In diesem kurzen Beitrag möchte ich eine wissenschaftsphilosophische Anregung zur Virustheorie geben. Wie sicher sind wir uns über jene Forschungsfelder, die wir nicht mit unseren Sinnesorganen wahrnehmen können? Ausgehend von den Leitideen der modernen Physik soll in diesem Beitrag die Biologie neu gedacht werden.

Jedem Physiker ist der Welle-Teilchen-Dualismus aus der Quantenphysik ein Begriff. Quantenphysikalische Phänomene wie der Laser sind heute aus der Moderne (beispielsweise in Kommunikationsgeräten wie Smartphones) nicht mehr wegzudenken. In meinem Buch Odyssee im 21. Jahrhundert beschrieb ich das Doppelspalt-Experiment, welches zu eben jener Annahme eines Welle-Teilchen-Dualismus führte:

Max Planck hat als Erster den ersten Schritt Richtung Quantenphysik gemacht und die Theorie der Quanten aufgestellt. Daher gilt er auch als Vater der Quantenphysik. Aufgrund seiner Annahmen zur Energiestrahlung (z. B. Licht) müsste Energie immer in „Paketen“ (Quanten) daherkommen. Das Planck’sche Wirkungsquantum (1900) verknüpft die wellenförmige Lichtstrahlung mit unseren Quanten. Wichtig hier zu erwähnen ist, dass Thomas Young bereits 1802 den Wellencharakter von Licht nachweisen konnte, er nannte diese Partikel damals Korpuskeln. Die Erkenntnisse aus diesem Experiment lassen darauf schließen, dass Licht einen wellenförmigen Strahlungscharakter hat und nicht wie vorher angenommen, sich als Teilchen bewegt. Ein Teilchen kann zu einem Zeitpunkt nur an einem Ort sein. Eine Welle hingegen kann an mehreren Orten gleichzeitig sein, was sich durch Interferenzmuster auf dem Beobachtungsschirm zeigt. Der Doppelspalt ermöglicht die kohärente Lichtverteilung in diesem Experiment. Das war das sogenannte Doppelspaltexperiment, welches die Grundlage für das Planck’sche Wirkungsquantum und den Welle-Teilchen Dualismus (Kopenhagener Deutung, 1927) gelegt hat.

Odysee im 21. Jahrhundert, S. 54 (2020)
Das Doppelspaltexperiment nach Thomas Young. Auf dem Beobachtungsschirm zeigen sich Interferenzmuster, welche auf den wellenartigen Charakter von Lichtpartikeln (ehemals Korpuskeln) zeigen. Quelle: Odyssee im 21. Jahrhundert.

[…] Dank dem Planck’schen Wirkungsquantum vermuten wir, dass Teilchen, wie Elektronen, bestimmte Eigenschaften besitzen, etwa den sogenannten Spin. Spin bedeutet nichts weiter, als dass die Teilchen einen Eigendrehimpuls besitzen. Der Eigendrehimpuls hat einen Einfluss auf alle beobachtbaren Quanteneffekte, so beispielsweise die Wechselwirkungsenergie, die kinetische Energie und die Bindungseigenschaften innerhalb der Moleküle. Die Komplementarität zwischen verschiedenen Eigenschaften von Quanten, zurückführbar auf den Spin, können wir laut der Heisenberg’schen Unschärferelation nie gleichzeitig messen! Wir wissen beispielsweise nie genau, wo sich ein Quant aufhält, wenn wir die Ge- schwindigkeit messen bzw. wie schnell ein Quant ist, wenn wir den Ort kennen. Das wäre ungefähr so unmöglich zu realisieren, wie zu versuchen aktiv zwei Gedanken gleichzeitig zu haben. Diese Erkenntnisse begründeten das bereits bekannte Prinzip des Welle-Teilchen Dualismus. Kleinste Einheiten sind demnach sowohl Welle, als auch Teilchen. Wir können ihre komplementären Eigenschaften nie gleichzeitig messen! Sie sind genauso, wie wir sie messen bzw. wie wir das Experiment anordnen. Dies liegt nicht an den Messinstrumenten, sondern gilt laut Heisenberg prinzipiell.

Odysee im 21. Jahrhundert, S. 56 (2020)

Vielleicht ahnst du bereits, worauf ich mit diesen Ausführungen hinaus möchte: Was wäre, wenn ein Virus kein „Teilchen“ im klassischen Sinne der Biomedizin wäre. Heute werden Viren nur allzu oft als runde Kügelchen mit Noppen bzw. Stacheln (Spikes) dargestellt. Aber wie sicher können wir uns sein, dass Viren tatsächlich so aussehen und sich entsprechend verhalten?

Die Begründung von Heisenberg über die Eigenschaften von kleinsten Teilchen lassen darüber spekulieren, ob wir nicht vielleicht einem Phantom hinterherjagen: dem Virus als eine Projektion unserer Vorstellungen. Der fachlich korrekte Begriff hierfür wäre „Bestätigungsfehler“. Anstatt also die wahre Natur von Viren zu erkennen (wenn dem überhaupt möglich ist), könnten wir uns von falschen Spuren lenken lassen, vielleicht sogar aus den vorhandenen Puzzleteilen an Wissen ein falsches Bild zusammensetzen.

Dem wären natürlich allerlei konsistente Beweise über die Beschaffenheit von Viren entgegenzusetzen. Doch welche Beweise gibt es für die heutige Vorstellung von Viren (aber auch anderen Bakterien)?

Viren & die Evolutionstheorie

Viren sind eng mit der Evolutionstheorie verbunden. Die Evolutionstheorie besagt, dass Leben seit Milliarden von Jahren besteht und sich bis heute zu immer komplexeren Einheiten ausgebildet hat. Diese Ausbildung wird getrieben von den Mechanismen Überleben und Fortpflanzung (wobei sich heute zunehmend eine Skepsis ausbildet, ob Kooperation dabei nicht genauso wichtig ist wie Egoismus). Von Einzellern über Pflanzen und Tiere bis zum Menschen. Der Mensch sei laut Charles Darwin wiederum das komplexeste aller Lebewesen.

Viren sind demnach laut Evolutionstheorie seit Ewigkeiten vorhanden. Ob die Evolutionstheorie tatsächlich so stattgefunden hat, wie sie heute gelehrt wird, ist eine andere Frage. Zwar konnte die Mikroevolution bewiesen werden, die Makroevolution hingegen konnte weder beobachtet noch validiert werden. Ob Viren also tatsächlich älter sind als der Mensch, ist reine Spekulation (hier und an vielen anderen Stellen wird dies wiederum ohne Einschränkung behauptet).

Außerdem muss ein weiterer Irrtum zur Nutzung der Arbeitshypothese „Virus“ ausgeschlossen werden: Bisher konnte nicht konsistent erklärt werden, wie das Phänomen „Leben“ entsteht. Wie kann aus etwas Anorganischem etwas Organisches werden? Organische Entitäten weisen Eigenschaften auf, die anorganische Entitäten nicht aufweisen. Damit muss zur Bildung von Leben von einem emergenten Prinzip ausgegangen werden, welches nicht vollständig ohne geistig-bestimmendes Prinzip auskommt.

Für den wissenschaftstheoretischen Gebrauch ist diese Hypothese selbstverständlich zulässig. Die Beweislast dürfte jedoch äußert gering ausfallen, vielleicht sogar bereits widerlegt sein. Wir müssen uns also eingestehen: Über den Ursprung von Viren ist nicht viel bekannt.

Ein kleiner Hinweis: Überprüfe einmal, in wie vielen Theorien die Annahme der Evolution nach Darwin ein essentieller Bestandteil ist – und was den Ausschluss der Evolution aus der entsprechenden Theorie bedeuten würde (meistens die Falsifikation).

Die Beschaffenheit von Viren

Abseits von der Herkunft werden zur Verifizierung der Virustheorie meist die bekannten Eigenschaften angeführt: Viren bestehen aus einem oder mehreren Molekülen, haben im Gegensatz zu Bakterien keinen Stoffwechsel und sind manchmal von einer Eiweißhülle umgeben, an dem auch die Spikes sitzen. Und das „wissen“ Wissenschaftler, weil entsprechende Experimente gemacht wurden, die jene Eigenschaften sichtbar gemacht haben.

Durch die Erfindung des Elektronenmikroskop im Jahr 1931 konnte beispielsweise die teils sehr unterschiedliche Form von Viren sichtbar gemacht werden. Doch hier sind wir wieder bei Heisenbergs Problem: Im Grunde genommen zwingen wir das Virus sich in einer bestimmten Art zu zeigen, je nachdem, wie wir versuchen, es zu beobachten. Wir „pressen“ es also in eine bestimmte Form.

Durch die heutigen Transmissionselektronenmikroskope glauben wir, einen morphologischen Nachweis erbringen zu können. Doch mit einem anderen Apparat könnte sich das Virus vollkommen anders darstellen. Es ist wie beim Licht: Mal erscheint es als Welle, mal als Teilchen.

Hier wäre es natürlich überaus interessant, ob es einen Unterschied zwischen Leben und Nicht-Leben gibt. Verhält sich nur Materie anders, je nachdem, wie wir sie beobachten, oder ist dem auch so bei Leben?

Meines Wissens nach wurden bisher nicht genügend Experimente gemacht, um auszuschließen, dass Viren sich wie „Wellen“ verhalten.

Im Gegenteil: Es gibt tatsächlich sogar einige Anhaltspunkte, um diese Hypothese zu untermauern.

Virus als Welle

Viren stehen immer in enger Kommunikation mit Lebewesen. Laut Wissenschaftlern ist es sogar ihr einziges Reservoir, denn sie brauchen einen Wirt, um sich zu vermehren. Entsprechend weisen Viren Eigenschaften auf, um sich zu vermehren und von Lebewesen zu Lebewesen zu gelangen. Die eine Möglichkeit ist also, dass Viren über die Eingangspforten des Körpers als Teilchen eintreten.

Das Problem dabei ist jedoch, dass selbst der beste Schutz die Übertragung (Maske, Abstand, Impfungen etc.) von bestimmten Viren nicht verhindern kann. Das haben wir nun oft genug während der COVID-19-Pandemie beobachten können. Andererseits finden wir selbst bei Menschen, die aktiv mit einem lebenden Virus wie SARS-CoV-2 angesteckt werden, in häufigen Fällen keine Infektion (Human Challenge Study).

Forscher führen dies auf das menschliche Immunsystem zurück. Nur allzu häufig wurde während der COVID-19-Pandemie so getan, als würde der Mensch kein körpereigenes Abwehrsystem besitzen. Doch wie sollte der Mensch sonst trotz Kontakt mit unzähligen Mikroorganismen jeden Tag überleben?

Dass ein Virus nur in Beziehung zum Immunsystem gedacht werden kann, ist ein Indiz für eine wellenartiges Verhalten von den beiden Einheiten. Eine Welle kann auch als Schwingung betrachtet werden und diese ist laut Physik abhängig von der jeweiligen Frequenz.

In meinem Buch Odyssee im 21. Jahrundert habe ich zur Schwingung Folgendes geschrieben:

Alles im Leben schwingt. Nichts bleibt unbewegt, alles pulsiert. Vom Blut des Menschen über Ebbe und Flut, bis hin zur unbelebten Materie auf unserem Planeten. Selbst an Gestein entsteht Reibung, welche über Jahrtausende einen Berg in Sand verwandeln kann. […] Auch eine Elektrokardiogramm (EKG)-Null Linie und das Aktionspotenzial der Nerven muss sich entladen, um wieder Spannung aufbauen zu können. Wer versteht, dass es ein natürlicher Verlauf ist, sowohl Höhen, als auch Tiefen zu erleben, der geht mit einer gesunden Einstellung durch das Leben, denn man braucht keine Angst mehr vor Verlust zu haben. Man weiß, dass auch Negatives passieren kann. Vielleicht nicht wo und wann, solange wir aber die Möglichkeit akzeptieren, wirkt die Welt plötzlich nicht mehr so bedrohlich auf uns. […]

Schwingung an sich ist zeitliche Wiederholung. In der Physik wird sie als periodische Änderung von physikalischen Größen betrachtet. Schaut man sich das Prinzip in einem Koordinatensystem an, dann erkennt man eine Sinuskurve. Die Sinuskurve ist die zweidimensionale Ausprägung der Dualität. […]

Die Schwingung vermittelt zwischen zwei Extrema, indem sie den Übergang, den Rhythmus, zwischen x und y ermöglicht. In der dreidimensionalen Welt kann Schwingung als Spirale dargestellt werden als ein sich ausbreitender Strudel, der in die Unendlichkeit beider Extreme (groß und klein) strebt. Je nachdem, welcher Richtung man folgt, erkennt man sowohl das Wachstum der Spirale, als auch deren Rückgang. Beide Prinzipien sind erkennbar in der Dualität enthalten. […]

Spiralen sind Teil jeder Sinneswahrnehmung. Das Gehirn kann die Sinneswahrnehmung nur durch Schwingung (elektromagnetische Reize) erkennen. Wir hören beispielsweise durch Schallwellen und wir sehen durch Lichtwellen. Jede Welle (Schwingung) befindet sich auf einer anderen Ebene. Das Entscheidende ist die Wellenlänge. Lichtwellen liegen genau auf der Frequenz, die unser Auge wahrnehmen kann. So kann jedes Sinnesorgan andere Wellenlängen im elektromagnetischen Spektrum wahrnehmen. Die Schwingung ist der primäre Wirkungsmechanismus, durch welchen das Universum kommuniziert. Auch außerhalb der sinnlichen Wahrnehmung existiert Schwingung. […]

Wir können dieses Gesetz auf alle Lebensbereiche anwenden. Die Schwingung kann sowohl zerstörerisch als auch heilend sein. Das ist schließlich auch ihre Aufgabe, sie gibt den Rhythmus des Lebens vor. Wir können uns entweder gegen die aufgenommene Schwingung wehren oder wir akzeptieren sie. […]

Die Schwingung ist die universelle Information.

Odysee im 21. Jahrhundert, S. 86 ff. (2020)
Das elektromagnetische Spektrum alltäglicher Schwingungen. Quelle: Odyssee im 21. Jahrhundert.

Immunsystem und Erreger sind potentiell antagonistische Prinzipien, welche möglicherweise durch die Idee der Schwingung besser verständlich werden. Jeder Körper schwingt auf einer bestimmten Frequenz. Vielleicht kann ein Erreger einen Körper erst dann „angreifen“ oder „befallen“, wenn der Körper die entsprechende Frequenz annimmt. Auf einer anderen Frequenz könnten Körper und Virus wiederum ohne Probleme koexistieren. Wie der Körper zu der jeweiligen Frequenz kommt, könnte wiederum durch biopsychosoziale Faktoren erklärt werden.

Es ist wahrscheinlich der größte Fehler der westlichen Medizin, biologische, psychologische und soziale Faktoren zu trennen, anstatt sie als zu derselben Wirklichkeit gehörend, vielleicht sogar als Parallelitäten zu betrachten. Näheres über das Biopsychosoziale Modell von George L. Engel und die Bedeutung für die COVID-19-Pandemie habe ich hier beschrieben.

Würden wir also annehmen, dass ein Virus (aber auch andere Mikroorganismen) niemals ohne entsprechende biopsychosoziale Faktoren den Menschen infizieren und krank machen könnte, würde sich unser Verständnis von der Mikrobiologie vollkommen wandeln.

Vielleicht würden wir entsprechende Virusinfektionen als ein emotionales Thema betrachten, welches vom jeweiligen Menschen bearbeitet werden muss.

Auch die Saisonalität kann über die Virus-Welle-Theorie erklärt werden. Frühling und Sommer sind sehr lichtreiche Jahreszeiten, bei denen optimale Bedingungen für geistiges Wachstum herrschen. Hier entsteht vermehrt biopsychosoziale Gesundheit, von der auch noch im Winter profitiert werden kann. Im Winter wiederum beginnt der Mensch sich zurückzuziehen und in sich hineinzuschauen. Er wird mit inneren Themen konfrontiert, mit seiner metaphorischen dunklen Seite. Hier kann es entsprechend leichter passieren, dass er sich von seiner „Dunkelheit“ anstecken lässt.

Aber wie du siehst, verlassen wir hier den empirischen Weg und verlassen uns voll und ganz auf das metaphorisch-analoge Denken.

Zum jetzigen Zeitpunkt gibt es nicht genügend Evidenz, um die Virus-Welle-Therie zu verifizieren. Doch die Möglichkeit ist durchaus denkbar. Und die Auswirkungen auf unser Verständnis von Gesundheit und Krankheit wären immens.

Ein typischer Biomediziner wäre mit dieser Erklärung sicherlich unzufrieden, vielleicht sogar pikiert. Aber die neuesten medizintheoretischen Ansätze lassen diese Option in einem anderen Licht erscheinen als noch vor hundert Jahren. Ähnlich war es ja auch in der Physik: Lange Zeit wurde immer davon ausgegangen, dass die kleinsten Einheiten Teilchen (bzw. Atome, von griech. unteilbar) seien. Selbst Licht wurde mit dem Begriff „Korpuskel“ als Teilchen definiert.

Und ebenso könnte die Biologie durch eine psychosoziale Neuausrichtung revolutioniert werden. Durch diese Revolution würden Erreger wie Viren nicht länger als „Gift“ (vom lat. virus) betrachtet werden, sondern als gesundheitliche Herausforderung, auf gesellschaftlicher Ebene als systemische Problemstellung (vgl. hierzu auch die in das Biopsychosoziale Modell eingearbeitete System-Theorie). Diese Ansicht ist zweifelsohne prekär. Aber vielleicht hilft sie uns, wieder ein wenig mehr in der Wirklichkeit anzukommen und weniger die Welt aus dem Labor heraus zu erklären.

Denn die Welt ist definitiv nicht im Labor entstanden. Gott (bzw. das transzendente Prinzip, welches hinter dem Begriff verstanden wird) war bestimmt kein Labormediziner.

Wenn wir uns also die Frage stellen: Was ist ein Virus, Welle oder Teilchen? Dann müssen wir ehrlicher Weise antworten: Derzeit wissen wir es nicht. Vielleicht werden wir es auch nie wissen. Aber es ist wahrscheinlicher, dass es beides ist, als eins von beidem.

Durch die biomedizinische Besetzung des Begriffs Virus wäre jedenfalls ein neuer Begriff notwendig, der die wellenartige Verbreitung nicht ausschließt.

Was meinst du dazu?

Addendum 5. November 2022: Ich habe einen sehr interessanten Artikel in der Berliner Zeitung gefunden, der einen Forschungzweig beschreibt, in dem Wissenschaftler versuchen, auch bei größeren (organischen) Molekülen das wellenartige Verhalten von Molekülen nachzuweisen. Und tatsächlich konnten die Quanteneffekte bei dem „Wiener Quantenmännlein“, das etwa 4000 Mal schwerer als ein Wasserstoffatom ist, bestätigt werden. Schon 2006 gab es die Meldung, dass Forscher Viren mithilfe von Lasertechnik genau wiegen konnten. Das Ergebnis: Adeno-, Irdo- und Vaccinia-Viren sind etwa 0,3-5 Billiardstel Gramm schwer, was ausgeschrieben so aussieht: 0, 000.000.000.000.003 Gramm (3 * 10^-15). Wasserstoff besitzt eine atomare Masseneinheit von 1,00784 u, was in Gramm ausgedrückt 0,000.000.000.000.000.000.000.001.673.557… (oder auch 1,673.557… * 10^-24) sind. Wenn wir nun davon ausgehen, dass das Wiener Quantenmännlein 4000 x so schwer ist wie ein Wasserstoffatom, landen wir bei einem Gewicht von 1,673,557… * 10^-20 Gramm und sind damit gat nicht mehr so weit entfernt vom Gewicht der Viren… Wer weiß, vielleicht kommt eines Tages die Meldung „Quanteneffekt bei Viren nachgewesen“?

Ein Schmankerl zum Schluss:

„Die Theorie der Quantenmechanik sagt nicht, dass es eine Grenze für Quantenphänomene gibt“, sagte Zeilinger im Gespräch mit SPIEGEL ONLINE. Weltberühmt wurde der Wiener Physiker 1997 mit seiner gelungenen Quantenteleportation, die ihm den Namen Mister Beam einbrachte.

[…]

„Wir glauben, dass man eines Tages Quanteneffekte bei Viren oder Mikroorganismen sehen kann“, sagte Zeilinger. „Zum Beispiel die Superposition, also die Überlagerung von zwei Zuständen, oder das Phänomen der Verschränkung, bei dem zwei Systeme über eine große Entfernung zusammenhängen.“

Spiegel Wissenschaft, 2006

Herzlich
Tristan


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☼Setz dich in Bewegung und die Welt mit dir ☽

Wir alle haben nur eine begrenzte Lebenszeit. Dies wird uns gerade in dieser Epoche immer wieder aufgezeigt. Überall lauern Krankheiten, die den Tod bedeuten können. Das macht dem kleinen Ego mächtig Angst und hält es gefangen in einem Strudel der Unsicherheit. Wie aber können wir diese Unsicherheit überwinden, um die eigene Lebenszeit sinnvoll nutzen zu können?

Philosophie der Zeit

Wenn ich von Zeit spreche, ist damit einerseits die eigene Lebenszeit gemeint, andererseits auch der generelle Gedanke an die Zeit. Fangen wir mit der generellen Sicht auf die Zeit an.

Was ist Zeit? Im Grunde genommen ist Zeit nach all den Jahrtausenden der Grübelei und Philosophie nach wie vor ein Mysterium. Niemand kann sagen, aus welchem Urgrund die Zeit entspringt, wir wissen nur, dass sie da ist. Wir können sie schließlich messen.

Sir Isaac Newton (*1642, †1727), der einst als Halbgott geltende Physiker, sagte über das objektive Wesen der Zeit:

Die absolute, wahre und mathematische Zeit verfließt an sich und vermöge ihrer Natur gleichförmig und ohne Beziehung auf irgendeinen äußeren Gegenstand.

Mathematische Grundlagen der Naturphilosophie, 1687.

Und weiter beschreibt er auch das subjektive Wesen der Natur:

Die relative Zeit, die unmittelbar sinnlich wahrnehmbare und landläufig so genannte, ist ein beliebiges sinnlich wahrnehmbares und äußerliches Maß der Dauer, aus der Bewegung gewonnen (sei es ein genaues oder ungleichmäßiges), welches man gemeinhin anstelle der wahren Zeit benutzt, wie Stunde, Tag, Monat, Jahr.

Mathematische Grundlagen der Naturphilosophie, 1687.

Newton war sich somit sehr wohl bewusst, dass es zwar eine absolute Annahme der Zeit gibt, diese jedoch auch in Abhängigkeit zur eigenen Wahrnehmung und Empfindung steht. So mag die Uhr durchaus einem immer gleich bleibendem Takt folgen, der Wahrnehmende selbst mag dieses Voranschreiten der Zeit jedoch ganz anders empfinden. Zeit ist somit in gewissem Maße abhängig vom Bewusstsein, ferner von der Bewegung oder Aktivität des Bewusstseins, welches die Zeit empfindet.

Den Ursprung der Zeit konnte Newton nicht festmachen. Newton war der festen Überzeugung, dass das Universum von Gott wie ein Uhrwerk aufgezogen wurde, dass der Mensch mittels seines Verstandes nun entdecken und prognostizieren konnte. Für ihn war das Universum schlicht eine Frage der Genauigkeit: Je genauer der Beobachter hinzuschauen vermag, desto mehr präzise physikalische Gleichungen wird er auch erhalten.

Dennoch war Newton der Überzeugung, dass es Gott geben müsse – wie kann das sein?

Für Newton stand fest, dass es mehr Ungereimtheiten und Ungenauigkeiten über das Universum gibt als Gleichungen. Die Zeit war vielleicht das einzig Absolute bei Newton. Aber auch nur in ihrer objektiven Betrachtung. Denn wenn wir die subjektive Komponente hinzuziehen, die ja niemals völlig außen vor bleiben kann, wie wir seit dem 20. Jahrhundert um Quantenphysiker wie Werner Heisenberg wissen, wird die Betrachtung der Zeit schon sehr viel schwieriger.

Wenn Zeit kein völlig objektives bzw. äußerliches Phänomen sein kann, ist es auch niemals vom Raum getrennt. Der Raum kann nur existieren, wenn sich innerhalb des Raumes ein Beobachter befindet, der den Raum erkennt. Die Raum-Zeit-Beziehung kann neu aufgefasst werden und auch wissenschaftlich von einem anderen Punkt aus definiert werden, der in der Wissenschaft (immer noch) recht unüblich ist: Beim Subjekt.

Zeit und Raum ohne Subjekt zu denken, ist wunderbar und führt sicherlich zu vielen spannenden Erkenntnissen. Letztlich geht es jedoch auch ganz pragmatisch einfach darum, welche Bedeutung Zeit für das Subjekt hat. Zeit ohne Subjekt – was kann da der tiefere Sinn sein? Wenn kein Subjekt da ist, kann es letztlich auch nicht über die Zeit nachdenken.

Zeit im Alltag

So lassen sich schon im Alltag bestimmte Beobachtungen über die Zeit machen:

  • Die Zeit vergeht unterschiedlich schnell, je nachdem, wie die Zeit empfunden wird
  • Zeitempfinden kann den Organismen des Menschen über Stress schädigen…
    ….aber auch heilen (in der Meditation wird Zeit „vergessen“)
  • Die Struktur im Alltag hilft bei der Produktivität und Effizienz… also beim Zeit sparen

Wie wir anhand dieser Auflistung sehen, ist Zeit ziemlich stark abhängig von der eigenen Interpretation. Sind wir spät dran, so haben wir Angst zu spät zu kommen, denn es könnte ja Ärger geben. Pünktlich zu sein ist hingegen ein Zeichen von Anstand und Respekt! Das Zeitmanagement ist in vielen Ländern der Welt so genau getaktet, dass es erheblich zum Wohlstand der Welt beiträgt.

Letztlich kann der Umgang mit Zeit zu wirklich allem führen. Es kommt jedoch ganz darauf an, wie mit der persönlichen Lebenszeit umgegangen wird. Wenn Aktivitäten, die guttun, vermehrt werden, dann kann dies zu dauerhafter Zufriedenheit beitragen. Wenn manchen Aktivitäten jedoch zu viel Zeit zugeordnet wird, kann dies schon wieder schädlich werden oder unzufrieden machen.

Zeit ist interessanterweise also ein Indikator für Gleichgewicht (Ich erinnere an Paracelsus Ausspruch: „Die Dosis macht das Gift.“). Aber warum ist dem so?

Zeit folgt einem bestimmten Rhythmus. Jeder kennt das Geräusch einer Uhr: Tik. Tak. Tik. Tak. Tik. Tak. Auf ein Geräusch folgt eine Pause. Dann wieder ein Geräusch und eine Pause. Und immer gleichmäßig so weiter. Viele Menschen werden von diesem Geräusch wahnsinnig (gerne mal selbst fragen wieso…). Aber grundsätzlich zeigt sich in dem Geräusch der Uhr auch der Puls des Lebens.

Puls des Lebens, was meine ich damit? Es ist eine alte esoterische Weisheit, dass die Wirklichkeit polar aufgebaut ist. Dies habe ich schon häufig auf meinem Blog, Podcast und in meinen Büchern angesprochen und soll daher hier nicht (schon wieder) ausführlich behandelt werden. Für mich zeigt sich jedoch auch in der objektiven und subjektiven Zeit die Ausgeglichenheit eines Menschen. Denn: Je ausgeglichener ein Mensch für mich ist, desto besser hat er beide Pole (Licht und Schatten, Leid und Freude, Leben und Tod, Gesundheit und Krankheit, Chaos und Ordnung) in seine Wahrnehmung integriert.

Buddhistische Weisheiten

Wer den Rhythmus des Lebens akzeptiert hat, der wird keine Probleme mit Alterung haben, mit potentiellem Leid und Krankheit, mit Tod, mit Einsamkeit oder Enttäuschung. Um den Rhythmus des Lebens anzunehmen, muss jedoch gleichzeitig akzeptiert werden, dass es schlicht Zeit gibt. In mancherlei Esoterik-Kreisen wird schon darüber gesprochen, dass Zeit unwirklich ist, bevor akzeptiert wurde, dass der Körper dennoch auf den Verfall ausgelegt ist.

Die Basis dafür, dass eine Existenz außerhalb der Zeit angenommen werden kann, ist für mich die Akzeptanz darüber, dass wir in diesem Leben zeitlich limitiert sind. Oder, wie die Buddhisten sagen: Alles ist vergänglich. Die edlen vier Wahrheiten des Buddha sind zugleich eine Lehre von der Annahme der Zeit:

1. Dukkha: Glück ist vergänglich, Leben ist Leiden.
2. Samudaya: Ursachen für Leid sind Gier, Hass und Verblendung. Das Leiden entsteht also, weil die Menschen immer mehr haben wollen als sie besitzen und nicht zufrieden sind mit dem was sie haben.
3. Nirodha: Das Leiden hört auf, wenn die Menschen diese Ursachen überwinden.
4. Magga: Es gibt einen Weg zum Glück. Das ist der Achtfache Pfad.

Wenn die Buddhisten sagen „Glück ist vergänglich“, meinen Sie damit, dass es bedeutungslos ist, kurzfristigen Freuden hinterherzurennen. Das eigentliche Ziel des Buddhismus ist ja dauerhafte Zufriedenheit bzw. Glückseligkeit. Diese kann jedoch nicht innerhalb der Zeit gefunden werden, da Zeit flüchtig ist. Je mehr der Mensch hinter seiner Flüchtigkeit bzw. Vergänglichkeit herläuft, desto mehr wird er auch leiden.

Deshalb: Zeit existiert, nimm die Zeit wahr, erkenne deine eigenen notorischen Muster und versuche dich zu lösen. Dein Körper ist an die Zeit gebunden, den Geist jedoch nicht.

Die ewige Wiederkehr

Der wohlbekannte deutsche Philosoph Friedrich Nietzsche (*1844, †1900) verfolgte mit seiner Philosophie der Ewigen Wiederkehr einen ähnlichen Appell. Während die Buddhisten die Reinkarnation auf Körper und Geist des Menschen beziehen, bezieht Nietzsche die Reinkarnation auf das gesamte Weltengespann. Nietzsche geht also einen Schritt weiter als die Buddhisten und fragt: Was, wenn mein Geist nicht nur immer wieder in neue Körper geschickt wird, um neue Erfahrungen zu machen, sondern immer und immer wieder das absolut Gleiche zur gleichen Zeit erlebt? Am deutlichsten wird dies vielleicht in seinem Werk „Also Sprach Zarathustra“:

Alles geht, Alles kommt zurück; ewig rollt das Rad des Seins. Alles stirbt, Alles blüht wieder auf, ewig läuft das Jahr des Seins.

Alles bricht, Alles wird neu gefügt; ewig baut sich das gleiche Haus des Seins. Alles scheidet, Alles grüsst sich wieder; ewig bleibt sich treu der Ring des Seins.

In jedem Nu beginnt das Sein; um jedes Hier rollt sich die Kugel Dort. Die Mitte ist überall. Krumm ist der Pfad der Ewigkeit.

Also sprach Zarathustra, 1884, S. 95.

Für Nietzsche ist die Akzeptanz der Ewigen Wiederkehr zugleich die absolute Selbstbejahung, der Quell höchster Zufriedenheit. Wer diesen Gipfel erklimmt, nimmt nicht nur all das Leid an, was je geschehen ist und geschehen wird, sondern wird daran sogar die Freude entdecken. In seiner Autobiographie beschrieb Nietzsche, wie ihm der Gedanke kam:

Die Grundconception des Werks [Also sprach Zarathustra], der Ewige-Wiederkunfts-Gedanke, diese höchste Formel der Bejahung, die überhaupt erreicht werden kann –, gehört in den August des Jahres 1881: er ist auf ein Blatt hingeworfen, mit der Unterschrift: ‚6000 Fuss jenseits von Mensch und Zeit.‘ Ich ging an jenem Tage am See von Silvaplana durch die Wälder; bei einem mächtigen pyramidal aufgethürmten Block unweit Surlei machte ich Halt. Da kam mir dieser Gedanke.

Ecce homo, 1908, S. 305.

Natürlich bleibt auch mir die Frage, ob Nietzsche diesen Gedanken jemals hat verwirklichen können. Es scheint umso unwahrscheinlicher, wenn es stimmt, dass Nietzsche am 3. Januar 1889 ein Pferd umarmte, darunter zusammenbrach und den Verstand verlor. Vielleicht trug dieser Gedanke dazu bei und war letztlich doch eine Illusion, ein Hirngespinst, dass vom Menschen nicht verwirklicht werden kann?

Ich bin der Auffassung, dass wir dies niemals auf rein rational-intellektuellem Wege erfahren werden.

Siddhartas Verhältnis zur Zeit

Ein Gedanke, der mir fast täglich kommt, ist der, den Hermann Hesse (*1877, †1962) in seinem Buch „Siddharta“ in Form von Buddha an seinen Hauptcharakter Siddharta äußerte:

Ein Einblick in das Hermann Hesse Museum in Calw (Baden-Würtemberg)

Klug bist du, klug weißt du zu reden. Hüte dich vor allzu großer Klugheit!

Siddharta, 2004, 72. Auflage, S. 36.

Ich habe bereits in meinem Podcast über Hermann Hesse und Siddharta gesprochen, aber ich möchte gerade in Bezug auf das Thema Zeit noch mal einige Anstöße dazu geben.

Das geniale an der indischen Dichtung „Siddharta“ ist, dass Hesse in perfektem Einklang eine Parallelwelt zur westlich-modernen Industriegesellschaft erschafft. Ein jeder von uns wird in dem Glauben aufgezogen, die materialistische Perspektive ist die einzig Wahrhaftige. Darum ist der Verstand auch in überwältigender Mehrheit nur auf das ausgerichtet, was materiell erfassbar ist – Glück ist nicht mehr als sinnliche Lust, Krankheit nicht mehr als biologische Fehlfunktion und Zeit nicht mehr als Produktivität.

Der Protagonist Siddharta wächst ganz andersartig auf: Siddharta lebt bei den Brahmanen, ein Volk spiritueller Weiser und Angehöriger der obersten Kaste Indiens. Wie der Name sagt, strebt der Brahmane nach Brahman, der Verwirklichung der individuellen Seele (Atman) in der Weltenseele (Brahman) und der spirituellen Erleuchtung. Doch Siddharta sind die Lehren nicht genug.

So macht er sich unter Protest seines Vaters mit seinem Freund Govinda auf den Weg, um bei den Samanas zu leben. Samanas sind Bettelmönche, die sich der Askese, d.h. Enthaltsamkeit verschrieben haben. Samanas stehen im Gegensatz zu den Brahmanen sehr weit unten im Kastensystem Indiens. Doch mit der Zeit sind auch die Samanas nicht genug für das suchende Herz Siddhartas.

Siddharta und Govinda hören von Gautama, auch Buddha genannt, der Erleuchtete, der den Menschen eine Lehre bietet, die ihn zur Erleuchtung führen soll. Während Govinda sich entscheidet, bei Buddha zu bleiben und seiner Lehre zu folgen, entscheidet Siddharta sich anders. Siddharta hat genug von Lehren.

Also konfrontiert er Gautama. Die Begegnung zwischen Siddharta und Gautama ist aus mehreren Gründen legendär. Zum einen ist der Name Buddhas „Siddharta Gautama“, d.h. Hesse lässt hier den „jungen und unerfahrenen“ Buddha mit dem „älteren und erfahrenen“ Buddha sprechen. Zum anderen hallt das Gespräch der beiden noch in der weiteren Geschichte nach. Denn: Gautama lobt Siddharta zwar für sein Verständnis von Freiheit, offenbart ihm aber auch seine Schwäche bzw. Anfälligkeit, je nachdem wie man es nennen möchte.

Gautama sagt Siddharta ganz offen, dass er aufpassen solle, nicht zu klug zu werden. Auch Klugheit bedarf einer Grenze, ansonsten folgt Arroganz, List und Leichtfertigkeit. Und obwohl es im ersten Moment so scheint, als hätte die Konsultation mit Gautama Siddharta von der Fremdbestimmung anderer befreit – es wirkt geradezu, als wäre Siddharta fortan erleuchtet – ist es eigentlich genau andersherum.

Die Euphorie frei zu sein, hat Siddharta dazu gebracht, seine Klugheit auszunutzen, um sich ein zu gutes Leben zu bescheren. Er ging in die Stadt, fing eine Liebesbeziehung mit der Kurtisane Kamala an, stellte sich in den Dienst des Kaufmann’s Kamaswami und lebte trotz seines Spottes gegenüber der Welt und Gesellschaft anhaftenden Menschen immer mehr wie eben jene Menschen, auf die er hinunterblickte. Zumindest bis ihn eines Tages der Überdruss packte und er floh, weil er dieses Leben mit seinem spirituellen Wissen nicht mehr ertragen konnte.

Er hat – wortwörtlich – seine Zeit verschwendet.

Nicht, weil er nicht produktiv war. Nach heutigen Maßstäben war er sehr produktiv, er hat sehr viele Güter angehäuft. Sondern weil er immer häufiger Wein trank, nicht mehr seine Emotionen zu kontrollieren im Stande war und seine kindliche Leichtigkeit und Distanz gegenüber der Welt verloren hatte. Und in seinem Alter sind dadurch sicherlich auch die ersten körperlichen Beschwerden hinzugekommen.

Als er sich dann radikal befreite, fing er ein neues, ein bescheidenes Leben bei einem alten Bekannten an: dem Fährmann Vasudeva. Vasudeva war es, der ihn damals über den Fluss brachte, sodass Siddharta in die Stadt gelangen konnte. Wieder ist Vasudeva derjenige, der an einem Grenzbereich seines Lebens auf ihn wartete, um ihn bei seiner Metamorphose zu begleiten, bis Vasudeva schließlich an Altersschwäche starb.

Das besondere an Vasudeva war, dass er Siddharta einen neuen Lehrmeister bescherte, der ihm ein anderes Verhältnis zur Zeit lehrte: die Welt selbst. Über die Beobachtung des Flusses gelang es dem Fährmann, und dann auch Siddharta, die weltlichen Probleme zu relativieren und jeden einzelnen Augenblicke im Leben zu genießen. Gedanken sind flüchtig, was aber bleibt, ist das Verhältnis zwischen Wahrnehmendem und Wahrgenommenem, zwischen Beobachter und Beobachtetem. Der Fluss dient gleichzeitig als Metapher für „den Fluss der Zeit“, ein Symbol, für die Energie, Vergänglichkeit und Reinigung.

Wie Siddharta am Ende des Buches zugab, hatte er viele Lehrmeister Zeit seines Lebens, obwohl er diese nach Gautama beschlossen hatte aufzugeben. Kamala, Kamaswami, Vasudeva, der Fluss, ja sogar sein Sohn waren für ihn alle Lehrmeister. Alles, was das Leben für ihn zu bieten hatte, war ihm eine Lehre. Eine Lehre, die Siddharta selbst am Ende wie folgt ausdrückte:

Die Welt selbst aber, das Seiende um uns her und in uns innen, ist nie einseitig. Nie ist ein Mensch, oder eine Tat, ganz Sansara oder ganz Nirvana, nie ist ein Mensch ganz heilig oder ganz sündig. Es scheint ja so, weil wir der Täuschung unterworfen sind, dass Zeit etwas Wirkliches sei. Zeit ist nicht wirklich, Govinda, ich habe dies oft und oft erfahren. Und wenn Zeit nicht wirklich ist, so ist die Spanne, die zwischen Welt und Ewigkeit, zwischen Leid und Seligkeit, zwischen Böse und Gut zu liegen scheint, auch eine Täuschung.

Siddharta, 72. Auflage, 2004.

Abschließende Worte

Sicherlich ließe sich noch viel mehr zum Thema Zeit sagen. So könnte man auch fragen:

Was hat das Ich für ein Verhältnis zur Zeit?
Was ist der Zustand der Zeitlosigkeit und wie kann er möglicherweise sogar erfahren werden?
Welche Rolle spielt die Zeit bei systemischen und metaphysischen Entwürfen?

Mein primäres Ziel war es jedoch nicht, alles zu erfassen und zu beschreiben, was es zur Zeit zu sagen gibt. Mir war es wichtig, Anstöße zu geben, die über unser alltägliches Verständnis von Zeit hinausgehen.

Die eigentliche Ressource unserer Zeit ist für mich nicht das Geld, nicht die Information und auch nicht die Fantasie. Die wichtigste Ressource ist für mich die Zeit selbst. Denn im Umgang mit der eigenen Zeit merken wir auch, wie wir mit uns selbst und anderen umgehen. Wer sich selbst wertschätzen lernt, der wird die ein oder andere destruktive Aktivität vermeiden…

Wer aus der Perspektive der Zeit einen Klassiker wie „Faust.“ oder „Der Steppenwolf“ liest, wird staunen. Es lassen sich nicht nur extrem viele Hinweise auf die Wichtigkeit des Elements Zeit in den berühmtesten Geschichten und Gedichten finden, nein, sie regen einen auch an, selbst einmal über das Thema Zeit nachzudenken: beruflich wie privat.

Alles Feindliche verschwindet plötzlich und ist besiegt,
sobald es gelingt, die Zeit aus seinen Gedanken auszuschalten.

Der Steppenwolf, 64. Auflage, 2001.

Meist realisieren wir erst, wie wichtig die Zeit ist, wenn wir älter und erfahrener sind. Vielleicht liegt es auch daran, dass unsere heutige Gesellschaft vorsieht, dass wir einen Großteil unseres Lebens mit Arbeit zubringen und erst spät im Leben (>65) ruhen und unsere Zeit sinnvoll nutzen sollen. Doch meist ist es dann zu spät: Je älter wir werden, desto größer wird die Wahrscheinlichkeit eines körperlichen Leidens, wenn wir nicht Zeit unseres Lebens darauf geachtet haben uns selbst zu schützen. Der Dalai Lama sagte sehr passend auf die Frage eines Reporters, was ihn am meisten am Menschen überrasche:

Der Mensch. Er opfert seine Gesundheit, um Geld zu verdienen. Wenn er es hat, opfert er sein Geld, um seine Gesundheit zurückzuerlangen. Und er ist so auf die Zukunft fixiert, dass er die Gegenwart nicht genießt. Das Ergebnis ist, dass er weder die Gegenwart, noch die Zukunft lebt. Er lebt so, als ob er nie sterben würde und schließlich stirbt er, ohne jemals richtig gelebt zu haben.

Das kann nicht unser Ziel sein. Wir sollten nicht Zeit unseres Lebens, unsere Zeit und Energie dafür aufwenden, dass wir am Ende des Lebens unter grausigen Bedingungen aus dem Leben treten. Ich plädiere eher dafür, sich darauf zu konzentrieren, dass das Leben im Jetzt vernünftig und sinnvoll gestaltet wird. Damit wir am Ende nicht auf den Gedanken kommen: Ich habe mein Leben verschwendet und ich hätte meine Zeit hier auf Erden besser gestalten können.

Doch diese Entscheidung treffe ich nur für mich selber. Und jeder andere für sich.

Herzlich
Tristan


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In spannenden Monologen und Gesprächsrunden versuche ich Interesse durch Bewusstheit und Einfachheit mit Wissenschaft & Esoterik zu kombinieren. Dabei entstehen dann faszinierende Denkansätze, welche zu mehr Fantasie und Kreativität anregen können. Nimm dir ein wenig Zeit und lass dich von den Ideen anstacheln.

☼Setz dich in Bewegung und die Welt mit dir ☽

Im Rahmen des Seminars „Erkenne dich Selbst“ habe ich einen Vortrag über das Thema Medizin gehalten. Wer Interesse daran hat, eine holistische Perspektive auf das Thema Gesundheit zu bekommen, der wird an dem Vortrag viel Interesse haben. Es geht vom Thema Medizingeschichte über Medizintheorie, Biomedizin, Biopsychosoziales Krankheitsmodell nach Engel (1977) und was in der COVID-19-Pandemie falsch läuft bzw. was besser gemacht werden kann.

Ich beschreibe den Menschen als ganzheitliches Lebewesen, als Verbindung von qualitativen und quantitativen Eigenschaften und als Erkennender der Dualität von Körper und Geist. Ich glaube, dass wir im 21. Jahrhundert eine qualitative Medizinrevolution benötigen, die nur dadurch Einzug in die Praxis von Medizinern findet, dass der Mensch nach dem biopsychosozialen Modell von Engel als Leitbild der Medizin aufgefasst wird. Hier bedarf es jedoch auch den Mut der Mediziner, die in einem System stecken, dass lediglich biomedizinisch und pharmazeutisch ausgerichtet ist.

Letztlich ist es auch eine gesellschaftliche Frage, die wir uns stellen wollen: Wollen wir das steigende Unverständnis gegenüber Krankheit und Gesundheit, welches sich auch in den steigenden Krankheitszahlen und -arten offenbart, weiter ignorieren? Oder wollen wir allen Menschen begreiflich machen, wie ein nachhaltiger Heilungsprozess aussieht, damit jeder Mensch seine Aufgaben und Ziele im Leben erfüllen kann?

„Die Kunst der Medizin besteht darin, den Kranken solange bei Stimmung zu halten, bis die Natur die Krankheit geheilt hat.“

―Voltaire

Wer Interesse an dem Seminar hat kann sich unter seanin@web.de melden. Viel Spaß mit dem Vortrag! Herzlich, Tristan.

Stehen wir vor einer Wende?

Gestern, am 21. Dezember 2020, wurde vielfach von Medien darüber berichtet, dass Jupiter und Saturn sich sehr nahe ständen. Wie nicht anders zu erwarten, wurde jedoch nur das „Sichtbare“ geschildert und nicht die geistigen Auswirkungen dieses Events. Beobachtung erfolgt schließlich nicht nur auf visueller Ebene (was sich am 21.12. aufgrund des Wetters sowieso als schwierig gestaltet hat). Dies war mir jedoch klar, da unsere Wissenschaft nicht wirklich Interesse an geistigen und subjektiven Phänomenen hat.

Darum beschäftige ich mich in diesem Beitrag einfach mal mit den geistigen Auswirkungen der „großen Konjunktion“ (Annäherung am Sternenhimmel) von Jupiter und Saturn. Es wird spannend für dich.

Bevor mich nun die ersten Leser in die New-Age Schublade stecken, möchte ich noch einmal die Urteilsfreiheit betonen. Du musst mir nicht glauben, was ich hier schreibe, aber du kannst dir zumindest erlauben, Anregungen von mir zu erhalten. Und es gibt bei diesem Thema ein Argument für mich, das muss ich so klar sagen, welches sofort die Meinung entkräftet, dass die Planeten und deren Konstellation keine Auswirkungen auf den menschlichen Geist haben.

Schau dir mal den Mond an. Der Mond ist laut Forschern winzig klein, er zählt noch nicht einmal als Planet, sondern nur als Satellit (astronomisches Objekt bzw. Trabant, dass ein anderes Objekt mit größerer Masse umkreist). Und obwohl der ☾ so winzig klein ist, hat er trotzdem die Kraft die Gezeiten auf der Welt zu beeinflussen. Ohne Mond entsteht auch kein Ebbe und Flut. Der Mond zieht das Wasser an wie ein Magnet.

Die wissenschaftliche Perspektive geht jedoch durchaus noch weiter: Ohne Mond kein Leben. Wir brauchen den Mond ebenso sehr, wie die Sonne. Der Mond stabilisiert die Rotationsachse und das Klima. Die Sonne sorgt für die notwendige Wärme und das Licht. Außerdem ist, wie wir inzwischen wissen, eine unglaubliche Feinabstimmung notwendig, damit die Planeten und deren Satelliten in ihren jeweiligen Umlaufbahnen bleiben und das Leben auf der Erde weiter existieren kann. Hinzu kommen noch viele andere astronomische Faktoren, allerdings sei an dieser Stelle nur nochmal bekundet, welches Wunder es eigentlich ist, dass wir alle am Leben sind. Die mathematische Wahrscheinlichkeit dafür ist fast gleich 0. Zumindest aus materialistischer Perspektive.

Wer nun glaubt, dass die anderen Planeten keinen Einfluss auf unser Leben haben, der unterliegt lediglich den eigenen Glaubenssätzen. Die Astrologie ist möglicherweise gar nicht so fernab der Wirklichkeit, wie viele bekennende Skeptiker glauben mögen. Schauen wir uns dazu auch einfach mal die Verbindung zwischen Planeten und Erdmetallen an.

Planeten & Metalle

In der römischen Mythologie (wie auch der griechischen Mythologie) erhielten die Planeten die Namen der Götter. Dies schien jedoch nicht wahllos zu geschehen, sondern mit einem intuitiven Gespür dafür, welche Kraft die jeweiligen Planeten auf unseren Geist und unseren Körper ausüben. Dafür gebe ich dir nun eine entsprechende Textpassage aus meinem Buch Odyssee im 21. Jahrhundert frei, die sich mit der Verbindung zwischen dem Planeten Mars und dem Mineralstoff Eisen beschäftigt.

„Nehmen wir als Beispiel den Planeten Mars und das dazugehörige Element Eisen: Der Kriegsgott Ares (röm. Mars) ist nach der griechischen Mythologie die Verkörperung für die Willenskraft und des Krieges, welche sich im Leben besonders durch Konfrontationen und Durchhaltevermögen zeigt. Wer keine Willenskraft hat, der fühlt sich auf geistiger Ebene energielos und schlapp. Natürliche Aggressivität ist ein normaler Bestandteil der Natur, der auf das Überleben, das Bewahren der eigenen Dominanz, ausgerichtet ist. Wer die Tapferkeit [als Tugend] erlangen möchte, der muss sich in gewissem Rahmen auch seine angeborene Aggressivität  erhalten. Auf körperlicher Ebene offenbart sich das Fehlen der Aggressivität durch Eisenmangel (Anämie) im Blut. Frauen sind häufiger von Anämien betroffen als Männer.[i] Durchsetzungsvermögen ist eher eine typisch männliche Eigenschaft, weshalb Ares auch als Sinnbild männlicher Kraft und Schönheit gilt.“

Weitere Beispiele für Analogien zwischen Mineralstoffen und deren Verbindungen zu den Planeten findest du in der folgenden Tabelle oder in meinem Buch (z.B. im Falle des Kupfers).

Was geschieht nun aktuell?

Jupiter und Saturn kommen sich sehr nahe. Dies geschieht etwa alle 20 Jahre. So nah, wie am 21. Dezember 2020 waren die Planeten jedoch vermutlich zuletzt im Jahr 1623.

Auf geistiger Ebene haben wir hier zwei Symbole die sich treffen: Das Glück bzw. die Fügung, verkörpert durch Jupiter und die Themen Zeit bzw. Tod verkörpert durch Saturn. Zugleich sind die zugeordneten Organe die Leber (Jupiter) und die Knochen bzw. Haut (Saturn).

Hierbei ist recht interessant, dass die astronomische Begegnung von Jupiter und Saturn auf die Schöpfungsgeschichte der griechischen Mythologie („Theogonie“ von Hesiod) um den Kampf der Götter und Titanen übertragen werden kann. Kurze Zusammenfassung:

Die Anführer beider Lager, Zeus (Jupiter) und Kronos (Saturn), liefern sich in der Geschichte einen erbitterten und zwieträchtigen Kampf, bis Zeus seinen Vater Kronos und die anderen Titanen in den Tartaros (tiefste Region der Unterwelt) einsperrt.

Dieser Mythos ist durchaus auf unsere heutige Zeit übertragbar – wenn auch mit Vorsicht. Wir erleben gerade wieder einmal einen erbitterten Kampf zwischen den verschiedenen Aspekten des menschlichen Geistes, der sich auch auf das Zwischenmenschliche überträgt. Saturn (Kronos) als Herrscher und Sicherheitsgarant, sowie Jupiter (Zeus) als Schützer und Ordner liefern sich alle 20 Jahre einen Kampf über die Vorherrschaft im menschlichen Geist. Nun bleibt die Frage offen – wer gewinnt diesen ständigen metaphorischen Kampf?

Gewinnt Jupiter, so stehen uns glückliche Zeiten bevor, die vielleicht auch entgiftend und reinigend wirken (s. Tabelle, Jupiter als Verbindung zur Leber.). So könnten alte Wunden heilen und eine neue Zeit des Friedens entstehen.

Gewinnt Saturn, werden die Hauptthemen der nahen Zukunft Zeit und Tod. Womöglich wird die Unbarmherzigkeit und das Mistrauen auch stärker ausgeprägt. Das Tod ist aber auch schon jetzt ein Thema, wie wir alle spüren. Die Frage ist nur, ob wir den Tod auch gesellschaftlich annehmen können.

Ich formuliere dies deshalb auch so eindeutig, weil ich den Zwispalt der Menschheit auch in der aktuellen Pandemie sehe. Hierzu hatte ich auch einen Beitrag über das Thema Freiheit oder Sicherheit? verfasst. In der nächsten Zeit wird sich für mich entscheiden, ob wir den Weg der Toleranz und des Gleichgewichts gehen oder, ob wir uns weiter in Extremen verlieren. Und ob wir einmal mehr in der Geschichte der Menschheit entzweit werden.

Es gibt viele astronomische Konstellationen, die in ihrer Bedeutung für den menschlichen Geist höchst interessant sind. Ein Beispiel hierfür ist der Lunisolarkalender. Laut dem Kalender wandern Mond und Sonne genau 33 Jahre, bis sie wieder am selben Punkt zueinanderstehen, wie 33 Jahre zuvor. Nach 33 Jahren sollen sich auch die Geschehen auf der Erde wiederholen – zugleich könnte man diesen Zyklus mit einer neuen menschlichen Generation gleichsetzen. Holger A. L. Faß schreibt hierzu:

Im spirituellen Sinn erscheint mir dieser Jahrgangs-Rhythmus einleuchtender als die sonst häufig zitierte alle 20 Jahre stattfindende Begegnung von Jupiter und Saturn. Während der Jupiter-Saturn-Zyklus mehr die konkreten Verhältnisse zwischen Wachstum und Beschränkung, zwischen Hybris und Meisterschaft anzeigt, weist der 33-Jahre-Rhythmus von Sonne und Mond auf die jeweilige Geist-Seele-Verbindung der entsprechenden Generation hin.

Aus Sicht der Numerologie ist die Zahl 33 als beginnender Generationenwechsel kein Zufall. Viele Kulturen schätzten die 3er-Zahlenfolge (3,6,9) als Zahlen der Harmonie und Natürlichkeit ein. So bilden Numerologen aus Zahlenkombinationen (wie dem Geburtsdatum) Quersummen – so lange, bis eine einzige Ziffer übrig bleibt. Ausnahmen werden bei den Zahlen 11, 22 und 33 gemacht. Dabei gilt die 33 als weiseste und sehr weit fortgeschrittene Zahl. Sie verkörpert hohe Spiritualität und wird daher auch als „Meisterzahl“ bezeichnet.

Bei mehr Interesse an astrophysikalischen Themen empfehle ich dir meinen Freund Dipl. Astrophysiker Robert Sarkis-Karapetians. Er hat in zwei Interviews bei Radio Berg im November über kommende astrophysikalische Ereignisse gesprochen. Und dabei hat er auch noch über den Tellerrand geblickt und die Ereignisse ins große Ganze (z.B. Maya-Kalender) eingebunden. Vielleicht ist es am Anfang nicht ganz leicht zu verstehen, aber dafür empfehle ich dir unbedingt beide Interviews anzuhören. Und auch das Interview mit Dieter Broers ist sehr spannend.


Interview 1

Interview 2


Interview mit Dieter Broers

https://www.youtube.com/watch?v=yHU42EWXVmw

Hoffen wir auf ein klärendes, friedvolles und empfindsames Jahr 2021.

Bis bald,
dein Tristan.


Literaturverzeichnis

[i]TD Johnson-Wimbley und DY Graham “Diagnosis and management of iron deficiency anemia in the 21st century” Therapeutic advances in gastroenterology vol. 4(3): S. 177-184 (2011).

Die Schattenseite unseres Selbst

Quellen finden sich in COVID-19 (SARS-CoV-2) holistisch betrachtet

Aufgrund der kommenden „Pandemie-Monate“ kam mir die Idee, einfach mal einen Beitrag über Angst zu verfassen. Um Angst zu verstehen und auch einordnen zu können, wann sie angebracht ist, müssen wir verstehen, wofür sie da ist.

Angst ist eine Grundemotion des Menschen. Angst macht mobil und leistungsfähig. Angst ist der Antrieb, der viele Menschen jeden Morgen aufstehen lässt. Zum Beispiel aus dem Grund, dass man Angst hat, kein Geld zu verdienen und auf der Straße zu landen.

Angst entsteht jedoch nicht grundsätzlich aufgrund bestimmter Glaubenssätze. Wenn hier eine Bärin mit ihren Jungtieren vor mir steht, dann muss ich handlungsfähig sein und weglaufen. Da wäre es eher nachteilig, wenn ich desinteressiert weiter meinen Blogbeitrag schreibe.

Merke also: Angst induziert den bekannten Kampf-Flucht-Trieb, der in jedem Menschen und jedem Tier vorhanden ist. Angst ist die Emotion, die der Erhaltung des eigenen Lebens dient.

Jemand, der gar keine Angst hat, ist nicht lebensfähig, denn derjenige würde sich selbst ständig in Gefahr bringen (Da ist eine Klippe? Was soll’s). Eine gewisse Grundangst ist notwendig, um nicht zu sterben.

Wir müssen also unterscheiden zwischen gegenwärtigen, realen Gefahren, bei denen die Angst berechtigt ist, um davon zu laufen und zwischen Zukunftsängsten. Die Psychologie determiniert diese beiden Arten genauer als Furcht (Gegenwart) und Angst (Zukunft).

Ist Angst berechtigt?

Furcht erfüllt die Funktion des Überlebens. Welche Funktion erfüllt jedoch die Angst?

Dafür müssten wir in uns hineinhorchen und schauen, wie häufig Ängste, Nöte, Sorgen und sonstige Existenzprobleme tatsächlich berechtigt sind. Ich würde schlicht und ergreifend einfach mal gar nicht (bis kaum) sagen. Stelle doch einfach mal eine Liste zusammen, die deine Sorgen beinhaltet, die tatsächlich berechtigt sind. Du wirst staunen.

Das Problem ist Folgendes: Wenn mein eigenes Handeln von Angst bestimmt ist, dann werde ich niemals mein volles Potenzial ausschöpfen können. Angst ist eine nervenschädigende, immunsystemschwächende und die Lebensqualität mindernde Emotion, die langfristig Energiemangel erschafft und die Freude am Leben nimmt. Ein Künstler, Tänzer oder Musiker muss völlig angstfrei sein, sonst wird er sein Meisterwerk nicht erschaffen können.

Wieso dauerhafte Angst schädlich ist, lässt sich auch sehr einfach biochemisch nachvollziehen.

Das primäre Hormon, welches während einer Angstreaktion ausgeschüttet wird, ist Adrenalin. Adrenalin mobilisiert Energieressourcen, stoppt (für den Moment) unnütze und energieverbrauchende Körperprozesse und macht somit leistungsfähig. Dies an sich ist ein völlig normaler physiologischer Prozess, der bei einem gesunden Menschen reibungslos abläuft.

Problematisch wird es, wenn das Hormon Adrenalin durch die (sympathikotone) Daueranspannung zu oft und zu lange aktiviert wird. Das führt nämlich zur vermehrten Aktivierung des reziproken Hormons Cortisol (chronischer Stress), welches die entzündlichen (inflammatorischen) Schäden im Körper durch seine antientzündlichen Eigenschaften puffern soll. Bekannt ist unter anderem auch das artverwandte Medikament Cortison, das genau hier eingesetzt wird – bei hohen Entzündungswerten.

Cortisol ist an sich nicht gut oder böse, sondern ist sogar für das hormonelle Gleichgewicht des zentralen Nervensystems (ZNS) notwendig. Alle Hormone sind wichtig! Erst wenn durch das eigene Verhalten das körperliche System fehlreguliert wird, entstehen langfristig körperliche und geistige Probleme.

Hier setzen nicht nur Medikamente an, sondern auch diverse psychologische Therapien. Durch die Veränderung des eigenen Verhaltens (Ursache) kann eine Verringerung bestimmter Auswirkungen (Schmerzen, Angstzustände, Panikattacken, Diabetes etc.) erreicht werden.

Dafür müssen jedoch die eigenen Glaubenssätze aufgelöst werden. Und daraus wird häufig eine Kunst gemacht. Dabei ist es eigentlich einfacher, als man denkt.

Glaubenssätze können nur durch das erworbene Wissen (Erfahrungen) widerlegt werden!

Je intensiver die eigene Erfahrung, desto besser lässt sich der eigene Glaubenssatz auflösen. Dabei wird sicherlich viel Zeit benötigt, um langfristige Verhaltensmuster aufzulösen – dennoch: Der eigene Glauben kann immer nur durch die Erkenntnis und Erfahrung negiert werden. Um zu überprüfen, ob sich der Glaubenssatz tatsächlich aufgelöst hat, kann man immer die eigene Entspannung in der entsprechenden (Angst-)Situation überprüfen. Wer wahrlich seine Glaubenssätze aufgelöst hat, der ist völlig entspannt.

Somit folgt zur Beantwortung der Frage: Angst hat sowohl einen realen Ursprung als auch einen fiktiven. In den häufigsten Fällen handelt es sich jedoch um fiktive Angst und nicht um Furcht. Die fiktive Angst gilt es im Sinne der eigenen Gesundheit und Zufriedenheit möglichst zu minimieren. Sonst wird es langfristig ziemlich „ungemütlich“.

Aber auch aus einem anderen Aspekt heraus ist die fiktive Angst als kritisch für den Menschen zu beurteilen: Angst schränkt die Wahrnehmung ein. Man fühlt sich selbst eingeengt von seiner Umgebung und von seinem Weltbild. Letztendlich resultiert dauerhafte Angst in einem ständigen Gefühl der Bedrohung. Und wie ich in meinem Buch Odyssee im 21. Jahrhundert schrieb, fühlen sich Personen ständig bedroht und versuchen alles zu eliminieren, was ihnen Angst macht. Mit verheerenden Folgen.

Beispiel COVID-19

Dunkles Licht. Schaurige Bilder. Blut, Viren und ein Arztkittel. Die Unsicherheit des Mannes in Weiss, der sonst immer alles weiß, sorgt für Unsicherheit. Der Laie, der keine Eigenkompetenz besitzt, muss dem Spezialisten glauben, damit das eigene Heil gesichert wird. Die eigene Verantwortung abzugeben schafft Abhängigkeit und Steuerbarkeit. Wer nicht der Regierung glaubt, muss tief in die Tasche greifen. Andersdenken ist teuer.

Jene Situation hat uns in den letzten Monaten ereilt. Wie der Forscher Mohideenbawa Riswan ganz folgerichtig erkannt hat, ist alleine das Wort Pandemie zu einem Schrecken für die Menschheit geworden. COVID-19 (bzw. der Erreger SARS-CoV-2) löst vielmehr Angst aus als real begründete Furcht.

Viele Studien behaupten, dass der Ausbruch der Coronavirus-Krankheit (Covid-19) weltweit tiefgreifende soziale und psychologische Auswirkungen hat. Untersuchungen zeigen, dass die Covid-19-Epidemie mit Angst, Angst und Depression, Unruhe bei Beschäftigten im Gesundheitswesen und in der Öffentlichkeit verbunden ist. Soziale Isolation, Angst und andere chronische psychische Belastungen können zu Selbstmordgedanken bei schutzbedürftigen Menschen, Personen mit psychischen Störungen und in Gebieten mit hoher Covid-19-Prävalenz führen.

Mohideenbawa Riswan (2020).

Diese wissenschaftliche Arbeit gibt jedoch nur einen kleinen Einblick in die tatsächlichen Kollateralschäden. Soziale Verwahrlosung, wirtschaftliche Totalschäden und Insolvenzen, Anstieg an Erkrankungen wie Krebs und Diabetes, Hunger und Armut in dritte Welt-Ländern (bis zu 150 Millionen Opfer) und steigendes gesellschaftliches Missvertrauen sind Folgen der aktuellen Politik, die häufig in dem ganzen politischen Schauspiel rund um die Infektionszahlen vergessen werden. Da rudert auch die WHO mit den anfänglichen Lockdown-Empfehlungen zurück.

Sieht man sich die harten Fakten von COVID-19 (bzw. dem Erreger SARS-CoV-2) an, dann erscheint rein logisch eine Sorge über eine mögliche Erkrankung bzw. einen tödlichen Verlauf als nahezu irrwitzig. Viel begründeter wäre es, sich mit den Folgen der Politik für Wirtschaft, Soziales und Umwelt zu befassen.

Doch hier fünf harte Fakten über SARS-CoV-2:



Diese fünf Fakten über SARS-CoV-2 würden einem rational denkenden Menschen die Angst vor dem „Killer-Virus“ nehmen. Doch „der unsichtbare Feind“, wie er nach wie vor genannt wird, wird vielfach in den Medien falsch dargestellt. Falsch insofern, als das die Verhältnismäßigkeit des Erregers nicht eindeutig aufgezeigt wird und die Bevölkerung nach wie vor in Daueranspannung gehalten wird. Hier eine kurze Auflistung an Panik-Überschriften bekannter Nachrichtenportale.

Spiegel: „Corona-Pandemie in Europa: Die zweite Welle rollt“ (14.10.20)
Zeit Online: „Die zweite Welle wird uns viel härter treffen“ (14.10.20)
t-online: „Deutschland im Corona-Herbst Die Angst vor dem totalen Kontrollverlust“ (18.10.20)
Frankfurter Allgemeine: „ANSTIEG DER CORONA-INFEKTIONEN Die Deutschen hamstern wieder“ (18.10.20)
Spiegel: „Anstieg an Corona-Infektionen in der Schweiz – So steil wie die Alpen“ (18.10.20)
tagesschau: „Corona-Pandemie – In Italien ist die Angst zurück“ (16.10.20)
RTL: „Politiker warnen, Virologen sind alarmiert, die Menschen in Sorge – Angst vor neuem Corona-Lockdown in Deutschland wird größer“ (17.10.20)

Wie ich auch schon in meiner Analyse vom Mai aufzeigte, werden hier ganz bestimmte psychologische Manipulationstechniken verwendet, die den Leser unter anderem dazu bringen, mehr Nachrichten zu konsumieren (und mehr Klicks zu generieren). Gerade auch einfach deshalb, weil die Medien den Eindruck vermitteln, dass hier in Deutschland eine ernsthafte Gefahr besteht. Eine Gefahr durch steigende Infektionszahlen. Und da muss man ja auf dem Laufenden bleiben. Ist ja klar.

Steigende Infektionszahlen haben aber tatsächlich sehr wenig mit der realen Gefahr einer Erkrankung zu tun. Die Chance, sich zu infizieren ist gering. Die Chance zu erkranken ist noch sehr viel geringer. Und dann noch als gesunder Mensch an COVID-19 zu sterben – die Angst ist vollkommen irrational. Besonders für diejenigen, die eine gesunde Lebensweise besitzen, Hygiene praktizieren und zu kranken Menschen Abstand halten.

Angst vor Corona-Viren zu haben, ist insgesamt völlig unbegründet. Die Angst abzulegen ist aber sehr schwer, gerade wenn man jeden Tag Nachrichten liest und mit einer Vielzahl an negativen Spekulationen konfrontiert wird. Hier hat man keine Möglichkeit die Erfahrung zu machen, dass Corona für weite Teile der Bevölkerung ungefährlich ist. Außerdem beugt man sich doch immer lieber der Einheitsmeinung, als ein Außenseiter zu sein. Aus der Gruppe ausgestoßen zu werden, signalisiert ebenso Angst. Angst, alleine nicht überleben zu können. Darum passt man sich lieber der Gemeinschaft an, mit der man sich identifiziert.

Drei bekannte psychologische Phänomene sind für die weitere Beobachtung und Entwicklung der Corona-Pandemie wichtig zu verstehen:

  • Der Werther-Effekt beschreibt ein Nachahmungphänomen. In diesem Fall lösen ausführliche Medienberichte über einen Selbstmord eine signifikante Zahl von Nachahmungs-Suiziden aus. Der Ursprung des Effektes geht auf den Goethe-Roman „Die Leiden des jungen Werthers“ aus dem Jahr 1774 zurück. Damals löste das Buch eine regelrechte Suizid-Epidemie unter jungen Menschen aus.
  • Confirmation Bias wird die kognitive Falle genannt, in der wir dazu neigen, einmal gefasste Meinungen beizubehalten bis sie sich verfestigen – kurz: Schubladendenken. Der Weg dorthin ist selektive Wahrnehmung: Wir nehmen nur noch solche Informationen auf, die in unser Weltbild passen. Der Rest wird ausgeblendet.
  • Herdentrieb: Menschen folgen der Masse lieber, als wenn sie alleine darstehen. Dies hat auch schon Gustave Le Bons in seinem Werk Psychologie der Massen (1895) postuliert (für näheres zu Le Bons siehe meine Analyse). Interessant war hierbei auch das Konformitätsexperiment von Asch (1951), bei dem gezeigt werden konnte, dass je größer die Gruppe ist, desto höher auch die Konformität der Teilnehmer ist.

Für die weitere Entwicklung des Geschehens ist es unabdingbar, dass wir alle uns entspannen. Wir alle wollen nicht in einem Zeitalter des Informationskrieges leben, sondern in einem Zeitalter des Friedens. Und hierfür ist es wichtig, sich jeden Tag erneut für den Frieden einzusetzen. Nur dadurch können wir einen friedlichen Austausch untereinander aufrechterhalten und das geschaffene Mistrauen untereinander überwinden.

Ich bitte inständig darum, SARS-CoV-2 für das zu nutzen, wofür es hätte gut sein können. Für die Realisierung, dass die Gesundheit und die eigene Zufriedenheit das höchste Gut im Leben eines Menschen sind und, dass wir uns alle mehr darauf konzentrieren sollten. Gerade auch, um weitere pandemieartige Zustände zu vermeiden. Angst ist hinderlich und stellt für mich keine Grundlage für eine nachhaltige Gesellschaft dar. Entspannung ist unabdingbar, um das gesundheitliche Gleichgewicht zu bewahren.

DANKE.

Herzlich,
euer Tristan.