Liebe Leser,

in letzter Zeit sind einige interessante Beiträge und Artikel von mir erschienen, auf die ich euch mit diesem Blogbeitrag kurz hinweisen möchte. Durch den Lockdown haben wir alle wohl etwas mehr Zeit zum Lesen. Vielleicht besteht also Interesse an meinen Inhalten. Hierzu füge ich jeweils entweder einen Abschnitt als Leseprobe ein und/oder gebe eine kurze Einführung in die Thematik.

Drei Beiträge für das MHRx Magazin

Das Magazin Metal Health Rx von Aesir Sports ist eine renommierte digitale Zeitschrift, die monatlich erscheint. Hierfür schreiben verschiedene Autoren Artikel über die Themen Gesundheit, Kraftsport & Training. Den Zugang zum Magazin erhaltet ihr, indem ihr das Magazin kostenpflichtig abonniert (jährlich/life-time). Inzwischen durfte ich bereits drei Artikel für das Metal Health Rx Magazin schreiben. Eine kurze Einführung in die Artikel findet ihr anbei.

Baue Stress ab & booste Wohlbefinden sowie Erholung: 3 effektive Entspannungstechniken für den Alltag

15. November 2020

»Du kennst dieses Gefühl nach harter Arbeit oder einem anstrengenden Tag genauso gut wie ich: Du bist platt, erschöpft, ausgelaugt und weißt eigentlich ganz genau, dass jetzt Entspannung notwendig ist. Wie handeln aber wohl sehr viele Menschen? Auf die Couch setzen, Fernseher anschalten und dann entweder Nachrichten oder einen Film bzw. Serien angucken.

Warum das so ist, soll an dieser Stelle nicht Gegenstand der Diskussion sein. Viel wichtiger ist, dass bei diesem Verhalten die Entspannung schon mal auf der Strecke bleiben kann. Es gibt zahlreiche, sehr eindrückliche Studien, welche von der Verstärkung negativer Gefühle (1), über Angst (2) und Depressionen (3) (bei hoher Nutzung elektronischer Geräte von >6h), Suchtverstärkung (4) und Beeinflussung des Ernährungsverhaltens (5durch elektronische Geräte sprechen.

6 Stunden mag für den ein oder anderen viel erscheinen – diejenigen, die jedoch auch auf der Arbeit an einen elektronischen Bildschirm gebunden sind, erreichen relativ schnell diesen Wert. Wie auch Twenge et al. (2018) feststellten, waren bei Kindern und Jugendlichen bereits „mehr als 1 Stunde Bildschirmzeit pro Tag mit einem geringeren psychischen Wohlbefinden verbunden, einschließlich weniger Neugier, geringerer Selbstkontrolle, mehr Ablenkbarkeit, größeren Schwierigkeiten, Freunde zu finden, weniger emotionaler Stabilität, schwierigerer Pflege und Unfähigkeit, Aufgaben zu erledigen.“ (6)

Die Assoziationen zwischen Bildschirmzeit und geringerem psychischen Wohlbefinden waren bei Jugendlichen größer, als noch bei jüngeren Kindern (6).«

[…]

Mehr in der Ausgabe MHRx 10/2020 // Hier geht’s direkt zum Artikel

Das Gleichgewicht bewahren: Was uns die Psychosomatik über qualitative Ernährung lehren kann

12. Oktober 2020

»Die Ernährung aus dem Standpunkt der Psychosomatik zu betrachten ist relativ ungewöhnlich – speziell auch für mich als Ernährungswissenschaftler.

Meist wird das Thema Ernährung ziemlich einseitig beleuchtet. Ob in der Ernährungswissenschaft, in Medienberichten, in sozialen Netzwerken oder im Fitnessstudio – heutzutage, so habe ich den Eindruck, geht es wesentlich mehr um den körperlichen und objektiven Aspekt der Ernährung. Also um den physikalischen Brennwert (kcal), um die biochemisch-optimale Ernährung oder Diät(Nährstoffzusammensetzung und -timing, Leistungsfähigkeit etc.) oder um den präventiven und therapeutischen Nutzen bestimmter Pflanzen(-bestandteile).

  • Schlichtweg geht es um die Frage: „Was esse ich?“ 
  • Weniger behandelt wird die Frage: „Wie esse ich?“

Der Unterschied zwischen dem „Was“ und dem „Wie“ in Bezug auf die Ernährung wird zunehmend auch von dem Forschungsfeld der Psychosomatik behandelt. Um aber die Sichtweise der Psychosomatik zu verstehen, müssen wir vorab wieder einige Prämissen klären.

Durch die Fokussierung des objektiven Nutzens der Ernährung wird zunehmend der quantitative Aspekt der Lebensmittel in den Vordergrund gerückt. Weniger wird auf die Qualität der Lebensmittel bzw. auf die Beziehung zwischen Mensch und Lebensmittel geachtet. Würde aber tatsächlich darauf geachtet werden, so würden sich plötzlich neuartige Fragen erschließen, die vorher noch nicht behandelt wurden, wie etwa: „Passt das Lebensmittel zu meiner individuellen Situation?“. Andere Fragen, wie z.B. „Welches Lebensmittel ist das Beste?“, würden dann eher in den Hintergrund rücken.«

[…]

Mehr in der Ausgabe MHRx 09/2020 // Hier geht’s direkt zum Artikel

Die Auswirkungen eines gesunden Lebensstils auf Pandemien

19. September 2020

»Das Thema Pandemie, aber vor allem die aktuelle Corona-Pandemie, ist wohl das emotionalste Thema, das es seit langem in unserer Gesellschaft gab. Einmal mehr sind Wissenschaftler und Wissenschaftsjournalisten wichtig, die im Chaos des Internets Fakten verbreiten und somit Ruhe zwischen den sich auftuenden Camps von Befürwortern und Kritikern der aktuellen Maßnahmen stiften.

Mir persönlich sind immer zwei Dinge ganz wichtig, welche die Menschen aus den Informationen mitnehmen können, die ich anbiete:

  • Konstruktive Kritik gegen jede Art von Meinung zu äußern.
  • Sich nicht von Meinungen beeinflussen zu lassen, sondern zu beobachten, unwiderlegbare Fakten zu sammeln und diese zu einem stimmigen Gesamtbild zusammenzusetzen.

Beides sehe ich leider bei den wenigsten Inhalten im Internet, dabei ist es gerade diese Denkweise, die den Wissenschaftler auszeichnet. Und auch im Metal Health Rx Magazin finde ich diese Denkweise glücklicherweise vor. Damit betrachte ich dich nun auch im folgenden Artikel als Wissenschaftler, der eben diese Denkweise anwendet.

Es ist im Sinne der Wissenschaft ganz wichtig jedes Thema erst einmal mit der nüchternen Klarheit eines Wissenschaftlers zu betrachten. Dadurch erlaubst du dir nämlich nicht von Anfang an zu bestimmten Themen „Nein, das ist unmöglich“ zu sagen, sondern sagst grundsätzlich „Vielleicht ist da was dran“.

Der Religionsphilosoph Prof. Dr. Dr. Daniel von Wachter schrieb ebenso in „Eine philosophische Abhandlung des neuen Coronavirus“ über eine Notwendigkeit zur Meinungsvielfalt, um wissenschaftliches Scheuklappendenken während der aktuellen Pandemie zu vermeiden und gesellschaftliche Konflikte zu minimieren (1). Darum geht es auch schließlich: Die Diversität an Meinungen belebt den Konsens und durch den Konsens finden wir zu Fakten. Darum ist auch keine Meinung auszuschließen.

Dieser Beitrag hat also die Aufgabe zum Konsens beizutragen und nicht etwa Recht für sich zu beanspruchen. Karl Popper, einer der bedeutendsten Denker und Wissenschaftsphilosophen des 20. Jahrhunderts sagte einst sehr passend: „Der Rationalist ist einfach ein Mensch, dem mehr daran liegt zu lernen, als recht zu behalten.“ (2)

Dieser Beitrag soll dich also zu einer Perspektive anregen, die aus einem, für die bisherige Diskussion, recht ungewöhnlichen Standpunkt vertreten wird. Nämlich aus einem metaphysischen (ontologischen) Standpunkt. Ich wünsche dir viel Spaß beim Lesen und hoffe, dass du eine Menge über die Beziehung zwischen den Themen „Pandemie“ und „Gesundheit“ dazulernst.«

[…]

Mehr in der Ausgabe MHRx 08/2020 // Hier geht’s direkt zum Artikel

Analyse: COVID-19 (SARS-CoV-2) in Germany

1. November 2020

Passend zum Artikel Die Auswirkungen eines gesunden Lebensstils auf Pandemien für das Metal Health Magazin ist auch meine COVID-19 Analyse, welche ich im Oktober auf Englisch übersetzt habe und mit einem 10-seitigen Update versehen habe. Obwohl ich von dem Thema in den letzten Wochen abgewichen bin, da ich gemerkt habe, dass die Emotionen in diesem Thema überhand nehmen, würde ich auch hier gerne nochmal die wichtige Passage am Ende der Analyse einfügen. Die Übersetzung findet ihr auf meinem Blog.

[…]

»To me, trusting experts on their opinion cannot be future standard. Every citizen is responsible for informing himself/herself to estimate the current situation. For the lockdown-policy on the 2ndof November, for example, every citizen has to express concerns and considerations, in particular when it comes to one’s own economic existence.[i] And also to question the prevailing opinion of the government and to make them change their political course in the interest of everyone’s health, but especially for kids, as childhood researcher Michael Hüter warns the German policy: „A whole generation has been collectively traumatized.“

I myself started to recognize the importance of Plato’s Trivium, especially when I read news reports, social media posts and watch television narratives about SARS-CoV-2. In his Trivium, Plato defined the logical errors, which are very helpful to weigh others arguments. If, for example, someone is claiming to know something about SARS-CoV-2, just because some scientist said something about it, the logical errors help recognizing it as an appeal to authority. Authority can never replace arguments, otherwise society would not act rational. Another example could be the appeal to fear, which was used many times as an instrument to achieve certain political regulations. There are few more examples and I can just recommend it to use it in relation to question given opinions.

Finally, I want to remind the reader again about the importance of one’s own health. No one else can be responsible for the physical and mental health than the individual who owns the body. We as a society cannot not expect that scientists rescue us if ourselves forget about the importance of a healthy lifestyle and disease prevention. Starting with ourselves, we can also remind other people to go out and enjoy nature, food and our communication with others. If we try to isolate ourselves completely, the situation will get even worse. The immune system should be again at the center of our attention. To not only prevent diseases, but also to make life for everybody highly enjoyable again.«

Hier geht’s zum researchgate Artikel // zur deutschen Übersetzung

Blogbeitrag: Freiheit oder Sicherheit?

13. November 2020

Es sind alte Frage, die jedoch aktueller sind, denn je: Was ist uns wichtiger, Freiheit oder Sicherheit? Was sind wir bereit an Freiheit aufzugeben, um Sicherheit zu erlangen? Kann es so etwas wie Sicherheit überhaupt geben? Und (wann) sind wir bereit, beide Aspekte miteinander in Einklang zu bringen?

Diese Fragen habe ich versucht in meinem aktuellen Blogbeitrag zu beantworten. Ich habe anhand der aktuellen „Pandemie“, aber auch durch das Beispiel von OSHO und seinen Sannyasins gezeigt, dass verschiedene Menschen unterschiedliche Prioritäten haben. Je nachdem, welcher Typ man selbst tendenziell ist – Sicherheitsfanatiker oder Freiheitsidealist – verhält man sich in Gefahrensituationen anders. Letztendlich geht es jedoch immer um das nackte Überleben:

Die Freiheit dient dazu, das Überleben zum Erleben zu machen, wohingegen die Sicherheit danach strebt, das Überleben grundsätzlich zu sichern. Bei einem anfallenden Risiko ist es klar, dass die Bewertung des Risikos unterschiedlich ausfällt. Und, dass damit die Konflikte beginnen.

Mehr im aktuellen Blogbeitrag

Blogbeitrag: Planton’s Trivium

26. Oktober 2020

Wie können wir Wahrheit erlangen?

Diese Fragen hat viele Philosophen beschäftigt. Besonders aber Platon, wie man an seinen Dialogen mit Sokrates (z.B. Phaidon) oder seinem Höhlengleichnis erkennt. Um seinen Argumentationspartner in seinen Aussagen nach Wahrheitsgehalt zu überprüfen, hat Platon ein ziemlich schlaues Tool entwickelt: Die logischen Irrtümer.

Mehr im Blogbeitrag

Buch: Atmen • Nicht-Atmen

10. Oktober 2020

Ich habe es bereits mehrfach vorgestellt… aber es wird trotzdem nicht alt. Mein Poesie und Geschichtenbuch Atmen • Nicht-Atmen könnt ihr gratis als eBook von mir erhalten, indem ihr meinen Newsletter abonniert. Ich habe von vielen schon sehr positive und inspirierende Rückmeldungen erhalten. Dafür möchte ich mich schon mal bedanken!

Als kleines Dankeschön möchte ich noch eine kleine Geschichte einfügen. Ich hoffe sie gefällt euch. Falls ihr mehr lesen möchtet, abonniert einfach meinen Blog. Dann schicke ich euch mein eBook zu!

Der Brauch

»Ein Muslim, ein Buddhist und ein Jude treffen sich im Schlossgarten, um darüber zu diskutieren, welche Tradition die Wahrheit gefunden hat. Der Muslim argumentiert, dass Gott die eine Wahrheit ist und, dass der heilige Kampf der einzige Weg ist, die Wahrheit (Gott) zu finden. Denn Wahrheit bedeutet Errettung und wer gerettet werden will, der muss bereit sein, für die Rettung zu sterben.

Der Buddhist bestreitet, dass ein materieller Tod wirklich notwendig sei, um zu dem zu finden, der im Koran als „Gott“ dargestellt wird. Ihresgleichen höchstes Ziel sei das Nirwana, das nur durch den noblen Pfad des Buddhas in stiller Meditation gefunden werden kann. 

Schließlich ist der Jude empört und witzelt über des Buddhisten Pfad. Buddha habe nicht einmal Muße gehabt, um eine Schrift zu hinterlassen. Und gerade, als der Jude ausführen wollte, dass sich der echte Gott, Jahve, der Eine, nur den Juden offenbart, unterbrach sie ein Fremder. Und er spricht:

„Wie ich sehe, streitet ihr über eure Herkunft. Aber bevor ihr weiterredet, geht dort vornhin in diese Richtung, dort werdet ihr einen Mann sitzen sehen, der kann euch weiterhelfen.“

Und die drei machen sich auf und wandern entlang des Schlossgartens, bis sie am blumengeschmückten Springbrunnen ankommen. Dort sitzt ein alter Mann mit langem Haar und Robe. Und als sie vor ihm stehen, da bittet er sie, sich zu setzen. Er schaut ihnen tief in die Augen und stößt einen tiefen Seufzer aus.

Und in den nächsten Stunden hören sie Gleichnisse über Leben und Tod, über die rechte Art, sich frei zu machen, über die rechte Atmung und über die Streitschlichtung. Denn laut dem alten Mann gehe es darum, allen Religionen, Lehren und Traditionen Wahrheit zuzugestehen.

Der Muslim, der Buddhist und der Jude waren nicht nur entzückt, sondern lauschten voller Stille und Ehrfurcht. Und als der Mann sich erhob und ging, denn er hatte schließlich nichts mehr hinzuzufügen, da fielen sich die drei Gottesfürchtigen in die Arme. Sie versprachen sich nicht mehr zu streiten. Denn dazu war kein Grund mehr. Sie erkannten, dass sie dieselbe Herkunft hatten, diese Herkunft nur aus anderen Blickwinkeln betrachteten. Von nun an akzeptierten sie den Glauben der anderen.

Aber nicht nur das. Sie zogen sogar umher und verbreiteten die Lehre des alten Mannes. Denn sie wollten die tolerante Lehre weitergeben und allen Streit der Welt lösen.

Aber irgendwo auf ihrem Weg der Erlösung verliefen sie sich. Denjenigen, die ihren Glauben behalten wollten, warfen sie Dummheit und Ignoranz vor. Und ehe sie sich versahen, verkamen ihre Worte in einer Tradition, die nur denen Frieden brachte, die sie praktizierten. Und alle anderen, die die Lehre nicht achteten, wurden zu Übeltätern und Ungebildeten, die es zu bekehren oder auszulesen galt.

Welch ein Jammer. Der Streit der drei Gläubigen wurde zwar geschlichtet, dafür entbrannte jedoch ein viel heftigerer Streit. Ein Streit, der nicht mit der Vergebung aller Menschen endete, sondern einem Exklusivrecht, dass ihrer Tradition galt. Aber nein, eine Tradition kann man es wohl nicht mehr nennen. Ein sinnentleerter Brauch, das kommt dem Ganzen näher.«

Hier mein Buch kaufen // zum Blogartikel


Danke für die Aufmerksamkeit! Ich wünsche reges Interesse beim Lesen. Und natürlich eine unbändige Gesundheit und Lebensfreude für den kalten Winter, der uns bevorsteht.

Seid achtsam,
euer Tristan.

Ein Beitrag aus Sicht der Hermetik

In den letzten Tagen habe ich vermehrt über die Frage nachgedacht, was uns Menschen wichtiger ist: Das Gefühl der Geborgenheit, Schutz und Behütung (Sicherheit) oder das Gefühl von Eigenverantwortlichkeit, Selbstständigkeit und Unabhängigkeit (Freiheit)? Lasst uns hierzu etwas tiefgründiger schauen und die beiden Elemente richtig einordnen.

Auf meinen Instagram-Kanälen @tristanstrivium und @tristannolting habe ich dazu eine Umfrage gestartet und folgendes Ergebnis erhalten.

Dies ist natürlich keine repräsentative Umfrage. Die Umfrage ist zudem durch die derzeitigen Diskussionen um die Freiheitseinschränkungen der Corona-Pandemie getrübt. Sobald den Menschen entweder ihre Sicherheit oder ihre Ordnung genommen wird, scheinen sie sich wieder danach zu sehnen. Was aber hat es mit diesen beiden Elementen in der Bedeutung für den Menschen auf sich?

Freiheit und Sicherheit sind Ideale und in ihrer extremen Ausprägung Gegenteile, auch wenn sie sich, wie jedes Gegensatzpaar, gegenseitig bedingen. Die folgenden Überlegungen beziehen sich jedoch nicht nur auf die Ideen hinter den Begriffen, sondern auch auf die damit verbundenen Ideologien der Sicherheit und der Freiheit.

Die Ideologie der maximalen Sicherheit schafft die Rechte des Menschen (analog zur rechten analytischen Gehirnhälfte), ja fordert sogar dessen Verschärfung, wodurch es jeder Menge an regelkonformen Bürokraten bedarf, die diese Ordnung verwalten. Sicherheit bewahrt somit Ordnung und minimiert zudem mögliche Zufälle und Gefahren. Durch die Beherrschbarkeit wird der Glaube an eine Welt ohne Gefahren möglich.

Die Ideologie der Freiheit hingegen wird von tendenziell linken Typen (analog zur linken emotional-kreativen Gehirnhälfte) gelebt, die sich die Wahlmöglichkeit zur freien Gestaltung ihres Lebens (und auch des Todes) erhalten wollen. Gesetze stehen dem entgegen, da sie die Handlungen des Individuums einschränken. Ob dies gut oder schlecht ist, ist in erster Instanz irrelevant, denn die Freiheit will sich nur die Wahlmöglichkeit erhalten. Durch die Wahlmöglichkeit wird somit der Glaube an eine freie selbstbestimmte Welt geschaffen.

Wenn wir diese Zeilen reflektieren, merken wir, dass Freiheit versucht zu bewahren, während Sicherheit versucht zu schaffen. Sicherheit ist ein illusionäres, analytisches Konstrukt, das von dem Menschen erschaffen wurde, um sich vor Gefahren zu schützen. Sicherheit gibt es in der Natur nicht. Freiheit ist jedoch ebenso eine Illusion, da die Idee vor der Erkenntnis der eigenen Limitationen schützen soll. Tiere sind in ihrer Rolle ebenso limitiert, haben jedoch keine Möglichkeit wie der Mensch dies zu reflektieren und gehen daher einfach ihrer Bestimmung nach. Politisch gesehen könnte man die Freiheit als Liberalismus und die Sicherheit als Konservatismus definieren. Zusammengefasst heißt dies:

  • Freiheit = Bewahrung
  • Sicherheit = Erschaffung

Männlichkeit & Weiblichkeit

Diese beiden Pole der Bewahrung und Erschaffung finden sich auch in dem ureigenen Spiel der Männlichkeit und Weiblichkeit (Dualität) wieder. Im Kybalion (Hermetik) steht hierzu geschrieben:

„Geschlecht ist in allem; alles hat sein männliches und sein weibliches Prinzip; Geschlecht manifestiert sich auf allen Plänen.“

Das Kybalion

Die Hermetik World Bibliothek führt dies mit Bezug auf die heutige moderne Naturwissenschaft noch detaillierter aus:

„[…] Das Wort Geschlecht (genus) ist verwandt mit „zeugen, erzeugen, schaffen, hervorbringen, Schöpfung“. Eine kurze Überlegung wird zeigen, dass das Wort eine viel weitere und allgemeinere Bedeutung hat als der Ausdruck Sexualität; letzterer bezieht sich auf die physischen Unterschiede zwischen männlichen und weiblichen Lebewesen. […]

Die Aufgabe von Geschlecht ist zu schaffen, hervorzubringen usw. Seine Manifestationen sind auf jedem Plan von Phänomenen sichtbar. […]

Die Aufgabe des männlichen Prinzips scheint darin zu liegen, eine gewisse angebotene Energie auf das weibliche Prinzip zu richten und so den Schöpfungsvorgang in Tätigkeit zu setzen. Das weibliche Prinzip ist aber immer dasjenige, welches das aktive schöpferische Werk vollbringt; und so ist es auf allen Plänen. […]

Die öffentliche Meinung hat sich eine ganz irrtümliche Ansicht über die Eigenschaften des sogenannten negativen Poles von elektrifizierter oder magnetisierten Materie gebildet; die Ausdrücke positiv und negativ werden von der Wissenschaft auf diese Phänomene ganz fälschlich angewendet: Das Wort positiv bedeute etwas Reales und Starkes, im Gegensatz zu einer negativen Unrealität oder Schwäche. Nichts liegt dem wahren Sachverhalt bei elektrischen Phänomenen ferner. […]

Es ist nicht nötig, euere Zeit zur Besprechung der wohlbekannten Phänomene in Anspruch zu nehmen, wie „Anziehung und Abstoßung“ der Atome, chemische Affinität, Liebe und Hass der Atome, Anziehung oder Kohäsion zwischen den Molekülen der Materie. Diese Tatsachen sind zu gut bekannt, als dass sie einer weiteren Erklärung bedürfen. Aber habt ihr je schon bedacht, dass alle diese Tatsachen Manifestationen des Prinzips vom Geschlecht sind? […]“

Ähnliche Ideen finden sich beispielsweise auch bei Rudolf Steiners geisteswissenschaftlich basierter Anthroposophie oder auch bei vielen fernöstlichen Philosophien wie dem Hinduismus.

Männliche und weibliche Elemente sind immer im Menschen gemischt, wie auch bei den Protonen und Elektronen des Atoms, auch wenn es ein fest definierbares biologisches Geschlecht am Menschen gibt (auch die verschiedenen Atome weisen Merkmale einer weiblichen und männlichen Klassifizierung durch ihr Verhalten auf). Je nachdem, welche Anteile im Menschen vorherrschend sind, manifestiert sich letztlich auch die Biologie. So steht es auch im hermetischen Gesetz der Entsprechung geschrieben.

Ebenso wie die männlichen und weiblichen Elemente im Menschen vermischt sind, sind auch die freiheitlichen und rechtlichen Vorstellungen und Fiktionen vermischt.

Die Existenz der Lebendigkeit (des Menschen, der Tiere, der Pflanzen etc.) ist jedoch nur denkbar, wenn das Verhältnis beider Geschlechter (Polarität) zueinander gewahrt wird. Dieses Phänomen ist in allen bekannten Disziplinen der Wissenschaften bekannt, von der Psychologie und Physiologie über die Ökologie bis zur Chemie. Sobald ein Geschlechtsmerkmal übermäßig stark wird, beginnt die eintretende Starre (Ordnung) oder die Konfusion (Chaos). Besonders anschaulich wird dies auch in der Kinderserie Avatar: Die Legende von Korra (2/8) durch die Kräfte von Raava und Vaatu dargestellt.

Machen wir dies doch noch an zwei anschaulichen Beispielen fest, um das Ausmaß dieser naturwissenschaftlichen Erkenntnis zu vertiefen.

1. Beispiel: OSHO

In der Dokumentar-Filmreihe Wild Wild Country auf Netflix erhält man Einblicke in das Leben und Wirken des indischen Philosophen „Rajneesh“ Chandra Mohan Jain (OSHO) und seiner Anhänger (Sannyasins). Der Dalai Lama bezeichnete OSHO beispielsweise als „erleuchteten Meister, der mit allen Möglichkeiten arbeitet, um den Menschen zu helfen, diese schwierige Phase in der Entwicklung des Bewusstseins zu überwinden.“

In der Filmreihe wird in der zweiten Folge genauer auf die Umsiedlung OSHO’s von Indien nach Oregon nahe der Stadt Antelope (U.S.A.) eingegangen. Es wird beschrieben, wie die Sannyasin’s innerhalb kürzester Zeit eine Kommune für das Zusammenleben mit OSHO auf der Big Muddy Ranch errichteten. Den Bewohnern der 40-Einwohner großen Stadt Antelope gefiel das gar nicht und so entbrannten Streits zwischen den beiden Lagern, die zwischenzeitlich sogar für das Aufkaufen und Umbenennen der Stadt (durch OSHO’s Generallbevollmächtigte Ma Anand Sheela) und wiederum Bombenattentate auf Sannyasins führte. Wie kann jedoch ein solcher Glaubenskrieg entstehen?

Der Konflikt liegt klar in der Gegenüberstellung der Kulturen. Die amerikanischen Einwohner, geprägt von Konservatismus, pflegten einen Alltag der ihnen ein Gefühl von Sicherheit gab, wohingegen die Sannyasins zur damaligen Zeit als Kultur der unorthodoxen freiheitlichen Praktiken konträr zu christlichen Werten galt. Dies wurde durch die Einblicke von Praktiken des Films Ashram in Poona (1981) noch verschärft. Der Film war bekannt für seine Aufnahmen von nackten, kreischenden und ausflippenden Menschen in einer Sannyasin-Therapiegruppe (Hier ansehen).

Außerdem kam hinzu, dass Shannon Jo Ryan, Tochter des ehemaligen Kongressabgeordneten Leo Ryan, der die Gemeinde Jonestown des Volkstempels in Guyana untersuchte und dort 1978 von Anhängern des Tempels beim Massaker von Jonestown, getötet wurde, der Sannyasin-Bewegung nach Oregon folgte und von Medien nun vermutet wurde, dass sich eine solche Sekte wie Jonestown wiederholt. Es gab Anlass zur Sorge für die amerikanischen Bürger und Medien, dass sich eine solche Tragöde wie Jonestown, bei der 909 Menschen Suizid begangen haben, wiederholt.

Wir stellen also fest: Hier trafen zwei Gruppen aufeinander, die konträr von freiheitlichen und konservativen Glaubenssätzen geprägt waren. Die Unterschiedlichkeit begünstigte den Konflikt. Viele der damaligen Handlungen waren auf Vorurteilen gebaut. Es wird also deutlich, dass das fehlende Verständnis zum Teil auch durch die unterschiedliche Ausrichtung der Menschen erfolgt ist. Für die einen war Sicherheit das wichtigste – für die anderen die Ausübung ihrer Freiheit.

2. Beispiel: Pandemien

Wie wir es auch in der aktuellen Pandemie erleben, gibt es Befürworter und Kritiker der politischen Maßnahmen. Dreh- und Angelpunkt ist gewiss auch die Ausübung der Grundrechte, welche dem Menschen gewisse Freiheiten gewähren. Während die Sicherheitsfanatiker argumentieren, dass die Opfer der aktuellen Pandemie um jeden Preis gering gehalten werden muss, argumentieren die Freiheitsliebhaber um die Ausübung ihrer Wahlmöglichkeiten. Plakativ und in extremer Ausprägung würde eine solche Differenzierung wie folgt aussehen:

Sicherheit

– Virus Gefahr eliminieren
– Isolieren und Kontakt scheuen
– Impfstoff zur Immunität entwickeln
– Wenn nötig Rechte einschränken, damit
sich jeder an die Vorgaben hält

Freiheit

– Mit dem Virus leben lernen
– Arbeit & Sozialleben normal weiterführen
– Natürliche Immunisierung
– Grundrechte um jeden Preis bewahren

Durch die „neue Gefahr“ wird somit ein Kampf zwischen den in den Menschen vorherrschenden Tendenzen geschaffen, die, wenn die Situation als nicht bedrohlich gewertet werden würde, sich im Gleichgewicht gegenseitig erhalten. Nun kämpfen die freiheitlich gesinnten Menschen um die Bewahrung der Rechte, um die sie auch geschichtlich nachvollziehbar seit tausenden von Jahren schon kämpfen, während die Menschen, die nach Sicherheit streben, um eine weitere Einschränkung trachten, damit absoluter Schutz gewährt ist. Die Freiheit und Sicherheit erstreckt sich dann auch in anderen Fragestellungen, wie etwa der Moral oder Sozialität (ist das Abnehmen der Maske in der Öffentlichkeit asozial?).

Vielfach werden Symbole, wie die Masken, als Freiheits oder Sicherheitssymbol aufgeladen, je nachdem aus Perspektive sie betrachtet wird. Die Sicherheitsfanatiker sehen ihre Freiheit in der Sicherheit. Die Freiheitsfanatiker sehen ihre Sicherheit in der Freiheit (Wortspiel verstanden?). Bei Parteien versuchen für das Gute zu kämpfen. Oder zumindest wird ihnen gesagt, dass sie für das Gute im Menschen kämpfen. Wie auch Theodor W. Adorno feststellte, sind die Menschen bereit fast alles zu tun, solange es sich in ihren Augen um „das Gute“ handelt.

Aber was ist das Gute? Ist es Sicherheit oder Freiheit?

Ich möchte hier keiner Position den Vorrang zusprechen. Ich möchte viel lieber dazu anregen, dass das Gleichgewicht beider Verhältnisse langfristig der beste Weg ist, um (mit einer Gefahr) zu leben. Maßnahmen zur Sicherheit sind keinesfalls schlecht. Genau so wenig, wie die Freiheit des Menschen zu verteidigen. Beides sollte jedoch, gerade auch in Anlehnung an den Zeitgeist, mit den Menschen abgestimmt sein. Die Bereitschaft ist hier eine wichtige Komponente. Wir sehen es an Schweden – Gebote sind vielfach vorteilhafter, als Verbote. Auch, um die freiheitlichen Ideale des Menschen nicht zu sehr zu bedrohen. Denn ansonsten rebelliert der Mensch und realer Krieg ist die Folge.

Krieg kann somit als eine Folge der (teils illusionären) Einschränkungen der eigenen Freiheit gewertet werden. Der „temporäre“ Krieg soll dazu dienen, die Freiheit wieder herzustellen. Ähnlich ist es auch mit SARS-CoV-2 – hier wurde vielfach Kriegsrhetorik angewandt, um den vermeintlichen Kampf gegen das Virus zu gewinnen. Wie beim Krieg dient die zeitweilige Einschränkung der Freiheit des Menschen zur vollständigen Wiederherstellung. Einschränkungen sind der Freiheit dienlich – so zumindest die Argumentation von Politikern wie Karl Lauterbach (siehe ARTE Doku). Aber kann das der richtige Weg sein?

Wie auch bei der Geschichte von OSHO und der Sannyasin-Bewegung zu erkennen, gibt es durch die Themen Freiheit und Sicherheit ein hohes Radikalisierungspotential. Dabei wird dann gerne auch damit argumentiert, dass der Gegner immer radikaler wird, man selber müsse also dementsprechend handeln (und radikaler werden). Die eigene Freiheit zu wahren wird dann zu einem Machtkampf.

Letztes Beispiel hierzu: Die bekannte Seite Volksverpetzer hat vielfach polarisierende und brachiale Rhetorik genutzt und nutzt diese auch immernoch, um die Menschen, die für ihre Freiheit demonstrieren, als Ideologen zu diffamieren. Der Wortlaut nimmt dabei Züge an, wie etwa: „Während diese Woche bereits 848 Menschen gestorben sind, demonstrieren sektenhafte-Pandemie-Leugner mit „Wo sind die Toten?“-Laternen, die sie ihren Kindern in die Hand drücken. Wie abgedreht ist diese Ideologie eigentlich inzwischen?“

Pauschal kann ich also die anfängliche Frage, was wichtiger ist, ob Freiheit oder Sicherheit, nicht beantworten. Dies hängt vielfach von der innerlichen Geistesverfassung des Menschen ab.

Zum Abschluss dieses Blogbeitrags habe ich noch eine Geschichte für euch. Es handelt sich um die alte Parabel vom schwarzen Schaaf, welche ich für euch so aufbereitet habe, dass es in unseren Kontext von Freiheit und Sicherheit passt. Ich wünsche aufrichtiges Hinterfragen der hier geteilten Inhalte und zudem guten Genuss der Geschichte!


Das schwarze Schaaf

Ja, das ist die Geschichte vom freien Denken,

vom schwarzen Schaaf, das ließ sich nicht mehr vom Hirten lenken.

Und als es sich aus seinen Zügeln losriss

Und seinen Hirten das erste Mal biss –

da ward es ausgestoßen und in die weite Welt gesetzt.

Zögerlich zog es von dannen, voller Angst entsetzt.

Da bemerkte es, dass auch andere Tiere ohne Hirten lebten,

und ganz ungeniert für sich in den Tag hineinlebten.

Nun wollte es zurück und seinen Kameraden berichten,

die hatten aber kein Interesse daran, den Streit zu schlichten.

Verächtlich sahen sie ihn als Verräter, 

die Freiheit machte das dumme Schaaf zum Übeltäter.

Und so blieb es, wie es immer schon war,

Schaafe lieben Sicherheit, das ist wohl klar.


Ich hoffe, euch hat der Beitrag gefallen und ihr habt etwas Neues über die Themen Hermetik, Dualität, Freiheit, Sicherheit und Wissenschaft gelernt. Falls ihr Anregungen, Fragen oder Kritik an mich habt, dann schreibt mir doch auf Social Media oder per Mail.

Wer Freiheit für Sicherheit aufgibt, wird am Ende beides verlieren.

Benjamin Franklin:

Bleibt verständnisvoll,
euer Tristan.

Am 1. November 2020 erschien meine Analyse „COVID-19 (SARS-CoV-2) holistisch betrachtet“ auf Englisch mit einem Update auf researchgate. Ich habe mir nach Rückmeldungen von wiss. Mitarbeitern und Professoren die Mühe gemacht, meinen Artikel auch für ausländische Wissenschaftler verfügbar zu machen und außerdem um die mediale, wissenschaftliche und politische Entwicklung von Mai bis November zu ergänzen.

Anbei findet ihr nun den Link zum englischen Dokument sowie die Übersetzung auf Deutsch exklusiv auf meinem Blog. Für Rückmeldungen und Kritik stehe ich euch auf Whatsapp zur Verfügung. Ich wünsche viele Erkenntnisse und spannendes Hinterfragen!

Hier geht’s zum englischen Artikel auf researchgate.


Update

1. November 2020:

Während ich meine Analyse vom Deutschen ins Englische übersetzte, kam mir die Idee, einen kurzen Überblick über die aktuelle Situation in Deutschland zu geben. 

Die typische Grippesaison verläuft von der 40. Kalenderwoche des aktuellen Jahres bis zur 20. Kalenderwoche des neuen Jahres. In diesen Wochen nimmt die Zahl der Virusinfektionen enorm zu, sodass der Influenza-Bericht des Robert-Koch-Instituts nicht mehr nur monatlich, sondern wöchentlich erscheint.[1] Im Jahr 2020 begann die 40. Kalenderwoche am 4. Oktober 2020, und ab diesem Zeitpunkt begannen auch die SARS-CoV-2-Infektionen zyklisch zu steigen. Am 15. Oktober 2020 erreichte die Zahl der SARS-CoV-2-Infektionen den höchsten Stand seit Beginn der Tests. Am 22. Oktober 2020 überschritt die Zahl der Infektionen zum ersten Mal die Anzahl von 10.000 (11.287, um genau zu sein). Seitdem schwankt die Zahl der Neuinfektionen zwischen 10.000 und 20.000. Es muss jedoch berücksichtigt werden, dass auch die Testkapazität gestiegen ist (von 7.115 in KW 11 auf 272.397 in KW44).[2]

Quelle: Wikipedia COVID-19 Pandemie-Daten, 2020.[3]

Die zunehmende Fokussierung der deutschen Medien und Politik auf die Zahl der Neuinfektionen hat zu einer zunehmenden Dramatisierung der Situation geführt. Dabei geht es nicht um eine Verharmlosung von SARS-CoV-2 (COVID-19), sondern um die tatsächlich messbaren Auswirkungen (Erkrankungen, Todesfälle, Folgeschäden) der Infektionen als eine zentrale Kenngröße für den Ausgang dieser Pandemie. 

Da jedoch die messbaren akuten Schäden der Pandemie zunehmend aus dem politischen Blickfeld geraten sind und sich der Fokus nun auf die steigende Zahl der Infektionen verlagert hat, haben sich Bundeskanzlerin Angela Merkel, die Bundesministerpräsidenten und ihre Berater am 2. November 2020 für die Notwendigkeit eines erneuten Lockdowns in Deutschland entschieden, der dazu beitragen soll, die Kurve der Neuinfektionen abzuflachen.[4]

Obwohl dieses Dokument keine politischen Statements enthalten soll, muss festgestellt werden, dass viele Politiker diese Entscheidung stark kritisiert haben. Der Vizepräsident des Bundestages[5], Wolfgang Kubicki, appellierte sogar gegen diese politische, aber aus seiner Sicht rechtlich nicht haltbare, Entscheidung Klage zu erheben.[6] Diese Entscheidung wurde von Merkel ohne Zustimmung des Parlaments im Deutschen Bundestag getroffen. Deshalb argumentierte Kubicki: „Die Beschlüsse bleiben von solch einer bemerkenswerten Widersprüchlichkeit, dass nur fraglich erscheint, wann das erste Gericht sie kippt und nicht ob.“[7]

Was jedoch von größerem Interesse sein sollte, ist die wissenschaftliche Sicht auf die Auswirkungen dieser Entscheidung. Man muss die langfristigen Folgen dieser Entscheidung berücksichtigen. Der zweite Lockdown wird von der Politik dazu benutzt, die Welle der Neuinfektionen zu „brechen“, ohne ausgewogene Berücksichtigung der tatsächlichen COVID-19-Situation. Daher kann die Zahl der Infektionen jederzeit als zu hoch von Spitzenpolitikern wie Bundeskanzlerin Angela Merkel deklariert werden, was folglich neue Lockdowns rechtfertigen könnte, auch wenn ein Anstieg tatsächlich typisch für die Grippesaison ist. Was Politiker bei dieser Auffassung von Pandemien zudem nicht berücksichtigen, ist, dass das Virus weniger schädlich sein könnte, als noch zu Beginn.[8]

Wie man sieht, haben die Fehlinformationen und die Verwirrung der Bevölkerung durch Medien und Politik nicht aufgehört, obwohl jeder die faktischen Auswirkungen der Angst auf die psychische und physische Gesundheit aufgrund von Pandemien kennen sollte. Die Liste der Kritiker von Lockdown-Politiken und deren Langzeitschäden, darunter das Deutsche Netzwerk für Evidenzbasierte Medizin e.V.[9], das National Bureau of Economic Research (NBER)[10], das Institut der deutschen Wirtschaft (IW)[11], Leiter von Gesundheitsbehörden und andere, wurde jedoch noch viel länger.[12],[13][14],[15],[16],[17],[18] Im Folgenden ein Zitat der Stellungnahme der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, die mit Hilfe von Prof. Dr. Hendrick Streeck, Prof. Jonas Schmidt-Chanasit und 32 unterstützenden Organisatione veröffentlicht wurde[19]:

„[…] Wieder auf Lockdowns zu setzen, könnte – in der Hoffnung Infektionszahlen zu senken – die reflexartige Konsequenz darauf sein. Aber wir haben in den Monaten der Pandemie deutlich dazugelernt. Der Rückgang der Fallzahlen ist politisch zwar eine dringende Aufgabe, aber nicht um jeden Preis. Wir erleben bereits die Unterlassung anderer dringlicher medizinischer Behandlungen, ernstzunehmende Nebenwirkungen bei Kindern und Jugendlichen durch soziale Deprivation und Brüche in Bildungs- und Berufsausbildungsgängen, den Niedergang ganzer Wirtschaftszweige, vieler kultureller Einrichtungen und eine zunehmende soziale Schieflage als Folge. […]”[20]

Obwohl ein neuer Lockdown fatal sein könnte, zielt die deutsche Politik darauf ab, „die Infektionsdynamik schnell zu unterbrechen, so dass in der Weihnachtszeit keine weitreichenden Einschränkungen notwendig sind“.[21] Die Einschränkungen für das öffentliche Leben werden für ab dem 2. November 2020 festgelegt. Selbst der Generaldirektor der Weltgesundheitsorganisationen, Dr. David Nabarro, hat eine Kehrtwende vollzogen, als er in einem Interview mit dem Spectator sagte: „Wir appellieren wirklich an alle führenden Politiker der Welt: Hören Sie auf, Lockdowns als primäre Kontrollmethode einzusetzen.[22] Und der Europäische Direktor der WHO, Hans Kluge, stimmte dieser Ansicht am 29. Oktober 2020 zu, während er auf die wirtschaftlichen Nebenwirkungen neuer Lockdowns hinwies.[23] Aber es scheint, dass die deutsche Politik sich der langfristigen Kosten der Lockdowns und der Warnungen renommierter Experten nicht bewusst ist.

Ein weiterer Streitpunkt in Bezug auf Langzeitschäden ist die aktuelle Debatte über die Mund-Nasenschutz-Regelungen. Die wichtigste Arbeit wurde im Juni/Juli 2020 von der Psychologin Daniela Prousa durchgeführt. In ihrer Studie: „Studie zu psychologischen und psychovegetativen Beschwerden durch die aktuellen Mund-Nasenschutz-Verordnungenin Deutschland“ untersuchte sie die psychologischen und psychovegetativen Beschwerden des Mund-Nasenschutzes in einer Stichprobengröße von n=1010 in Deutschland. Die Ergebnisse sind recht erstaunlich:

„Die Tatsache, dass ca. 60% der sich deutlich mit den Verordnungen belastet erlebenden Menschen schon jetzt schwere (psychosoziale) Folgen erlebt, wie eine stark reduzierte Teilhabe am Leben in der Gesellschaft aufgrund von aversionsbedingtem MNS-Vermeidungsbestreben, sozialen Rückzug, herabgesetzte gesundheitliche Selbstfürsorge (bis hin zur Vermeidung von Arztterminen) oder die Verstärkung vorbestandener gesundheitlicher Probleme (posttraumatische Belastungsstörungen, Herpes, Migräne), sprengte alle Erwartungen der Untersucherin. Die Ergebnisse drängen auf eine sehr zeitnahe Prüfung der Nutzen-Schaden-Relation der MNS- Verordnungen.“ (Daniela Prousa, 2020)[24]

Dennoch fordern Politik, Medien und Wissenschaftler wie Dr. Christian Drosten[25] und Prof. Dr. Dr. Karl Lauterbach[26] das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes in der Allgemeinbevölkerung, obwohl es keine entsprechenden Belege dafür gibt, dass asymptomatische Erwachsene und Kinder infektiös sind – oder, dass der Mund-Nasen-Schutz daran etwas ändern wird. Nachdem Klaus Reinhardt, Präsident der Bundesärztekammer, den Nutzen von Gemeinschaftsmasken bezweifelte, forderte Karl Lauterbach seinen Rücktritt.[27] Aber es gibt noch weitere emotionale Äußerungen von Karl Lauterbach, vor allem was die Folgeschäden betrifft. Trotz der Tatsache, dass Grippe und andere Viren auch Folgeschäden verursachen[28], verwendete Lauterbach die Studie „Kognitive Defizite bei Menschen, die sich von COVID-19 erholt haben, im Vergleich zu Kontrollen“: Eine N=84.285 Online-Studie“ des Imperial College in London für seine Argumentation, obwohl sie nicht einmal von Fachkollegen begutachtet ist.[29] In der Talkshow Markus Lanz und auf seinem Twitter-Account nutzte er diese Studie, um seine Überzeugungen zu bekräftigen.[30],[31] Wissenschaftlich betrachtet, kann dies als zulässig angesehen werden, da es keine anderen Studien gibt, die dieses Ergebnis bestätigen. Daher sind weitere Untersuchungen notwendig, um die Aussagen Lauterbachs zu bestätigen. Aber solche voreiligen Schlussfolgerungen sind in der deutschen Politik, wie man sehen kann, sehr verbreitet.

Die Maßnahmen der deutschen Politik, wie das Tragen von Kleidermasken in Fußgängerzonen und die Schließung oder Einschränkung von Restaurants und Bars zu späten Zeiten (23 Uhr)[32], sind nicht nur unbewiesen, sondern müssen auch hinterfragt werden. Die Verwirrung durch verschiedene Maßnahmen und Arten von Lockdowns jeden Tag oder jede Woche muss aufhören, um potenziell schädliche psychische Auswirkungen für die Gesellschaft zu reduzieren (wie oben erwähnt). Wir haben in Deutschland im Jahr 2020 immer noch keinen Beweis für eine erhöhte Sterblichkeit (10-Monats-Prävalenz) im Vergleich zu den Jahren 2019 oder 2018. Todesfälle mit SARS-CoV-2 (nicht wegen) sind im Vergleich zu anderen Krankheiten nicht auffällig erhöht.

Quelle: Statista, 20.Oktober 2020.[33]

Wer mit SARS-CoV-2, aber nicht an SARS-CoV-2 stirbt, gilt in Deutschland immer noch als Corona-Toter. Obwohl die Sterblichkeitsrate bei SARS-CoV-2 (10-Monats-Prävalenz) im Gegensatz zu anderen Ursachen (12-Monats-Prävalenz) recht niedrig ist, gibt es in der Politik einen Bestätigungsfehler (confirmation bias) über die Gesamtgefahr von SARS-CoV-2 für die Bevölkerung. Quelle: Statista, 20.Oktober 2020.[34]

Es gibt so viele Diskussionen darüber, was getan werden könnte, um eine Ansteckung zu vermeiden, dass das psychologische und wirtschaftliche Wohlergehen der Bevölkerung von politisch aktiven Wissenschaftlern wie Drosten oder Lauterbach völlig in Vergessenheit gerät. Wir als Gesellschaft sollten uns nicht primär im die Infektionsrate kümmern. Darauf wies auch der Epidemiologe Gerard Krause in dem Nachrichtenportal Dlf hin. Während die Deutsche Gesellschaft für Virologie über den natürlichen Weg der Immunisierung mit SARS-CoV-2 besorgt ist, können wir jetzt sehen, dass sich der besondere Weg Schwedens auszahlt.[35] Die Infektionsraten in Schweden steigen zwar (vermutlich wegen der Testkapazitäten und des Wetters), aber die Fallsterblichkeit von SARS-CoV-2 in Schweden ist seit dem 29. Juli 2020 stets niedriger als 5 Todesfälle pro Tag. Obwohl Anders Tegnell, der schwedische Staatsvirologe, vom Konzept der Herdenimmunität nicht überzeugt war („Das Streben nach Herdenimmunität ist weder ethisch noch anderweitig zu rechtfertigen. Selbst wenn jüngere Menschen weniger schwer erkranken und seltener sterben, kann es dennoch vorkommen […]“)[36], könnte es in der Gesamtstatistik Hinweise darauf geben. An dieser Stelle möchte der Autor noch einmal daran erinnern, dass radikale Maßnahmen gegen SARS-CoV-2 schwere Nebenwirkungen haben, wie höhere Selbstmordraten, Traumata und psychische Schäden vor allem bei Kindern, die kaum betroffen sind. Hinzu kommen höhere Angst- und Depressionsraten und die Verschiebung notwendiger Operationen.[37],[38],[39],[40] Der Einsatz von Herdenimmunität und die Verbesserung des Schutzes von Risikogruppen könnte die beste Lösung sein, um Langzeitschäden zu minimieren.

Quelle: Wikipedia COVID-19 Pandemie-Daten, 2020[41]

Diese Maßnahmen können nachgewiesen werden. Mund-Nasen-Abdeckungen sind in diesem Zusammenhang nur eine potenzielle Maßnahme zum Schutz von Risikogruppen, nicht der allgemeinen Bevölkerung. Die Pflicht zum Tragen von Masken könnte lediglich psychologische und psychovegetative Schäden verursachen und gleichzeitig die natürliche Art der Immunisierung verlangsamen. Aber das deutsche Verwaltungsgericht antwortete auf den Dringlichkeitsantrag von Daniela Prousa mit der Bitte, die Mund-Nasen-Schutz-Verordnung endgültig aufzuheben, dass es keine Notwendigkeit gebe, die deutsche Bevölkerung in ihrer psychischen Gesundheit zu schützen. Der Staat sei, wie das Verwaltungsgericht behauptet, nur für die körperliche Unversehrtheit verantwortlich: „Ein Eingriff liegt nicht schon dann vor, wenn nur das psychische oder emotionale Wohlbefinden betroffen ist, vielmehr muss die körperliche Unversehrtheit betroffen sein.“[42] Hier haben wir ein Beispiel für nationale Ignoranz gegenüber der modernen wichtigen medizinischen Sichtweise, dass es eine Verbindung zwischen Körper und Geist gibt. Wie bereits im ersten Teil der Analyse beschrieben, erhält der Geist bei der Entstehung von Krankheiten, wie bei Krebs, Diabetes oder Virusinfektionen, immer mehr Aufmerksamkeit. Und es liegt in der Verantwortung des Staates nachzuweisen, dass es zunächst keine Auswirkungen des psychischen Wohlbefindens auf den Körper gibt (vgl. auch Rudolf Steiners Anthroposophie).[43]

Man muss sich fragen, ob alternative und ganzheitliche wissenschaftliche Meinungen nicht willkommen sind, wenn moderne Medien (Facebook, Youtube, Google) versuchen, Online-Inhalte von ehemaligen renommierten Experten wie Dr. Sucharit Bhakdi oder Dr. Wolfgang Wodarg zu zensieren.[44],[45] Kürzlich bestätigte ein Topmanager von Google, dass Google in der Lage ist, die Macht der Suchmaschine zu nutzen, um Einfluss auf den politischen Kurs zu nehmen.[46] Medien und Suchmaschinen haben die Fähigkeiten, dies in Bezug auf ihre Nutzerraten zu tun. Wie das Projekt Veritas herausgefunden hat, nutzen sie diese jedoch auch bewusst und bieten sie ohne Kosten für demokratische Parteien an, um politische Meinungen zu beeinflussen.[47]

Wenn das tatsächlich der Fall ist, gibt es in den meisten verwendeten modernen Medien keine wirkliche Meinungsfreiheit. Oder es gibt Meinungsfreiheit in bestimmten Bereichen, wo Medien und Politik in den Industrieländern dies zulassen. Politiker wie Cem Özdemir riefen wegen der Black-Lives-Matter-Bewegung zum Handeln auf, bezeichneten Kritiker der deutschen Corona-Politik dagegen als „#Covidiots“ und erzwangen damit die weitere Spaltung in unterschiedliche Überzeugungen des „Virenthemas“.[48] Özdemirs Meinung spiegelte sich auch in den Berichten über die Black-Lives-Matter-Demonstrationen wider.[49],[50] Während die Demonstranten dieser Demonstration als Philantrophisten („weltweit vereint gegen Rassismus“)[51] gefeiert wurden, die sich nicht an die geltenden SARS-CoV-2-Bestimmungen halten müssen, scheinen die „#Covidiots“ nach wie vor unsichere Bürger, Esoteriker oder politische Extremisten zu sein („Sie sind durch ihren Hass auf den Staat vereint“).[52],[53] Ich möchte noch einmal auf die negativen Auswirkungen der Stigmatisierung hinweisen. Hier scheinen die Medienberichte ambivalent zu sein und offensichtlich unterschiedliche Maßstäbe anzulegen.[54],[55],[56]

Wie man sieht, werden einige Forscher von Politikern und Medien favorisiert, wie der Chefarzt und Charité-Virologe Dr. Christian Drosten sowie Prof. Dr. Dr. Karl Lauterbach. Es scheint, dass Politiker heutzutage nur noch auf den Charité-Virologen hören, nicht mehr auf einen anderen Experten. Man sollte auch die Zwispalte in der Wissenschaft bedenken, die durch seinen Appell im April 2020 in der Öffentlichkeit entstanden: „Verlassen Sie sich nicht auf irgendwelche Professoren oder Ärzte, die behaupten, Mediziner zu sein und über diese Dinge Bescheid wissen“. Es soll nur „wenige Wissenschaftler in Deutschland geben, die sich mit dieser speziellen Viruserkrankung beschäftigen.“[57]

Karl Lauterbach war der am häufigsten eingeladene Fernsehgast in der SARS-CoV-2-Debatte (14 Auftritte). Der einzige geladene Gast, der gelegentlich die Politik kritisiert, Hendrick Streeck, hatte nur 6 Auftritte. Bhakdi selbst behauptete nicht die gleiche Fernsehzeit zu bekommen wie andere Wissenschaftler, obwohl ihn sein Fachwissen zu einem wertvollen und gut informierten Experten machen würde.145 Auch wenn Streecks Heinsberg-Studie (2020) ausgezeichnet war und das SARS-CoV-2-Virus besser einschätzbar gemacht hat, wird seine Meinung leider immer noch nicht von der deutschen Politik anerkannt (Stanford Prof. Dr. Ioannidis bestätigte Streecks Ergebnisse kürzlich durch die Veröffentlichung einer Meta-Analyse bei der WHO, die zu dem Schluss kam, dass die Letalität von COVID-19 bei etwa 0,23 liegt, aber geringer wäre, wenn ältere Menschen wirksamer geschützt würden).[58]

Quelle: Spiegel, (2020).[59]

Während es in Deutschland noch immer kein Interesse zu geben scheint, ausgewogene oder gar politikkritische Debatten durch Medien wie Funk, Spiegel oder RTL zu organisieren, ist Servus TV der erste (österreichische) Fernsehsender mit regelmäßigen kritischen Gästen wie Dr. Sucharit Bhakdi und Dr. Stefan Homburg. Leider scheinen einige „populäre“ Wissenschaftler kein Interesse an einem stetigen Austausch von wissenschaftlichen Erkenntnissen unter Kollegen zu haben. Beispielsweise ist Prof. Dr. Drosten nicht mehr an einem Austausch mit dem bekannten Kollegen Streeck interessiert. Wie WELT berichtet, schrieb Streeck E-Mails an Drosten, erhielt aber keine Antwort. „Streeck sagt, er gönne Drostens Erfolg nach, aber er glaubt, dass an ihn ein anderer Maßstab angelegt wird als an Drosten. Dieses Beispiel illustriert den ständigen Mangel an Kooperation zwischen Experten in Deutschland.

Ein weiteres Ergebnis von Streecks Heinberg-Studie war das geringe Risiko einer Infektion durch Oberflächen in der häuslichen Umgebung. Es gibt zwar einige Studien, die darauf hindeuten, dass SARS-CoV-2 einen Monat auf Oberflächen und damit zehn Tage länger als die Grippe überleben könnte[60], und andere, die behaupten, dass SARS-CoV-2 bei Raumtemperatur nur bis zu sieben Tage überlebt[61], aber es gibt noch keinen geeigneten Beweis für eine mögliche Erkrankung durch Schmierinfektion. Dennoch behauptet das deutsche Gesundheitsministerium dies auf seiner informativen Website https://www.zusammengegencorona.de, ohne seine Aussagen zu verifizieren. Und sie werben für die Verwendung von Masken zum Mund-Nasen-Schutz, aber nicht als Schutz vor Husten (angesichts des schwachen Schutzes von Gemeinschaftsmasken vor Viren, wie sie selbst schreiben), sondern gegen häufiges Berühren des eigenen Gesichts. Wiederum ohne jeden Beweis.

„Eine Maske aus Stoff fängt einen Teil der Tröpfchen auf.
Aber die Tröpfchen und das Virus sind winzig klein.
Das Stoff-Gewebe ist dagegen sehr grob.
Die Viren sind kleiner als die Löcher in dem Stoff.
Ein Teil der Viren kann trotzdem hindurch gelangen.

Warum sollten Sie trotzdem eine Maske aus Stoff tragen?

Auch eine Maske aus Stoff hilft,
damit sich weniger Menschen mit dem Corona-Virus anstecken.
Sie fassen sich zum Beispiel seltener in das Gesicht
und berühren nicht so oft Ihre Augen oder Ihre Nase.
Außerdem gibt es manchmal Momente,
bei denen Sie nicht den Abstand von mindestens 1,5 Metern einhalten können.
Zum Beispiel beim Einkaufen, im Bus oder in der Bahn.
Das Corona-Virus kann auch äußerlich übertragen werden
über sogenannte Schmier-Infektionen.“[62]

Wie man sehen kann, geht es in dieser Debatte nicht darum, eine wissenschaftlich fundierte und langfristige Lösung zu finden, die natürlich die Beziehung zwischen lang- und kurzfristigen Schäden bewerten sollte. Man sieht es vor allem, wenn man mit der bekannten Suchmaschine nach der Anzahl der Suchergebnisse sucht. Dort kann man nicht nur den Unterschied in der Qualität, sondern auch in der Quantifizierung der Berichte sehen. Mir scheint, dass es in den meistgenutzten Medien confirmation bias gibt, wenn es darum geht, neutral und unparteiisch über verschiedene Arten von Meinungen und auch in der Quantität der Berichte über bestimmte Wissenschaftler im Umgang mit SARS-CoV-2 zu kommunizieren.

„Streeck Corona“: 896.000 Ergebnisse
„Lauterbach Corona“: 6.190.000 Ergebnisse
„Drosten Corona“: 2.850.000 Ergebnisse
„Bhakdi Corona“: 1.070.000 Ergebnisse
„Wodarg Corona“: 159.000 Ergebnisse
„Wiehler Corona“: 537.000 Ergebnisse
„Robert Koch Institut Corona“: 30.400.000 Ergebnisse
(Google-Suchergebnisse, vom 24. Oktober 2020)

Meiner Meinung nach kann das Vertrauen in die Meinung von Experten nicht der künftige Standard sein. Jeder Bürger ist dafür verantwortlich, sich zu informieren, um die aktuelle Situation einzuschätzen. Für die Lockdown-Politik am 2. November muss jeder Bürger Bedenken und Überlegungen äußern, insbesondere wenn es um die eigene wirtschaftliche Existenz geht.[63] Und auch, um die vorherrschende Meinung der Regierung zu hinterfragen und sie zu einem politischen Kurswechsel im Interesse der Gesundheit aller, vor allem aber der Kinder zu bewegen, wie der Kinderforscher Michael Hüter die deutsche Politik warnt: „Eine ganze Generation ist kollektiv traumatisiert.“

Ich selbst habe angefangen, die Bedeutung von Platons Trivium zu erkennen, insbesondere wenn ich Nachrichtenberichte, Beiträge in den sozialen Medien lese und Fernsehberichte über SARS-CoV-2 sehe. In seinem Trivium definierte Platon die logischen Fehler, die sehr hilfreich sind, um andere Argumente abzuwägen. Wenn zum Beispiel jemand behauptet, etwas über SARS-CoV-2 zu wissen, nur weil ein Wissenschaftler etwas darüber gesagt hat, helfen die logischen Irrtümer dabei, es als einen Appell an die Autorität zu erkennen. Autorität kann niemals Argumente ersetzen, sonst würde die Gesellschaft nicht rational handeln. Ein anderes Beispiel könnte der Appell an die Angst sein, der viele Male als Instrument benutzt wurde, um bestimmte politische Regelungen zu erreichen. Es gibt noch weitere Beispiele und ich kann das Trivium nur empfehlen, um bestimmte Meinungen zu hinterfragen.

Abschließend möchte ich den Leser noch einmal an die Bedeutung der eigenen Gesundheit erinnern. Niemand anders kann für die körperliche und geistige Gesundheit verantwortlich sein als derjenige, der den Körper besitzt. Wir als Gesellschaft können nicht erwarten, dass die Wissenschaftler uns retten, wenn wir selbst die Bedeutung eines gesunden Lebensstils und der Krankheitsprävention vergessen. Angefangen bei uns selbst, können wir auch andere Menschen daran erinnern, hinauszugehen und die Natur, das Essen und unsere Kommunikation mit anderen zu genießen. Wenn wir versuchen, uns völlig zu isolieren, wird die Situation noch schlimmer werden. Das Immunsystem sollte wieder in den Mittelpunkt unserer Aufmerksamkeit rücken. Nicht nur, um Krankheiten vorzubeugen, sondern auch, um das Leben für alle wieder sehr angenehm zu machen.

Vielen Dank fürs Lesen.

Tristan Nolting.


Literaturverzeichnis:

[1]https://influenza.rki.de

[2]Robert Koch-Institut. (29. Oktober, 2020). Laborkapazität für Tests auf das Coronavirus (COVID-19) in Deutschland bis KW 44 2020 (Tests pro Tag) [Graph]. In Statista. Zugriff am 30. Oktober 2020, von https://de.statista.com/statistik/daten/studie/1110951/umfrage/testkapazitaeten-fuer-das-coronavirus-covid-19-in-deutschland/

[3]https://en.wikipedia.org/wiki/Template:COVID-19_pandemic_data

[4]https://www.welt.de/politik/deutschland/article218786968/Corona-Regeln-Neuer-Lockdown-Das-ist-verboten-das-ist-erlaubt.html

[5]https://www.epochtimes.de/politik/deutschland/kubicki-nahezu-kompletter-lockdown-wird-lage-nicht-verbessern-a3366944.html

[6]https://www.epochtimes.de/politik/deutschland/kubicki-ruft-zu-klagen-gegen-neue-corona-beschluesse-auf-a3367605.html

[7]https://www.liberale.de/content/kubicki-interview-fuer-die-passauer-neue-presse

[8]https://www.n-tv.de/wissen/Killer-oder-Schnupfen-Wie-mutiert-das-Virus-article21854892.html

[9]https://www.ebm-netzwerk.de/de/veroeffentlichungen/covid-19

[10]https://corona-transition.org/nber-studie-maskenpflicht-und-lockdown-brachten-nichts

[11]https://www.epochtimes.de/politik/deutschland/fdp-chef-kritisiert-corona-plan-der-regierung-a3366865.html

[12]https://www.servustv.com/videos/aa-2549xqckh2111/

[13]https://www.youtube.com/watch?v=k7blF3wmoeE

[14]https://www.epochtimes.de/politik/deutschland/oberster-richter-von-rheinland-pfalz-warnt-vor-sonderrechtsregime-der-bundesregierung-a3358500.html?meistgelesen=1

[15]https://www.epochtimes.de/politik/deutschland/gesundheitsamtsleiter-puerner-nach-kritik-ins-ministerium-zitiert-meine-meinung-lasse-ich-mir-nicht-verbieten-a3361419.html

[16]https://www.epochtimes.de/politik/ausland/wirtschaft-warnt-eindringlich-zweiter-lockdown-waere-fuer-deutschland-fatal-a3363610.html

[17]https://www.deutschlandfunk.de/epidemiologe-gerard-krause-erkrankungszahlen-sollten-der.676.de.html?dram:article_id=485544

[18]https://www.youtube.com/watch?v=k7blF3wmoeE

[19]https://www.kbv.de/media/sp/2020-11-02_KBV-Positionspapier_COVID-19.pdf

[20]https://www.kbv.de/media/sp/2020-11-02_KBV-Positionspapier_COVID-19.pdf

[21]https://www.thelocal.de/20201028/germanys-lockdown-proposal-to-save-christmas-leaked-what-you-need-to-know

[22]https://www.meinbezirk.at/niederoesterreich/c-regionauten-community/who-aendert-haltung-zu-lockdowns-und-spricht-sich-nun-dagegen-aus_a4288455

[23]https://www.epochtimes.de/politik/ausland/who-warnt-vor-negativen-nebeneffekten-landesweiter-corona-lockwdowns-a3368501.html

[24]Prousa, D. (2020). Studie zu psychischen und psychovegetativen Beschwerden mit den aktuellen Mund-Nasenschutz-Verordnungen. PsychArchives. https://doi.org/10.23668/PSYCHARCHIVES.3135

[25]https://twitter.com/karl_lauterbach/status/1272932776401162241?lang=en

[26]https://www.t-online.de/nachrichten/panorama/id_88497902/virologe-drosten-erklaert-darum-sollten-sie-alltagsmasken-tragen.html

[27]https://www.zeit.de/wissen/gesundheit/2020-10/klaus-reinhardt-aerztepraesident-masken-schutz-karl-lauterbach

[28]Verkäufer SA, Hagan RS, Hayden FG, Fischer WA 2. Die versteckte Last der Grippe: Ein Überblick über die extra-pulmonalen Komplikationen einer Influenza-Infektion. Influenza Andere Atmungsviren. 2017;11(5):372-393. doi:10.1111/irv.12470

[29]Hampshire et al. (2020). Kognitive Defizite bei Personen, die sich von COVID-19 erholt haben, in Bezug auf Kontrollen Eine N=84285 Online-Studie. Pre-Print wurde am 21. Oktober von https://doi.org/10.1101/2020.10.20.20215863 heruntergeladen.

[30]https://www.youtube.com/watch?v=UDzONUyvfWA

[31]https://twitter.com/Karl_Lauterbach/status/1322101344283537408

[32]https://www.tagesschau.de/inland/corona-gipfel-massnahmen-101.html

[33]gbe-bund.de. (19. Mai, 2020). Anzahl der Todesfälle in Deutschland nach Geschlecht im Zeitraum von 1950 bis 2018 [Graph]. In Statista. Zugriff am 26. Oktober 2020, von https://de.statista.com/statistik/daten/studie/182907/umfrage/anzahl-der-todesfaelle-in-deutschland-nach-geschlecht-seit-1950/

[34]Statistisches Bundesamt. (19. Mai, 2020). Anzahl der Todesfälle in Deutschland nach häufigsten Todesursachen und Geschlecht im Jahr 2018 [Graph]. In Statista. Zugriff am 25. Oktober 2020, von https://de.statista.com/statistik/daten/studie/215791/umfrage/todesfaelle-in-deutschland-nach-todesursachen-und-geschlecht/

[35]https://twitter.com/c_drosten/status/1318188318555840512

[36]https://www.epochtimes.de/politik/ausland/schwedens-epidemiologe-tegnell-lockdowns-sind-keine-langfristige-loesung-a3366086.html

[37]https://www.neurologen-und-psychiater-im-netz.org/psychiatrie-psychosomatik-psychotherapie/news-archiv/meldungen/article/experten-zunahme-von-depressionen-und-angststoerungen-durch-corona/

[38]https://www.welt.de/wirtschaft/article208557665/Wegen-Corona-In-Deutschland-wurden-908-000-OPs-aufgeschoben.html

[39]https://www.augsburger-allgemeine.de/bayern/So-hat-sich-die-Suizidrate-in-Deutschland-waehrend-der-Corona-Krise-entwickelt-id57332446.html

[40]https://www.epochtimes.de/politik/deutschland/kindheitsforscher-die-corona-krise-ein-trauma-fuer-eine-ganze-generation-a3366036.html

[41]Wikipedia.org (2020). Vorlage:COVID-19 Pandemie-Daten. URL: https://en.wikipedia.org/wiki/Template:COVID-19_pandemic_data

[42]https://www.epochtimes.de/politik/deutschland/klage-gegen-rki-abgelehnt-psychisches-oder-seelisches-wohlbefinden-spielt-keine-rolle-psychologin-empoert-a3350829.html

[43]Steiner, R. (2020): Zum Corona Rätsel – Ein Beitrag der Geisteswissenschaft. Rudolf Steiner Ausgaben.

[44]https://m.facebook.com/83788386909/photos/a.93443706909/10157137171071910/?type=3&source=48

[45]https://www.handelsblatt.com/technik/it-internet/soziales-netzwerk-aufsichtsgremium-entscheidet-nun-bei-facebook-ueber-strittige-inhalte/25805056.html?ticket=ST-2271542-L5zIhTVDWOzNo7R37yOh-ap6

[46]https://www.theeuropean.de/boris-reitschuster/youtube-loescht-einfach-ein-kritisches-video-mit-sucharit-bhakdi/

[47]https://www.epochtimes.de/politik/ausland/project-veritas-google-manager-vor-versteckter-kamera-politische-zensur-zugegeben-a3362534.html

[48]https://twitter.com/cem_oezdemir

[49]https://www.tagesschau.de/inland/georgefloyd-protest-deutschland-101~Lupe_pos-0.html

[50]https://www.tagesspiegel.de/berlin/black-lives-matter-demo-in-berlin-veranstalterin-ist-froh-dass-nicht-zu-viele-menschen-teilnahmen/25955494.html

[51]https://www.zeit.de/thema/black-lives-matter

[52]https://www.zeit.de/wissen/2020-09/corona-demos-berlin-rechtsextremismus-verschwoerungstheorien-sozialpsychologie

[53]https://www.spiegel.de/politik/deutschland/ach-so-ja-nazis-sind-auch-da-a-7805e693-69e2-4f7e-be82-af54a01f4435

[54]https://www.nordbayern.de/politik/kommentar-bei-demos-darf-es-nicht-zweierlei-mass-geben-1.10168361

[55]https://www.tagesschau.de/kommentar/corona-demos-111.html

[56]https://www.fr.de/meinung/corona-krise-covid-19-berlin-29-08-leugner-nazis-verschwoerungstheorien-hildmann-merkel-90033426.html

[57]https://www.youtube.com/watch?v=9AV4MTs5Mj0

[58]Ionnidis, John P.A. (2020). Aus Seroprävalenzdaten abgeleitete Infektionstödlichkeitsrate von COVID-19. Bulletin der Weltgesundheitsorganisation. Meta-Forschungs-Innovationszentrum in Stanford (METRICS). https://www.who.int/bulletin/online_first/BLT.20.265892.pdf

[59]https://de.statista.com/statistik/daten/studie/1119839/umfrage/meisteingeladene-gaeste-in-den-talkshows-rund-um-das-thema-corona/

[60]Riddell, S., Goldie, S., Hill, A. et al. Der Einfluss der Temperatur auf die Persistenz von SARS-CoV-2 auf gemeinsamen Oberflächen. Virol J 17, 145 (2020). https://doi.org/10.1186/s12985-020-01418-7

[61]Chan KH, Sridhar S, Zhang RR, et al. Faktoren, die die Stabilität und Infektiosität von SARS-CoV-2 beeinflussen. J Hosp-Infekt. 2020;106(2):226-231. doi:10.1016/j.jhin.2020.07.009

[62]https://www.zusammengegencorona.de/leichtesprache/wie-koennen-ihnen-masken-helfen/

[63]https://www.epochtimes.de/politik/deutschland/bericht-bund-dringt-auf-drastische-anti-corona-massnahmen-ab-4-november-a3366551.html

Einigen von euch ist es sicherlich schon aufgefallen. Der Name meiner Webseite und Social-Media Kanäle lautet @tristanstrivium. Aber was hat es damit auf sich?

Als ich mein erstes Buch Odyssee im 21. Jahrhundert geschrieben habe, bin ich bei der Recherche der alten Kulturen auf die Schriften von Platon gestoßen. Platon war unter anderem bekannt für seine erkenntnis-theoretischen Denkansätze, um zwischen Fiktion und Realität unterscheiden zu können.

Dafür hat er nicht nur die Lehrmethode des Triviums (3) definiert, sondern auch die, des Quadriviums (4). Zusammen waren diese beiden Werkzeuge des Wissens an den Universitäten des Mittelalters als 7 freie Künste bekannt. In den letzten hundert Jahren sind die freien Künste aus dem Gedächtnis der Menschen verschwunden und das, obwohl sie wichtiger werden denn je. Die Nutzung ist trivial und dennoch genial.

„Dadurch, dass man lernt, wie man denken sollte – anstatt was man denken sollte – bildet dieser Ansatz die Basis für die Kunst und die Wissenschaft den eigenen Verstand zu nutzen als auch die Basis für das Wissen über die Materie.“

(Auf die Wichtigkeit des WIE, anstatt des WAS, habe ich bereits in einigen Publikationen hingewiesen.)

Dabei besteht das Trivium aus den drei Elementen Rhetorik, Grammatik und Logik, wohingegen das Quadrivium aus den Elementen Arithmetik, Geometrie, Musik und Astronomie besteht.

Zum Verständnis der Funktion beider komplementärer Künste (Trivium und Quadrivium) und deren Elemente, habe ich in meinem Buch Odyssee im 21. Jahrhundert folgende Erklärung angeführt:

„Der Grund für den Fachjargon in der Wissenschaft ist die Abhebung von der normalen Sprache in komplexere Gebilde von Theorien und Definitionen. Neben der Tatsache, dass in Psychologie, Physik oder Didaktik jeder Wissenschaftler seine ganz eigenen Definitionen für Fachwörter nutzt, ist die Fachsprache die Ausdrucksweise eines Menschen, welcher sich mit höchst anspruchsvollen Themen auseinandersetzt. Und meistens über abstrakte Theorien, welche im Alltag keine Anwendung finden. Die freien Künste nach Platon bringen Licht ins Dunkle und zeigen auf, wie ein Mensch beschaffen ist […] Jedes Experiment [und damit auch notwendigerweise jede Beobachtung] gelangt über unsere fünf Sinne in unseren Verstand. Durch Trivium und Quadrivium hat der Verstand die Möglichkeit, dieses Experiment zu verarbeiten.“ (Nolting, Odyssee im 21. Jahrhundert, 2020)[1]

Um gegenseitiges Kommunizieren und verstehen zu ermöglichen, sollten wir sowohl auf unsere Eigene als auch auf die Rhetorik, Logik und Grammatik des Argumentationspartners achten.

Grammatik ist die Fähigkeit zur Sammlung von Elementen im Sprachgebrauch, um diese als Wissensbasis nutzen zu können. Die Logik dient der Beseitigung von Widersprüchen in der Grammatik, sodass der Zusammenhang verstanden werden kann. Die Rhetorik dient schlussendlich der einfachen Weitergabe des Wissens, sodass die Erkenntnisse ins Alltagsleben integriert werden können.[2]

Die Wichtigkeit des Triviums im Austausch miteinander wird bis heute noch maßgeblich unterschätzt. Dafür möchte ich insbesondere auf den Aspekt der Logik genauer eingehen. Ihr werdet sehen, welche Vorteile die Kenntnis um Platon’s Trivium birgt.

Die Macht der Logik

Habt ihr euch nicht auch einmal gefragt, wie ihr in unserer Zeit zwischen guten und schlechten Argumenten unterscheiden könnt? In unserem Informationszeitalter gibt es leicht ersichtlich so viele Informationen, dass es sehr schwer fällt, zwischen Wahrheit und Ideologie zu unterscheiden. Ob es nun um das Thema Corona, Ernährung oder Sport geht, ist erst einmal egal. Wer einen wissenschaftlichen Anspruch hat, der sollte wissen, wie eine logische Argumentation aufgebaut ist und eben auch, was sie nicht enthalten sollte.

Nach Platon gibt es vier Schritte in der Wissenschafstheorie (wissenschaftliche Methode), die erfüllt sein müssen, um als logisch zu gelten. Dazu gehört…

  1. Beobachten: Der zu messende Effekt wird durch Studium der Natur beobachtet
  2. Hypothese aufstellen: Der Effekt wird untersucht und zur Erklärung des Verhaltens werden Thesen aufgestellt
  3. Extrapolieren: Die wahrscheinlichste These wird untersucht, um Vorhersagen über zukünftiges Verhalten zu machen
  4. Verifizieren: Mehrfache Wiederholung des Experiments zur Verifizierung der Reproduzierbarkeit

Je einfacher die Hypothese ist, desto leichter lässt sie sich auch beweisen. Je komplexer das Konstrukt, desto mehr Details, Variablen und somit auch Fehler enthält sie. Sokrates, der Lehrer Platons, wusste beispielsweise, dass eine komplexe Theorie gleichzeitig auch zu einem Verlust der Wirklichkeit führte und wies daher mit seinem Satz: „Ich weiß, dass ich nicht weiß“, auf die Notwendigkeit zum Hinterfragen des eigenen Wissens hin. Theorien sind nur das, was man zu wissen meint. Um die möglichen Fehler einer Argumentationskette zu überprüfen und sie möglichst nachvollziehbar zu halten, hat Platon die logischen Irrtümer mit ins Spiel gebracht.

Logische Irrtümer

Zur Veranschaulichung werden hier beispielhaft einige logische Irrtümer aufgelistet und mit Beispielen untermauert. Eine vollständige Liste findet sich im Anhang Je häufiger die logischen Irrtümer zur Überprüfung von Argumenten im Alltag verwendet werden, desto leichter erschließt sich der Umgang. Die logischen Irrtümer sind wichtiger denn je, gerade auch um Falschaussagen, von Politiker, Wissenschaftlern und vermeintlichen Experten auf die Spur zu kommen.

  • Ad Hominem: Auf eine sachliche Aussage wird mit einem persönlichen Angriff reagiert. Dies ist der Versuch die Person zu diskreditieren, um zu vermeiden, dass man mit logischen Argumenten reagieren muss, die man eventuell nicht parat hat.
    Beispiel: Person 1: „Donald Trump setzt sich für Friedensverträge ein.“ Person 2: „Donald Trump ist ein Rassist!“
  • Appell an Authorität: In bestimmten Situationen müssen wir uns auf der Suche nach Antworten an Experten wenden. Wenn jemand auf die Meinung eines Experten verweist, ist es wichtig zu prüfen, ob diese Person a) wirklich ein Experte ist und b) ob der Experte unabhängig ist oder ob er finanzielle Interessen bezüglich des Themas hat. Man sollte stets prüfen ob ein Verweis auf eine Expertenmeinung nicht vermieden werden kann
    Beispiel: Person A: „Leonhard Held folgert, dass die Studie von Christian Drosten statistische Fehler enthält.“ Person B: „Aber Christian Drosten ist doch der führende SARS-Experte!“
  • Appell an Glauben: Argumentieren, dass etwas wahr ist, weil die Religion oder Ideologie es vorgibt
    Beispiel: Person A: „Stimmt das?“ Person B: „Ich schwöre auf die Bibel.“ Anmerkung: Religionen sind meist keine Glaubensgemeinschaften, in denen spirituelle Erfahrungen vermittelt werden. Vielmehr sind Religionen sinnentleerter Bräuche und Glaubenssätze, die erzählt werden, um Gemeinschaften zu annektieren und zu erhalten.
  • Appell an Gewohnheit: Argumentieren, dass eine bestimmte Handlung gut und richtig ist – z.B. moralisch korrektes Verhalten – weil sich die Mehrheit so verhält
    Beispiel: Sklaverei & Schwulenfeindlichkeit in der Vergangenheit
  • Appell an Emotionen: Der Versuch Unterstützung für eine Sache zu erhalten, indem man im Gesprächspartner bestimmte Emotionen auslöst statt sich mit objektiven Argumenten auseinander zu setzen
    Beispiel: Verschiedene Emotionen erwecken (Humor, Mitgefühl, Wut, Stolz etc.): „Man selbst könnte jederzeit angegriffen werden. Daher benötigt jeder eine Feuerwaffe!“
  • Appell an Angst: Durch das Aufzeigen und Ausmalen schrecklicher Konsequenzen, die eine Entscheidung haben könnte, wird versucht jegliche positiven Aspekte der Entscheidung als irrelevant abzutun
    Beispiel: Corona-Lockdown
  • Appell an Popularität: Wenn die meisten Menschen etwas gutheißen, muss es wohl gut sein
    Beispiel: Corona-Atemschutzmaske
  • Falsches Dilemma: Es werden nur 2 Optionen präsentiert, um ein Problem zu lösen, obwohl auch noch andere Alternativen möglich wären
    Beispiel Klimawandel: Entweder steigt Deutschland bis 2030 aus dem Kohleabbau aus oder der Klimawandel verschlimmert sich.
  • Deckmantel: Wenn man in einer Diskussion auf ein schwer zu widerlegendes Argument stößt, beginnt man einfach eine lange Liste andere Themen in kurzer Abfolge in die Diskussion einzuwerfen in der Hoffnung, dass das ursprüngliche Argument in Vergessenheit gerät
    Beispiel: Stefan Homburg erklärt die Reproduktionszahl und, dass der Lockdown keinen Einfluss auf die Reproduktionszahl gehabt hat. Ergo sei der Lockdown nicht notwendig um die Anzahl der Infektionen zu reduzieren. Richard Greil erklärt, dass dies eine Fehlinterpretation sei und, dass sich das Verhalten der Menschen bereits vor dem Lockdown geändert hat.
  • Rampenlicht: Die Tatsache, dass viele Menschen ihre Aufmerksamkeit auf ein bestimmtes Thema richten, bedeutet noch nicht automatisch, dass es wirklich relevant ist
    Beispiel: Black-lives-matter – hierbei sei die Verhältnismäßigkeit gegenüber anderen Bedrohungen beachtet und auch die Frage, ob Rassismus die Ursache ist oder nur die Folge eines bestimmten gesellschaftlichen Verhaltens. Sind der Ursprung der Proteste und die Maßnahmen gerechtfertigt oder handelt es sich um ein Massenphänomen?
  • Strohmann (ähnlich auch Roter Hering): Man nimmt eine Position oder Behauptung einer anderen Person, übertreibt und verzerrt sie und greift dann diese verzerrte Behauptung an, weil sie einfacher als falsch entlarvt werden kann
    Beispiel: Person A: „Wieso setzt du dich nicht für ein Abtreibungsgesetz ein?“ Person B: Du scheinst ein Psychopath zu sein. Als nächstes erzählst du auch noch, dass du eine Waffe mit dir herumträgst mich erschießen willst! Ich trete für ein Anti-Waffen-Gesetz ein.“

Mir hat das Trivium beim Verständnis vieler Sachzusammenhänge weitergeholfen. Durch die logischen Irrtümer konnte ich immer wieder auch meine eigenen Argumente überprüfen – und außerdem gestehe auch gerne ein, dass ich einen Argumentationsfehler habe, wenn mich jemand auf den entsprechenden logischen Irrtum hinweist. Zur Erkenntnis der logischen Irrtümer ist die Beachtung der Grammatik (Wortschatz) und Rhetorik (Gestik, Mimik, Stimme) natürlich ebenso wichtig. Darum ist genaues Beobachten und Hinhören unerlässlich.

In den kommenden Tagen werde ich meine Sars-CoV-2 (COVID-19) Analyse vom Mai nochmal auf Englisch veröffentlichen. Am Ende befindet sich ein 5-6 seitiges Update, welches explizit auf das Trivium zur Überprüfung der Argumentation in der Corona-Debatte hinweist. Hier folgt jedoch nochmal ein eigener Blogartikel, auf den ihr euch freuen könnt.

Ihr seht, das Trivium ist für mich so wichtig geworden, dass ich es inzwischen sogar im Künstlernamen trage. Ich wünsche mir, dass ich mehr Menschen für offene Debatten und Argumentationskultur begeistern kann. Und, dass das Trivium eine geeignete Lehrmethode hierfür darstellt.

Damit bedanke ich mich fürs Lesen und sage bis bald!

Herzlich,
Tristan.


Literatur:

[1]Tristan Nolting (2020): Odyssee im 21. Jahrhundert. Tredition, 2. Auflage.
[2]Otfried Höfe (2009): Aristoteles: Die Hauptwerke: Ein Lesebuch. A. Francke Verlag.