Was du gegen die Diskriminierung tun kannst

Vor einigen Tagen, es muss der 14. Oktober 2021 gewesen sein, kam die Horror-Meldung: Hessen „erlaubt“ 2G – also ausschließlicher Zutritt für Geimpfte und Genesene – für Supermärkte. Dies hat mich dazu entschlossen, einen gepfefferten Leserbrief zu schreiben und an die größten Tageszeitungen des Landes zu schicken. Denn ganz ehrlich: Ich weiß nun nicht mehr, ob wir noch in einem freien demokratischen Land leben. Aber den Brief könnt ihr hier selbst anbei nachlesen. Ich habe versucht, einen möglichst kurzen Leserbrief zu verfassen, der alle relevanten Themen anspricht. Vielleicht ist mir dies gelungen. Falls der Leserbrief veröffentlicht wird, werde ich es auch hier in diesem Beitrag vermerken. Und wahrscheinlich auch auf meiner Startseite unter „Aktuelles“.

Veröffentlichung bei 1bis19

Update: Zurückgemeldet hat sich bisher nur die TAZ, veröffentlicht wurde es bisher aber nur von 1bis19.

Das kannst du tun!

Neben dem Leserbrief noch ein anderes wichtiges Thema: Viele Menschen fühlen sich hilflos angesichts der Diskriminierung und fragen sich, wie sie dagegen vorgehen können. Hierzu möchte ich nur kurz einige Beispiele auflisten, die mir bekannt sind und etwas bewirken können.

  1. Aufhören die eigene Zeit und Energie in Nachrichten zu stecken! Nachrichtenportale finanzieren sich durch deine Klicks in Form von Werbung und solange du Meldungen unterstützt, die Pro-Diskriminierung sind, wird sich auch nichts an der Sensations-Berichterstattung ändern. Die Medien haben mehr Einfluss als du vielleicht glaubst.
  2. Aktionen wie #2Ggehtgarnicht unterstützen. Bei dieser Aktion kannst du ein Bild + Statement an die Mailadresse des Vereins Ärzte für individuelle Impfentscheidung e.V. schicken und dies wird dann unter der Aktion veröffentlicht. Mittlerweile sind dort über 1000 Statements gegen 2G und 3G gelistet.
    E-Mail-Adresse: hallo@2ggehtgarnicht.de, Webseite: 2ggehtgarnicht.de
  3. Klagen finanziell unterstützen, die gegen 2G und 3G Einspruch einlegen. Mir bekannt sind:
    Ärzte für individuelle Impfentscheidung e.V. (unterstützt ausgewählte Fälle auf finanzieller Basis in Zusammenarbeit mit dem bewährten Team, welches auch schon gegen das Masenschutzgesetz geklagt hat)
    Initiative freie Impfentscheidung e.V. (hat unter anderem das Rechtsgutachten von Prof. Dr. Dietrich Murswieck in Auftrag gegeben)
    – Kennst du weitere Klagen, die man unterstützen kann? Teile es mir gerne mit, dann liste ich es hier auf!
  4. Du bist Betreiber eines Restaurants, Hotel o.ä.? Dann zeig mit einem Aufkleber von KaiserTV, dass alle Menschen bei dir Willkommen sind! In anderen Ländern wie Frankreich und den Niederlanden gibt es auch ähnliche Initiativen.
  5. Auch auf Social Media kannst du Gesicht zeigen, unter anderem mit den Hashtags #2ggehtgarnicht oder #ichmachdanichtmit
  6. Teile die interdisziplinäre Arbeit „COVID-19 ins Verhältnis setzen, Alternativen zu Lockdown und Laufenlassen“ (#coronaaussoehnung) von Prof. Dr. Ulrike Guerot, Dr. Martin Hirte, Prof. Dr. Dr. Christian Schubert und vielen mehr.
  7. Sprich mit Menschen in deinem Umfeld über Diskriminierung! Ich weiß, die Pandemie dauert schon lange und niemand hat mehr Lust auf das Thema COVID-19. Aber es war nie wichtiger als jetzt! Versuch nicht stumpf andere Menschen zu überzeugen, sondern zeig die gesellschaftlichen Missstände auf und versuche Brücken zu schlagen wie #coronaaussoehnung!
  8. Du hast Kinder? Dann schütze sie vor übergriffigen und überambitionierten Lehrern, die Kinder zu Impfungen überreden wollen. Zum Beispiel mit der Aktion von Kinderrechte Jetzt e.V.
  9. Und zuletzt: Mach es wie ich, schreib Leserbriefe an die großen Portale und sprich dich gegen die aktuellen Entwicklungen aus. Deine Stimme zählt!
  10. … Fällt dir noch mehr ein? Ich halte inzwischen nicht mehr so viel von Petitionen oder Demonstrationen, weil ich bei beiden kaum Erfolgschancen sehe, dafür jedoch Stigmatisierung.

Der Leserbrief:

„Nun hat Hessen als erstes Bundesland die Möglichkeit geschaffen, ungeimpfte Menschen auch vom Supermarkt auszuschließen. Diese Verordnung ist eine der vielen Entscheidungen während dieser Pandemie, die mich an unserem Rechtsstaat zweifeln lassen. Aber wenn ich nur zweifeln würde, würde ich die Füße stillhalten. Diese Entscheidung der hessischen Landesregierung offenbart für mich eine völlige Verachtung der Menschenrechte und eine Diskriminierung ohne Gleichen. 

Was mich sprachlos macht, ist die Begründung von Ministerpräsident Volker Bouffier für diese Anordnung. Er gehe nämlich davon aus, dass die Option eh nur teilweise genutzt werden würde.

Bei dieser Entscheidung geht es eben nicht nur darum, ob die Option genutzt wird oder nicht! Natürlich lässt sich auch darüber streiten, ob es sinnvoll ist, dass ungeimpfte Menschen nun statt zum naheliegendsten Supermarkt fünf Kilometer weiterfahren müssen. Ist das entsprechend dem Ziel der Politiker, den als apokalyptisch angesehenen Klimawandel aufzuhalten? Das kann doch wohl nicht wahr sein.

Nein, es geht auch darum, was für ein Vorbild wir als Gesellschaft sind und welche Schritte wir gehen, um das wertvolle Gut der Gesundheit aufrechtzuerhalten. Seit dem Zweiten Weltkrieg war die deutsche Mentalität geprägt von Toleranz, weil niemand mehr eine solche verheerende Menschenverachtung ertragen konnte. Wir Deutschen wollten um jeden Preis eine neue Form der Diskriminierung gegenüber einer bestimmten Gesellschaftsgruppe verhindern. Aber nun, wenn es um Gesundheit geht, ist es plötzlich in Ordnung? Ist Gesundheit mehr wert als Einigkeit, Recht und Freiheit? Anscheinend schon, wenn es den Menschen vollkommen gleichgültig zu sein scheint, mit welcher Hautfarbe, Haarfarbe, welchem BMI, welcher Gesinnung, welcher Religion oder welchen Vorstrafen ein Mensch in den Supermarkt geht. Dann beim Thema Impfung werden Menschen aber plötzlich systematisch ausgeschlossen.

Ich möchte gar nicht dieses Tor öffnen, ob Menschen mit Vorstrafe in den Supermarkt dürfen oder nicht. Dies wäre mir nie im Leben eingefallen, wenn die hessische Landesregierung nicht den Schritt gewagt hätte, ungeimpfte Menschen zu diskriminieren. Jede Form der Diskriminierung ist für mich eindeutig ein Tor zur Hölle und ich ertrage es nicht, diese furchtbare Entwicklung mit anzusehen.

Natürlich kann und möchte ich Politikern keine böse Absicht unterstellen. Aber im Angesicht dieser Entwicklungen frage ich mich, wie geschichtsvergessen eine ganze Gesellschaft sein kann, wenn sie diese politischen Beschlüsse akzeptiert. Die bekannten Worte des deutschen Journalisten und geflohenen FDP-Politiker Karl-Hermann Flach sind nirgendswo anders als in diesem Kontext zu verstehen:


„Die Freiheit stirbt zentimeterweise.“

Karl-Hermann Flach

Es ist schon lange an der Zeit, die Pandemie für beendet zu erklären, den „Freedom-Day“ auszurufen. Wenn Länder wie Dänemark oder Norwegen es sich erlauben können, warum nicht auch Deutschland? Es geht hier jedoch inzwischen weniger um eine Erlaubnis durch die deutschen Politiker, wieder in den Normalzustand zurückkehren zu dürfen. Es ist den deutschen Bürgern ein Recht, ihr altes Leben wiederzubekommen, nachdem jung und alt so lange Zeit auf elementarste Bedürfnisse nach Nähe, Geborgenheit und soziale Anerkennung verzichtet haben.

Ich bitte an dieser Stelle nicht darum, den Freedom-Day auszurufen, weil ich ungeimpft bin. Ich habe gute Gründe dafür, dass ich mich nicht impfen lasse und ich muss mich dafür auch bei niemandem rechtfertigen. Weder beim Arbeitgeber noch in meinem sozialen Umfeld. Und für dieses Prinzip würde ich die gesellschaftliche Diskriminierung („Ohne Impfung darfst du hier nicht rein!“) noch lange ertragen!

Ich bitte darum, dass der Freedom-Day ausgerufen wird, damit auch die Auswirkungen der psychosozialen Gesundheit anerkannt werden, welche in den letzten Jahren völlig vernachlässigt wurden und erheblichen Schaden an Gesellschaften weltweit angerichtet haben. Wer wie ich seine Masterarbeit über „Biopsychosoziale Aspekte der COVID-19-Pandemie in Deutschland“ geschrieben hätte, der wüsste ganz genau, dass die psychosoziale Gesundheit kein „goodie“, kein „nice-to-have“ ist, sondern essentiell in der Prävention und Therapie. Die psychosoziale Gesundheit wirkt sich ganz real auch auf das körperliche Befinden aus.

Der Freedom-Day würde nicht nur zur Verringerung von psychosozialen Folgeschäden durch die Pandemie führen, sondern auch zur Reparatur von soziokulturellen Werten, zur Entstigmatisierung und Entdiskrimimierung von Bevölkerungsgruppen sowie zur Anerkennung von kollektivem Leid und Angst.“

Danke fürs Lesen!
Tristan


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