu erkranken ist noch sehr viel geringer. Und dann noch als gesunder Mensch an COVID-19 zu sterben – die Angst ist vollkommen irrational. Besonders für diejenigen, die eine gesunde Lebensweise besitzen, Hygiene praktizieren und zu kranken Menschen Abstand halten.

Angst vor Corona-Viren zu haben, ist insgesamt völlig unbegründet. Die Angst abzulegen ist aber sehr schwer, gerade wenn man jeden Tag Nachrichten liest und mit einer Vielzahl an negativen Spekulationen konfrontiert wird. Hier hat man keine Möglichkeit die Erfahrung zu machen, dass Corona für weite Teile der Bevölkerung ungefährlich ist. Außerdem beugt man sich doch immer lieber der Einheitsmeinung, als ein Außenseiter zu sein. Aus der Gruppe ausgestoßen zu werden, signalisiert ebenso Angst. Angst, alleine nicht überleben zu können. Darum passt man sich lieber der Gemeinschaft an, mit der man sich identifiziert.

Drei bekannte psychologische Phänomene sind für die weitere Beobachtung und Entwicklung der Corona-Pandemie wichtig zu verstehen:

  • Der Werther-Effekt beschreibt ein Nachahmungphänomen. In diesem Fall lösen ausführliche Medienberichte über einen Selbstmord eine signifikante Zahl von Nachahmungs-Suiziden aus. Der Ursprung des Effektes geht auf den Goethe-Roman „Die Leiden des jungen Werthers“ aus dem Jahr 1774 zurück. Damals löste das Buch eine regelrechte Suizid-Epidemie unter jungen Menschen aus.
  • Confirmation Bias wird die kognitive Falle genannt, in der wir dazu neigen, einmal gefasste Meinungen beizubehalten bis sie sich verfestigen – kurz: Schubladendenken. Der Weg dorthin ist selektive Wahrnehmung: Wir nehmen nur noch solche Informationen auf, die in unser Weltbild passen. Der Rest wird ausgeblendet.
  • Herdentrieb: Menschen folgen der Masse lieber, als wenn sie alleine darstehen. Dies hat auch schon Gustave Le Bons in seinem Werk Psychologie der Massen (1895) postuliert (für näheres zu Le Bons siehe meine Analyse). Interessant war hierbei auch das Konformitätsexperiment von Asch (1951), bei dem gezeigt werden konnte, dass je größer die Gruppe ist, desto höher auch die Konformität der Teilnehmer ist.

Für die weitere Entwicklung des Geschehens ist es unabdingbar, dass wir alle uns entspannen. Wir alle wollen nicht in einem Zeitalter des Informationskrieges leben, sondern in einem Zeitalter des Friedens. Und hierfür ist es wichtig, sich jeden Tag erneut für den Frieden einzusetzen. Nur dadurch können wir einen friedlichen Austausch untereinander aufrechterhalten und das geschaffene Mistrauen untereinander überwinden.

Ich bitte inständig darum, SARS-CoV-2 für das zu nutzen, wofür es hätte gut sein können. Für die Realisierung, dass die Gesundheit und die eigene Zufriedenheit das höchste Gut im Leben eines Menschen ist und, dass wir uns alle mehr darauf konzentrieren sollten. Gerade auch, um weitere pandemieartige Zustände zu vermeiden. Angst ist hinderlich und stellt für mich keine Grundlage für eine nachhaltige Gesellschaft dar. Entspannung ist unabdingbar, um das gesundheitliche Gleichgewicht zu bewahren.

DANKE.

Herzlich,
euer Tristan.

Meine Bachelorarbeit habe ich im Fach Oecotrophologie über das Thema Zusammenhang zwischen Aspekten der Achtsamkeit und Übergewicht geschrieben (2020). Die Schlüsse, die ich durch die Literaturrecherche und Umfrage zu dieser Studie gezogen habe, sind, wie ich finde, hochaktuell.

Die Ergebnisse verdeutlichen einmal mehr, wie maßgeblich und unterschiedlich die Auswirkungen von Stress auf den menschlichen Organismus sind.

In diesem Blogbeitrag möchte ich einige Grundkenntnisse vermitteln, indem ich einen Ausschnitt aus der Theorie meiner Bachelorarbeit veröffentliche, der dir helfen kann, dich in stressigen Situationen besser zurecht zu finden. Wenn du verstehst, wie du selbst funktioniert, bist du entsprechend entspannt und handlungsfähig.

Außerdem gibt es noch andere aktuelle Themen, als nur COVID-19. Auch bei Übergewicht sprechen einige Forscher von einer weltweiten Pandemie.

Die vollständige Arbeit, sowie die Umfrage und Auswertung zur Überprüfung meiner Arbeitshypothesen, findest du auf researchgate. Doch nun zur Theorie…

Bachelorarbeit

[…] Durch die steigenden Zahlen an übergewichtigen Menschen wird zugleich deutlich, dass mit herkömmlichen medikamentösen, chirurgischen, ernährungstherapeutischen und psychologische Therapien keine eindeutige Wirksamkeit erzielt werden kann. Bisherige Behandlungen scheinen eher einen kurzfristigen Effekt zu haben, jedoch keinen langfristig wirksamen. Wenn dem so wäre, würde sich die Anzahl der Menschen, die von der Krankheit geheilt wurden, in der Statistik des Deutschen Statistischen Bundesamtes widerspiegeln. Stattdessen ist es so, dass entweder mehr Menschen übergewichtig werden, als geheilt werden oder kein langfristiger Therapieerfolg erzielt wird. So kommen auch Ruban et al. in der Studie Current treatments for obesity(2019) zu demselben Ergebnis, nämlich, dass herkömmliche Therapien in ihrer Wirksamkeit begrenzt sind und neue Therapien gebraucht werden.[i]

Einen anderen Ansatz verfolgt die eingangs erwähnte Psychosomatik. Als Medizinkunde, welche einen non-dualistischen Therapieansatz verfolgt, versucht sie alle körperlichen Symptome auf die Psyche des Menschen zurückzuführen. Ausgehend von dem physikalischen Ursache-Wirkungs-Prinzip, überträgt die Heilkunde somit den Geist des Menschen auf die Materie, welche laut Psychosomatik erst dann auf körperlicher Ebene eine Wirkung entfalten kann (Problem), wenn es im Geiste einen Grund für das Problem gibt (Ursache).[ii]Definitionen für die Psychosomatik wurden bereits aufgeführt. Welche Ursache sieht die Heilkunde nun bei der Thematik des Übergewichts?

Der bereits angeführte Arzt und Psychotherapeut Dr. Rüdiger Dahlke sieht in Übergewicht die Problematik des konstanten Überangebots an Nahrung, mit der Folge, dass wir Emotionen, Erwartungen und speziell Stress puffern können. Die Verfügbarkeit von Nahrungsmitteln dient dabei auch als Anreiz für das Belohnungssystem sich kurzfristig Glück über den Botenstoff Dopamin zu verschaffen. Wer ungelöste psychische Probleme mit sich trägt, der wird konstant das dopaminerge Belohnungssystem aktivieren wollen, um sich nicht den eigenen Problemen beschäftigen zu müssen.14

Hinzu kommt die Tatsache, dass, obwohl die Universalität der fünf Grundgeschmacksqualitäten anerkennt werden (süß, sauer, bitter, salzig, umami), auch festgestellt wird, dass sich Menschen meist sehr stark in ihrer Fähigkeit unterscheiden, diese Qualitäten wahrzunehmen und zu genießen. Die Gründe für diese Unterschiede zwischen den Menschen sind nicht eindeutig. Die Genetik-Wissenschaftlerin Danielle Reed und ihre Kollegen führen diese Unterschiede auf eine Kombination von Erfahrungen zurück, die bereits in jungen Jahren begonnen haben. Somit kommt der objektiven Gültigkeit der gustatorischen Sinneswahrnehmung (Geschmack) eine subjektive Komponente hinzu, welche dadurch bestimmt wird, ob ein Mensch in stressigen Situationen trotz des Stresses gerne isst oder diesen Stress durch andere Verhaltensweisen kompensiert.[iii]Folgende Gleichungen können somit aus den bisherigen Erklärungen abgeleitet werden:

Stress + Sensibilität gustatorischer Sinneswahrnehmungen = erhöhter Appetit

Stress + Resistenz gustatorischer Sinneswahrnehmungen = Appetitlosigkeit

Eine weitere Theorie, die an meine Ausführungen anknüpft, ist die Selfish Brain-Theorievon Achim Peters.[iv]Der deutsche Adipositas-Forscher führt an, dass „Nicht Stress an sich unser Hauptproblem ist, sondern unsere Anpassung an chronischen psychosozialen Stress. Sie führt bei vielen dazu, dass sie, je nach Typ, entweder zu dick werden oder hager und depressiv.“ (vgl. Peters, 2011).37Er begründet diese Annahme anhand seines Modells, da sich das Gehirn im Falle eines Energiemangels egoistisch verhalten würde. Dies führt dazu, dass versucht wird, Energie über das sympathische Nervensystem vom Körper anzufordern, welches es dann bei Energiemangel in der Folge aus der Umgebung (durch Nahrungsmittel) beschaffen muss, um weiterhin Energie, in Form von Glukose, an das Gehirn weiterzuleiten (diesen Mechanismus nennt Peters Brain Pull). Im Gehirn wird Glukose vorrangig für die übergreifende Regulation lebenswichtiger Prozesse (wie den Herzschlag, die Atmung etc.), für Denkprozesse und für das Belohnungssystem genutzt. Da das Gehirn sehr viel mehr Energie im Vergleich zu anderen Organen verbraucht (bis zu 20%), reguliert der Organismus so den Energieverbrauch zu Gunsten des Gehirns.

Der Grund, warum manche Menschen durch Depressionen und Verstimmungen reagieren, andere wiederum durch eine erhöhte Nahrungsaufnahme, ist laut Achim Peters in der Anpassungsfähigkeit des Individuums begründet. Wenn ein Individuum einen leichten, aber chronischen Stressreiz empfindet, dann wird der Brain-Pull automatisch dafür sorgen, dass durchgängig mehr Glukose angefordert wird, vor allem durch ein vermehrtes Hunger-Gefühl. Wenn das Individuum sich also an den psychosozialen Dauerstress gewöhnt, so reagiert das Stresssystem (Zentrales Nervensystem) mit einer langfristig geringeren Frequenz an Stresshormonen. Eine inadäquate Stressreaktion des Körpers sorgt dann unterschwellig für ein vermehrtes Hungergefühl, da der Brain-Pull inkompetent wird. Ein zu hohes Stressempfinden sorgt wiederum genau für das Gegenteil, ein vermindertes Hungergefühl. Dies führt dann eher zu Depressionen bzw. Verstimmungen und einer Handlungsunfähigkeit in der eigenen Situation. Der Unterschied zwischen diesen beiden Typen, dem stresssensitiven Typ A, der eher zu einer verringerten Nahrungsaufnahme tendiert, und dem stressresistenten Typ B, hat sich inzwischen auch empirisch beobachten und nachweisen lassen. Flaa et al. konnten in ihrer Studie die chronisch leicht-verringerten Adrenalin-Werte (Stresshormone) in Verbindung mit Übergewicht setzen. Sie folgerten, dass die Adrenalinreaktion auf psychischen Stress ein negativer Prädiktor für den zukünftigen BMI ist.[v]

Zusammenfassend lässt sich somit aussagen, dass das eigene Empfinden über die akute und chronische Situation dazu beiträgt, ob ein Individuum Übergewicht aufbaut oder nicht. Dabei spielen sowohl genetische (Geschmackswahrnehmung), epigenetische (Erfahrungen), als auch subjektive Faktoren (Stress, Sehnsüchte) eine nicht zu vernachlässigende Rolle. 

Menschen, die lernen mit ihrer eigenen Wahrnehmung umzugehen, werden also vermutlich dazu tendieren, trotz der stressigen Umstände eine Zufriedenheit aufzubauen, die von Belohnungen in Form von Nahrungsmitteln unabhängig ist. Damit verschiebt sich die Aufmerksamkeit von der kurzfristigen Stresslinderung zu einem langfristigen Zustand psychischer Widerstandsfähigkeit gegenüber stressigen Situationen. Diese Widerstandsfähigkeit wird in der Psychologie auch als Resilienz bezeichnet. In mehreren Studien konnte bereits gezeigt werden, dass Achtsamkeitstechniken einen positiven Einfluss auf die Resilienz eines Individuums haben kann, ob bei Studenten, Krankenschwestern, Hausfrauen oder bei Militärsoldaten.[vi],[vii],[viii]

Somit schließt sich der Kreis zur bereits erwähnten Achtsamkeit. Achtsamkeit wird als ein Zustand der aktiv auf die Gegenwart gelenkten Aufmerksamkeit beschrieben. Somit findet eine Vergegenwärtigung des Jetzt bzw. gegenwärtigen Momentes statt. Darin sind alle Tätigkeiten eingeschlossen, die das Bewusstsein des Menschen in der Gegenwart verankern und ihm helfen zur Ruhe zu finden. Ursprünglich stammt diese Technik aus den fernöstlichen Kulturen, speziell dem Buddhismus.[ix]Die positiven Effekte auf das Wohlergehen sind zunehmend in den Fokus von Wissenschaftlern gerückt, sodass mit der Zeit schon einige Studien über die Auswirkungen von Achtsamkeit (engl. mindfulness) durchgeführt wurden.

An dieser Stelle werden zwei Definitionen eingebracht. Die Erste stammt von Jon Kabat-Zinn. Er sieht die Achtsamkeit als absichtvolle, gegenwärtige und nicht wertende Aufmerksamkeit (vgl. Kabat-Zinn, 1982, S. 33-47).[x]Die zweite Definition stammt von Daniel Goleman, welcher den Begriff der Emotionalen Intelligenz (EQ), als Erweiterung des Intelligenzquotienten (IQ) zum Umgang mit sich selbst, in das wissenschaftliche Interesse gerückt hat. Er sieht die Achtsamkeit mehr als die Wahrnehmung der inneren Zustände, der emotionalen Kontrolle und der Entwicklung der eigenen Empathie(Goleman, 2007).[xi]Was beide Theorien miteinander verbindet, ist die Lenkung der Aufmerksamkeit auf das Innere, anstatt auf äußere Ereignisse. Man kann somit darauf schließen, dass durch die Achtsamkeit gelernt wird, wieder mehr auf seine eigenen Bedürfnisse zu hören.

Nun gibt es eine Reihe von Bedürfnissen, die der Psychologe Abraham Maslow in seinem sozialpsychologischen Modell definiert hat: Darin unterscheidet er zwischen Defizitbedürfnissen und Wachstumsbedürfnissen. Die Bedürfnisse des Menschen sind zur Veranschaulichung in einer Pyramide angeordnet worden, beginnend mit überlebenswichtigen Defizitbedürfnissen, wie etwa den physiologischen Bedürfnissen (Essen, Trinken, Atmen, Schlaf), Sicherheitsbedürfnissen und sozialen Bedürfnissen. Darauf folgen die Wachstumsbedürfnisse, wie die Individualität und die Selbstverwirklichung, die der Mensch für sein Überleben nicht unbedingt benötigt.[xii]Was wir aus diesem Modell lernen, ist, dass die Nahrungsaufnahme zu einem der essentiellsten Verlangen des Menschen gehört. Wenn das Nahrungsmittelbedürfnis und die Befriedigung dessen nicht gewährleistet sind, so rücken die Wachstumsbedürfnisse in den Hintergrund. So sagte schon der bekannte Lyriker Bertolt Brecht: „Erst kommt das Fressen, dann kommt die Moral.“(Brecht, 1928, S. 26).[xiii]Wachstumsbedürfnisse sind ein wichtiger Teil des Menschen, der dazu beiträgt, dass Zufriedenheit erlangt werden kann. Ist der Prozess der Nahrungsmittelaufnahme gestört, so werden auch die Wachstumsbedürfnisse entsprechend vernachlässigt.

Somit hat die psychologische Verfassung, mit der ein Mensch Nahrungsmittel verzehrt und die Weise, wie er sie verzehrt einen enormen Einfluss auf das körperliche Gewicht. Dies verweist uns auf eine Thematik, die in der Literatur auch als das Henne-Ei Problembekannt ist: Was war zuerst da, die Henne oder das Ei?Und im Falle des Übergewichtes: Was kam zuerst, das Lebensmittel, welches die psychologische Verfassung ändert und zum Konsum verleitet oder die psychologische Verfassung, welche durch Stress (Distress) zur erhöhten Nahrungsmittelaufnahme führt?

Die Beantwortung dieser Frage ist recht simpel: Tiere weisen in ihrer gewohnten Umgebung (Habitat) kein Übergewicht auf. Erst der Eingriff des Menschen in die Lebensweise des Tieres führt zur krankhaften Verfettung. In vielen Fällen dienen z.B. Mäuse und Ratten als Versuchstiere für Übergewicht, gerade weil Tiere sehr leicht zu mästen sind. Im natürlichen Lebensraum ist ein Tier immer an seine Umgebung angepasst und muss sich stets auf die Futtersuche begeben. Somit ist die Erklärung für Übergewicht auch in der heutigen Umgebung und Verfügbarkeit der Nahrungsmittel zu suchen, wie Rüdiger Dahlke es erklärte. Denn der Mensch muss nur noch einen geringen Energieaufwand betreiben, um Nahrungsmittel zu konsumieren.[xiv]Diese Bequemlichkeit, ausgehend von der kulturellen Entwicklung einer bewegungsarmen und sicheren Umgebung, führt den Menschen überhaupt in die Möglichkeit, vermehrt Gewicht zuzulegen. Dabei begründet sich das Problem des steigenden Übergewichtes der Gesellschaft nicht in der Umgebung, sie ermöglicht das Problem nur. 

Die Harvard-University gibt in einem Artikel (Harvard Mental Health Letter) an, dass eine erhöhte Nahrungsmittelaufnahme mit Stress verbunden ist.[xv]Dabei ist die Kompensation des Stressreizes von Mensch zu Mensch verschieden und äußert sich bei Menschen, die eine Tendenz zu Übergewicht haben dadurch, dass durch den gustatorischen Stimulus eine Stresslinderung verschafft wird. Damit verlagert sich das Problem des Übergewichtes von bisherigen Erklärungsmodellen, welche die Außenwelt fixiert haben, auf die Innenwelt des Menschen, denn dort herrscht der Drang vermehrt das Belohnungszentrum über Dopamin zu aktivieren und Stress zu reduzieren. Die stetige Bereitschaft des Menschen Nahrungsmittel zu konsumieren, mehr als er für sein Überleben braucht, wird erst dann möglich, wenn Stress als psychischer Druck von der Außenwelt auf die Innenwelt verstanden wird.

So zeigten Schneidermann et al. (2005) in einer Studie einen eindeutigen Zusammenhang zwischen Stress und Gesundheit auf.[xvi]Sie folgerten, dass junge und gesunde Personen sich an einen akuten Stressreiz anpassen können und dadurch normalerweise keine langfristige Gesundheitsbelastung entsteht. Wenn die Bedrohung jedoch unablässig ist, insbesondere bei älteren oder immungeschwächten Personen, können die langfristigen Auswirkungen von Stressoren die Gesundheit schädigen. Somit stellen langfristige Herausforderungen, welche als negativ bewertet werden, nicht nur eine Beeinträchtigung der Lebensqualität auf psychologischer Ebene dar, sondern im Umkehrschluss auch auf biochemisch messbarer Ebene.[xvii]

Der Zusammenhang zwischen Biochemie und Psychologie ist über das zentrale Nervensystem eindeutig erklärbar. Das ZNS ist mit dem Begriff der Mittelkraftnach Friedrich Schiller vergleichbar.[xviii]Die Mittelkraft fungiert als Transmitter zwischen Körper und Geist. Die Mittelkraft wird durch einen extrinsischen (äußeren) und intrinsischen (inneren) Stimulus beeinflusst, den bereits mehrfach erwähnten Stress. Abhängig von Art, Zeitpunkt und Schweregrad des spezifischen Stimulus, kann Stress verschiedene Wirkungen auf den Körper ausüben, die von Veränderungen der Homöostase über lebensbedrohliche Wirkungen bis hin zum Tod reichen.[xix]Der Wirkungsbereich der sogenannten Stresshormone (Adrenalin und Cortisol) hat nicht nur einen Einfluss auf Neurotransmitter (Dopamin, Serotonin, Acetylcholin etc.), die Botenstoffe des Gehirns, sondern einen Einfluss auf den kompletten Körper des Menschen.[xx]

Vereinfacht dargestellt gelangt ein Stressreiz über die Sinneswahrnehmungen zum Gehirn, woraufhin dann über den sympatho-adrenalen Signalweg des zentralen Nervensystems eine Ausschüttung der Neurotransmitter Noradrenalin und Acetylcholin verursacht wird.[xxi]Ihre Aufgabe besteht in der nervalen Reizweiterleitung über das Rückenmark zur Nebenniere, wo die Ausschüttung von Adrenalin ausgelöst wird. Die Auswirkungen von Adrenalin auf den Organismus sind vermehrte Durchblutung des Gehirns, Aktivierung der Bronchien, erhöhte Muskelspannung, Blutgerinnung, Libido Hemmung, Verdauungshemmung und erhöhte Herzfrequenz. Damit wird auch die Aufgabe des Sympathikus für das Überleben klar, denn die Verarbeitung findet im Stammhirn statt, einem der ältesten Teile des Gehirns.[xxii]Der auch als Reptiliengehirnbezeichnete Teil des Gehirns soll den Organismus auf die Situation Kampf oder Flucht vorbereiten, sodass Lebewesen vor lebensgefährlichen Situationen flüchten oder bereit sind zu kämpfen.[xxiii],[xxiv]

Dieses akute System zum Schutz des Überlebens (Sympathikus-Nebennierenmark-Achse, SAM) wird unterstützt durch die sogenannte zweite Stressachse (Hypothalamus-Hypophysen-Nebennierenrinden-Achse, HPA). Beide Stressachsen sind über Adrenalin und Cortisol miteinander verbunden. Ein vermehrter Anstieg an Adrenalin führt zur Rückkopplung mit dem Stresshormon Cortisol, welches durch das in der Nebennierenrinde gebildete Adreno-Corticotrope-Hormon (ACTH) angeregt wird. Auf der einen Seite wird so durch Cortisol eine entzündungshemmende Reaktion verursacht, welche die vermehrte Aktivität, Leistungsbereitschaft und Anspannung puffern soll, auf der anderen Seite wird über den Hypothalamus die Aktivität von Adrenalin gehemmt.[xxv]

Eine verlängerte oder übertriebene Stressreaktion kann eine Cortisol-Dysfunktion auslösen. Dadurch kann die Aktivität der SAM-Achse sowie die Ausschüttung von Adrenalin nicht mehr richtig durch die HPA-Achse (Cortisol) gepuffert werden, sodass chronische Entzündungen entstehen, welche sich in verschiedenen Erkrankungen äußern können, wie etwa Typ-2-Diabetes, Depressionen und Angstzuständen. Typ-2-Diabetes steht in der Literatur in direktem Zusammenhang mit Übergewicht.[xxvi],[xxvii],[xxviii],[xxix]Damit kommt dem zentralen Nervensystem über die Aktivierung des Sympathikus (bzw. Parasympathikus, dem entgegengesetzten Signalweg) eine zentrale Rolle bei der Regulation des Körpergewichts durch das Hormonprofil zu. Die Wichtigkeit erkennt man auch daran, dass die Dysregulation des Stresssystems während der Wachstums- und Entwicklungsphase von Kindern häufig zu psychiatrischen Störungen führen.[xxx]

Negativer Stress (Distress) ist im Leben unvermeidlich, jedoch sind Herausforderungen auch mit positivem Stress (Eustress) und Erfolg verbunden. Menschen haben die Möglichkeit zu ändern, wie sie einen Stressreiz empfinden und darauf reagieren. Übertriebene Reaktionen eines Menschen nach einer kognitiven Fehleinschätzung potenzieller Gefahren für das eigene Leben können die Cortisolsekretion fehlregulieren und die Festigung angstbasierter Erinnerungen an Schmerzen oder andere potenzielle Gefahren verschlimmern. Bewältigung, kognitive Neubewertung oder Konfrontation von Stressoren können jedoch die Cortisolsekretion justieren und chronischen, wiederkehrenden physischen und mentalen Schmerzen vorbeugen.[xxxi]Stressmanagement-Techniken sind dabei im alltäglichen Leben für die langfristige Gesundheit von entscheidender Bedeutung.

Eine Möglichkeit zur Prävention vor Übergewicht wäre demnach die Erhaltung des Gleichgewichtes (Homöostase) des zentralen Nervensystems. Ein Gleichgewicht kann nur eingehalten werden, wenn zwei entgegengesetzte zelluläre Schalter in ihrem physiologischen Bereich arbeiten. Zellschalter können wiederum lediglich im pathologischen Bereich arbeiten, wenn der entgegengesetzte Zellschalter nicht genügend Pufferkapazitäten besitzt, dementsprechend nicht genügend aktiviert wird. Eine Cortisol-Dysfunktion sollte demnach nicht möglich sein, wenn die vermehrte Aktivierung des Sympathikus durch den Parasympathikus (auch als Heilnerv bekannt) gepuffert wird. Dadurch erhält der Körper Zeit zur Regeneration der Entzündungen durch Abbau des Cortisols. Ist übermäßig viel Cortisol vorhanden, wird der Rezeptor zur Ausschüttung des Stresshormons resistent und der Körper kann die entstandenen Entzündungen nicht mehr regenerieren.[xxxiii]Damit liegt die Aufmerksamkeit nun auf der Aktivierung des Parasympathikus zur Erhaltung der Homöostase.

Eine Alternative, welche für therapeutische Zwecke genutzt wird, ist die kognitive Neubewertung des Stressreizes. In der Therapie können gezielt Stressfaktoren in ihrer Ursache erkannt und neubewertet werden, sodass in der Folge bestimmte Stressreize weniger stark den sympathischen Signalweg aktivieren.[xxxiv],[xxxv]Der Nachteil dieser Praktik liegt in der Abhängigkeit von einem Therapeuten, der bei der Behandlung von psychologischen Problemen und Stress häufig erforderlich ist. 

Neben therapeutischen Interventionen kann aber auch Sport präventiv wirken. Dabei schützt Bewegung nicht nur durch den erhöhten Kalorienverbrauch vor Übergewicht, sondern auch über Anpassungen im neuroendokrinen System, sodass die hormonelle Stressreaktion (auf Ebene eines submaximalen Trainings) den zirkulierenden basalen Stresshormonspiegel verringern kann. Die Verringerung der hormonellen Stressreaktion durch Bewegungstraining hat Auswirkungen auf den Umgang mit vielen chronischen stressbedingten Gesundheitsproblemen. Allerdings kann die Überbeanspruchung des sympathischen Nervensystems durch Sport auch zu Problemen führen:Übermäßiges Training begünstigt die Entwicklung chronischer Müdigkeit, was auch als Zustand des Übertrainingssyndroms bekannt ist.[xxxvi]Sport führt jedoch in gemäßigter Form durch eine Aktivierung des Sympathikus zu einer verbesserten Aktivierung des Parasympathikus.[xxxvii],[xxxviii]Da Sport jedoch nicht zu den typischen Achtsamkeitstechniken gezählt wird, trotz der Aktivierung ähnlicher biochemischer Signalwege, ist er in dieser Arbeit nicht weiter relevant.[xxxix]

Was Achtsamkeitstechniken, wie etwa die Meditation, Yoga und weitere Entspannungsübungen gemeinsam haben, ist nicht nur die Aktivierung des biochemischen Signalwegs über das parasympathische Nervensystem. Durch die Fokussierung der Aufmerksamkeit zur Verringerung von Ablenkung werden intrinsische Erfahrungen wie Emotionen, Gefühle und Gedanken erkannt und ausgelebt. Dies hat eine Veränderung des neuronalen Netzwerkes im Sinne der kognitiven Neubewertung ohne bewusste Verarbeitung zur Folge. Somit helfen Achtsamkeitstechniken auch bei der Interpretation von neuen oder konditionierten Erfahrungen ohne Therapeuten. Dabei kommen Joseph Wielgosz et al. (2019) in ihrer Literaturauswertung sogar zu dem Schluss, dass richtig konzipierte und durchgeführte Achtsamkeitsinterventionen vergleichbar mit etablierten schulmedizinischen Behandlungen von Depressionen, Angstzuständen, Schmerzen und Konsum von Drogen sind.[xl]Eine Meta-Analyse von Blanck et al. (2016) zeigte, dass die regelmäßige Durchführung von Achtsamkeitsübungen bei Angstzuständen und Depressionen vorteilhaft ist, auch ohne in therapeutische Rahmenbedingungen integriert zu sein.[xli]Vorläufige Beweise stützen auch mögliche Anwendungen bei Essstörungen, posttraumatischem Stress und weiteren schweren psychischen Erkrankungen. Achtsamkeitsübungen sind laut dem Forscher William Marchand (2012) zudem auch vorteilhaft für die allgemeine psychische Gesundheit und das Stressmanagement bei gesunden Personen.[xlii]Damit bergen Achtsamkeitstechniken ein großes Potenzial für die Behandlung mit psychotherapeutischen Methoden und zur Stressreduktion. […]

Das war’s auch schon. Gar nicht so schwer… oder? 😉

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Herzlich
dein Tristan.


Inhaltsverzeichnis

[i]Ruban, Aruchuna et al. (2019). Current treatments for obesity. Clin Med Lond. 19 (3): S- 205–212. doi:10.7861/clinmedicine.19-3-205.

[ii]Herpertz, S. & Saller, B. (2001). Psychosomatische Aspekte der Adipositas [Psychosomatic aspects of obesity]. Psychother Psychosom Med Psychol. 51 (9-10): S. 336‐349. doi:10.1055/s-2001-16901.

[iii]Reed, Danielle R. et al. (2006). Diverse tastes: Genetics of sweet and bitter perception. Physiol Behav. 88 (3): S. 215–226. doi:10.1016/j.physbeh.2006.05.033.

[iv]Peters, Achim et al. (2011). The selfish brain: stress and eating behavior. Front Neuroscience 5 (74). doi:10.3389/fnins.2011.00074.

[v]Flaa, Arnlijot et al. (2008): Does sympathoadrenal activity predict changes in body fat? An 18-y follow-up study. Am J Clin Nutr. 87: S. 1596–1601.

[vi]Galante, Julieta et al. (2018). A mindfulness-based intervention to increase resilience to stress in university students (the Mindful Student Study): a pragmatic randomised controlled trial. Lancet Public Health. 3 (2): e72–e81. doi:10.1016/S2468-2667(17)30231-1.

[vii]Foureur, Maralyn et al. (2013). Enhancing the resilience of nurses and midwives: pilot of a mindfulness-based program for increased health, sense of coherence and decreased depression, anxiety and stress. Contemp Nurse. 45 (1): S. 114-25. doi: 10.5172/conu.2013.45.1.114. 

[viii]Johnson, Douglas C. et al. (2014).  Modifying resilience mechanisms in at-risk individuals: a controlled study of mindfulness training in Marines preparing for deployment. Am J Psychiatry. 171 (8): S. 844–853.

[ix]Sharf, Robert H. (2015). Is mindfulness Buddhist? (and why it matters). Transcult Psychiatry. 52 (4): S. 470‐484. doi:10.1177/1363461514557561

[x]Kabat-Zinn, Jon (1982). An outpatient program in behavioral medicine for chronic pain patients based on the practice of mindfulness meditation: Theoretical considerations and preliminary results. General Hospital Psychiatry. 4 (1): S. 33–47. doi:10.1016/0163-8343(82)90026-3.

[xi]Goleman, Daniel (2007). EQ. Emotionale Intelligenz“ 19. Aufl., München: dtv Verlagsgesellschaft, S. 67 ff.

[xii]Maslow, Abraham (1943). A Theory of Human Motivation. Psychological Review, 50 (4): S. 370-378.

[xiii]Brecht, Bertolt (1928). Denn wovon lebt der Mensch? Erstauflage 1928, Frankfurt am Main: Die Dreigroschenoper, Suhrkamp, S. 67.

[xiv]Gordon-Larsen, Penny (2014). Food availability/convenience and obesity. Adv Nutr. 5 (6): S. 809–817. doi:10.3945/an.114.007070.

[xv]Harvard Medical School (2011). Stress and overeating.Verfügbar unter: https://www.health.harvard.edu/staying-healthy/why-stress-causes-people-to-overeat (30.05.2020)

[xvi]Schneiderman, Neil et al. (2005). Stress and health: psychological, behavioral, and biological determinants. Annu Rev Clin Psychol. 1: S. 607–628. doi:10.1146/annurev.clinpsy.1.102803.144141.

[xvii]Weiss, Daniel S. et al. (1984). The Stress Response Rating Scale: a clinician’s measure for rating the response to serious life-events. Br J Clin Psychol. (3): S. 202-215.

[xviii]Sutermeister, Hans M. (1995). Schiller als Arzt. Bern: Haupt, S. 14.

[xix]Yaribeygi, Habib et al. (2017). The impact of stress on body function: A review. EXCLI J. (16): S. 1057–1072. doi:10.17179/excli2017-480.

[xx]Dfarhud, Dariush et al. (2014). Happiness & Health: The Biological Factors- Systematic Review Article. Iranian journal of public health, 43 (11): S. 1468–1477.

[xxi]Kumar, Anil et al. (2013). Stress: Neurobiology, consequences and management. Journal of pharmacy & bioallied sciences, 5 (2): S. 91–97. https://doi.org/10.4103/0975-7406.111818

[xxii]McEwen, Bruce S. (2008). Central effects of stress hormones in health and disease: Understanding the protective and damaging effects of stress and stress mediators. European journal of pharmacology. 583 (2-3): S. 174–185. https://doi.org/10.1016/j.ejphar.2007.11.071

[xxiii]Naumann, Robert K. et al. (2015). The reptilian brain. Current biology. 25 (8): S. 317–321. https://doi.org/10.1016/j.cub.2015.02.049.

[xxiv]Goldstein, David S. (2010). Adrenal responses to stress. Cell Mol Neurobiol. 30 (8): S. 1433–1440. doi:10.1007/s10571-010-9606-9.

[xxv]Lee, Do Y. et al. (2015). Technical and clinical aspects of cortisol as a biochemical marker of chronic stress. BMB Rep. 48 (4): S. 209–216. doi:10.5483/bmbrep.2015.48.4.275.

[xxvi]Merlotti, Claudia et al. (2020). Prevention of type 2 diabetes in obese at-risk subjects: a systematic review and meta-analysis. Diabet Med. 37 (4): S. 623-635. doi: 10.1111/dme.14193.

[xxvii]Maula, Asiya et al. (2020). Educational weight loss interventions in obese and overweight adults with type 2 diabetes: a systematic review and meta-analysis of randomized controlled trials. Diabet Med. 37 (4): S. 623–635. doi:10.1111/dme.14193.

[xxviii]Leitner, Deborah R. et al. (2017). Obesity and Type 2 Diabetes: Two Diseases with a Need for Combined Treatment Strategies – EASO Can Lead the Way. Obes Facts. 10 (5): S. 483–492. doi:10.1159/000480525.

[xxix]Al-Goblan, Abdullah S. et al. (2014). Mechanism linking diabetes mellitus and obesity. Diabetes Metab Syndr Obes. 7: S. 587–591. doi:10.2147/DMSO.S67400.

[xxx]Kumar, Anil et al. (2013). Neurobiology, consequences and management. J Pharm Bioallied Sci. 5 (2): S. 91–97. doi:10.4103/0975-7406.111818.

[xxxi]Hannibal, K.E. & Bishop, M.D. (2014). Chronic stress, cortisol dysfunction, and pain: a psychoneuroendocrine rationale for stress management in pain rehabilitation. Phys Ther. 94 (12): S. 1816–1825. doi:10.2522/ptj.20130597.

[xxxii]Joseph, J.J. & Golden, S.H. (2017). Cortisol dysregulation: the bidirectional link between stress, depression, and type 2 diabetes mellitus. Ann N Y Acad Sci. 1391 (1): S. 20–34. doi:10.1111/nyas.13217

[xxxiii]McCorry, Laurie K. et al. (2007). Physiology of the autonomic nervous system. Am J Pharm Educ. 71 (4): S. 78. doi:10.5688/aj710478.

[xxxiv]Zeng, Xiang X. et al. (2014). Unconditioned stimulus revaluation to promote conditioned fear extinction in the memory reconsolidation window. PLoS One. 9 (7): e101589. doi:10.1371/journal.pone.0101589.

[xxxv]Malhotra, S & Sahoo, S. (2017). Rebuilding the brain with psychotherapy. Indian J Psychiatry. 59 (4): S. 411–419. doi:10.4103/0019-5545.217299.

[xxxvi]Hackney, Anthony C. (2006). Stress and the neuroendocrine system: the role of exercise as a stressor and modifier of stress. Expert Rev Endocrinol Metab. 1 (6): S. 783–792. doi:10.1586/17446651.1.6.783.

[xxxvii]Christensen, N.J. & Galbo, H. (1983). Sympathetic nervous activity during exercise. Annu Rev Physiol. 45: S.139‐153. doi:10.1146/annurev.ph.45.030183.001035

[xxxviii]Goldsmith, Rochelle L. et al. (2000). Exercise and autonomic function. Coron Artery Dis. 11 (2): S. 129‐135. doi:10.1097/00019501-200003000-00007.

[xxxix]Goldstein, Ellen et al. (2018). Mediational pathways of meditation and exercise on mental health and perceived stress: A randomized controlled trial Health Psychol. 1359105318772608. doi:10.1177/1359105318772608.

[xl]Wielgosz, Joseph et al. (2019). Mindfulness Meditation and Psychopathology. Annu Rev Clin Psychol. 15: S. 285–316. doi:10.1146/annurev-clinpsy-021815-093423.

[xli]Blanck, Paul et al. (2018). Effects of mindfulness exercises as stand-alone intervention on symptoms of anxiety and depression: Systematic review and meta-analysis. Behav Res Ther. 102: S. 25‐35. doi:10.1016/j.brat.2017.12.002.

[xlii]Marchand, William R. (2012). Mindfulness-based stress reduction, mindfulness-based cognitive therapy, and Zen meditation for depression, anxiety, pain, and psychological distress. J Psychiatr Pract. 18 (4): S. 233‐252. doi:10.1097/01.pra.0000416014.53215.86.

„Durch Meditation über die wahre Natur des Geistes reinigen wir störende Gedanken und Gefühle.“

Dalai Lama

Der Ursprung des Wortes Meditation liegt in den Begriffen meditari (Latein) und medomai (Griechisch). Beides bedeutet übersetzt etwa nachdenken oder nachsinnen.

Meditation ist eine Übung für Körper und Geist, die seit langem zur Steigerung der Ruhe und körperlichen Entspannung, zur Verbesserung des psychischen Gleichgewichts, zur Bewältigung von Krankheiten und zur Verbesserung der allgemeinen Gesundheit und des Wohlbefindens eingesetzt wird. Seit Jahrtausenden werden Körper- und Geistesübungen kulturell genutzt. Dazu gehören beispielsweise:

  • Advaita Vedanta (die Philosophie der Upanishaden) dient zur Reflektion und Reinigung durch Techniken wie Neti Neti (Negierung des Nicht Selbst), Itti Itti (Verbindung mit dem ganz Großen) oder Atma Viccharana (Selbsterforschung)
  • Yoga-Lehre (Indische Philosophie & Lehre, von Sanskrit योग, zusammenbinden) beschreibt geistige Konzentration durch körperliche, meditative Übungen – es werden verschiedene Yoga-Techniken verwendet, wie etwa Kundalini-Yoga, Mantra-Yoga oder Raja-Yoga
  • Buddhismus, Hinduismus, Taoismus: Mediation als Weg zur Erleuchtung, Erkenntnis und Gesundheit
  • Christentum: lat. contemplatio, wie auch Martin Luther erwähnte, zur geistigen Klärung und Erlangung eines achtsamen Bewusstseinszustandes
  • Wissenschaftliche Studien und Theorien sehen Vorteile der Meditation in Prävention und Therapie von Krankheiten, in der Verbesserung der Resilienz (psych. Widerstandsfähigkeit), der Stressbewältigung, Achtsamkeit, Konzentration sowie beim Lernen.

Wie die Mediation konkret aussehen kann, ist sehr individuell und dient dem Zweck, mit dem meditiert wird. Da bei der Meditation ein Raum geschaffen wird, in dem keine Gedanken, sondern hauptsächlich Gefühle gelebt werden sollen, sind diese auch für den Ausgang der Meditation entscheidend. Vorher ist es somit sinnvoll zu klären, warum meditiert wird und welche Techniken hierfür hilfreich sind.

Möchte ich Erleuchtung erfahren? Dann könnte die buddhistische Lehre helfen.
Möchte ich den Alltagsstress verarbeiten? Dann versuche den taoistischen Ansatz.
Möchtest zu mehr Gesundheit gelangen? Dann erlerne die wissenschaftliche Praxis.

Meditation bietet Chancen für jeden Menschen, der bewusst nach innen schauen möchte. Besonders in der westlichen Zivilisation wird uns der nach außen gerichtete Blick immer mehr zum Verhängnis. Anstatt uns auf Selbst-Liebe und Selbstbewusstsein zu konzentrieren, suchen wir nach Anerkennung und Belohnungen. Anstatt in uns Ruhe und Frieden zu stiften, versuchen wir dafür in der Welt dafür zu kämpfen. Mit erheblichen Folgen.

Ich möchte dich also dazu einladen, dein Ich kennenzulernen. In der Schule wird dies nicht beigebracht. Also ist es nun deine Aufgabe. Aber was könnte schon spannender sein, als sich selbst neu zu entdecken? Wie viele Facetten das Selbst wohl hat…

In jedem Falle freue ich mich, dass mehr Menschen zur Meditation gelangen. Durch die Praxis der Meditation habe ich viele Erkenntnisse und Einsichten haben dürfen. Und dazu musste ich mich nicht unbedingt im Schneidersitz hinsetzen und die Stille suchen (auch wenn ich es empfehlen würde). Ihr könnt auch eine Meditationsführung ausprobieren, wie diese hier:

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Danke und bis bald.

Herzlich,
Tristan.