Lieber Leser,

jeder kennt sie, die unaufhaltbaren und unzweifelbaren Experten, die uns auf die einzig richtige Weise aus der Pandemie führen. *Zwinker*

Natürlich bin ich mir der Menschlichkeit von Fehlern bewusst, die im Laufe einer solchen Krise geschehen können. Doch mein anklingender Sarkasmus ist zweifelsohne berechtigt, wenn man sich einmal genauer damit befasst, mit welcher Perfidität bestimmte Maßnahmen begründet werden.

Allen voran werden immer wieder unpassende Vergleiche genutzt, um die eigene Argumentation zu stützen. Vergleiche haben im Zuge der Diskussion ihre unersetzbare Position und Berechtigung, doch sollten auch Vergleiche gewählt werden, die stimmig sind und schlicht Sinn ergeben.

Den Virokraten unserer Gesellschaft scheint eine schlüssige Argumentation eher unwichtig zu sein. Kenntnisse in Germanistik, Rhetorik oder Hermeneutik könnten da vielleicht weiterhelfen. 

Hier habe ich einen Blogbeitrag über Platons Trivium verfasst.

Nachfolgend möchte ich drei Beispiele von schlechten Vergleichen anführen, die im Zuge der COVID-19-Pandemie genannt wurden, um bestimmte Maßnahmen zu rechtfertigen. Viel Spaß beim Lesen.

Lauterbach: „Ungeimpfte sind wie Nicht-Schwimmer.“

Der stetig „besorgte“ neu gewählte Gesundheitsminister Lauterbach hat nicht nur häufiger mal einen Zahlendreher in den unzähligen Talkshows und Interviews zu verzeichnen – der Hashtag #Lauterbachluegt ist auch noch nicht allzu lange her. (0)(1)(2)(3) Er nutzt hin und wieder aber auch zweifelhafte Vergleiche, um seine kruden Thesen zu verbreiten.

Im Bild-Doppelinterview mit Lauterbach und Streeck kam die Frage auf, ob 2G ein Impfdruck durch die Hintertür sei oder zumindest eine Zwei-Klassengesellschaft erschaffe. (4) Daraufhin kam Herr Lauterbachs fabulöser Einwand:

„Also zunächst einmal, wenn die 2G-Regel gilt können die Ungeimpften weiter am Sozialleben teilhaben. Es sind nur bestimmte Bereiche, zu denen sie keinen Zugang mehr haben. […] Und das ist auch keine Diskriminierung, ich will versuchen, dies an einem Beispiel festzumachen.

Als bei einem Schwimmbad gibt es tiefere und nicht so tiefe Bereiche. Die Nicht-Schwimmer dürfen nicht in die tiefen Bereiche hinein. Dann könnte man auch sagen: „Es ist die Freiheit der Nicht-Schwimmer, in die tieferen Bereiche zu dürfen.“ Aber ich will ja nicht, dass sie ertrinken. Darum kommen nur Schwimmer in diesen Bereich.

Und das mag zunächst als ein weit hergeholtes Bild erscheinen, aber es gibt tatsächlich Situationen, in denen dieses Bild zutreffend ist, wie etwa in Diskotheken mit der hohen Aerosolkonzentration. Das heißt, ich muss die Menschen voreinander schützen. (…) 

Und wenn der Nicht-Schwimmer ertrinkt, das ist grauenvoll und möchte niemand, aber es ist nur der Nicht-Schwimmer. Aber in der Diskothek stecken sich die Menschen untereinander an. Somit glaube ich gibt es gute Gründe, aber nur natürlich in den besonders gefährdeten Situationen.“

Lauterbach, BILD TV (2021)

Übrigens haben einige Kolumnisten ähnliche Vergleiche wie Herr Lauterbach gemacht. (5) Wer hat sich hier wohl von wem inspirieren lassen?

Wie dem auch sei, ein wirklich fundierter Vergleich ist das nicht. Im Grunde genommen ist das ein unzuverlässiger, geradezu irreführender Vergleich, und zwar aus mehreren Gründen.

Wer Nicht-Schwimmer ist und trotzdem in tiefen Gewässern schwimmen geht, der wird definitiv sterben, wenn ihm nicht jemand hilft. Das ist leider unausweichlich. 

Bei einer Corona-Infektion ist das überhaupt nicht so. Jeder Mensch hat ein angeborenes Immunsystem, welches sehr lernfähig ist. Ein gesunder Lebensstil schützt ohne Frage vor einem schweren Verlauf! Alles andere würde schlicht keinen Sinn machen und es ist müßig, darüber zu streiten. Es mag Einzelfälle geben, in denen auch gesunde (oder nennen wir sie mal nicht mit einer Krankheit diagnostizierten) Menschen einen schweren Verlauf haben. Inzwischen ist aber nur allzu gut bekannt, dass Risikofaktoren wie Rauchen, wenig Sport, Vorerkrankungen und hohes Alter zu einem schweren Verlauf führen. Studien hierzu finden sich massenhaft auf Pubmed.gov.

Eine italienische Studie hat übrigens festgestellt, dass über 99% der Menschen, die an COVID-19-gestorben sind, Vorerkrankungen aufwiesen. (6)

Dies sind bekannte Tatsachen. Und trotzdem werden solche Vergleiche gezogen, um unsinnige Maßnahmen zu begründen. Besonders interessant ist es, dass sich Herr Lauterbach die Fakten immer so dreht, wie es gerade passt. Im einen Interview mit der WELT erzählt er, dass die ungeimpften Menschen um jeden Preis geschützt werden müssen [selbst wenn sie nicht geschützt werden wollen, T.N.], in diesem Video argumentiert er wiederum, dass die ungeimpften Menschen ja die geimpften Menschen anstecken würden und damit eine Gefahr sein würden. 

Wen wollen wir also schützen, die ungeimpften oder geimpften Menschen? Wovor hat Herr Lauterbach Angst, wenn die geimpften Menschen geschützt sind? Zudem steigt die Anzahl an Impfdurchbrüchen immer weiter an, ganz zu schweigen von der derzeitigen Omicron-Welle, bei der es viel mehr Impfdurchbrüche als Neuinfektionen gibt. Also: Auch Geimpfte können Geimpfte infizieren. (7)

Was soll also dieser Schwimmbad-Vergleich? Er hat nicht nur keine Relevanz, er erweckt ganz einfach einen falschen Eindruck. Das Leben ist kein großes Schwimmbad, in dem die ungeimpften Menschen Nicht-Schwimmer sind und jede Sekunde drohen zu ertrinken. Klingt übertrieben? Nach der Ausweitung von 2G auf den Einzelhandel könnte man den Eindruck haben, unsere Politiker haben vor allem und jedem Angst… Ein Geimpften-Bändchen hilft da sicher weiter… (8)

Nguyen-Kim: „Impfpflicht ist wie Anschnallpflicht“

Besonders erstaunt hat mich mailabs Video „Impfpflicht ist ok“. (9)

Ich habe bereits in meinem Podcast eine Reaktion auf das Video veröffentlicht, möchte mir hier aber noch mal die Zeit nehmen, um den Höhepunkt des Videos zu kommentieren. Wörtlich kommentiert Nguyen-Kim die Diskussionen in diesem Video wie folgt:

„Ich versteh nicht, wie man eine Impfpflicht kategorisch ausschließen kann, so wie die Regierung dies aktuell tut.

Ganz rational betrachtet ist eine Impfpflicht sogar weniger krass als die Gurtpflicht im Auto. Denn der Sicherheitsgurt schützt ja nur mich selbst. Da könnte man ja noch argumentieren, ist ja jeder selbst schuld, wer sich nicht anschnallt.

Aber wer sich impfen lässt, schützt ja nicht nur sich. Da sich Geimpfte seltener anstecken, können sie auch das Virus seltener weitergeben. Und Geimpfte haben eher mildere Verläufe oder gar keine Symptome. Und wenn ich jemandem ins Gesicht huste, stecke ich den natürlich auch eher an, als wenn ich keine Symptome habe.“

Nguyen-Kim, Impfpflicht ist ok (2021)

Sapperlot! Mailabs technokratisches Verständnis des Menschen ist geradezu bahnbrechend. Nguyen-Kim könnte sich in eine Reihe mit der Richterin des Supreme Court stellen, die Anfang Januar 2022 gefragt hat, was der Unterschied zwischen Mensch und Maschine ist. (10)

Eine solche „rationale Auffassung“ der Impfpflicht wäre tatsächlich gegeben, wenn der Mensch nicht mehr wäre als eine Maschine. Aber jeder Mensch, der noch etwas von Selbstbestimmung, Autonomie und Würde hält, würde dem entgegenstehen und klarstellen, dass der Mensch ein Innenwesen ist, der Roboter jedoch nur ein Außenwesen. Hast du vielleicht schon mal einen Roboter mit echten Gefühlen und „Bewusstsein“ gesehen? Natürlich nicht, der modernen Wissenschaft ist das Bewusstsein noch heute ein Rätsel (und wird es vielleicht auch immer bleiben). Auch die Entwicklung um K.I. wird das nicht ändern.

Mailab scheint also überzeugt zu sein, dass der Mensch eine Maschine ist. Für sie macht es vielleicht auch keinen Unterschied, ob der Gurt im Auto in den Körper eingeführt wird oder nur entlang geführt wird. Aber es gibt eben einen riesig großen Unterschied, der in der Grenzüberschreitung zwischen Innen und Außen liegt. Eine Grenze, die es für Maschinen schlicht nicht gibt.

Das Missverständnis fängt also dort an, wo der Mensch nicht begreift, dass das Innenleben eines Menschen ein empfindliches Zusammenspiel aus psychischen und physischen Kräften ist, an denen nicht leichtfertig rumgespielt werden sollte. Dieses Argument sollte nicht im Sinne der Kirche genutzt werden, die in der Geschichte bewiesen hat, dass sie die Menschheit nur an der Vermehrung von Wissen hindern wollte, sondern im Sinne der Demut nach Karl Popper: Die Natur hat sich etwas dabei gedacht, den Menschen so zu erschaffen, wie er heute ist. Der Mensch ist ganz und gar nicht „imperfekt“, aber er kann sich selbst dazu degradieren.

Auch das Argument, der Gurt schütze nur einen Selbst, die Impfpflicht auch andere ist nicht mehr als eine Behauptung. Die Daten mehren sich, dass auch Geimpfte ansteckend sind. (7) Aber auch hier gilt wieder: Für gesunde Menschen besteht keinerlei Gefahr durch SARS-CoV-2, sodass ein Eingriff in den Körper des Menschen schlicht unnötig ist. Und wofür sollte ich mich denn nun impfen lassen, wenn für mich kein Risiko besteht und ich auch als Geimpfter das Virus weitergeben könnte? Wie soll man bitte Nguyen-Kims Argument des „ins Gesicht Hustens“ ernstnehmen? Wer hustet anderen ins Gesicht?

Die hyperrationale Argumentation von mailab enthüllt neben einigen Ich-mach-mir-die-Welt-wie-sie-mir-gefällt-Aussagen auch eine gewisse abfällige Betrachtung des Menschen, den man dann bald nach ihr nur noch als Impf-Cyborg kennen könnte. Die nächste Welle kommt bestimmt. Und danach die nächste Pandemie.

Hier gibt es einen lustigen Clip über mailabs Video „Impfpflicht ist ok“.

Ein Spiegel-Artikel ganz im Sinne von Mai Thi Nguyen-Kim

Drosten: „Eine Infektion trainiert das Immunsystem wie ein Steak die Verdauung“

Wer kann das „unsinnige Impfgejammer“ bald auch nicht mehr hören? Unser Star-Virologe.

Während andere Menschen für ihre Ausrutscher und Frust-Posts von den Medien diffamiert werden, erhält Prof. Drosten rege Zustimmung. (11)(12)(13)(14)

Der Aufhänger:

Besonders bemerkenswert: Vor ein paar Monaten behauptete Herr Drosten das genaue Gegenteil. (15) Eine natürliche Immunität schütze besser:

„Wer sich infiziert, hat ja mit dem ganzen Virus Kontakt gehabt, während das Immunsystem Geimpfter sich ja, zumindest bei denen hier bei uns zugelassenen Impfstoffen, nur mit dem Spike-Protein auseinandersetzen muss“ (16)

Wer hier voreilig darauf schließt, dass Herr Drosten empfiehlt, man solle mit dem Virus in Kontakt kommen, der irrt: Erst brauchen wir die endemische Situation… und jeder muss natürlich geimpft sein. Ist doch logisch. *Zwinker*

Viel interessanter ist aber der Vergleich zwischen Steak & Infektion, oder besser gesagt zwischen Immunsystem und Verdauung. In seinem Beispiel ist die Impfung nämlich der metaphorische Grünkohl (kein Scherz). Bei diesem Vergleich tun sich ganz viele ernährungsphysiologische Probleme auf, die Herr Drosten natürlich alle nicht kennt. 

Zum einen haben NATÜRLICH Menschen mit regelmäßigem Fleischkonsum eine bessere Verdauung und Resorption der Nährstoffe. Wer jahrelang vegan oder vegetarisch lebt und seine Ernährung umstellt, kann sich zu Beginn auf ein Feuerwerk der Darmprobleme einstellen. Hier muss man sagen, dass das Prinzip der Anpassung gilt. Der menschliche Körper stellt sich auf die Gewöhnung ein und wer sich bestimmte Verhaltensweisen abgewöhnt, der muss bei Umstellung auch mit Konsequenzen rechnen. Hier sei allen voran das Darmmikrobiom genannt.

Zum anderen musste das Steak für sein Beispiel einer Infektion herhalten. Inzwischen glaubt jeder Laie, dass rotes Fleisch schlecht wäre, dabei ist dem nicht so. Es kommt immer auf das Maß an (vgl. Paracelsus). Damit wird wieder mal die Infektion als etwas „Schlechtes“ assoziiert, die Impfung wieder mal als etwas „Gutes“.

Solche pauschalen Einteilungen sind eins der vielen Probleme, die sich in dieser Krise offenbart haben. Es werden gerade deshalb gerne Vergleiche gezogen, weil sich damit etwas pauschal als gut oder schlecht bewerten lässt. Es gibt jedoch nichts per se Gutes oder Schlechtes, es kommt immer auf die individuelle Situation drauf an. Das immer wieder gerne genutzte Zitat vom römischen Philosophen Epiktet hat hier seine Anwendung:

Nicht die Dinge beunruhigen die Menschen, sondern ihre Meinung über die Dinge. Wenn wir also auf Schwierigkeiten stoßen, in Unruhe und Kümmernis geraten, dann wollen wir die Schuld niemals auf einen andern schieben, sondern nur auf uns selbst, das heißt auf unsere Meinung von den Dingen.“

Epiktet

Weder ist eine Infektion schlecht, noch die Impfung. Beides kann seine Berechtigung haben, es kommt immer auf die Situation und Ausgangsbedingungen an.

Grundsätzlich auszuschließen, dass man sein Immunsystem trainieren oder stärken könne, ist aber eine fatale Annahme. Denn sie läuft darauf hinaus, dass der Mensch nichts für sich selber tun könne, sondern von der Impfung als einziges mögliches „Update“ (wie es Dr. Jen Gunter vertritt) abhängig bleibt.

Dem steht die biopsychosoziale Medizin als derzeit kohärenteste Medizintheorie eindeutig entgegen. Autoregulative Selbstkompetenz ist kein Mythos, sondern Realität.

Lesenswert hierzu: Ein Beitrag von Prof. Rießinger auf reitschuster.de. (17)

Was soll ich abschließend noch sagen? Wir haben gesehen, dass die hier angeführten Vergleiche in vielen Punkten unzureichend sind. Wäre ich Professor in Philosophie, wären diese Studenten bei mir allesamt durchgefallen. 

Aber das ist schließlich nur meine bescheidene Meinung. Wer bin ich, um das zu beurteilen?

Sagt mir gerne, was ihr dazu denkt: info@tristanstrivium.com

Herzlich
Tristan Nolting


Update: 18. Januar 2022

Wieder mal Prof. Drosten, wieder mal ein schlechter Vergleich: diesmal zwischen COVID-19 und einem KFZ-Schaden.

Was mich an solchen Vergleichen neben der Perfidität immer wundert, ist die fehlende Reflexion. Kann sich Prof. Drosten wirklich nicht vorstellen, dass es einen entscheidenden Unterschied zwischen COVID-19 und KFZ-Schäden gibt? Nein? Dann kläre ich gerne auf.

Ein KFZ-Schaden ist ein PROBLEM. Soweit so gut, da dürften die meisten Menschen zustimmen. Ein Problem wird per Definition als einfache und linear zu bewältigende Herausforderung aufgefasst. Dies bedeutet, dass der KFZ-Mechaniker aufgrund seiner Erfahrung (und Theorie) weiß, was er zu tun hat. Das Problem bleibt konstant und stringent, es verändert sich nicht. Es mag verschiedene Lösungswege geben, aber das Endergebnis bleibt das Gleiche.

COVID-19 bzw. SARS-CoV-2 ist ein PRÄDIKAMENT! Nach Richard Farson sind Prädikamente komplexe Probleme, die möglicherweise nie ganz erfasst werden können und für die es auch keine einfache Lösung gibt – wenn es überhaupt eine Lösung gibt. Denn weder Theorie noch Praxis sind ausgereift – aber selbst wenn in dem jeweiligen Fachgebiet über Jahrhunderte an Erfahrung vorherrschen würde, so wäre doch nicht davon auszugehen, dass eine Lösung in Sichtweite ist. Denn: Die Anzahl an Variablen, die ein Prädikament umfasst, ist so hoch, dass es den menschlichen Verstand (und die Leistung jedes Computers, der auch nur von Menschen bedient wird) bei Weitem übersteigt.

Weitere Beispiele für Prädikamente sind das Bienensterben oder der Klimawandel.

Ich habe das Thema näher in meinem Buch die Würde des Ungeimpften behandelt und auch in Podcast-Folge 54 besprochen. Wer Interesse an der Komplexitäts-Theorie und Chaos-Forschung hat, wird hier viel Freude finden.

Solche trivialen Vergleiche als Wissenschaft zu verkaufen zeugt weniger von tatsächlichem Reflexionsvermögen und mehr von eindimensionaler Betrachtung eines hochkomplexen Themas. Wer die simpelsten Annahmen und Erkenntnisse der Wissenschaftstheorie nicht versteht, sollte sich kaum trauen, über den Tellerrand seines eigenes Fachgebietes zu schauen und breite Wissenschaftskommunikation betreiben.


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Was zeigt dir ein De-ja Vù?
Sind Träume für dein Bewusstsein so real, wie der Wachzustand?

In spannenden Vorträgen versuche ich Interesse durch Bewusstheit und Einfachheit mit Wissenschaft & Esoterik zu kombinieren. Dabei entstehen dann faszinierende Denkansätze, welche zu mehr Fantasie und Kreativität anregen können. Nimm dir ein wenig Zeit und lass dich von den Ideen anstacheln.

☼Setz dich in Bewegung und die Welt mit dir ☽

Überraschung, Überraschung: Es gibt schon wieder ein neues Buch von mir! Damit sind es schon drei neue dieses Jahr… man munkelt, dass ich fleißig war. Jedenfalls stelle ich dir in diesem Blogartikel vor, worum es in diesem Buch geht. Kleiner Spoiler: „Die Würde des Ungeimpften“ ist ein Manifest von mir und Christopher Reusch gegen die Diskriminierung von ungeimpften Menschen!

Teil 2 des Trailers erscheint am 5. Dezmber 2021!

Medienecho:

… wird hier aktualisiert …

Mein fünftes Buch: „Die Würde des Ungeimpften“

Kurzinfos:

Kaufen bei Tredition
Auch erhältlich bei: Amazon | Thalia | Hugendubel | buecher.de & Co.

Titel: Die Würde des Ungeimpften – Ein Freiheitsgelübde in Kurzgeschichten
Kosten: Hardcover 13€ | Softcover 25€ | eBook 9,99€€
ISBN: Hardcover 978-3-347-47754-4  | Softcover 978-3-347-47752-0  | eBook 978-3-347-47757-5
Verlag: Tredition
Seitenzahl: 254
Wörter: ca. 48.000
Format: DIN Taschenbuch (19×12,5cm)
Veröffentlichungsdatum: 1. Dezember 2021
Leseprobe: auf Tredition

Der Klappentext zum Buch lautet:

Die COVID-19-Pandemie wird ein historisches Ereignis für die Menschheit sein. Nicht, weil die Menschheit droht durch ein Virus ausgelöscht zu werden, sondern weil sich nun zeigt, mit welchem Bewusstsein die Menschheit in die Zukunft schreiten möchte.

Wollen wir die Diskriminierung gegenüber Andersdenkenden weiter akzeptieren?

Die aktuellen Debatten über Impfpflichten – Österreich hat die allgemeine Impfpflicht für 2022 bereits angekündigt – und 2G-Regeln (geimpft und genesen) sprechen für sich. Die Welt droht im Chaos ihrer eigenen Gesundheitsdiktatur zu versinken.

„Die Würde des Ungeimpften“ soll der Gesundheitsdiktatur und der Spaltung der Gesellschaft entgegenwirken. Mit anschaulichen Kurzgeschichten über die Freiheit wird dem Leser aufgezeigt, welche irrwitzigen und tragischen Wege das Leben im 21. Jahrhundert angenommen hat.

Und wie die Gesellschaft wieder zu einem sinnvolleren Leben zurückkommen kann.

Die Würde des Ungeimpften – Ein Freiheitsgelübde in Kurzgeschichten (2021)

Du siehst, lieber Leser, mein guter Freund & Co-Autor Christopher und ich haben schon in der Zusammenfassung des Buches klare Worte gefunden. Noch deutlicher sind wir dann auch in unserem Buch „Die Würde des Ungeimpften“ geworden, denn wir haben unsere Gedanken Zum Zeitgeschehen in Form von Kurzgeschichten verpackt. Aktueller und metaphorischer kann ein Buch wirklich nicht sein.

Wir sind gegen die bewusste Diskriminierung, gegen die unverhältnismäßigen Einschränkungen und gegen die zunehmende Ungleichbehandlung von friedlichen und insbesondere ungeimpften Menschen! Das aktuelle Klima ist weder förderlich für den Ausgang der Pandemie, noch hilft es uns dabei, einen konstruktiven Austausch zu schaffen. Wir beobachten zunehmend, dass geimpfte Menschen ungeimpfte Menschen diskriminieren. Außerdem beobachten wir, dass ungeimpfte Menschen zunehmend wütend auf geimpfte Menschen für die Schikane werden. Beide Seiten sind verständlich, denn schließlich wollen wir endlich wieder freiheitlich leben können. Nur leider wird der Diskurs von Politikern und Medien zunehmend blockiert und in falsche Bahnen gelenkt… dabei bräuchten wir doch unbedingt den Austausch! Nicht nur, um gemeinsam Lösungen für die aktuelle Misere zu finden, sondern auch um unsere sozialen Bedürfnisse zu befriedigen.

Aber was können wir für dieses Ziel tun? In unserer Situation erscheint es geradezu unmöglich, einen alternativen Weg zu gehen und diesen mit friedlichen Methoden einzuleiten. Selbst der Versuch von #coronaaussoehnung hat nicht funktioniert.

Wir könnten sicherlich viele Fakten zur COVID-19-Pandemie und zur Diskriminierung nennen. Wir könnten darauf verweisen, wie Schweden die Krise gemeistert hat. Wir könnten auf wissenschaftliche Arbeiten wie die vom renommierten Epidemiologen John P. Ioannidis verlinken. Wir könnten über die Aufklärungsarbeit von Institutionen wie Ärztinnen und Ärzte für individuelle Impfentscheidung e.V., Swiss Policy Research oder Multipolar berichten. Auf der anderen Seite könnten wir bemerken, dass ungeimpfte Studenten an manchen Universitäten keinen Zugang mehr bekommen und Österreich für 2022 eine generelle Impfpflicht angekündigt hat. Aber schlussendlich haben wir bemerkt, dass diese Debatte weniger faktisch und mehr emotional ist.

Es geht hierbei um Angst und welche Rolle der Tod in unserer Gesellschaft spielt.

Die derzeitige Krise ist also kein epidemiologisches Dilemma – dies wurde auch bereits von einigen Forschern bemerkt und daher wurde der Ansatz versucht, die „Pandemie“ in eine „Syndemie“ umzubenennen – sondern auch eine philosophische Tragödie. Die Menschen haben vergessen oder verdrängt zu philosophieren und zu reflektieren! Und zwar darüber, was sie vom Leben und wollen und was sie erwarten.

In unserer aktuellen Situation macht es den Anschein, als würden die Menschen ihre eigene Verwundbarkeit unterdrücken wollen. Sie wollen sich nicht darum bemühen, ihre Verletzlichkeit anzuerkennen und potentiellen Gefahren vorzubeugen – sie wollen ihr selbstzerstörerisches Verhalten (rauchen, trinken, fernsehen, shoppen, Fastfood essen, Angst haben, Medien konsumieren…) immer weiter fortsetzen.

Das kann natürlich nicht der Sinn des Lebens sein. Und das kann auch keinem klar denken Menschen ein wirklich sinnerfülltes Leben bieten!

Ein sinnerfülltes Leben kann nur derjenige führen, der Verantwortung für sich selbst übernehmen kann. Eine Impfpflicht – genauso wie alle anderen Maßnahmen während der Pandemie – sind nur möglich, weil die Menschen keine Verantwortung übernehmen können. Damit meine ich nicht, dass die Menschen sich nicht an die Regeln der Regierung halten – im Gegenteil. Die Maßnahmen können nur dann umgesetzt werden, wenn die Menschen nicht daran glauben können, dass sie – wie es in der biopsychosozialen Medizin heißt – eine autoregulative Selbstkompetenz besitzen (Mehr dazu findest du auch im Buchtrailer und in der Einleitung des Buches).

Der Begriff der „autoregulativen Selbstkompetenz“ beschreibt ganz einfach den Zusammenhang zwischen dem eigenen Motiven, dem Verhalten und der Gesundheit des eigenen Körper-Geist-Systems. Alles drei hängt zusammen, genauso, wie auch Körper, Geist und Soziales analog miteinander verbunden sind. Ich weiß wovon ich da spreche, denn schließlich habe ich über das Biopsychosoziale Gesundheitsmodell in Bezug auf die COVID-19-Pandemie in Deutschland meine Masterarbeit geschrieben.

Anstatt diese Krise also weiterhin faktisch anzugehen, versuchen wir einen Neustart: Wir wollen allen Menschen eine Perspektive bieten, die über die Sachebene hinausgeht. Wir wollen jedem Interessierten eine Geschichte erzählen, die unsere aktuelle Zeit reflektiert. Wir wollen unsere Erzählungen mit Poesie, Ironie und Zynismus würzen, damit auch wirklich jeder einen Zugang zu diesem Thema bekommt.

Wir wollen mit unserem Buch keine Schuldzuweisung formulieren! Wir sehen es in unserer Pflicht zu reflektieren, wie wir in 20 oder 30 Jahren auf die aktuelle Situation schauen werden. Können wir dann mit gutem Gewissen sagen, dass wir alles Mögliche getan haben, um eine ethische Verwahrlosung zu verhindern?

Ich – Tristan Nolting – werde meinen Enkeln in 50 Jahren erzählen, dass ich die Diskriminierung nicht hingenommen habe. Ich habe für die Würde, für das Recht auf körperliche Unversehrtheit und Autonomie gekämpft. Wir möchten jeden bitten, dies ebenso zu tun.

Eine Geschichte aus unserem Buch wollen wir bereits in diesen Blogbeitrag mit einfließen lassen.

Eine Spritze voller Liebe

Dies ist die Geschichte von Mino Weiß, einem 14 Jahre alten Achtklässler auf einem Gymnasium. Die Stadt spielt in dieser Geschichte keine Rolle, es könnte jede Stadt in Deutschland oder einem anderen Land sein.
 
Mino ist ein guter Junge, der brav auf das hört, was seine Eltern ihm sagen. Er versucht stets seine Eltern zu beeindrucken, indem er gute Noten schreibt und bei seinem Lieblingshobby, dem Fußballspielen, sein Bestes gibt. Seine Eltern sind auch sehr stolz auf ihn und erzählen regelmäßig den befreundeten Paaren, welche neuen Erfolge Mino in der Schule oder beim Sport erzielt hat.
Seit Mino klein ist, möchte er Arzt werden wie sein Vater. Sein Vater ist aber kein klassischer niedergelassener Arzt, der nach der gängigen schulmedizinischen Methode handelt, sondern nach den Leitlinien der naturheilkundlichen Therapie, genauer gesagt der Homöopathie. Häufiger schon wurde der Junge auf seinen Vater angesprochen, da Dr. Weiß in der Stadt sehr bekannt ist. Im Grunde genommen gibt es da zwei Lager. Die einen sind zutiefst überzeugt von Dr. Weiß und seinen Methoden, die anderen verachten ihn dafür, dass er sich von den streng wissenschaftlichen Leitlinien verabschiedet hat. Lustigerweise waren diejenigen, die von Dr. Weiß überzeugt waren gerade die, die schon einmal in Behandlung bei ihm waren, während diejenigen, die ihn verachteten, einfach Vorurteile hatten. Aber so viel zum Thema Wissenschaft und Erfahrung.

Mino hatte mit der Zeit gelernt, mit negativen Kommentaren gegenüber seinem Vater umzugehen. Meistens erwiderte er nur „Ich vertraue meinen Eltern. Vertraust du deinen?“
 
Dies war tatsächlich auch nicht gelogen. Mino wurde schon öfter von seinem Vater behandelt und wusste daher, dass die Homöopathie eine sinnvolle Heilmethode war. Mino war auch schon nach schulmedizinischen Methoden behandelt worden, aber diese hatten für ihn immer erhebliche Nebenwirkungen bedeutet. Insbesondere die Behandlung mit Schmerzmitteln – eine Marke sei an dieser Stelle nicht genannt - führte bei ihm oft zu starken Entzündungen im Körper. Wie sagt man so schön: „Keine Wirkung ohne Nebenwirkung.“ Der ausschlaggebende Punkt für Dr. Weiß war jedoch, als ein befreundeter Arzt am Universitätsklinikum im Alter von sechs Jahren Stimmbandknötchen bei Mino festgestellt hatte. Von nun an sollte sich Mino vierteljährlich auf unbestimmte Zeit einer Operation unterziehen, damit die Knötchen nicht größer wurden.
 
Dies veranlasste Dr. Weiß mit der Schulmedizin zu brechen. Er suchte mit Mino einen Homöopathen auf, der ihm ein Mittel („C-irgendwas“, wie Mino gerne zu sagen pflegte) gegen die Krankheit verschrieb. Und siehe da: Innerhalb weniger Wochen war die Beschwerde abgeheilt und trat nie wieder auf.
 
Die Einfachheit der Anwendung und die Abgestimmtheit der Homöopathie auf den Patienten stimmten Dr. Weiß schließlich dazu ein, selbst Homöopath zu werden. Er wusste, dass der Schritt nicht leicht wird. Viele namhafte Ärzte hatten schon ihren Ruf verloren, weil sie die Heilmethode gewechselt hatten. Nun, da Mino vor Kurzem 14 geworden ist, wendet Dr. Weiß schon seit mehreren Jahren die Homöopathie erfolgreich an.

Natürlich war Mino in seiner Kindheit auch geimpft worden. Nicht gegen alles, aber gegen so manches. Im Gegensatz zu den meisten Ärzten nahm sich Dr. Weiß immer Zeit, um eine ausgewogene Risiko-Nutzen-Abwägung für seine Patienten anzustellen, insbesondere auch bei seinem Sohn. Er hielt es für unmöglich, wie manche Ärzte sich nur zehn Minuten oder noch weniger Zeit für ein Impfaufklärungsgespräch nahmen. Aber Dr. Weiß wusste auch, dass dies am System lag. Würde ein Impfgespräch auch ohne erfolgreich vermittelte Impfung vergütet werden, würden wahrscheinlich sehr viel weniger Kinder geimpft werden. Aber da er selbst kein Kinderarzt war, ging er letztlich mit seinem Sohn zu einem Kollegen, der ähnlich dachte.

Wogegen er sich jedoch ganz und gar wehrte, war der Druck, Mino vor COVID-19 impfen zu lassen. Nur zum Verständnis: Dr. Weiß war ganz und gar kein Impfgegner! Er erkannte den Wert, den das Impfen der Menschheit gebracht hatte. Impfungen konnten vor vielen Krankheiten schützen und haben dies auch schon oft in der Menschheitsgeschichte bewiesen.

Bei COVID-19 war dies jedoch anders. Oft redete er mit Mino, um ihm klar zu machen, dass er keine Angst zu haben brauche, COVID-19 zu bekommen. Er habe ein starkes Immunsystem, das mehr als fähig sei, dieses Virus auszuhalten. Auch ganz ohne Schmerzen! Mino würde, so sagte er ihm, ganz bestimmt nicht schwer an der Infektion erkranken, egal was die anderen zu ihm sagen würden. Für Mino bedeutete COVID-19 nicht mehr als ein grippaler Infekt. Außerdem würde er auch niemand anderes durch die Impfung schützen, da die Impfung keine sterile Immunität erzeuge.

Mino vertraute seinem Vater auch in dieser Hinsicht. Doch leider ging es hier weniger um eine individuelle Abwägung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses.

Eines Tages kam Mino von der Schule nach Hause. Seine Mutter fragte ihn, warum er so bedrückt gucken würde, doch Mino antwortete nur: „Es ist nichts.“ Als dann abends sein Vater Dr. Weiß nachhause kam, berichtete ihm seine Frau, dass Mino sehr niedergeschlagen sei und den ganzen Tag auf seinem Zimmer verbracht hatte. Also klopfte Minos Vater am Kinderzimmer und fragte, ob er reinkommen dürfte: „Ja, komm herein.“

„Hey, deine Mutter hat mir erzählt, dass du den ganzen Tag auf deinem Zimmer geblieben bist… ist alles in Ordnung?“, fragte der Vater vorsichtig. „Ich möchte nicht darüber reden.“, gab Mino zurück. „Bist du dir sicher? Manchmal ist es sehr hilfreich, wenn man sich seinen Frust von der Seele redete.“

Mino schaute weg und überlegte einen Moment.

„Okay, ich sage es dir, aber versprich mir, dass du nicht gegen meine Entscheidung bist!“

Der Vater guckte erschrocken. „Was mag der Junge nur haben?“, fragte er sich. Schließlich antwortete Dr. Weiß: „Nun gut, ich sage dir meine Meinung, aber ich werde dich nicht umstimmen.“

Sein 14-jähriger Sohn antwortete ihm: „Der Tag heute war schrecklich! Weißt du, bisher hat es mir nie etwas ausgemacht, nicht geimpft zu sein. Aber heute war es anders. Uns wurde in der Schule gesagt, dass wir demnächst auf Klassenfahrt fahren. Alle dürfen mit, aber nur, wenn sie geimpft sind! Und… dann… du weißt doch, ich habe dir letztens erzählt, dass unsere Schule vor dem Sommer eine Jugend-Disco veranstaltet. Unsere Lehrer haben uns aufgefordert, Mädchen zu fragen, ob sie mit uns tanzen wollen. Also habe ich heute all meinen Mut zusammengenommen und Arielle gefragt… Aber (und er fing an zu schluchzen) … Sie hat gesagt, dass sie nicht mit mir tanzen will, weil ich nicht geimpft bin…“

Der Vater blickte traurig seinen Sohn an. Er wusste nicht, was er sagen sollte.

„Ich will mich impfen lassen!“, schluchzte Mino, „bitte Papa! Sonst werde ich nicht mehr glücklich.“

„Aber Mino …“, Dr. Weiß wollte gerade protestieren, doch dann merkte er, wie ernst es um seinen Sohn war. Er nahm seinen Sohn in den Arm.

„Weißt du, mein Sohn…“, fing Dr. Weiß an, „…das Wichtigste war mir immer, dass du gesund und glücklich bist. Und auch wenn ich glaube, dass du die Impfung nicht brauchst, so will ich nicht, dass du unglücklich bist. Ich mache einen Termin für gleich nächste Woche aus. In Ordnung?“

„Danke Papa, du bist der Beste!“, platzte es aus Mino heraus. 
„Und nun komm, es gibt Abendessen.“

Und während Mino schon mal zum Abendessen vorging, ging Dr. Weiß kurz in sein Arbeitszimmer. Für einen Moment kamen viele Gefühle in ihm auf. Wut. Trauer. Verzweiflung. Und dann dachte er sich: „So weit ist es also schon gekommen? Wir machen eine Impfentscheidung von der sozialen Teilhabe abhängig? Wie vielen Kindern ist es wohl schon so gegangen? …

…ist das noch die Medizin, an die ich glauben kann?“

Für das weitere Lesen und Stöbern wünschen viel Spaß!

Christopher Reusch & Tristan Nolting
1. Dezember 2021


Autorenportraits

Geschrieben von Tristan

Christopher Reusch ist ein freundlicher und umsichtiger Zeitgeist, der gerne auf Deutsch und Englisch philosophiert. Genauer gesagt ist er Autor, Podcaster und Waldliebhaber.

Wenn er nicht gerade den Wald zum Abenteuerspielplatz macht, dann lässt er uns über seine Kanäle (https://christopher-reusch.com) an seinen vielfältigen Erkenntnissen teilhaben. Am liebsten spricht er über Spiritualität, Angst, Ernährung und Workouts (Calisthenics). Und mit diesen Themen hat er nicht zu wenig Erfahrungen gesammelt…

Neben seiner Spontanität zähle ich den Mut zu seinen bedeutendsten Eigenschaften. Mal eben mit dem Fahrrad 300km nach Amsterdam fahren? Bei Nacht im Wald die Slackline spannen und dann akrobatisch über das Seil tanzen? Das kann nur Christopher. 

Christopher zeigt uns auch in hoffnungslosen und dunklen Situationen, wie wir unser Licht zum Leuchten bringen können. Wenn du dich für seine intuitive Sichtweise öffnen kannst, wirst du eine Menge lernen.

Hör doch einfach mal bei „Spiritual advice from a barbarian lunatic“ rein!

Geschrieben von Christopher

Tristan Nolting ist der beste Freund, den du haben kannst. Er ist wortgewandt, respektvoll und voller Wissen. Zumindest ist er das, wenn dein Ego mit ihm klarkommt. Wenn es das nicht tut, dann ist Tristan immerhin ein hervorragender Diskussionspartner, denn auch hierbei wird er niemals unter die Gürtellinie zielen.

Mir wurde Tristan damals von einem gemeinsamen Freund mit den Worten: „Das ist Tristan. Er hat ein Buch geschrieben.“, vorgestellt. Sofort hatte ich das Gefühl, ich wollte ihn näher kennenlernen. Wieso konnte ich zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht sagen, aber ich wusste, dass dies der Beginn einer wunderbaren Freundschaft werden würde.

Umso glücklicher war ich natürlich, als sich herausstellte, dass Tristan und ich ein Projekt gemeinsam starten würden. Da dieser Abschnitt Tristan vorstellen soll, versuche ich mich kurz zu halten und ihn wirklich akkurat zu beschreiben:

Tristan bildet sich sehr gerne weiter und liest Bücher, bei denen die meisten einfach weglaufen oder gar nichts verstehen würden. Tristan steckt voller Kraft und man sollte ihn trotz seines ruhigen Auftretens nicht unterschätzen.

Er ist ein sehr fokussierter Mensch und weiß vermutlich gar nicht, was Langeweile ist. Dazu hat er nämlich zu viele Ideen und Projekte, die ihn beschäftigt halten. Sein Podcast, seine Bücher und noch vieles mehr aus seiner Kreativkiste findest du auf seiner Homepage.


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DENKMAL Podcast

Hast du dir nicht auch schon einmal wunderliche Fragen im Alltag gestellt oder vielleicht in Tagträumen, auf die du keine Antwort gefunden hast? Ich auch.

Wie sollte deiner Vorstellung nach eine ideale Welt aussehen? 
Was zeigt dir ein De-ja Vù?
Sind Träume für dein Bewusstsein so real, wie der Wachzustand?

In spannenden Gesprächsrunden versuche ich Interesse durch Bewusstheit und Einfachheit mit Wissenschaft & Esoterik zu kombinieren. Dabei entstehen dann faszinierende Denkansätze, welche zu mehr Fantasie und Kreativität anregen können. Nimm dir ein wenig Zeit und lass dich von den Ideen anstacheln.

☼ Setz dich in Bewegung und die Welt mit dir ☽

Es ist mal wieder so weit. Nach monatelanger Tüftelei kann ich endlich wieder ein neues Buch veröffentlichen. Das Buch heißt „Warum Ernährungslehren scheitern – Und was Ernährungsgurus dir nicht verraten“. und ist inzwischen das vierte Buch im Bunde. Außerdem erhält mein Kommunen-Buch eine Neuauflage.

Mein 4. Buch: Warum Ernährungslehren scheitern

Kurzinfos:

Kaufen bei Tredition: Warum Ernährungslehren scheitern
Erhältlich bei: Amazon | Thalia | Hugendubel | buecher.de & Co.

Titel: Warum Ernährungslehren scheitern – Und was Ernährungsgurus dir nicht verraten
Kosten: Hardcover 30€ | Softcover 18€ | eBook 9,99€
ISBN: Hardcover 978-3-3474-5323-0  | Softcover 978-3-3474-5322-3  | eBook 978-3-3474-5324-7
Verlag: Tredition
Seitenzahl: 150
Wörter: ca. 13.000
Format: DIN A6
Veröffentlichungsdatum: 11. November 2021
Quellenangaben: 30
Leseprobe: Bald auf Weiterlesen.de

Der Klappentext zum Buch lautet:

Ein Update für Ernährungsgurus. Die rein materielle Auffassung von Lebensmitteln – Kalorien, Nährstoffe, Diäten – führt nicht zu einem verbesserten Wohlbefinden oder zur Linderung von chronischen Krankheiten. Im Gegenteil, häufig führen Vorsätze und Vorgaben zu mehr Verwirrung und Leid bei Menschen, die ihre Ernährung verbessern wollen.

Woran liegt das? Ein wirkliches Verständnis für die eigene Ernährung wird durch das intuitive Gespür möglich. Erst dann wird erkannt, was Körper und Geist wirklich brauchen. Anhand der Fünf-Finger-Methode erklärt der Autor in diesem ernährungspsychologischen Buch, worauf es wirklich bei gesunder Ernährung ankommt.

Nun dürftest du einen ersten Eindruck haben, worum es in dem Buch geht. Ich möchte mich mit dem Buch von bisherigen Konzepten lösen, die dir erzählen wollen, dass die neue Diät oder das neueste Pflanzenextrakt deine Gesundheit verbessern. Es geht für mich bei gesunder Ernährung also ganz und gar nicht um die optimale Lebensmittelauswahl und Nährstoffzufuhr. Ich beobachte seit Jahren solche Ratgeber und Blogs, die (auch angetrieben von wissenschaftlichen Erkenntnissen) erzählen, wie toll Magnesium, Chrom oder Mangan sind. Oder wie perfekt Low-Carb bis hin zu ketogener Ernährung funktioniert.

Das alles möchte ich in dem Buch nicht behandeln. Ich möchte dich eher zu einer gewissen Gleichgültigkeit gegenüber dem quantitativen Aspekt der Ernährung aufrufen. Ganz sicher sind Nährstoffe nicht unnütz oder unnötig. Aber ich glaube, dass dort der falsche Punkt ist, um bei der Reise zur individuellen Ernährung zu starten. Denn wenn Menschen sich auf diesen Punkt fixieren, dann sind sie ihr Leben lang abhängig davon, dass ihnen die Wissenschaft sagt, ob Nitrat gerade förderlich oder schädlich ist. Ein kurzer Spoiler: Vermutlich ist es wie bei allem der Mittelweg.

Ich möchte dich mit der von mir entwickelten 5-Finger-Methode auf einen Weg einladen, der dir die psychologische Seite der Ernährung beibringt. Du könntest dieses Buch also auch als Ernährungspsychologie-Buch betrachten.

Über die 5 Finger-Methode erkläre ich dir die fünf psychologischen Aspekte, auf die es ankommt, damit Ernährung gelingen kann. Mir fällt zum Beispiel auf, dass Menschen eine gute Nährstoffzufuhr haben, die Nährstoffe aber irgendwie nicht dorthin kommen, wo sie hinsollen. Woran kann das liegen? Vielleicht – und so ist meine Annahme – sind die Bedingungen nicht die richtigen.

Vielleicht versteht dieser Mensch, der einen Nährstoffmangel hat, einfach nicht, dass es nicht darauf ankommt, immer mehr Protein, Mineralstoffe, Vitamine und sekundäre Pflanzenstoffe in sich hineinzustopfen, sondern er müsste lernen, dass er sich entspannen muss, um Nährstoffe richtig aufzunehmen. Vielleicht empfindet dieser Mensch Ernährung sogar als Last, die ihm aufgebürdet wurde, um sich gesund zu erhalten. Und ganz vielleicht ist dieser Mensch auf der Stufe der physiologischen Grundbedürfnisse stehen geblieben, anstatt nach höherem zu streben, beispielsweise nach Selbstverwirklichung und Transzendenz.

Dies sind nur einige Aspekte, die ich herausgreifen möchte. Ich habe diese Themen tiefergehend in meinem Buch erläutert und jeweils in Bezug zur 5-Finger-Methode erläutert.

Das spannende an dieser Methode ist letztlich auch, dass du dir meine Ausführungen dadurch besser behalten kannst. Wenn dir die symbolische Bedeutung des Daumens (z. B. Pi Mal Daumen, Daumen hoch …) klar ist, dann kannst du sie auch auf die Ernährung übertragen. Außerdem wirst du dann nie wieder vergessen, wie Ernährung aus psychologischer Perspektive gelingen kann.

Einen kleinen Abschnitt aus meinem Buch möchte ich dir schon zur Verfügung stellen:

«Die Hand selbst ist ein Instrument des Menschen, welches dem Menschen hilft, sich selbst und seine Umwelt zu be-greifen und zu (be)hand-eln. Der Mensch handelt nicht nur mit Nahrungsmitteln, letztlich ist die Ernährung ein zentrales physiologisches Grundbedürfnis, dass für sein Überleben sorgt und Wachstum ermöglicht. Alles Handeln und Behandeln ist somit auch immer Grundlage der eigenen Existenz. Weiterhin können Nahrungsmittel dem Menschen auch helfen, sich selbst und seine Umwelt zu begreifen. Dies trifft nicht nur für Nahrungsmittel zu, die direkt die Psyche eines Menschen verändern (psychoaktive Mittel), sondern auch ganz alltägliche Nahrungs- und Genussmittel wie Kaffee, Tee oder Süßigkeiten wie Schokolade. Jedes Nahrungsmittel hat einen mindestens subtilen Einfluss auf den Menschen; und so wundert es nicht, dass einst der Satz: „Du bist was du isst.“, zur Versinnbildlichung dieses Gedankens erfunden wurde.

Versteh mich nicht falsch. Eingangs beschrieb ich noch, dass der Effekt von Nahrungsmitteln auf den Menschen überschätzt werde. Dies meine ich auch so, da von vielen Menschen der Effekt der Nahrungsmittel auf den Körper überschätzt wird. Andererseits wird er von vielen Menschen, die sich leider unbewusst der Be-sinn-ungs-los-igkeit hingeben, auch unterschätzt.

Der tatsächliche Effekt der Nahrung wird deutlich, wenn wir die psychologische Komponente der Ernährung verstehen. Der Geist – darin inbegriffen sind Gedanken, Gefühle und Erfahrungen – hat über das zentrale Nervensystem als „Mittelkraft“ einen ganz realen Einfluss auf den Körper. Deine geistige Verfassung ist somit dafür verantwortlich, auf welche Nahrungsmittel du Lust hast, wie du sie konsumierst und wie du dich danach fühlst. Gleichzeitig können bestimmte Lebensmittel diesen Effekt noch potenzieren: Burger, Pommes, Snacks & Co. können dauerhaft zur Kompensation bestimmter Emotionen und Gedanken genutzt werden. Während die meisten Wissenschaftler das Übel in eben jenen Lebensmitteln selbst sehen, sehe ich erfahrungsgemäß, dass die Menschen sich nicht darüber bewusst sind, wieso sie überhaupt das Bedürfnis haben, diese Lebensmittel zu konsumieren. Und hier greift wieder die Metapher der Hand: Die Menschen begreifen nicht, wieso sie tun, was sie tun. Dies liegt daran, dass sie nicht in sich selbst schauen, um zu erkennen, welche geistigen Bedürfnisse sie haben.»

Wenn du also etwas aus meinem Buch lernen kannst, dann warum dich die modernen Ernährungsgurus nicht zu einer gesunden Ernährung und einem intuitiven und ausgewogenen Gespür bringen können. Meine These ist: Das kannst nur du selbst, indem du dich besser kennen lernst.

Ich freu mich sehr, wenn du mich unterstützen willst!


Neuauflage: Leben in Kommunen

Kurzinfos:

Kaufen bei Tredition: Leben in Kommunen
Ebenso erhältlich bei: Amazon | Thalia | Hugendubel | buecher.de & Co.

Titel: Leben in Kommunen – Ein Modell zur spirituellen Weiterentwicklung der Gesellschaft
Kosten: Hardcover 11€ | Softcover 22€ | eBook 4,99€
ISBN: Hardcover 978-3-347-46950-1 | Softcover 978-3-347-46949-5  | eBook 978-3-347-46951-8 
Verlag: Tredition
Auflage: 2
Seitenzahl: 279
Wörter: ca. 38.000
Veröffentlichungsdatum: 11. November 2021
Format: DIN A5
Quellenangaben: 38
Leseprobe: Bald auf Weiterlesen.de

Der Klappentext zum Buch lautet:

Kommunen sind nicht mehr als eine Utopie?

Diesem Argument hält der Autor einfache und pragmatische Argumente entgegen, die das zukünftige Zusammenleben der Gesellschaft nachhaltig verändern könnten.

Die moderne Zivilisation kann sich nur dann gegen die aktuellen Krisen behaupten, wenn miteinander gelebt und gearbeitet wird und nicht gegeneinander. Das Leben in Kommunen bietet nicht nur einen Ausweg für Unzufriedene, sondern schafft auch Lösungen für die aktuellen Probleme.

Wie kurz zu Beginn erwähnt, erhält mein zweites Buch „Die wahre Bedeutung der Kommunion“ eine Neuauflage und heißt nun:

Leben in Kommunen – Ein Gesellschaftsmodell zur spirituellen Weiterentwicklung der Menschheit

Der Grund für die Umbenennung liegt schlicht in der Verständlichkeit und Klarheit. Mir gefällt der Name der ersten Auflage nach wie vor gut, aber ich möchte es auch deutlich machen, worum es in diesem Buch geht. Mit der Kommunion verbinden die meisten Leute heute leider die katholische Kirche.

Neben der Namensänderung und einigen Fehlerkorrekturen finden sich auch umfangreiche Ergänzungen in dem Text. Beispielsweise habe ich sehr ausführlich das Leben des indischen Meisters Osho und seinen Traum der Kommune beschrieben, der meinem Traum sehr ähnlich sieht. Doch haben Osho und seine Neo-Sannyasins für mich entscheidende Fehler im Aufbau und Leben der Kommune gemacht, die ich euch nicht vorenthalten möchte. Letztlich ist wie bei jeder anderen Gesellschaftsform auch höchste Achtsamkeit im Umgang miteinander und in der Kommunikation geboten. Für mich ist die Osho-Bewegung dennoch ein lehrreiches Exempel, durch das auch meine Vorstellung der Kommune immer reifer wird.

Weiterhin habe ich auch über die sogenannten Tiny Houses geschrieben. Vielleicht haben einige von euch schon etwas über diesen Trend gehört. Im Grunde genommen ist die Idee von „kleinen Häusern“ im Zuge des Minimalismus und suffizienten Lebens entstanden. Durch den ressourcenschonenden und energieeffizienten Bau eignen sich die Tiny Houses doch vielleicht sogar für kommunenähnliche Projekte, oder? Diese Frage möchte ich dir ebenfalls im Buch beantworten.

Als dritte Ergänzung möchte ich noch einige aktuelle Entwicklungen charakterisieren. Im Zuge der COVID-19-Pandemie ist schließlich bei vielen Menschen das Bedürfnis entstanden, von der Stadt auf das Land zu ziehen. Aber hält dieser Trend an? Was hat die COVID-19-Pandemie mit der Idee der Kommune zu tun? Und werden es überhaupt jemals genug Menschen, damit eine Kommunen-Revolution erfolgreich sein kann?

Antworten auf diese Fragen und noch vieles mehr findest du in der zweiten Auflage meines Kommunenbuches. Übrigens: Zuletzt habe ich noch einige system-theoretische Ergänzungen hinzugefügt. Wer an fachgesimpel Gefallen findet, wird hier nicht zu kurz kommen.

Ein kurzer Abschnitt aus dem Buch:

Der Grund für das Zusammenleben ist uns Menschen in die Wiege gelegt. Durch die Fähigkeit des Menschen, sich in alles Mögliche spezialisieren zu können, gibt es nahezu unbegrenzte Möglichkeiten, der Kreativität in dieser Welt Ausdruck zu verleihen. Kreativität kann allerdings nur gelebt werden, wenn der Mensch sich aus seiner Zwangsrolle löst, die er in der Gesellschaft angenommen hat. Der Zwang, einzig dem Leistungsdruck in der Gruppe gerecht zu werden und sonst keiner höheren Aufgabe verpflichtet zu sein, schafft eine Abwärtsspirale der Unterdrückung und Ausbeutung, aus der sich besonders Arbeiter nahe der Armut nicht befreien können. Dafür ist die Angst vor der Einsamkeit und der Verbannung aus der Gruppe zu groß. Die Ausbeutung der Arbeitskraft (heute spricht man bereits vom Begriff des Humankapitals) innerhalb bestehender Gesellschaften schafft eine äußere Illusion der Verbundenheit. Im Inneren herrscht jedoch die Einsamkeit, denn die Isolation und Loslösung von spirituellen Wurzeln begrenzt auch die Freundschaft und den liebevollen Umgang mit Mitmenschen auf materielle Weise. 

Dieses Problem wurde bereits von Denkern wie Ken Wilber beleuchtet und im Quadranten-Modell eingehender dargestellt. Kurzum: Die Wirklichkeit lässt sich aus der Perspektive von innen oder außen betrachten und vom Standpunkt des Individuums oder des Kollektivs. Daraus entstehen vier Quadranten, der intentionale (innerlich, individuell), der kulturelle (innerlich, kollektiv), der verhaltensbezogene (äußerlich, individuell) und der soziale (äußerlich, kollektiv). Die Entwicklung der letzten Jahrzehnte und Jahrhunderte offenbart nach Wilber eine Verwesung der gesamten Inneren Sphäre, insbesondere jedoch der individuell-inneren Sphäre. Die Gesellschaft in der Postmoderne scheint sich mehr für die kollektiven Fragen zu interessieren und blendet demnach das Individuum und seine Bedürfnisse fast vollständig aus. Ein Beispiel: Nicht selten erleben Menschen, dass ihre Meinung als „subjektiv“ abgestempelt wird und damit nichts wert ist, weil es im Gegensatz zur allgemeingültigen Wissenschaft steht. Ein weiteres Beispiel: Insbesondere in Deutschland ist kaum noch Kultur vorhanden, dies hat der Integrationsbeauftragte der Bundesregierung Aydan Özoguz deutlich gemacht: „Eine spezifisch deutsche Kultur ist, jenseits der Sprache, schlicht nicht identifizierbar.“[1]

Demgegenüber blüht die Politik der Sozialsysteme, der deutsche Bürger, so scheint es, kommt kaum ohne seine Rentenversicherung, Krankenversicherung, Kfz-Haftpflichtversicherung oder sein Arbeitslosengeld aus. Aber nicht nur die obligatorischen Sozialsysteme haben Hochkonjunktur, insbesondere auch die freiwilligen Sozialversicherungen sind gefragter denn je. Hier schlägt der „äußere Quadrant“ ganz eindeutig den „inneren Quadranten“. Zur Veranschaulichung füge ich eine einfache Darstellung des Quadranten-Modells ein...
Abbildung: Das Quadranten-Modell in der Integralen Theorie nach Ken Wilber. Jeder Quadrant stellt dabei eine Perspektive der Wirklichkeit dar. *Eigene Darstellung
[1] Andreas von Delhaes-Guenther (2017). Keine deutsche Kultur. Bayernkurier. URL: https://www.bayernkurier.de/inland/25087-keine-deutsche-kultur/

Für eine Unterstützung in Form eines Buchkaufes bin ich dir sehr dankbar!


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Vor einigen Tagen, es muss der 14. Oktober 2021 gewesen sein, kam die Horror-Meldung: Hessen „erlaubt“ 2G – also ausschließlicher Zutritt für Geimpfte und Genesene – für Supermärkte. Dies hat mich dazu entschlossen, einen gepfefferten Leserbrief zu schreiben und an die größten Tageszeitungen des Landes zu schicken. Denn ganz ehrlich: Ich weiß nun nicht mehr, ob wir noch in einem freien demokratischen Land leben. Aber den Brief könnt ihr hier selbst anbei nachlesen. Ich habe versucht, einen möglichst kurzen Leserbrief zu verfassen, der alle relevanten Themen anspricht. Vielleicht ist mir dies gelungen. Falls der Leserbrief veröffentlicht wird, werde ich es auch hier in diesem Beitrag vermerken. Und wahrscheinlich auch auf meiner Startseite unter „Aktuelles“.

Veröffentlichung bei 1bis19

Update: Zurückgemeldet hat sich bisher nur die TAZ, veröffentlicht wurde es bisher aber nur von 1bis19.

Das kannst du tun!

Neben dem Leserbrief noch ein anderes wichtiges Thema: Viele Menschen fühlen sich hilflos angesichts der Diskriminierung und fragen sich, wie sie dagegen vorgehen können. Hierzu möchte ich nur kurz einige Beispiele auflisten, die mir bekannt sind und etwas bewirken können.

  1. Aufhören die eigene Zeit und Energie in Nachrichten zu stecken! Nachrichtenportale finanzieren sich durch deine Klicks in Form von Werbung und solange du Meldungen unterstützt, die Pro-Diskriminierung sind, wird sich auch nichts an der Sensations-Berichterstattung ändern. Die Medien haben mehr Einfluss als du vielleicht glaubst.
  2. Aktionen wie #2Ggehtgarnicht unterstützen. Bei dieser Aktion kannst du ein Bild + Statement an die Mailadresse des Vereins Ärzte für individuelle Impfentscheidung e.V. schicken und dies wird dann unter der Aktion veröffentlicht. Mittlerweile sind dort über 1000 Statements gegen 2G und 3G gelistet.
    E-Mail-Adresse: hallo@2ggehtgarnicht.de, Webseite: 2ggehtgarnicht.de
  3. Klagen finanziell unterstützen, die gegen 2G und 3G Einspruch einlegen. Mir bekannt sind:
    Ärzte für individuelle Impfentscheidung e.V. (unterstützt ausgewählte Fälle auf finanzieller Basis in Zusammenarbeit mit dem bewährten Team, welches auch schon gegen das Masenschutzgesetz geklagt hat)
    Initiative freie Impfentscheidung e.V. (hat unter anderem das Rechtsgutachten von Prof. Dr. Dietrich Murswieck in Auftrag gegeben)
    – Kennst du weitere Klagen, die man unterstützen kann? Teile es mir gerne mit, dann liste ich es hier auf!
  4. Du bist Betreiber eines Restaurants, Hotel o.ä.? Dann zeig mit einem Aufkleber von KaiserTV, dass alle Menschen bei dir Willkommen sind! In anderen Ländern wie Frankreich und den Niederlanden gibt es auch ähnliche Initiativen.
  5. Auch auf Social Media kannst du Gesicht zeigen, unter anderem mit den Hashtags #2ggehtgarnicht oder #ichmachdanichtmit
  6. Teile die interdisziplinäre Arbeit „COVID-19 ins Verhältnis setzen, Alternativen zu Lockdown und Laufenlassen“ (#coronaaussoehnung) von Prof. Dr. Ulrike Guerot, Dr. Martin Hirte, Prof. Dr. Dr. Christian Schubert und vielen mehr.
  7. Sprich mit Menschen in deinem Umfeld über Diskriminierung! Ich weiß, die Pandemie dauert schon lange und niemand hat mehr Lust auf das Thema COVID-19. Aber es war nie wichtiger als jetzt! Versuch nicht stumpf andere Menschen zu überzeugen, sondern zeig die gesellschaftlichen Missstände auf und versuche Brücken zu schlagen wie #coronaaussoehnung!
  8. Du hast Kinder? Dann schütze sie vor übergriffigen und überambitionierten Lehrern, die Kinder zu Impfungen überreden wollen. Zum Beispiel mit der Aktion von Kinderrechte Jetzt e.V.
  9. Und zuletzt: Mach es wie ich, schreib Leserbriefe an die großen Portale und sprich dich gegen die aktuellen Entwicklungen aus. Deine Stimme zählt!
  10. … Fällt dir noch mehr ein? Ich halte inzwischen nicht mehr so viel von Petitionen oder Demonstrationen, weil ich bei beiden kaum Erfolgschancen sehe, dafür jedoch Stigmatisierung.

Der Leserbrief:

„Nun hat Hessen als erstes Bundesland die Möglichkeit geschaffen, ungeimpfte Menschen auch vom Supermarkt auszuschließen. Diese Verordnung ist eine der vielen Entscheidungen während dieser Pandemie, die mich an unserem Rechtsstaat zweifeln lassen. Aber wenn ich nur zweifeln würde, würde ich die Füße stillhalten. Diese Entscheidung der hessischen Landesregierung offenbart für mich eine völlige Verachtung der Menschenrechte und eine Diskriminierung ohne Gleichen. 

Was mich sprachlos macht, ist die Begründung von Ministerpräsident Volker Bouffier für diese Anordnung. Er gehe nämlich davon aus, dass die Option eh nur teilweise genutzt werden würde.

Bei dieser Entscheidung geht es eben nicht nur darum, ob die Option genutzt wird oder nicht! Natürlich lässt sich auch darüber streiten, ob es sinnvoll ist, dass ungeimpfte Menschen nun statt zum naheliegendsten Supermarkt fünf Kilometer weiterfahren müssen. Ist das entsprechend dem Ziel der Politiker, den als apokalyptisch angesehenen Klimawandel aufzuhalten? Das kann doch wohl nicht wahr sein.

Nein, es geht auch darum, was für ein Vorbild wir als Gesellschaft sind und welche Schritte wir gehen, um das wertvolle Gut der Gesundheit aufrechtzuerhalten. Seit dem Zweiten Weltkrieg war die deutsche Mentalität geprägt von Toleranz, weil niemand mehr eine solche verheerende Menschenverachtung ertragen konnte. Wir Deutschen wollten um jeden Preis eine neue Form der Diskriminierung gegenüber einer bestimmten Gesellschaftsgruppe verhindern. Aber nun, wenn es um Gesundheit geht, ist es plötzlich in Ordnung? Ist Gesundheit mehr wert als Einigkeit, Recht und Freiheit? Anscheinend schon, wenn es den Menschen vollkommen gleichgültig zu sein scheint, mit welcher Hautfarbe, Haarfarbe, welchem BMI, welcher Gesinnung, welcher Religion oder welchen Vorstrafen ein Mensch in den Supermarkt geht. Dann beim Thema Impfung werden Menschen aber plötzlich systematisch ausgeschlossen.

Ich möchte gar nicht dieses Tor öffnen, ob Menschen mit Vorstrafe in den Supermarkt dürfen oder nicht. Dies wäre mir nie im Leben eingefallen, wenn die hessische Landesregierung nicht den Schritt gewagt hätte, ungeimpfte Menschen zu diskriminieren. Jede Form der Diskriminierung ist für mich eindeutig ein Tor zur Hölle und ich ertrage es nicht, diese furchtbare Entwicklung mit anzusehen.

Natürlich kann und möchte ich Politikern keine böse Absicht unterstellen. Aber im Angesicht dieser Entwicklungen frage ich mich, wie geschichtsvergessen eine ganze Gesellschaft sein kann, wenn sie diese politischen Beschlüsse akzeptiert. Die bekannten Worte des deutschen Journalisten und geflohenen FDP-Politiker Karl-Hermann Flach sind nirgendswo anders als in diesem Kontext zu verstehen:


„Die Freiheit stirbt zentimeterweise.“

Karl-Hermann Flach

Es ist schon lange an der Zeit, die Pandemie für beendet zu erklären, den „Freedom-Day“ auszurufen. Wenn Länder wie Dänemark oder Norwegen es sich erlauben können, warum nicht auch Deutschland? Es geht hier jedoch inzwischen weniger um eine Erlaubnis durch die deutschen Politiker, wieder in den Normalzustand zurückkehren zu dürfen. Es ist den deutschen Bürgern ein Recht, ihr altes Leben wiederzubekommen, nachdem jung und alt so lange Zeit auf elementarste Bedürfnisse nach Nähe, Geborgenheit und soziale Anerkennung verzichtet haben.

Ich bitte an dieser Stelle nicht darum, den Freedom-Day auszurufen, weil ich ungeimpft bin. Ich habe gute Gründe dafür, dass ich mich nicht impfen lasse und ich muss mich dafür auch bei niemandem rechtfertigen. Weder beim Arbeitgeber noch in meinem sozialen Umfeld. Und für dieses Prinzip würde ich die gesellschaftliche Diskriminierung („Ohne Impfung darfst du hier nicht rein!“) noch lange ertragen!

Ich bitte darum, dass der Freedom-Day ausgerufen wird, damit auch die Auswirkungen der psychosozialen Gesundheit anerkannt werden, welche in den letzten Jahren völlig vernachlässigt wurden und erheblichen Schaden an Gesellschaften weltweit angerichtet haben. Wer wie ich seine Masterarbeit über „Biopsychosoziale Aspekte der COVID-19-Pandemie in Deutschland“ geschrieben hätte, der wüsste ganz genau, dass die psychosoziale Gesundheit kein „goodie“, kein „nice-to-have“ ist, sondern essentiell in der Prävention und Therapie. Die psychosoziale Gesundheit wirkt sich ganz real auch auf das körperliche Befinden aus.

Der Freedom-Day würde nicht nur zur Verringerung von psychosozialen Folgeschäden durch die Pandemie führen, sondern auch zur Reparatur von soziokulturellen Werten, zur Entstigmatisierung und Entdiskrimimierung von Bevölkerungsgruppen sowie zur Anerkennung von kollektivem Leid und Angst.“

Danke fürs Lesen!
Tristan


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Liebe Freunde und Abonnenten,

vor Kurzem habe ich wieder einmal zwei Videobeiträge erstellt, die ich für sehr wichtig befinde. Schaut sie euch gerne an und teilt sie mit euren Freunden. Im aktuellen hitzigen Diskurs der Gesellschaft kommen alte Muster und Schemen wieder hervor, die wir gehofft hatten, bereits losgeworden zu sein. Doch es hilft nichts – wenn Trauma nicht verarbeitet wurde, muss es wieder ins Gedächtnis gerufen werden, um wachzurütteln; um zu erinnern, dass wir alle menschlich sein und das Richtige tun wollen.

Diskriminierung

In der aktuellen irrationalen Debatte um die 2G-3G-Regelungen vergessen wir, dass es sich hierbei offensichtlich um Diskriminierung handelt. Diskriminierung ist nicht gleich Rassismus oder Antisemitismus. Diskriminierung fängt dort an, wo Menschen aufgrund bestimmter Merkmale aus dem öffentlichen Leben ausgeschlossen werden. Und das ist beispielsweise der Impfstatus, der dazu dient, bestimmte Dienstleistungen in Anspruch nehmen zu können.

Neben der Tatsache, dass ein Großteil der Menschen diese Impfungen nicht brauchen, weil nur Menschen höheren Alters und Menschen mit Vorerkrankungen eines Impfschutzes bedürfen, sorgt die Impfung auch nicht für eine Herdenimmunität, weil Geimpfte immer noch ansteckend sind. Bis auf den Schutz der Risikogruppen gibt es somit keinen Mehrwert der Impfung. Die Frage ist nur, wie lange wir dieser Illusion hinterherrennen wollen.

Je länger wir der Illusion hinterherrennen, desto mehr Menschen zwingen wir indirekt zur Impfung, weil wir sie mit den aktuellen politischen Anordnungen ab Oktober finanziell erpressen. Gleichzeitig sorgt die anhaltende Corona-Pandemie weiterhin für steigende Depressionen, Angst, häusliche Gewalt, psychosozialen Stress… kurzum: Pandemie-Erschöpfung und mangelnde Lebensqualität.

Falls mir vorgeworfen wird, ich würde die COVID-19-Verstorbenen vergessen. Das tue ich nicht. Jeder Verstorbene ist ein Verlust. Ich setze sie nur ins Verhältnis zu den Kollateralschäden, wie ich dies auch bei meiner Masterarbeit getan habe. Seit Anderthalbjahren trauern wir kollektiv um die COVID-19-Toten, vergessen aber alle anderen Toten. Leben bedeutet immer Risiko. Und dieses Risiko zu minimieren kann nicht durch die Diskriminierung von Menschen geschehen. Punkt.

Ganz bewusst schreibe ich als Beschreibung des Videobeitrages:

„Für mich hat diese Pandemie inzwischen furchtbare und angsteinflößende Ausmaße angenommen, die ich nicht anders als diskriminierend bezeichnen kann.

Wenn jemand gesellschaftlich höher gestellt wird, weil er einen medizinischen Eingriff an sich hat vornehmen lassen, für den der Verursacher (Staat, Pharma) noch nicht einmal Haftung im Falle langfristiger Folgeerscheinungen (die nicht auszuschließen sind!) übernehmen will, dann gerät die Gesellschaft als Ganzes in faschistische, selbstzerstörerische Tendenzen.

Als Kirsche auf diesem Eisbecher werden dann auch noch Menschen dazu genötigt (Alle unter 60 Jährigen, aber insbesondere die 12-17+ Jährigen), sich impfen zu lassen, die keinem Risiko ausgesetzt sind und andere durch die Impfung auch nicht schützen.

Für mich hat dieses ganze Theater nichts mehr mit Solidarität zu tun – wenn es das jemals hatte.

Ich bin nicht wütend, nicht sauer, hasserfüllt oder möchte gewalttätig werden deshalb. Ich bin einfach nur traurig, dass wir es wirklich so weit haben kommen lassen, obwohl uns die Tür zur wirklichen Welt, zum Ausgang aus der Pandemie jederzeit offen stand. Wir waren nur zu blind (und sind es immernoch!), die Tür zu sehen. Ich weiß nicht genau, was ich mir von diesem Video erhoffe. Ich wünsche mir einfach nur, dass die Spaltung der Gesellschaft nicht noch weitergeht und, dass wir bald einander wieder als gleichwertig ansehen können. Nicht als Virenschleuder. Nicht als Biocomputer. Nicht als solidarische Mitbürger. ALS MENSCHEN.“

Solidarität

Wie im oberen Video bereits angesprochen, hat diese gesellschaftliche Entwicklung für mich nichts mit Solidarität zu tun. Und ich glaube niemand weiß eigentlich inzwischen noch, was Solidarität ist.

Solidarität ist eben nicht nur das Machen, was andere sagen. Ganz speziell auch in Bezug auf die Corona Impfung. Und das habe ich im folgenden Video mit den „Ist es solidarisch, dass…“-Fragen versucht deutlich zu machen. Etwas polemisch, aber durchaus berechtigt, wie ich finde.

Alle Fragen, die ich formuliert habe und die komplette Beschreibung mit allen Quellen findet sich nun nochmal ausformuliert anbei:

  1. Ist es solidarisch, sich Impfen zu lassen, wenn für das eigene Leben keinerlei Gefahr besteht und Risikogruppen geschützt sind (Quelle: https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Risikobewertung.html)?
  1. Ist es solidarisch sich impfen zu lassen, wenn immer mehr Studien zeigen, dass die Herdenimmunität nicht mehr als eine Fata Morgana ist und Geimpfte ebenso wie Ungeimpfte ansteckend sind? (Quelle: https://www.youtube.com/watch?v=XGaF0wHKe2Q)
  1. Ist es solidarisch, sich impfen zu lassen, wenn niemand für den Fall eines Impfschadens Verantwortung für den Betroffenen übernehmen will – ob Politik oder Big-Pharma? (Quelle: https://www.n-tv.de/panorama/Wer-zahlt-bei-Impfschaeden-article22740223.html)
  1. Ist es noch solidarisch, sich impfen zu lassen, wenn der Gesundheitsminister (und Kanzleramtsminister Helge Braun) bereits vor Monaten verkündet hat, wenn alle ein Impfangebot erhalten haben, endet die Pandemie und dies nun nicht geschehen ist? (Quelle: https://www.youtube.com/watch?v=EAtIDSt4wpg || https://www.youtube.com/watch?v=xw3qY4kS4HQ)
  1. Ist es solidarisch, seine Kinder impfen zu lassen, obwohl diese weder Treiber der Pandemie sind, noch einem Risiko für COVID-19 ausgesetzt sind? (Quelle: https://www.youtube.com/watch?v=JY5zKDjzbUU)
  1. Ist es solidarisch, sich impfen zu lassen oder bleibt einem nun mit den drohenden Kosten der Tests finanziell keine Wahl, gerade auch für Studenten, die in die Uni gehen wollen. (Quelle: https://www.rnd.de/beruf-und-bildung/corona-und-studium-was-bedeutet-die-3g-regel-fuer-studierende-SMMOF55LN5FY5HEBG2U6XGI3P4.html)
  1. Wir könnten dieses Spiel auch noch weiter auf die Pandemie Ausweiten und genereller Fragen „Ist es solidarisch, dass…“ 
  1. Ist es solidarisch, dass die Politik seit Beginn der Pandemie  Menschen mithilfe ihrer „Urängste“ manipuliert hat, wie aus dem offiziellen Dokument des Bundesinnenministerium hervorgeht? (Quelle: https://www.bmi.bund.de/SharedDocs/downloads/DE/veroeffentlichungen/2020/corona/szenarienpapier-covid19.html)
  1. Ist es solidarisch, dass der Gesundheitsminister im Sommer 2020 verkündet hat „mit dem heutigen Wissen würden wir keinen Lockdown mehr machen“, nur um dieses Versprechen dann im Herbst zu brechen? (Quelle: https://www.instagram.com/p/COhr9EwH55v/)
  1. Ist es solidarisch, dass Lockdowns umgesetzt werden, weil diese möglicherweise Infektionszahlen verringern – was aber auch bis heute anhand in Deutschland gemachter Studien schwer zu beweisen ist – aber dafür Kinderarmut und -hunger in Dritte-Welt-Ländern fördert? (Quelle: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC7373035/ || https://www.zdf.de/nachrichten/politik/corona-un-ernaehrungsbericht-hunger-100.html || https://www.zeit.de/zustimmung?url=https%3A%2F%2Fwww.zeit.de%2F2020%2F22%2Fhungersnot-corona-pandemie-globaler-sueden)
  1. Ist es solidarisch, dass es bis heute anscheinend keine umfangreiche Nutzen-Schaden-Abwägung zwischen Pandemiemaßnahmen und den Kollateralschäden (Depressionen, häusliche Gewalt, Angststörungen etc.) gab? (Quelle: https://www.kulturrat.de/themen/corona-vs-kultur/nutzen-risiko-abwaegung/ || https://www.frontiersin.org/articles/10.3389/fpubh.2020.585229/full || https://www.ebm-netzwerk.de/de/veroeffentlichungen/covid-19)
  1. Ist es solidarisch, dass die Psyche und der Sozialbereich seit Beginn der Pandemie weniger wert waren, als die Biologie, d.h. die Ansteckungsgefahr und Co.? (Quelle: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/32905109/ || https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/32799105/ || https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC7255207/ || https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC7405198/ || https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/33229123/)
  1. Ist es solidarisch, dass versucht wird, die Pandemie mit einem veralteten medizintheoretischen Modell zu bewältigen, dem biomedizinischen Modell, obwohl es bereits kohärentere Medizin-Theorien gibt, wie die biopsychosoziale Medizin, die Biologie, Psychologie und Soziales denselben Stellenwert einräumt? (Quelle: Meine Masterarbeit, Veröffentlichung folgt…)
  1. Ist es solidarisch, Menschen zu verleumden und diskreditieren, wenn sie eine andere Meinung zur Pandemie haben als die herrschende Politik? (s.a. https://www.volksverpetzer.de)
  1. Ist es solidarisch, dass Politiker durch Masken- und Testdeals sich selbst finanziell bereichert haben, während andere Menschen durch die Maßnahmen ihre Existenzgrundlage verloren haben? (Quelle: https://www.rnd.de/politik/maskendeals-spahn-veroffentlicht-liste-mit-40-beteiligten-abgeordneten-WKXIWSFXQJGZ5HLYL6EWE7ZNNE.html)
  1. Ist es solidarisch, dass der Gesundheitsminister minderwertige Masken an Behinderte und Obdachlose verteilen wollte, so als ob diese nichts besseres verdient hätten? (Quelle: https://www.waz.de/politik/jens-spahn-masken-hartz4-obdachlose-behinderte-id232463143.html)
  1. Ist es solidarisch, dass das Virus in Kriegsrhetorik geschildert wird und mit immer neuen Maschen versucht wird als gefährlicher darzustellen, etwa mit neuen Varianten oder Long-COVID? (Quelle: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/32616882/ || https://www.nzz.ch/feuilleton/corona-und-kriegsrhetorik-ld.1560145 || https://www.derstandard.de/story/2000117220357/corona-kriegsrhetorik-und-angstmacher)
  1. Ist es solidarisch, dass Politiker wie Karl Lauterbach mit nicht nachvollziehbaren horrenden Zahlen Long-COVID schlimmer aussehen lassen, als es eigentlich ist? (Quelle: https://www.youtube.com/watch?v=Z_OiAXHoYH0 || https://www.instagram.com/p/COhr9EwH55v/)
  1. Ist es solidarisch, dass sich bis heute nicht gefragt wurde, wie Long-COVID entsteht, ob es etwa etwas mit dem generellen Lebensstil zu tun hat, wie Studien berichten, oder ob es einfach in dem nun seit anderthalb Jahren dauernden psychosozialen Druck (Stichwort: pandemic fatigue) der Pandemie begründet ist? (Quelle: https://www.publichealth.columbia.edu/public-health-now/news/long-covid-really-chronic-fatigue-syndrome-another-name || https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/33938503/ || https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/33569660/)
  1. Ist es solidarisch, dass Intensivbetten abgebaut wurden (und werden), dass Krankenhäuser schließen und gleichzeitig Geld vom Bund für Intensivbetten einkassieren, die es nie gegeben hat? (Quelle: https://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/bund-zahlt-11-5-milliarden-euro-wohin-fliesst-das-geld-fuer-leere-klinikbetten/25939296.html || https://www.daserste.de/information/wirtschaft-boerse/plusminus/sendung/sr/Sendung-vom-17-02-2021-Kliniksterben-in-der-Pandemie-100.html || https://www.tagesschau.de/investigativ/ndr-wdr/intensivbetten-113.html)
  1. Ist es unsolidarisch, wenn Medien Statistiken verzerren und nur eine Seite beleuchten, wie sie es häufiger schon in der Geschichte getan haben? (Quelle: https://www.tagesschau.de/faktenfinder/tagesschau-corona-karten-101.html || https://www.kepplinger.de/content/die-mechanismen-der-skandalisierung || https://de.statista.com/statistik/daten/studie/1117944/umfrage/umfrage-zur-berichterstattung-der-schweizer-medien-zum-coronavirus/ || https://www.researchgate.net/publication/344647162_COVID-19_SARS-CoV-2_holistisch_betrachtet_-_Eine_kommunikationspsychologische_gesellschaftsphilosophische_und_biomedizinische_Analyse_der_Pandemie_reupload || https://www.sagw.ch/fileadmin/user_upload/News_Corona_Dossier.pdf)
  1. Und letztlich: Ist es solidarisch, sich selbst als solidarischen Übermensch zu repräsentieren, der sich bis auf sein Pandemieverhalten – Impfen, Maske, Testen – kaum vom westlichen Durchschnittsbürger unterscheidet, welcher jeden Tag mit seinem Kaufverhalten Kinderarbeit und Kinderarmut fördert? (Quelle: https://de.statista.com/statistik/daten/studie/204477/umfrage/bedeutung-von-nachhaltigkeit-bei-der-kaufentscheidung/ || https://www.quarks.de/gesellschaft/darum-ist-uns-kinderarbeit-beim-kleiderkauf-egal/ || https://www.aktiv-gegen-kinderarbeit.de/produkt/textilien/)

Und um dem ganzen nochmal die Krone aufzusetzen und das Video zusammenzufassen, eignet sich folgender Abschnitt:

Wir alle wollen gute Menschen sein. Aber dieser Moralterror, wer der solidarischere Mensch ist, muss aufhören. Ich bin kein Christ mehr, da ich nicht an Religionen glaube sondern nur an freie Spiritualität, aber mit einem hat Jesus Christus recht: „Wer ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein.“ Oder modern ausgedrückt: Wer noch nie einem anderen Menschen gesundheitlichen Schaden zugefügt hat,ob bewusst oder unbewusst, der kommentiere: „Jeder, der sich nicht impfen lässt, ist unsolidarisch!“

Was denkt ihr von den beiden Videobeiträgen?

Herzlich
Tristan


Weitere Informationen

Informationen zu Impfungen von Ärzte für individuelle Impfentscheidung e.V.:
https://www.youtube.com/channel/UCCppnAfYzQaf2ruYrvqH5rA

Informationen zu Philosophie von Jochen Kirchhoff:
https://www.youtube.com/c/JochenKirchhoff

Von meiner Wenigkeit…

► Meine Bücher auf tredition: https://tredition.de/autoren/tristan-nolting-26224/
► Spotify: https://open.spotify.com/show/2ByiBWB03GZLkJH4Xbn8jb?si=0iw886o8RASZGpGq_jMFQw
► Meine Webseite: https://tristanstrivium.com
► Interview mit Gunnar Kaiser: https://www.youtube.com/watch?v=U5iHH_6oDRg
► Interview mit diejungebasis: https://www.youtube.com/watch?v=3ClyNkF7Wgk
► Die beiden Beiträge auch als Podcast: https://denkmalpodcast.podigee.io
► Die beiden Beiträge auf Instagram: https://www.instagram.com/tristanstrivium/

Denkmal ☼☾ – Der Podcast über Philosophie und Spiritualität von Tristan Nolting.

Hast du dir nicht auch schon einmal wunderliche Fragen im Alltag gestellt oder vielleicht in Tagträumen, auf die du keine Antwort gefunden hast? Ich auch.

Wie sollte deiner Vorstellung nach eine ideale Welt aussehen? 
Was zeigt dir ein De-ja Vù?
Sind Träume für dein Bewusstsein so real, wie der Wachzustand?

In spannenden Gesprächsrunden versuche ich mein Interesse durch Bewusstheit und Einfachheit mit Wissenschaft & Esoterik zu kombinieren. Dabei entstehen dann faszinierende Denkansätze, welche zu mehr Fantasie und Kreativität anregen können. 

Nimm dir ein wenig Zeit und lass dich von den Ideen anstacheln.

☼ Setz dich in Bewegung und die Welt mit dir ☽

In Krisenzeiten hat es niemand leicht. Weder derjenige, der unter den Folgen der Krise unmittelbar leidet, noch der, der darüber berichtet – denn derjenige wird Tag für Tag mit dem entstehenden Leid konfrontiert und dies ist ebenso real für die Gefühlslage eines Menschen. Wir Menschen könnten uns die Krise erleichtern, aber stattdessen wird nur all zu häufig noch mit dem Hammer oben drauf gehauen und jeder versucht seinen Profit aus der Krise zu machen. Warum dies aber auch in unseren wichtigsten Lebensbereichen ein Fehler sein könnte, das möchte ich dir in diesem Beitrag aufzeigen.

Ich bin wohl einer der Menschen, der am Wenigsten durch die Folgen der Krise gelitten hat. Dennoch bin ich nicht ungeschoren davongekommen: Die Erfahrung des kollektiven Leids, der kollektiven Unfreiheit und des Schmerzes ist für mich aber auch für viele andere Menschen ein extrem leidvoller Prozess. Woran dies liegt? Ich würde mal schätzen an der Fähigkeit des Menschen (und damit auch meiner Fähigkeit) zur Empathie syn. zum Mitgefühl. Und Mitgefühl heißt primär: Ich fühle mit anderen mit.

Wenn wir uns versuchen würden, an Ken Wilbers Integraler Theorie zu orientieren, so wäre das Mitgefühl auf der Ebene des Subjektiven und Intersubjektiven anzusiedeln. Mehr noch: Ich würde sagen, dass das Mitgefühl die Ebene des Subjektiven (Individuum/Innen) und Intersubjektiven (System/Innen) verbindet. Ohne Empathie gibt es keine Brücke, keine Verbindung des Individuums mit anderen Individuen und dem Kollektiv. Ohne Empathie könnte dem Individuum „schnurz piep-egal sein“, was mit anderen Individuen und dem Kollektiv passiert.

Dass Empathie jedoch eine dem Menschen grundsätzlich angeborene Fähigkeit darstellt, die er jedoch sowohl verlernen als auch vergessen kann, dafür gibt es zahlreiche Hinweise (vor allem anhand von Kindern).

  • Neben genetischen Einflüssen sind auch soziale Umstände für die Ausprägung der Empathie wichtig – grundsätzlich besitzt der Mensch jedoch die (biologische/psychologische) Ausstattung, um empathisch sein zu können.1
  • Ein gutes Beispiel hierfür sind die Spiegelneuronen. Inzwischen wissen wir, dass die Spiegelneuronen nicht nur für das Lernen zuständig sind, sondern, dass durch sie die Sozialität und das Zusammenleben mit anderen Menschen möglich wird. Babys weinen also aufgrund der angeborenen Lernfähigkeit (Spiegelneuronen), wenn sie andere Babys weinen hören.2
  • In bewusstseinserweiternden Zuständen, wie sie durch Ayahuasca hervorgerufen werden können, kann die Erfahrung des Kollektiven Bewusstseins gemacht werden.3 Hierbei spielt Empathie eine zentrale Rolle.
  • Auch ganz real erfahrbar: Wenn die jemand anderes eine Geschichte erzählt und du still-schweigend zuhörst und dich in die Person und in den Moment der Geschichte hineinversetzt, so bist du in dem Moment empathisch, da du die Geschichte nachempfindest.
  • … fallen dir weitere Beispiele ein?

Ich gehe jedenfalls von einem Menschen aus, der die Fähigkeit besitzt, empathisch zu sein. Und ich gehe auch noch einen Schritt weiter: Ich postuliere, dass die Empathie eine der wichtigsten Fähigkeiten des Menschen überhaupt ist.

Leider lernen Kinder in der Schule nicht, mit ihren eigenen Gefühlen umzugehen. Stattdessen lernen sie Gedichtsanalye, Stochastik und viele Dinge mehr, die sie größtenteils nie wieder in ihrem Leben brauchen. Das Fehlen essentieller Kenntnisse und Fähigkeiten ist ein Hauptproblem für mich, wenn es zu solchen Krisen kommt, wie der aktuellen Pandemie. Denn auch, wenn alle immer wenn „Solidarität“ sprechen, so weiß doch niemand wirklich, was dies bedeutet. Allerdings wird der Begriff immer genau dort benutzt, wo eigentlich Empathie gebraucht wird. Solidarität ist in gewisser Weise ein Ersatzbegriff für die fehlende Empathie der Menschen. Vielleicht ist Solidarität sogar zu einem internalisierten (d.h. durch gesellschaftliche Werte anerzogenes Verhalten) Dogma geworden, welches der Empathie eher hinderlich ist.

EmpathieSolidarität
Angeboren, ErlernbarInternalisiertes Konstrukt
Individuelle und kollektive Werte bedeutsamKollektive Werte bedeutsamer
Ausgewogene EntscheidungsfindungSystematisierte Entscheidungsfindung
ICH & DU GefühlWIR Gefühl
Instinkt & IntuitonÜberzeugungen

Der Begriff Solidarität wird heute vielfach (Flutkatastrophe, Klimawandel, COVID-19-Krise) benutzt, wenn an die Mitmenschen appelliert wird, um sie zum uneigennützigen Handeln zu bewegen. Es wird kein Raum gelassen, um eine eigenmächtige und selbstbewusste Entscheidung zu treffen, sondern es wird ein Raum erschaffen, indem nur das Kollektiv zählt. Diese sehr reduktionistische Ansicht (Flachland, wie Ken Wilber sagen würde), führt letztlich zur Aushöhlung des Menschen, wie bei einem Kürbis an Halloween.

Versteh mich nicht falsch, anderen zu helfen ist eine wunderbare Eigenschaft eines Menschen. Allerdings empfinde ich diese als für den Menschen „qualitativer“ oder „zufriedenstellender“, wenn sie aus eigenem Antrieb stattfindet. Dem Menschen wird heute nicht mehr zugesprochen, Entscheidungen zu seinem eigenen Wohl und dem anderer fällen zu können. Statt den Menschen gewähren zu lassen, wird der natürliche Egoismus ausgeheblt und versucht mit der Brechstange zu bekämpfen. Dabei ist es nicht nur schwierig, sondern unmöglich die angeborenen Bedürfnisse des Menschen langfristig zu unterdrücken, ohne, dass er Schaden nimmt.

Und hier komme ich wieder zum Anfang zurück: Das Leid, welches entstanden ist, ist vielfach nicht nur durch die Krise zu erklären („das böse Virus“, „der böse Klimawandel“, „das böse Unwetter“), sondern auch durch die Unfähigkeit des Menschen, Empathie zu zeigen.

Der Mensch kann keine Empathie mehr zeigen, weil er weder gelernt hat, mit seinen eigenen Gefühlen umzugehen, noch die Sinnhaftigkeit in eben jener Handlung sieht. Wie aus diversen psychologischen Arbeiten hervorgeht (Psychoneuroimmunologie, Traumaforschung, Analytische Psychologie), kann eben jener fehlende Umgang mit den eigenen Gefühlen sich langfristig auch in Krankheit manifestieren. Und dieser Trend, der sich bereits vor der Krise etabliert hat, kommt nun nur noch stärker zur Geltung.

Wie können wir diesen Trend umkehren? Dafür müssen wir uns folgende Frage stellen:

Worauf kommt es für dich an?

Nun, darauf wirst du deine ganz eigene Antwort finden. Und dies ist auch gut so. Das, was dich zufrieden macht (und dazu gehört auch die Integration der eigenen Schattenseite, wie der Psychologe C.G. Jung bemerken würde), führt dich letztlich auch dazu, empathischer zu werden. Denn: Empathisch kann nur derjenige sein, der mit sich selbst im reinen ist. Wie soll ein Mensch jemand anderes verstehen und mit ihm mitfühlen können, wenn er sich selbst noch nicht einmal versteht? Dazu C.G. Jung in seiner Biographie Erinnerungen, Träume, Gedanken4:

„Die Hoffnung auf größere Freiheit wird durch vermehrte Staatssklaverei zunichte gemacht, nicht zu sprechen von den fürchterlichen Gefahren, denen uns die glänzendsten Entdeckungen der Wissenschaft aussetzen. Je weniger wir verstehen, wonach unsere Väter und Vorväter gesucht haben, desto weniger verstehen wir uns selbst, und helfen mit allen Kräften, die Instinkt – und Wurzellosigkeit des Einzelmenschen zu vermehren, so daß er als Massenpartikel nur noch dem «Geist der Schwere» folgt. Verbesserungen nach vorne, d. h. durch neue Methoden oder «gadgets» sind zwar unmittelbar überzeugend, aber auf die Dauer zweifelhaft und auf alle Fälle teuer bezahlt. Keinesfalls erhöhen sie das Behagen, die Zufriedenheit oder das Glück im großeii und ganzen. Sie sind meist hinfällige Versüßungen des Daseins […]“

Das Gefühl der Kohärenz, die allgemeine Stimmung („Gestimmtheit“) ist in diesem Sinne auch für das Kollektiv von äußerster Wichtigkeit. Das Indivduum kann sich niemals vollständig dem kollektiven Prozess entziehen, selbst wenn es sich von der Gesellschaft abspalten würde. Die Verbindung ist immer da und dies ist auch gut so. Denn über die eigenen Gefühle hat das Individuum einen Zugang zum Kollektiv und auch noch allgemeiner zur Wirklichkeit. Wenn das Individuum lernt, mit seinen Gefühlen umzugehen ohne diese Erfahrung zu einer Werteinstellung für alle Menschen machen zu wollen, kann möglicherweise wesentlich leichter mit solchen Krisen umgegangen werden.

Dazu nochmal C.G. Jung an anderer Stelle über den Sinn des Lebens (S. 363-364):

Ich bin zufrieden, daß mein Leben so gegangen ist. Es war reich und hat mir viel gebracht. Wie hätte ich so viel erwarten können? Es waren lauter nicht zu erwartende Dinge, die sich ereigneten. Manches hätte vielleicht anders sein können, wenn ich selber anders gewesen wäre. So war es aber, wie es sein mußte; denn es ist geworden dadurch, daß ich so bin, wie ich bin […] Ich habe Wunderbares von Menschen erfahren und habe selber mehr geleistet, als ich von mir erwartete. Ich kann mir kein endgültiges Urteil bilden, weil das Phänomen Leben und das Phänomen Mensch zu groß sind. Je älter ich wurde, desto weniger verstand oder erkannte oder wußte ich mich. Ich bin über mich erstaunt, enttäuscht, erfreut. Ich bin betrübt, niedergeschlagen, enthusiastisch. Ich bin das alles auch und kann die Summe nicht ziehen. Ich bin außerstande, einen definitiven Wert oder Unwert festzustellen, ich habe kein Urteil über mich und mein Leben. In nichts bin ich ganz sicher. Ich habe keine definitive Überzeugung – eigentlich von nichts. Ich weiß nur, daß ich geboren wurde und existiere, und es ist mir, als ob ich getragen würde. Ich existiere auf der Grundlage von etwas, das ich nicht kenne. Trotz all der Unsicherheit fühle ich eine Solidität des Bestehenden und eine Kontinuität meines Soseins. Die Welt, in die wir hineingeboren werden, ist roh und grausam und zugleich von göttlicher Schönheit. Es ist Temperamentssache zu glauben, was überwiegt: die Sinnlosigkeit oder der Sinn. Wenn die Sinnlosigkeit absolut überwöge, würde mit höherer Entwicklung die Sinnerfülltheit des Lebens in zunehmendem Maße verschwinden. Aber das ist nicht – oder scheint mir – nicht der Fall. Wahrscheinlich ist, wie bei allen metaphysischen Fragen, beides wahr: das Leben ist Sinn und Unsinn, oder es hat Sinn und Unsinn.

Hier komme ich zum eigentlichen Sinne des Beitrags zurück: Ich möchte dir einmal verdeutlichen wie wichtig Freundschaft ist. Sowohl für das Kollektiv, als auch für das Individuum.

Denn in Freundschaften lernt das Indviduum Vertrauen und Geborgenheit außerhalb des „sicheren“ Umfelds Familie. Dies trägt enorm zur eigenen Lebensqualität bei, denn wer ständig Angst hat, vor lauernden Gefahren, der hat gar nicht erst die Möglichkeit, sich mit sich selbst zu befassen und sich um seine Stimmung zu kümmern. In diesem Sinne können Freundschaften auch Ängste lindern, indem Menschen ihre Gefühle mitteilen. Und dazu gehören auch Zukunftsängste über Viren, Klimawandel und Unwetter.

Auch die Harvard University meint nach Abschluss ihrer 75-jährigen Langzeitstudie: Die zufriedensten Menschen haben die qualitativsten Beziehungen bzw. Freundschaften (nicht die meisten!).5 Dies merken wir auch ganz unmittelbar an den Veränderungen in der Gefühlslage, an der Beeinflussung des Ernährungsverhalten u.v.m., wenn unsere Beziehungen gerade nicht so gut laufen oder stressig sind (bspw. auf dem Arbeitsplatz oder in der eigenen Beziehung).

Meine abschließende Frage: Wann hast du deinen Freunden das letzte Mal deine Wertschätzung gezeigt? Vielleicht bewirkt dies so einiges bei dir… aber auch im Kollektiv…

Literaturverzeichnis

1 Warrier, V., Grasby, K., Uzefovsky, F. et al. (2018). Genome-wide meta-analysis of cognitive empathy: heritability, and correlates with sex, neuropsychiatric conditions and cognition.Mol Psychiatry 231402–1409. https://doi.org/10.1038/mp.2017.122

2 Dewar, G. (2016). The social world of newborns: Why babies are born to learn from our sensitive, loving care. ParentingScience. URL: http://parentingscience.com/newborns-and-the-social-world/

3 Rätsch, C., Müller-Ebbeling, C. & Adelaars, A. (2006). Ayahuasca: Rituale, Zaubertränke und visionäre Kunst aus Amazonien. AT Verlag, 3. Auflage, S. 247 ff. ISBN: 3038002704.

4 Jaffe, A. & Jung, C.G. (1993). Erinnerungen, Träume, Gedanken. Walter. ISBN: 3530407348

5 The Harvard Gazette (2017). Good genes are nice, but joy is better. Health & Medicine. URL: https://news.harvard.edu/gazette/story/2017/04/over-nearly-80-years-harvard-study-has-been-showing-how-to-live-a-healthy-and-happy-life/

Im Rahmen des Seminars „Erkenne dich Selbst“ habe ich einen Vortrag über das Thema Medizin gehalten. Wer Interesse daran hat, eine holistische Perspektive auf das Thema Gesundheit zu bekommen, der wird an dem Vortrag viel Interesse haben. Es geht vom Thema Medizingeschichte über Medizintheorie, Biomedizin, Biopsychosoziales Krankheitsmodell nach Engel (1977) und was in der COVID-19-Pandemie falsch läuft bzw. was besser gemacht werden kann.

Ich beschreibe den Menschen als ganzheitliches Lebewesen, als Verbindung von qualitativen und quantitativen Eigenschaften und als Erkennender der Dualität von Körper und Geist. Ich glaube, dass wir im 21. Jahrhundert eine qualitative Medizinrevolution benötigen, die nur dadurch Einzug in die Praxis von Medizinern findet, dass der Mensch nach dem biopsychosozialen Modell von Engel als Leitbild der Medizin aufgefasst wird. Hier bedarf es jedoch auch den Mut der Mediziner, die in einem System stecken, dass lediglich biomedizinisch und pharmazeutisch ausgerichtet ist.

Letztlich ist es auch eine gesellschaftliche Frage, die wir uns stellen wollen: Wollen wir das steigende Unverständnis gegenüber Krankheit und Gesundheit, welches sich auch in den steigenden Krankheitszahlen und -arten offenbart, weiter ignorieren? Oder wollen wir allen Menschen begreiflich machen, wie ein nachhaltiger Heilungsprozess aussieht, damit jeder Mensch seine Aufgaben und Ziele im Leben erfüllen kann?

„Die Kunst der Medizin besteht darin, den Kranken solange bei Stimmung zu halten, bis die Natur die Krankheit geheilt hat.“

―Voltaire

Wer Interesse an dem Seminar hat kann sich unter seanin@web.de melden. Viel Spaß mit dem Vortrag! Herzlich, Tristan.

Es ist schon ein interessantes Phänomen. Nach der Veröffentlichung von #nichtmeinaerztetag war ich von der erstaunlichen Resonanz auf Youtube überwältigt: 1.8 Millionen Aufrufe, +26.000 Abonnenten, Ø 99 % positive Rückmeldungen (Daumen hoch) und zahlreiche Kommentare und Segenssprüche von Eltern und Familien, die sich für den unermüdlichen Einsatz gegenüber den Kindern bedanken.

Auf Twitter zeichnete sich ein anderes Bild ab: Dort tummeln sich unter dem Hashtag #nichtmeinaerztetag zahlreiche Meinungen von Usern, die empört sind, ja geradezu fassungslos, als hätten die Ärzte für individuelle Impfentscheidung e.V. eine Grenze überschritten, an die sich niemals auch nur jemand heranwagen darf:

Das brachte mich dann ins Grübeln. Zum einen darüber, weshalb auf Twitter so ein hohes Spannungspotential herrscht. Vielleicht liegt es am unterschiedlichen Algorythmus der verschiedenen Social Media Kanäle?

Vielleicht eignet sich Twitter aber auch einfach besser, um kurze und emotionale Statements abzugeben. Schließlich ist die Zeichenzahl auf Twitter stark begrenzt und damit auch die Möglichkeit zur Argumentation. Mehr Eindruck als Fakten schinden womöglich harsche Rhetorik, düstere Prognosen und geplante Affronts.

Aus meinem bisherigen Wissen über Wissenschaftstheorie und Medizintheorie wusste ich schon recht früh, dass die Debatte COVID-19 sehr einseitig bzw. begrenzt, d.h. biomedizinisch geführt wird. Das biopsychosoziale Modell in der Erforschung der COVID-19-Pandemie als Prämisse zu nutzen, ist leider eine Rarität. Dies wäre jedoch dringend notwendig, um anzuerkennen, welche Schritte für eine erfolgreiche Überwindung der COVID-19-Pandemie notwendig wären. Und diese Schritte sind wesentlich reichhaltiger, als nur das Virus einzudämmen. Vielmehr besteht die Kunst in der COVID-19-Pandemie darin, sie auch als eine Krise des menschlichen Geistes auf sozialer und psychologischer Ebene anzuerkennen. In seinem jetzigen Bewusstsein ist der Mensch tief gefangen darin, seine Glaubenssätze für Wissen zu halten (z.B. das Immunsystem würde nicht ausreichen, um vor COVID-19 zu schützen). Und viele Institutionen, die uns tagtäglich begleiten, führen nicht unbedingt dazu, bestimmte Glaubenssätze zu hinterfragen, sondern diese noch zu befeuern.

Hast du dich schon mal gewundert, weshalb während menschlicher Krisen Ideologien erstarken? Ganz einfach, weil nicht genug hinterfragt wird. Der menschliche Geist braucht einfach zur intuitiven Orientierung die Fähigkeit sich zu wundern, zu hinterfragen und neu auszurichten, falls notwendig. Eine Neuorientierung kann durchaus Angst machen. Ein und denselben Kurs in einer sich ständig ändernden Umwelt zu wählen, kann jedoch mit einem vorgefertigten Plan zu einem fatalen Fehler werden. Und wie sagte das uns weltbekannte Genie so schön:

„Planung ist der Ersatz des Zufalls durch den Irrtum.“

Albert Einstein

Wieso ist #nichtmeinaerztetag in diesem Zusammenhang so immens wichtig?

Die Aktion von Ärzte für individuelle Impfentscheidung e.V. erinnert uns daran, bestehende Paradigmen zu hinterfragen, wie etwa den Beschluss des 124. Deutschen Ärztetags:

„Das Recht auf Bildung mit Kita- und Schulbesuch kann im Winter 2021/2022 nur mit einer rechtzeitigen COVID-19-Impfung gesichert werden. Ohne rechtzeitige Impfung, insbesondere auch für jüngere Kinder, führt ein erneuter Lockdown für diese Altersgruppe zu weiteren gravierenden negativen Folgen für die kindliche psychische Entwicklung.Die gleichberechtigte gesellschaftliche Teilhabe erlangen Familien mit Kindern nur mit geimpften Kindern zurück.“

124. Deutscher Ärztetag, 4. & 5. Mai (Beschlussprotokoll S. 31/32).

Wissenschaftstheorie funktioniert nicht nach dem Prinzip von Wahrsagekugeln. Es gibt einen gewissen Rahmen, innerhalb dessen wissenschaftliche Hypothesen Ergebnisse postulieren können. Dazu gehört aber nicht, dass Studien zu Impfstoffen, die innerhalb mehrerer Monate mit ein paar Tausend Menschen durchgeführt werden, voraussagen können, welche langfristigen Folgen (z.B. in 20 Jahren bei Kindern) auftreten können.

Das Video von Dr. Grüner wurde übrigens entfernt, da es gegen die Nutzungsbedingungen von Youtube verstößt. Der Notfallarzt schilderte, dass er keine Pandemie in seinen vielfältigen Einsätzen sieht, aber Impfkomplikationen bei Personen an der Tagesordnung stehen. Ein Beispiel für mediale Verzerrung? Youtube scheint hier seine Erfahrung ganz einfach unterdrücken zu wollen.

Die Medizin sollte durch die Erforschung von Medikamenten nur zu gut wissen, dass keine Wirkung ohne Nebenwirkung einhergeht. In den meisten Fällen kann die schulmedizinische Theorie nicht genau erklären, wie Medikamente funktionieren, sondern nur, dass sie funktionieren. Und wir sollten uns nichts vormachen: Wir sind weit davon entfernt, erklären zu können, wie COVID-19-Impfstoffe wirken.

Wenn wir nicht mal erklären können, wie Leben ensteht, wie die Wechselwirkung von Körper und Geist entsteht und funktioniert, was Bewusstsein ist und welche Rolle es für die Wissenschaft spielt, wie können wir dann erwarten, dass wir die Prinzipien von Impfstoffen zur Anwendung beim Menschen bis zur Vollendung erklären können?

Wollen wir davon ausgehen, dass es Sinn macht, „die kleinen Fragen“ annähernd beantworten zu können, „die großen Fragen“ aber nicht? Wie lange wollen wir noch nach dem folgenden Prinzip in der Wissenschaft fortsetzen?:

„Die moderne Wissenschaft basiert auf dem Prinzip: »Gib uns ein Mysterium und wir erklären den Rest.« Dieses Mysterium ist das Erscheinen aller Masse und Energie im Universum und aller regierenden Gesetze in einem einzigen Augenblick aus dem Nichts.“

Rubert Sheldrake

Ich möchte damit nicht sagen, dass wir keine Ahnung haben, was wir tun oder nicht wissen, wie bestimmte Wirkstoffe/Impfstoffe funktionieren könnten. Im Gegenteil, sie funktionieren in vielen Fällen sehr gut. Aber beruht der Effekt auf der Theorie, die den Effekt postuliert? Wohl eher nicht. Theorien können niemals wirklichkeitsgetreu beschreiben, wie ein Phänomen wirkt.

Dass unsere Evidenz begrenzt ist, ist eine der Prämissen des Vereins Ärzte für individuelle Impfentscheidung e.V. – zugleich sind für den Verein „Impfstoffe […] Teil der ärztlichen Fürsorge.“ Im Gegensatz zu den angeführten Tweets lässt sich bei dem Verein eine differenzierte Sichtweise erkennen, die weder eine Maßnahme grundsätzlich verteufelt, noch naiv befürwortet.

Es kommt letztlich immer auf die Evidenz an, d.h. wie viele Daten stehen über welchen Zeitraum in welchem Kontext zur Verfügung? Und abhängig von diesen Resultaten sollte individuell abgewogen werden, wer sich impfen möchte und wer nicht.

Es geht letztlich im Leben auch nicht darum, jemanden „Zwangszubeglücken“. Das war auch Gesundheitsminister Jens Spahns Meinung, bis er diese zur Einführung der Masernimpflicht mal eben änderte. Es geht darum, gegenseitig die Integrität zu wahren. Und das sehe ich momentan in der derzeitigen Disskusionskultur in deutschen sozialen Medien nicht. Viel zu häufig wird Statement mit Beleidigung und Fakt mit Fiktion verwechselt. Das ist im öffentlichen Raum, ebenso wie in der Wissenschaft der Fall.

Wieso sehen wir nicht, dass die Kinder keine COVID-19-Impfung brauchen, da sie nicht nur in seltensten (!) Fällen erkranken, sondern auch kein Treiber des Infektionsgeschehens sind? Wieso sehen wir nicht, dass die Wahrung der Individualität eins unserer höchsten Güter ist?

Vielleicht sehen wir es nicht, weil wir nach einem Jahr Pandemie einfach nur nach einem Ausweg suchen. Und da kann der Wahn schon einmal überhandnehmen. Insbesondere, wenn massenpsychologische Phänomene das Treiben der Gesellschaft bestimmen.

Gefährlich ist’s, den Leu zu wecken, Verderblich ist des Tigers Zahn, Jedoch der schrecklichste der Schrecken, Das ist der Mensch in seinem Wahn.

Friedrich Schiller

Letztlich sollte auch jeder merken, dass es bei #nichtmeinaerztetag nicht darum geht, jemanden zu verletzen oder anzugreifen. Es geht darum, eine auf Fakten basierende Diskussionskultur zu erschaffen, in der jede (konstruktive) Meinung erlaubt ist. Von mir aus sind auch destruktive Meinungen erlaubt, allerdings sollten sich diese Personen auch einfach einmal bewusst machen, weshalb sie diesen Drang (psychologisch) verspüren, Beleidigungen oder gezielte Verletzungen zuzufügen.

Wer nicht mit sich selbst umgehen kann, kann es vermutlich auch nicht mit dem Internet oder sozialen Medien… Genauso wenig, wie wir uns von Angst leiten lassen sollten, sollten wir uns von Hass leiten lassen. Vielleicht ist ein grundsätzlicher Paradigmenwechsel notwendig, der auch über die rein rationale Auffassung zukünftiger Entwicklungen und wissenschaftlicher Erkenntnisse hinausgeht? Vielleicht sind Bestrebungen zur emotionalen Intelligenz und Transzendenz hilfreiche Komponenten, die mehr Licht auf den dunklen Weg der Gesellschaft werfen können?