Wer Wasser predigt, sollte nicht Wein trinken. Zur gestrigen Debatte im Bundestag (17. März 2022) möchte ich einmal die Zeit nutzen, um die Fehlentscheidungen der vergangenen zwei Jahre zu reflektieren – und zu verzeihen. Mein neuestes Buch „Psychologie der Rache“ hilft mir hierbei.

Es war ein Satz, der in Anbetracht der damaligen Lage geradezu lächerlich klang: Jens Spahn sagte noch im April 2020: „Wir werden in ein paar Monaten wahrscheinlich viel einander verzeihen müssen.“

Mittlerweile hält die Pandemie nun knapp zwei Jahre an. Vermutlich hätte niemand gedacht, was in dieser Zeit alles möglich gewesen ist – wer eben jene Ereignisse prophezeit hätte, wäre entweder als Verschwörungsschwurbler abgestempelt worden oder eingewiesen. Ich möchte die Vorkommnisse an dieser Stelle nicht erneut revidieren, das haben sehr kluge Köpfe wie Gunnar Kaiser, Ulrike Guérot und viele andere schon zu Genüge getan.

Wer aber die damaligen Zeilen des Tagesspiegels von April 2020 liest, der wird aber zumindest nicht um ein Lächeln herumkommen:

Je länger die Covid-19-Bekämpfungsdebatte anhält, desto vernehmbarer werden Untertöne und Mutmaßungen. Will die Regierung eine Bewegungs-App, um uns zu überwachen? Schränkt sie elementare Freiheitsrechte ein, um uns zu kontrollieren? Plädiert sie für Abstandsgebote und Kontaktsperren, weil ihr Wirtschaft und Wohlstand dieses Landes egal sind?

Absurditäten dieser Art schleichen sich zunehmend in den Diskurs, und in die Vorhaltungen mischt sich Ungeduld. Kein Wunder, dass selbst die Kanzlerin mit dem Begriff „Öffnungsdiskussionsorgie“ ihre Contenance verlor.

Lehming, Tagesspiegel (2020)

Noch heute verurteilen Medien und Politiker selbst kleine Öffnungsschritte in einem ähnlichen Ton wie Angela Merkel damals mit dem Begriff „Öffnungsorgie“.

Viele Verschwörungstheorien sind mittlerweile leider wahrgeworden. Obwohl lange „als bösartig und absurd“ (Kretschmer, MP Sachsen) bekämpft, ist der Plan einer Impfpflicht realer denn je, Daten aus Corona-Apps können mittlerweile zur Strafverfolgung genutzt werden, die Bevölkerung wurde bewusst in Angst und Schrecken vor dem Virus versetzt, ungeimpfte Menschen wurden (und werden) mit Beschimpfungen wie „asozialer Trittbrettfahrer“ aus dem öffentlichen Leben geschmissen, Kabarettisten und Kritiker des offiziellen Diskurses werden diskreditiert oder von Veranstaltungen ausgeladen, die freie Meinung in öffentlich-rechtlichen Sendern wird unterbunden, Wissenschaft wird einseitig gefördert – es kommen immer die gleichen Wissenschaftler zu Wort und werden auch noch mit dem Begriff „false balance“, das Bundesverfassungsgericht nickt einfach alles ab (oder besser: alles Entscheidende), was die Regierung beschließt, der Geisterfahrer-Maßnahmen-Kurs von Deutschland im Vergleich zu anderen europäischen Ländern nimmt kein Ende,
und und und …

Aber irgendwann wird jeder einmal an den Punkt gelangen, an dem nicht mehr nur die eigene Verleugnung, Verhandlung, Wut oder Resignation die Reaktion auf die Hilflosigkeit gegenüber der Politik ist. Irgendwann ist man dieses Gefühls-Chaos überdrüssig und spürt, dass nun das Leben weitergelebt werden muss – ohne Reue, ohne Vorwürfe, ohne Schuldzuweisungen, ohne Trauer.

Inzwischen haben wir uns genug aufgeregt, empört, widersetzt, gehasst, verbittert, besorgt, argumentiert, gestritten, beschimpft, verleumdet, gewundert…

Wir haben mittlerweile genug Hetze und Hass gesehen, ob nun durch Schuldzuweisungen an ungeimpfte Menschen oder durch Beleidigungen und Diffamierungen gegen Menschen mit alternativen Meinungen zum Mainstram.

Nun wollen wir verzeihen, wollen wir einander wieder in die Arme nehmen, wollen wir Menschen mit anderen Ansichten und Perspektiven tolerieren. Denn es ist nicht schlimm, andere Meinungen zu haben – es ist nur schlimm, diese Meinung einander aufzuzwingen.

Wie aber kommen wir von dem derzeitigen, völlig radikalisierten, illusionierten, pervertierten und abstrusen Zustand wieder zu einer gemäßigteren Ausgangslage? Ist das wirklich so leicht, wie es sich anhört?

Ganz und gar nicht! Gewissermaßen erfordert es viel Zeit und Mühe, verspricht dafür aber auch wesentlich mehr Seelenfrieden als der bisherige Weg, den wir eingeschlagen haben.

Ganz im Sinne meines Buches „Psychologie der Rache“ ist hierfür das Gefühl der Kohärenz notwendig. Kohärenz beschreibt im Grunde genommen die „Stimmigkeit“ oder das „Selbstverständnis“, mit der sich ein Mensch in der Welt bewegt. Ich kann mit Sicherheit behaupten, dass die allermeisten Menschen derzeit in einem Zustand der Inkohärenz leben – sei es, weil sie glauben, dass die Pandemie nur mit einer Impfpflicht bewältigbar sei oder weil sie glauben, dass jede Maßnahme grundsätzlich schlecht und böse war. Natürlich gibt es auch Positionen dazwischen, aber die bürgerliche Mitte hat sich längst in radikale(re) Positionen verschoben.

Wie stellen wir also das Gefühl der Kohärenz wieder her? Meine Antwort darauf ist das buddhistische Konzept „Dukkha“ (die erste Wahrheit der edlen vier Wahrheiten), was so viel wie „das Leben ist Leiden, alles Leiden ist vergänglich“ bedeutet.

Im Kontext des aktuellen Zeitgeschehens (ob es nun die Pandemie, der Krieg oder die weltweiten Hungersnöte sind) könnte Dukkha viele Bedeutungen haben.

Vielleicht könnte Dukkha bedeuten, dass die notwendigen Übel akzeptiert und integriert werden müssen? Klingt abstrakt, hat aber einen ganz realen Bezug: Was sich vorerst nicht ändern lässt, dürfte wesentlich leichter zu ertragen sein, wenn man sich damit auseinandersetzt. Nicht nur auf einer intellektuellen Ebene, sondern auch auf einer emotionalen. Und um sich emotional mit etwas zu beschäftigen braucht man eine gute Verbindung zu sich selbst. Also sollten wir vielleicht weniger auf äußere Ablenkungen setzen und mehr auf innere Impulse.

Vielleicht könnte Dukkha auch bedeuten, dass Freude und Leid für jedes Individuum zum rechten Zeitpunkt kommen werden – und sich damit natürlich auch das Karma einstellt, was sich jemand selbst aufbürdet. Tue Gutes und dir widerfährt Gutes. Tue Schlechtes und dir widerfährt Schlechtes. Klingt eigentlich ganz leicht. Ist es auch. Sagen wir mal es gäbe so etwas wie Karma. Vergiss das Karma von anderen – wie sieht es mit deinem Karma aus? Hast du dir in dieser Zeit mehr Karma aufgelastet oder etwas von deinem Karma abgebaut?

Vielleicht bedeutet Dukkha auch, dass Freude im Leben nicht vom Leid abhängig ist. Die Politik macht dir das Leben schwer? Oder Impfgegner? Dann mach es dir verdammt noch mal wieder leicht! Du bist für dein eigenes Schicksal verantwortlich, und das auch in einer Zeit, in der der Kollektivismus wieder schwer im Trend ist. Die Abkehr von der Gesellschaft ist immer zugleich auch eine Chance auf Individualisierung und damit auf Heilung. Das hat Erich Fromm so gut beschrieben wie kaum ein anderer Denker.

Dukkha ist sicherlich kein Patentrezept, kann aber bei Realisierung einen wichtigen Beitrag für das eigene Kohärenzempfinden leisten.

Schlussendlich ist Vergebung immer ein steiniger Weg, der viel Ressourcen (Geduld, Zeit, Einsicht) benötigt. Ich habe in meinem Buch „Psychologie der Rache“ mehrere selbst entwickelte Modelle integriert, die dich womöglich interessieren könnten.

Ich bin mittlerweile an dem Punkt der Vergebung angelangt. Die letzten zwei Jahre werden eh nie so aufgearbeitet werden, wie sie es eigentlich müssten. Vielleicht in ein paar Jahrzehnten, aber nicht jetzt, wo es gebraucht werden würde. Wofür also aufregen? Warum sollte ich mein Kohärenzempfinden für einen Weg verschwenden, der ohne Zweifel eine Einbahnstraße ist?

In gewisser Weise ist der Ausweg aus dieser Pandemie für mich die völlige Ausweglosigkeit. Erst wenn jeder Mensch seinen eigenen Irrgarten erkennt, seinen Irrtum eingesteht (dass die eigene Meinung wichtiger als das soziale Geschehen ist) und anfängt zu verzeihen, können wir auch kollektiv Heilen. Heilung beginnt also beim Individuum, überträgt sich aber auch aufs Kollektive.

Als Beleg für diese Behauptung lassen sich diverse Erzählungen anführen: Etwa die biblische (und wohl weltweit bekannteste) Geschichte von Jesus von Nazareth, aber auch die buddhistische Geschichte von Buddha und dem Mann, der ihm ins Gesicht spuckte. Es gibt aber auch gegenwärtige Beispiele für die Kraft der Vergebung, etwa den Dalai Lama, der der chinesischen Regierung für die Besetzung Tibets und Ermordung der Mitglieder seines Volkes verziehen hat. Die Vergebung dieser Menschen wird das entstandene Leid sicherlich nicht ungeschehen machen, dafür aber relativeren.

Auch ich möchte wieder mehr relativieren können. Ich möchte wieder mehr den Fokus auf die wirklich wichtigen Dinge legen. Auf meine Arbeit, meine Hobbys, meine Freundin, Freunde und Familie und natürlich auf mich selbst. Und das kann ich nun mal nicht so gut, wie wenn ständig etwas in meinem Nacken sitzt, was mich in meiner Würde, Selbstbestimmung und Freude hemmt.

Ich werde schon sehr bald 24. Viele junge Menschen in meinem Alter sprechen davon, dass Ihnen durch die Pandemie (bzw. durch andere Menschen) ihre Zeit zum Feiern, für die Uni, für Liebschaften und vieles mehr genommen wurde. Aber für mich klingt dies sehr stark nach unverarbeitetem Groll. Alle Menschen haben extreme Verluste in dieser Zeit zu beklagen – vielleicht sogar, weil andere Menschen böse oder ignorante Absichten hatten. Aber darum geht es eben für mich nicht. Diese Ansicht führt uns nur in den Abgrund.

Wenn ich auf diese Zeit zurückblicke, dann weiß ich, dass es kein leichter Weg war, aber dass ich immer für mich eingestanden habe, für meine Werte eingetreten bin und meine Zeit genossen habe. Und wenn der ein oder andere sich dieselbe Zeit zum Reflektieren nimmt, wird er möglicherweise auf dasselbe Ergebnis kommen … ganz ohne Schuldzuweisungen.

Herzlich
Tristan

P.S.: Natürlich schreibe ich über Vergebung nur aus meiner Perspektive und vergeben tue ich auch nur für mich. Ich glaube nicht, dass ich den Anspruch habe, eine kollektive Entschuldigung mit diesem Blogbeitrag zu verfassen. Jeder sollte dies mit sich selbst ausmachen. Mein Beitrag kann hierfür eine kleine Anregung sein, den eigenen Groll zu überwinden.


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Ob es wohl in diese dramatische Episode der Menschheitsgeschichte passt, dass ich ein Buch über die Psychologie der Rache geschrieben habe? Wer weiß. Was ich weiß ist, dass viele Menschen Angst, Wut, Hass und eben Rachegedanken haben und diese nicht richtig einordnen können. Vielleicht kann mein neues Buch hier einen Ansatzpunkt liefern…

Wie immer wenn ich ein neues Buch veröffentliche, möchte ich es hier auf meinem Blog vorstellen und einen kurzen Abschnitt aus dem Buch zu lesen geben. Ich wünsche viel Interesse und Klarheit dabei!

Kurzinfos:

Vorbestellen bei Tredition
Bald auch erhältlich bei: Amazon | Thalia | Hugendubel | buecher.de & Co.

Titel: Psychologie der Rache – Der Weg zur Vergebung
Kosten: Hardcover 17€ | Softcover 25€ | eBook 12,99€
ISBN: 978-3-347-57323-9 (Paperback), 978-3-347-57324-6 (Hardcover), 978-3-347-57325-3 (e-Book)
Verlag: Tredition
Seitenzahl: 130
Wörter: ca. 17.500
Format: Taschenbuch (19×12,5cm)
Veröffentlichungsdatum: 22. März 2022
Leseprobe: auf Tredition

Der Klappentext zum Buch lautet:

Jeder Mensch kommt in seinem Leben in Kontakt mit Rachegefühlen. Doch viel zu selten wird vor dem kritischen Moment reflektiert, wie es überhaupt zu dem Bedürfnis nach Rache gekommen ist – und was nun zur Deeskalation zu tun ist.

Dieses Buch bietet eine Perspektive über die Sinnhaftigkeit von Rachegefühlen und welche unglaubliche Kraft hinter der Vergebung steckt.

Wie komme ich dazu, ein Buch über Rache zu schreiben?

Bücher zu schreiben ist für mich eine Art, um Geschehenes zu verarbeiten. Darum werdet ihr auch eine ganz persönliche Geschichte in diesem Buch finden. Das Erlebte hat bei mir dazu geführt, dass sich Rachegedanken entwickelt haben, die ich eigentlich gar nicht haben wollte.

Aber kein Mensch ist perfekt und kann immer sofort vergeben (so auch nicht ich), weswegen ich dann versucht habe herauszufinden, weshalb diese Gedanken überhaupt da waren. Ich habe unter anderem festgestellt, dass es sehr stark auf die Perspektive des Erlebten ankommt, um das Geschehene zu verarbeiten. Dafür habe ich auch mehrere (teils auch von mir entwickelte) Modelle vorgestellt, die helfen können, Rachegedanken akzeptieren zu lernen und aktiv dazu beizutragen, um den Weg der Vergebung zu wählen.

Letztlich wird der Leser bzw. die Leserin meines Buches ja auch nicht alleine durch das Lesen von ihren Gedanken befreit – dafür ist harte Arbeit notwendig, die nur diejenigen leisten können, die auch willens sind, das Geschehene zu verarbeiten. Manchmal sind wir auch schlicht noch nicht bereit zu verzeihen. Und das ist auch in Ordnung, jeder braucht hier sein eigenes Tempo.

Ich habe jedoch auch versucht, Mut zu geben, indem ich in dem Buch schreibe, wie universell Rachegefühle sind. Auch die Helden in einer Geschichte haben Verluste zu beklagen und so kommt es nicht selten vor, dass der Protagonist unserer Lieblingsgeschichte nach Rache strebt, um seinen Verlust zu vergelten. Aber ist Rache grundsätzlich „schlecht“ oder ist es unter gewissen Umständen gerechtfertigt? Gerade wenn wir uns mit jemandem identifizieren können, haben wir das Gefühl, dass derjenige seinen Verlust vergelten darf. Ja, an mancher Stelle wirkt der Protagonisten dadurch sogar menschlich. Rachegefühle machen uns auch nicht grundsätzlich „unmenschlicher“, es kommt letztlich eher darauf an, wie mit der Situation umgegangen wird.

Ich habe mehrere Filme als Beispiele gewählt, darunter Star Wars, Lucy und Cruella. Ich habe aber auch auf Erzählungen bzw. Geschichten sowie tatsächlich passierte Geschehnisse zurückgegriffen.

Vielleicht ist der Wert dieses Buches für die Leser darin zu bemessen, dass aus einer großen Palette an unterschiedlichen Metaphern die Entstehung und der Umgang mit Rache untersucht und geschildert wird. Es ist sicherlich kein Fachbuch, dafür habe ich bewusst zu wenig Quellen genutzt, dafür aber ein ganz persönliches Buch.

Manchmal sind mehr Beschreibungen auch gar nicht unbedingt besser, deshalb möchte ich nun lieber erstmal mein Buch selbst für sich sprechen lassen.

Ein weiteres „beliebtes Motiv“ des Racheaktes, falls man das so nennen kann, ist die Brandstiftung. Ob es zwischen Mann und Frau, zwischen Mieter und Vermieter oder zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber geschieht: Häufig kommt es dazu, dass Menschen versuchen, das Hab und Gut des Gegenübers zu vernichten, oder auch den Menschen, um sich für erlittenes Leid Vergeltung zu verschaffen. Nicht selten schaffen es solche Geschichten auch in die Medien. Doch was steckt dahinter, dass ein Mensch Feuerteufel spielen möchte? Warum wird gerade das Feuer als Mittel zur Vergeltung genutzt?

Das Feuer ist eine sehr gute Metapher für die Rache. Natürlich ist Feuer nicht nur eine Metapher für Rache, sondern auch für Leben generell, für Energie (physisch wie psychisch), für Wärme und Geborgenheit, für Stärke und Entschlossenheit. Aber einige Eigenschaften des Feuers lassen sich sehr gut mit denen der Rache verbinden. So ist ein Feuer impulsiv und unbändig, es verschlingt alles Brennbare in seinen Flammen, wenn es nicht erstickt oder durch Wasser gelöscht wird. Insofern hat Feuer auch in semantischer Hinsicht und als symbolischer Akt nicht viel mit Gnade oder Vergebung gemein, dagegen viel mit der erbarmungslosen Macht des Hasses. Dem Gegensatz des Feuers, dem Wasser werden dagegen viele Eigenschaften zugeschrieben, die mit Gnade und Vergebung einhergehen. Wasser ist sowohl fließend und beruhigend als auch sanftmütig und rein. Außerdem kann Wasser heilen, nähren und sogar reinigen. Wird Feuer durch Wasser gelöscht, dann entstehen Rauch und Asche aus dem Brennmaterial. In gewisser Weise ist die Umwandlung von Stoffen durch das Feuer ein Akt der Zerstörung und des Hasses, entfernt auch der Rache, im Gegensatz zu Wasser, welches Erlösung bietet und den alten Zustand aufrechterhält. Natürlich kann auch ein Mensch mit Wasser Rache verüben (z. B. durch Ertränkung), dies scheint mir jedoch der wesentlich seltenere Fall zu sein. Feuer eignet sich auch für den Rachsüchtigen als das bessere Mittel der Wahl, weil das Feuer Zerstörung und Verwüstung verspricht, was auch durch die Vergeltung das Ziel der Rache ist. Ich möchte hier noch kurz etwas zu Zerstörung anbringen: In vielen Religionen wird auch der Zerstörung ein Gott zugeordnet (zum Beispiel Lucifer, Shiva, Ares…). Zerstörung ist ein natürlicher Teil der Schöpfung, der etwas Erschaffenes in den primordialen Urzustand zurückschickt. Viele Philosophen wie F. W. Schelling sehen den Akt der Zerstörung somit als etwas Reines und Unverfälschtes. 

Neben den bekannten Feuerteufeln gibt es auch Berichte über Racheangriffe durch ein Säureattentat. Dies ist wohl mit die schlimmste Form der Rache, mit welcher das Leben eines Menschen zerstört werden kann, schlimmer noch, als es mit Feuer durch die Verwüstung eines Hauses geschehen könnte. Denn es ist ein großer Schmerz, Hab und Gut zu verlieren, aber es eine wirkliche Qual, nicht mehr in den Spiegel blicken zu können, ohne Reue, Wut, Angst und Trauer zu empfinden. Säure erfüllt hierbei jedoch einen ähnlichen Auftrag wie das Feuer, denn beide sollen Zerstörung und Verwüstung anrichten, wenn auch auf unterschiedlichen Ebenen des menschlichen Erlebens.

Ich würde mich natürlich sehr freuen, wenn euch mein Buch gefällt und ihr euch zu einem Kauf entschließen würdet. Falls ja bedanke mich an dieser Stelle schon mal und wünsche viel Spaß beim Lesen.

Herzlich
Tristan


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Jeder kennt sie, die unaufhaltbaren und unzweifelbaren Experten, die uns auf die einzig richtige Weise aus der Pandemie führen. *Zwinker*

Natürlich bin ich mir der Menschlichkeit von Fehlern bewusst, die im Laufe einer solchen Krise geschehen können. Doch mein anklingender Sarkasmus ist zweifelsohne berechtigt, wenn man sich einmal genauer damit befasst, mit welcher Perfidität bestimmte Maßnahmen begründet werden.

Allen voran werden immer wieder unpassende Vergleiche genutzt, um die eigene Argumentation zu stützen. Vergleiche haben im Zuge der Diskussion ihre unersetzbare Position und Berechtigung, doch sollten auch Vergleiche gewählt werden, die stimmig sind und schlicht Sinn ergeben.

Den Virokraten unserer Gesellschaft scheint eine schlüssige Argumentation eher unwichtig zu sein. Kenntnisse in Germanistik, Rhetorik oder Hermeneutik könnten da vielleicht weiterhelfen. 

Hier habe ich einen Blogbeitrag über Platons Trivium verfasst.

Nachfolgend möchte ich drei Beispiele von schlechten Vergleichen anführen, die im Zuge der COVID-19-Pandemie genannt wurden, um bestimmte Maßnahmen zu rechtfertigen. Viel Spaß beim Lesen.

Lauterbach: „Ungeimpfte sind wie Nicht-Schwimmer.“

Der stetig „besorgte“ neu gewählte Gesundheitsminister Lauterbach hat nicht nur häufiger mal einen Zahlendreher in den unzähligen Talkshows und Interviews zu verzeichnen – der Hashtag #Lauterbachluegt ist auch noch nicht allzu lange her. (0)(1)(2)(3) Er nutzt hin und wieder aber auch zweifelhafte Vergleiche, um seine kruden Thesen zu verbreiten.

Im Bild-Doppelinterview mit Lauterbach und Streeck kam die Frage auf, ob 2G ein Impfdruck durch die Hintertür sei oder zumindest eine Zwei-Klassengesellschaft erschaffe. (4) Daraufhin kam Herr Lauterbachs fabulöser Einwand:

„Also zunächst einmal, wenn die 2G-Regel gilt können die Ungeimpften weiter am Sozialleben teilhaben. Es sind nur bestimmte Bereiche, zu denen sie keinen Zugang mehr haben. […] Und das ist auch keine Diskriminierung, ich will versuchen, dies an einem Beispiel festzumachen.

Als bei einem Schwimmbad gibt es tiefere und nicht so tiefe Bereiche. Die Nicht-Schwimmer dürfen nicht in die tiefen Bereiche hinein. Dann könnte man auch sagen: „Es ist die Freiheit der Nicht-Schwimmer, in die tieferen Bereiche zu dürfen.“ Aber ich will ja nicht, dass sie ertrinken. Darum kommen nur Schwimmer in diesen Bereich.

Und das mag zunächst als ein weit hergeholtes Bild erscheinen, aber es gibt tatsächlich Situationen, in denen dieses Bild zutreffend ist, wie etwa in Diskotheken mit der hohen Aerosolkonzentration. Das heißt, ich muss die Menschen voreinander schützen. (…) 

Und wenn der Nicht-Schwimmer ertrinkt, das ist grauenvoll und möchte niemand, aber es ist nur der Nicht-Schwimmer. Aber in der Diskothek stecken sich die Menschen untereinander an. Somit glaube ich gibt es gute Gründe, aber nur natürlich in den besonders gefährdeten Situationen.“

Lauterbach, BILD TV (2021)

Übrigens haben einige Kolumnisten ähnliche Vergleiche wie Herr Lauterbach gemacht. (5) Wer hat sich hier wohl von wem inspirieren lassen?

Wie dem auch sei, ein wirklich fundierter Vergleich ist das nicht. Im Grunde genommen ist das ein unzuverlässiger, geradezu irreführender Vergleich, und zwar aus mehreren Gründen.

Wer Nicht-Schwimmer ist und trotzdem in tiefen Gewässern schwimmen geht, der wird definitiv sterben, wenn ihm nicht jemand hilft. Das ist leider unausweichlich. 

Bei einer Corona-Infektion ist das überhaupt nicht so. Jeder Mensch hat ein angeborenes Immunsystem, welches sehr lernfähig ist. Ein gesunder Lebensstil schützt ohne Frage vor einem schweren Verlauf! Alles andere würde schlicht keinen Sinn machen und es ist müßig, darüber zu streiten. Es mag Einzelfälle geben, in denen auch gesunde (oder nennen wir sie mal nicht mit einer Krankheit diagnostizierten) Menschen einen schweren Verlauf haben. Inzwischen ist aber nur allzu gut bekannt, dass Risikofaktoren wie Rauchen, wenig Sport, Vorerkrankungen und hohes Alter zu einem schweren Verlauf führen. Studien hierzu finden sich massenhaft auf Pubmed.gov.

Eine italienische Studie hat übrigens festgestellt, dass über 99% der Menschen, die an COVID-19-gestorben sind, Vorerkrankungen aufwiesen. (6)

Dies sind bekannte Tatsachen. Und trotzdem werden solche Vergleiche gezogen, um unsinnige Maßnahmen zu begründen. Besonders interessant ist es, dass sich Herr Lauterbach die Fakten immer so dreht, wie es gerade passt. Im einen Interview mit der WELT erzählt er, dass die ungeimpften Menschen um jeden Preis geschützt werden müssen [selbst wenn sie nicht geschützt werden wollen, T.N.], in diesem Video argumentiert er wiederum, dass die ungeimpften Menschen ja die geimpften Menschen anstecken würden und damit eine Gefahr sein würden. 

Wen wollen wir also schützen, die ungeimpften oder geimpften Menschen? Wovor hat Herr Lauterbach Angst, wenn die geimpften Menschen geschützt sind? Zudem steigt die Anzahl an Impfdurchbrüchen immer weiter an, ganz zu schweigen von der derzeitigen Omicron-Welle, bei der es viel mehr Impfdurchbrüche als Neuinfektionen gibt. Also: Auch Geimpfte können Geimpfte infizieren. (7)

Was soll also dieser Schwimmbad-Vergleich? Er hat nicht nur keine Relevanz, er erweckt ganz einfach einen falschen Eindruck. Das Leben ist kein großes Schwimmbad, in dem die ungeimpften Menschen Nicht-Schwimmer sind und jede Sekunde drohen zu ertrinken. Klingt übertrieben? Nach der Ausweitung von 2G auf den Einzelhandel könnte man den Eindruck haben, unsere Politiker haben vor allem und jedem Angst… Ein Geimpften-Bändchen hilft da sicher weiter… (8)

Nguyen-Kim: „Impfpflicht ist wie Anschnallpflicht“

Besonders erstaunt hat mich mailabs Video „Impfpflicht ist ok“. (9)

Ich habe bereits in meinem Podcast eine Reaktion auf das Video veröffentlicht, möchte mir hier aber noch mal die Zeit nehmen, um den Höhepunkt des Videos zu kommentieren. Wörtlich kommentiert Nguyen-Kim die Diskussionen in diesem Video wie folgt:

„Ich versteh nicht, wie man eine Impfpflicht kategorisch ausschließen kann, so wie die Regierung dies aktuell tut.

Ganz rational betrachtet ist eine Impfpflicht sogar weniger krass als die Gurtpflicht im Auto. Denn der Sicherheitsgurt schützt ja nur mich selbst. Da könnte man ja noch argumentieren, ist ja jeder selbst schuld, wer sich nicht anschnallt.

Aber wer sich impfen lässt, schützt ja nicht nur sich. Da sich Geimpfte seltener anstecken, können sie auch das Virus seltener weitergeben. Und Geimpfte haben eher mildere Verläufe oder gar keine Symptome. Und wenn ich jemandem ins Gesicht huste, stecke ich den natürlich auch eher an, als wenn ich keine Symptome habe.“

Nguyen-Kim, Impfpflicht ist ok (2021)

Sapperlot! Mailabs technokratisches Verständnis des Menschen ist geradezu bahnbrechend. Nguyen-Kim könnte sich in eine Reihe mit der Richterin des Supreme Court stellen, die Anfang Januar 2022 gefragt hat, was der Unterschied zwischen Mensch und Maschine ist. (10)

Eine solche „rationale Auffassung“ der Impfpflicht wäre tatsächlich gegeben, wenn der Mensch nicht mehr wäre als eine Maschine. Aber jeder Mensch, der noch etwas von Selbstbestimmung, Autonomie und Würde hält, würde dem entgegenstehen und klarstellen, dass der Mensch ein Innenwesen ist, der Roboter jedoch nur ein Außenwesen. Hast du vielleicht schon mal einen Roboter mit echten Gefühlen und „Bewusstsein“ gesehen? Natürlich nicht, der modernen Wissenschaft ist das Bewusstsein noch heute ein Rätsel (und wird es vielleicht auch immer bleiben). Auch die Entwicklung um K.I. wird das nicht ändern.

Mailab scheint also überzeugt zu sein, dass der Mensch eine Maschine ist. Für sie macht es vielleicht auch keinen Unterschied, ob der Gurt im Auto in den Körper eingeführt wird oder nur entlang geführt wird. Aber es gibt eben einen riesig großen Unterschied, der in der Grenzüberschreitung zwischen Innen und Außen liegt. Eine Grenze, die es für Maschinen schlicht nicht gibt.

Das Missverständnis fängt also dort an, wo der Mensch nicht begreift, dass das Innenleben eines Menschen ein empfindliches Zusammenspiel aus psychischen und physischen Kräften ist, an denen nicht leichtfertig rumgespielt werden sollte. Dieses Argument sollte nicht im Sinne der Kirche genutzt werden, die in der Geschichte bewiesen hat, dass sie die Menschheit nur an der Vermehrung von Wissen hindern wollte, sondern im Sinne der Demut nach Karl Popper: Die Natur hat sich etwas dabei gedacht, den Menschen so zu erschaffen, wie er heute ist. Der Mensch ist ganz und gar nicht „imperfekt“, aber er kann sich selbst dazu degradieren.

Auch das Argument, der Gurt schütze nur einen Selbst, die Impfpflicht auch andere ist nicht mehr als eine Behauptung. Die Daten mehren sich, dass auch Geimpfte ansteckend sind. (7) Aber auch hier gilt wieder: Für gesunde Menschen besteht keinerlei Gefahr durch SARS-CoV-2, sodass ein Eingriff in den Körper des Menschen schlicht unnötig ist. Und wofür sollte ich mich denn nun impfen lassen, wenn für mich kein Risiko besteht und ich auch als Geimpfter das Virus weitergeben könnte? Wie soll man bitte Nguyen-Kims Argument des „ins Gesicht Hustens“ ernstnehmen? Wer hustet anderen ins Gesicht?

Die hyperrationale Argumentation von mailab enthüllt neben einigen Ich-mach-mir-die-Welt-wie-sie-mir-gefällt-Aussagen auch eine gewisse abfällige Betrachtung des Menschen, den man dann bald nach ihr nur noch als Impf-Cyborg kennen könnte. Die nächste Welle kommt bestimmt. Und danach die nächste Pandemie.

Hier gibt es einen lustigen Clip über mailabs Video „Impfpflicht ist ok“.

Ein Spiegel-Artikel ganz im Sinne von Mai Thi Nguyen-Kim

Drosten: „Eine Infektion trainiert das Immunsystem wie ein Steak die Verdauung“

Wer kann das „unsinnige Impfgejammer“ bald auch nicht mehr hören? Unser Star-Virologe.

Während andere Menschen für ihre Ausrutscher und Frust-Posts von den Medien diffamiert werden, erhält Prof. Drosten rege Zustimmung. (11)(12)(13)(14)

Der Aufhänger:

Besonders bemerkenswert: Vor ein paar Monaten behauptete Herr Drosten das genaue Gegenteil. (15) Eine natürliche Immunität schütze besser:

„Wer sich infiziert, hat ja mit dem ganzen Virus Kontakt gehabt, während das Immunsystem Geimpfter sich ja, zumindest bei denen hier bei uns zugelassenen Impfstoffen, nur mit dem Spike-Protein auseinandersetzen muss“ (16)

Wer hier voreilig darauf schließt, dass Herr Drosten empfiehlt, man solle mit dem Virus in Kontakt kommen, der irrt: Erst brauchen wir die endemische Situation… und jeder muss natürlich geimpft sein. Ist doch logisch. *Zwinker*

Viel interessanter ist aber der Vergleich zwischen Steak & Infektion, oder besser gesagt zwischen Immunsystem und Verdauung. In seinem Beispiel ist die Impfung nämlich der metaphorische Grünkohl (kein Scherz). Bei diesem Vergleich tun sich ganz viele ernährungsphysiologische Probleme auf, die Herr Drosten natürlich alle nicht kennt. 

Zum einen haben NATÜRLICH Menschen mit regelmäßigem Fleischkonsum eine bessere Verdauung und Resorption der Nährstoffe. Wer jahrelang vegan oder vegetarisch lebt und seine Ernährung umstellt, kann sich zu Beginn auf ein Feuerwerk der Darmprobleme einstellen. Hier muss man sagen, dass das Prinzip der Anpassung gilt. Der menschliche Körper stellt sich auf die Gewöhnung ein und wer sich bestimmte Verhaltensweisen abgewöhnt, der muss bei Umstellung auch mit Konsequenzen rechnen. Hier sei allen voran das Darmmikrobiom genannt.

Zum anderen musste das Steak für sein Beispiel einer Infektion herhalten. Inzwischen glaubt jeder Laie, dass rotes Fleisch schlecht wäre, dabei ist dem nicht so. Es kommt immer auf das Maß an (vgl. Paracelsus). Damit wird wieder mal die Infektion als etwas „Schlechtes“ assoziiert, die Impfung wieder mal als etwas „Gutes“.

Solche pauschalen Einteilungen sind eins der vielen Probleme, die sich in dieser Krise offenbart haben. Es werden gerade deshalb gerne Vergleiche gezogen, weil sich damit etwas pauschal als gut oder schlecht bewerten lässt. Es gibt jedoch nichts per se Gutes oder Schlechtes, es kommt immer auf die individuelle Situation drauf an. Das immer wieder gerne genutzte Zitat vom römischen Philosophen Epiktet hat hier seine Anwendung:

Nicht die Dinge beunruhigen die Menschen, sondern ihre Meinung über die Dinge. Wenn wir also auf Schwierigkeiten stoßen, in Unruhe und Kümmernis geraten, dann wollen wir die Schuld niemals auf einen andern schieben, sondern nur auf uns selbst, das heißt auf unsere Meinung von den Dingen.“

Epiktet

Weder ist eine Infektion schlecht, noch die Impfung. Beides kann seine Berechtigung haben, es kommt immer auf die Situation und Ausgangsbedingungen an.

Grundsätzlich auszuschließen, dass man sein Immunsystem trainieren oder stärken könne, ist aber eine fatale Annahme. Denn sie läuft darauf hinaus, dass der Mensch nichts für sich selber tun könne, sondern von der Impfung als einziges mögliches „Update“ (wie es Dr. Jen Gunter vertritt) abhängig bleibt.

Dem steht die biopsychosoziale Medizin als derzeit kohärenteste Medizintheorie eindeutig entgegen. Autoregulative Selbstkompetenz ist kein Mythos, sondern Realität.

Lesenswert hierzu: Ein Beitrag von Prof. Rießinger auf reitschuster.de. (17)

Was soll ich abschließend noch sagen? Wir haben gesehen, dass die hier angeführten Vergleiche in vielen Punkten unzureichend sind. Wäre ich Professor in Philosophie, wären diese Studenten bei mir allesamt durchgefallen. 

Aber das ist schließlich nur meine bescheidene Meinung. Wer bin ich, um das zu beurteilen?

Sagt mir gerne, was ihr dazu denkt: info@tristanstrivium.com

Herzlich
Tristan Nolting


Update: 18. Januar 2022 – Mein Auto hat Corona

Wieder mal Prof. Drosten, wieder mal ein schlechter Vergleich: diesmal zwischen COVID-19 und einem KFZ-Schaden.

Was mich an solchen Vergleichen neben der Perfidität immer wundert, ist die fehlende Reflexion. Kann sich Prof. Drosten wirklich nicht vorstellen, dass es einen entscheidenden Unterschied zwischen COVID-19 und KFZ-Schäden gibt? Nein? Dann kläre ich gerne auf.

Ein KFZ-Schaden ist ein PROBLEM. Soweit so gut, da dürften die meisten Menschen zustimmen. Ein Problem wird per Definition als einfache und linear zu bewältigende Herausforderung aufgefasst. Dies bedeutet, dass der KFZ-Mechaniker aufgrund seiner Erfahrung (und Theorie) weiß, was er zu tun hat. Das Problem bleibt konstant und stringent, es verändert sich nicht. Es mag verschiedene Lösungswege geben, aber das Endergebnis bleibt das Gleiche.

COVID-19 bzw. SARS-CoV-2 ist ein PRÄDIKAMENT! Nach Richard Farson sind Prädikamente komplexe Probleme, die möglicherweise nie ganz erfasst werden können und für die es auch keine einfache Lösung gibt – wenn es überhaupt eine Lösung gibt. Denn weder Theorie noch Praxis sind ausgereift – aber selbst wenn in dem jeweiligen Fachgebiet über Jahrhunderte an Erfahrung vorherrschen würde, so wäre doch nicht davon auszugehen, dass eine Lösung in Sichtweite ist. Denn: Die Anzahl an Variablen, die ein Prädikament umfasst, ist so hoch, dass es den menschlichen Verstand (und die Leistung jedes Computers, der auch nur von Menschen bedient wird) bei Weitem übersteigt.

Weitere Beispiele für Prädikamente sind das Bienensterben oder der Klimawandel.

Ich habe das Thema näher in meinem Buch die Würde des Ungeimpften behandelt und auch in Podcast-Folge 54 besprochen. Wer Interesse an der Komplexitäts-Theorie und Chaos-Forschung hat, wird hier viel Freude finden.

Solche trivialen Vergleiche als Wissenschaft zu verkaufen zeugt weniger von tatsächlichem Reflexionsvermögen und mehr von eindimensionaler Betrachtung eines hochkomplexen Themas. Wer die simpelsten Annahmen und Erkenntnisse der Wissenschaftstheorie nicht versteht, sollte sich kaum trauen, über den Tellerrand seines eigenes Fachgebietes zu schauen und breite Wissenschaftskommunikation betreiben.


Update: 1. März 2022 – Winterreifen & Virenprävention

Die Pandemie der schlechten Vergleiche nimmt leider kein Ende. In einem Gastartikel für die FAZ schreibt der gesundheitspolitische Sprecher der Grünen-Fraktion Janosch Dahmen einen Satz, der auf besonders herausragende Intelligenz schließen lässt (*Zwinker*):

Und wer gerade dabei ist, von Winter- auf Sommerreifen umzurüsten, will wohl kaum an das Glatteis im Dezember denken…

Janosch Dahmen, FAZ (28. Februar 2022)

Um diesen Satz aber zu verstehen, müssen wir auch den Kontext einbeziehen, in dem Herr Dahmen diesen Satz geschrieben hat:

…Politik hingegen muss genau dies tun. Verantwortung bedeutet Vorsorge, aber Prävention ist nicht immer populär. Und so wandelt sich derzeit mancher Impfpflichtbefürworter zum Ablehner. Dabei nähren nicht wenige der nun vorgetragenen Argumente gegen die Impfpflicht den Verdacht, dass man sich einer allgemeinen Lockerungsstimmung unterwirft. So wird erstens behauptet, dass Omikron die Lage komplett verändert habe. Richtig ist, dass Omikron zwar etwas weniger gefährlich, aber lange nicht ungefährlich ist. Der Grund für die Abwendung eines überlasteten Gesundheitssystems in den letzten Wochen sind in erster Linie die staatlichen Schutzmaßnahmen, nicht die milderen Krankheitsverläufe. Und ebendiese Maßnahmen wollen wir künftig durch eine Impfpflicht verhindern.

Neben dem Panikton besticht Herr Dahmen hier wieder einmal mit Dramaturgie durch das angeführte „Heldensymbol“ eines Politikers. Christian Drosten hat zu Beginn der Pandemie den Satz geprägt: „There is no glory in prevention“ („Es liegt kein Ruhm in Prävention“). Irrwitziger Weise haben sich die Verhältnisse inzwischen genau umgekehrt, es wird versucht, mit Prävention politisches Geschäft zu machen. Denn letztlich ist es die Prävention, die dem Politiker ermöglicht, einschneidende Maßnahmen zu ergreifen. Was früher einmal undenkbar war (Grundrechtseinschränkungen auf Vorrat), ist heute Normalität. Insofern ist Prävention vielleicht nicht immer akut populär, doch versieren sich Politiker seit Beginn der Pandemie mit nichts anderem als Präventionsmaßnahmen. Wer würde einen Politiker wie Lauterbach in einem gesunden System wählen, welches nicht auf Angst oder Panik ausgelegt ist? Oder Herrn Dahmen?

Herr Dahmen versteht es hier sicherlich, sich aus der Misere zu reden. Jeder versteht natürlich, dass Schutz immer auch mit Problemen einhergeht. Im Sinne von: Was soll da schon groß schiefgehen?

Weggelassen wird natürlich der Teil, an dem der Leser erkennt, dass die Politiker sich später – wenn die Pandemie „besiegt“ ist – als die heroischen Helden feiern werden. Was mussten sie nicht alles einbüßen (vor allem ihre Popularität), um das Volk zu schützen…

Alles, was das Narrativ hier stören würde (beispielsweise Länder wie Schweden, die zeit der Pandemie keine Lockdowns oder harten Kontaktbeschränkungen verordnet haben), muss natürlich ausgemerzt werden. Und darum wird auch weiterhin der Lügenballon aufgeblasen, dass nur die Schutzmaßnahmen das Gesundheitssystem geschützt haben – es kann niemals daran liegen, dass das Virus schlicht endemisch geworden ist oder langsam wird.

Ohne Angst verschwindet auch der letzte Hinterbänkler-Politiker wieder im Nirgendwo – zumindest so lange, bis die nächste „Pandemie“ droht. Und darum wird aus dem Trickkasten der Politik auch alle Mittel gezogen, es wird sich an jedem Strohhalm festgehalten, der das eigene Überleben in der Politik sichert.

Aber, aber Herr Dahmen: Ein KFZ-Vergleich ist auf Sach-Ebene immer eine schlechte Wahl. Vielleicht erreichen Sie damit die Menschen, die sich ganz besonders in ihr motorisiertes Gefährt verliebt haben – diejenigen, die sich länger als 30 Sekunden mit dem Thema beschäftigt haben, holen Sie damit aber nicht mehr ab. Im Gegenteil: Im Grunde genommen wird es jeden Tag nur noch peinlicher.


Update: 30. März 2022 – Auffrischungsimpfungen & Vokabellernen

Wieder eine behördliche Initiative, wieder verschenkte Liebesmüh. Diesmal soll es Eckhart von Hirschhausen richten, also der Mann, der ganz offen sagte:

„Wer sich nicht impfen lässt, ist ein asozialer Trittbrettfahrer“

Eckhart von Hirschhausen, WELT, 27.04.2018

Die als Webseite initiierte Initiative stammt vom Gesundheitsministerium des Landes Baden-Württemberg und nennt sich Impf-O-Mat. Der Impf-O-Mat soll sich sichtlich an der App Wahl-O-Mat orientieren. Im Gegensatz zum Wahl-O-Mat wird hier aber keine Entscheidungshilfe geboten, sondern lediglich eine interaktive Webseite, die in verschiedenen Videos erklärt, warum impfen (egal wann, wo, warum oder wie) immer die beste Option ist. Untermauert wird dies dann mit veralteten oder irreführenden Argumenten, die sich inzwischen nur noch als Mythos oder Märchen bezeichnen lassen: Fremdschutz, die Impfung beendet die Pandemie, Long-Covid-Gefahr ist auch bei mildem Verlauf groß.

Der schlechte Vergleich kommt aber wie folgt zustande: In einem Video erklärt der Wissenschaftsjournalist Eckhart von Hirschhausen, dass das immunologische Gedächtnis ähnlich wie Vokabellernen funktioniert. Wenn des Gedächtnis nicht immer wieder trainiert und aufgefrischt wird, verlernen wir bestimmte Dinge. Wenn also das Virus einen neuen Trick lernt, dann muss der Mensch sich eben jedes Mal mit einer Auffrischungsimpfung wehren, so Hirschhausen.

Es ist geradezu erstaunlich, dass Herr Hirschhausen nicht auf die Idee kommt, dass dies auch bei Viren der Fall sein könnte – wer nicht immer wieder mit ihnen in Kontakt kommt, der kann eben auch nicht adäquat darauf reagieren und mögliche Nebenwirkungen (schwerer Verlauf, Long-Covid etc.) sind eine mögliche Folge. Dass eine ständige Auffrischungsimpfung (am Besten jeden Monat mit immer neu angepassten Impfstoffen) keine alternative zur natürlichen Infektion darstellt, dürfte klar sein, oder? Ich habe bereits im Mai 2020 in meiner Analyse „Covid-19 (Sars-CoV-2) holistisch bestrachtet“ die Frage gestellt, inwiefern eine Impfung bei einem so mutationsfreudigen Virus überhaupt eine nachhaltige Lösung darstellt.

Wir stehen wieder einmal vor dieser Frage – aber anstatt dies breit zu diskutieren, stellen sich Wissenschaftsjournalisten in den Dienst von Behörden, um wissenschaftstheoretische Aspekte völlig auszublenden und einer verkopften Ideologie zu huldigen. Der Impf-O-Mat zeigt dies einmal mehr. Der abschließende Appell auf der Webseite: Ich hätte mich zwar gut informiert, aber ich solle mich doch trotzdem impfen lassen. Wirkt vertrauenswürdig.


Update: 18. Juni 2022 – Der Effekt von Masken ist so sicher, wie aus dem Flugzeug zu springen 😉

Der seit einiger Zeit für Furore sorgende Leiter des Sachverständigenausschusses zur Evaluierung der Corona-Maßnahmen, Stefan Huster, hat mit einer wirklich gnadenlos schlechten Analogie die Pandemie der schlechten Vergleiche befeuert. Im Gespräch mit ZDFheute erklärt er:

„Seit Jahrhunderten werden in Kliniken Masken getragen, um die Verbreitung von ansteckenden Krankheiten zu verhindern. Dass Masken generell vor Infektionen schützen können, das ist nicht sinnvoll zu bestreiten.“

Stefan Huster in ZDFheute, 18. Juni 2022

Und jetzt die Gipfelerfahrung seiner intellektuellen Wanderschaft:

Nun könnte ich mich darum bemühen, in allen Einzelheiten seinen Vergleich zu zerpflücken. Aber ich denke, den allermeisten Menschen mit noch einem Fünkchen gesundem Menschenverstand verstehen, dass hier Äpfel mit Birnen verglichen werden.

Denn das hatten wir ja schon beim Vergleich „Ungeimpfte sind wie Nicht-Schwimmer“: Während die Infektionsbiologie viel zu komplex ist (Stichwort: Komplexitätstheorie), um sie mit eindeutigen Ursache-Wirkungs-Zusammenhängen zu belegen, wie Herr Huster auch an späterer Stelle im ZDF-heute Interview zugibt, lässt sich dies sehr wohl beim Sprung aus dem Flugzeug anstellen: Machste das, biste Tod. So einfach ist das.

Natürlich kann man eine Grundsatzdiskussion anstellen, aber welcher Höhe der Tod sicher die Folge des Sprungs ist, aber hier verrennt man sich schlicht in Einzelheiten (welches Flugzeug fliegt in zweistelliger Meter-Höhe?).

Wenn aber keine reproduzierbaren wissenschaftlichen Ergebnisse zum Effekt von Masken veröffentlicht werden können, dann ist sehr wohl eine Diskussion angebracht, ob Verordnungen angebracht sind.

Ach ja, und dann sind da noch die Probleme der richtigen Verwendung der Maske, dem Unterschied zwischen freiwilligem Maskentragen und Maskenzwang, den potentiellen Nebenwirkungen vom Tragen (beispielsweise durch den extrem hohen Atemwiderstand von FFP2-Masken, der in psychovegetativen Nebenwirkungen oder Hyperkapnie-ähnlichen Zuständen resultieren kann), der generell fehlenden Differenzierung zwischen Maskentragen im medizinischen und gesellschaftlichen Kontext und der Gefahr eines zunehmend paternalistischen Staates, der sich immer mehr Macht im Leben des Bürgers erschleicht. Das alles muss in der Entscheidung „Masketragen oder nicht?“ beachtet werden.

Die Antwort auf diese Probleme kann jedoch nicht lauten: „Better safe, than sorry“. Sondern: „Jeder ist seines Glückes Schmied“. Es ist keine Solidarität, sich selbst zu vermummen, um andere Menschen zu schützen. In erster Linie hat jeder Mensch eine Eigenverantwortung, der er nachkommen muss. Es kann nicht sein, dass beispielsweise mein ungesundes Verhalten, welches ein erhöhtes Risiko für einen schweren Verlauf von Atemwegserkrankungen provoziert, durch meine Mitmenschen belohnt wird.

Zuerst sollte jeder vor seiner eigenen Tür kehren. Danach können wir über alle weiteren Maßnahmen sprechen. Auch solche, die nur tendenziell helfen.


Update: 4. Juli 2022: Studien zu Masken braucht es genauso wenig, wie Studien zu Fallschirmen

In der neuen Folge Anne Will haben sich vier Gäste zum Thema Bilanz der Corona-Politik ausgetauscht. Mit dabei (wer hätte es gedacht): Karl Lauterbach.

Wie immer hat sich Herr Lauterbach – angesprochen auf den eklatanten Personalmangel – zahlreicher logischer Irrtümer bedient, um seine Position zu verteidigen: so etwa der Deckmantel und das Rampenlicht.

Besonders interessant wird es aber, als er auf die Datastrophe / Datenwüste Deutschland angesprochen wird. Er zieht den Vergleich (der sich sehr ähnlich wie der von Stefan Huster anhört):

Es wurden noch nie placebo-kontrollierte Studien zu Fallschirmen gemacht, weil es einfach hochplausibel ist, dass sie funktionieren. Auf der anderen Seite ist es ebenso plausibel, dass Menschen, die in einem Raum sind, zur Musik tanzen und laut reden ein hohes Infektionsrisiko haben.

K.L., Anne Will, ab 39:00 Min

Natürlich werden hier wieder einmal Physik, Chemie, Soziologie, Psychologie, Biologie und im Grunde genommen alle Wissenschaften durcheinander geschmissen, so als ob es alles dasselbe wäre. Es fehlt hier also die notwendige Differenzierung, dass es gerade im biopsychosozialen Bereich nicht so kausale Zusammenhänge gibt, wie es erscheint. Das hat unter anderem auch die Human Challenge Study bewiesen: Selbst wenn jemandem aktiv Corona injiziert wird, heißt dies noch nicht, dass er sich auch infiziert hat.

Da gibt es nämlich so ein Phänomen, welches der moderne Gesundheitspolitiker fürchtet, wie Graf Dracula den Knoblauch: Das Immunsystem.

Die Pandemie der schlechten Vergleiche nimmt kein Ende…


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Überraschung, Überraschung: Es gibt schon wieder ein neues Buch von mir! Damit sind es schon drei neue dieses Jahr… man munkelt, dass ich fleißig war. Jedenfalls stelle ich dir in diesem Blogartikel vor, worum es in diesem Buch geht. Kleiner Spoiler: „Die Würde des Ungeimpften“ ist ein Manifest von mir und Christopher Reusch gegen die Diskriminierung von ungeimpften Menschen!

Teil 2 des Trailers könnt Ihr hier ansehen

Medienecho:

Pressemeldung bei OpenPR
Gastbeitrag bei 1bis19
Gastbeitrag bei KaiserTV

Mein fünftes Buch: „Die Würde des Ungeimpften“

Kurzinfos:

Kaufen bei Tredition
Auch erhältlich bei: Amazon | Thalia | Hugendubel | buecher.de & Co.

Titel: Die Würde des Ungeimpften – Ein Freiheitsgelübde in Kurzgeschichten
Kosten: Hardcover 13€ | Softcover 25€ | eBook 9,99€€
ISBN: Hardcover 978-3-347-47754-4  | Softcover 978-3-347-47752-0  | eBook 978-3-347-47757-5
Verlag: Tredition
Seitenzahl: 254
Wörter: ca. 48.000
Format: DIN Taschenbuch (19×12,5cm)
Veröffentlichungsdatum: 1. Dezember 2021
Leseprobe: auf Tredition

Der Klappentext zum Buch lautet:

Die COVID-19-Pandemie wird ein historisches Ereignis für die Menschheit sein. Nicht, weil die Menschheit droht durch ein Virus ausgelöscht zu werden, sondern weil sich nun zeigt, mit welchem Bewusstsein die Menschheit in die Zukunft schreiten möchte.

Wollen wir die Diskriminierung gegenüber Andersdenkenden weiter akzeptieren?

Die aktuellen Debatten über Impfpflichten – Österreich hat die allgemeine Impfpflicht für 2022 bereits angekündigt – und 2G-Regeln (geimpft und genesen) sprechen für sich. Die Welt droht im Chaos ihrer eigenen Gesundheitsdiktatur zu versinken.

„Die Würde des Ungeimpften“ soll der Gesundheitsdiktatur und der Spaltung der Gesellschaft entgegenwirken. Mit anschaulichen Kurzgeschichten über die Freiheit wird dem Leser aufgezeigt, welche irrwitzigen und tragischen Wege das Leben im 21. Jahrhundert angenommen hat.

Und wie die Gesellschaft wieder zu einem sinnvolleren Leben zurückkommen kann.

Die Würde des Ungeimpften – Ein Freiheitsgelübde in Kurzgeschichten (2021)

Du siehst, lieber Leser, mein guter Freund & Co-Autor Christopher und ich haben schon in der Zusammenfassung des Buches klare Worte gefunden. Noch deutlicher sind wir dann auch in unserem Buch „Die Würde des Ungeimpften“ geworden, denn wir haben unsere Gedanken Zum Zeitgeschehen in Form von Kurzgeschichten verpackt. Aktueller und metaphorischer kann ein Buch wirklich nicht sein.

Wir sind gegen die bewusste Diskriminierung, gegen die unverhältnismäßigen Einschränkungen und gegen die zunehmende Ungleichbehandlung von friedlichen und insbesondere ungeimpften Menschen! Das aktuelle Klima ist weder förderlich für den Ausgang der Pandemie, noch hilft es uns dabei, einen konstruktiven Austausch zu schaffen. Wir beobachten zunehmend, dass geimpfte Menschen ungeimpfte Menschen diskriminieren. Außerdem beobachten wir, dass ungeimpfte Menschen zunehmend wütend auf geimpfte Menschen für die Schikane werden. Beide Seiten sind verständlich, denn schließlich wollen wir endlich wieder freiheitlich leben können. Nur leider wird der Diskurs von Politikern und Medien zunehmend blockiert und in falsche Bahnen gelenkt… dabei bräuchten wir doch unbedingt den Austausch! Nicht nur, um gemeinsam Lösungen für die aktuelle Misere zu finden, sondern auch um unsere sozialen Bedürfnisse zu befriedigen.

Aber was können wir für dieses Ziel tun? In unserer Situation erscheint es geradezu unmöglich, einen alternativen Weg zu gehen und diesen mit friedlichen Methoden einzuleiten. Selbst der Versuch von #coronaaussoehnung hat nicht funktioniert.

Wir könnten sicherlich viele Fakten zur COVID-19-Pandemie und zur Diskriminierung nennen. Wir könnten darauf verweisen, wie Schweden die Krise gemeistert hat. Wir könnten auf wissenschaftliche Arbeiten wie die vom renommierten Epidemiologen John P. Ioannidis verlinken. Wir könnten über die Aufklärungsarbeit von Institutionen wie Ärztinnen und Ärzte für individuelle Impfentscheidung e.V., Swiss Policy Research oder Multipolar berichten. Auf der anderen Seite könnten wir bemerken, dass ungeimpfte Studenten an manchen Universitäten keinen Zugang mehr bekommen und Österreich für 2022 eine generelle Impfpflicht angekündigt hat. Aber schlussendlich haben wir bemerkt, dass diese Debatte weniger faktisch und mehr emotional ist.

Es geht hierbei um Angst und welche Rolle der Tod in unserer Gesellschaft spielt.

Die derzeitige Krise ist also kein epidemiologisches Dilemma – dies wurde auch bereits von einigen Forschern bemerkt und daher wurde der Ansatz versucht, die „Pandemie“ in eine „Syndemie“ umzubenennen – sondern auch eine philosophische Tragödie. Die Menschen haben vergessen oder verdrängt zu philosophieren und zu reflektieren! Und zwar darüber, was sie vom Leben und wollen und was sie erwarten.

In unserer aktuellen Situation macht es den Anschein, als würden die Menschen ihre eigene Verwundbarkeit unterdrücken wollen. Sie wollen sich nicht darum bemühen, ihre Verletzlichkeit anzuerkennen und potentiellen Gefahren vorzubeugen – sie wollen ihr selbstzerstörerisches Verhalten (rauchen, trinken, fernsehen, shoppen, Fastfood essen, Angst haben, Medien konsumieren…) immer weiter fortsetzen.

Das kann natürlich nicht der Sinn des Lebens sein. Und das kann auch keinem klar denken Menschen ein wirklich sinnerfülltes Leben bieten!

Ein sinnerfülltes Leben kann nur derjenige führen, der Verantwortung für sich selbst übernehmen kann. Eine Impfpflicht – genauso wie alle anderen Maßnahmen während der Pandemie – sind nur möglich, weil die Menschen keine Verantwortung übernehmen können. Damit meine ich nicht, dass die Menschen sich nicht an die Regeln der Regierung halten – im Gegenteil. Die Maßnahmen können nur dann umgesetzt werden, wenn die Menschen nicht daran glauben können, dass sie – wie es in der biopsychosozialen Medizin heißt – eine autoregulative Selbstkompetenz besitzen (Mehr dazu findest du auch im Buchtrailer und in der Einleitung des Buches).

Der Begriff der „autoregulativen Selbstkompetenz“ beschreibt ganz einfach den Zusammenhang zwischen dem eigenen Motiven, dem Verhalten und der Gesundheit des eigenen Körper-Geist-Systems. Alles drei hängt zusammen, genauso, wie auch Körper, Geist und Soziales analog miteinander verbunden sind. Ich weiß wovon ich da spreche, denn schließlich habe ich über das Biopsychosoziale Gesundheitsmodell in Bezug auf die COVID-19-Pandemie in Deutschland meine Masterarbeit geschrieben.

Anstatt diese Krise also weiterhin faktisch anzugehen, versuchen wir einen Neustart: Wir wollen allen Menschen eine Perspektive bieten, die über die Sachebene hinausgeht. Wir wollen jedem Interessierten eine Geschichte erzählen, die unsere aktuelle Zeit reflektiert. Wir wollen unsere Erzählungen mit Poesie, Ironie und Zynismus würzen, damit auch wirklich jeder einen Zugang zu diesem Thema bekommt.

Wir wollen mit unserem Buch keine Schuldzuweisung formulieren! Wir sehen es in unserer Pflicht zu reflektieren, wie wir in 20 oder 30 Jahren auf die aktuelle Situation schauen werden. Können wir dann mit gutem Gewissen sagen, dass wir alles Mögliche getan haben, um eine ethische Verwahrlosung zu verhindern?

Ich – Tristan Nolting – werde meinen Enkeln in 50 Jahren erzählen, dass ich die Diskriminierung nicht hingenommen habe. Ich habe für die Würde, für das Recht auf körperliche Unversehrtheit und Autonomie gekämpft. Wir möchten jeden bitten, dies ebenso zu tun.

Eine Geschichte aus unserem Buch wollen wir bereits in diesen Blogbeitrag mit einfließen lassen.

Eine Spritze voller Liebe

Dies ist die Geschichte von Mino Weiß, einem 14 Jahre alten Achtklässler auf einem Gymnasium. Die Stadt spielt in dieser Geschichte keine Rolle, es könnte jede Stadt in Deutschland oder einem anderen Land sein.
 
Mino ist ein guter Junge, der brav auf das hört, was seine Eltern ihm sagen. Er versucht stets seine Eltern zu beeindrucken, indem er gute Noten schreibt und bei seinem Lieblingshobby, dem Fußballspielen, sein Bestes gibt. Seine Eltern sind auch sehr stolz auf ihn und erzählen regelmäßig den befreundeten Paaren, welche neuen Erfolge Mino in der Schule oder beim Sport erzielt hat.
Seit Mino klein ist, möchte er Arzt werden wie sein Vater. Sein Vater ist aber kein klassischer niedergelassener Arzt, der nach der gängigen schulmedizinischen Methode handelt, sondern nach den Leitlinien der naturheilkundlichen Therapie, genauer gesagt der Homöopathie. Häufiger schon wurde der Junge auf seinen Vater angesprochen, da Dr. Weiß in der Stadt sehr bekannt ist. Im Grunde genommen gibt es da zwei Lager. Die einen sind zutiefst überzeugt von Dr. Weiß und seinen Methoden, die anderen verachten ihn dafür, dass er sich von den streng wissenschaftlichen Leitlinien verabschiedet hat. Lustigerweise waren diejenigen, die von Dr. Weiß überzeugt waren gerade die, die schon einmal in Behandlung bei ihm waren, während diejenigen, die ihn verachteten, einfach Vorurteile hatten. Aber so viel zum Thema Wissenschaft und Erfahrung.

Mino hatte mit der Zeit gelernt, mit negativen Kommentaren gegenüber seinem Vater umzugehen. Meistens erwiderte er nur „Ich vertraue meinen Eltern. Vertraust du deinen?“
 
Dies war tatsächlich auch nicht gelogen. Mino wurde schon öfter von seinem Vater behandelt und wusste daher, dass die Homöopathie eine sinnvolle Heilmethode war. Mino war auch schon nach schulmedizinischen Methoden behandelt worden, aber diese hatten für ihn immer erhebliche Nebenwirkungen bedeutet. Insbesondere die Behandlung mit Schmerzmitteln – eine Marke sei an dieser Stelle nicht genannt - führte bei ihm oft zu starken Entzündungen im Körper. Wie sagt man so schön: „Keine Wirkung ohne Nebenwirkung.“ Der ausschlaggebende Punkt für Dr. Weiß war jedoch, als ein befreundeter Arzt am Universitätsklinikum im Alter von sechs Jahren Stimmbandknötchen bei Mino festgestellt hatte. Von nun an sollte sich Mino vierteljährlich auf unbestimmte Zeit einer Operation unterziehen, damit die Knötchen nicht größer wurden.
 
Dies veranlasste Dr. Weiß mit der Schulmedizin zu brechen. Er suchte mit Mino einen Homöopathen auf, der ihm ein Mittel („C-irgendwas“, wie Mino gerne zu sagen pflegte) gegen die Krankheit verschrieb. Und siehe da: Innerhalb weniger Wochen war die Beschwerde abgeheilt und trat nie wieder auf.
 
Die Einfachheit der Anwendung und die Abgestimmtheit der Homöopathie auf den Patienten stimmten Dr. Weiß schließlich dazu ein, selbst Homöopath zu werden. Er wusste, dass der Schritt nicht leicht wird. Viele namhafte Ärzte hatten schon ihren Ruf verloren, weil sie die Heilmethode gewechselt hatten. Nun, da Mino vor Kurzem 14 geworden ist, wendet Dr. Weiß schon seit mehreren Jahren die Homöopathie erfolgreich an.

Natürlich war Mino in seiner Kindheit auch geimpft worden. Nicht gegen alles, aber gegen so manches. Im Gegensatz zu den meisten Ärzten nahm sich Dr. Weiß immer Zeit, um eine ausgewogene Risiko-Nutzen-Abwägung für seine Patienten anzustellen, insbesondere auch bei seinem Sohn. Er hielt es für unmöglich, wie manche Ärzte sich nur zehn Minuten oder noch weniger Zeit für ein Impfaufklärungsgespräch nahmen. Aber Dr. Weiß wusste auch, dass dies am System lag. Würde ein Impfgespräch auch ohne erfolgreich vermittelte Impfung vergütet werden, würden wahrscheinlich sehr viel weniger Kinder geimpft werden. Aber da er selbst kein Kinderarzt war, ging er letztlich mit seinem Sohn zu einem Kollegen, der ähnlich dachte.

Wogegen er sich jedoch ganz und gar wehrte, war der Druck, Mino vor COVID-19 impfen zu lassen. Nur zum Verständnis: Dr. Weiß war ganz und gar kein Impfgegner! Er erkannte den Wert, den das Impfen der Menschheit gebracht hatte. Impfungen konnten vor vielen Krankheiten schützen und haben dies auch schon oft in der Menschheitsgeschichte bewiesen.

Bei COVID-19 war dies jedoch anders. Oft redete er mit Mino, um ihm klar zu machen, dass er keine Angst zu haben brauche, COVID-19 zu bekommen. Er habe ein starkes Immunsystem, das mehr als fähig sei, dieses Virus auszuhalten. Auch ganz ohne Schmerzen! Mino würde, so sagte er ihm, ganz bestimmt nicht schwer an der Infektion erkranken, egal was die anderen zu ihm sagen würden. Für Mino bedeutete COVID-19 nicht mehr als ein grippaler Infekt. Außerdem würde er auch niemand anderes durch die Impfung schützen, da die Impfung keine sterile Immunität erzeuge.

Mino vertraute seinem Vater auch in dieser Hinsicht. Doch leider ging es hier weniger um eine individuelle Abwägung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses.

Eines Tages kam Mino von der Schule nach Hause. Seine Mutter fragte ihn, warum er so bedrückt gucken würde, doch Mino antwortete nur: „Es ist nichts.“ Als dann abends sein Vater Dr. Weiß nachhause kam, berichtete ihm seine Frau, dass Mino sehr niedergeschlagen sei und den ganzen Tag auf seinem Zimmer verbracht hatte. Also klopfte Minos Vater am Kinderzimmer und fragte, ob er reinkommen dürfte: „Ja, komm herein.“

„Hey, deine Mutter hat mir erzählt, dass du den ganzen Tag auf deinem Zimmer geblieben bist… ist alles in Ordnung?“, fragte der Vater vorsichtig. „Ich möchte nicht darüber reden.“, gab Mino zurück. „Bist du dir sicher? Manchmal ist es sehr hilfreich, wenn man sich seinen Frust von der Seele redete.“

Mino schaute weg und überlegte einen Moment.

„Okay, ich sage es dir, aber versprich mir, dass du nicht gegen meine Entscheidung bist!“

Der Vater guckte erschrocken. „Was mag der Junge nur haben?“, fragte er sich. Schließlich antwortete Dr. Weiß: „Nun gut, ich sage dir meine Meinung, aber ich werde dich nicht umstimmen.“

Sein 14-jähriger Sohn antwortete ihm: „Der Tag heute war schrecklich! Weißt du, bisher hat es mir nie etwas ausgemacht, nicht geimpft zu sein. Aber heute war es anders. Uns wurde in der Schule gesagt, dass wir demnächst auf Klassenfahrt fahren. Alle dürfen mit, aber nur, wenn sie geimpft sind! Und… dann… du weißt doch, ich habe dir letztens erzählt, dass unsere Schule vor dem Sommer eine Jugend-Disco veranstaltet. Unsere Lehrer haben uns aufgefordert, Mädchen zu fragen, ob sie mit uns tanzen wollen. Also habe ich heute all meinen Mut zusammengenommen und Arielle gefragt… Aber (und er fing an zu schluchzen) … Sie hat gesagt, dass sie nicht mit mir tanzen will, weil ich nicht geimpft bin…“

Der Vater blickte traurig seinen Sohn an. Er wusste nicht, was er sagen sollte.

„Ich will mich impfen lassen!“, schluchzte Mino, „bitte Papa! Sonst werde ich nicht mehr glücklich.“

„Aber Mino …“, Dr. Weiß wollte gerade protestieren, doch dann merkte er, wie ernst es um seinen Sohn war. Er nahm seinen Sohn in den Arm.

„Weißt du, mein Sohn…“, fing Dr. Weiß an, „…das Wichtigste war mir immer, dass du gesund und glücklich bist. Und auch wenn ich glaube, dass du die Impfung nicht brauchst, so will ich nicht, dass du unglücklich bist. Ich mache einen Termin für gleich nächste Woche aus. In Ordnung?“

„Danke Papa, du bist der Beste!“, platzte es aus Mino heraus. 
„Und nun komm, es gibt Abendessen.“

Und während Mino schon mal zum Abendessen vorging, ging Dr. Weiß kurz in sein Arbeitszimmer. Für einen Moment kamen viele Gefühle in ihm auf. Wut. Trauer. Verzweiflung. Und dann dachte er sich: „So weit ist es also schon gekommen? Wir machen eine Impfentscheidung von der sozialen Teilhabe abhängig? Wie vielen Kindern ist es wohl schon so gegangen? …

…ist das noch die Medizin, an die ich glauben kann?“

Für das weitere Lesen und Stöbern wünschen viel Spaß!

Christopher Reusch & Tristan Nolting
1. Dezember 2021


Autorenportraits

Geschrieben von Tristan

Christopher Reusch ist ein freundlicher und umsichtiger Zeitgeist, der gerne auf Deutsch und Englisch philosophiert. Genauer gesagt ist er Autor, Podcaster und Waldliebhaber.

Wenn er nicht gerade den Wald zum Abenteuerspielplatz macht, dann lässt er uns über seine Kanäle (https://christopher-reusch.com) an seinen vielfältigen Erkenntnissen teilhaben. Am liebsten spricht er über Spiritualität, Angst, Ernährung und Workouts (Calisthenics). Und mit diesen Themen hat er nicht zu wenig Erfahrungen gesammelt…

Neben seiner Spontanität zähle ich den Mut zu seinen bedeutendsten Eigenschaften. Mal eben mit dem Fahrrad 300km nach Amsterdam fahren? Bei Nacht im Wald die Slackline spannen und dann akrobatisch über das Seil tanzen? Das kann nur Christopher. 

Christopher zeigt uns auch in hoffnungslosen und dunklen Situationen, wie wir unser Licht zum Leuchten bringen können. Wenn du dich für seine intuitive Sichtweise öffnen kannst, wirst du eine Menge lernen.

Hör doch einfach mal bei „Spiritual advice from a barbarian lunatic“ rein!

Geschrieben von Christopher

Tristan Nolting ist der beste Freund, den du haben kannst. Er ist wortgewandt, respektvoll und voller Wissen. Zumindest ist er das, wenn dein Ego mit ihm klarkommt. Wenn es das nicht tut, dann ist Tristan immerhin ein hervorragender Diskussionspartner, denn auch hierbei wird er niemals unter die Gürtellinie zielen.

Mir wurde Tristan damals von einem gemeinsamen Freund mit den Worten: „Das ist Tristan. Er hat ein Buch geschrieben.“, vorgestellt. Sofort hatte ich das Gefühl, ich wollte ihn näher kennenlernen. Wieso konnte ich zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht sagen, aber ich wusste, dass dies der Beginn einer wunderbaren Freundschaft werden würde.

Umso glücklicher war ich natürlich, als sich herausstellte, dass Tristan und ich ein Projekt gemeinsam starten würden. Da dieser Abschnitt Tristan vorstellen soll, versuche ich mich kurz zu halten und ihn wirklich akkurat zu beschreiben:

Tristan bildet sich sehr gerne weiter und liest Bücher, bei denen die meisten einfach weglaufen oder gar nichts verstehen würden. Tristan steckt voller Kraft und man sollte ihn trotz seines ruhigen Auftretens nicht unterschätzen.

Er ist ein sehr fokussierter Mensch und weiß vermutlich gar nicht, was Langeweile ist. Dazu hat er nämlich zu viele Ideen und Projekte, die ihn beschäftigt halten. Sein Podcast, seine Bücher und noch vieles mehr aus seiner Kreativkiste findest du auf seiner Homepage.


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Vor einigen Tagen, es muss der 14. Oktober 2021 gewesen sein, kam die Horror-Meldung: Hessen „erlaubt“ 2G – also ausschließlicher Zutritt für Geimpfte und Genesene – für Supermärkte. Dies hat mich dazu entschlossen, einen gepfefferten Leserbrief zu schreiben und an die größten Tageszeitungen des Landes zu schicken. Denn ganz ehrlich: Ich weiß nun nicht mehr, ob wir noch in einem freien demokratischen Land leben. Aber den Brief könnt ihr hier selbst anbei nachlesen. Ich habe versucht, einen möglichst kurzen Leserbrief zu verfassen, der alle relevanten Themen anspricht. Vielleicht ist mir dies gelungen. Falls der Leserbrief veröffentlicht wird, werde ich es auch hier in diesem Beitrag vermerken. Und wahrscheinlich auch auf meiner Startseite unter „Aktuelles“.

Veröffentlichung bei 1bis19

Update: Zurückgemeldet hat sich bisher nur die TAZ, veröffentlicht wurde es bisher aber nur von 1bis19.

Das kannst du tun!

Neben dem Leserbrief noch ein anderes wichtiges Thema: Viele Menschen fühlen sich hilflos angesichts der Diskriminierung und fragen sich, wie sie dagegen vorgehen können. Hierzu möchte ich nur kurz einige Beispiele auflisten, die mir bekannt sind und etwas bewirken können.

  1. Aufhören die eigene Zeit und Energie in Nachrichten zu stecken! Nachrichtenportale finanzieren sich durch deine Klicks in Form von Werbung und solange du Meldungen unterstützt, die Pro-Diskriminierung sind, wird sich auch nichts an der Sensations-Berichterstattung ändern. Die Medien haben mehr Einfluss als du vielleicht glaubst.
  2. Aktionen wie #2Ggehtgarnicht unterstützen. Bei dieser Aktion kannst du ein Bild + Statement an die Mailadresse des Vereins Ärzte für individuelle Impfentscheidung e.V. schicken und dies wird dann unter der Aktion veröffentlicht. Mittlerweile sind dort über 1000 Statements gegen 2G und 3G gelistet.
    E-Mail-Adresse: hallo@2ggehtgarnicht.de, Webseite: 2ggehtgarnicht.de
  3. Klagen finanziell unterstützen, die gegen 2G und 3G Einspruch einlegen. Mir bekannt sind:
    Ärzte für individuelle Impfentscheidung e.V. (unterstützt ausgewählte Fälle auf finanzieller Basis in Zusammenarbeit mit dem bewährten Team, welches auch schon gegen das Masenschutzgesetz geklagt hat)
    Initiative freie Impfentscheidung e.V. (hat unter anderem das Rechtsgutachten von Prof. Dr. Dietrich Murswieck in Auftrag gegeben)
    – Kennst du weitere Klagen, die man unterstützen kann? Teile es mir gerne mit, dann liste ich es hier auf!
  4. Du bist Betreiber eines Restaurants, Hotel o.ä.? Dann zeig mit einem Aufkleber von KaiserTV, dass alle Menschen bei dir Willkommen sind! In anderen Ländern wie Frankreich und den Niederlanden gibt es auch ähnliche Initiativen.
  5. Auch auf Social Media kannst du Gesicht zeigen, unter anderem mit den Hashtags #2ggehtgarnicht oder #ichmachdanichtmit
  6. Teile die interdisziplinäre Arbeit „COVID-19 ins Verhältnis setzen, Alternativen zu Lockdown und Laufenlassen“ (#coronaaussoehnung) von Prof. Dr. Ulrike Guerot, Dr. Martin Hirte, Prof. Dr. Dr. Christian Schubert und vielen mehr.
  7. Sprich mit Menschen in deinem Umfeld über Diskriminierung! Ich weiß, die Pandemie dauert schon lange und niemand hat mehr Lust auf das Thema COVID-19. Aber es war nie wichtiger als jetzt! Versuch nicht stumpf andere Menschen zu überzeugen, sondern zeig die gesellschaftlichen Missstände auf und versuche Brücken zu schlagen wie #coronaaussoehnung!
  8. Du hast Kinder? Dann schütze sie vor übergriffigen und überambitionierten Lehrern, die Kinder zu Impfungen überreden wollen. Zum Beispiel mit der Aktion von Kinderrechte Jetzt e.V.
  9. Und zuletzt: Mach es wie ich, schreib Leserbriefe an die großen Portale und sprich dich gegen die aktuellen Entwicklungen aus. Deine Stimme zählt!
  10. … Fällt dir noch mehr ein? Ich halte inzwischen nicht mehr so viel von Petitionen oder Demonstrationen, weil ich bei beiden kaum Erfolgschancen sehe, dafür jedoch Stigmatisierung.

Der Leserbrief:

„Nun hat Hessen als erstes Bundesland die Möglichkeit geschaffen, ungeimpfte Menschen auch vom Supermarkt auszuschließen. Diese Verordnung ist eine der vielen Entscheidungen während dieser Pandemie, die mich an unserem Rechtsstaat zweifeln lassen. Aber wenn ich nur zweifeln würde, würde ich die Füße stillhalten. Diese Entscheidung der hessischen Landesregierung offenbart für mich eine völlige Verachtung der Menschenrechte und eine Diskriminierung ohne Gleichen. 

Was mich sprachlos macht, ist die Begründung von Ministerpräsident Volker Bouffier für diese Anordnung. Er gehe nämlich davon aus, dass die Option eh nur teilweise genutzt werden würde.

Bei dieser Entscheidung geht es eben nicht nur darum, ob die Option genutzt wird oder nicht! Natürlich lässt sich auch darüber streiten, ob es sinnvoll ist, dass ungeimpfte Menschen nun statt zum naheliegendsten Supermarkt fünf Kilometer weiterfahren müssen. Ist das entsprechend dem Ziel der Politiker, den als apokalyptisch angesehenen Klimawandel aufzuhalten? Das kann doch wohl nicht wahr sein.

Nein, es geht auch darum, was für ein Vorbild wir als Gesellschaft sind und welche Schritte wir gehen, um das wertvolle Gut der Gesundheit aufrechtzuerhalten. Seit dem Zweiten Weltkrieg war die deutsche Mentalität geprägt von Toleranz, weil niemand mehr eine solche verheerende Menschenverachtung ertragen konnte. Wir Deutschen wollten um jeden Preis eine neue Form der Diskriminierung gegenüber einer bestimmten Gesellschaftsgruppe verhindern. Aber nun, wenn es um Gesundheit geht, ist es plötzlich in Ordnung? Ist Gesundheit mehr wert als Einigkeit, Recht und Freiheit? Anscheinend schon, wenn es den Menschen vollkommen gleichgültig zu sein scheint, mit welcher Hautfarbe, Haarfarbe, welchem BMI, welcher Gesinnung, welcher Religion oder welchen Vorstrafen ein Mensch in den Supermarkt geht. Dann beim Thema Impfung werden Menschen aber plötzlich systematisch ausgeschlossen.

Ich möchte gar nicht dieses Tor öffnen, ob Menschen mit Vorstrafe in den Supermarkt dürfen oder nicht. Dies wäre mir nie im Leben eingefallen, wenn die hessische Landesregierung nicht den Schritt gewagt hätte, ungeimpfte Menschen zu diskriminieren. Jede Form der Diskriminierung ist für mich eindeutig ein Tor zur Hölle und ich ertrage es nicht, diese furchtbare Entwicklung mit anzusehen.

Natürlich kann und möchte ich Politikern keine böse Absicht unterstellen. Aber im Angesicht dieser Entwicklungen frage ich mich, wie geschichtsvergessen eine ganze Gesellschaft sein kann, wenn sie diese politischen Beschlüsse akzeptiert. Die bekannten Worte des deutschen Journalisten und geflohenen FDP-Politiker Karl-Hermann Flach sind nirgendswo anders als in diesem Kontext zu verstehen:


„Die Freiheit stirbt zentimeterweise.“

Karl-Hermann Flach

Es ist schon lange an der Zeit, die Pandemie für beendet zu erklären, den „Freedom-Day“ auszurufen. Wenn Länder wie Dänemark oder Norwegen es sich erlauben können, warum nicht auch Deutschland? Es geht hier jedoch inzwischen weniger um eine Erlaubnis durch die deutschen Politiker, wieder in den Normalzustand zurückkehren zu dürfen. Es ist den deutschen Bürgern ein Recht, ihr altes Leben wiederzubekommen, nachdem jung und alt so lange Zeit auf elementarste Bedürfnisse nach Nähe, Geborgenheit und soziale Anerkennung verzichtet haben.

Ich bitte an dieser Stelle nicht darum, den Freedom-Day auszurufen, weil ich ungeimpft bin. Ich habe gute Gründe dafür, dass ich mich nicht impfen lasse und ich muss mich dafür auch bei niemandem rechtfertigen. Weder beim Arbeitgeber noch in meinem sozialen Umfeld. Und für dieses Prinzip würde ich die gesellschaftliche Diskriminierung („Ohne Impfung darfst du hier nicht rein!“) noch lange ertragen!

Ich bitte darum, dass der Freedom-Day ausgerufen wird, damit auch die Auswirkungen der psychosozialen Gesundheit anerkannt werden, welche in den letzten Jahren völlig vernachlässigt wurden und erheblichen Schaden an Gesellschaften weltweit angerichtet haben. Wer wie ich seine Masterarbeit über „Biopsychosoziale Aspekte der COVID-19-Pandemie in Deutschland“ geschrieben hätte, der wüsste ganz genau, dass die psychosoziale Gesundheit kein „goodie“, kein „nice-to-have“ ist, sondern essentiell in der Prävention und Therapie. Die psychosoziale Gesundheit wirkt sich ganz real auch auf das körperliche Befinden aus.

Der Freedom-Day würde nicht nur zur Verringerung von psychosozialen Folgeschäden durch die Pandemie führen, sondern auch zur Reparatur von soziokulturellen Werten, zur Entstigmatisierung und Entdiskrimimierung von Bevölkerungsgruppen sowie zur Anerkennung von kollektivem Leid und Angst.“

Danke fürs Lesen!
Tristan


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