Überraschung, Überraschung: Es gibt schon wieder ein neues Buch von mir! Damit sind es schon drei neue dieses Jahr… man munkelt, dass ich fleißig war. Jedenfalls stelle ich dir in diesem Blogartikel vor, worum es in diesem Buch geht. Kleiner Spoiler: „Die Würde des Ungeimpften“ ist ein Manifest von mir und Christopher Reusch gegen die Diskriminierung von ungeimpften Menschen!

Teil 2 des Trailers erscheint am 5. Dezmber 2021!

Medienecho:

… wird hier aktualisiert …

Mein fünftes Buch: „Die Würde des Ungeimpften“

Kurzinfos:

Kaufen bei Tredition
Bald erhältlich bei: Amazon | Thalia | Mayersche | Hugendubel & Co.

Titel: Die Würde des Ungeimpften – Ein Freiheitsgelübde in Kurzgeschichten
Kosten: Hardcover 13€ | Softcover 25€ | eBook 9,99€€
ISBN: Hardcover 978-3-347-47754-4  | Softcover 978-3-347-47752-0  | eBook 978-3-347-47757-5
Verlag: Tredition
Seitenzahl: 254
Wörter: ca. 48.000
Format: DIN Taschenbuch (19×12,5cm)
Veröffentlichungsdatum: 1. Dezember 2021
Leseprobe: auf Tredition

Der Klappentext zum Buch lautet:

Die COVID-19-Pandemie wird ein historisches Ereignis für die Menschheit sein. Nicht, weil die Menschheit droht durch ein Virus ausgelöscht zu werden, sondern weil sich nun zeigt, mit welchem Bewusstsein die Menschheit in die Zukunft schreiten möchte.

Wollen wir die Diskriminierung gegenüber Andersdenkenden weiter akzeptieren?

Die aktuellen Debatten über Impfpflichten – Österreich hat die allgemeine Impfpflicht für 2022 bereits angekündigt – und 2G-Regeln (geimpft und genesen) sprechen für sich. Die Welt droht im Chaos ihrer eigenen Gesundheitsdiktatur zu versinken.

„Die Würde des Ungeimpften“ soll der Gesundheitsdiktatur und der Spaltung der Gesellschaft entgegenwirken. Mit anschaulichen Kurzgeschichten über die Freiheit wird dem Leser aufgezeigt, welche irrwitzigen und tragischen Wege das Leben im 21. Jahrhundert angenommen hat.

Und wie die Gesellschaft wieder zu einem sinnvolleren Leben zurückkommen kann.

Die Würde des Ungeimpften – Ein Freiheitsgelübde in Kurzgeschichten (2021)

Du siehst, lieber Leser, mein guter Freund & Co-Autor Christopher und ich haben schon in der Zusammenfassung des Buches klare Worte gefunden. Noch deutlicher sind wir dann auch in unserem Buch „Die Würde des Ungeimpften“ geworden, denn wir haben unsere Gedanken Zum Zeitgeschehen in Form von Kurzgeschichten verpackt. Aktueller und metaphorischer kann ein Buch wirklich nicht sein.

Wir sind gegen die bewusste Diskriminierung, gegen die unverhältnismäßigen Einschränkungen und gegen die zunehmende Ungleichbehandlung von friedlichen und insbesondere ungeimpften Menschen! Das aktuelle Klima ist weder förderlich für den Ausgang der Pandemie, noch hilft es uns dabei, einen konstruktiven Austausch zu schaffen. Wir beobachten zunehmend, dass geimpfte Menschen ungeimpfte Menschen diskriminieren. Außerdem beobachten wir, dass ungeimpfte Menschen zunehmend wütend auf geimpfte Menschen für die Schikane werden. Beide Seiten sind verständlich, denn schließlich wollen wir endlich wieder freiheitlich leben können. Nur leider wird der Diskurs von Politikern und Medien zunehmend blockiert und in falsche Bahnen gelenkt… dabei bräuchten wir doch unbedingt den Austausch! Nicht nur, um gemeinsam Lösungen für die aktuelle Misere zu finden, sondern auch um unsere sozialen Bedürfnisse zu befriedigen.

Aber was können wir für dieses Ziel tun? In unserer Situation erscheint es geradezu unmöglich, einen alternativen Weg zu gehen und diesen mit friedlichen Methoden einzuleiten. Selbst der Versuch von #coronaaussoehnung hat nicht funktioniert.

Wir könnten sicherlich viele Fakten zur COVID-19-Pandemie und zur Diskriminierung nennen. Wir könnten darauf verweisen, wie Schweden die Krise gemeistert hat. Wir könnten auf wissenschaftliche Arbeiten wie die vom renommierten Epidemiologen John P. Ioannidis verlinken. Wir könnten über die Aufklärungsarbeit von Institutionen wie Ärztinnen und Ärzte für individuelle Impfentscheidung e.V., Swiss Policy Research oder Multipolar berichten. Auf der anderen Seite könnten wir bemerken, dass ungeimpfte Studenten an manchen Universitäten keinen Zugang mehr bekommen und Österreich für 2022 eine generelle Impfpflicht angekündigt hat. Aber schlussendlich haben wir bemerkt, dass diese Debatte weniger faktisch und mehr emotional ist.

Es geht hierbei um Angst und welche Rolle der Tod in unserer Gesellschaft spielt.

Die derzeitige Krise ist also kein epidemiologisches Dilemma – dies wurde auch bereits von einigen Forschern bemerkt und daher wurde der Ansatz versucht, die „Pandemie“ in eine „Syndemie“ umzubenennen – sondern auch eine philosophische Tragödie. Die Menschen haben vergessen oder verdrängt zu philosophieren und zu reflektieren! Und zwar darüber, was sie vom Leben und wollen und was sie erwarten.

In unserer aktuellen Situation macht es den Anschein, als würden die Menschen ihre eigene Verwundbarkeit unterdrücken wollen. Sie wollen sich nicht darum bemühen, ihre Verletzlichkeit anzuerkennen und potentiellen Gefahren vorzubeugen – sie wollen ihr selbstzerstörerisches Verhalten (rauchen, trinken, fernsehen, shoppen, Fastfood essen, Angst haben, Medien konsumieren…) immer weiter fortsetzen.

Das kann natürlich nicht der Sinn des Lebens sein. Und das kann auch keinem klar denken Menschen ein wirklich sinnerfülltes Leben bieten!

Ein sinnerfülltes Leben kann nur derjenige führen, der Verantwortung für sich selbst übernehmen kann. Eine Impfpflicht – genauso wie alle anderen Maßnahmen während der Pandemie – sind nur möglich, weil die Menschen keine Verantwortung übernehmen können. Damit meine ich nicht, dass die Menschen sich nicht an die Regeln der Regierung halten – im Gegenteil. Die Maßnahmen können nur dann umgesetzt werden, wenn die Menschen nicht daran glauben können, dass sie – wie es in der biopsychosozialen Medizin heißt – eine autoregulative Selbstkompetenz besitzen (Mehr dazu findest du auch im Buchtrailer und in der Einleitung des Buches).

Der Begriff der „autoregulativen Selbstkompetenz“ beschreibt ganz einfach den Zusammenhang zwischen dem eigenen Motiven, dem Verhalten und der Gesundheit des eigenen Körper-Geist-Systems. Alles drei hängt zusammen, genauso, wie auch Körper, Geist und Soziales analog miteinander verbunden sind. Ich weiß wovon ich da spreche, denn schließlich habe ich über das Biopsychosoziale Gesundheitsmodell in Bezug auf die COVID-19-Pandemie in Deutschland meine Masterarbeit geschrieben.

Anstatt diese Krise also weiterhin faktisch anzugehen, versuchen wir einen Neustart: Wir wollen allen Menschen eine Perspektive bieten, die über die Sachebene hinausgeht. Wir wollen jedem Interessierten eine Geschichte erzählen, die unsere aktuelle Zeit reflektiert. Wir wollen unsere Erzählungen mit Poesie, Ironie und Zynismus würzen, damit auch wirklich jeder einen Zugang zu diesem Thema bekommt.

Wir wollen mit unserem Buch keine Schuldzuweisung formulieren! Wir sehen es in unserer Pflicht zu reflektieren, wie wir in 20 oder 30 Jahren auf die aktuelle Situation schauen werden. Können wir dann mit gutem Gewissen sagen, dass wir alles Mögliche getan haben, um eine ethische Verwahrlosung zu verhindern?

Ich – Tristan Nolting – werde meinen Enkeln in 50 Jahren erzählen, dass ich die Diskriminierung nicht hingenommen habe. Ich habe für die Würde, für das Recht auf körperliche Unversehrtheit und Autonomie gekämpft. Wir möchten jeden bitten, dies ebenso zu tun.

Eine Geschichte aus unserem Buch wollen wir bereits in diesen Blogbeitrag mit einfließen lassen.

Eine Spritze voller Liebe

Dies ist die Geschichte von Mino Weiß, einem 14 Jahre alten Achtklässler auf einem Gymnasium. Die Stadt spielt in dieser Geschichte keine Rolle, es könnte jede Stadt in Deutschland oder einem anderen Land sein.
 
Mino ist ein guter Junge, der brav auf das hört, was seine Eltern ihm sagen. Er versucht stets seine Eltern zu beeindrucken, indem er gute Noten schreibt und bei seinem Lieblingshobby, dem Fußballspielen, sein Bestes gibt. Seine Eltern sind auch sehr stolz auf ihn und erzählen regelmäßig den befreundeten Paaren, welche neuen Erfolge Mino in der Schule oder beim Sport erzielt hat.
Seit Mino klein ist, möchte er Arzt werden wie sein Vater. Sein Vater ist aber kein klassischer niedergelassener Arzt, der nach der gängigen schulmedizinischen Methode handelt, sondern nach den Leitlinien der naturheilkundlichen Therapie, genauer gesagt der Homöopathie. Häufiger schon wurde der Junge auf seinen Vater angesprochen, da Dr. Weiß in der Stadt sehr bekannt ist. Im Grunde genommen gibt es da zwei Lager. Die einen sind zutiefst überzeugt von Dr. Weiß und seinen Methoden, die anderen verachten ihn dafür, dass er sich von den streng wissenschaftlichen Leitlinien verabschiedet hat. Lustigerweise waren diejenigen, die von Dr. Weiß überzeugt waren gerade die, die schon einmal in Behandlung bei ihm waren, während diejenigen, die ihn verachteten, einfach Vorurteile hatten. Aber so viel zum Thema Wissenschaft und Erfahrung.

Mino hatte mit der Zeit gelernt, mit negativen Kommentaren gegenüber seinem Vater umzugehen. Meistens erwiderte er nur „Ich vertraue meinen Eltern. Vertraust du deinen?“
 
Dies war tatsächlich auch nicht gelogen. Mino wurde schon öfter von seinem Vater behandelt und wusste daher, dass die Homöopathie eine sinnvolle Heilmethode war. Mino war auch schon nach schulmedizinischen Methoden behandelt worden, aber diese hatten für ihn immer erhebliche Nebenwirkungen bedeutet. Insbesondere die Behandlung mit Schmerzmitteln – eine Marke sei an dieser Stelle nicht genannt - führte bei ihm oft zu starken Entzündungen im Körper. Wie sagt man so schön: „Keine Wirkung ohne Nebenwirkung.“ Der ausschlaggebende Punkt für Dr. Weiß war jedoch, als ein befreundeter Arzt am Universitätsklinikum im Alter von sechs Jahren Stimmbandknötchen bei Mino festgestellt hatte. Von nun an sollte sich Mino vierteljährlich auf unbestimmte Zeit einer Operation unterziehen, damit die Knötchen nicht größer wurden.
 
Dies veranlasste Dr. Weiß mit der Schulmedizin zu brechen. Er suchte mit Mino einen Homöopathen auf, der ihm ein Mittel („C-irgendwas“, wie Mino gerne zu sagen pflegte) gegen die Krankheit verschrieb. Und siehe da: Innerhalb weniger Wochen war die Beschwerde abgeheilt und trat nie wieder auf.
 
Die Einfachheit der Anwendung und die Abgestimmtheit der Homöopathie auf den Patienten stimmten Dr. Weiß schließlich dazu ein, selbst Homöopath zu werden. Er wusste, dass der Schritt nicht leicht wird. Viele namhafte Ärzte hatten schon ihren Ruf verloren, weil sie die Heilmethode gewechselt hatten. Nun, da Mino vor Kurzem 14 geworden ist, wendet Dr. Weiß schon seit mehreren Jahren die Homöopathie erfolgreich an.

Natürlich war Mino in seiner Kindheit auch geimpft worden. Nicht gegen alles, aber gegen so manches. Im Gegensatz zu den meisten Ärzten nahm sich Dr. Weiß immer Zeit, um eine ausgewogene Risiko-Nutzen-Abwägung für seine Patienten anzustellen, insbesondere auch bei seinem Sohn. Er hielt es für unmöglich, wie manche Ärzte sich nur zehn Minuten oder noch weniger Zeit für ein Impfaufklärungsgespräch nahmen. Aber Dr. Weiß wusste auch, dass dies am System lag. Würde ein Impfgespräch auch ohne erfolgreich vermittelte Impfung vergütet werden, würden wahrscheinlich sehr viel weniger Kinder geimpft werden. Aber da er selbst kein Kinderarzt war, ging er letztlich mit seinem Sohn zu einem Kollegen, der ähnlich dachte.

Wogegen er sich jedoch ganz und gar wehrte, war der Druck, Mino vor COVID-19 impfen zu lassen. Nur zum Verständnis: Dr. Weiß war ganz und gar kein Impfgegner! Er erkannte den Wert, den das Impfen der Menschheit gebracht hatte. Impfungen konnten vor vielen Krankheiten schützen und haben dies auch schon oft in der Menschheitsgeschichte bewiesen.

Bei COVID-19 war dies jedoch anders. Oft redete er mit Mino, um ihm klar zu machen, dass er keine Angst zu haben brauche, COVID-19 zu bekommen. Er habe ein starkes Immunsystem, das mehr als fähig sei, dieses Virus auszuhalten. Auch ganz ohne Schmerzen! Mino würde, so sagte er ihm, ganz bestimmt nicht schwer an der Infektion erkranken, egal was die anderen zu ihm sagen würden. Für Mino bedeutete COVID-19 nicht mehr als ein grippaler Infekt. Außerdem würde er auch niemand anderes durch die Impfung schützen, da die Impfung keine sterile Immunität erzeuge.

Mino vertraute seinem Vater auch in dieser Hinsicht. Doch leider ging es hier weniger um eine individuelle Abwägung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses.

Eines Tages kam Mino von der Schule nach Hause. Seine Mutter fragte ihn, warum er so bedrückt gucken würde, doch Mino antwortete nur: „Es ist nichts.“ Als dann abends sein Vater Dr. Weiß nachhause kam, berichtete ihm seine Frau, dass Mino sehr niedergeschlagen sei und den ganzen Tag auf seinem Zimmer verbracht hatte. Also klopfte Minos Vater am Kinderzimmer und fragte, ob er reinkommen dürfte: „Ja, komm herein.“

„Hey, deine Mutter hat mir erzählt, dass du den ganzen Tag auf deinem Zimmer geblieben bist… ist alles in Ordnung?“, fragte der Vater vorsichtig. „Ich möchte nicht darüber reden.“, gab Mino zurück. „Bist du dir sicher? Manchmal ist es sehr hilfreich, wenn man sich seinen Frust von der Seele redete.“

Mino schaute weg und überlegte einen Moment.

„Okay, ich sage es dir, aber versprich mir, dass du nicht gegen meine Entscheidung bist!“

Der Vater guckte erschrocken. „Was mag der Junge nur haben?“, fragte er sich. Schließlich antwortete Dr. Weiß: „Nun gut, ich sage dir meine Meinung, aber ich werde dich nicht umstimmen.“

Sein 14-jähriger Sohn antwortete ihm: „Der Tag heute war schrecklich! Weißt du, bisher hat es mir nie etwas ausgemacht, nicht geimpft zu sein. Aber heute war es anders. Uns wurde in der Schule gesagt, dass wir demnächst auf Klassenfahrt fahren. Alle dürfen mit, aber nur, wenn sie geimpft sind! Und… dann… du weißt doch, ich habe dir letztens erzählt, dass unsere Schule vor dem Sommer eine Jugend-Disco veranstaltet. Unsere Lehrer haben uns aufgefordert, Mädchen zu fragen, ob sie mit uns tanzen wollen. Also habe ich heute all meinen Mut zusammengenommen und Arielle gefragt… Aber (und er fing an zu schluchzen) … Sie hat gesagt, dass sie nicht mit mir tanzen will, weil ich nicht geimpft bin…“

Der Vater blickte traurig seinen Sohn an. Er wusste nicht, was er sagen sollte.

„Ich will mich impfen lassen!“, schluchzte Mino, „bitte Papa! Sonst werde ich nicht mehr glücklich.“

„Aber Mino …“, Dr. Weiß wollte gerade protestieren, doch dann merkte er, wie ernst es um seinen Sohn war. Er nahm seinen Sohn in den Arm.

„Weißt du, mein Sohn…“, fing Dr. Weiß an, „…das Wichtigste war mir immer, dass du gesund und glücklich bist. Und auch wenn ich glaube, dass du die Impfung nicht brauchst, so will ich nicht, dass du unglücklich bist. Ich mache einen Termin für gleich nächste Woche aus. In Ordnung?“

„Danke Papa, du bist der Beste!“, platzte es aus Mino heraus. 
„Und nun komm, es gibt Abendessen.“

Und während Mino schon mal zum Abendessen vorging, ging Dr. Weiß kurz in sein Arbeitszimmer. Für einen Moment kamen viele Gefühle in ihm auf. Wut. Trauer. Verzweiflung. Und dann dachte er sich: „So weit ist es also schon gekommen? Wir machen eine Impfentscheidung von der sozialen Teilhabe abhängig? Wie vielen Kindern ist es wohl schon so gegangen? …

…ist das noch die Medizin, an die ich glauben kann?“

Für das weitere Lesen und Stöbern wünschen viel Spaß!

Christopher Reusch & Tristan Nolting
1. Dezember 2021


Autorenportraits

Geschrieben von Tristan

Christopher Reusch ist ein freundlicher und umsichtiger Zeitgeist, der gerne auf Deutsch und Englisch philosophiert. Genauer gesagt ist er Autor, Podcaster und Waldliebhaber.

Wenn er nicht gerade den Wald zum Abenteuerspielplatz macht, dann lässt er uns über seine Kanäle (https://christopher-reusch.com) an seinen vielfältigen Erkenntnissen teilhaben. Am liebsten spricht er über Spiritualität, Angst, Ernährung und Workouts (Calisthenics). Und mit diesen Themen hat er nicht zu wenig Erfahrungen gesammelt…

Neben seiner Spontanität zähle ich den Mut zu seinen bedeutendsten Eigenschaften. Mal eben mit dem Fahrrad 300km nach Amsterdam fahren? Bei Nacht im Wald die Slackline spannen und dann akrobatisch über das Seil tanzen? Das kann nur Christopher. 

Christopher zeigt uns auch in hoffnungslosen und dunklen Situationen, wie wir unser Licht zum Leuchten bringen können. Wenn du dich für seine intuitive Sichtweise öffnen kannst, wirst du eine Menge lernen.

Hör doch einfach mal bei „Spiritual advice from a barbarian lunatic“ rein!

Geschrieben von Christopher

Tristan Nolting ist der beste Freund, den du haben kannst. Er ist wortgewandt, respektvoll und voller Wissen. Zumindest ist er das, wenn dein Ego mit ihm klarkommt. Wenn es das nicht tut, dann ist Tristan immerhin ein hervorragender Diskussionspartner, denn auch hierbei wird er niemals unter die Gürtellinie zielen.

Mir wurde Tristan damals von einem gemeinsamen Freund mit den Worten: „Das ist Tristan. Er hat ein Buch geschrieben.“, vorgestellt. Sofort hatte ich das Gefühl, ich wollte ihn näher kennenlernen. Wieso konnte ich zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht sagen, aber ich wusste, dass dies der Beginn einer wunderbaren Freundschaft werden würde.

Umso glücklicher war ich natürlich, als sich herausstellte, dass Tristan und ich ein Projekt gemeinsam starten würden. Da dieser Abschnitt Tristan vorstellen soll, versuche ich mich kurz zu halten und ihn wirklich akkurat zu beschreiben:

Tristan bildet sich sehr gerne weiter und liest Bücher, bei denen die meisten einfach weglaufen oder gar nichts verstehen würden. Tristan steckt voller Kraft und man sollte ihn trotz seines ruhigen Auftretens nicht unterschätzen.

Er ist ein sehr fokussierter Mensch und weiß vermutlich gar nicht, was Langeweile ist. Dazu hat er nämlich zu viele Ideen und Projekte, die ihn beschäftigt halten. Sein Podcast, seine Bücher und noch vieles mehr aus seiner Kreativkiste findest du auf seiner Homepage.


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Hast du dir nicht auch schon einmal wunderliche Fragen im Alltag gestellt oder vielleicht in Tagträumen, auf die du keine Antwort gefunden hast? Ich auch.

Wie sollte deiner Vorstellung nach eine ideale Welt aussehen? 
Was zeigt dir ein De-ja Vù?
Sind Träume für dein Bewusstsein so real, wie der Wachzustand?

In spannenden Gesprächsrunden versuche ich Interesse durch Bewusstheit und Einfachheit mit Wissenschaft & Esoterik zu kombinieren. Dabei entstehen dann faszinierende Denkansätze, welche zu mehr Fantasie und Kreativität anregen können. Nimm dir ein wenig Zeit und lass dich von den Ideen anstacheln.

☼ Setz dich in Bewegung und die Welt mit dir ☽

Es ist mal wieder so weit. Nach monatelanger Tüftelei kann ich endlich wieder ein neues Buch veröffentlichen. Das Buch heißt „Warum Ernährungslehren scheitern – Und was Ernährungsgurus dir nicht verraten“. und ist inzwischen das vierte Buch im Bunde. Außerdem erhält mein Kommunen-Buch eine Neuauflage.

Mein 4. Buch: Warum Ernährungslehren scheitern

Kurzinfos:

Kaufen bei Tredition: Warum Ernährungslehren scheitern
Bald erhältlich bei: Amazon | Thalia | Mayersche | Hugendubel & Co.

Titel: Warum Ernährungslehren scheitern – Und was Ernährungsgurus dir nicht verraten
Kosten: Hardcover 30€ | Softcover 18€ | eBook 9,99€
ISBN: Hardcover 978-3-3474-5323-0  | Softcover 978-3-3474-5322-3  | eBook 978-3-3474-5324-7
Verlag: Tredition
Seitenzahl: 150
Wörter: ca. 13.000
Format: DIN A6
Veröffentlichungsdatum: 11. November 2021
Quellenangaben: 30
Leseprobe: Bald auf Weiterlesen.de

Der Klappentext zum Buch lautet:

Ein Update für Ernährungsgurus. Die rein materielle Auffassung von Lebensmitteln – Kalorien, Nährstoffe, Diäten – führt nicht zu einem verbesserten Wohlbefinden oder zur Linderung von chronischen Krankheiten. Im Gegenteil, häufig führen Vorsätze und Vorgaben zu mehr Verwirrung und Leid bei Menschen, die ihre Ernährung verbessern wollen.

Woran liegt das? Ein wirkliches Verständnis für die eigene Ernährung wird durch das intuitive Gespür möglich. Erst dann wird erkannt, was Körper und Geist wirklich brauchen. Anhand der Fünf-Finger-Methode erklärt der Autor in diesem ernährungspsychologischen Buch, worauf es wirklich bei gesunder Ernährung ankommt.

Nun dürftest du einen ersten Eindruck haben, worum es in dem Buch geht. Ich möchte mich mit dem Buch von bisherigen Konzepten lösen, die dir erzählen wollen, dass die neue Diät oder das neueste Pflanzenextrakt deine Gesundheit verbessern. Es geht für mich bei gesunder Ernährung also ganz und gar nicht um die optimale Lebensmittelauswahl und Nährstoffzufuhr. Ich beobachte seit Jahren solche Ratgeber und Blogs, die (auch angetrieben von wissenschaftlichen Erkenntnissen) erzählen, wie toll Magnesium, Chrom oder Mangan sind. Oder wie perfekt Low-Carb bis hin zu ketogener Ernährung funktioniert.

Das alles möchte ich in dem Buch nicht behandeln. Ich möchte dich eher zu einer gewissen Gleichgültigkeit gegenüber dem quantitativen Aspekt der Ernährung aufrufen. Ganz sicher sind Nährstoffe nicht unnütz oder unnötig. Aber ich glaube, dass dort der falsche Punkt ist, um bei der Reise zur individuellen Ernährung zu starten. Denn wenn Menschen sich auf diesen Punkt fixieren, dann sind sie ihr Leben lang abhängig davon, dass ihnen die Wissenschaft sagt, ob Nitrat gerade förderlich oder schädlich ist. Ein kurzer Spoiler: Vermutlich ist es wie bei allem der Mittelweg.

Ich möchte dich mit der von mir entwickelten 5-Finger-Methode auf einen Weg einladen, der dir die psychologische Seite der Ernährung beibringt. Du könntest dieses Buch also auch als Ernährungspsychologie-Buch betrachten.

Über die 5 Finger-Methode erkläre ich dir die fünf psychologischen Aspekte, auf die es ankommt, damit Ernährung gelingen kann. Mir fällt zum Beispiel auf, dass Menschen eine gute Nährstoffzufuhr haben, die Nährstoffe aber irgendwie nicht dorthin kommen, wo sie hinsollen. Woran kann das liegen? Vielleicht – und so ist meine Annahme – sind die Bedingungen nicht die richtigen.

Vielleicht versteht dieser Mensch, der einen Nährstoffmangel hat, einfach nicht, dass es nicht darauf ankommt, immer mehr Protein, Mineralstoffe, Vitamine und sekundäre Pflanzenstoffe in sich hineinzustopfen, sondern er müsste lernen, dass er sich entspannen muss, um Nährstoffe richtig aufzunehmen. Vielleicht empfindet dieser Mensch Ernährung sogar als Last, die ihm aufgebürdet wurde, um sich gesund zu erhalten. Und ganz vielleicht ist dieser Mensch auf der Stufe der physiologischen Grundbedürfnisse stehen geblieben, anstatt nach höherem zu streben, beispielsweise nach Selbstverwirklichung und Transzendenz.

Dies sind nur einige Aspekte, die ich herausgreifen möchte. Ich habe diese Themen tiefergehend in meinem Buch erläutert und jeweils in Bezug zur 5-Finger-Methode erläutert.

Das spannende an dieser Methode ist letztlich auch, dass du dir meine Ausführungen dadurch besser behalten kannst. Wenn dir die symbolische Bedeutung des Daumens (z. B. Pi Mal Daumen, Daumen hoch …) klar ist, dann kannst du sie auch auf die Ernährung übertragen. Außerdem wirst du dann nie wieder vergessen, wie Ernährung aus psychologischer Perspektive gelingen kann.

Einen kleinen Abschnitt aus meinem Buch möchte ich dir schon zur Verfügung stellen:

«Die Hand selbst ist ein Instrument des Menschen, welches dem Menschen hilft, sich selbst und seine Umwelt zu be-greifen und zu (be)hand-eln. Der Mensch handelt nicht nur mit Nahrungsmitteln, letztlich ist die Ernährung ein zentrales physiologisches Grundbedürfnis, dass für sein Überleben sorgt und Wachstum ermöglicht. Alles Handeln und Behandeln ist somit auch immer Grundlage der eigenen Existenz. Weiterhin können Nahrungsmittel dem Menschen auch helfen, sich selbst und seine Umwelt zu begreifen. Dies trifft nicht nur für Nahrungsmittel zu, die direkt die Psyche eines Menschen verändern (psychoaktive Mittel), sondern auch ganz alltägliche Nahrungs- und Genussmittel wie Kaffee, Tee oder Süßigkeiten wie Schokolade. Jedes Nahrungsmittel hat einen mindestens subtilen Einfluss auf den Menschen; und so wundert es nicht, dass einst der Satz: „Du bist was du isst.“, zur Versinnbildlichung dieses Gedankens erfunden wurde.

Versteh mich nicht falsch. Eingangs beschrieb ich noch, dass der Effekt von Nahrungsmitteln auf den Menschen überschätzt werde. Dies meine ich auch so, da von vielen Menschen der Effekt der Nahrungsmittel auf den Körper überschätzt wird. Andererseits wird er von vielen Menschen, die sich leider unbewusst der Be-sinn-ungs-los-igkeit hingeben, auch unterschätzt.

Der tatsächliche Effekt der Nahrung wird deutlich, wenn wir die psychologische Komponente der Ernährung verstehen. Der Geist – darin inbegriffen sind Gedanken, Gefühle und Erfahrungen – hat über das zentrale Nervensystem als „Mittelkraft“ einen ganz realen Einfluss auf den Körper. Deine geistige Verfassung ist somit dafür verantwortlich, auf welche Nahrungsmittel du Lust hast, wie du sie konsumierst und wie du dich danach fühlst. Gleichzeitig können bestimmte Lebensmittel diesen Effekt noch potenzieren: Burger, Pommes, Snacks & Co. können dauerhaft zur Kompensation bestimmter Emotionen und Gedanken genutzt werden. Während die meisten Wissenschaftler das Übel in eben jenen Lebensmitteln selbst sehen, sehe ich erfahrungsgemäß, dass die Menschen sich nicht darüber bewusst sind, wieso sie überhaupt das Bedürfnis haben, diese Lebensmittel zu konsumieren. Und hier greift wieder die Metapher der Hand: Die Menschen begreifen nicht, wieso sie tun, was sie tun. Dies liegt daran, dass sie nicht in sich selbst schauen, um zu erkennen, welche geistigen Bedürfnisse sie haben.»

Wenn du also etwas aus meinem Buch lernen kannst, dann warum dich die modernen Ernährungsgurus nicht zu einer gesunden Ernährung und einem intuitiven und ausgewogenen Gespür bringen können. Meine These ist: Das kannst nur du selbst, indem du dich besser kennen lernst.

Ich freu mich sehr, wenn du mich unterstützen willst!


Neuauflage: Leben in Kommunen

Kurzinfos:

Kaufen bei Tredition: Leben in Kommunen
Ebenso erhältlich bei: Amazon | Thalia | Mayersche | Hugendubel & Co.

Titel: Leben in Kommunen – Ein Modell zur spirituellen Weiterentwicklung der Gesellschaft
Kosten: Hardcover 11€ | Softcover 22€ | eBook 4,99€
ISBN: Hardcover 978-3-347-46950-1 | Softcover 978-3-347-46949-5  | eBook 978-3-347-46951-8 
Verlag: Tredition
Auflage: 2
Seitenzahl: 279
Wörter: ca. 38.000
Veröffentlichungsdatum: 11. November 2021
Format: DIN A5
Quellenangaben: 38
Leseprobe: Bald auf Weiterlesen.de

Der Klappentext zum Buch lautet:

Kommunen sind nicht mehr als eine Utopie?

Diesem Argument hält der Autor einfache und pragmatische Argumente entgegen, die das zukünftige Zusammenleben der Gesellschaft nachhaltig verändern könnten.

Die moderne Zivilisation kann sich nur dann gegen die aktuellen Krisen behaupten, wenn miteinander gelebt und gearbeitet wird und nicht gegeneinander. Das Leben in Kommunen bietet nicht nur einen Ausweg für Unzufriedene, sondern schafft auch Lösungen für die aktuellen Probleme.

Wie kurz zu Beginn erwähnt, erhält mein zweites Buch „Die wahre Bedeutung der Kommunion“ eine Neuauflage und heißt nun:

Leben in Kommunen – Ein Gesellschaftsmodell zur spirituellen Weiterentwicklung der Menschheit

Der Grund für die Umbenennung liegt schlicht in der Verständlichkeit und Klarheit. Mir gefällt der Name der ersten Auflage nach wie vor gut, aber ich möchte es auch deutlich machen, worum es in diesem Buch geht. Mit der Kommunion verbinden die meisten Leute heute leider die katholische Kirche.

Neben der Namensänderung und einigen Fehlerkorrekturen finden sich auch umfangreiche Ergänzungen in dem Text. Beispielsweise habe ich sehr ausführlich das Leben des indischen Meisters Osho und seinen Traum der Kommune beschrieben, der meinem Traum sehr ähnlich sieht. Doch haben Osho und seine Neo-Sannyasins für mich entscheidende Fehler im Aufbau und Leben der Kommune gemacht, die ich euch nicht vorenthalten möchte. Letztlich ist wie bei jeder anderen Gesellschaftsform auch höchste Achtsamkeit im Umgang miteinander und in der Kommunikation geboten. Für mich ist die Osho-Bewegung dennoch ein lehrreiches Exempel, durch das auch meine Vorstellung der Kommune immer reifer wird.

Weiterhin habe ich auch über die sogenannten Tiny Houses geschrieben. Vielleicht haben einige von euch schon etwas über diesen Trend gehört. Im Grunde genommen ist die Idee von „kleinen Häusern“ im Zuge des Minimalismus und suffizienten Lebens entstanden. Durch den ressourcenschonenden und energieeffizienten Bau eignen sich die Tiny Houses doch vielleicht sogar für kommunenähnliche Projekte, oder? Diese Frage möchte ich dir ebenfalls im Buch beantworten.

Als dritte Ergänzung möchte ich noch einige aktuelle Entwicklungen charakterisieren. Im Zuge der COVID-19-Pandemie ist schließlich bei vielen Menschen das Bedürfnis entstanden, von der Stadt auf das Land zu ziehen. Aber hält dieser Trend an? Was hat die COVID-19-Pandemie mit der Idee der Kommune zu tun? Und werden es überhaupt jemals genug Menschen, damit eine Kommunen-Revolution erfolgreich sein kann?

Antworten auf diese Fragen und noch vieles mehr findest du in der zweiten Auflage meines Kommunenbuches. Übrigens: Zuletzt habe ich noch einige system-theoretische Ergänzungen hinzugefügt. Wer an fachgesimpel Gefallen findet, wird hier nicht zu kurz kommen.

Ein kurzer Abschnitt aus dem Buch:

Der Grund für das Zusammenleben ist uns Menschen in die Wiege gelegt. Durch die Fähigkeit des Menschen, sich in alles Mögliche spezialisieren zu können, gibt es nahezu unbegrenzte Möglichkeiten, der Kreativität in dieser Welt Ausdruck zu verleihen. Kreativität kann allerdings nur gelebt werden, wenn der Mensch sich aus seiner Zwangsrolle löst, die er in der Gesellschaft angenommen hat. Der Zwang, einzig dem Leistungsdruck in der Gruppe gerecht zu werden und sonst keiner höheren Aufgabe verpflichtet zu sein, schafft eine Abwärtsspirale der Unterdrückung und Ausbeutung, aus der sich besonders Arbeiter nahe der Armut nicht befreien können. Dafür ist die Angst vor der Einsamkeit und der Verbannung aus der Gruppe zu groß. Die Ausbeutung der Arbeitskraft (heute spricht man bereits vom Begriff des Humankapitals) innerhalb bestehender Gesellschaften schafft eine äußere Illusion der Verbundenheit. Im Inneren herrscht jedoch die Einsamkeit, denn die Isolation und Loslösung von spirituellen Wurzeln begrenzt auch die Freundschaft und den liebevollen Umgang mit Mitmenschen auf materielle Weise. 

Dieses Problem wurde bereits von Denkern wie Ken Wilber beleuchtet und im Quadranten-Modell eingehender dargestellt. Kurzum: Die Wirklichkeit lässt sich aus der Perspektive von innen oder außen betrachten und vom Standpunkt des Individuums oder des Kollektivs. Daraus entstehen vier Quadranten, der intentionale (innerlich, individuell), der kulturelle (innerlich, kollektiv), der verhaltensbezogene (äußerlich, individuell) und der soziale (äußerlich, kollektiv). Die Entwicklung der letzten Jahrzehnte und Jahrhunderte offenbart nach Wilber eine Verwesung der gesamten Inneren Sphäre, insbesondere jedoch der individuell-inneren Sphäre. Die Gesellschaft in der Postmoderne scheint sich mehr für die kollektiven Fragen zu interessieren und blendet demnach das Individuum und seine Bedürfnisse fast vollständig aus. Ein Beispiel: Nicht selten erleben Menschen, dass ihre Meinung als „subjektiv“ abgestempelt wird und damit nichts wert ist, weil es im Gegensatz zur allgemeingültigen Wissenschaft steht. Ein weiteres Beispiel: Insbesondere in Deutschland ist kaum noch Kultur vorhanden, dies hat der Integrationsbeauftragte der Bundesregierung Aydan Özoguz deutlich gemacht: „Eine spezifisch deutsche Kultur ist, jenseits der Sprache, schlicht nicht identifizierbar.“[1]

Demgegenüber blüht die Politik der Sozialsysteme, der deutsche Bürger, so scheint es, kommt kaum ohne seine Rentenversicherung, Krankenversicherung, Kfz-Haftpflichtversicherung oder sein Arbeitslosengeld aus. Aber nicht nur die obligatorischen Sozialsysteme haben Hochkonjunktur, insbesondere auch die freiwilligen Sozialversicherungen sind gefragter denn je. Hier schlägt der „äußere Quadrant“ ganz eindeutig den „inneren Quadranten“. Zur Veranschaulichung füge ich eine einfache Darstellung des Quadranten-Modells ein...
Abbildung: Das Quadranten-Modell in der Integralen Theorie nach Ken Wilber. Jeder Quadrant stellt dabei eine Perspektive der Wirklichkeit dar. *Eigene Darstellung
[1] Andreas von Delhaes-Guenther (2017). Keine deutsche Kultur. Bayernkurier. URL: https://www.bayernkurier.de/inland/25087-keine-deutsche-kultur/

Für eine Unterstützung in Form eines Buchkaufes bin ich dir sehr dankbar!


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Liebe Freunde und Abonnenten,

vor Kurzem habe ich wieder einmal zwei Videobeiträge erstellt, die ich für sehr wichtig befinde. Schaut sie euch gerne an und teilt sie mit euren Freunden. Im aktuellen hitzigen Diskurs der Gesellschaft kommen alte Muster und Schemen wieder hervor, die wir gehofft hatten, bereits losgeworden zu sein. Doch es hilft nichts – wenn Trauma nicht verarbeitet wurde, muss es wieder ins Gedächtnis gerufen werden, um wachzurütteln; um zu erinnern, dass wir alle menschlich sein und das Richtige tun wollen.

Diskriminierung

In der aktuellen irrationalen Debatte um die 2G-3G-Regelungen vergessen wir, dass es sich hierbei offensichtlich um Diskriminierung handelt. Diskriminierung ist nicht gleich Rassismus oder Antisemitismus. Diskriminierung fängt dort an, wo Menschen aufgrund bestimmter Merkmale aus dem öffentlichen Leben ausgeschlossen werden. Und das ist beispielsweise der Impfstatus, der dazu dient, bestimmte Dienstleistungen in Anspruch nehmen zu können.

Neben der Tatsache, dass ein Großteil der Menschen diese Impfungen nicht brauchen, weil nur Menschen höheren Alters und Menschen mit Vorerkrankungen eines Impfschutzes bedürfen, sorgt die Impfung auch nicht für eine Herdenimmunität, weil Geimpfte immer noch ansteckend sind. Bis auf den Schutz der Risikogruppen gibt es somit keinen Mehrwert der Impfung. Die Frage ist nur, wie lange wir dieser Illusion hinterherrennen wollen.

Je länger wir der Illusion hinterherrennen, desto mehr Menschen zwingen wir indirekt zur Impfung, weil wir sie mit den aktuellen politischen Anordnungen ab Oktober finanziell erpressen. Gleichzeitig sorgt die anhaltende Corona-Pandemie weiterhin für steigende Depressionen, Angst, häusliche Gewalt, psychosozialen Stress… kurzum: Pandemie-Erschöpfung und mangelnde Lebensqualität.

Falls mir vorgeworfen wird, ich würde die COVID-19-Verstorbenen vergessen. Das tue ich nicht. Jeder Verstorbene ist ein Verlust. Ich setze sie nur ins Verhältnis zu den Kollateralschäden, wie ich dies auch bei meiner Masterarbeit getan habe. Seit Anderthalbjahren trauern wir kollektiv um die COVID-19-Toten, vergessen aber alle anderen Toten. Leben bedeutet immer Risiko. Und dieses Risiko zu minimieren kann nicht durch die Diskriminierung von Menschen geschehen. Punkt.

Ganz bewusst schreibe ich als Beschreibung des Videobeitrages:

„Für mich hat diese Pandemie inzwischen furchtbare und angsteinflößende Ausmaße angenommen, die ich nicht anders als diskriminierend bezeichnen kann.

Wenn jemand gesellschaftlich höher gestellt wird, weil er einen medizinischen Eingriff an sich hat vornehmen lassen, für den der Verursacher (Staat, Pharma) noch nicht einmal Haftung im Falle langfristiger Folgeerscheinungen (die nicht auszuschließen sind!) übernehmen will, dann gerät die Gesellschaft als Ganzes in faschistische, selbstzerstörerische Tendenzen.

Als Kirsche auf diesem Eisbecher werden dann auch noch Menschen dazu genötigt (Alle unter 60 Jährigen, aber insbesondere die 12-17+ Jährigen), sich impfen zu lassen, die keinem Risiko ausgesetzt sind und andere durch die Impfung auch nicht schützen.

Für mich hat dieses ganze Theater nichts mehr mit Solidarität zu tun – wenn es das jemals hatte.

Ich bin nicht wütend, nicht sauer, hasserfüllt oder möchte gewalttätig werden deshalb. Ich bin einfach nur traurig, dass wir es wirklich so weit haben kommen lassen, obwohl uns die Tür zur wirklichen Welt, zum Ausgang aus der Pandemie jederzeit offen stand. Wir waren nur zu blind (und sind es immernoch!), die Tür zu sehen. Ich weiß nicht genau, was ich mir von diesem Video erhoffe. Ich wünsche mir einfach nur, dass die Spaltung der Gesellschaft nicht noch weitergeht und, dass wir bald einander wieder als gleichwertig ansehen können. Nicht als Virenschleuder. Nicht als Biocomputer. Nicht als solidarische Mitbürger. ALS MENSCHEN.“

Solidarität

Wie im oberen Video bereits angesprochen, hat diese gesellschaftliche Entwicklung für mich nichts mit Solidarität zu tun. Und ich glaube niemand weiß eigentlich inzwischen noch, was Solidarität ist.

Solidarität ist eben nicht nur das Machen, was andere sagen. Ganz speziell auch in Bezug auf die Corona Impfung. Und das habe ich im folgenden Video mit den „Ist es solidarisch, dass…“-Fragen versucht deutlich zu machen. Etwas polemisch, aber durchaus berechtigt, wie ich finde.

Alle Fragen, die ich formuliert habe und die komplette Beschreibung mit allen Quellen findet sich nun nochmal ausformuliert anbei:

  1. Ist es solidarisch, sich Impfen zu lassen, wenn für das eigene Leben keinerlei Gefahr besteht und Risikogruppen geschützt sind (Quelle: https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Risikobewertung.html)?
  1. Ist es solidarisch sich impfen zu lassen, wenn immer mehr Studien zeigen, dass die Herdenimmunität nicht mehr als eine Fata Morgana ist und Geimpfte ebenso wie Ungeimpfte ansteckend sind? (Quelle: https://www.youtube.com/watch?v=XGaF0wHKe2Q)
  1. Ist es solidarisch, sich impfen zu lassen, wenn niemand für den Fall eines Impfschadens Verantwortung für den Betroffenen übernehmen will – ob Politik oder Big-Pharma? (Quelle: https://www.n-tv.de/panorama/Wer-zahlt-bei-Impfschaeden-article22740223.html)
  1. Ist es noch solidarisch, sich impfen zu lassen, wenn der Gesundheitsminister (und Kanzleramtsminister Helge Braun) bereits vor Monaten verkündet hat, wenn alle ein Impfangebot erhalten haben, endet die Pandemie und dies nun nicht geschehen ist? (Quelle: https://www.youtube.com/watch?v=EAtIDSt4wpg || https://www.youtube.com/watch?v=xw3qY4kS4HQ)
  1. Ist es solidarisch, seine Kinder impfen zu lassen, obwohl diese weder Treiber der Pandemie sind, noch einem Risiko für COVID-19 ausgesetzt sind? (Quelle: https://www.youtube.com/watch?v=JY5zKDjzbUU)
  1. Ist es solidarisch, sich impfen zu lassen oder bleibt einem nun mit den drohenden Kosten der Tests finanziell keine Wahl, gerade auch für Studenten, die in die Uni gehen wollen. (Quelle: https://www.rnd.de/beruf-und-bildung/corona-und-studium-was-bedeutet-die-3g-regel-fuer-studierende-SMMOF55LN5FY5HEBG2U6XGI3P4.html)
  1. Wir könnten dieses Spiel auch noch weiter auf die Pandemie Ausweiten und genereller Fragen „Ist es solidarisch, dass…“ 
  1. Ist es solidarisch, dass die Politik seit Beginn der Pandemie  Menschen mithilfe ihrer „Urängste“ manipuliert hat, wie aus dem offiziellen Dokument des Bundesinnenministerium hervorgeht? (Quelle: https://www.bmi.bund.de/SharedDocs/downloads/DE/veroeffentlichungen/2020/corona/szenarienpapier-covid19.html)
  1. Ist es solidarisch, dass der Gesundheitsminister im Sommer 2020 verkündet hat „mit dem heutigen Wissen würden wir keinen Lockdown mehr machen“, nur um dieses Versprechen dann im Herbst zu brechen? (Quelle: https://www.instagram.com/p/COhr9EwH55v/)
  1. Ist es solidarisch, dass Lockdowns umgesetzt werden, weil diese möglicherweise Infektionszahlen verringern – was aber auch bis heute anhand in Deutschland gemachter Studien schwer zu beweisen ist – aber dafür Kinderarmut und -hunger in Dritte-Welt-Ländern fördert? (Quelle: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC7373035/ || https://www.zdf.de/nachrichten/politik/corona-un-ernaehrungsbericht-hunger-100.html || https://www.zeit.de/zustimmung?url=https%3A%2F%2Fwww.zeit.de%2F2020%2F22%2Fhungersnot-corona-pandemie-globaler-sueden)
  1. Ist es solidarisch, dass es bis heute anscheinend keine umfangreiche Nutzen-Schaden-Abwägung zwischen Pandemiemaßnahmen und den Kollateralschäden (Depressionen, häusliche Gewalt, Angststörungen etc.) gab? (Quelle: https://www.kulturrat.de/themen/corona-vs-kultur/nutzen-risiko-abwaegung/ || https://www.frontiersin.org/articles/10.3389/fpubh.2020.585229/full || https://www.ebm-netzwerk.de/de/veroeffentlichungen/covid-19)
  1. Ist es solidarisch, dass die Psyche und der Sozialbereich seit Beginn der Pandemie weniger wert waren, als die Biologie, d.h. die Ansteckungsgefahr und Co.? (Quelle: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/32905109/ || https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/32799105/ || https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC7255207/ || https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC7405198/ || https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/33229123/)
  1. Ist es solidarisch, dass versucht wird, die Pandemie mit einem veralteten medizintheoretischen Modell zu bewältigen, dem biomedizinischen Modell, obwohl es bereits kohärentere Medizin-Theorien gibt, wie die biopsychosoziale Medizin, die Biologie, Psychologie und Soziales denselben Stellenwert einräumt? (Quelle: Meine Masterarbeit, Veröffentlichung folgt…)
  1. Ist es solidarisch, Menschen zu verleumden und diskreditieren, wenn sie eine andere Meinung zur Pandemie haben als die herrschende Politik? (s.a. https://www.volksverpetzer.de)
  1. Ist es solidarisch, dass Politiker durch Masken- und Testdeals sich selbst finanziell bereichert haben, während andere Menschen durch die Maßnahmen ihre Existenzgrundlage verloren haben? (Quelle: https://www.rnd.de/politik/maskendeals-spahn-veroffentlicht-liste-mit-40-beteiligten-abgeordneten-WKXIWSFXQJGZ5HLYL6EWE7ZNNE.html)
  1. Ist es solidarisch, dass der Gesundheitsminister minderwertige Masken an Behinderte und Obdachlose verteilen wollte, so als ob diese nichts besseres verdient hätten? (Quelle: https://www.waz.de/politik/jens-spahn-masken-hartz4-obdachlose-behinderte-id232463143.html)
  1. Ist es solidarisch, dass das Virus in Kriegsrhetorik geschildert wird und mit immer neuen Maschen versucht wird als gefährlicher darzustellen, etwa mit neuen Varianten oder Long-COVID? (Quelle: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/32616882/ || https://www.nzz.ch/feuilleton/corona-und-kriegsrhetorik-ld.1560145 || https://www.derstandard.de/story/2000117220357/corona-kriegsrhetorik-und-angstmacher)
  1. Ist es solidarisch, dass Politiker wie Karl Lauterbach mit nicht nachvollziehbaren horrenden Zahlen Long-COVID schlimmer aussehen lassen, als es eigentlich ist? (Quelle: https://www.youtube.com/watch?v=Z_OiAXHoYH0 || https://www.instagram.com/p/COhr9EwH55v/)
  1. Ist es solidarisch, dass sich bis heute nicht gefragt wurde, wie Long-COVID entsteht, ob es etwa etwas mit dem generellen Lebensstil zu tun hat, wie Studien berichten, oder ob es einfach in dem nun seit anderthalb Jahren dauernden psychosozialen Druck (Stichwort: pandemic fatigue) der Pandemie begründet ist? (Quelle: https://www.publichealth.columbia.edu/public-health-now/news/long-covid-really-chronic-fatigue-syndrome-another-name || https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/33938503/ || https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/33569660/)
  1. Ist es solidarisch, dass Intensivbetten abgebaut wurden (und werden), dass Krankenhäuser schließen und gleichzeitig Geld vom Bund für Intensivbetten einkassieren, die es nie gegeben hat? (Quelle: https://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/bund-zahlt-11-5-milliarden-euro-wohin-fliesst-das-geld-fuer-leere-klinikbetten/25939296.html || https://www.daserste.de/information/wirtschaft-boerse/plusminus/sendung/sr/Sendung-vom-17-02-2021-Kliniksterben-in-der-Pandemie-100.html || https://www.tagesschau.de/investigativ/ndr-wdr/intensivbetten-113.html)
  1. Ist es unsolidarisch, wenn Medien Statistiken verzerren und nur eine Seite beleuchten, wie sie es häufiger schon in der Geschichte getan haben? (Quelle: https://www.tagesschau.de/faktenfinder/tagesschau-corona-karten-101.html || https://www.kepplinger.de/content/die-mechanismen-der-skandalisierung || https://de.statista.com/statistik/daten/studie/1117944/umfrage/umfrage-zur-berichterstattung-der-schweizer-medien-zum-coronavirus/ || https://www.researchgate.net/publication/344647162_COVID-19_SARS-CoV-2_holistisch_betrachtet_-_Eine_kommunikationspsychologische_gesellschaftsphilosophische_und_biomedizinische_Analyse_der_Pandemie_reupload || https://www.sagw.ch/fileadmin/user_upload/News_Corona_Dossier.pdf)
  1. Und letztlich: Ist es solidarisch, sich selbst als solidarischen Übermensch zu repräsentieren, der sich bis auf sein Pandemieverhalten – Impfen, Maske, Testen – kaum vom westlichen Durchschnittsbürger unterscheidet, welcher jeden Tag mit seinem Kaufverhalten Kinderarbeit und Kinderarmut fördert? (Quelle: https://de.statista.com/statistik/daten/studie/204477/umfrage/bedeutung-von-nachhaltigkeit-bei-der-kaufentscheidung/ || https://www.quarks.de/gesellschaft/darum-ist-uns-kinderarbeit-beim-kleiderkauf-egal/ || https://www.aktiv-gegen-kinderarbeit.de/produkt/textilien/)

Und um dem ganzen nochmal die Krone aufzusetzen und das Video zusammenzufassen, eignet sich folgender Abschnitt:

Wir alle wollen gute Menschen sein. Aber dieser Moralterror, wer der solidarischere Mensch ist, muss aufhören. Ich bin kein Christ mehr, da ich nicht an Religionen glaube sondern nur an freie Spiritualität, aber mit einem hat Jesus Christus recht: „Wer ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein.“ Oder modern ausgedrückt: Wer noch nie einem anderen Menschen gesundheitlichen Schaden zugefügt hat,ob bewusst oder unbewusst, der kommentiere: „Jeder, der sich nicht impfen lässt, ist unsolidarisch!“

Was denkt ihr von den beiden Videobeiträgen?

Herzlich
Tristan


Weitere Informationen

Informationen zu Impfungen von Ärzte für individuelle Impfentscheidung e.V.:
https://www.youtube.com/channel/UCCppnAfYzQaf2ruYrvqH5rA

Informationen zu Philosophie von Jochen Kirchhoff:
https://www.youtube.com/c/JochenKirchhoff

Von meiner Wenigkeit…

► Meine Bücher auf tredition: https://tredition.de/autoren/tristan-nolting-26224/
► Spotify: https://open.spotify.com/show/2ByiBWB03GZLkJH4Xbn8jb?si=0iw886o8RASZGpGq_jMFQw
► Meine Webseite: https://tristanstrivium.com
► Interview mit Gunnar Kaiser: https://www.youtube.com/watch?v=U5iHH_6oDRg
► Interview mit diejungebasis: https://www.youtube.com/watch?v=3ClyNkF7Wgk
► Die beiden Beiträge auch als Podcast: https://denkmalpodcast.podigee.io
► Die beiden Beiträge auf Instagram: https://www.instagram.com/tristanstrivium/

Denkmal ☼☾ – Der Podcast über Philosophie und Spiritualität von Tristan Nolting.

Hast du dir nicht auch schon einmal wunderliche Fragen im Alltag gestellt oder vielleicht in Tagträumen, auf die du keine Antwort gefunden hast? Ich auch.

Wie sollte deiner Vorstellung nach eine ideale Welt aussehen? 
Was zeigt dir ein De-ja Vù?
Sind Träume für dein Bewusstsein so real, wie der Wachzustand?

In spannenden Gesprächsrunden versuche ich mein Interesse durch Bewusstheit und Einfachheit mit Wissenschaft & Esoterik zu kombinieren. Dabei entstehen dann faszinierende Denkansätze, welche zu mehr Fantasie und Kreativität anregen können. 

Nimm dir ein wenig Zeit und lass dich von den Ideen anstacheln.

☼ Setz dich in Bewegung und die Welt mit dir ☽

Im Rahmen des Seminars „Erkenne dich Selbst“ habe ich einen Vortrag über das Thema Medizin gehalten. Wer Interesse daran hat, eine holistische Perspektive auf das Thema Gesundheit zu bekommen, der wird an dem Vortrag viel Interesse haben. Es geht vom Thema Medizingeschichte über Medizintheorie, Biomedizin, Biopsychosoziales Krankheitsmodell nach Engel (1977) und was in der COVID-19-Pandemie falsch läuft bzw. was besser gemacht werden kann.

Ich beschreibe den Menschen als ganzheitliches Lebewesen, als Verbindung von qualitativen und quantitativen Eigenschaften und als Erkennender der Dualität von Körper und Geist. Ich glaube, dass wir im 21. Jahrhundert eine qualitative Medizinrevolution benötigen, die nur dadurch Einzug in die Praxis von Medizinern findet, dass der Mensch nach dem biopsychosozialen Modell von Engel als Leitbild der Medizin aufgefasst wird. Hier bedarf es jedoch auch den Mut der Mediziner, die in einem System stecken, dass lediglich biomedizinisch und pharmazeutisch ausgerichtet ist.

Letztlich ist es auch eine gesellschaftliche Frage, die wir uns stellen wollen: Wollen wir das steigende Unverständnis gegenüber Krankheit und Gesundheit, welches sich auch in den steigenden Krankheitszahlen und -arten offenbart, weiter ignorieren? Oder wollen wir allen Menschen begreiflich machen, wie ein nachhaltiger Heilungsprozess aussieht, damit jeder Mensch seine Aufgaben und Ziele im Leben erfüllen kann?

„Die Kunst der Medizin besteht darin, den Kranken solange bei Stimmung zu halten, bis die Natur die Krankheit geheilt hat.“

―Voltaire

Wer Interesse an dem Seminar hat kann sich unter seanin@web.de melden. Viel Spaß mit dem Vortrag! Herzlich, Tristan.

Es ist dunkel. Das erste was ich höre ist eine lauter und greller Maschinenton, der immer im Abstand von 3 Sekunden auftritt. Einige Zeit später nehme ich eine tiefe männliche Stimme wahr: »Der Patient wird wach, das EKG schlägt aus. Sein Herzschlag beschleunigt sich.« Dann wendet sich die Stimme an mich: »Können Sie mich hören? Bitte antworten Sie und öffnen Sie langsam ihre Augen.«

Ich versuche meine Augen zu öffnen und nehme erste Lichtstrahlen wahr. Zuerst wirkt alles noch verschwommen, dann wird das Bild klarer: Ich bin in einem weißen Zimmer, welches durch Jalousien verdunkelt wird. In meinem Arm befindet sich die spitze Nadel einer Kanüle. Obwohl ich vermutlich mit Schmerzmitteln vollgepumpt bin, spüre ich den schmechenden Schmerz der Nadel deutlich. Langsam wird es mir bewusst: Ich bin im Krankenhaus. 

Aber etwas ist merkwürdig: Die beiden Ärzte, von denen ich stark hoffe, dass sie Ärzte sind, stehen in Schutzkleidung vor mir: Gummianzug, Handschuhe, Schutzhelm. Sie sehen aus, als würden sie sich auf eine Expedition in einen hochgiftigen Sumpf vorbereiten. Es scheint mitten am Tag zu sein und die Sonne scheint, denn auch wenn die Jalousien des Krankenhauszimmers heruntergezogen sind, treffen einige Lichtstrahlen auf den Helm der Schutzkleidung und reflektieren diesen, sodass ich das Gesicht der Ärzte nicht erkennen kann. Voller Verwunderung starre ich die beiden Gestalten an und hoffe, dass sie die Kleidung nur anhaben, um sich einen Scherz zu erlauben. 

Mein Magen fühlt sich flau an.

Die Stimme, die mich gebeten hat, die Augen zu öffnen, stammt von einem Mann, genauer gesagt scheint der Mann links von mir zu stehen. Ich schaue nach rechts und schließe von der Körperhaltung darauf, dass die rechte Gestalt in Schutzanzug eine Frau ist. Die Frau fängt an mit mir zu reden:

»Wissen Sie, wo sie sind?«

»Im Krankenhaus?«, entgegne ich. Auch wenn man es schon weiß, so ist das Aussprechen immer noch mal schlimmer, als es nur zu denken. Denn dann muss man es akzeptieren und kann es vor sich selbst nicht mehr leugnen. »Richtig. Was ist das Letzte, woran sie sich erinnern können?« fragte mich die Ärztin.

Ich schwieg für eine Weile, unfähig mein Unglück zu realisieren. Ich antwortete: »Ich war auf dem Weg in mein Büro… Habe ich dort einen Unfall gehabt?«

Der andere Arzt übernahm wieder: »Ja, sie sind in einen Autounfall verwickelt gewesen. Es war nicht ihre Schuld. Sie waren nur zur falschen Zeit am falschen Ort. Derjenige, der Schuld am Unfall hatte, ist im Gegensatz zu Ihnen mit weniger Schaden davongekommen. Sie hingegen…«

Der Arzt zögerte. »Was?«, fragte ich. »Sie lagen etwa 12 Jahre im Koma. Wir hatten kaum noch Hoffnung, dass sie überhaupt aufwachen. Wir sind froh, dass Sie nun wieder hier bei uns sind.«

Stille.

Das war einer dieser Momente, in der sich die Zeit merkwürdig plastisch vorkommt. Als ob die Welt auf dem Kopf stehen würde. Oder, als ob ich unfähig wäre, einfachste Worte zu verstehen – dabei hatte ich jedes Wort verstanden, ich konnte es nur nicht realisieren.

»12 Jahre?!«, platzte es aus mir heraus. 

»Ich weiß, es ist schwierig zu verarbeiten«, sagte der Arzt, »aber je früher sie damit anfangen…«. Da unterbrach ihn die Ärztin und meinte: »Nehmen sie sich so viel Zeit dafür, wie sie brauchen. Es ist nicht leicht und wir versuchen sie dabei zu unterstützen, wo wir können.«

Für einen Moment tat ich dies als schlechten Scherz ab. Niemand liegt 12 Jahre lang im Koma. Ich meine, irgendwann werden doch einfach die Maschinen abgeschaltet. Und immerhin stehen die Ärzte hier noch nicht einmal in Person vor mir, sondern versteckten sich hinter ihrer Schutzkleidung. Das ist lächerlich. Als ob ich die Pest hätte. Die Ärzte spürten mein Unbehagen und auch, wenn ihr ihre Mimik nicht durch die Schutzkleidung sehen konnte, erkannte ich die Verlegenheit der Ärzte. 

Dann siegten meine Zweifel und mein Verstand über meine Hoffnung. Ich sagte den Ärzten, ich wolle alles wissen: Welches Jahr wir haben, was in der Zwischenzeit passiert ist, wie es meiner Familie geht usf. Die Ärzte versicherten mir, ich würde alles erfahren. Zu meinem Schutz dürfe ich meine Familie erst in ein paar Tagen sehen. Doch ich würde Unterstützung von einem Psychiater erhalten, der mich schon am nächsten Tag besuchen würde. Nun bräuchte ich erst mal etwas Ruhe. Soll mir nur Recht sein. Auch wenn ich warten hasse, so hasse ich es noch mehr mit Figuren aus Among Us zu sprechen.

Abgesehen von meinem geistigen Ausnahmezustand und meiner Verwirrtheit ging es mir gut. Ich war schon immer recht anpassungsfähig gewesen. Meine Erinnerungen waren bis auf den Unfall vorhanden. Soweit ich es beurteilen konnte, waren auch sonst alle kognitiven Fähigkeiten vorhanden. Es waren keine Wunden mehr vom Unfall auf dem Körper zu sehen, allerdings sind in der Zwischenzeit meine Muskeln atrophiert, sodass ich in den nächsten Wochen ein intensives Aufbautraining absolvieren musste, um wieder laufen und meine anderen Muskeln beanspruchen zu können. Außerdem wurden noch einige Tests mit mir durchgeführt, inwiefern ich sonst körperlich oder kognitiv eingeschänkt war. Das Körperliche wieder geradezubiegen war vermutlich auch nicht das Problem. Viel schwieriger war es wohl, sich von dem Schock zu erholen. In einer falschen Zeit aufzuwachen bedeutete, dass sich meine Familie, Freunde und Mitmenschen verändert hatten und ich meine Wohnung verloren hatte. Ich hatte 12 Jahre an Lebenszeit verloren, geschweige denn von den Ereignissen, die sich in der Zwischenzeit ergeben hatten und die ich verpasst hatte. Die sich nun einstellende Traurigkeit war für mich ein Produkt aus dem Verlust an Lebenszeit und Lebensqualität. Ich war inzwischen gealtert und meine Vitalität hat sich extrem gemindert. Und auch wenn ich mich in der Zeit nach dem Aufwachen elendig fühlte und in Selbstmitleid versank, so wusste ich doch, dass ich mich davon erholen würde. Aber ich weiß nicht, ob mein Psychiater dabei eine so große Hilfe war.

»Erzählen sie mir alles, was nach meinem Unfall passiert ist.«, überging ich hektisch die freundliche Begrüßung des Psychiaters. Ich ignorierte einfach Mal, dass er ebenso wie die anderen Ärzte in diesem Krankenhaus Schutzkleidung trug. Immerhin konnte ich sein Gesicht durch den Schutzhelm sehen, meine Augen waren wieder besser geworden und das Licht blendete nicht mehr so sehr. Auf seinem Schild stand: Dr. Lachmit.

Dr. Lachmit runzelte die Stirn und überlegte vermutlich, wo er anfangen sollte. »Wie sie sicherlich noch wissen, John, war Ihr Unfall im September 2018. Heute ist der 21. August 2030. Ihrer Familie geht es gut, Sie waren lange Zeit besorgt um Sie, wurden aber informiert, dass Sie aufgewacht sind und freuen sich, sie in den nächsten Tagen wiederzusehen.« Ich stieß einen Seufzer aus. »Immerhin das«, dachte ich mir. Ich wusste, dass sie in der Zwischenzeit vermutlich die Hoffnung aufgegeben hatten. Aber ich konnte es Ihnen nicht verdenken. »Und was ist sonst passiert?«, fragte ich. »Warum läuft hier jeder in Schutzkleidung herum, ist Ebola ausgebrochen?«

Dr. Lachmit lachte: »Gott sei dank nicht das auch noch.« Dann wieder Stille. Ich sah ihn fragend an. Er merkte, dass er nicht um diese Antwort herum kam. Auch er seufzte jetzt und schilderte mir die Entwicklung der letzten Jahre.

»Ende 2019 ist das sogenannte SARS-CoV-2-Virus in China ausgebrochen, oder wie jeder es inzwischen nur noch nennt: das Corona-Virus. Wenn sie mich fragen, ist die Bezeichnung etwas irreführend, da es viele Coronaviren gibt, aber wie dem auch sei. Seit dem Ausbruch hat sich die Welt ganz schön geändert. Einige Zeit lang versuchten die Regierungen der Welt die Verbreitung des Virus mit verschiedenen Lockdowns zu begrenzen. Dies hat zu einer erheblichen Anzahl an sozialen und psychologischen Schäden in der Gesellschaft geführt, ganz zu schweigen von den wirtschaftlichen Existenzen, die vernichtet wurden. Dennoch war die Mehrheit der Gesellschaft für diese Maßnahmen.

Im Jahr 2022 kam es dann zu einem erheblichen Anstieg an Toten. Keiner weiß so genau warum. Manche sagen, die Regierungen hätten einen Weg gefunden, das Virus schlimmer aussehen zu lassen, als es ist. Andere sagen, dies sei durch die Impfung entstanden. Wieder andere sagen, dass die langfristigen Schäden („Long-Covid“) einer Infektion mit dem Corona-Virus daran Schuld seien. Was genau die Ursache ist, weiß niemand so genau.

Die offizielle Version ist, dass das Corona-Virus die Gesellschaft vor ungeahnte Herausforderungen stellt. Diese Herausforderungen könnten noch Jahrzehnte dauern und die Regierung tue alles dafür, um diese Herausforderungen zu meistern. Genauer spezifiziert wird es nicht. Der Bevölkerung reicht es jedenfalls. Seitdem verbringen die Menschen den Großteil ihres Tages zu Hause, mehr noch, als vor dem Corona-Virus. Lebensmittel bringen Drohnen nachhause. Die herkömmliche Arbeit haben bis auf einige wenige Ausnahmen Maschinen übernommen. Die Menschen arbeiten nun Vollzeit im Home-Office. Immerhin wird den Menschen eine Stunde am Tag gewährt, um draußen Spazieren zu gehen. Treffen dürfen sie sich nur über Social Media. Haushaltsfremder Kontakt ist genau wie Sport jedoch verboten, da dies die Verbreitung des Corona-Virus fördern soll. Durch die Änderungen des Infektionsschutzgesetzes im Jahr 2022 hat die Regierung auch die rechtliche Befugnis, dies durchzusetzen. Verstöße werden mit Freiheitsstrafen in Isolation verbüßt.«

Dr. Lachmit sah mich schweigend an. Ich wusste nicht so recht, was ich sagen sollte. »Es ist nicht unbedingt eine Dystopie«, sagte Dr. Lachmit, »aber lebenswert ist es auch nicht unbedingt… Wir nehmen es jedenfalls hin, weil wir wissen, dass es für eine gute Sache ist. Das sollten sie auch. Was du vielleicht noch wissen solltest: Versuche keinen Ärger zu machen. Jeder, der seinem Frust in den letzten Jahren in der Öffentlichkeit freien Lauf gegeben hat, wurde von den Medien und Regierungen als asozial und unsolidarisch diffamiert. Friedlicher Protest ist erlaubt, begrenzt sich aber auf Kommentare in Internet-Plattformen von Zuhause aus, bei denen der Upload-Filter dafür sorgt, dass keine überscharfe Kritik oder Beleidigungen veröffentlicht werden. Kanäle müssen sich an die Richtlinien zur Meinungsfreiheit halten, sonst werden sie gebannt.

Du wirst dich nach deinem Krankenhausaufenthalt unverzüglich in dein Appartement begeben. Deine Familie hatte es in der Zwischenzeit untervermietet. Ich habe mit deiner Mutter per Telefon gesprochen, sie meint, du kannst nach deinem Aufbautraining wieder dort einziehen. Mehr wirst du von deiner Familie erfahren.

Kann ich dir noch irgendwie behilflich sein? Hast du Fragen? Wir haben nicht mehr allzu viel Zeit.«

Nein, ich hatte eigentlich keine Fragen. Oder besser gesagt, ich wollte nicht nachfragen. Ich wollte ehrlich gesagt aufwachen, wie aus einem Albtraum. Dr. Lachmit hatte recht. Eine solche Welt ist nicht wirklich lebenswert. Aber was tun? Alternativen gibt es auch nicht, oder? Ich konnte schließlich nicht einfach wegrennen. Weder körperlich, noch geistig. Es schwirrten so viele Gedanken in meinem Kopf umher. Zu viele, als ich im Stande wäre, alle gleichzeitig zu verarbeiten. 

»Ja, ich würde gerne noch etwas wissen.«, sagte ich zu Dr. Lachmit. 

»Bitte.«

»Wie viele Menschen sind denn an dem Virus gestorben? Und was halten sie davon?«

»Nun, eine genaue Zahl kennt niemand. Inzwischen ist nur noch die Inzidenz bekannt, welche laut Regierung konstant >250 liegt. Bis 2021 sollen etwa 100.000 Menschen an dem Virus gestorben sein. Ab 2022 wurde eine Politik fokussiert, die die Fallsterblichkeit und Todesfälle ausschließt und lediglich die 7-Tage-Inzidenz zentriert. Viele Wissenschaftler waren sich zum damaligen Zeitpunkt einig, dass dies eine gute Lösung darstellen wird. Was ich persönlich davon halte… Nun, mir steht eine Meinung nicht zu. Ich bin lediglich Psychiater. Das überlasse ich den Virologen und Epidemiologen. Wie bereits gesagt, ich denke, wir tun das Richtige.« Dann schaute Dr. Lachmit auf die Uhr, verabschiedete sich mit einem: »Ich muss zum nächsten Patienten.«, und huschte aus dem Krankenhauszimmer. Und ich war wieder allein.

Die nächsten Tage verbrachte ich in Einsamkeit. Bis auf den automatischen Servierservice, der mir mein klinisches Krankenhaus essen brachte, bekam ich niemanden zu Gesicht. Ich hatte viel Zeit, mir Gedanken über das Virus zu machen, über das alle sprachen. Zu einer Meinung kam ich jedoch nicht. Dafür wusste ich zu wenig.

Es ist schon ein interessantes Phänomen. Nach der Veröffentlichung von #nichtmeinaerztetag war ich von der erstaunlichen Resonanz auf Youtube überwältigt: 1.8 Millionen Aufrufe, +26.000 Abonnenten, Ø 99 % positive Rückmeldungen (Daumen hoch) und zahlreiche Kommentare und Segenssprüche von Eltern und Familien, die sich für den unermüdlichen Einsatz gegenüber den Kindern bedanken.

Auf Twitter zeichnete sich ein anderes Bild ab: Dort tummeln sich unter dem Hashtag #nichtmeinaerztetag zahlreiche Meinungen von Usern, die empört sind, ja geradezu fassungslos, als hätten die Ärzte für individuelle Impfentscheidung e.V. eine Grenze überschritten, an die sich niemals auch nur jemand heranwagen darf:

Das brachte mich dann ins Grübeln. Zum einen darüber, weshalb auf Twitter so ein hohes Spannungspotential herrscht. Vielleicht liegt es am unterschiedlichen Algorythmus der verschiedenen Social Media Kanäle?

Vielleicht eignet sich Twitter aber auch einfach besser, um kurze und emotionale Statements abzugeben. Schließlich ist die Zeichenzahl auf Twitter stark begrenzt und damit auch die Möglichkeit zur Argumentation. Mehr Eindruck als Fakten schinden womöglich harsche Rhetorik, düstere Prognosen und geplante Affronts.

Aus meinem bisherigen Wissen über Wissenschaftstheorie und Medizintheorie wusste ich schon recht früh, dass die Debatte COVID-19 sehr einseitig bzw. begrenzt, d.h. biomedizinisch geführt wird. Das biopsychosoziale Modell in der Erforschung der COVID-19-Pandemie als Prämisse zu nutzen, ist leider eine Rarität. Dies wäre jedoch dringend notwendig, um anzuerkennen, welche Schritte für eine erfolgreiche Überwindung der COVID-19-Pandemie notwendig wären. Und diese Schritte sind wesentlich reichhaltiger, als nur das Virus einzudämmen. Vielmehr besteht die Kunst in der COVID-19-Pandemie darin, sie auch als eine Krise des menschlichen Geistes auf sozialer und psychologischer Ebene anzuerkennen. In seinem jetzigen Bewusstsein ist der Mensch tief gefangen darin, seine Glaubenssätze für Wissen zu halten (z.B. das Immunsystem würde nicht ausreichen, um vor COVID-19 zu schützen). Und viele Institutionen, die uns tagtäglich begleiten, führen nicht unbedingt dazu, bestimmte Glaubenssätze zu hinterfragen, sondern diese noch zu befeuern.

Hast du dich schon mal gewundert, weshalb während menschlicher Krisen Ideologien erstarken? Ganz einfach, weil nicht genug hinterfragt wird. Der menschliche Geist braucht einfach zur intuitiven Orientierung die Fähigkeit sich zu wundern, zu hinterfragen und neu auszurichten, falls notwendig. Eine Neuorientierung kann durchaus Angst machen. Ein und denselben Kurs in einer sich ständig ändernden Umwelt zu wählen, kann jedoch mit einem vorgefertigten Plan zu einem fatalen Fehler werden. Und wie sagte das uns weltbekannte Genie so schön:

„Planung ist der Ersatz des Zufalls durch den Irrtum.“

Albert Einstein

Wieso ist #nichtmeinaerztetag in diesem Zusammenhang so immens wichtig?

Die Aktion von Ärzte für individuelle Impfentscheidung e.V. erinnert uns daran, bestehende Paradigmen zu hinterfragen, wie etwa den Beschluss des 124. Deutschen Ärztetags:

„Das Recht auf Bildung mit Kita- und Schulbesuch kann im Winter 2021/2022 nur mit einer rechtzeitigen COVID-19-Impfung gesichert werden. Ohne rechtzeitige Impfung, insbesondere auch für jüngere Kinder, führt ein erneuter Lockdown für diese Altersgruppe zu weiteren gravierenden negativen Folgen für die kindliche psychische Entwicklung.Die gleichberechtigte gesellschaftliche Teilhabe erlangen Familien mit Kindern nur mit geimpften Kindern zurück.“

124. Deutscher Ärztetag, 4. & 5. Mai (Beschlussprotokoll S. 31/32).

Wissenschaftstheorie funktioniert nicht nach dem Prinzip von Wahrsagekugeln. Es gibt einen gewissen Rahmen, innerhalb dessen wissenschaftliche Hypothesen Ergebnisse postulieren können. Dazu gehört aber nicht, dass Studien zu Impfstoffen, die innerhalb mehrerer Monate mit ein paar Tausend Menschen durchgeführt werden, voraussagen können, welche langfristigen Folgen (z.B. in 20 Jahren bei Kindern) auftreten können.

Das Video von Dr. Grüner wurde übrigens entfernt, da es gegen die Nutzungsbedingungen von Youtube verstößt. Der Notfallarzt schilderte, dass er keine Pandemie in seinen vielfältigen Einsätzen sieht, aber Impfkomplikationen bei Personen an der Tagesordnung stehen. Ein Beispiel für mediale Verzerrung? Youtube scheint hier seine Erfahrung ganz einfach unterdrücken zu wollen.

Die Medizin sollte durch die Erforschung von Medikamenten nur zu gut wissen, dass keine Wirkung ohne Nebenwirkung einhergeht. In den meisten Fällen kann die schulmedizinische Theorie nicht genau erklären, wie Medikamente funktionieren, sondern nur, dass sie funktionieren. Und wir sollten uns nichts vormachen: Wir sind weit davon entfernt, erklären zu können, wie COVID-19-Impfstoffe wirken.

Wenn wir nicht mal erklären können, wie Leben ensteht, wie die Wechselwirkung von Körper und Geist entsteht und funktioniert, was Bewusstsein ist und welche Rolle es für die Wissenschaft spielt, wie können wir dann erwarten, dass wir die Prinzipien von Impfstoffen zur Anwendung beim Menschen bis zur Vollendung erklären können?

Wollen wir davon ausgehen, dass es Sinn macht, „die kleinen Fragen“ annähernd beantworten zu können, „die großen Fragen“ aber nicht? Wie lange wollen wir noch nach dem folgenden Prinzip in der Wissenschaft fortsetzen?:

„Die moderne Wissenschaft basiert auf dem Prinzip: »Gib uns ein Mysterium und wir erklären den Rest.« Dieses Mysterium ist das Erscheinen aller Masse und Energie im Universum und aller regierenden Gesetze in einem einzigen Augenblick aus dem Nichts.“

Rubert Sheldrake

Ich möchte damit nicht sagen, dass wir keine Ahnung haben, was wir tun oder nicht wissen, wie bestimmte Wirkstoffe/Impfstoffe funktionieren könnten. Im Gegenteil, sie funktionieren in vielen Fällen sehr gut. Aber beruht der Effekt auf der Theorie, die den Effekt postuliert? Wohl eher nicht. Theorien können niemals wirklichkeitsgetreu beschreiben, wie ein Phänomen wirkt.

Dass unsere Evidenz begrenzt ist, ist eine der Prämissen des Vereins Ärzte für individuelle Impfentscheidung e.V. – zugleich sind für den Verein „Impfstoffe […] Teil der ärztlichen Fürsorge.“ Im Gegensatz zu den angeführten Tweets lässt sich bei dem Verein eine differenzierte Sichtweise erkennen, die weder eine Maßnahme grundsätzlich verteufelt, noch naiv befürwortet.

Es kommt letztlich immer auf die Evidenz an, d.h. wie viele Daten stehen über welchen Zeitraum in welchem Kontext zur Verfügung? Und abhängig von diesen Resultaten sollte individuell abgewogen werden, wer sich impfen möchte und wer nicht.

Es geht letztlich im Leben auch nicht darum, jemanden „Zwangszubeglücken“. Das war auch Gesundheitsminister Jens Spahns Meinung, bis er diese zur Einführung der Masernimpflicht mal eben änderte. Es geht darum, gegenseitig die Integrität zu wahren. Und das sehe ich momentan in der derzeitigen Disskusionskultur in deutschen sozialen Medien nicht. Viel zu häufig wird Statement mit Beleidigung und Fakt mit Fiktion verwechselt. Das ist im öffentlichen Raum, ebenso wie in der Wissenschaft der Fall.

Wieso sehen wir nicht, dass die Kinder keine COVID-19-Impfung brauchen, da sie nicht nur in seltensten (!) Fällen erkranken, sondern auch kein Treiber des Infektionsgeschehens sind? Wieso sehen wir nicht, dass die Wahrung der Individualität eins unserer höchsten Güter ist?

Vielleicht sehen wir es nicht, weil wir nach einem Jahr Pandemie einfach nur nach einem Ausweg suchen. Und da kann der Wahn schon einmal überhandnehmen. Insbesondere, wenn massenpsychologische Phänomene das Treiben der Gesellschaft bestimmen.

Gefährlich ist’s, den Leu zu wecken, Verderblich ist des Tigers Zahn, Jedoch der schrecklichste der Schrecken, Das ist der Mensch in seinem Wahn.

Friedrich Schiller

Letztlich sollte auch jeder merken, dass es bei #nichtmeinaerztetag nicht darum geht, jemanden zu verletzen oder anzugreifen. Es geht darum, eine auf Fakten basierende Diskussionskultur zu erschaffen, in der jede (konstruktive) Meinung erlaubt ist. Von mir aus sind auch destruktive Meinungen erlaubt, allerdings sollten sich diese Personen auch einfach einmal bewusst machen, weshalb sie diesen Drang (psychologisch) verspüren, Beleidigungen oder gezielte Verletzungen zuzufügen.

Wer nicht mit sich selbst umgehen kann, kann es vermutlich auch nicht mit dem Internet oder sozialen Medien… Genauso wenig, wie wir uns von Angst leiten lassen sollten, sollten wir uns von Hass leiten lassen. Vielleicht ist ein grundsätzlicher Paradigmenwechsel notwendig, der auch über die rein rationale Auffassung zukünftiger Entwicklungen und wissenschaftlicher Erkenntnisse hinausgeht? Vielleicht sind Bestrebungen zur emotionalen Intelligenz und Transzendenz hilfreiche Komponenten, die mehr Licht auf den dunklen Weg der Gesellschaft werfen können?

Ich habe diese seltsame Verbindung zu einer Frau namens Flore Celestine Thérèse Henriette Tristán y Moscoso (Flora Tristan). Erstmalig habe ich in meinem Werk „Die wahre Bedeutung der Kommunion – Kommunen als Modell zur spirituellen Weiterentwicklung“ aus gegebenem Anlass über sie geschrieben. Aber auch vorher haben sich schon interessante Parallelen zwischen uns aufgetan:

  • Wir beide haben am 7. April Geburtstag (1801/1998)
  • Wir beide heißen (offensichtlich) Tristan
  • Wir beide interessieren uns für Sozialismus und Frauenrecht
  • Uns beide verbindet die außergewöhnliche Leidenschaft für Peru (auch wenn ich noch nie da war, ich kann es mir kaum erklären)
  • Wir beide sind Schriftsteller (ihr erstes Buch veröffentlichte sie 1837, 37 ist eine Zahl zu der ich eine besondere Verbindung seit der Jugend pflege)
  • Wir beide sind gläubig
  • Die Beschreibungen ihres Charakters sind erstaunlich ähnlich zu meinem Charakter (ungestüm, häufig rational, wenn auch leidenschaftlich, ehrgeizig)

Ich möchte mich mit der Ähnlichkeit zu ihr in keiner Weise hervortun, sondern vielmehr aufzeigen, weshalb ihr Leben und Wirken mich so fasziniert: Ganz einfach, weil mich vieles von dem, was sie schreibt, berührt und ich mich in sie hineinversetzen kann. Und dafür kommen wir nun zu ihr.

Flora Tristan ist weitestgehend aus den deutschen Geschichtsbüchern verschwunden (falls sie je enthalten war), was dazu führt, dass die meisten Menschen sie nicht kennen. Da sie französisch-peruanischer Abstammung ist, ist sie etwas bekannter in Frankreich und Peru. In Lima (der Hauptstadt von Peru) gibt es beispielsweise die Flora Tristan Bibliothek. In Frankreich wurde mit ihr 1984 zu Ehren der Frauen eine Briefmarke bestückt. Wie in Portraitzeichnungen erkennbar, soll Flora Tristan eine recht schöne Frau gewesen sein (was aus Briefen mit Zeitgenossen und ihren Notizen hervorgeht).

Was viele nicht wissen: Ihr Enkel war der bekannte und eigentümliche Maler Paul Gauguin. Er kannte sie nicht, da sie bereits 1844 in Bordeaux starb, hatte aber auch nicht unbedingt positive Worte für sie übrig: „Wahrscheinlich konnte sie nicht kochen. Ein sozialistischer und anarchistischer Blaustrumpf.“ Dies lag vermutlich auch einfach daran, dass das Leben von Paul und Flora so unterschiedlich war. Einen guten Einblick gibt das Doppelportrait des Romans „Das Paradies ist anderswo“ von Mario Vargas Llosa. Vieles von dem, was Llosa schreibt ist historisch gut belegt, anderes, wie die Begegnung mit dem Finder des Kommunismus Karl Marx, ist wohl eher eine Fiktion.

Nun sollte direkt eine Frage aufflammen: Was war ihre Verbindung zu Marx? Unglaublicherweise hat sie in ihren Büchern den Grundstein für Marx‘ und Engels Kommunismus gelegt. Wenn wir das in der Schule gelernt hätten… aber in der Regel haben wir im Geschichtsunterricht noch nicht mal den Kommunismus in seiner fundamentalen Theorie behandelt, sondern eher im Zuge des Nationalsozialismus am Rande durch die Sowjet-Union mitbekommen.

Und wie kam es dazu? Flora Tristan hatte ein recht anstrengendes und auch gefährliches Leben Anfang bis Mitte des 19. Jahrhunderts. Ihr Vater Mariano Tristán y Moscoso, ein peruanischer Adeliger, starb schon zu frühen Kindheitstagen. Weil die Ehe mit seiner Frau Anne-Pierre Laisnay nicht anerkannt wurde (ein offizielles Dokument gab es nicht), wurde Flora mit ihrer Mutter mittellos in Paris zurückgelassen. Ihre Mutter drängte sie aufgrund der Armut mit 15 eine Ausbildung in einer Graveurwerkstatt anzufangen und mit 18 eine Vernunftehe mit dem Arbeitgeber André Chazal einzugehen. Kurz und bündig: Chazal war eine toxische Persönlichkeit, die Flora mehrmals misshandelt und vergewaltigt hat. Da die Ehe jedoch gültig war, gab es für Flora keine Möglichkeit ihn anzuzeigen oder sich vor ihm durch das Gesetz zu schützen (Code Napoléon). Darum floh sie vier Jahre später in tiefster Schmach, wissentlich, dass sie damit im Ansehen ihrer Mutter und Zeitgenossen wohl zutiefst fallen würde. Man fragt sich aber auch, was Flora für eine Mutter hatte, denn sie bestand darauf die Ehe mit Chazal aufrechtzuerhalten, obwohl sie vom Missbrauch wusste. Nach dem Ehebruch schienen sich Mutter und Tochter wohl weitestgehend aus dem Weg zu gehen. Armut kann einen wohl weit treiben.

Mit Chazal hatte Flora drei Kinder (wohl unter Höllenqualen geboren), von denen nur Aline Chazal, die Mutter von Paul Gauguin, überlebte. Um sich und ihre Tochter nun über Wasser zu halten (der Sohn, der zu dem Zeitpunkt noch lebte, blieb wohl beim Vater), arbeitete sie 5 Jahre lang als Reisebegleiterin (1825-1830). 1833 fasste sie dann den Entschluss mit dem Schiff nach Peru zu segeln, um von ihrem Onkel Don Pío Tristán y Moscoso etwas von dem Erbe ihres Vaters zu erhalten. Die Schiffsfahrt selbst erscheint für sie als Höllenfahrt: „Ich war völlig allein, verloren mitten im Ozean, krank, jeden Augenblick in Gefahr, einen grässlichen Tod zu erleiden, von den Beschimpfungen der groben Seeleute belästigt, in der abscheulichsten Lage, in der sich ein weibliches Wesen befinden kann“ (Sparre, 2012, S. 139).

Dabei entpuppt sich ihre gefährliche und lange Reise trotz der Mühe (teils) als Farce: Bis auf Höflichkeiten und eine geringe Entschädigung durch den Onkel erhält sie nicht viel. Sie darf ihm eine Zeit lang als Kriegsberaterin dienen (Peru war zu dem Zeitpunkt Kriegsgebiet zwischen den Provinzen Perus und deren Interessen) und hilft ihm später sogar in die Position des Generalgouverneurs. Doch zum Ausgleich erhält sie nur 2500 Francs pro Jahr (eine Umrechnung in heutige Standards gestaltet sich schwierig, die Summe scheint für damalige Verhältnisse jedoch nicht besonders viel gewesen zu sein, vllt. mehrere hundert Euros).

Flora hat jedoch einen ganz anderen Verdienst aus Peru erhalten: Durch die gesellschaftlichen Missstände wurde ihr Interesse für den Sozialismus geweckt. Dies führte dazu, dass sie ihre Notizen über die politischen und gesellschaftlichen Zustände in Peru zu einem Reisebericht ausformulierte und nach ihrer Rückkehr in Paris veröffentlichte. Die Beschreibungen der Frauen Limas („Tapadas“) decken sich mit denen, von dem bekannten Evolutionsbiologen Charles Darwin, der auf seiner Reise ein Jahr nach Flora Peru bzw. Lima besuchte. Laut Katharina Städtler sei Floras Reisebericht „die erste in Westeuropa erschienene kritische Studie der politischen, sozialen und kulturellen Realitäten der außereuropäischen Welt aus der Sicht einer Frau“ (Städtler, 2004, S. 129). Außerdem schrieb sie zeitgleich die Broschüre „Über die Notwendigkeit fremden Frauen einen guten Empfang zu bereiten.“ Der veröffentlichte Reisebericht führte erstmals dazu, dass sie Bekanntheit erlangte und in die „höheren Kreise“ von Paris eingeladen wurde. Dort lernte sie unter anderem George Sand kennen, die sie nicht sonderlich ausstehen konnte, da Sand sich als Mann ausgab, um als Schriftstellerin Erfolg zu haben. Sie lernte aber die Person selbst oder zumindest die Lehren des Charles Fourier, Prosper Enfantin und Victor Hugo kennen.

Sobald Chazal von Flora’s Rückkehr erfuhr, entführte er mehrmals die Tochter Aline (die während Floras Reise bei ihrer Großmutter lebte), ohne, dass Flora sich wehren konnte (sie war ja immer noch offiziell verheiratet). Außerdem wurde bekannt, dass Chazal Aline mehrmals unsittlich anfasste. Flora klagte ihn daraufhin an und erlangte das Sorgerecht für Aline. Am 20. Mai 1838 zeichnet Chazal einen Grabstein mit der Inschrift: „Die Paria. Es gibt eine Gerechtigkeit, vor der du fliehst, die Dich aber einholen wird. Ruhe in Frieden als Beispiel für diejenigen, die sich soweit vergessen, Deinen unmoralischen Geboten zu folgen […]“ (Sparre, 2021, S. 166). Aus Rache an Flora für das entzogene Sorgerecht schoss Chazal am 4. September 1838 mehrmals auf Flora und versuchte sie somit umzubringen. Die Kugeln trafen sie nahe des Herzens, wodurch sie sich kurzzeitig in Lebensgefahr befand und bis an ihr Lebensende unter der Verletzung litt. Ein Portier half ihr, sich zu retten. Glück im Unglück: Der Prozess und die Verurteilung Chazals zu Deportation und 20 Jahren Zwangsarbeit ermöglichten ihr endlich die Scheidung.

Nach ihrer Genesung und dem Gerichtsprozess stürzt sie sich wieder in ihre literarische Arbeit und verfasst weitere sozialkritische Bücher. Darunter auch ein Roman, in dem sie ihre Erlebnisse verarbeitet. Der Roman wird nicht sonderlich erfolgreich. 8 Monate nach dem Mordanschlag, am 10. Mai 1839, reist sie nach England und schreibt ihre Beobachtungen über die Zustände der englischen Arbeiterklasse nieder (noch fünf Jahre vor Friedrich Engels‘ Die Lage der arbeitenden Klasse in England): „Im Dickicht von London„. Ihr Mut in England bringt sie auch in gefährliche Situationen für eine Frau: Sie besucht das Parlament und verschafft sich Eintritt, indem sie sich als Mann verkleidet (Frauen war der Zutritt versagt), außerdem beobachtet sie, wie Arbeiter ihre Freizeit verbringen. Sie kritisiert, dass die harte und lange körperliche Arbeit entwürdigend sei und dazu führe, die freie Zeit damit zu verbringen, den eigenen Frust zu kompensieren. Dies geschehe nur allzu oft durch Demütigung (wie beispielsweise anhand des Beispiels der Freudenhäuser, in dem nicht selten Frauen wie Tiere und schlimmer behandelt werden). Außerdem wäre der Lohn so schlecht, dass viele Familien nicht wüssten, wie sie über die Runden kommen. Eine eingehende Behandlung der Themen Floras findet sich auch in meinem Buch „Die wahre Bedeutung der Kommunion“:

„Für das beginnende 19. Jahrhundert war diese Unternehmung ein Spiel mit dem Feuer, denn damals waren Frauen in ihrer persönlichen Freiheit, durch die auf den Mann ausgelegten Gesetze, sehr stark eingeschränkt. Floras prägnante Beschreibungen über das damalige Dasein von Arbeitern und den Elendsvierteln in Frankreich, England und Peru waren nicht nur äußerst erschreckend, sondern wecken auch heute noch tiefes Mitgefühl. Sie geben nicht nur Denkanstöße für unsere heutige festgefahrene Sichtweise über Themen, die uns in der Schule als eindeutig und wahrhaftig beigebracht werden, sondern ermöglichen eine ungeahnte Dankbarkeit für den heute vielzählig als so selbstverständlich erachteten Lebensstandard. Eines ihrer bedeutendsten Themen war die Gegenüberstellung der Proletarier und Sklaven. Während der Sklave einen Lohn (Nahrung) für eine Dienstleistung erhält, an die er ausweglos gebunden ist, sind Proletarier in dem Glauben frei zu sein, da sie in ihrer Arbeit niemandem gehören, jedoch in den engen und unhygienischen Verhältnissen der Stadt mit ihrem Lohn für die Familie nur sehr geringe Überlebensmöglichkeiten haben und dadurch in ihrer Existenzangst der fortwährenden Apathie (Gleichgültigkeit) unterworfen sind. Flora Tristan beschreibt es als eine agonische Lebensweise (allmählicher Sterbeprozess), denn die Umstände der Proletarier des 19. Jahrhunderts lassen sich nicht mehr nur als Armut beschreiben, sondern vielmehr als grausames Elend. Es kommt nicht selten vor, dass Flora Tristan bei ihren Expeditionen auf Großfamilien trifft, die nicht nur kein Geld für Grundbedürfnisse wie Nahrung und Wasser haben, sondern auch bis auf einige Stofffetzen keine Kleidung besitzen, sich nicht waschen können und letzten Endes unter unhygienischen Bedingungen versterben, ohne den Nachkommen Überlebenschancen zu bieten. Müssten wir heutzutage, als aufgeklärte Menschen, unter diesen genauen Beschreibungen des bürgerlichen Elends, nicht die Schuldfrage stellen? Gab es jemanden, der bewusst die Arbeiter unterdrückt und sie glauben lässt, dass diese Zustände unvermeidlich seien?“

Tristan Nolting, Die wahre Bedeutung der Kommunion, 2020

Für Flora war es zum damaligen Zeitpunkt undenkbar, dass die Arbeiter durch die Politik aus ihren sklavenähnlichen Verhältnissen befreit werden oder zumindest Unterstützung erhalten. Dies führte dazu, dass Flora Ende des Jahres 1843 bis 1844 mit der Postkutsche und mit dem Schiff kreuz und quer durch Frankreich reiste und Vorträge hielt, um die Arbeiter zu bewegen, sich gewerkschaftlich zu organisieren. Für sie ging die Gleichstellung der Frau und die Befreiung der Arbeiter Hand in Hand. Grundlage für ihre Reisen war das Werk „The Workers Union“ (Die Arbeiterunion), welche sie für den Selbstkostenpreis unter den Arbeitern verkaufte. „The Workers Union“ enthielt einen konkreten Plan zur Selbstorganisation der Arbeiter. Ihre Unternehmungen stießen in der Presse auf Spott und auch durch die Polizei musste sie sich schikanieren lassen. Schließlich starb sie am 14. November 1844 in einer Pension in Berdeaux (der Stadt, in der sie mit dem Schiff nach Peru aufbrach) an Typhus. Die Krankheit brach vermutlich durch die Erschöpfung aus, die sich im Laufe ihres Lebens, vor allem aber in den letzten Jahren, angesammelt hat. Ihr Wille war vermutlich stärker als ihr Körper. Sie wurde noch einige Zeit von ihrer Schülerin und späteren Biographin Éléonore Blanc gepflegt, bis sie unter Schmerzen verstarb. Es ist wirklich tragisch und zugleich interessant, wie gut Floras Geschichte dokumentiert ist. Ich kann jedem nur eine Leseempfehlung aussprechen, auch, um sich in die leidvolle Geschichte Floras hineinzuversetzen und ihre Ziele und Träume zu verstehen.

Was lernen wir also aus Floras Geschichte?

Flora hat Zeit ihres Lebens ihren Traum nicht verwirklichen können: Den Traum einer aufrichtigen Gemeinschaft, in der nicht nur die Interessen der Adeligen und Aristokraten zählen, sondern vor allem das Miteinander der Arbeiter / Bürger. Diesen Traum können wir ihr helfen zu erfüllen, indem wir Bekanntes und Beständiges bezweifeln. Ist unsere derzeitige Lage, die derzeitige COVID-19-Krise, nicht ein Aufruf an die Arbeiter sich unabhängiger zu machen? Ist die gesellschaftliche Spaltung nicht ein Aufruf, sich nicht von den Scharlatanen kontrollieren zu lassen, die uns erzählen wollen, was richtig und was falsch ist? Die Geschichte Floras zeigt doch, das wir nicht erwarten können, dass unsere Probleme von „oben“ gelöst werden. Vielmehr sollten wir unser Schicksal selbst in die Hand nehmen und eigenständig Lösungen schaffen, um das Zusammenleben auf dem Planeten Erde ein Stück weit harmonischer zu machen. Wer eine moderne Auffassung von „The Workers Union“ sucht, der wird mit „Die wahre Bedeutung der Kommunion“ gut bedient sein.

Danke fürs Lesen.

Tristan

„Die Gefühle, das Gedankenspiel einer Frau bergen so große Kräfte in sich, eine Frau verfügt über solch immensen geistigen Reichtum!„

Flora Tristan an ihre Freundin Olympe Chodzko

Literatur

Katharina Städtler: Literatura de viaje y género – Flora Tristán, Étienne de Sartiges y Johann Jakob von Tschudi en el Perú (1830-40). In: Sonja Steckbauer, Günther Maihold (Hrsg.): Literatura – Historia – Política. Articulando las relaciones entre Europa y América Latina. Vervuert, Frankfurt am Main 2004. ISBN 3-86527-182-0. S. 127–136. Zitat S. 129.

Susanne Knecht: Flora Tristan und Lady Callcott. Die zweite Entdeckung Lateinamerikas. Europäische Verlagsanstalt, Hamburg 2004. ISBN 3-434-50573-3. S. 157.

Florence Hervé (Hrsg.): Flora Tristan oder: Der Traum vom feministischen Sozialismus. Dietz, Berlin 2013, ISBN 978-3-320-02293-8.

Arbeiterunion. Sozialismus und Feminismus im 19. Jahrhundert, ISP-Verlag, Frankfurt am Main 1988, ISBN 3-88332-128-1.

Im Dickicht von London oder Die Aristokratie und die Proletarier Englands, ISP-Verl., Köln, 1993, ISBN 3-929008-20-3.

SparreSulamith: „Hier bin ich, die Wegweisern“ Flora Tristan (1803-1844), Feministin, Sozialistin, Schriftstellerin. Schneekluth Verlag Kg, 1997. ISBN: 3-936049-60-2.

Ich sage es immer wieder: Wir leben in einem sehr verwirrenden Zeitalter. Es scheint so, als ob jeder die Wahrheit kennen würde und dennoch falsch liege. Jeder verbreitet Informationen, aber kaum jemand hat die Zeit, diese Informationen zu überprüfen. Dazu fehlt es sowohl an Zeit, als auch an relevanten Vorerfahrungen und dem eigenen Bauchgefühl.

In der allgemeinen Medienlandschaft ist es auch schlichtweg ein wenig wie im Mittelalter – wir sehen Methoden der Diffamierung, Stigmatisierung und Skandalierung, die dazu dienen, Menschen zu verleumden, die eine alternative Meinung besitzen.

Insofern unterscheiden wir uns auch bis auf die angewandten Methoden gar nicht so sehr von der mittelalterlichen Hexenjagd. Möglicherweise verbrennen wir die Andersdenkenden nicht mehr, aber in vielen Fällen verlieren sie ihren Job, was einem Todesurteil gleichkommen würde, wie auch der bekannte deutsche Physiker Hans-Peter Dürr bemerkte.

„Die Wissenschaft ist heute die Inquisition“.

Hans-Peter Dürr

Insofern hat die ursprünglich der Freiheit und Wahrheit verpflichtete Wissenschaft heute die Rolle der Religion eingenommen. Ein Wissenschaftler, der nicht dem allgemeinen Konsens der Wissenschaft folgt, wird belächelt und teilweise sogar aus der wissenschaftlichen Community ausgestoßen. Dabei waren es immer die Querdenker in der Wissenschaft, die für Umbruch und Fortschritt gesorgt haben. Wie sollte sonst auch ein Umdenken entstehen, wenn nicht durch die Akzeptanz, dass die vorherrschenden wissenschaftlichen Theorien nicht ausreichend sind und es womöglich auch niemals sein werden, um die Wirklichkeit zu erklären?

Genauso ist es auch in Politik und Gesellschaft. Was, wenn die Demokratie nicht mehr ausreichend ist und stattdessen eine Reform benötigt werden würde, um die neu entstehenden Bedürfnisse der Gesellschaft zu befriedigen? Was, wenn die Politiker einen fatalen Job in der Krise erledigen? Was, wenn die Intoleranz langsam aber sicher die Oberhand gewinnt und alle Probleme manifestiert, die sich seit Jahrzehnten in uns einbrennen, anstatt, dass die Toleranz unsere Probleme löst?

Einige Beispiele für die Intoleranz des aktuellen Geschehens:

  • Markus Söder spricht von einer Impfpflicht für Pflegepersonal – dies entspricht dem Zwang, der durch die Intoleranz über die aktuellen gesellschaftlichen Zustände geprägt wird. Gleichzeitig warnt er vor einer Terrorzelle, die durch Protestgruppen gegenüber der aktuellen Politik entstehen. Na, wie kommt denn das?
  • Wissenschaftler wie Sucharit Bhakdi, einst wegen seiner Dienste in der Erforschung des Immunsystems geschätzt, werden nun von „faktencheckern“ als Verschwörungstheoretiker diffamiert. Der Höhepunkt: Der Schmähpreis „Goldenes Brett vorm Kopf“ wird Sucharit Bhakdi verliehen. Das Prof. Dr. Bhakdi gleichzeitig auch den Verdienstorden des Landes Rheinland-Pfalz trägt, wirkt ironisch.
  • Ein Zahnarzt aus Bayern droht mit Gehalts-Aus bei Verweigerung von Corona-Impfung – Kritische Abwägung scheint unerwünscht.
  • Auf die Frage des Journalisten Boris Reitschuster, warum die WHO-Studie von Stanford-Professor Ioannidis nicht in der Politik beachtet werde und welche Studien die aktuelle Lockdown-Politik rechtfertigen, geht die Sprecherin auf der Bundespressekonferenz überhaupt nicht ein (auch nicht nach Rückfrage).
  • Stichwort Cancel Culture: Immer mehr Kabarettisten (wie etwa Lisa Eckhart) werden wegen ihrer „Political Incorrectness“ von Veranstaltern ausgeladen.
  • Karl Lauterbach wird der Apokalyptiker der Jahre 2020 und 2021. Er spricht von 250.000 Toten ohne Maßnahmen. Solche offensichtlich unwissenschaftlichen Aussagen (s. Schweden verhängt keinen Lockdown oder Maskenpflicht und haben trotzdem kein exponentielles Wachstum) führen weiter in die Spaltung, Zwietracht und Intoleranz.

Ich verstehe aber auch die Schwierigkeiten, in denen sich die Politiker aktuell befinden. Bei denen sie alles rechtfertigen müssen, was sie tun. Und falls sie sich mal geirrt haben sollten, dass sie dies auch nur ungern öffentlich kenntlich machen würden. Aber dies bleibt unerlässlich, wenn wir uns eine funktionierende Demokratie in Deutschland nennen wollen. Andernfalls sind wir bestenfalls eine sich selbst erhaltende Wahl-Oligarchie, wie der emeritierte Prof. Dr. Rainer Mausfeld die Politik nannte.

Ich denke, dass wir 2021 an einen Punkt angelangt sind, an dem wir mit unserem Denken nicht mehr weiterkommen. Es gibt so viele Probleme, die sich in den letzten Jahrzehnten bis Jahrhunderten in unser Denken eingebrannt haben, dass wir entweder ein komplettes Umdenken brauchen oder gar nicht mehr Denken sollten. Etwas ähnliches berichtete auch der Philosoph Alan Watts 1971.

Wir verstehen alles durch Zahlen und Buchstaben, aber was, wenn dies nicht ausreicht?

Wenn diese Kommunikationssysteme nicht ausreichen, um die Welt zu erklären und zu verändern? Und was, wenn die Welt schon gut so ist, wie sie ist?

Vielleicht müssen wir gar nicht ständig etwas verändern und umbauen. Vielleicht ist es an der Zeit, dass wir uns ändern?

Sobald diese Einsicht entsteht, dass alles gut so ist, wie es ist, tritt Entspannung ein. Diese Entspannung lehrt uns, dass wir alles haben, was wir brauchen. Sie lehrt uns, dass wir nicht immer noch mehr nehmen müssen, sondern auch etwas zurückgeben können – und, dass dies sogar noch wohltuender ist, als nur zu nehmen.

Der deutsche Psychiater Erich Fromm hat mit seinem Buch Haben oder Sein? (1976) einen ersten Wink mit dem Zaunpfahl unternommen. Seine Konsum- und Gesellschaftskritik beruht im Grunde genommen auf der Verschiebung der menschlichen Bedürfnisse vom Sein in Richtung des Habens (eine Entwicklung, die in den fernöstlichen Ländern genau entgegengesetzt zu sein scheint). Das Ungleichgewicht zwischen Haben und Sein bringt somit nach seinen Beobachtungen eine Gesellschaft notorisch unglücklicher Menschen hervor.

Nun wird diese Einstellung Fromm’s nachdenklich machen. Vor allem, wenn man selbst beginnt die Gestik und Mimik von Personen in der Öffentlichkeit zu studieren. Dies führt zur Erkenntnis, dass all der Wohlstand und auch die Technologie uns nicht glücklicher machen. Womöglich führt dies sogar zur Erkenntnis, dass wir uns darin verlieren.

Letztlich könnten wir als Gesellschaft sogar feststellen, dass wir den eigentlich Sinn des Lebens verfehlt haben: Zwischenmenschlichkeit, Liebe, Transzendenz. Und wir haben diese Werte durch Ungleichheit, Intoleranz und Internet/Technolgie ersetzt.

Wo wollen wir also hin?

Das kann jeder nur für sich selbst wissen. Einen Anstoß hierzu kann der einfühlsame Naturphilosoph Jochen Kirchhoff liefern. Sein Studium der Wissenschaftsgeschichte machen ihn zu einem wertvollen Denker, der einem wertvolle Impulse liefern kann, wenn man denn nur zuhören kann.

Und zuhören zu können, das ist eine Kunst. Eine Kunst, die vielleicht ein wenig mehr Toleranz in die Welt bringen kann.

Herzlich
Tristan

Liebe Leser,

in letzter Zeit sind einige interessante Beiträge und Artikel von mir erschienen, auf die ich euch mit diesem Blogbeitrag kurz hinweisen möchte. Durch den Lockdown haben wir alle wohl etwas mehr Zeit zum Lesen. Vielleicht besteht also Interesse an meinen Inhalten. Hierzu füge ich jeweils entweder einen Abschnitt als Leseprobe ein und/oder gebe eine kurze Einführung in die Thematik.

Drei Beiträge für das MHRx Magazin

Das Magazin Metal Health Rx von Aesir Sports ist eine renommierte digitale Zeitschrift, die monatlich erscheint. Hierfür schreiben verschiedene Autoren Artikel über die Themen Gesundheit, Kraftsport & Training. Den Zugang zum Magazin erhaltet ihr, indem ihr das Magazin kostenpflichtig abonniert (jährlich/life-time). Inzwischen durfte ich bereits drei Artikel für das Metal Health Rx Magazin schreiben. Eine kurze Einführung in die Artikel findet ihr anbei.

Baue Stress ab & booste Wohlbefinden sowie Erholung: 3 effektive Entspannungstechniken für den Alltag

15. November 2020

»Du kennst dieses Gefühl nach harter Arbeit oder einem anstrengenden Tag genauso gut wie ich: Du bist platt, erschöpft, ausgelaugt und weißt eigentlich ganz genau, dass jetzt Entspannung notwendig ist. Wie handeln aber wohl sehr viele Menschen? Auf die Couch setzen, Fernseher anschalten und dann entweder Nachrichten oder einen Film bzw. Serien angucken.

Warum das so ist, soll an dieser Stelle nicht Gegenstand der Diskussion sein. Viel wichtiger ist, dass bei diesem Verhalten die Entspannung schon mal auf der Strecke bleiben kann. Es gibt zahlreiche, sehr eindrückliche Studien, welche von der Verstärkung negativer Gefühle (1), über Angst (2) und Depressionen (3) (bei hoher Nutzung elektronischer Geräte von >6h), Suchtverstärkung (4) und Beeinflussung des Ernährungsverhaltens (5durch elektronische Geräte sprechen.

6 Stunden mag für den ein oder anderen viel erscheinen – diejenigen, die jedoch auch auf der Arbeit an einen elektronischen Bildschirm gebunden sind, erreichen relativ schnell diesen Wert. Wie auch Twenge et al. (2018) feststellten, waren bei Kindern und Jugendlichen bereits „mehr als 1 Stunde Bildschirmzeit pro Tag mit einem geringeren psychischen Wohlbefinden verbunden, einschließlich weniger Neugier, geringerer Selbstkontrolle, mehr Ablenkbarkeit, größeren Schwierigkeiten, Freunde zu finden, weniger emotionaler Stabilität, schwierigerer Pflege und Unfähigkeit, Aufgaben zu erledigen.“ (6)

Die Assoziationen zwischen Bildschirmzeit und geringerem psychischen Wohlbefinden waren bei Jugendlichen größer, als noch bei jüngeren Kindern (6).«

[…]

Mehr in der Ausgabe MHRx 10/2020 // Hier geht’s direkt zum Artikel

Das Gleichgewicht bewahren: Was uns die Psychosomatik über qualitative Ernährung lehren kann

12. Oktober 2020

»Die Ernährung aus dem Standpunkt der Psychosomatik zu betrachten ist relativ ungewöhnlich – speziell auch für mich als Ernährungswissenschaftler.

Meist wird das Thema Ernährung ziemlich einseitig beleuchtet. Ob in der Ernährungswissenschaft, in Medienberichten, in sozialen Netzwerken oder im Fitnessstudio – heutzutage, so habe ich den Eindruck, geht es wesentlich mehr um den körperlichen und objektiven Aspekt der Ernährung. Also um den physikalischen Brennwert (kcal), um die biochemisch-optimale Ernährung oder Diät(Nährstoffzusammensetzung und -timing, Leistungsfähigkeit etc.) oder um den präventiven und therapeutischen Nutzen bestimmter Pflanzen(-bestandteile).

  • Schlichtweg geht es um die Frage: „Was esse ich?“ 
  • Weniger behandelt wird die Frage: „Wie esse ich?“

Der Unterschied zwischen dem „Was“ und dem „Wie“ in Bezug auf die Ernährung wird zunehmend auch von dem Forschungsfeld der Psychosomatik behandelt. Um aber die Sichtweise der Psychosomatik zu verstehen, müssen wir vorab wieder einige Prämissen klären.

Durch die Fokussierung des objektiven Nutzens der Ernährung wird zunehmend der quantitative Aspekt der Lebensmittel in den Vordergrund gerückt. Weniger wird auf die Qualität der Lebensmittel bzw. auf die Beziehung zwischen Mensch und Lebensmittel geachtet. Würde aber tatsächlich darauf geachtet werden, so würden sich plötzlich neuartige Fragen erschließen, die vorher noch nicht behandelt wurden, wie etwa: „Passt das Lebensmittel zu meiner individuellen Situation?“. Andere Fragen, wie z.B. „Welches Lebensmittel ist das Beste?“, würden dann eher in den Hintergrund rücken.«

[…]

Mehr in der Ausgabe MHRx 09/2020 // Hier geht’s direkt zum Artikel

Die Auswirkungen eines gesunden Lebensstils auf Pandemien

19. September 2020

»Das Thema Pandemie, aber vor allem die aktuelle Corona-Pandemie, ist wohl das emotionalste Thema, das es seit langem in unserer Gesellschaft gab. Einmal mehr sind Wissenschaftler und Wissenschaftsjournalisten wichtig, die im Chaos des Internets Fakten verbreiten und somit Ruhe zwischen den sich auftuenden Camps von Befürwortern und Kritikern der aktuellen Maßnahmen stiften.

Mir persönlich sind immer zwei Dinge ganz wichtig, welche die Menschen aus den Informationen mitnehmen können, die ich anbiete:

  • Konstruktive Kritik gegen jede Art von Meinung zu äußern.
  • Sich nicht von Meinungen beeinflussen zu lassen, sondern zu beobachten, unwiderlegbare Fakten zu sammeln und diese zu einem stimmigen Gesamtbild zusammenzusetzen.

Beides sehe ich leider bei den wenigsten Inhalten im Internet, dabei ist es gerade diese Denkweise, die den Wissenschaftler auszeichnet. Und auch im Metal Health Rx Magazin finde ich diese Denkweise glücklicherweise vor. Damit betrachte ich dich nun auch im folgenden Artikel als Wissenschaftler, der eben diese Denkweise anwendet.

Es ist im Sinne der Wissenschaft ganz wichtig jedes Thema erst einmal mit der nüchternen Klarheit eines Wissenschaftlers zu betrachten. Dadurch erlaubst du dir nämlich nicht von Anfang an zu bestimmten Themen „Nein, das ist unmöglich“ zu sagen, sondern sagst grundsätzlich „Vielleicht ist da was dran“.

Der Religionsphilosoph Prof. Dr. Dr. Daniel von Wachter schrieb ebenso in „Eine philosophische Abhandlung des neuen Coronavirus“ über eine Notwendigkeit zur Meinungsvielfalt, um wissenschaftliches Scheuklappendenken während der aktuellen Pandemie zu vermeiden und gesellschaftliche Konflikte zu minimieren (1). Darum geht es auch schließlich: Die Diversität an Meinungen belebt den Konsens und durch den Konsens finden wir zu Fakten. Darum ist auch keine Meinung auszuschließen.

Dieser Beitrag hat also die Aufgabe zum Konsens beizutragen und nicht etwa Recht für sich zu beanspruchen. Karl Popper, einer der bedeutendsten Denker und Wissenschaftsphilosophen des 20. Jahrhunderts sagte einst sehr passend: „Der Rationalist ist einfach ein Mensch, dem mehr daran liegt zu lernen, als recht zu behalten.“ (2)

Dieser Beitrag soll dich also zu einer Perspektive anregen, die aus einem, für die bisherige Diskussion, recht ungewöhnlichen Standpunkt vertreten wird. Nämlich aus einem metaphysischen (ontologischen) Standpunkt. Ich wünsche dir viel Spaß beim Lesen und hoffe, dass du eine Menge über die Beziehung zwischen den Themen „Pandemie“ und „Gesundheit“ dazulernst.«

[…]

Mehr in der Ausgabe MHRx 08/2020 // Hier geht’s direkt zum Artikel

Analyse: COVID-19 (SARS-CoV-2) in Germany

1. November 2020

Passend zum Artikel Die Auswirkungen eines gesunden Lebensstils auf Pandemien für das Metal Health Magazin ist auch meine COVID-19 Analyse, welche ich im Oktober auf Englisch übersetzt habe und mit einem 10-seitigen Update versehen habe. Obwohl ich von dem Thema in den letzten Wochen abgewichen bin, da ich gemerkt habe, dass die Emotionen in diesem Thema überhand nehmen, würde ich auch hier gerne nochmal die wichtige Passage am Ende der Analyse einfügen. Die Übersetzung findet ihr auf meinem Blog.

[…]

»To me, trusting experts on their opinion cannot be future standard. Every citizen is responsible for informing himself/herself to estimate the current situation. For the lockdown-policy on the 2ndof November, for example, every citizen has to express concerns and considerations, in particular when it comes to one’s own economic existence.[i] And also to question the prevailing opinion of the government and to make them change their political course in the interest of everyone’s health, but especially for kids, as childhood researcher Michael Hüter warns the German policy: „A whole generation has been collectively traumatized.“

I myself started to recognize the importance of Plato’s Trivium, especially when I read news reports, social media posts and watch television narratives about SARS-CoV-2. In his Trivium, Plato defined the logical errors, which are very helpful to weigh others arguments. If, for example, someone is claiming to know something about SARS-CoV-2, just because some scientist said something about it, the logical errors help recognizing it as an appeal to authority. Authority can never replace arguments, otherwise society would not act rational. Another example could be the appeal to fear, which was used many times as an instrument to achieve certain political regulations. There are few more examples and I can just recommend it to use it in relation to question given opinions.

Finally, I want to remind the reader again about the importance of one’s own health. No one else can be responsible for the physical and mental health than the individual who owns the body. We as a society cannot not expect that scientists rescue us if ourselves forget about the importance of a healthy lifestyle and disease prevention. Starting with ourselves, we can also remind other people to go out and enjoy nature, food and our communication with others. If we try to isolate ourselves completely, the situation will get even worse. The immune system should be again at the center of our attention. To not only prevent diseases, but also to make life for everybody highly enjoyable again.«

Hier geht’s zum researchgate Artikel // zur deutschen Übersetzung

Blogbeitrag: Freiheit oder Sicherheit?

13. November 2020

Es sind alte Frage, die jedoch aktueller sind, denn je: Was ist uns wichtiger, Freiheit oder Sicherheit? Was sind wir bereit an Freiheit aufzugeben, um Sicherheit zu erlangen? Kann es so etwas wie Sicherheit überhaupt geben? Und (wann) sind wir bereit, beide Aspekte miteinander in Einklang zu bringen?

Diese Fragen habe ich versucht in meinem aktuellen Blogbeitrag zu beantworten. Ich habe anhand der aktuellen „Pandemie“, aber auch durch das Beispiel von OSHO und seinen Sannyasins gezeigt, dass verschiedene Menschen unterschiedliche Prioritäten haben. Je nachdem, welcher Typ man selbst tendenziell ist – Sicherheitsfanatiker oder Freiheitsidealist – verhält man sich in Gefahrensituationen anders. Letztendlich geht es jedoch immer um das nackte Überleben:

Die Freiheit dient dazu, das Überleben zum Erleben zu machen, wohingegen die Sicherheit danach strebt, das Überleben grundsätzlich zu sichern. Bei einem anfallenden Risiko ist es klar, dass die Bewertung des Risikos unterschiedlich ausfällt. Und, dass damit die Konflikte beginnen.

Mehr im aktuellen Blogbeitrag

Blogbeitrag: Planton’s Trivium

26. Oktober 2020

Wie können wir Wahrheit erlangen?

Diese Fragen hat viele Philosophen beschäftigt. Besonders aber Platon, wie man an seinen Dialogen mit Sokrates (z.B. Phaidon) oder seinem Höhlengleichnis erkennt. Um seinen Argumentationspartner in seinen Aussagen nach Wahrheitsgehalt zu überprüfen, hat Platon ein ziemlich schlaues Tool entwickelt: Die logischen Irrtümer.

Mehr im Blogbeitrag

Buch: Atmen • Nicht-Atmen

10. Oktober 2020

Ich habe es bereits mehrfach vorgestellt… aber es wird trotzdem nicht alt. Mein Poesie und Geschichtenbuch Atmen • Nicht-Atmen könnt ihr gratis als eBook von mir erhalten, indem ihr meinen Newsletter abonniert. Ich habe von vielen schon sehr positive und inspirierende Rückmeldungen erhalten. Dafür möchte ich mich schon mal bedanken!

Als kleines Dankeschön möchte ich noch eine kleine Geschichte einfügen. Ich hoffe sie gefällt euch. Falls ihr mehr lesen möchtet, abonniert einfach meinen Blog. Dann schicke ich euch mein eBook zu!

Der Brauch

»Ein Muslim, ein Buddhist und ein Jude treffen sich im Schlossgarten, um darüber zu diskutieren, welche Tradition die Wahrheit gefunden hat. Der Muslim argumentiert, dass Gott die eine Wahrheit ist und, dass der heilige Kampf der einzige Weg ist, die Wahrheit (Gott) zu finden. Denn Wahrheit bedeutet Errettung und wer gerettet werden will, der muss bereit sein, für die Rettung zu sterben.

Der Buddhist bestreitet, dass ein materieller Tod wirklich notwendig sei, um zu dem zu finden, der im Koran als „Gott“ dargestellt wird. Ihresgleichen höchstes Ziel sei das Nirwana, das nur durch den noblen Pfad des Buddhas in stiller Meditation gefunden werden kann. 

Schließlich ist der Jude empört und witzelt über des Buddhisten Pfad. Buddha habe nicht einmal Muße gehabt, um eine Schrift zu hinterlassen. Und gerade, als der Jude ausführen wollte, dass sich der echte Gott, Jahve, der Eine, nur den Juden offenbart, unterbrach sie ein Fremder. Und er spricht:

„Wie ich sehe, streitet ihr über eure Herkunft. Aber bevor ihr weiterredet, geht dort vornhin in diese Richtung, dort werdet ihr einen Mann sitzen sehen, der kann euch weiterhelfen.“

Und die drei machen sich auf und wandern entlang des Schlossgartens, bis sie am blumengeschmückten Springbrunnen ankommen. Dort sitzt ein alter Mann mit langem Haar und Robe. Und als sie vor ihm stehen, da bittet er sie, sich zu setzen. Er schaut ihnen tief in die Augen und stößt einen tiefen Seufzer aus.

Und in den nächsten Stunden hören sie Gleichnisse über Leben und Tod, über die rechte Art, sich frei zu machen, über die rechte Atmung und über die Streitschlichtung. Denn laut dem alten Mann gehe es darum, allen Religionen, Lehren und Traditionen Wahrheit zuzugestehen.

Der Muslim, der Buddhist und der Jude waren nicht nur entzückt, sondern lauschten voller Stille und Ehrfurcht. Und als der Mann sich erhob und ging, denn er hatte schließlich nichts mehr hinzuzufügen, da fielen sich die drei Gottesfürchtigen in die Arme. Sie versprachen sich nicht mehr zu streiten. Denn dazu war kein Grund mehr. Sie erkannten, dass sie dieselbe Herkunft hatten, diese Herkunft nur aus anderen Blickwinkeln betrachteten. Von nun an akzeptierten sie den Glauben der anderen.

Aber nicht nur das. Sie zogen sogar umher und verbreiteten die Lehre des alten Mannes. Denn sie wollten die tolerante Lehre weitergeben und allen Streit der Welt lösen.

Aber irgendwo auf ihrem Weg der Erlösung verliefen sie sich. Denjenigen, die ihren Glauben behalten wollten, warfen sie Dummheit und Ignoranz vor. Und ehe sie sich versahen, verkamen ihre Worte in einer Tradition, die nur denen Frieden brachte, die sie praktizierten. Und alle anderen, die die Lehre nicht achteten, wurden zu Übeltätern und Ungebildeten, die es zu bekehren oder auszulesen galt.

Welch ein Jammer. Der Streit der drei Gläubigen wurde zwar geschlichtet, dafür entbrannte jedoch ein viel heftigerer Streit. Ein Streit, der nicht mit der Vergebung aller Menschen endete, sondern einem Exklusivrecht, dass ihrer Tradition galt. Aber nein, eine Tradition kann man es wohl nicht mehr nennen. Ein sinnentleerter Brauch, das kommt dem Ganzen näher.«

Hier mein Buch kaufen // zum Blogartikel


Danke für die Aufmerksamkeit! Ich wünsche reges Interesse beim Lesen. Und natürlich eine unbändige Gesundheit und Lebensfreude für den kalten Winter, der uns bevorsteht.

Seid achtsam,
euer Tristan.

Ein Beitrag aus Sicht der Hermetik

In den letzten Tagen habe ich vermehrt über die Frage nachgedacht, was uns Menschen wichtiger ist: Das Gefühl der Geborgenheit, Schutz und Behütung (Sicherheit) oder das Gefühl von Eigenverantwortlichkeit, Selbstständigkeit und Unabhängigkeit (Freiheit)? Lasst uns hierzu etwas tiefgründiger schauen und die beiden Elemente richtig einordnen.

Auf meinen Instagram-Kanälen @tristanstrivium und @tristannolting habe ich dazu eine Umfrage gestartet und folgendes Ergebnis erhalten.

Dies ist natürlich keine repräsentative Umfrage. Die Umfrage ist zudem durch die derzeitigen Diskussionen um die Freiheitseinschränkungen der Corona-Pandemie getrübt. Sobald den Menschen entweder ihre Sicherheit oder ihre Ordnung genommen wird, scheinen sie sich wieder danach zu sehnen. Was aber hat es mit diesen beiden Elementen in der Bedeutung für den Menschen auf sich?

Freiheit und Sicherheit sind Ideale und in ihrer extremen Ausprägung Gegenteile, auch wenn sie sich, wie jedes Gegensatzpaar, gegenseitig bedingen. Die folgenden Überlegungen beziehen sich jedoch nicht nur auf die Ideen hinter den Begriffen, sondern auch auf die damit verbundenen Ideologien der Sicherheit und der Freiheit.

Die Ideologie der maximalen Sicherheit schafft die Rechte des Menschen (analog zur rechten analytischen Gehirnhälfte), ja fordert sogar dessen Verschärfung, wodurch es jeder Menge an regelkonformen Bürokraten bedarf, die diese Ordnung verwalten. Sicherheit bewahrt somit Ordnung und minimiert zudem mögliche Zufälle und Gefahren. Durch die Beherrschbarkeit wird der Glaube an eine Welt ohne Gefahren möglich.

Die Ideologie der Freiheit hingegen wird von tendenziell linken Typen (analog zur linken emotional-kreativen Gehirnhälfte) gelebt, die sich die Wahlmöglichkeit zur freien Gestaltung ihres Lebens (und auch des Todes) erhalten wollen. Gesetze stehen dem entgegen, da sie die Handlungen des Individuums einschränken. Ob dies gut oder schlecht ist, ist in erster Instanz irrelevant, denn die Freiheit will sich nur die Wahlmöglichkeit erhalten. Durch die Wahlmöglichkeit wird somit der Glaube an eine freie selbstbestimmte Welt geschaffen.

Wenn wir diese Zeilen reflektieren, merken wir, dass Freiheit versucht zu bewahren, während Sicherheit versucht zu schaffen. Sicherheit ist ein illusionäres, analytisches Konstrukt, das von dem Menschen erschaffen wurde, um sich vor Gefahren zu schützen. Sicherheit gibt es in der Natur nicht. Freiheit ist jedoch ebenso eine Illusion, da die Idee vor der Erkenntnis der eigenen Limitationen schützen soll. Tiere sind in ihrer Rolle ebenso limitiert, haben jedoch keine Möglichkeit wie der Mensch dies zu reflektieren und gehen daher einfach ihrer Bestimmung nach. Politisch gesehen könnte man die Freiheit als Liberalismus und die Sicherheit als Konservatismus definieren. Zusammengefasst heißt dies:

  • Freiheit = Bewahrung
  • Sicherheit = Erschaffung

Männlichkeit & Weiblichkeit

Diese beiden Pole der Bewahrung und Erschaffung finden sich auch in dem ureigenen Spiel der Männlichkeit und Weiblichkeit (Dualität) wieder. Im Kybalion (Hermetik) steht hierzu geschrieben:

„Geschlecht ist in allem; alles hat sein männliches und sein weibliches Prinzip; Geschlecht manifestiert sich auf allen Plänen.“

Das Kybalion

Die Hermetik World Bibliothek führt dies mit Bezug auf die heutige moderne Naturwissenschaft noch detaillierter aus:

„[…] Das Wort Geschlecht (genus) ist verwandt mit „zeugen, erzeugen, schaffen, hervorbringen, Schöpfung“. Eine kurze Überlegung wird zeigen, dass das Wort eine viel weitere und allgemeinere Bedeutung hat als der Ausdruck Sexualität; letzterer bezieht sich auf die physischen Unterschiede zwischen männlichen und weiblichen Lebewesen. […]

Die Aufgabe von Geschlecht ist zu schaffen, hervorzubringen usw. Seine Manifestationen sind auf jedem Plan von Phänomenen sichtbar. […]

Die Aufgabe des männlichen Prinzips scheint darin zu liegen, eine gewisse angebotene Energie auf das weibliche Prinzip zu richten und so den Schöpfungsvorgang in Tätigkeit zu setzen. Das weibliche Prinzip ist aber immer dasjenige, welches das aktive schöpferische Werk vollbringt; und so ist es auf allen Plänen. […]

Die öffentliche Meinung hat sich eine ganz irrtümliche Ansicht über die Eigenschaften des sogenannten negativen Poles von elektrifizierter oder magnetisierten Materie gebildet; die Ausdrücke positiv und negativ werden von der Wissenschaft auf diese Phänomene ganz fälschlich angewendet: Das Wort positiv bedeute etwas Reales und Starkes, im Gegensatz zu einer negativen Unrealität oder Schwäche. Nichts liegt dem wahren Sachverhalt bei elektrischen Phänomenen ferner. […]

Es ist nicht nötig, euere Zeit zur Besprechung der wohlbekannten Phänomene in Anspruch zu nehmen, wie „Anziehung und Abstoßung“ der Atome, chemische Affinität, Liebe und Hass der Atome, Anziehung oder Kohäsion zwischen den Molekülen der Materie. Diese Tatsachen sind zu gut bekannt, als dass sie einer weiteren Erklärung bedürfen. Aber habt ihr je schon bedacht, dass alle diese Tatsachen Manifestationen des Prinzips vom Geschlecht sind? […]“

Ähnliche Ideen finden sich beispielsweise auch bei Rudolf Steiners geisteswissenschaftlich basierter Anthroposophie oder auch bei vielen fernöstlichen Philosophien wie dem Hinduismus.

Männliche und weibliche Elemente sind immer im Menschen gemischt, wie auch bei den Protonen und Elektronen des Atoms, auch wenn es ein fest definierbares biologisches Geschlecht am Menschen gibt (auch die verschiedenen Atome weisen Merkmale einer weiblichen und männlichen Klassifizierung durch ihr Verhalten auf). Je nachdem, welche Anteile im Menschen vorherrschend sind, manifestiert sich letztlich auch die Biologie. So steht es auch im hermetischen Gesetz der Entsprechung geschrieben.

Ebenso wie die männlichen und weiblichen Elemente im Menschen vermischt sind, sind auch die freiheitlichen und rechtlichen Vorstellungen und Fiktionen vermischt.

Die Existenz der Lebendigkeit (des Menschen, der Tiere, der Pflanzen etc.) ist jedoch nur denkbar, wenn das Verhältnis beider Geschlechter (Polarität) zueinander gewahrt wird. Dieses Phänomen ist in allen bekannten Disziplinen der Wissenschaften bekannt, von der Psychologie und Physiologie über die Ökologie bis zur Chemie. Sobald ein Geschlechtsmerkmal übermäßig stark wird, beginnt die eintretende Starre (Ordnung) oder die Konfusion (Chaos). Besonders anschaulich wird dies auch in der Kinderserie Avatar: Die Legende von Korra (2/8) durch die Kräfte von Raava und Vaatu dargestellt.

Machen wir dies doch noch an zwei anschaulichen Beispielen fest, um das Ausmaß dieser naturwissenschaftlichen Erkenntnis zu vertiefen.

1. Beispiel: OSHO

In der Dokumentar-Filmreihe Wild Wild Country auf Netflix erhält man Einblicke in das Leben und Wirken des indischen Philosophen „Rajneesh“ Chandra Mohan Jain (OSHO) und seiner Anhänger (Sannyasins). Der Dalai Lama bezeichnete OSHO beispielsweise als „erleuchteten Meister, der mit allen Möglichkeiten arbeitet, um den Menschen zu helfen, diese schwierige Phase in der Entwicklung des Bewusstseins zu überwinden.“

In der Filmreihe wird in der zweiten Folge genauer auf die Umsiedlung OSHO’s von Indien nach Oregon nahe der Stadt Antelope (U.S.A.) eingegangen. Es wird beschrieben, wie die Sannyasin’s innerhalb kürzester Zeit eine Kommune für das Zusammenleben mit OSHO auf der Big Muddy Ranch errichteten. Den Bewohnern der 40-Einwohner großen Stadt Antelope gefiel das gar nicht und so entbrannten Streits zwischen den beiden Lagern, die zwischenzeitlich sogar für das Aufkaufen und Umbenennen der Stadt (durch OSHO’s Generallbevollmächtigte Ma Anand Sheela) und wiederum Bombenattentate auf Sannyasins führte. Wie kann jedoch ein solcher Glaubenskrieg entstehen?

Der Konflikt liegt klar in der Gegenüberstellung der Kulturen. Die amerikanischen Einwohner, geprägt von Konservatismus, pflegten einen Alltag der ihnen ein Gefühl von Sicherheit gab, wohingegen die Sannyasins zur damaligen Zeit als Kultur der unorthodoxen freiheitlichen Praktiken konträr zu christlichen Werten galt. Dies wurde durch die Einblicke von Praktiken des Films Ashram in Poona (1981) noch verschärft. Der Film war bekannt für seine Aufnahmen von nackten, kreischenden und ausflippenden Menschen in einer Sannyasin-Therapiegruppe (Hier ansehen).

Außerdem kam hinzu, dass Shannon Jo Ryan, Tochter des ehemaligen Kongressabgeordneten Leo Ryan, der die Gemeinde Jonestown des Volkstempels in Guyana untersuchte und dort 1978 von Anhängern des Tempels beim Massaker von Jonestown, getötet wurde, der Sannyasin-Bewegung nach Oregon folgte und von Medien nun vermutet wurde, dass sich eine solche Sekte wie Jonestown wiederholt. Es gab Anlass zur Sorge für die amerikanischen Bürger und Medien, dass sich eine solche Tragöde wie Jonestown, bei der 909 Menschen Suizid begangen haben, wiederholt.

Wir stellen also fest: Hier trafen zwei Gruppen aufeinander, die konträr von freiheitlichen und konservativen Glaubenssätzen geprägt waren. Die Unterschiedlichkeit begünstigte den Konflikt. Viele der damaligen Handlungen waren auf Vorurteilen gebaut. Es wird also deutlich, dass das fehlende Verständnis zum Teil auch durch die unterschiedliche Ausrichtung der Menschen erfolgt ist. Für die einen war Sicherheit das wichtigste – für die anderen die Ausübung ihrer Freiheit.

2. Beispiel: Pandemien

Wie wir es auch in der aktuellen Pandemie erleben, gibt es Befürworter und Kritiker der politischen Maßnahmen. Dreh- und Angelpunkt ist gewiss auch die Ausübung der Grundrechte, welche dem Menschen gewisse Freiheiten gewähren. Während die Sicherheitsfanatiker argumentieren, dass die Opfer der aktuellen Pandemie um jeden Preis gering gehalten werden muss, argumentieren die Freiheitsliebhaber um die Ausübung ihrer Wahlmöglichkeiten. Plakativ und in extremer Ausprägung würde eine solche Differenzierung wie folgt aussehen:

Sicherheit

– Virus Gefahr eliminieren
– Isolieren und Kontakt scheuen
– Impfstoff zur Immunität entwickeln
– Wenn nötig Rechte einschränken, damit
sich jeder an die Vorgaben hält

Freiheit

– Mit dem Virus leben lernen
– Arbeit & Sozialleben normal weiterführen
– Natürliche Immunisierung
– Grundrechte um jeden Preis bewahren

Durch die „neue Gefahr“ wird somit ein Kampf zwischen den in den Menschen vorherrschenden Tendenzen geschaffen, die, wenn die Situation als nicht bedrohlich gewertet werden würde, sich im Gleichgewicht gegenseitig erhalten. Nun kämpfen die freiheitlich gesinnten Menschen um die Bewahrung der Rechte, um die sie auch geschichtlich nachvollziehbar seit tausenden von Jahren schon kämpfen, während die Menschen, die nach Sicherheit streben, um eine weitere Einschränkung trachten, damit absoluter Schutz gewährt ist. Die Freiheit und Sicherheit erstreckt sich dann auch in anderen Fragestellungen, wie etwa der Moral oder Sozialität (ist das Abnehmen der Maske in der Öffentlichkeit asozial?).

Vielfach werden Symbole, wie die Masken, als Freiheits oder Sicherheitssymbol aufgeladen, je nachdem aus Perspektive sie betrachtet wird. Die Sicherheitsfanatiker sehen ihre Freiheit in der Sicherheit. Die Freiheitsfanatiker sehen ihre Sicherheit in der Freiheit (Wortspiel verstanden?). Bei Parteien versuchen für das Gute zu kämpfen. Oder zumindest wird ihnen gesagt, dass sie für das Gute im Menschen kämpfen. Wie auch Theodor W. Adorno feststellte, sind die Menschen bereit fast alles zu tun, solange es sich in ihren Augen um „das Gute“ handelt.

Aber was ist das Gute? Ist es Sicherheit oder Freiheit?

Ich möchte hier keiner Position den Vorrang zusprechen. Ich möchte viel lieber dazu anregen, dass das Gleichgewicht beider Verhältnisse langfristig der beste Weg ist, um (mit einer Gefahr) zu leben. Maßnahmen zur Sicherheit sind keinesfalls schlecht. Genau so wenig, wie die Freiheit des Menschen zu verteidigen. Beides sollte jedoch, gerade auch in Anlehnung an den Zeitgeist, mit den Menschen abgestimmt sein. Die Bereitschaft ist hier eine wichtige Komponente. Wir sehen es an Schweden – Gebote sind vielfach vorteilhafter, als Verbote. Auch, um die freiheitlichen Ideale des Menschen nicht zu sehr zu bedrohen. Denn ansonsten rebelliert der Mensch und realer Krieg ist die Folge.

Krieg kann somit als eine Folge der (teils illusionären) Einschränkungen der eigenen Freiheit gewertet werden. Der „temporäre“ Krieg soll dazu dienen, die Freiheit wieder herzustellen. Ähnlich ist es auch mit SARS-CoV-2 – hier wurde vielfach Kriegsrhetorik angewandt, um den vermeintlichen Kampf gegen das Virus zu gewinnen. Wie beim Krieg dient die zeitweilige Einschränkung der Freiheit des Menschen zur vollständigen Wiederherstellung. Einschränkungen sind der Freiheit dienlich – so zumindest die Argumentation von Politikern wie Karl Lauterbach (siehe ARTE Doku). Aber kann das der richtige Weg sein?

Wie auch bei der Geschichte von OSHO und der Sannyasin-Bewegung zu erkennen, gibt es durch die Themen Freiheit und Sicherheit ein hohes Radikalisierungspotential. Dabei wird dann gerne auch damit argumentiert, dass der Gegner immer radikaler wird, man selber müsse also dementsprechend handeln (und radikaler werden). Die eigene Freiheit zu wahren wird dann zu einem Machtkampf.

Letztes Beispiel hierzu: Die bekannte Seite Volksverpetzer hat vielfach polarisierende und brachiale Rhetorik genutzt und nutzt diese auch immernoch, um die Menschen, die für ihre Freiheit demonstrieren, als Ideologen zu diffamieren. Der Wortlaut nimmt dabei Züge an, wie etwa: „Während diese Woche bereits 848 Menschen gestorben sind, demonstrieren sektenhafte-Pandemie-Leugner mit „Wo sind die Toten?“-Laternen, die sie ihren Kindern in die Hand drücken. Wie abgedreht ist diese Ideologie eigentlich inzwischen?“

Pauschal kann ich also die anfängliche Frage, was wichtiger ist, ob Freiheit oder Sicherheit, nicht beantworten. Dies hängt vielfach von der innerlichen Geistesverfassung des Menschen ab.

Zum Abschluss dieses Blogbeitrags habe ich noch eine Geschichte für euch. Es handelt sich um die alte Parabel vom schwarzen Schaaf, welche ich für euch so aufbereitet habe, dass es in unseren Kontext von Freiheit und Sicherheit passt. Ich wünsche aufrichtiges Hinterfragen der hier geteilten Inhalte und zudem guten Genuss der Geschichte!


Das schwarze Schaaf

Ja, das ist die Geschichte vom freien Denken,

vom schwarzen Schaaf, das ließ sich nicht mehr vom Hirten lenken.

Und als es sich aus seinen Zügeln losriss

Und seinen Hirten das erste Mal biss –

da ward es ausgestoßen und in die weite Welt gesetzt.

Zögerlich zog es von dannen, voller Angst entsetzt.

Da bemerkte es, dass auch andere Tiere ohne Hirten lebten,

und ganz ungeniert für sich in den Tag hineinlebten.

Nun wollte es zurück und seinen Kameraden berichten,

die hatten aber kein Interesse daran, den Streit zu schlichten.

Verächtlich sahen sie ihn als Verräter, 

die Freiheit machte das dumme Schaaf zum Übeltäter.

Und so blieb es, wie es immer schon war,

Schaafe lieben Sicherheit, das ist wohl klar.


Ich hoffe, euch hat der Beitrag gefallen und ihr habt etwas Neues über die Themen Hermetik, Dualität, Freiheit, Sicherheit und Wissenschaft gelernt. Falls ihr Anregungen, Fragen oder Kritik an mich habt, dann schreibt mir doch auf Social Media oder per Mail.

Wer Freiheit für Sicherheit aufgibt, wird am Ende beides verlieren.

Benjamin Franklin:

Bleibt verständnisvoll,
euer Tristan.