Gedichte

Friedrich Nietzsche schrieb einst »Gott ist tot«! 

In seinem Buch „Also sprach Zarathustra“ wies der Philosoph metaphorisch daraufhin hin, dass der christlich-religiöse Gott die Menschheit verlassen habe, oder gar aufgehört habe zu existieren. Dies signalisierte den Beginn des Skeptizismus in der Philosophie gegenüber der Kirche und dem damit folgenden Säkularismus, also der Entfremdung von Staat und Religion. Durch die Trennung der Instanzen konnte eine an die Objektivität glaubende Weltanschauung aufgebaut werden. Diese hatte jedoch nicht nur positive Folgen für die Menschen.

Meine persönliche Meinung dazu ist Folgende: 

Durch die naturwissenschaftliche und moderne Ausrichtung ist der Glaube zunehmend verloren gegangen und muss nun in Eigenregie wiedergefunden werden, um zu einem erfüllten Leben zu gelangen. Der alte christlich-religiöse Gott ist also möglicherweise tot – wird aber nun von Suchenden aller Welt durch die verschiedensten Lehren in der Spiritualität wiederentdeckt.

Der Drache und der Phoenix symbolisieren in China die Gegensätze Yin und Yang. Sie symbolisieren somit die Notwendigkeit der Integration gegensätzlicher Elemente (Leben & Tod, Wissen & Glauben, Staat & Religion, Männliches & Weibliches, Gott & Mensch), um zur Harmonie zu gelangen. Die Idee und Erfahrung eines transzendentalen Gottes in der materiellen Welt ist somit als Weg zur Erreichung eines sinnerfüllten Lebens der Menschheit zu sehen. Habt ihr bereits mystische Gotteserfahrungen gemacht? Ich durfte bereits einige Wenige machen.

Wie lautet der Vers von Christus noch? »Suchet, so werdet ihr finden« (Lukas 11; 9-10). Ich wünsche euch eine spirituelle Sinnsuche und hoffe, euch gefällt mein Gedicht.

Herzlich,
Tristan.

Dieses Gedicht handelt von Höhen und Tiefen im Leben und wie wir mit ihnen umgehen lernen (dies war eines der Hauptthemen meines Jakobsweges).

Dies lernen wir metaphorisch dadurch, dass wir das „hinfallen“ im Leben (Tiefe) als Akt des Fliegens betrachten, also als Kunst, obwohl wir nicht wissen wie tief wir fallen und uns somit ins Ungewisse begeben (daher auch All bzw. Weltall als Metapher für die Größe). Hier wird Vertrauen benötigt, dass dieser Prozess nicht ewig währt. Gleichzeitig symbolisiert das All „das Ganze“ (siehe Hintergrund) und zeigt so, dass der Fall nie von Dauer ist und, dass es keinen Grund gibt, Misstrauen zu haben.

Nach dem Hinfallen erfolgt dann der mühevolle Heilsweg, der Weg in die Höhe, bei dem wir „straucheln“. Während das Fliegen ein leichter und schneller Prozess ist, ist der Aufstieg ein aufwändiger und anstrengender Prozess bei dem wir nur allzu oft scheitern. Daher auch die Metapher: „Zu verlieren mit den Augen beim Sieg“. Denn obwohl wir kleine Niederlagen hinnehmen müssen, dürfen wir nie unser großes Ziel aus den Augen verlieren.

Beherzigen wir diese Metaphern und Aphorismen so kehrt sich der anfängliche Prozess um: Höhe und Tiefe sind keine gegensätzlichen und unabhängigen Pole mehr, sondern spielen zusammen, um und zu helfen, dazu zulernen. Die Tiefen werden gemeistert, ebenso wie die Höhen wertgeschätzt werden können.

P.S. Dieses Gedicht habe ich intuitiv niedergeschrieben. Die Botschaft war somit nicht geplant, sondern rein intuitiv. 

Was findet ihr in dem Gedicht? Habt ihr etwas anderes interpretiert?

Herzlich,
Tristan.